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"Was für ein Haufen Zhrak!", zischte ich und schlug auf meinen schwarzen Schreibtisch ein als ob ich ein Black-Pony vor mir hätte. "Warum kommt diese Hündin denn nicht? Ist ihr etwa nicht bewusst, wie bedeutend dieses Thema ist?"

"Sie ist bestimmt auf dem Weg. Es ist nicht Ilhythias Art, Treffen auszulassen. Willst du vielleicht eine Tasse schwarzen Katyuzha Valar? Das beruhigt dich bestimmt.", fragte mich daraufhin meine Assistentin Zhulí. Eine ruhige und freundliche Seele, mit der ich vielleicht etwas zu oft harsch umging. Ich bejahte daraufhin und bereitete mich schon seelisch auf das Treffen mit Argis Ilhythia vor. Es ging um die Endlösung der Neosalari, wie ich sie nenne. Daerontreue Hunde, die alle einer ominösen Persönlichkeit folgen, die Valyrinír oder equestrianisch Schattenprinz genannt wird und überall im Reich für guerilliaartige Gewaltexzesse im Namen Daerons sorgten. Daher bedurfte diese Problematik einer sehr schnellen Lösung, welche leider durch Ilhythias Inkompetenz behindert wurde.

Als sie dann endlich mit zwei muskulösen Elitekämpfern aus der Gâldinarma bei mir eintrat, warf ich ihr ein finsteres Lächeln zu. Ursprünglich wollte ich sie nur mit einem dunklen Blick strafen, aber als ich dann ihre Leibwächter sah, bemerkte ich, dass sie Angst vor mir hatte. Und das brachte ein Lächeln über mein Gesicht.

"Also, wie viele Truppen könnt ihr mir entbehren, Argis?", fragte ich sie mit einem spöttischen Unterton in der Stimme. Sie antwortete, was mir eigentlich schon von vorneherein klar war:"Ich denke, zwanzig Mann sollten genügen, so viele Rebellen sind es wahrscheinlich nicht. Sie stehen in den Kasernen für euch bereit, wenn ihr ausrücken wollt"

Und da war schon wieder der Punkt, an dem ich sie hätte aus dem Fenster werfen sollen. In Anbetracht ihrer Leibwächter jedoch verkniff ich mir die Freude und hakte schnippisch nach:"Warum glaubt ihr das?".

"Damals in Nàcràzhûl haben es schließlich auch nur vier Männer geschafft, drei riesige feindliche Schiffe von den Noran-Inseln abzuwehren! Gerade ihr solltet das doch wissen", erklärte sie sich. Ich antwortete:" Nur weil der Vater eures Mannes, mein Großvater und zwei Andere große Helden waren, heißt das nicht, dass ihr Recht habt. Ich fordere weiterhin mindestens eine Kompanie!", winkte ich ab und ließ meinen Ekel über ihre Worte in meinen Sätzen mitschwingen.

Sichtlich eingeschnappt huschte sie mit ihren zwei Leibwächtern aus meinem Büro und schien einzusehen, wie dumm sie eigentlich ist. Ich grinste und meine Assistentin kam hereingeschneit. "Ist sie auf eure Forderungen eingegangen?", fragte sie neugierig.

"Nein, und das ist auch gut so. Ich würde doch kein solches Selbstmordkommando da reinschicken! Das soll ruhig einer der anderen adligen Hunde machen. Wie Varius, dieser Hundesohn! Er hat versucht, sich meine Arena unter den Nagel zu reißen. Ich konnte ihn nur durch seine korrupten Gehilfen ausbremsen! Der müsste mal enthoben werden! Da kommt mir eine Idee: Zhulí, glaubst du, auf Druck von Safira gibt Ilhythia nach?"

"Ich weiß nicht. Es geht schließlich um Argis Ilhytia Gâldin, die Herzogin von Maraîn, der Provinz mit der größten Armee des Schattenreichs! Ich weiß nicht, ob Safira eher auf sie hört.", warnte sie mich.

"Zhulí, erstens ist ihr Mann der Fadenzieher hinter den Truppen und sie bekleidet das Amt nur, weil er es nicht wollte. Und zweitens lässt sich bei einem so radikalen Thema wie den Rebellen gut mit Safira reden. Und drittens bin ich der Lordkanzler, dass heißt ja auch schon was!", lachte ich und zog mich in mein Zimmer der Schwarzfeste zurück.

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Am nächsten Tag fand auf meine Bitte hin eine Ratssitzung statt und ich wartete schon sehnsüchtig auf die anderen Kleingeister, die jedoch alle 20 Minuten zu spät kamen. Zum Wohle aller verkniff ich mir einen finsteren Kommentar und setzte mich vor Safira auf meinen Platz und eröffnete die Sitzung direkt mit meinen Wünschen.

"Ar-Zaroi!", fing ich an "Ich unterhielt mich gestern mit der Argis Ilhytia und leider wollte sie mir nur zwanzig Soldaten geben, um das Rebellennest südlich Oblivions auszuräuchern. Zwanzig Familien, ihrer Väter und Männer beraubt. Zwanzig Todespriester, die unter der massiven Überzahl der Neosalari sterben würden. Aber Ilhytia lebt scheinbar in einer Welt, in der alle Ausgeburten ihrer Dummheit keine Krüppel, sondern nützliche Werkzeuge sind und demnach dieses Himmelfahrtskommando glatter über die Bühne gehen wird als ihre Freier in sie selbst! Ich sage euch.."

"Lordkanzler, zügelt euch!", zischte es von oben und Safira sah mich direkt an. Also wies ich meinen Hass zurück und trug meine Bitte legitim dem Rat vor. Reges Getuschel war die Folge.

"Das ist doch nur Propaganda!", donnerte es aus Ilhytias Mund.

"Ist das so? Nennt mir einen Angriff, an dem ihr teilgenommen oder strategisch geplant habt", stichelte ich und erntete ein befriedigendes kleinlautes Schweigen von Ilhytia, woraufhin der ganze Senat wieder lautstark zu diskutieren anfing. "Das ist ein Sonderantrag, deshalb erfolgt die Abstimmung sofort!", befahl Safira und ließ die Stimmen zählen. Und zu meinem Glück wurde ich zum Kommandanten von einer Truppe Soldaten mit insgesamt 100 Schatten gewählt. Und das Beste ist, Ilhytia muss ihr fettes Maul halten!

Der Rest der Sitzung beschränkte sich auf die Frage, ob wir eine Landwirtschaft nach ziegischem Vorbild, also kommunistisch, einführen sollten. Jedoch kamen wir zu keinem Ergebnis, weil der konservative Batiatus ja immer dagegebhalten musste. Als ob ihn das einen Dreck schert! Er ist doch der Graf von Kelut, da kriegt er sowieso alles in den Arsch geschoben was passt und muss nicht arbeiten! "Es geht um Tradition! Funktionelle Tradition!" hat der Arschficker argumentiert! Um diesen Zorn aus mir rauszukriegen, musste ich mir die kompletten wöchentlichen Gladiatorenkämpfe, in meiner Arena Tormentum, ansehen. Aber nach dem Blutbad ging es mir direkt besser und ich freute mich schon auf den morgigen Tag, um einige Daeronsympathisanten umzubringen.

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Ich empfing die Truppe morgens früh um acht vor den Stadttoren und begutachtete sie. Sie waren nicht besonders kampferfahren, und waren erst seit einem knappen halben Jahr im Dienst, sodass mir der Unteroffizier erst die Stärken der Truppe näherbringen musste, bis ich sie akzeptiert hatte und mit ihnen abmarschierte.

Das Rebellennest lag etwa 20 Kilometer südlich der Stadt in einer Wachturmruine aus Zeiten von König Vaomin II., dem letzten König vor Daeron. Ich war dabei, als sein Kopf abgeschlagen wurde, nebst seinen höchsten adligen Verbündeten. Das waren noch Zeiten...aber ich schweife ab. Wir erreichten die Ruine kurz vor Sonnenuntergang und ich wies die Soldaten an, sich bedeckt zu halten, bis mein Befehl kam. Drei Aufklärer mit Einhorn wies ich an, mit ihrer Magie die Anzahl der Feinde zu schätzen und mir sofort Bericht zu erstatten.

"Lordkanzler, es befinden sich rund 80 Rebellen in dem Turm, von denen 20 wach sind und Wache halten. Die Wachposten sind allesamt auf dem Turm platzider, nur zwei da vorn bewachen den Eingang", erklärte mir einer der Aufklärer. "Denkt ihr, es ist eine Falle?"

"Nein. Ich denke eher, dass es Dummheit und ein strategisch unbegabter Anführer sind. Ubd selbst wenn müssten wir sie nutzen", winkte ich ab und wandte mich den Truppen zu "Wir werden die vorderen Wachposten mithilfe dieser Pfeile hier betäuben. Daraufhin werden diese vier Soldaten die unschädlich gemachten Feinde in den Transporter werfen. Anschließend fesseln wir schnell die schlafenden Rebellen und erledigen am Ende die Wachposten auf dem Turm. Verstanden? Ich will sie lebend haben!"

"Sir, jawohl, Sir!", bestätigten die Soldaten im Chor und begannen mit der Arbeit. Und weil ich nicht der beste Autor für Kampfszenen bin, denke ich, dass es reicht, wenn ich berichte, dass mein Plan ohne Verluste mit ein paar Verletzungen aufging. Die Gefangenen wurden danach in den Gralaris, die alte zu einem Gefängnis umfunktionierte Festung Phadons gebracht, um sie einzusperren, bis über ihr Schiksal entschieden war. Ich verhörte ihren Anführer.

"Wo ist euer Anführer?", fragte ich ihn eindringlich, erntete aber nur ein Grunzen. Daraufhin schlug ich ihm ins Gesicht und wiederholte meine Frage: "Wo ist euer Anführer?"

"Das weiß niemand. Wir sind nur ein selbstorganisierter Trupp der Bewegung gegen die Demokratie-Hure Safi..", wurde er durch einen festen Schlag unterbrochen. Das Einhorn neben mir erklärte, dass es wohl gespürt hatte, dass er nicht gelogen hatte. Mir war es eigentlich auch egal, weshalb ich ihn dann direkt in die Zellen meiner Arena abgeschoben habe. Das wird ein spektakuläres Fest mit vielen nutzbaren Kämpfern werden!

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Am nächsten Tag trug ich meine Erfolge Safira vor, die mich dafür lobte und mir die Gefangenen vollends überließ. "Ich bin gegen Sklaverei", hatte sie betont, "aber wir können uns keine Daeron-Sympathisanten leisten, deshalb müssen wir sie loswerden. Und ihr seid der Richtige dafür!" Ich fühlte mich geehrt und ging daraufhin zu dem Ludus meiner Arena. Dort empfing ich Aslin, meinen Gladiatorenausbilder. Er schien sichtlich genervt, wahrscheinlich wegen der sturen und uneinsichtigen Gefangenen, die seit gestern Nacht innerhalb der Arenazellen schmorten. "Lordkanzler, ich kann diese Truppe nicht gut trainieren. Weder Zwang, Züchtigung oder Strafen bringen etwas!", schilderte er mir die Situation. Ich antwortete kalt:"Musst du auch nicht. Wir werden übermorgen Spiele zu meinem Ehren veranstalten und dabei die Truppe durch meine gut ausgebildeten Kämpfer hinrichten. Und du wirst persönlich den Anführer der Gruppe töten. Du wolltest doch mal wieder kämpfen, oder nicht?"

"Natürlich, aber der Anführer? Meint ihr den Schattenprinzen?"

"Nein, den habe ich nicht. Aber der Anführer hat viele Höfe in der Umgebung geplündert und Massaker veranstaltet. Es werden vor allem Verbliebene im Tormentum sein und dich feiern. Und wie kommst du denn auf den Schattenprinzen? Den hätte ich persönlich Safira übergeben, wenn ich ihn hätte!", erwiderte ich.

"Es hätte ja sein können, dass ihr ihn an einem uneinsichtigen Ort gefangen haltet. Aber egal, wie lautet eure Order?"

"Erkläre meinen Kämpfern den Sachverhalt und rüste sie mit einem Langschwert und Schild aus. Ich will nicht, dass sie durch diese Pseudopartisanen noch Schäden nehmen. Es soll eine Hinrichtung sein und kein Kampf. Verstehst du das?"

"Jawohl, Lordkanzler!", bejahte er und ging in den Ludus zurück, während ich mich in mein Schlossgemach zurückzog und gespannt auf den übermorgigen Tag wartete.

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Den darauffolgenden Tag fand keine Senatssitzung statt, sodass ich mich voll und ganz auf meine (eigentliche) Hauptverdienstquelle als Gladiatoren- und Arenameister konzentrieren und daher in aller Ruhe die Festspiele zur Hinrichtung meiner Gefangenen planen konnte. Dabei zog ich meinen Ausbilder zu Rate, um ein grandioses Schauspiel für meine zahlende Kundschaft zu garantieren.

"Was meint ihr? Nachdem wir den Großteil der Truppe in Gruppenkämpfen dezimiert haben...sollten wir dann direkt euch gegen die drei höchsten DS kämpfen lassen und den Rest hinterher erledigen oder euch als Letztes antreten lassen?", fragte ich ihn und zeichnete ein kleines Schema auf Papier.

"Ich würde gerne mittig als Höhepunkt auftreten. Aber vorher sagt ihr mir, wie meine Gegner ausgestattet werden."

"In Ordnung", sprach ich und zeichnete mein Schema fertig, "Es sind insgesamt drei Gegner, die Anführer der Rebellentruppe. Der Erste wird mit einem Speer kämpfen, während die anderen beiden gewöhnlich mit Kurzschwert und Breitschild kämpfen werden. Ich denke schon, dass du das schaffst, ihre Schilde sind nämlich aus Holz und einfach zu durchbrechen. Der Griff des Speers ist auch schon halb vermodert und ist nichts Tödliches."

"Gut! Das wird ein einfaches Spiel!", freute sich mein Kämpfer euphorisch. "Vergesst nicht: Gut aussehen und Dominanz zeigen ist wichtiger als ein ehrenhafter Kampf. Das sind zum Tode verurteilte Massenmörder und verdienen das. Alles klar?", wies ich ihn noch einmal hin. "Das wird suggeriern, dass diese Rebellen absolute Nichtskönner sind."

"Abgemacht.", sagte er und schlug bei mir ein.

Der Kampf konnte beginnen.

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