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Mein neues schon über ein Jahr altes Megaprojekt - viel Spaß beim Lesen!

HS_%28ganz_klein%29.pngHELDPinnwand/Message Wall/Mur 10:43, 9. Okt. 2016 (UTC)

P.S.: Die Kapitelnamen sind vorerst manchmal leicht Mist, da kümmere ich mich später nochma drum!

P.P.S.: Ich schreibe wie ich grade lustig bin - also falls mir mal spontan noch nen neuer Abschnitt einfällt, der wo reinpasst, is datt halt so!


Deckung, KRIEEECH!!!

Panzerschild.png
Panzerschild.png

Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!


PrologBearbeiten

Sonea konnte es kaum noch erwarten, konnte ihn kaum noch erwarten - dass er aber auch immer so der Gentlebock sein musste und sich um jede Sorge seiner Soldaten und Soldatinnen einzeln kümmerte... so ein lieber netter Kerl! Alles war schon fertig, der Tisch gedeckt, das Essen warm und die Kerzen schmolzen im hellen Schein ihrer Flammen - fehlte bloß noch er!

Klopf Klopf!

"Wer ist da?", kicherte sie voller Vorfreude und seine zarte Stimme hauchte: "Ich, dein Liebster!"

"Komm schon rein, du wirst erwartet!"

Die Tür öffnete sich und da stand er, in voller Stattlichkeit, seine Barett REC-7 auf dem Rücken, das Schwert in der Scheide: "Ich habe den ganzen Tag nur an dich gedacht, mein Schatz."

"Und ich an dich, das muss Telepathie sein!"

"Ich finde eher, es ist Liebe... wahre Liebe."

"Nawww duuu!"

"Naw du."

Liebevoll berührten sich ihre Lippen - seine waren kalt vom Wind draußen, aber das störte die Prinzessin ganz und gar nicht, er war da, das war die Hauptsache! "Bist du hungrig? - Du musst hungrig sein nach deinem anstrengenden Tag, komm, die Nudeln stehen schon auf dem Tisch und warten auf uns!"

"Nudeln, hmmm, meine Leibspeise... aber eigentlich bin ich gar nicht hungrig... na doch, auf dich!"

"Ohhh du böser Ziegenbock du!"

"Ich und böse? Nie im Leben bin ich böse!"

"Aber ich war böse, ich war gaaanz böse, du musst mir zeigen, was für eine böse Stute ich war!"

"Na schön, dann leg dich mal aufs Bett."

Vollkommen überschwemmt von Glücksgefühlen flatterte Sonea zu ihrem großen weichen Schlafplatz und warf sich der Länge nach auf die schneeweiße Matratze: "Haaach, ich bin ja sooo böse gewesen!"

"Ich weiß doch.", grinste er und präsentierte ihr zwei Paare Huffesseln, "du bist dran heute."

Das war ja nen Ding, er wollte sie... sonst stand er doch gar nicht auf sowas - egal, das wurde ja immer besser! "Na gerne, los, ich bin gespannt auf dich!"

"Und ich auf dich, meine Kleine."

Kleine... das war ja fast schon eine Beleidigung, aber er war mit seinen Worten wahrscheinlich schon ganz woanders... sanft kickten die Metallschnallen ein, er schob sich neben sie und streichelte ihr über die Wange: "Und deine Augen, nicht wahr?"

"Wenn du magst!"

"Ganz wie du magst...", die Binde nahm ihr die Sicht, sein Huf tastete sich höher und fuhr entlang ihres Horns, der andere folgte und... schob ihr einen Ring darauf! "Hey, was soll das?!"

"Pscht...", machte er und machte ihr unsanft einen Knebel um, "uns soll nichts und niemand stören, unnütze Worte schon gar nicht."

Was wurde hier gespielt?!, schoss es ihr panisch durch den Kopf und sie riss wie wild an ihren Fesseln, oh verflucht, das muss Spaß sein, das kann nicht ernst... "Schone deine Kräfte, wir beide haben noch viel vor heute Nacht...", seine Stimme wurde immer heller und Soneas Atem beschleunigte sich, "ich, die große und mächtige Trixie, und du, Prinzessin Sonea, meine unwürdige kleine Sklavin!"

"MMMMMMPF!!!"

---

"AHHH!!!"

Sonea saß aufrecht im Bett, ihr Herz hämmerte, ihr Atem raste - oh fuck, oh fuck, oh fuck, bloß ein Traum, bloß ein verfluchter Traum! Schweißperlen standen ihr auf der Stirn, ihr Kreislauf drohte zusammenzubrechen, ihr war schwindlig - bloß ein Traum, verdammt nochmal! Langsam atmen, keine Panik, ruhig aufstehen und Ruhe bewahren, das hatte ihr Zecora geraten, bloß keine Panik, nur ein dummer Traum! "Fuck!"

Warum passierte sowas ausgerechnet immer ihr?!

---

Erstes Kapitel: VeränderungBearbeiten

Die Schlafzimmertür ihres Vaters war nur angelehnt - und im Bett lag nur Herr Moon, ihr zweiter Dad, und ließ mit seinem Geschnarche die Wände wackeln - wo steckte... von unten war das Treppenhaus erleuchtet, leise schlich sie die Stufen hinab und fand Robert in der Küche, wo er am Herd stand und etwas brutzelte: "Dad?"

Er zuckte zusammen und fuhr herum - nur um deutlich zu entspannen: "Oh, hi mein Schätzchen, kannst du etwa auch nicht schlafen?"

"N-nein..."

"Hey, du weinst ja!", schon war er bei ihr und drückte sie fest an sich, "sag, sind es wieder die Träume?"

"Ja, schlimmer als je zuvor!"

"Oh je-mi-ne, was machen wir denn bloß mit dir?"

"Ich... ich weiß ja auch nicht..."

"Ach je...", der Ziegenkönig streichelte seiner Tochter sanft über den Rücken, "mensch, das ist doch total mist, wir beide können einfach nicht mehr schlafen - watt machen wir da?"

"Mum soll zurückkommen."

"Das wird sie nicht, leider... ich... ich weiß auch nicht, ob ich das möchte..."

"Sie ist echt ne dumme Schlampe!"

"Sie zu beleidigen bringt da leider auch nicht mehr... sie ist weg, so ist das Leben nun mal... na komm, was war das denn für ein Albtraum?"

"Ich... Ferdi... er... ich habe... Essen gemacht... ich wollte... mit ihm schlafen... er... er war so kalt... und dann... auf einmal... Trixie..."

"Wie wo was, Trixie?!"

"Einfach... einfach so... Gestaltwandel... ich... ich..."

"Oh du Arme!", tröstete er sie liebevoll und reichte ihr ein Taschentuch, "das ist natürlich echt mies, aber hey, es war eben nur ein Traum, und jetzt ist er vorbei, du bist in Ordnung und bei mir, hier passiert dir nichts, ich beschütze dich!"

"Danke Dad... aber... was ist, wenn ich jetzt Angst vor ihm habe? Was ist wenn du nicht da bist?!"

"Sonea, du bist doch kein kleines Fohlen mehr, wenn du nicht alleine auf dich aufpassen kannst wer dann?! Wie viele durchgeknallte Ausflüge haben wir schon zusammen unternommen und wie oft hast du meinen Hintern gerettet?! - Also mal ganz ehrlich, um dich mache ich mir keine Sorgen, um deinen Bruder schon eher!"

"Der ist auch nen alter Vollidiot!"

"Na, so hart darfst du das auch nicht sehen, er ist halt noch etwas kindisch, aber so ist das nun mal, die eine wird schneller erwachsen, der andere braucht etwas länger - Veränderung bestimmt Equestria, und Equestria Veränderung."

"Dad, trotzdem... ich habe Angst... vor Ferdi und mir... was ist, wenn dieser Traum nicht zufällig war?"

"Das sagt für gewöhnlich Zecora..."

"... und da hat sie nicht unrecht..."

"... aber auch nicht recht - was ich damit sagen will: Träume kommen und gehen, Freunde kommen und gehen, Stuten... kommen und gehen, aber du bleibst immer du, egal was passiert. Und sollte ich mal nicht mehr sein erinnere dich an all die schönen Dinge, die wir zusammen unternommen haben, und vergiss sie nie - dann werde ich immer bei dir sein!"

"Dad, das... ja, du hast recht... danke, danke für alles!"

"Kein Problem, dafür ist ein Dad da...", ein intensiver Geruch füllte mittlerweile die ganze Küche aus, "und ich glaube, der Schinken ist fertig, meinste nich?"

"Doch doch - hast du noch ein paar Streifen für mich übrig?"

"Da fragst du noch - für meine großen Lieblingsschinkine doch immer!"

"Oh Dad, du bist der beste!"

"Und du die beste!"

Und so mampften die beiden Seite an Seite auf ihrem großen Sofa ihren Schinken und schliefen nach einiger Zeit dicht aneinander gekuschelt friedlich und ohne böse Träume ein.

---

Am nächsten Morgen fand Mellis Marlin seinen König im Wohnzimmer schlafend vor, seine Hufe schützend um seine Tochter gelegt: "Ähäm, Rooobert, aufstehen, es ist halb zehn und hast um Punkt eine Audi-je-hens mit König Terra, also schwing deinen Hintern aus dem Polster und gib Ga-has!"

"Och manne, kann denn dieser Pfosten mich nicht mal ausschlafen lassen?!"

"Du hast schon gestern keinen Bock gehabt - daran soll ich dich erinnern, falls du genau das fragst!"

"Na gut, wenn's unbedingt sein muss..."

"Muss!"

"Du könntest meine Mutter sein..."

"Deine Mutter würde dich schlafen lassen und bei Mister Princeps persönlich anrücken, also bitte keine falschen Verdächtigungen - ich erwarte dich in zehn Minuten am Bahnhof!"

"Alter Sklaventreiber!"

"Alter Faulpelz!"

"Oh Mellis, was würde ich nur ohne dich machen?"

"Das wüsste ich auch mal gerne!"

---

Nur unwesentlich später im Zug

Aus dem Fenster winkte Robert dem Schrankenposten des Weges nach Capra zu, welcher die Geste missmutig erwiderte: "Ich hätte ja nie gedacht dass es Twilight ausgerechnet zur Equestria Rail verschlägt, aber manchmal scheint Veränderung doch etwas... na ja, Positives zu bewirken...", Mellis schwieg, und das machte den Ziegenkönig nur umso misstrauischer: "Sach mal, watt is eigentlich los mit dir, has' du ne schlechte Nacht jehabt oder watt?"

"Nee, so nich, aber... ich bin unzufrieden."

"So?"

"Ja."

"Och komm schon, mir kannste doch alles erzählen, ich reiß dir schon nicht den Kopf dafür ab!"

"Und wenn es um eine von dir getroffene Entscheidung beziehungsweise die Außenpolitik Equestrias geht?"

"Doch doch, lass hören, das würde mich ma echt interessieren!"

"Es geht darum, dass du Ferdi das Amt des zweitobersten Generals der Ziegen zugesprochen hast."

"Verstehe."

"Denkst du ich bin sauer weil ich es genauso wollte?"

"Nein, ich schätze eher, du hast Zweifel."

"Richtich... ich weiß nicht, aber er... er ist so... unerfahren, er hat meiner Meinung nach kaum Erfahrung im echten Kampf gemacht, und sein Aufstieg zum Ghost Rider war ein echter Witz!"

"Stimmt leider, da war ich zu voreilig... aber meinste echt, er hat nicht das Zeug dazu?"

"Guck ihn dir am besten mal an, wenn er seine Kompanie drillt oder exerzieren lässt - mal ganz ehrlich, wenn da einer sich auch nur den kleinsten Fehltritt erlaubt gibt's gleich Extratraining auf dem Güterbahnhof!"

"Schon wahr, da ist in letzter Zeit echt was los... hm, na ja, ich schau mir das mal an und denk drüber nach, ok?"

"Das ist nen Wort, danke - und zum Herrn Princeps..."

"Jaja, mit dem habe ich ja gleich das Vergnügen!"

"Kann ich mit reinkommen?"

"Na klar, du bist mein Leibwächter, also jetzt aber!"

"Danke!"

"Och nix zu danken, ich bin doch froh dich an meiner Seite zu haben."

Ungewollt trat ein leichter Rotton in das Gesicht des Ghost Riders, aber sein König achtete da weniger drauf - mit seinen Gedanken war er woanders... beim Berg der Götter.

Zweites Kapitel: Der BergBearbeiten

Dieser Berg also... dass ausgerechnet ein lausiger Brocken Fels für derartige Furore sorgte war eigentlich schon fast ein schlechter Scherz... und doch leider die krasse Gegenwart: Die Grenze zu Königin Chrysalis Reich, dem Wechselreich nämlich, verlief genau am Fuße des höchsten Gipfels der Spitzen des Gefrorenen Nordens - dummerweise lag er damit auf Wechselponygebiet, und das bedeutete, dass alle Equestrianer, die zum Tempel der Götter pilgern und das Heiligtum verehren wollten, erstens über die Staatsgrenze und zweitens selbst auf einen heiligen Berg mussten, denn die Changelings wiederum verehrten den Brocken als die Geburtsstätte der ersten Wechselponys - und selbstverständlich durfte kein Sterblicher außer der Königin diesen außergewöhnlichen Ort betreten!

Nach ersten Wortgefechten sowie Zäunen und Barrikaden hatte es bald Steine gehagelt, und erst unlängst hatten radikale Changelings Equestriaponys mit Maschinenpistolen attackiert - zwei Tote waren zu beklagen, und das ließ sich König Terra natürlich nicht gefallen! "Wir müssen da sofort Soldaten hinschicken und aufstellen, am besten drei Divisionen, die rund um die Uhr die Grenze und unsere Mitponys bewachen - und wenn nötig schützen! Wir müssen... hey, interessiert dich das überhaupt?!"

"Ma janz ehrlich Terra... nein. Das ist ein dummer Berg, und ob man jetzt von da zu Hellje betet oder vom Kupferhau gleich nebenan - ist doch wurscht, und nur wegen dieses ollen Tempels - packen wir den auf mein Staatsgebiet und gut is!"

"Robert, du verstehst den Ernst der Lage nicht - die Republik wird durch diese Wechsler akut bedroht!"

"Na jetzt übertreibst du's aber!"

"Gar nicht wahr, du verkennst einfach die Lage! Chrysalis hat seit geraumer Zeit aufgerüstet - wofür?! Natürlich um einen Krieg gegen Equestria zu führen!"

"Ich glaube das zwar nicht, aber gut... und was soll ich da jetzt machen?"

"Dumme Frage, ich werde natürlich schneller sein - und du bist mein Verbündeter, ich will die Ziegenarmee..."

"Halt stopp, jetzt reicht es!"

"Hallo?!"

"Nein, nein jetzt red' ich! Das kann doch nicht dein verfluchter Ernst sein schon wieder in den Krieg zu ziehen, hat dir Luna etwa nicht gereicht?! Mir schon, und außerdem ist dieser ganze Götterquatsch weder mein noch der Ziegen Bier, also sind wir raus!"

"Das kannst du nicht machen, das ist gegen die Republik!"

"Paragraph 3 - Im Sinne aller Mitgliedsstaaten und Länder ist gewährleistet, dass das Bündnis der Republik nur im Krisenfalle oder akuter Gefahrenlage eine gegenseitige militärische Unterstützung garantiert, andere Bündnisse müssen separat und unter Anwesenheit aller Herrscher/ Anführer geregelt werden ... du siehst, ich bin dir zu gar nichts verpflichtet!"

"Dann verpiss dich sofort aus meinem Palast und wage keinen Huf mehr hierher!"

"Dann muss Lea eben von nun an immer nach Down Under kommen..."

"DIE KANNST DU GLEICH VERGESSEN DU PÄDO - UND JETZT VERSCHWINDE!!!"

"Komm Mellis, wir gehen."

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Sonea vergewisserte sich noch einmal im Keller - sie war noch da, angekettet, machtlos. Groß und mächtig war hier niemand mehr... aber das ungute Gefühl ließ die Prinzessin nicht wieder los.

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Am Nachmittag, Grenze zum Wechselreich, Soldaten beider Fronten stehen sich gegenüber, Auge in Auge

Die equestrianische Armee schraubte ihre dritte Kanone zusammen, was besonders dem Changelingkommandanten Sorge bereitete: "Sie sind und überlegen - schickt sofort einen Boten nach Abratax (Hauptstadt der Wechselponys), wir brauchen dringend Verstärkung!"

Ein junger Hengst und zwei seiner Mitstreiter hatten oben auf einem Bergkamm als Scharfschützen Position genommen und warteten gespannt auf ihren ersten - richtigen - Einsatz! "Hey, gib mir auch mal das Fernglas, ich will auch mal sehen!"

"Vergiss es!", stichelte sein Freund und spähte auf den gegenüberliegenden Berghang - und zuckte zusammen: "Hey, die sind in Stellung gegangen und haben ne MG auf unsere Jungs stehen!"

"Wo?! - Jetzt zeig schon her!", das Binokular tauschte seinen Besitzer, der dritte im Bunde, ein Zebra, ballte die Hufe: "Diese Schweine, wenn sie schießen sind alle tot!"

"Dann schießen wir zuerst!"

"Ja!"

Wenn die drei in ihrem jugendlichen Übermut auch nur geahnt hätten, was diese eine Kugel für eine durchschlagende Wirkung haben würde... sie wären schreiend nach Hause gerannt und hätten sich hinter dem Open versteckt - aber so?

Und so drückte er ab.

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PENG!!!

Der Schuss hallte durch das ganze Tal wieder, erwischte den Changelingkommandant und durchbohrte sein Gehirn - seine Leute taten genau das, was sich Defensive nennt - und gaben alles. Die Equestrianer rissen sich ebenfalls die Waffen von den Schultern und ballerten auf alles jenseits des kleinen Baches, die sich gegenüberstehenden Soldaten waren längst Hackfleisch. Zwei Wechselgeschütze donnerten ihre Geschosse auf die der Gegner, ein Scharfschützennest traf es als Erstes.

Das Scharfschützennest dreier junger Hengste, die ihr Leben einem Krieg opferten, der so viele mit sich reißen würde.

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Noch am gleichen Abend eilte ein Aufruf Canterlots über das Land und drang auch bis in die Höhlen von Down Under vor - als Ameli außer Atem in Roberts Schlafgemach stürmten traf sie auf einen friedlich schlafenden Ziegenkönig nebst Freund fürs Leben... lohnte es sich wirklich diese Seelenruhe zu stören, nur weil ein Krieg ausgebrochen war?

Nein, entschied sie sich, Roberts Rede vom letzten Abend hatte klare Worte gefunden - die Ziegen blieben neutral, komme was wolle!

Und dabei blieb es auch.

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Drittes Kapitel: KriegBearbeiten

Es war brutal, hart, mörderisch, wahnsinnig, todbringend, schwachsinnig, unfassbar schweißtreibend, seelenfressend, eiskalt - dieser Krieg sprengte alles bisherige. Schon nach wenigen Tagen hatte sich der Frontverlauf mitten im tiefsten Hochgebirge abgezeichnet, aber keiner war gewillt dem Feind auch nur einen Meter mehr Boden zu gönnen... so begann sie, die Herbstoffensive. Bei Wind und Wetter, Regen oder Sturm, Wärme oder Kälte unternahm man Angriffe auf gegnerische Stellungen - und das war die erste Krux, denn diese lagen meist auf schwer befestigten und mehr als gut bewaffneten Berggipfeln, während Luftunterstützung und Bombardierung oft aufgrund einer Übermacht an Flak oder schlicht und einfach aufgrund der starken Aufwinde unmöglich waren. So tobten Gefechte um leere Ödländer, Geröllfelder, Talmulden oder Plateaus, ein halbes Jahr lang, ohne dass auch nur eine Seite auf der ganzen Front hatte einen nennenswerten Vorstoß oder gar Durchbruch erringen können.

Und dann kam der Winter.

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Es wurde bitterkalt, noch kälter als es je ein Pony gefühlt hatte. Die Temperaturen fielen auf unter minus fünfzig Grad Zelsius, alles fror ein, Futter, Wasser, Soldaten... und die Überlebenden harrten in ihren aus dem Nötigsten zusammengezimmerten Unterkünften, hinter ihren Sandsäcken oder in den Schützengräben aus, kaum mehr auf ein Morgen hoffend...

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Viertes Kapitel: Der Friede vom Woyaler SeeBearbeiten

In der Nähe des Kupferhaus liegt versteckt zwischen drei Berggipfeln ein Juwel der Kristallberge - der Woyaler See, ein etwa zweihundertfünfzig Quadratmeter großes Loch voller Gletscherwasser, an welchem sich die Front teilte - links die Equestriaponys, rechts die Wechselponys... und in der Mitte, auf der Seite des Abflusses, liegt ein Außenposten der Ziegen, eine große Berghütte, welche eine kleine Kompanie der Hornträger beherbergt.

---

"Major, ich m-melde... uns ist die K-kohle ausgegangen."

"Verflucht nocheins, haben wir noch Holz?!"

"N-nein, nichts m-mehr woran m-man sich w-wärmen k-könnte..."

"Mist, es ist aussichtslos - sagen Sie den Hengsten, dass sie sich tiefer eingraben sollen, vielleicht hilft das was."

"Ich r-richte es a-aus!"

Kaum dass der Sergant wieder verschwunden war erhob sich Major Taylor und watschelte ein paar Schritte umher, um sich etwas aufzuwärmen... ihre Lage war mehr als nur verzweifelt, seinen Leuten mangelte es an allem, die meisten waren elendig an Hunger krepiert oder erfroren... die Nachschubwege waren schon seit drei Wochen völlig eingeschneit, ihr Suchtrupp nicht zurückgekehrt... das war das Ende.

---

"H-hauptmann, ich m-melde... drei Verwundete... t-tot."

"Mist verdammter, wie viele denn noch?!"

"Unsere M-medizinv-vorräte sind er-erschöpft, w-wir haben n-nichts m-mehr..."

"Versuchen Sie die Hengste zu beruhigen, der Nachschub kann nicht mehr ewig auf sich warten lassen!"

"Z-zu Bef-fehl Herr H-hauptmann!"

Kaum dass der Leutnant weg war stand Hauptmann Olks auf und stampfte wütend in den Schnee - wo blieb die Verstärkung, wo blieben die Vorräte?! Dieser verfluchte Krieg, er würde sie alle umbringen - das war das Ende!

---

"Captian, beide Seiten tun bislang nichts, so wie immer!"

"Dann ist es bald soweit - sagen Sie ihren Genossen Bescheid, sie sollen weiterhin schön die Augen offen halten - und bringen Sie ihnen nen Bier mit, das wärmt ungemein!"

"Danke Captain!"

"Nix zu danken!"

---

"Sergant, was sollen wir bloß tun, wir werden hier alle sterben!"

"Ja was sollen wir denn tun?!"

"Zu den Ziegen gehen und..."

"Nein, das steht außer Frage!"

"Aber sie sind unsere einzige Rettung!"

"Ich weiß, aber der Major..."

"Pfeifen wir auf den Major und tun es einfach!"

"Bist du irre, das wäre Desertion!"

"Besser erschossen werden als zu erfrieren!"

Stille in der Ruhe, dann: "Da hat er recht..."

"Dann tun wir es einfach, ja?"

"Nicht alle, nur zwei - und sie kommen gleich wieder zurück, verstanden?!"

"Ja, so machen wir das!"

---

"Leutnant, was sollen wir bloß tun, wir werden hier alle verrecken wie die Hunde!"

"Was sollen wir denn tun, verflucht?!"

"Zu den Ziegen gehen und..."

"Nein, das kommt überhaupt nicht infrage!"

"Aber sie sind unsere einzige Chance!"

"Ich weiß, aber der Hauptmann..."

"Pfeifen wir auf ihn und machen es einfach!"

"Sind Sie wahnsinnig, das wäre Hochverrat!"

"Besser gleich tot werden als qualvoll zu erfrieren!"

Schweigen, dann meinte einer anerkennend: "Gar nicht mal so verkehrt..."

"Dann... los?"

"Nicht alle, nur zwei - und vorsichtig, dass keiner euch sieht!"

"Keine Sorge, wir passen auf!"

---

Und so brachen zeitgleich zwei Equestria- und zwei Wechselponys auf, durchquerten die gefährlichen Stacheldrahtverhaue, gruben sich durch den tiefen Schnee und erreichten schließlich zitternd von zwei Seiten die Ziegenhütte - zeitgleich klopfte es: "Ah, da ist ja der Besuch - Frank, Douglas, macht die Türen auf!"

Die Ziegenböcke machten, und vor beiden standen zwei weiße Gestalten, die Hufe aneinander gefroren, die Köpfe kaum noch zu erkennen: "H-hallo... w-wir... k-kalt... rein... b-bitte..."

"Na denn kommt ma rein und setzt euch vor den Ofen - schön nebeneinander!"

Kaum dass sich die beiden verfeindeten Parteien gegenüberstanden ging es auch schon los: "Hey, was machen die denn hier?!" - "Hey, die haben hier nix zu suchen!" ... die Ziegen hielten die Streithähne auseinander und der Captain trat zwischen sie: "Leute, das hier ist mein Haus, und ich mache hier die Regeln - erste Regel: Jeder respektiert jeden, egal ob er sich draußen den Schädel einschlagen würde oder den anderen umlegen will, aber hier drinnen nicht! Und wem das nicht passt kann gerne wieder vor die Tür gehen!"

Da wagte sich keiner mehr irgendwas, und weil der Ofen nicht riesig war kamen sich die vier Soldaten näher als ihnen lieb war: "Es ist wärmer, wenn ihr euch alle mit dem Rücken dran legt!" ... und das ging nur mit Körperkontakt! Außerdem kam eine Ziege daher und drückte den Equestriaponys zwei halbe Brote, den Changelings eine halbe Wurst und einen Käse in die Hufe: "Wenn man teilt schmeckt's besser!"

Da saßen sie nun und guckten sich finster an, die Ziege setzte sich vor sie und guckte sie alle der Reihe nach an: "Sagt mal, warum hasst ihr euch?"

"Weil sie auf uns schießen!"

"Weil sie auf uns schießen!"

"Verstehe... warum schießen sie auf euch?"

"Weil wir auf sie schießen!"

"Genau!"

"Hmmm... und warum schießen sie auf euch?"

"Weil sie Krieg gegen uns führen!"

"Genau!"

"Tja... und warum führen Sie Krieg gegen euch?"

"Weil... ja, da ist doch der Berg der Götter!"

"Unser heiliger Berg, auf dem sie rumtrampeln!"

"Gar nicht..."

"Ein Berg also, ein Berg so wie dieser hier auch, hm? Und deswegen seid ihr bereit zu sterben?"

Überraschte Blicke, Sprachlosigkeit: "Ja also... eigentlich... nicht?"

"Aber ihr kämpft gegeneinander, oder?"

"Ja... aber... ich will nicht sterben!"

"Ich auch nicht!"

"Nein, und schon gar nicht für... ja, einen dummen Berg!"

"Das denke ich auch...", lächelte die Ziege, "na kommt, ihr seid gar nicht mal so verschieden wie ihr denkt!"

Erneutes Schweigen, dann: "Kann... bekomme ich ein Stück Wurst von euch?"

"N... na.. ja, gegen ein Stück Brot von euch!"

Na geht doch!

---

Fünf Minuten später zündeten beide ihre Leuchtraketen, die ihren zurückgebliebenen Kameraden signalisierte, sofort zu kommen - es gibt Essen und Wärme! Und was gab das für ein Hallo, als sich plötzlich der equestrianische Major und der Wechselhauptmann gegenüberstanden - die Ziegen hatten alle Hufe voll zu tun allen die Waffen abzunehmen und alle an einen Tisch zu pflanzen, die störrischsten nur an ihre Stühle gefesselt! "ICH WEIGERE MICH MIT DIESEN SCHWEINEN AN EINEM TISCH ZU ESSEN!!!", plärrte ein Pegasus und warf sich wild hin und her, "WENN NÖTIG STERBE ICH LIEBER, ABER MIT DIESEN UNTERPONYS ESSE ICH KEINEN BISSEN!!!"

Etlichen stand die Verfeindung tief ins Gesicht geschrieben, der Ziegen-Captian räusperte sich: "Sooo, alle Gäste in diesem Raum, bitte hört mir gut zu, ich erkläre alles nur einmal - wir haben einen Riesentopf Suppe auf dem Ofen, und es liegt an euch, ob ihr ihn essen wollt oder nicht."

"Natürlich, her damit, ich sterbe von Hunger!"

"Suppe, SUPPE, SUPPE!!!"

"Bitte, ich tue alles, ich habe seit einer Woche nichts mehr gegessen!"

"Dann müsst ihr alle - und ich meine alle - eurem Gegenüber den Huf reichen und dem Krieg abschwören."

"Das mache ich nicht!"

"Dann gibt's nix zu essen, für GAR KEINEN!"

Das saß, und schon wurden die letzten Sturköpfe von allen Seiten mit Hufen traktiert, die ersten hatten den Eid schon gegeben und schnupperten sehnsüchtig das gute Essen - endlich schmolzen in Anbetracht ihrer Soldaten auch die Mienen der beiden Befehlshaber und sie reichten sich die Hufe: "Auf ein Ende des Kampfes - auf unser Leben!"

"HURRA!!!", bebte von den Jubelschreien das Haus, und schon tischten die Ziegen auf - alles wurde alle, wirklich alles, und mehrere Fässer Bier wurden gemeinsam geköpft - ja, dieses Festmal nach der harten Zeit totaler Entbehrung schweißte alle zusammen!

---

Spät am Abend hatten beide Kommandanten schon tief in die Flaschen geschaut und lehnten Huf an Huf neben dem Ziegen-Captain an der Wand: "Heilige Chrysalis, was das eine Erlösung!"

"Allerdings, bei König Terra, allerdings... und ich wollte nicht, ich Idiot!"

"Ich war nicht besser werter Kollege - dieser Krieg ist von Anfang an unnütz gewesen - dass sich unsere Völker allen Ernstes um einen Berg streiten und wir dafür bluten müssen... nein nein, das ist jetzt vorbei!"

"Weise Entscheidung - Sie beide haben heute Abend viel Können und Mut bewiesen, das Richtige zu tun."

"Ach, ist doch nicht der Rede wert...", lallten die zwei neuen Freunde im Chor, "wir... wir... ist das schön..."

Oh ja, das war schön!

---

Der Friede vom Woyaler See verbreitete sich wie ein Lauffeuer an den Fronten und in den Ländern - und etliche Truppen folgten seinem Beispiel, schmissen die Waffen weg und verbrüderten sich, die Ziegen sammelten sie entlang der Bahnstrecken ein und geleiteten sie nach Down Under oder zum Kupferhau, wo es Asyl für alle gab... nur einer war da weniger begeistert.

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"ROOOBERT, BLEIB STEHEN!!!"

Aber Robert blieb nicht stehen, seinen Zug hielt er doch nicht für einen vor Wut tobenden Terra an! Mit Mopsgeschwindigkeit ging es hinauf zum Unteren Bahnhof von Cloudsdale, dann über Detrott tief in die Berge hinein, unter den feindlichen Stellungen hindurch und aus dem Tunnelportal im Changelingreich wieder hinaus - argwöhnisch beobachtet von etlichen schweren Geschützen - das große Tal hinab und immer den Gleisen nach, bis endlich das Meer am Horizont auftauchte, und mit ihm Abratax, die Hauptstadt von Königin Chrysalis.

---

Diese empfing den Ziegenkönig mit dem equestrianischen Gesandten und Gefolge am Bahnhof: "Seid willkommen Ziegenkönig Robert, ich hoffe Ihr hattet eine angenehme Reise ohne Schwierigkeiten?"

"Aber sicher, danke der Nachfrage - Stryker mein Bester, wie geht's dir du Schinken?"

"Och könnte besser sein, weißt ja, dabei möchte meine Schwester nur Frieden... na ja, erzählt sie dir gleich selber."

---

Sweet Apple Acres

"DAS KANN ER DOCH NICHT MACHEN!!!"

"Terra, bitte beruhige dich, das hier ist eine Farm und kein Parlament."

"ABER ER IST DEIN BRUDER!!!"

"Na und? In seine Politik habe ich mich noch nie eingemischt, und das bleibt auch so... solange er gesund auf allen vier Hufen steht habe ich überhaupt keine Bedenken, dass er das alles irgendwie - bekloppt wie immer - geschaukelt kriegt - und du setz dich jetz ma hinne hier und nimm nen Tee oder nen Appelschnappes, das beruhigt die Nerven!"

---

"Ziegenkönig, ich möchte Euch bitten als Friedensbote zurück nach Canterlot zu kehren und König Terra Princeps um ein Gespräch mit mir zu bitten - am besten auf neutralem Boden, damit dieser schreckliche Krieg so schnell wie möglich ein Ende findet!"

"Ja sicher, das mache ich doch gerne - und ich finde es klasse, dass du die erste bist, die diesen großen Schritt hin zum Frieden geht!"

"Naw, danke... und Chrysalis, angenehm."

"Bitte, und keine Ursache - sonst noch etwas?"

"Nein, eigentlich nicht - beeil dich, die Zeit rechnet noch mit Toten!"

"Mache ich!"

"Bis zum nächsten Mal - und schönen Gruß an meine Schwester Sunset!"

"Jo, richte ich aus - dieses Mal hoffentlich mit Terra!"

Und weg war er wieder... wenn sich das mal nicht gelohnt hatte!, freute sich die Wechselkönigin, na Stryker war doch mal zu was nutze gewesen!

---

Zurück rollte der Ziegenzug der Heimat entgegen immer steiler die Berge hinauf, tiefe Flusstäler links der Schienen, lange Tunnel, Brücken... Robert sah sie kaum, mit seinen Gedanken war er ganz woanders.

Luna.

Luna, mein Schatz, wo steckst du? Geht es dir da gut? Ist er gut zu dir? Vermisst du mich?

"Hey Robert, was starrst du denn Löcher in die Luft?", erkundigte sich der im Abteil mitreisende Stryker, der endlich aufgehört hatte an seinem Scharfschützengewehr herumzufummeln, "du siehst irgendwie nicht so ganz happy aus."

"Ich muss ständig an Luna denken..."

"Och die alte Leier - mal ganz ehrlich unter Freunden, du solltest das lassen und sie vergessen, ein für alle Mal!"

"Aber das kann ich nicht, verfluchte Hacke!"

"Doch, das kannst du - das kann sogar so eine Pfeife wie ich!"

"Du bist keine Pfeife, du bist ein prima Kerl, der diesen Frieden auf die Hufe gestellt hat - sei mal nicht immer so selbstkritisch und sieh dein Handeln mal positiv!"

"Wenn du Luna vergisst!"

"Ich... meinetwegen auch das, so, ich vergesse Luna - gut so?"

"Ein guter Anfang allemal - und... ich... ich bin froh Botschafter der Changelings zu sein!"

"Großartig, und das jetzt immer so! Darauf nen Bier?"

"Aber gerne!"

Und während die beiden sich die Hucke vollkippten passierte der Zug eine besonders schroffe Schlucht mit einem schäumenden Fluss am Grund, das wilde Wasser unter ihm riss alles mit sich fort, was nicht niet- und nagelfest war, ganze Felsen schleuderte es gegeneinander und zermahlte es zu feinem Kies und Sand - nicht umsonst trug die Klamm den Namen "Todesbrecher".

Über ihm wachte ein schweres Geschütz, beschütze die Bahnstrecke gegen feindliche Angriffe und Züge, observierte die Umgebung und sorgte für nötige Rückendeckung im Falle eines Hochwassers - und just an diesem etwas trüben Tag erspähte der befehlshabende Kanonier etwas unter sich, ja, einen Zug aus Equestria!

Der Befehl war eindeutig: "Feuer frei!"

Ein Schuss, ein Einschlag, eine Explosion.

Diese Explosion zerriss ein ganzes Land.

Und einen Ziegenkönig.

Die zerborstenen Trümmer der Waggons regneten hinab in das reißende Nass des todbringenden Stroms und zerstückelten sie in kaum erkennbare Schnipsel... zurück blieb eine auf eine Felsnadel aufgespießte Dampflok und eine leblose Krone, verbogen und verdreckt neben einer Schwelle.

Sie sollten bald gefunden werden.

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Fünftes Kapitel: SturmBearbeiten

Die Nachricht erreichte Down Under wie eine Atombombe.

Minutenlang schwieg die ganze Stadt, weinte, trauerte, verstand nicht, wie der geliebte König hatte so schnell aus der Welt scheiden können, schwieg und gedachte - und fand den Schuldigen, denn der Schuldige stand fest, das verdammte Changelingreich mit seinen verfluchten Wechslern, oh ja!

Eine ganze Nation erhob sich und pilgerte zum Palast, wo sie auf Worte ihres neuen Anführers wartete.

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Es war Ferdis großer Tag.

Sonea hatte sich schon vor Stunden in ihrem Zimmer eingeschlossen und ließ keinen zu sich, also warum sollte dann nicht er zum Volk sprechen, wenn außerdem der Ziegenbock abwesend war? "Ziegen, Böcke, Zicklein! Uns alle hat diese abscheuliche Nachricht hart getroffen, doch wir sind stark, wir lassen uns nicht unterkriegen, und schon gar nicht von denen, die uns unseren geliebten König Robert genommen haben! Noch heute ziehen wir in den Krieg, und schon morgen werden wir diesen Wilden zeigen, was es heißt sich mit den Ziegen anzulegen! FÜR UNSEREN KÖNIG, FÜR DIE ZIEGEN UND DIE FREIHEIT!!!"

Wilde Parolen auf den Krieg grölend stimmte das Volk ihm zu.

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"Sonea?"

Unter einem Kissenberg guckte nur ein Huf hervor: "Sonea, du musst aufstehen, es ist etwas Schreckliches geschehen!"

Zaghaft lugte das verheulte Gesicht der von Wehmut zerfressenen Prinzessin hervor: "W-was kann denn jetzt noch schlimmer sein?!"

"Ferdi hat soeben den Changelings den Krieg erklärt!"

Schlagartig war das junge Alihorn hellwach, seine Augen weit aufgerissen: "OH NEIN!!!"

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Oh doch, und zusätzlich hatte Terra seinen Beitrag geleistet und Roberts Anhänger unter den Ponys mobilisiert - noch am selben Abend krachte eine Faust aus Eisen mit Hörnern auf die Wechselblockade der 3. WPA (Wechselponyarmee) am Pass zwischen Kupferhau und Berg der Götter - die Übermacht war so gewaltig und so ausgerüstet, dass sie die Verteidiger in Grund und Boden stampfte.

Und dabei alles, was sich ihr in den Weg stellte, vernichtete.

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Unter Wasser, über Wasser, Felsen, Stromschnellen, Grund, Hindernis, Baumstamm - Robert hatte jegliches Gefühl für Zeit verloren, seine Kraft dazu... wir gut, dass der Fluss reichlich Sauerstoff im Wasser mit sich führte, das Atmen fiel ihm leicht, die Besinnung zu behalten hingegen nur mit größter Kraftanstrengung. Du musst hier raus, sonst bist du Mus!, schrie ihn sein Gehirn alarmierend an, ich kann sonst nur Not-Aus!

Jaja, ich... brauch... ne Stelle... ne Stelle... ne Stelle!, sein rechter Vorderhuf bekam eine überhängende Felsnase zu fassen, mit Schmackes stieß er sich von einer anderen Klamotte ab und wuchtete sich aus dem feuchten Grab - platt und tilt, aber am Leben japste er nach Frischluft und roch kalten Fels... verflucht, es war ja Winter, und er war klitschnass, abgeschossen worden, am Ende der Welt in einem Niemandstal und... ach ja, er hatte die Augen offen, es war normal so dunkel!

Ohne Dach überm Kopf erfrierst du!, wurde es ihm mit Schrecken bewusst, und ohne... aua verdammt, ohne Arzt machst du es auch nicht mehr lange! Vorsichtig richtete er sich auf, tunlichst darauf achtend keine Schlagseite zu bekommen und erneut in den Fluss zu stürzen - oh fuck, seine Hüfte schien verletzt und schmerzte wie Sau, tiefe Fleischwunden durchzogen sein Bauchfell auf der rechten Seite, der Flügel hing schlaff herab... ein Wrack bis du, aber ein lebendiges, los, finde einen Unterschlupf!

Benommen tapste er los, konnte sich vor Schwindel kaum auf Vieren halten, stürzte zwei-, drei-, viermal, wollte aufgeben und sich zurück in die reißende Flut stürzen, erhob sich auf ein Neues, wieder ein paar Schritte, Kniefall, Keuchhusten, verschwommener Blick... dunkel... kalt... Licht... LICHT!

Es war weit entfernt und schien höher zu liegen als er es war, aber es waren definitiv keine Sterne, der Himmel war wolkenverhangen, und kein Mündungsfeuer eines Geschützes, deren Donner hallte von weitem... das war seine Rettung!

Und trotz seiner tiefen Wunden schleppte er sich vorwärts, Stückchen für Stückchen über schroffes Geröll und scharfkantige Steine den leuchtenden Punkten entgegen.

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"WIE KONNTEST DU DAS TUN, WIE KONNTEST DU DEN CHANGELINGS DEN KRIEG ERKLÄREN?!?!"

"Bitte schrei mich nicht so an Sonea, ich habe es dir doch schon einmal erklärt."

"DEINE SCHWACHSINNS-IDEE VON WEGEN "DAD IST TOT, RÄCHEN WIR IHN" IST DOCH SOWAS VON HIRNRISSIG UND UNDEMOKRATISCH, MEHR NEANDERTAL GEHT DOCH GAR NICHT!!!"

"Ich halte einen Krieg mit anschließender Okkupation für die beste Entscheidung."

"JA ICH ABER NICHT, UND NUR WEIL MEIN ONKEL GRADE NICHT KLAR DENKEN KANN BIST DU NICHT AUF EINMAL OBERSTER ANFÜHRER DER ZIEGEN, DAS BIN IMMER NOCH ICH!!!"

"Schon gut, ich weiß es ja jetzt besser, Entschuldigung, aber zurücknehmen kann ich die Kriegserklärung jetzt natürlich nicht mehr, da müssen wir nun einmal durch."

Sonea starrte ihren Freund wütend und zugleich verzweifelt an - verkannte er denn komplett den Ernst der Lage?! Und noch schlimmer, ihr Dad... er war einfach weg! Einfach so... einfach so, verfluchte Hacke!

Ich habe ihm noch so viel sagen wollen, so viel mit ihm unternehmen wollen, mit ihm älter werden wollen... und jetzt ist er einfach weg, lässt mich hier alleine... erst Mum und dann Dad... mein lieber Dad, warum haben sie mir dich genommen?! WARUM?!?!

Spät am Abend kamen Tante Applejack und Aurora und kümmerten sich die ganze Nacht um ihre Nichte und Cousine, aber nichts half ihr - am nächsten Morgen brach sie auf, dem Krieg entgegen.

Mit einem Ziel: Chrysalis für das zur Rechenschaft zu ziehen, was sie getan hatte.

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Es war ein Dorf!, konnte Robert sein Glück kaum fassen, auch wenn ihn sein Körper für den Gewaltmarsch fast umbrachte, du hast... es fast... geschafft! Mit allerletzter Reserve schleifte er seine mittlerweile tauben Hinterhufe bis vor die erste Tür, klappte wenige Zentimeter davor zusammen, hob einen Huf und ließ ihn gegen das Holz fallen: Tock!

Hoffentlich... hört das einer..., war sein letzter Gedanke, bevor ihn die Dunkelheit verschluckte.

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Lager der ZA, etwa fünfhundert Kilometer vor Abratax

Die Stimmung war für einen Rachefeldzug erstaunlich ausgelassen und gut, das Bier floss in Strömen, und die Stadt, die hinter ihnen lichterloh brannte, hatte für das nötige Festmahl geblecht. Sonea schritt fassungslos an raufenden Böcken, dämlich giggelnden Zicken und anderen unmögliche Zuständen vorbei - was erlaubte sich Ferdi hier eigentlich, wo waren hier Anstand und Disziplin?! Am schlimmsten trieb die wilde Meute es am großen Feuer, in welchem alles verbrannt wurde, was man hatte mitnehmen aber nicht mit sich tragen können, Schränke, Stühle, Tische, Changelingeigentum... und heiliger Hellje, da wurden Gefangene misshandelt, das ging echt zu weit! Mit einem grellen Blitz pfefferte sie die johlenden Peiniger in den Schlamm, die sich ergötzenden Zuschauer bekamen jeder eine Schnelle: "SAGT MAL GEHT'S NOCH, WAS SOLL DENN DAS HIER?!?! HABEN SIE EUCH INS GEHIRN GESCHISSEN ODER WARUM SCHLAGT IHR WEHRLOSE KRIEGSGEFANGENE?!?! WER VON EUCH HAT SEINEN EID VERGESSEN, WEN VON EUCH SOLL ICH AM BESTEN GLEICH AN ORT UND STELLE ERSCHIEßEN?!?!?!"

"Lass diese Ziegen in Ruhe, sie haben nichts verbrochen."

Ferdi stand flankiert von sechs Leibwächtern hinter ihr, seine Uniform saß tadellos: "SAG MAL, WAS HAT DICH DENN GERITTEN?!?!"

"Sonea, bitte beruhige dich - ich habe diesen Böcken erlaubt, mit den Gefangenen zu tun und zu lassen, was sie wollen."

"SAGE MAL, WAS STIMMT MIT DIR NICHT MEHR?!?! BIST DU KRANK IM KOPF ODER WAS, DAS SIND WEHRLOSE GEFANGENE!!! WO IST MELLIS, ICH WILL SOFORT MELLIS HIER SEHEN!!!"

"Der Ghost Rider Marlin verbüßt seine Strafe für "Unsachgemäßes Verhalten gegenüber einem vorgesetzten General" als Wachdienst, und du solltest bitte in mein Zelt zurückkehren und etwas schlafen, morgen wird ein langer Tag."

"ICH... ICH... PENN DOCH ALLEINE, ICH VERSCHWINDE, ABER WENN ICH NOCH EINEN SEHE, DER HIER AUSTEILT, DANN MACHE ICH IHN EINEN KOPF KÜRZER, HABEN WIR UNS VERSTANDEN?!?!"

Unwilliges Nicken, andere schauten weg: "Sonea, du solltest wirklich..."

"NEIN, LASS MICH IN FRIEDEN!!!"

Und weg war sie, fassungslose Tränen rannen ihr über die Wangen - wie hatte sie sich so in Ferdi täuschen können, wie hatten sie sich alle so in ihm täuschen können?!

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"Wer da?", erklang eine maskuline Stimme von Drinnen, "hallo, Sie wünschen?"

Stille, und schon etwas neugierig öffnete der Changelinghengst seine Pforte einen Spaltbreit - nur um sie erschrocken ganz aufzureißen und wie vor den Kopf gestoßen auf den großen weißen Berg Alihorn zu starren, der sich da im frisch gefallenen Schnee leblos auftürmte: "Heilige Chrysalis, das gibt's doch nicht!"

Aus der Stube drang die Stimme seiner Stute: "Manfred, wer ist denn da?"

"Ein Toter Linda, ein lebender Toter!"

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Das Ziegenschloss war öde und leer ohne das Gelächter, ohne die rollenden Modellbahnzüge, ohne Explosionen aus dem Labor, ohne Gefluche aus dem Bastelkeller... missmutig löffelte Jox eine Dose Suppe in sich hinein und wünschte, sein Bruder würde jetzt dämlich grinsend zur Tür reinkommen und ihnen allen erzählen, dass er sich nur zum Spaß hatte abschießen lassen und natürlich kerngesund war... aber dem war nicht so, und genauso wenig war er heute Jox, er war der Ziegenbock, so wie schon immer. Ihre Mutter hatte einen Zusammenbruch erlitten, verständlich, Jack war mit dem Schönheitsfleckenklub verschwunden, und er versuchte die Welt zu begreifen - Herr Moon am Tisch ging es nicht besser, wenn nicht noch schlechter.

Und das alles, weil Robert versucht hatte, diesen Krieg zu beenden - einen Krieg, mit dem er nicht mal was zu tun gehabt hatte! Was war er doch für ein großartiger Kerl gewesen... und dafür hatte er mit dem Leben bezahlt.

Die Welt ist manchmal ein echtes Arschloch!

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Das ganze Dorf drängte sich in Manfreds Hütte, die Dorfältesten, davon die alte Schamanin und der Dorfsprecher, waren bei dem verletzten Gast von Weitweitweg, versorgten seine Wunden und besprachen sich leise, der Rest der Bewohner folgte ihren genauen Anweisungen, schaffte Kräuter und Alkohol heran; der Ziegenkönig durfte um keinen Preis zu tief einschlafen, aber auch nicht aufwachen.

"Wie geht es ihm?", fragte der Hausherr die alte Changelingheilerin, als diese aus dem Schlafzimmer trat, "sind die Wunden tief, und noch wichtiger, wann wird er wieder auf den Hufen sein?"

"Immer mit der Ruhe Manfred, ich sage es allen - hört mal her, unserem Gast geht es den Umständen entsprechend weder besser noch schlechter, er ist schwach und sehr krank, aber er wird wieder, sein Geist ist harte Kämpfe gewöhnt. Ich habe mit meinem Hengst und Theodor gesprochen - wir werden ihn hier behalten und warten, bis er gesund ist...", laute Stimmen warfen kritisch ein, "ich weiß, es wäre vielleicht das beste, ihn an unsere Königin zu übergeben oder seinen Leuten, aber die werden beide nicht verstehen, was dieses Geschenk bedeutet, und sie beide werden uns nur eines dafür zurückgeben - Feuer und Tod! Wir sind ein Dorf, eine Gemeinschaft, wir halten zusammen, und ein Teil von uns sind unsere Gäste, sie hoffen und setzen auf uns - vergesst das nie, wir sind eine große Familie!"

"Die sind wir, eine Familie!"

"Dan kehrt zurück in eure Betten, morgen ist ein Tag wie jeder andere auch - nichts ist gewesen, nichts geschehen."

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Sechtes Kapitel: WendeBearbeiten

Drei Tage später

Die Ziegenarmee befindet sich weiterhin auf dem Vormarsch, die Wechselponys haben ihnen wenig entgegen zu setzen. Dafür ist es der 4. WPA unter der Führung eines äußerst gewieften Oberstleutnants gelungen, die equestrianischen Linien in den Kristallbergen mithilfe der Sprengung eines ganzen Berges zu durchbrechen, nun befindet sie sich auf dem direkten Vormarsch auf das Kristallkönigreich...

Ein Lager, so weit das Auge reichte.

Ziegensoldaten, so weit das Auge reichte.

Und über ihnen ein junger Bock.

Ein Bock, der die Welt zu Hufen liegen haben wollte.

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"Mellis, was sollen wir bloß tun?!"

"Ja, wenn ich datt wüsste du..."

"Wir können Ferdi unmöglich so weitermachen lassen, das mündet in einem riesigen Fiasko, wenn nicht einer fatalen Niederlage!"

"Ich weiß, aber er hat mich im Huf, und ohne den Ziegenbock... oder Robert bin ich machtlos!"

"So ein verdammter Bockmist, wie hat es überhaupt so weit kommen können?!"

"Tja, das frage ich mich auch."

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Robert schwebte noch in einer zuckersüßen Traumwelt aus Lunas zum Anknabbern und von Dampfloks gezogenen Bierzügen, als ihn die sanfte Stimme seiner Gastgeberin weckte: "Guten Morgen Robert, ich hoffe, du hast du geschlafen - dein Frühstück ist fertig!"

"Oh, danke sehr, das ist nett von euch, vielen Dank!"

"Keine Ursache... ja, ähm, den Tee langsam trinken, er ist noch sehr heiß - ich bin gleich wieder da, ok?"

"Okey... nochmals vielen tausend Dank für all das hier!"

Kaum dass Linda die Tür geschlossen hatte traten ihr Hengst Manfred, der Dorfälteste und die Schamanin aus der Dunkelheit: "Und, wie geht es ihm?"

"Über'n Berg ist er dicke, ein bisschen schwach noch, aber ich schätze morgen können wir ihn gehen lassen."

"Aber sein Geist scheint wund und wirr, ich spüre es."

"Denke ich auch, etwas zehrt schwer an ihm."

"Diese Luna?"

"Was für eine Luna, seine Stute?"

"Seine Ex-Königin, sie hat ihn vor kurzem verlassen - ihr erinnert euch, der Wochenkrieg mit dem andauernden Halbmond?"

Alle nickten: "Er hat sie nicht freiwillig gehen lassen, sie fehlt ihm wie ein Teil von ihm."

"Das denke ich auch, und ohne einen Beweis ist er nicht voll und ganz kuriert... außergewöhnlich, deswegen habe ich einen außergewöhnlichen Vorschlag!"

"Lass hören!"

"Also, wir müssen..."

"Heilige Chrysalis, wenn das klappt, das wäre der Wahnsinn!"

"Eben drum, und das ist so sicher, dass es nicht schief gehen kann!"

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Ferdi befand sich in seiner mobilen Kommandozentrale, als er die entscheidende Botschaft von König Terra empfing: "Ferdi, wir haben ein gewaltiges Problem! Die 3. und 4. WPA haben heute Nacht den Gipfel der Schlackenramme in die Luft gejagt - sämtliche Anlagen, Truppen, Observationsgeräte, alles im Eimer! Und nicht nur das, es ist diesen Bestien auch noch gelungen, anschließend unsere Linien zu durchbrechen - nun befinden sie sich auf direktem Kurs zum Kristallkönigreich! Du musst uns sofort Verstärkungstruppen schicken, sonst ist Equestria verloren!"

Der junge General überlegte nicht lange: "Ich komme selbst - und die ZA mit mir!"

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Ein Changelingbauer sammelte gerne Rüben von seinem Acker nahe eines Vordorfes von Abratax, nicht ahnend welch trügerische Stille über den kleinen Häuschen lag, als er etwas großes Ponyartiges im Fluss treiben saß - ohne lange zu überlegen nahm er Anlauf, machte einen perfekten Köpper hinein in die schlammige Brühe und zerrte den bewusstlosen Stryker aus seinem nassen Grab: "Heilige Chrysalis, der Bruder der Königin!"

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Großer Fahnenappell auf dem großen Exerzierplatz: "AAACHTUNG, ALLE ZIEGEN UND BÖCKE STILLGESTANDEN!!!"

In Huf und Horn standen sie stramm da, jeden seiner Befehle gierig aufsaugend und ohne Nachfrage ausführend - ohhh, das war noch viel herrlicher, als er sich es jemals hätte ausmalen können! "Ich befehle den sofortigen Abbau des Lagers, Aufbruch in einer Stunde gen Südosten, wir müssen unseren Verbündeten, dem Kristallkönigreich zu Hilfe eilen, die 3. und 4. WPA haben die Kristallberge durchbrochen - das heißt, Abratax muss noch etwas warten, aber verlasst euch darauf, wir werden dieses Nest des Bösen niederbrennen und ein für alle Mal dem Erdboden gleich machen!"

Aufwallende Stimmen wurden sofort zum Schweigen gebracht: "WER DAMIT NICHT EINVERSTANDEN IST WIRD OHNE PROZESS VOR EIN ERSCHIEßUNGSKOMMANDO GESTELLT, ICH BIN DIESE SCHLECHTE DISZIPLIN LEID!!! AUßERDEM VERBLEIBEN DAS 141. UND DAS STRAFBATTALLION HIER UND SICHERN DIE FRONT, BIS WIR SIEGREICH ZURÜCKGEKEHRT SIND!!!"

Das hatte gesessen, mehr als genug, brummelnd begannen die Arbeiten - und das beste, Sonea würde es als Letzte erfahren und ihm nicht mehr böse sein können... besser hätte sie es sicher nicht hinbekommen!

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Kristallkönigreich, nördlichste Spitze

Die Vorbereitungen für die Abwehrmaßnahmen waren in vollem Gange, Geschütze wurden auf die Mauern gehoben, Gewehre verteilt, Minen vergraben, Hindernisse und Gräben ausgehoben, messerscharfe Kristalle in die Erde gepflanzt - Kristallkönigin Arriva war unwohl bei dem Gedanken vor der ersten wirklichen Schlacht ihres jungen Staates zu stehen, aber ein erstes Mal gab es immer, und nie waren sie besser darauf vorbereitet als heute! Ihre Adoptivtochter Destiny trat neben sie, schon einen alten französischen Helm auf dem Kopf, ihre Schleife hatte sie im Palast gelassen: "Du sag ma Mum, watt meinst du, schaffen wir das?"

"Ich bin überzeugt, Robert hat uns...", eine stille Träne rann ihre Wange herab, "hat uns genug unterstützt und Waffen erster Klasse geliefert - damit, und mit unserem Zusammenhalt, werden wir sie abwehren, ja das werden wir!"

"Mum... es tut mir so leid, ich mochte Robert auch... er war so... locker und durchgeknallt, einfach so ein guter Kerl, verdammt!"

"Ja, das war er... und so werden wir ihn heute alle in Erinnerung behalten - auch er hätte gesiegt, und so siegen wir heute, für ihn!"

"Das werden wir, auf jeden Fall, den Worst Case ausgeschlossen!"

"Genau so isses!"

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Mellis hasste Ferdi, hasste seine Kettenhunde, die ihn ständig mit den miesesten Sprüchen beleidigten und aufzogen, während er schon das dritte dämliche Loch schaufelte - immerhin nicht sein eigenes Grab, aber man konnte ja nie wissen... PENG!!!

Mauser C96 Rot Neun, philosophierte er vor sich hin, und ausgerechnet dieses alte Ding entreißt dich dieser Welt... Shadow, wenn du eines kannst, dann reiß diesem Arsch dafür den Kopf ab und fresse sein noch zuckendes Herz, bevor... Batsch!, klatschte der tote Wächter neben ihn in den feuchten Schlamm, oben auf dem Grubenrand erschien Sonea: "Sorry du, es ging nicht schneller - jetzt ist alles zu spät!"

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Den Tag verschlief Robert fast ausschließlich... und träumte von nichts als Luna, Luna, Luna.

Wie gut, dass er träumte... die Realität sah äußerst unschön aus.

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Atemlos stürmten Sonea und Mellis Ferdis Zentrale, die schon halb zusammengefaltet war, und den seine MP hebenden Geistesgestörten erschoss die Prinzessin vor den Augen ihres Freundes: "WIE KANNST DU DAS TUN?!?!"

Der blieb gelassen: "Ich muss mich nicht vor dir rechtfertigen, bei diesem Tonfall schon gar nicht."

WATSCH!!!, hatte er Mellis Huf im Gesicht, der ihn nach hinten schleuderte, beim Sturz riss der General sein Beistelltischchen mit den darauf befindlichen Champagnergläsern zu Boden, es klirrte schrill und laut, mehr Wachen stürzten herein und prügelten auf den Ghost Rider ein, vier bedrohten Sonea pro forma, deren Kopf so rot wie Terras Hinterteil war: "Hör zu du mieses Arschloch, das eine sage ich dir - ich werde mich keiner deiner dreckigen Anweisungen mehr beugen, und sollte mein Onkel wieder auf allen vier Hufen sein, dann wird er ALLES erfahren, alles haarklein, und nichts als die Wahrheit! Mich siehst du NIE WIEDER!!!"

Und mit Tränen in den Augen stürmte sie hinfort, Ferdi richtete sich benommen auf, schmeckte das Blut in seinem Mund und murmelte: "In einer halben Stunde bist du bei mir im Panzer in deiner Kabine, dann fahren wir los."

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Vorderster Posten des Kristallkönigreiches

"Und, siehst du schon was?"

"Nee, noch n... oh fuck, doch, DA KOMMEN SIE, SIE KOMMEN, ALAAARM!!!"

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Konvoi der Ziegenarmee, seit zwei Stunden auf Vormarsch zur Unterstützung Equestrias

"Sonea, machst du bitte deine Tür auf, ich möchte mit dir reden, bitte."

Keine Reaktion.

"Sonea, Schätzchen, ich habe dir Blumen und Wein mitgebracht, den du so magst."

Nichts.

"Dann... muss ich halt reinkommen, du... oh."

Die Kabine war leer.

Na auch gut, dann eben nicht, sie konnte ja gut genug auf sich alleine aufpassen, was sollt's!

Und unbeirrt rollte das stählerne Ungetüm mit seinem Oberbefehlshaber an Bord weiter, seinem Schicksal entgegen.

Zum Umkehren war es nun endgültig zu spät.

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Sie waren achtzig Böcke und drei Ziegen, vielleicht hundert, mehr nicht.

Sie hatten die ältesten und schlechtesten Waffen, die man ihnen zurückgelassen hatte.

Sie hatten keine Dächer über den Köpfen, keine warme Kleidung, und es regnete in Strömen.

Das war das Ende, konstatierte Ameli betrübt, das war ihr Ende.

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Wechselpalast

"Was sagen Sie da, wen haben Sie gefunden?!"

"Ihren Bruder Stryker, Eure Majestät, der nach dem Abschuss des Königszuges als vermisst galt - ich versichere Euch, er..."

"Jaja, schon klar, diesen Dickschädel kriegt keiner kaputt - Hauptmann, bitte sorgen Sie dafür, dass er umgehend auf die Intensivstation eingewiesen wird und dort nicht eher rauskommt, bis er vollständig genesen ist!"

"Zu Befehl Eure Hoheit!"

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Siebtes Kapitel: Sie nannten es Sieg, ich nannte es WahnsinnBearbeiten

Mellis saß auf dem Wrack eines abgeschossenen Changelingpanzers, seine Augen ruhten auf dem Foto, was er sich und seiner kleinen Familie hatte vor zwei Wochen auf dem Weihnachtsmarkt von Down Under machen lassen... Shadow und Melia strahlten in die Kamera, und er selbst wirkte so glücklich - davon war alles verflogen. Shadow, bitte vergiss mich nie, und erzähle Melia all die schönen Dinge, die wir gemeinsam unternommen haben..., bat er still vor sich hin, als eine Gestalt aus dem seufzenden Regen in der Nähe auftauchte, groß, schlank und elegant... war das ein Engel?

Nein, viel schlimmer, das war Sonea! "Hi Mellis... na, bist du auch verlassen worden?"

"Sonea, wo um alles in der Welt kommst du denn her?!"

"Hatte nicht das geringste Interesse bei...", unerwartet brach sie in bittere Tränen aus und fiel ihm schluchzend in die Hufe, "wie haben wir uns alle so in ihm täuschen können, wie hat das nur passieren können, verdammt?! Wie habe ich mich so täuschen können?!"

"Das begreife ich auch nicht, aber es gibt leider immer wieder Beispiele für schlechte Ziegen, die zu viel Macht erhalten haben und größenwahnsinnig geworden sind - Geschichte wiederholt sich... nur wir verfließen... ich werde Shadow vermissen..."

"Du wirst niemanden vermissen, wir geben doch nicht etwa auf!"

Der Ghost Rider verzog sein Gesicht: "Dieses Mal schaffen wir es nicht."

"Aber doch! Und ich habe einen Grund zu dieser Annahme!"

"Lass hören?"

"Ich habe spitzgekriegt, dass die 2. WPA voll mit der Verteidigung der Grenze im Westen beschäftigt ist!"

"Aber das hieße ja..."

"... genau, Quantom ist mit uns! Und nicht nur das, Chrysalis hält sich die 1. WPA als letztes Aufgebot vor Abratax vor - das heißt auf uns kommt die 5. WPA zu, die unterirdisch schlecht ausgerüstet ist, weil sie nur gewöhnlich Reserve ist!"

"Ein Haufen bunt zusammengewürfelter Hengste mit wenig Kampferfahrung - wenn das wahr ist... aber wir sind zu wenige!"

"Dafür ist unsere Position mehr als nur strategisch genial, das ist pure Absicht - links und rechts Berge, vor uns weitet sich das Tal in die Ebenen bis zur Küste, und dank des Wetters können sie nur von vorne kommen!"

"Auf diesem schmalen Streifen - heiliger R... Hellje, wenn das klappt!"

"Das klappt, da bin ich mir sicher - es haben schon ganz andere Dinger geklappt, und wenn mein Dad recht in der Annahme hatte, dass ich voll und ganz seine Tochter bin, dann wird das auch, vertrau mir!"

"Hätte ich denn ne andere Wahl?", scherzte Mellis grinsend.

"Schätze mal nicht - komm, lass uns den anderen Bescheid geben!"

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Vier K5-Eisenbahngeschütze neuster Bauart, Artillerie vom Allerfeinsten, MGs über MGs, Mörser, Stacheldrahtfelder, scharfkantige Riesenkristalle und Minen - das würde sie aufhalten, und wie! "SOLDATEN DES KRISTALLKÖNIGREICHS, VERBÜNDETE EQUESTRIAS - HEUTE SCHLAGEN WIR UNSERE ERSTE SCHLACHT, UND WIR WERDEN NICHT EHER RUHEN NOCH RASTEN, BIS WIR SIEGREICH NACH HAUSE ZU UNSEREN LIEBSTEN ZURÜCKKEHREN KÖNNEN, IN FRIEDEN UND DEMOKRATIE!!! WIR WERDEN UNS DIESE ERKÄMPFTEN ERRUNGENSCHAFTEN NICHT EINFACH VON DENEN WEGNEHMEN LASSEN, DIE MEINEN, ÜBER UNS HERRSCHEN ZU WOLLEN, UND ICH GEBE EUCH MEIN WORT - WIR WERDEN HEUTE SIEGEN, KOMME WAS WOLLE, UND WIR WERDEN UNS VERTEIDIGEN, MIT ALLEM WAS WIR HABEN, UND JEDER VON EUCH WIRD NACH DIESEM TAG WIEDER FREI SEIN, SO WIE ES SEIN GUTES RECHT IST!!! AUF DEN SIEG DES GUTEN!!!"

"AUF DEN SIEG DES GUTEN!!!", brüllten die Kristallhengste und stürmten zu ihren Positionen, luden ihre Gewehre durch, prüften ein letztes Mal ihre Geschütze, klopften sich auf die Schultern und waren bereit.

Bereit ihr Leben für das ihres Volkes zu geben.

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Soneas Plan ging voll auf - nachdem auch dem letzten Dummkopf (die 141. war so ziemlich die letzte Knalltruppe, hier landeten meist diejenigen, die nicht allzu viel in der Birne hatten) kapiert hatte, dass sie eine kleine, wenn auch nicht unmögliche Chance hatten, dieses Blutbad zu ihren Gunsten zu wenden, half jeder mit vollem Krafteinsatz mit: "Thomas, Kevin, euer Loch muss tiefer, und Panzerplatten habt ihr auch noch keine, das muss schneller gehen!"

"Zu Befehl Prinzessin!", riefen selbst diese Hornochsen und schaufelten schneller, Herbert von nebenan schleifte ein verbeultes Blech zu ihnen - na wenn das mal keine sozialistische Bruderschaftshilfe war! Ameli tapste durch den tiefen Schlamm zu ihr, das Gesicht vor lauter Spritzern kaum noch zu erkennen, nur zwei helle blaue Augen und strahlend weiße Zähne leuchteten daraus hervor: "Es verläuft alles echt gut nach Plan - ich muss sagen, ich bin von der auf einmal herrschenden Kameradschaft schwer beeindruckt!"

"Jo, da geht's mir ähnlich... du sag mal, was haben wir noch - an Waffen und anderem nützlichen Kram meine ich?"

"Tja, da sieht's düster aus, für zweiundachtzig Böcke und sechs Ziegen und dich insgesamt achtundsechzig Teebeutel, zwei Retter, fünf Mattscheiben, ein paar Revolutionäre, meinen Salutschall und zwei Partisanski mit Fernrohr, vielleicht eine Granate für jeden, ein paar Panzerminen... alles in allem etwas sehr wenig und bitter..."

"... und meine ACR, ich finde das ist ne janze Menge, und das hebt unsere Chancen erheblich - haben wir Bajonette für jeden?"

"Jo, dicke, und...", die Ziege zog sich ihren Rucksack vom Rücken und holte zwei Werkzeuge heraus, bei denen sich Soneas Augen vor Erstaunen weiteten: "Die Waffen Zenins!"

"Eben die - sie sollten in Abratax ein ganz bestimmten Dienst erledigen...", die Prinzessin nickte schnaubend, "aber da ich dachte, dass diese Symbole für das Ziegenvolk nirgendwo besser aufgehoben sein könnten als in der Stunde der größten Not bei den letzten Arbeitern und Bauern, die ihren Genossen trotz all ihrer Unvernunft gerecht und sozialistisch helfen als bei einem größenwahnsinnigen prestige- und ansehengeilen General, dem seine Brüder und Schwestern scheißegal sind!"

"Das hätte ich nicht besser ausdrücken können, danke dir... und ich werde sie tragen, dir gebe ich meine ACR - für den schlimmsten Fall, alles klar?"

"Sonea, das kann ich nicht... doch, ich nehme es an, danke - und du kommst ganz sicher so zurecht?"

"Mein Dad hätte gesagt: Ach was, das wird schon, keine Panik! - ich sage: Das wird was heute, aber so ganz ohne Rückendeckung fühle ich mich unwohl, könntest du das bitte übernehmen?"

"Mit dem größten Vergnügen!"

"Danke dir, du bist eine weise Anführerin!"

"Und du eine erstklassige Soldatin, ich wünschte, es gäbe mehr von deiner Sorte."

"Und mehr von deiner Sorte."

"Tja, die Welt ist manchmal ganz schön mies."

"Du sachst es."

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Eine gewaltige Changelingarmada rollte, flog oder marschierte geradewegs auf sie zu, die Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt, völlige Stille lag über dem Kristallkönigreich, keiner bewegte einen unnötigen Muskel, die Ohren waren für den alles entscheidenden Befehl aufs Äußerste gespitzt.

Wann ging es endlich zur Sache?!

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Der Regen wurde heftiger, leichter Nebel waberte über der totalen Schlammschlacht, aber längst hockten die Ziegen in ihren Löchern, ihre einigermaßen sicheren "Dächer" schützend über den Rüben, Ballermänner und Messerchen bereit, die Schlacht ihres Lebens zu schlagen.

Es war still in dem schmalen Talkessel, zu still... KA-BUMM!!! "SIE KOMMEN, ALLE MANN IN DIE SCHÜTZENLÖCHER!!!"

Und ein mörderischer Mörserregen setzte ein, einige wenige Granaten schlugen auch in die wackligen Plattenverhaue ein, aber nicht ein einziger zerbrach unter dem Bombardement - "WARTET, HALTET EIN, HALTET EIN!!!"

Schon gellte das Getöse der Wechselponys über den Acker, untermalt vom grausigen Donner der einschlagenden Granaten: "Mich kriegen sie nicht!", schwor sich ein junger Bock neben Mellis sicher und visierte den ersten Angreifer an.

"VERDAMMTE SCHEIßE SIND DAS VIELE!!!" - "WARTET NOCH!!!" - "WIR MÜSSEN SCHIEßEN!!!" - "HALTET EURE POSITIONEN!!!"

Immer näher wälzten sich die grotesken nassen Gestalten heran, längst aus allen Rohren ohne rechtes Ziel wild um sich feuernd - ja, sie trugen einfache Repitierer, wie Sonea es vorhergesagt hatte! "Fuck, verfickte Hurensöhne!" - "Na kommt näher, kommt schon, kommt schon!"

Nur noch wenige Meter trennten sie von ihrem sicheren Tod, die allen eingeprägte Grenzlinie überschritten die ersten: "JETZT!!!"

Die Lewis Guns gaben alles, die Enfields krachten - erste Changelings gingen zu Boden, Lücken taten sich auf, die Ziegen feuerten aus allen Rohren, überall füllten sich Einschlagskrater mit Leichen, noch keine erkennbaren Verluste auf eigenen Seiten, bei Kevin klemmte der Spannhebel, Thomas gab ihm Feuerschutz: "Verficktes Scheißt-"

KA-WUMM!!!, traf ein fettes Geschoss den jungen Bock und schleuderte ihn einige Meter weit in ein Wasserloch: "IHR DRECKSCHWEINE, DAFÜR WERDET IHR BEZAHLEN!!!", sein Freund legte drei Gegner auf einmal um, Munition war alle, seine Reservetasche erreichte er noch, bevor ihn die nächste Explosion dem Schicksal seines Kameraden zu teil werden ließ.

Für die anderen wartete das Gefecht nicht, es wurde immer turbulenter - der ersten Scheibe waren die Patronen ausgegangen: "Bin leer!", so schnell er konnte lud die unterstützende Ziege nach "Mach hinne, schnell!", ein Wechselpony war noch etwa zehn Meter von ihnen entfernt, da dröhnte das erlösende RAT-TA-TA-TA-TAT!!!, kombiniert mit einem "AHHHRRRGGG!!!" und zerriss seine linke Seite inklusive Schädel.

Schweineknapp war das gewesen, aber es hatte geklappt, verdammt nochmal!

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"FEUER FREI!!!", erklang das Signal zum Schlag über das ganze Kristallkönigreich, gefolgt von einem unglaublichen Donner aller zugleich abgefeuerten Geschütze und Kanonen.

Die Changelings trafen die Granaten noch bevor sie diesen aufbrausenden Schlachtsturm hören konnten.

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Längst waren sie schon zu nah dran, um die Distanz zum Vorteil zu nutzen: "Na dann, auf geht's!"

Der erste Angreifer wagte sich Sonea zu nahe, der Hammer traf ihn von der Seite, die Sichel sirrte - Zack!, durch seine Kehle in seinen Rachen. Im Loch schräg gegenüber briet ein Bock einem Wechsler seinen Klappspaten über die Rübe, eins weiter half ein großer Stein als Büchsenöffner, nebenan kloppte Tjorben dem nächsten den Kolben seines Beutels ins Gesicht, ein weiterer kam hinzu und stieß dem Bock sein aufgepflanztes Bajonett durch den Huf, doch dieser holte mit dem Ellenbogen aus und warf den Angreifer zu Boden, fiel über ihn her und zertrümmerte ihm mit brutalen Schlägen die Visage: "DU DRECKIGES STÜCK DRECK DU... AHHHGGG!!!"

Ameli hatte es mit zweien zu tun, im ersten versenkte sie ihr Bajonett bis zum Anschlag, den zweiten packte sie an der Uniform und riss ihn zu sich hinein in das Schlammloch, tauchte ihn in die stinkende Plörre und versetzte ihm einen Tritt, der ihm den Rest gab, die letzte Luft entwich, dann regte sich auch dieser Changeling nicht mehr.

Erneuter Mörsereinschlag, ein Ziegenbock zerriss es an Ort und Stelle, ein Wechsler versuchte sein Glück bei dessen Mitstreiter, von diesem hagelte es Schläge, benommen lag er bereits am Boden, sein Todbringer holte zum finalen Stoß aus - KA-WUMM!!!

Dem Huf beraubt stand er regungslos da, Wasser perlte über den zerrissenen Stoff, der Stummel schmerzte nicht einmal... alles verlangsamte, in der Nähe spaltete eine Hacke einen Hinterkopf, Mellis durchbohrte den Mörder, ein paar Ziegen hielten sich wacker und schossen ohne Pause und eigene Deckung aus dem Hintergrund, Sonea wirbelte mit weit sichtbarer Sichel von Gegner zu Gegner, Blut spritzte nach einem Stich in den Rücken, die Lewis Guns rissen tiefe Schneisen in die Reihen der Angreifer und...

... mitten zwischen Tod, Sterben, qualvollem Abkratzen, Krepieren und Wahnsinn sah ein noch nicht einmal volljähriger Wechseljunge, der sich aus lauter Euphorie für älter und weiser gehalten hatte als er war und verstand die Welt nicht mehr.

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Der Feuerregen war nur die Vorhölle, die Changelinggeneräle hatten den Angriff völlig unterschätzt - wieso um alles in Chrysalis Namen war das Kristallkönigreich so verflucht gut bewaffnet?!

Aber hin oder her, sie mussten siegen - sonst waren sie alle verloren.

Und so befehligten sie ihre Truppen stur bis ans Ende mitten in den Untergang hinein.

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"GEBT ALLES, NUR NICHT NACHLASSEN!!!"

Auf den Zinnen sah es bereits aus wie nach den Sessionskriegen - überall Einschläge, Patronenhülsen auf dem Boden, hektische Munitionslieferanten, Scharfschützen ohne Pause, Verletzte und erste Tote - doch Arriva blieb hier, egal was kam, sie würde ihr Königreich mit schützen - das war mehr als nur ihre Pflicht, das war auch ihre Pflicht als Mutter und Stute!

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Die beiden 08/15er gaben alles und noch viel mehr, längst tobte der Ringkampf um Leben und Tod in vollem Ausmaß, fünf Böcke attackierten geschlossen antürmende Changelings, Mellis Kampfmesser schlitzte einem anderen den Hals auf - und als der Ghost Rider erschrocken herum fuhr war ein neuer mit blitzendem Bajonett nur noch eine Huflänge von ihm entfernt, schon war ihm der Stahl ganz nahe; geistesgegenwärtig schlossen sich seine Hufe um den Lauf des Gewehres, sein Kontrahent drückte mit aller Kraft gegen den Kolben, die Zentimeter rannen ihm davon! "HILFE, HILF MIR JEMAND, SONEA, AMELI!!!"

Nur noch eine Haaresbreite trennte ihm von seinem sicheren Tod, und auch diese wurde immer schmaler - etwas Scharfes durchschnitt die Schwaden des Schießpulverdampfes und traf den Wechsler in den Hinterkopf, aus seinem zum Angriffssschrei weit geöffneten Mund trat der Stahl wieder hinaus und Mellis bis kurz vor die Nase - Zenin sei Dank!

Seine Retterin war kurz darauf bei ihm: "Alles okey bei dir?"

"Jo, dange, das war echt in allerletzter Sekunde - verflucht, das war so knapp!"

"Ich weiß - FORMATION ANNEHMEN, ZURÜCK AUF EURE POSITIONEN!!!"

Und tatsächlich, im Kampfgetümmel hatten die Ziegen den Überhuf gewonnen und servierten die verhassten Gegner einen nach dem anderen ab, etliche versuchten die letzte Chance zur Flucht zu ergreifen - und wurden von den hinteren Schützen umgelegt: "Sie ziehen sich zurück, na endlich!"

Ameli übernahm: "NACHLADEN UND BLOß NICHT NACHLASSEN, DIE SOLLEN WISSEN UND SICH MERKEN, MIT WEM SIE DA GEKÄMPFT HABEN, DAMIT SIE BLOß NIE WIEDER AUF DIESE IDEE KOMMEN!!!"

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"LASST DIE PANZER LOS!!!"

"ZU BEFEHL PRINZESSIN!!!"

Und allen voran rollte Destinys T34-85 hinein in die Schlacht, sie selbst am Hauptgeschütz - der erste Wechselpanzer kam in Reichweite, in der Mitte des Fadenkreuzes, perfe-hekt... BUMM!!!

KA-WÄNG!!!

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"Wir haben es geschafft, WIR HABEN ES GESCHAFFT, BEI HELLJE!!!"

"WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!", stimmten die Überlebenden in den Jubel Soneas ein, fielen sich um die Hälse und verteilten freundschaftliche Umarmungen - noch knapp fünfzig hatten es überstanden, gar nicht mal so schlecht!, fand Mellis anerkennend, und das beste war... er lebte mit ihnen!

Leichen so weit das Auge reichte, der feucht-kalte Nebel hatte sich verdichtet, nur schemenhaft waren die anrückenden Panzer zu erkennen... Panzer.

Panzer.

"PANZER!!!"

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Skyblack Graymane lag schon seit geraumer Zeit im Niemandsland, versteckt in einem hohlen Baumstumpf genau auf Höhe der Mitte der gewaltigen Wechselarmee... seine Mission klar vor Augen genoss er die letzten Minuten vor dem Sturm in Ruhe und Gelassenheit.

Sie fehlen mir, meine Arriva und meine Destiny.

Ich bin ihr Hengst, ich werde sie beschützen.

Ich werde alles geben, was ich kann, und ich werde für Recht und Frieden kämpfen!

Ich bin ein guter Hengst, ich schaffe das!

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"ALLE ZIEGEN SOFORT IN DECK-"

KA-WUMM!!! - zu spät, zehn auf einen Streich waren Hackfleisch, gewaltige Explosionen rissen neue Krater in den Acker, Ameli robbte zu ihrer Panzerfaust 44, erhob sich selbstlos den stählernen Kolossen und drückte ab: BÄNG!!! - Volltreffer!

"SCHNAPPT EUCH DIE PANZERGRANATEN, NICHT DIE FÄUSTE, DIE SIND UNSERE ALLERLETZTE LEBENSVERSICHERUNG, UND WARTET BIS DIE BLECHDOSEN RAN SIND, DANN SCHLÄGT EURE TAPFERSTE STUNDE!!! VIEL GLÜCK!!!"

"VIEL GLÜCK!!!", erwiderten die zum Äußersten bereit seienden Ziegen und Böcke und peilten die ungefähre Bahn der anrollenden Kolosse an, die äußerst sparsam mit MG-Munition umgingen - welch Glück, ein paar Mutige wagten den Sprung in ein anderes Schützenloch, die anderen blieben regungslos auf ihren Posten, näher und näher schoben sich die Ungetüme, die ersten hatten die letzten Verteidiger bereits erreicht - zwei Böcke wagten ihre Chance, hechteten die paar Meter todesmutig und brachten ihre Ladungen zwischen Ketten und Rumpf an - WATSCH!!!, detonierte das TNT zu früh und ließ von ihnen nur noch Fetzen übrig, aber auch das Fahrwerk des Panzers war schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, er stoppte - "RÜBER DA, GEBT IHM DEN REST!!!"

Die nächsten Wummer rollten an, drei Minen detonierten goldrichtig, Ameli nahm Anlauf und rannte auf einen schweren T-35 zu, eine rollende Festung aus Metall, kletterte unbemerkt hinauf und platzierte einen Mordskracher genau im Drehbereich des Hauptturmes - abspringen und schnell unter eine Schrottplatte, Ohren zu, KA-BÄNG!!! - Vollschrott Bitsch!

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Die Wechsler waren nicht minder gut bewaffnet, aber die Kristallhengste gaben alles - und die ersten feindlichen Panzer waren auf Minen gefahren! "BLOß NICHT NACHLASSEN, GLEICH HABEN WIR SIE!!!"

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Sonea und Mellis lagen dicht nebeneinander, die Prinzessin halbierte mit ihrer vor Blut klebenden Sichel die Länge ihrer Mähne: "Hätte ich eh nie wieder rausbekommen den ganzen Schleim!"

"Eigentlich wahr, ich glaube auch ich werde mir alles abrasieren müssen, wenn wir das hier überleben - hey, ich sehe den Kommandopanzer, da hinten zwischen den anderen!"

"Wenn wir den haben sind sie führungslos, den müssen wir plätten!"

"Nen T-55?! Da hilft selbst ne RPG nur mäßig!"

"RPG, WIR BRAUCHEN DIE RPG HIER!!!"

"WIR HABEN KEINE MEHR!!!", schrie es zurück, "DIE IST MITSAMT TRÄGER INS WASSER GEFALLEN!!!"

"Na großartig - da hilft nur noch eins, Kamikaze-Einsatz, komm mit!"

Und noch bevor Mellis sie auch nur hatte greifen können war Sonea schon losgesprungen, Hammer links, Sichel rechts... ich hasse Überraschungen!, fluchte er innerlich, aber was tut man nicht alles für das Fohlen eines mindestens genauso bekloppten Königs!

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KA-RUMMS!!!, riss die Granate eines K5ers gleich eine ganze angreifende Kompanie in Stücke: "JA, VOLLTREFFER!!!"

Den beiden Changelinggenerälen wurde immer unwohler, hatten sie doch mit einem schnellen Sieg gerechnet - aber solange ihre Soldaten sie als Führer in diesem Kampf über allem sahen, würden sie kaum ans Aufgeben denken!

An einen Attentäter dachten sie im Traum nicht.

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Nur noch wenige Meter trennen sie und mich... ich spüre, wie das Böse in mir erwacht - es will leiden sehen, es will töten sehen, es schreit gierig nach Blut, oh ja, es soll es bekommen! Mein Katana rasselt in seiner Scheide, meine Hufe sind schweißnass - gleich ist es soweit!

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Letzte Changelings versuchten sich jetzt im Schutz ihrer Panzer, Sonea schlug einem den Schädel ein, dem nächsten die Birne ab, Mellis war dicht hinter ihr und leistete ihr so gut - oder schlecht - er konnte Unterstützung, war out of ammo, schnappte sich ein im Matsch liegendes Gewehr, erdolchte einen heimlichen Angreifer von links, und stürzte, gestolpert über eine Leiche. Sein Blick war trüb, es war ihm so als habe er viel zu viel Alkohol im Blut und alles verschwimme... ein Wrack brannte, davor focht Sonea, unerschrocken und Ein-Stute-Armee, Wechselponys attackierten sie von allen Seiten... und dann wurde es schwarz um ihn.

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Der Panzer rollte dicht am Baumstumpf vorbei, auf sein Stichwort war Skyblack draußen, oben, seine Kristallklinge blitzte in der Sonne, noch ehe die beiden Generäle wussten wie ihnen geschah durchbohrte sie sie mit einem Wisch.

Schlaff rutschten ihre leblosen Körper nach innen, ihr Mörder packte ihre Köpfe an den Mähnen und hob sich in die Höhe, laut und schallend diabolisch lachend.

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Keine Sonea... Shadow... Melia... Ameli..., Mellis erwachte ruckartig und war seinem mittlerweile näher gerückten Ziel nur noch wenige Hufschritte entfernt, griff nach seiner Mine und - die war weg! Das durfte doch alles nicht wahr sein! Ein Stein, nicht groß, etwas länglich, fiel ihm ins Auge... ach Stein, wenn ich jetzt nur du sein könnte, ich würde... nein, wenn du mir hilfst!

Entschlossen schnappte er das Stück Felsen und rappelte sich auf, spannte die Muskeln und holte alles aus sich heraus, spurtete zu seinem übermächtigen Gegner, nahm Anlauf und hob ab - seine Rechte umschloss das Rohr des T-55, seine Linke holte weit aus und versenkte den Stein auf halber Länge in der Öffnung.

"Wir haben eine Ziege am Rohr hängen!", gellte es von innen und das Front-Maschinengewehr ratterte los, zwei Kugeln trafen, der Ghost Rider stürzte in den Dreck, erhob sich keuchend und hinkte so schnell er konnte davon, weg von der tickenden Zeitbombe, deren Hauptgeschutz fieberhaft nach ihm suchte: "Da ist er!"

"FEUER!!!"

KA-BÄNG!!!

Er spürte, dass er flog... so leicht, so unbeschwert... so... endlos... wieder senkte sich die Dunkelheit um ihn.

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Als die Changelings die abgetrennten Häupter ihrer Generäle sahen, erstarben ihre Angriffsschreie, sie drehten sich alle um, senkten die Waffen, starrten ungläubig und fassungslos auf Skyblack, dessen Lachen selbst Arriva und Destiny noch weit entfernt vernahmen - und hoben ihre Gewehre, jeder einzelne Lauf zielte auf ihn.

"Und tschüss!", grinste er ihnen entgegen und verschwand mit elegantem Rückschritt im Inneren des Panzers, riss dort seine PDWs aus dem Gürtel, full-auto alles um sich herum zerballernd, während um ihn herum vier Supergranaten aus vier K5ern alles in Schutt und Asche legten - nichts ging über perfektes Timing!

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"ALLE KRISTALLGRANATEN FEUER FREI!!!"

Die Kanoniere hatten diesem spektakulären Moment entgegen gefiebert und gaben alles - ein neuer Sprengkopf, etwa zehnmal stärker als ein herkömmlicher, gefüllt mit Kristallsplittern, welche beim Aufprall durch Reibung ihre wahre Energie freisetzen - oh ja, das fetzte rein! Überall explodierten Fahrzeuge, Truppen, Kanonen, nichts hielt der ungeheuren Kraft stand... na ja, bis auf die Changelings, die jetzt aus der Luft kamen!

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"SCHÜTZT DIE MAUERN, SIE DÜRFEN NICHT IN DIE STADT KOMMEN!!!"

Und Arriva zog ihre AK-12 - wenn es jemanden zu beschützen galt, dann ihre große Familie, all diejenigen, die sich zur Stunde in den Schutzbunkern zusammenkauerten und auf sie hofften, oh ja, dafür war sie zu allem bereit!

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Zur gleichen Zeit überschritt die ZA die Grenze zu Equestria - überall lagen gefrorene Leichen von den letzten heftigen Gefechten und dem Durchbruch, und aus der Ferne sahen sie die tobende Schlacht vor dem Kristallkönigreich, deren Sieg ihr Ziel war.

"General, können wir bitte eine Pause machen, viele sind erschöpft von..."

"Nein, die Schlacht wartet nicht, Sie sehen es doch mit eigenen Augen - ES GEHT WEITER!!!"

Und der Konvoi setzte sich wieder in Bewegung.

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Sie kamen von überall, stürzten sich aus der Luft herab wie die Geier, aber jeder Schuss saß, ihre Hengste zeigten ihr Können des harten Trainings, Schwerter zerteilten, Kugeln durchsiebten, Hufe brachen, Hörner spießten, Magie zischte und versengte, Messer erstachen. "OHHH JA, SO MUSS DAS SEIN!!!", lachte Arriva und jagte dem nächsten Angreifer eine Kugel aus ihrer Luger ins Hirn, "FÜR DIE FREIHEIT!!!"

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Aus dem Orbit wohnte Overlord dem blutigen Massaker schweigend bei.

Er würde nicht eingreifen, keine Seite unterstützen - wer in solch einen sinnlosen Krieg sein Blut vergoss war selbst schuld!

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Achtes Kapitel: Durchbruch Bearbeiten

Am Abend

Es war vorbei.

Letzte Changelingverbände ergaben sich widerstandslos, die Bewohner des Kristallkönigreichs krochen aus ihren Bunkern und atmeten auf - sie hatten gesiegt! Stuten umringten freudentaumelnd die ungeschlagenen Hengste und ließen sie hochleben, ein Festmahl wurde vorbereitet, die Toten in Ehren bestattet, die Gefangenen in die Zitadelle gesteckt, und der Held des Tages Skyblack unter höchstem Beifall aller Anwesender aus seinem als einzigen nicht abgeschossenen Wechselpanzer gezogen und zu seiner Königin gebracht: "Arriva, dir geht es gut!"

"Oh Skyblack, dir geht es gut, ich bin ja so froh!"

Liebevoll küssten sie sich, und Destiny stand daneben und hielt zufrieden die Klappe.

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Kurz darauf traf die Ziegenarmee ein ohne auch nur einen einzigen Schuss abgefeuert zu haben... sie waren einfach zu spät gekommen.

Ferdi stand unter Schock und befahl die sofortige Umkehr - jetzt streikten seine Ziegen und Böcke aber endgültig und verlangten wenigstens eine Mütze Schlaf und etwas zu essen!

So blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, Sonea würde das schon schaukeln...

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Soneas Kopf wurde ruckartig unter Wasser getaucht, Sekunden dort gelassen und wieder hinaus gerissen, wieder hinein getaucht... wie gut, dass sie das Unterwasseratmen von ihrem Dad geerbt hatte... Dad, wo steckst du?

"Ist sie wach?!"

Keine Antwort, ihre Peiniger stießen sie vorwärts, hinein in eine kleine Kammer, wo ein großer Changeling in Offiziersuniform auf sie wartete: "Die Ziegenprinzessin also, na da habt ihr ja einen schönen Fisch gefangen, auch wenn ihr so schmählich versagt habt!"

"Fick dich!"

"Manieren hat sie anscheinend wenige, aber vor der Königin sollte sie die haben!"

Ein Huf traf sie am Hinterkopf und raubte ihr die Sinne, dann legte sich etwas um ihren Hals und schnürte ihr die Luft ab... hilflos und alleine wurde sie ohnmächtig.

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"Mellis, MELLIS!!!"

"Uhhh... ohhh, verflucht... A-ameli?"

Sie war es: "Oh Mellis, du lebst! Wo ist Sonea?!"

"Weg, ich weiß nicht... einfach... weg."

"Oh heiliger Hellje, das darf doch nicht wahr sein, nicht Sonea, nicht... ich habe sie im Stich gelassen..."

"Hast du nicht, weine nicht, ich habe sie verloren...", seufzte Mellis und das Brennen in seiner Seite und dem linken Vorderhuf verstärkte sich, "wie viele sind wir noch?"

"Mit dir dreizehn... dreizehn, aber die Changelings sind weg... mit Sonea..."

"Sie werden sie nicht umgebracht haben, das auf keinen Fall... nein... ahhh, kannst du mal bitte nach meiner Seite gucken, ich kann mich kaum bewegen."

Ihre Stirn runzelte sich vielsagend: "Du bist voller Blut - ich muss dich wohl oder übel ein Stück tragen, immerhin haben wir noch einen Sani, der macht dich wieder heil!"

"J-ja, mach ruhig... AHHH SCHEIBENKLEISTER TUT DAS WEH!!!"

"Jammer nicht, das macht es nicht besser!"

Und langsam trug die unerschrockene Ziege ihren Freund durch den klebrigen Schlamm zurück zum Rest ihrer verbliebenen Einheit, vorbei an Leichenbergen, Panzerruinen, blutigen Modderlöchern und zerfetzten Überresten tapferer Krieger... toter Krieger.

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"Sie können mich doch nicht länger hierbehalten als das es mein ausdrücklicher Wunsch ist!"

"Herr Stryker, bitte verstehen Sie doch, ihr Zustand ist noch lange nicht im Bereich des Positiven..."

"Ich bin seit drei Tagen hier, was soll der ganze Mist noch?! - Außerdem verlange ich meine Schwester zu sprechen, sie kann nicht seit vorgestern abwesend sein!"

"Tut mir leid, ich habe meine Anweisungen.", brummte der Mediziner und schloss die Tür - toll, aber ihn ans Bett fesseln und im Glauben lassen, dass er ernsthaft "beschädigt" sei, ja das glaubte Stryker auch blind aufs Wort... irgendwas stank hier gewaltig, und er würde schon rausfinden was!

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Ihr ganzer Körper schmerzte, durch die Dunkelheit konnte Sonea kaum etwas erkennen, nicht sprechen - sie war geknebelt - und keine Magie benutzen, ein Ring steckte auf ihrem Horn. Nur eine Gewissheit hatte sie: Das Kristallkönigreich hatte dem Angriff standgehalten und die Changelings erfolgreich in die Flucht geschlagen, Chrysalis musste kochen vor Wut... ein Tor flog auf und die Wechselkönigin spazierte mit diabolischem Lächeln auf den Lippen in ihren Thronsaal: "Hallo Sonea, wir haben uns lange nicht mehr gesehen - haben dich meine Leute auch nicht zu schlecht behandelt?"

Du dumme Schlampe, deine Leute haben versucht mich umzubringen, mich verschleppt und zusammengeschlagen, einen Krieg gegen meine Freunde am Laufen und schon zigtausende auf dem Gewissen - da fragst du allen Ernstes wie's mir geht?!

"Na na, so schlimm ist das auch nicht... zumal die 3., 4. und 5. WPA Siege errungen haben und kurz vor Canterlot stehen!"

Verarsch mich nicht, meine Oma hat deinen dummen Generälen derbst in den Arsch getreten!

"Hach ja, was für schöne Lügengeschichten, aber nicht mit mir! Gelogen wurde schon viel zu oft, heute ist die Zeit der Wahrheit gekommen, der reinen Wahrheit!"

Und wie soll die aussehen - deiner Meinung nach?!

"Du verstehst das nicht, weil du die Vorgeschichte nicht kennst, den Krieg, unseren Krieg nicht kennst!"

Welchen Krieg?

"Wir Changelings wurden angegriffen, grundlos, weil Unkar es so wollte, und sie haben uns Land entrissen, unsere Familien und Freunde, und sie alle versklavt!"

Schöne Märchen, Unkar ist einer der besten Handelspartner der Republik, und sie stehen für Frieden!

"Pfff, das behauptet Tando nur - und alle glauben es ihnen auch noch dumm wie die Schafe! Nein nein, nicht mit mir, und nicht mit meinem Volk! Nicht noch einmal werden wir besiegt und müssen solche Schmach hinnehmen, dieses Mal werden WIR gewinnen, muhahaha!"

Da kannste lange drauf warten...

"Du bist ganz schön frech für eine Prinzessin, weißt du das?!"

Leck mich!

"Ach jaaa, hatte ich ja ganz vergessen... du scheinst recht gerne mit Fremden zu schlafen, habe ich nicht Recht?"

Finsteres lächeln.jpeg

WAG DICH BLOß NICHT, ICH STECHE DIR MEIN BAJONETT INS HIRN!!!

"Ach, dein süßes Bajonett, so was Altmodisches - aber weißt du was, das Risiko nehme ich gerne in Kauf, heute Nacht gehörst du mir!"

Sonea sträubte sich mit aller Kraft, es war zwecklos, die Changelingkönigin war größer und schwerer als sie, leckte ihr mit ihrer eklig langen Zunge durch Gesicht und über ihren Körper, bespuckte sie mit Schleim und... nahm ihr alles, was man einer wehrlosen Stute nehmen kann. Mehrfach kam sie in ihr und schrie erregt in den höchsten Tönen, und als sie endlich von Sonea abließ war die nichts mehr als eine leblose Hülle.

Am Ende.

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Robert lag in seinem Bett, unruhig wälzte er sich hin und her, konnte nicht mehr einschlafen, seit er von der Wende des Krieges gehört hatte - warum waren seine Leute so auf sinnlose Rache aus, warum?! Und was hatten seine bislang freundlichen Gastgeber nun mit ihm vor?! Die Tür öffnete sich knarzend, er erschrak - und Manfred trat ein: "Kannst du nicht schlafen?"

"Nein, nicht wirklich... mich macht der Gedanke an meine mordende Armee verrückt - was ist in die gefahren?!"

"Das fragen sich viele von uns auch, aber dafür kannst du nichts, dieser neue General scheint für all das verantwortlich zu sein..."

"Neuer General?!"

"Ferdi heißt er, glaube ich..."

"Das ist unmöglich, Ferdi würde... nie im Leben... aber... ich... Scheibenkleister, ich Vollidiot!"

"Der bist du nicht, egal was passiert ist, du hast als einziger versucht Frieden zu stiften, und das haben ein paar patriotische Vollidioten höchstpersönlich in den Wind geschossen - na ja, ist passiert, nicht zu ändern, nicht rückgängig zu machen, ist so; weshalb ich eigentlich hier bin... wir haben beschlossen dich morgen ziehen zu lassen, deine Wunden sind soweit verheilt... alle bis auf eine, und die müssen wir noch flicken, jetzt gleich!"

"W-welche?"

"Die in deiner Seele, sie heißt Luna - und keine Sorge, das wird kein bisschen wehtun, dafür aber sehr warm gleich - KOMMT REIN!!!"

Und durch die Tür traten eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs... das gab's doch gar nicht, und wie es das gab, heilige Arriva nocheinmal! Und so standen schließlich dreißig Lunas um den Ziegenkönig herum und grinsten ihn an: "Wir haben gehört, dass es hier einen liebeskranken Hengst gibt, der sich nach nichts mehr als seiner Stute sehnt! Und weil eine viiiel zu wenig ist sind wir deswegen alle gekommen!"

Mafreds Blicke sagten alles, und schon begannen die Damen Robert überall zu küssen... der war so hin und weg, dass ihm schon von ihren Zungen... ahhhhhhhhhhhh!

Was für eine Kur!

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Das Laken hatte er zerrissen und zusammengeknotet, woraus er ein erstklassiges Fluchtseil geknüpft hatte... sein rechter Flügel tat doch etwas mehr weh - vielleicht hatte der Arzt nicht mal unrecht gehabt - als er angenommen hatte, dafür waren seine Sinne und Hufe wieder voll verfügbar, auf leisen Sohlen schlich er sich durch das nächtliche Abratax zum Palast seiner Schwester hin, der eigentlich hätte sein Palast sein können... aber als Regent wäre er völlig aufgeschmissen gewesen, jetzt erst recht!

Über einen alten Geheimweg kletterte er an einem mächtigen Efeu hinauf bis zu den Fenstern des Thronsaals - und erkannte Sonea, die bewusstlos auf dem uralten Opfertisch gefesselt lag!

Sie retten oder nicht, das war jetzt die Frage, dumm nur, dass alles alarmgesichert war und er kein Hengst war, der sich gerne Codes merkte... morgen würde er mit seiner Schwester reden und diesen Krieg ein für alle Mal beenden, aber vorher... jo, warum nicht eine Runde pennen?

Halt, eins noch, Entwarnung geben - die Apples fielen ihm als erstes ein.

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Über Sweet Apple Acres war die Dämmerung schon längst hereingebrochen, Applejack lag auf der Couch und versuchte sich mit Fernsehen abzulenken, aber es gelang ihr nicht - Jack und Applebloom waren vorhin nach Hause gekommen und hatten das winzige bisschen Hoffnung, welches ihr Bock und Freund Ziegenbock in den letzten Stunden hatte so mühsam aufbauen können mit einem Schlag zunichte gemacht - Sonea war verschollen, wahrscheinlich auch tot oder Gefangene der Changelings... was das bedeutete wollte sie sich lieber nicht auch noch ausmalen... das Telefon schrillte, teilnahmslos nahm sie ab: "Ja?"

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"ABMARSCH!!!"

Auf ein Neues trotteten die Ziegen und Böcke los, auf dem gleichen Weg zurück, den sie gekommen waren, ohne Aussicht auf baldige Besserung ihrer Lage - Ferdi hatte vor Arriva alles verschwiegen und beschönigt, was sie nun ausbaden mussten... wenn das mal nicht nach Meuerei schrie!

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"Ziegenbock, sie haben sie, es ist offiziell!"

Ihr Freund lag in seinem Bett, den Kopf unter der Decke versteckt, regungslos: "W-was?"

"Sonea ist in Abratax, in Chrysalis Palast!"

Schon guckte er hervor, sich gespannt erhebend: "Sach datt nochmal!"

"Unserer Sonea geht es gut - wer weiß wie lange noch!"

"Dann hole ich sie da raus, koste es was es wolle!"

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Im Kristallkönigreich wurde gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe, und über allen Wolken schwebten Arriva, Skyblack und Destiny. Auch der Vater der jungen Schattenstute, Overlord, hatte höchstpersönlich vorbeigeschaut, so etwas wie "Na ja, Demokratie gerettet, gut gemacht, aber dennoch... sinnloser Scheißkrieg" gemurmelt und war wieder abgedüst, um nach seiner anderen Tochter Shadow zu sehen, die zuhause in Sorge um ihren Mellis schon durchgedreht war und eine Statue irgendeines alten Ziegenkönigs verspeist hatte (ja, mit Soße)... zurück blieb ein kleines Volk, welches an diesem Tag über sich hinausgewachsen und zu dem geworden war, was es noch lange Jahre sein sollte - ein weit sichtbares schillerndes Zeichen für Freiheit, Gerechtigkeit und Zusammenhalt.

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Herr Moon lag im Gästezimmer auf dem Bett und starrte an die Decke, als der Ziegenbock die Tür mitsamt Angeln aufriss und dabei mehr oder weniger über den Haufen rannte: "Moon, wir müssen sofort los, Sonea ist in allerhöchster Gefahr!"

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Neuntes Kapitel: Rechenschaft Bearbeiten

Am nächsten Morgen

"Lebt wohl, und vielen vielen Dank für alles!"

"Wir haben zu danken!", riefen die netten Changelings und winkten Robert mit ihren Taschentüchern und erhobenen Hufen zum Abschied - überglücklich marschierte der Ziegenkönig davon, mit seinen Gedanken noch bei der letzten Nacht und locker dreißig Lunas... da hast du eine auch nicht mehr nötig!, stellte er beruhigt fest, dein Bedarf ist reichlich gedeckt für die nächste Zeit - und jetzt ruft die Plicht, mal sehen, was in der Zwischenzeit so passiert ist!

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"Und du bist dir da ganz sicher?"

"Ganz sicher, ich tu's!"

"Mellis, danach gibt es kein Zurück mehr, und eine Stute und ein Fohlen werden dich auf ewig vermissen!"

"Diese Ewigkeit werden wir überleben und die wahre Ewigkeit genießen - falls ich es nicht tue, wer dann?!"

"Ich könnte es tun, mich vermisst niemand!"

"Nein, darüber haben wir schon gesprochen...", die einzige Patrone glitt in die Revolvertrommel und rastete in richtiger Position ein, Mellis schob die Waffe in seinen Holster, "vertrau mir, ich muss es tun, und nur ich kann ein Zeichen setzen!"

"Wenn du das meinst... dann...", Tränen füllten Amelis Augen, "werde ich dich schrecklich vermissen!"

"Und ich dich!"

Das kam mehr als unerwartet, und zu allem Überfluss küsste er sie mitten auf den Mund und hielt die Liebkosung, bis sie genussvoll die Augen schloss - und als sie sie wieder öffnete war er verschwunden. Was für ein Bock... dieses Schicksal hatte er nicht verdient!

Aber es gibt Tage, da ist das Schicksal ein mieser Verräter.

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Ferdis ZA erreichte ihren alten Lagerplatz, und völlige Stille empfing sie, bis auf einmal ein Karabiner klackte: "WER DA?!?!"

"Ich bin es, Ferdi, oberster General der Ziegen, mit meiner Armee!"

"Ah, der Herr General...", ein von oben bis unten blutbefleckter Ziegenbock trat aus dem Nebel, seine Mähne tropfte von Schlamm und Schleim, sein Anblick flößte selbst den taffsten Armisten Respekt ein, "melde unsere Pflicht als erfüllt, so wie Sie es befohlen haben!"

"Das heißt, es gab einen Angriff und dieser wurde erfolgreich abgewehrt?"

"Genau so isses - na, sehen Sie sich das am besten mal selber an!"

Zu einem engen Vertrauten flüsterte Ferdi: "Ihr bleibt hier und bringt die Soldaten vor Abratax in Stellung, ich sehe mir das an - Hetzter, Brecher, Knüppel, Faust, Donnerkeil, folgt mir!"

Durch den knietiefen Morast watschelten sie bis zur gestrigen Frontlinie, wo selbst dem sonst so siegessicheren General Angst und Bange wurde: "Heilige Mutter Gottes, was ist hier passiert?!"

"Wir haben uns mit dem verteidigt was wir hatten!", lachte ihr Führer dreckig, "so ist das halt, wenn man schutzlos mitten im Feindesland zurückgelassen wird, ohne Waffen und Aussicht auf Sieg, aber man gibt nicht auf - der Nebel machte uns zu Geistern!"

Jetzt erhoben sich zehn andere Gestalten aus den Kratern, auch sie waren vor Schmutz und Blut kaum noch als Ziegen zu erkennen, von links trat eine Ziege an die sechs Neulinge heran und grinste hämisch: "Es ist soweit, vor euch stehen die letzten Überlebenden, die ihr Schicksal gewählt haben!"

Und bevor Ferdis Leute ihre Waffen ziehen konnten schnappte ein Hahn in einem Sechsschüsser und machte ebendiesen scharf, der Todgeweihte drehte sich in Zeitlupe und befand sich Angesicht in Angesicht mit Mellis Marlin, der lachte: "Auf diesem Feld haben so viele ihr Leben gelassen, die es nicht verdient hatten, und auf diesem Feld habe ich begriffen, dass es dafür nur eine gerechte Strafe geben kann - leb wohl du Arschloch!"

"Halt!"

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Quantoms Seeflotte war ebenfalls schon auf Position, bereit einen Angriff auf die Küste vorzunehmen, und ein Mini-Späh-U-Boot brachte Ziegenbock und Moon bis in die Kanalisation der Wechselhauptstadt, von wo aus die beiden ihre Reise alleine fortsetzten, bis sie den vereinbarten Treffpunkt erreicht hatten und in einen Güterwagen kletterten, der sie bald zu ihrem Bestimmungsort bringen sollte...

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Die Ziegenarmee war bereit, die Geschütze in Position, die Panzer schlagfähig, die Bodentruppen auf Position, die verbündete equestrianische Flugstaffel ausgerüstet und bereit, die Fetur-Ponys ließen ihnen den ersten Schuss - ein letztes Mal unternahm ein Oberst den Versuch, den Angriff auf die Stadt zu verhindern und Verhandlungen einzuberufen, aber die Telegraphenleitung war gekappt worden... kopfschüttelnd gab er den Artilleristen Feuerfreigabe.

Wütendem Kampfgesang schmetterten die verbitterten Soldaten ihren Feinden entgegen, bevor zum Höhepunkt des Liedes die K5-Eisenbahngeschütze die Schlacht mit drei Dreiersalven über das ganze Wechselreich dröhnend eröffneten.

Und der Sturm auf Abratax begann.

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Die ersten Granaten schlugen in die Militärbasis der Metropole ein und zerbombten das Gelände fast vollständig - Stryker erwachte schlaftrunken... was war denn hier los... OH SCHEIßE, ICH HABE VOLL VERSCHLAFEN!!!

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"Was ist hier los?!"

Mellis Waffe senkte sich unwillkürlich, bis sie vor Baffheit des Trägers ganz im Schlamm landete, auch Ferdi und den anderen Ziegen ging es nicht besser, als sie sich ihrem quicklebendigen totgeglaubten König gegenüber fanden: "Ähm, ich warte und habe bestimmt nicht ewig Zeit, zumal ich drei Tage platt im Bett lag?!"

"Mein König, das hier ist alles eine ganz große Verschwörung gegen..."

"DAS STIMMT NICHT, FERDI LÜGT DIR INS GESICHT!!!"

"DU LÜGST, DU HAST SCHON IMMER GELOGEN!!!"

Die Hufe der beiden Böcke waren nur noch Millimeter voneinander entfernt, als sie eine übermächtige Kraft packte und hielt, die beiden gerade nebeneinander stellte und nicht losließ: "Wer von euch sagt die Wahrheit... wollen doch mal sehen..."

"ALLES WAS MELLIS SAGT IST ERSTUNKEN UND ERLOGEN, ER IST..."

"Ferdi, mein Freund...", lächelte der Ziegenkönig freundlich, "niemand hat dir etwas vorgeworfen, ich erst recht nicht - tritt näher, bitte."

"DAS IST-", Mellis Stimme verstummte jäh, Robert drückte ihm die Stimmbänder ab, verflucht, warum glaubte er ihm nicht?! "Ferdi, wie verlief der bisherige Angriff?"

"Vollkommen erfolgreich, wir haben große Geländegewinne erzielt und sind obendrein dem Kristallkönigreich - Eurer Mutter - zu Hilfe gekommen und haben dort erfolgreich die 3. und 4. WPA geschlagen, die 5. hier!"

"So, nicht schlecht... und wie geht es meiner Tochter?"

"Eurer Tochter geht es..."

Ohne jegliche Vorwarnung traf Roberts Rechte mitten in den Bauch seines jungen Generals, der erstaunt einknickte, so als könne er nicht begreifen, warum sein König das getan hatte - ein brutaler Kniestoß folgte, der ihm die Nase brach, aber auch hier kein Schrei, nur perplexes Staunen, mit welchem Ferdi auch zu Boden klatschte und unverändert dort liegen blieb: "Mehr brauche ich dir Stück Dreck kaum sagen, du würdest es ja eh nicht kapieren - Mellis, ab jetzt bist du neuer oberster General!"

Der Ghost Rider löste sich aus dem Magiefeld und sank seinem Freund erleichtert an die Brust: "Danke dir, danke, dass du zurückgekommen bist und für Gerechtigkeit sorgst, danke, danke für alles!"

"Du hast mir sicher viel zu erzählen, aber zuerst gilt es dieses Blutvergießen zu beenden, sofort!"

"Das dürfte kaum mehr möglich sein...", bemerkte Ameli mit verzogenem Mund, "denn die Schlacht hat soeben begonnen und Sonea ist da noch drin!"

"Dann sollten wir keine Zeit mehr verlieren, folgt mir!"

---

"RAUS AUS DEM WAGGON, ABER DALLI!!!"

"Bist du sicher, dass uns diese Panzerung schützt?"

"Auf jeden Fall, und sie verschafft uns Zeit - Applejack, wie schaut's aus?"

"Schlecht, ich habe euch vom Schirm verloren, die Straßenbahn ist Schrott - von nun an seid ihr auf euch alleine gestellt."

"Damit kann ich leben."

"FEUER!!!"

Schüsse durchschlugen das dünne Holz, Moon zuckte etwas, trotz Helm und voller Montur: "Sie wissen wohl, dass wir hier sind!"

"Datt war ja nich schwer zu erraten, wa?"

"Dafür hat sich Vegalon in das Sicherheitssystem des Palastes gehackt - Chrysalis und Sonea sind im Thronsaal, erstes Stockwerk!"

"Das ist es, die kommt hier nicht lebend raus - Moon, du weißt Bescheid?"

"Jaja, die Anzüge halten alles ab, außer schwerem Beschuss, Explosionen und Feuer - ich bin bereit!"

"Gut, ich auch... na denn... das ist für Robert!"

Und mit seiner LMG 25 schlug er die Tür aus ihren Rollen, die M60E4 des mondblauen Hengstes ratterte volle Pulle los und zerfetzte die im offenen Feld befindlichen Changelings, zwanzig, dreißig, vierzig, zwei LKWs mussten auch dran glauben: "Wir haben ihre Aufmerksamkeit, die zweite Welle wird nicht lange auf sich warten lassen!"

Schon rückten die nächsten Truppen an: "Da kommen sie, genau nach Plan, draufhalten!", alle umrasiert, ihre Unterstützung via Headset: "Chrysalis hat da drinnen eine kleine Armee samt Elitesoldaten!"

"Die hilft ihr nicht, die Palastgärten in Brand stecken, damit sie nicht weg kann!"

"Ich geb es durch, viel Glück euch!"

"Danke, halt dich wacker und - vergiss diese Nacht nie, versprichst du mir das?"

Schniefen, dann: "Ja, niemals - komm gesund nach Hause!"

"Das werde ich! - PANZER VON LINKS, AUSSCHALTEN!!!"

Sein Begleiter war schon dran, zog seine RPG nach vorne und drückte ab, die Explosion traf auch die Palastfassade und riss ein großes Stück herunter, Milizen versuchten die Angreifer nun von diesem Vorsprung auszuschalten, der Ziegenbock rasierte sie alle um, mit einer Bohrrakete öffnete Moon das große Tor und trat hindurch, die nächsten Verteidiger erledigend: "Nicht nachlassen, weiterfeuern, wir sind gleich da!"

---

Mit Anlauf und lautem KLIRR!!! durchbrach Stryker ein noch intaktes Fenster und kam kurz vor seiner Schwester zum Stehen: "Chrysalis, gib auf, dieses Gemetzel ist aussichtslos, das kannst du nicht mehr gewinnen!"

"Und wenn schon!", grollte sie, "ich werde mich nicht kampflos geschlagen geben, und als Trumpf habe ich noch eine Geisel!"

"Eben das ist es ja, lass Sonea gehen, die Ziegen werden dich sonst lynchen!"

"Das glaube ich kaum, dazu haben sie nicht den Mut, wenn ich ihre geliebte Prinzessin habe, jetzt wo ihr ach-so-geliebter König schon das Zeitliche gesegnet hat!"

Da fiel es Stryker wie Schuppen von den Augen - das hier war ein doppeltes Spiel! "Du... du bist nicht...!"

Eine Lanze durchbohrte ihn hinterrücks, Sonea schrie laut auf, Chrysalis lachte, sterbend sank er zu Boden und umklammerte seine Wunde - wie hatte er so blind sein können?! "Schade Stryker, du hättest mir noch von Nutzen sein können... nun denn, einer weniger, das macht die Statistik auch nicht kaputt."

Und so starb Stryker Cloud, wenige Minuten vor dem Ende des Wechselkrieges.

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Die Verstärkung aus Equestria rückte an, und mit ihnen die Wonderbolts und König Terra höchstpersönlich: "Robert, du lebst?!"

"Kannste ma sehen, mich kriegt man nicht so leicht kaputt - und ihr, ihr habt nun endlich die ersehnte Unterstützung durch die Ziegen?"

"Haben wir, das wurde auch Zeit, ich hätte es dir sowieso nahe gelegt."

"Terra, ich will und wollte das hier nicht, aber gegen mein nach Rache schreiendes Volk komme selbst ich nicht an - und jetzt muss ich Sonea da rausholen, also entschuldige mich bitte!"

Und haste was kannste kletterte der Ziegenkönig auf die Mitte der oberen Tragflächen eines Doppeldeckers und hob ab, seiner Tochter entgegen.

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Die Ferngeschütze und Schiffskanonen leisteten ganze Arbeit, von der einst so stolzen Innenstadt waren nur noch rauchende Trümmerhaufen übrig, letzte versprengte Wechselverbände versuchten sich mit schwindendem Mut zu verteidigen, die Ziegen hatten die Mauern bereits an drei Stellen und einem Tor durchbrochen - lange würde das nicht mehr dauern!

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"Die Treppe hinauf, es ist nicht mehr weit!"

"Bin schon da!", schnaufte Moon und lud nach, "ewig Muni habe ich aber auch nicht mehr!"

"Meine ist fast alle - ich steige mal um, gib mir Deckung!"

Seine LMG warf er beiseite, schnappte sich vom Boden zwei Kalaschnikows, eine links, eine rechts, und mähnte die nächsten Wachen über den Haufen, das große Portal zum Thronsaal war längst in Sicht, dazwischen aber noch genug zu erledigen!

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Durch die zermeterten Häuser und verschütteten Straßen kämpften sich die Genossen ihre Bahn frei - Ziel Wechselpalast!

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Durch ein zerbrochenes Fenster, dessen farbenfrohe Scherben den Boden bedeckten, glitten Chrysalis Blicke über die Reste ihres Reiches, die in Flammen standen, den Hafen, wo der letzte Kreuzer ihrer Flotte gerade in den trüben Fluten versank, zu ihrem letzten treuen Soldaten hin, die sich nicht gegen die Übermacht halten konnten... es war vorbei.

Nein, das war es nicht, und sie würde nicht aufgeben, niemals, sie hatte noch nie aufgegeben! Die sollten bloß kommen, sie würde ihnen zeigen, dass man nicht ungestraft ihre Residenz zerstörte!

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In der Luft war die Schlacht voll entbrannt: Überall Flugzeuge, Changelings, Pegasi, Flak, Explosionen, Feuerwolken: "Näher an den Palast ran, ich muss genau darüber abspringen!"

Die ihn fliegende Ziege nickte und schloss auf, als plötzlich in der Nähe eine schwarze Stuka Junkers Ju 87 aus einer Wolke auftauchte und nacheinander satte fünfzehn Gegner abschoss - die Kriegsflagge der Wechselponys zierte ihre Tragflächen, und jetzt bolzte dieses Monster auf sie zu! "Ich muss ausweichen, sonst sind wir Splitterholz!"

In wildem Zickzack lieferten sie sich das Rennen, dumm dass ich meine RPG nicht dabei habe!, ärgerte Robert sich schwarz und feuerte mit Magie nach dem Verfolger, aber der hatte einen transparenten Ablenkschirm, da ging nichts durch! "ICH SCHAFFE ES NICHT MEHR, DER HAT UNS GLEICH!!!"

"Mach einen Neunzig-Grad-Knick nach oben!"

"ABER DANN SIND WIR ERST RECHT FÄLLIG!!!"

"Vertrau mir!"

Die Ziege nickte und riss das Steuer ganz nach vorne, die kleine Nieuport drehte die Schnauze gen Himmel und wurde schon merklich langsamer, die Stuka war fast senkrecht unter ihnen, Robert ließ sich wie ein Betonklotz fallen und traf genau das Cockpit - mit der Durchschlagkraft seines Hinterns machte er dem Pilot den Garaus!

Und schon ging es abwääääääääärts!

---

Soneas Blick war emotionslos an die Decke gerichtet, ihre Hufe von den Fesseln schon lange taub, ihre Hüfte schmerzte von letzter Nacht, der Ring auf ihrem Horn juckte... es ist aus, diese Welt zerbricht heute an sich selbst...

"S-sonea...", schwach drehte sie den Kopf nach rechts und erspähte Stryker, der sich mühsam bis zu ihrem Tisch geschleift hatte und einen Huf bis zu einer der Fesseln geschoben hatte, "halte... sie... ihn... auf... und... sag Lola... dass... ich sie... lieb habe... immer... immer und... ahhh..."

Seine Bewegungen erstarben, sein Kopf sank gegen den Sockel, seine Flügel bedeckten schlaff seinen blassen Körper - ich werde dein Opfer nicht umsonst sein lassen!, mobilisierte die Prinzessin all ihre Muskeln, riss sich den Magieblocker ab, die anderen Fesseln flogen auf, ihr geliebtes Bajonett landete in ihrem Huf, einen Satz nach vorne, sie riss die Wechselkönigin von den Hufen und versuchte sie bewusstlos zu schlagen, doch die wehrte sich stärker als gedacht, schüttelte das Alihorn von sich herunter und schoss brutale Schockwellen nach ihm, von denen eine traf und sie an die gegenüberliegende Wand warf, wutschnaubend krachten die beiden erneut aufeinander und zerfledderten sich gegenseitig, bis die ältere von beiden schließlich den Überhuf gewann und ihre Gegnerin auf den Boden drückte, deren Bajonett hoch erhoben: "So sterben wir heute beide, jammerschade, aber genau das richtige Zeichen für dein jämmerliches Volk, welches zu primitiv für wahre Stärke und Gerechtigkeit ist!"

"Mein Dad... hätte das... niemals zugelassen... niemals!"

"Schön für ihn, aber er ist ja leider nicht hier - also verabschiede dich von..."

Und in diesem Moment krachte eine - die - Stuka mitten in die Palasthalle hinein.

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Es hob Chrysalis von den Hufen und Sonea, die Königin der Changelings wirbelte ein Stück durch die Luft und klatschte mit dem Rücken auf den harten Stein des Bodens - ehe sie sich wieder aufrappeln konnte landete Sonea auf ihr und hob ihr Bajonett über den Kopf von Strykers Schwester: "Ergib dich, es ist endgültig vorbei!"

"So ist es, ich verstehe... aber deinen Vater habe ich dir dennoch genommen, und nichts kann ihn jemals wieder zurückbringen..."

TWUNK!!!

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"SONEA!!!"

"D-dad?!" Er war es wirklich!

Sie wollte aufstehen und zu ihm rennen, aber ihre Beine versagten und sie rutschte weg, bevor sie die Platten des Grundes berührte fingen zwei schneeweiße Hufe sie auf und hoben sie empor - bis sie sein Gesicht sah und sich seelig an seine Brust schmiegte, hemmungslos weinte sie vor Freude und Glück: "Oh Dad, du lebst... wie hast du das... du... Dad... ich hab dich so schrecklich vermisst!"

"Ich dich auch, mein Schätzchen... tja...", sein Blick blieb an Chrysalis hängen, der das Bajonett bis zum Schaft in der Stirn steckte, "die Königin ist wohl passé, schade, ich hätte gerne mit ihr geredet..."

"Sie... sie hat dich... umgebracht... umbringen lassen..."

"Das bezweifle ich stark, sie wollte doch...", plötzlich kam Bewegung in die Tote, die Gestalt veränderte sich, immer grotesker wurden die Kanten und Formen, bis aus der stattlichen Stute ein mittelklassiger Hengst geworden war, "heiliger Hellje, das war gar nicht Chrysalis!"

KA-WUMM!!!, zerbarst das große Tor und zwei Juggernauts traten zu ihnen in den zerstörten Saal, sich dieHelme von den Köpfen reißend kamen sie zu ihnen gerannt - "Ziegenbock, Moon, wo kommt ihr denn her?!"

"Robert, bist du es wirklich?!"

"Jo, von den Toten zurück!"

"Oh Robert, wie hast du mir gefehlt!"

"Und mir erst!"

"Dawww, das ist süß - ich habe euch auch vermisst, und das nicht zu knapp!"

Und während sich ein Trupp Sanis um Stryker kümmerte und draußen die ersten Feuerwerkskörper auf den Sieg in bunten Farben zerknallten lagen sich die vier noch lange, lange in den Hufen.

Denn: Nichts zählt mehr als die eigene Familie, in guten wie in schlechten Zeiten, und erst wenn man getrennt ist merkt man, wie sehr man sich doch fehlt.

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ENDE

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Epilog Bearbeiten

Zurück in Ponyville

Die alte Lagerhalle lag im Halbdunkel vor ihr, Sonea schritt schnellen Schrittes darauf zu, der Wächter am Eingang döste: "Hey, mach auf, ich will rein!"

"Ah, die Freundin vom..."

Ihr Bajonett war schon an seinem Hals: "AUFMACHEN, SOFORT!!!"

Hektisch nästelte er einen Schlüssel von seinem Bund - den einzigen - und öffnete, drinnen herrschte das übliche Treiben, ein paar Kleindealer spielten Karten und rauchten, ein paar Gestalten gammelten an der Bar bei Bier und Chips: "Wo ist er?!"

"In seinem Büro schätze ich...", schon war sie weg und die Treppe hinauf, Redeye beachtete sie überhaupt nicht, trat fast die Tür aus den Angeln und erschreckte den armen Caydan fast zu Tode: "BEI PRYNES MUTTER!!! Sonea, was...?"

"Schauze und aufs Bett mit dir, ich will dich fressen, mit Fell und Hufen!"

"S-sonea, ich b-bin heute n-nicht... AHHH, HILFÄÄÄ!!!"

Wo der Hengst nicht hören wollte musste er eben fühlen, der Gangsterboss wurde an den Ohren gepackt und auf seine Matratze verfrachtet, Sonea schloss nicht einmal die Tür ab und lag schon auf ihm drauf, Redeye konnte nur hilflos zusehen, wie sein Freund ans Bett gekettet und - aua, das tat schon beim Zugucken weh, und dazu diese Schreie, igitt igitt!

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So ging es die halbe Nacht, und irgendwann wurde es ganz still... als der Black-Pony-Hengst einen Blick in das Zimmer warf erblickte er die Prinzessin schlafend, dicht an seinen Boss gekuschelt und "Ich liebe dich so sehr, mein Schatz!" hauchend... und der Blick des armen Schatzes verriet, dass er sich noch nicht ganz sicher war, ob er diese Nacht überlebt hatte oder was dem noch folgen würde... ein bisschen erleichtert sah er aber schon aus, na immerhin das!

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ENDE

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P.S.: Diese Nacht würde noch einiges an Ärger verursachen... aber das doch lieber ein andermal!

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Epilog 2 Bearbeiten

"Robert, komm nu, wir müssen..."

Da war er schon, sogar in Uniform und mit Krone - was hatte der denn geraucht?! "Wir können los, ich kann's kaum noch erwarten!"

"Junge, alles klar bei dir?!"

"Ja, warum denn nich?"

"Och nur so - dann auf geht's!"

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Kurz darauf in Canterlot

Terra stand seine schlechte Laune ins Gesicht geschrieben, aber was sollte er machen, nur weil er es sich mit Robert verscherzt hatte hieß das natürlich nicht ihn nicht zur großen Siegesparade einzuladen - die eigene hatte der Ziegenkönig in Down Under abgeblasen und stattdessen zu einem Solidaritätsmarsch nach Abratax für die Opfer des Krieges - insbesondere die unschuldigen Wechselponys - aufgerufen, dem auch erstaunlich viele Ziegen gefolgt waren, insbesondere nach dem entgültigen Bann gegen Ferdi, den seit seinem Fall auch niemand mehr zu Gesicht bekommen hatte, und der Bestrafung aller Ziegen, die sich zu Kriegsverbrechen hatten verleiten lassen. Ihnen oblag der Privileg, als Sozialdienst im Ziegensektor der Bevölkerung Lebensmittel zu verteilen, Pläne für den Wiederaufbau aufzustellen, und alles andere, was dringendst erledigt werden musste...

Ziegensektor? Eyupp, nach dem Endsieg beschlossen die Gewinner, das Land in vier Besatzungszonen aufzuteilen, eine für Quantom, eine für Down Under, eine für Canterlot und eine für Unkar - eine Eilkonferenz hatte das besiegelt, auch wenn kein Vertreter aus Tando anwesend war und der equestrianische König eigentlich bloß an Reperationsleitungen und Wiedergutmachungen dachte, war man sich immerhin in dem Punkt einig... und das Land seitdem durch einen Zaun und eine Mauer getrennt, mit zweimal Schießbefehl... und einer freien Grenze zwischen Quantom und den Ziegen.

"Ich grüße dich, Robert, hattest du eine gute Reise?", erkundigte sich Terra säuerlich und nur der Höflichkeit wegen: "Och wie Sau, ich habe nen Regenbogen gepupt, als ich hier in dein bonfortionöses Schloss getreten bin, so... ach leck mich doch du unsensibler Arsch ohne Ahnung von Völkerfreundschaft und Frieden!"

"Du bist der Arsch, die haben dich fast umgebracht und du nimmst sie in Schutz!"

"Du hast diesen sinnlosen Scheißkrieg angefangen! Hellje geht's dreckig deswegen, Angel hasst mich noch mehr und Niben hat sich ganz verzogen, weil er nicht mehr ruhig leben kann - nennst du das Freundschaft?!"

"Ihr seid schöne Freunde, ihr steht mitten im Dreck und seid blind es zu erkennen! Wie kann man nur so egoistisch sein?!"

"Wie kann man so realitätsfremd sein?"

"Ähm, ich störe euch zwei Streithähne nur äußerst ungern, aber es geht los.", brummte der Ziegenbock und stellte sich ans Mikrofon: "PONYS, ZIEGEN, ANDERE, DIE SICH HEUTE HIER VERSAMMELT HABEN, UM DIESER GROßEN SIEGESPARADE BEIZUWOHNEN, BEGRÜßT BITTE ALS ERSTES MIT EINEM GANZ GROßEN APPLAUS: DIIIEEE WONDERBOLTS!!!"

Mit ordentlich Getöse schossen die besten Flieger Equestrias durch das Eingangstor des Schlosses auf den Hof, erhoben sich hoch über die Köpfe der Zuschauer und vollführten die tollkühnsten Formationen und Mannöver... die haben's schon echt drauf!, gestand er sich staunend ein, immer wieder einfach die Größten... und diese Spitfire - bei Roberts Krone, die wirbelte durch die Luft wie ein allmächtiger Feuerdrache!

"Robert, hast du...?"

Terra stand etwas abseits und rümpfte missbilligend die Nase, doch die Augen seines Bruders waren an ebendieses wundersame Schauspiel aus Licht, Eleganz und Kraft gefesselt, wichen nicht einen Millimeter davon ab, verfolgten es bis zur Gänze und sogen jeden Bruchteil einer Sekunde auf... und der Ziegenbock hätte schwören können, dass er dies schon einmal in ihrem Leben erlebt hatte... damals im Schlossgarten von Canterlot... mit Luna...

Liebe.

---

Die equestrianische Armee wurde mit ohrenbetäubendem Applaus empfangen und Terra war voll in seinem Element, hielt eine flammende Siegesrede und bekam am Ende zum Dank dafür von Robert eine geklatscht, der anschließend mit hoch erhobenen Kopf Canterlot entgegen aller Soldaten, Panzer und Ponys verließ. Der Hufmarsch nach Down Under war nicht lang, dort angekommen verabschiedete er sich vom Ziegenbock und machte sich auf die letzten paar Meter zum Krankenhaus, wo ihn schon der Ziegen-Doc am Eingang erwartete: "Na, hast'es doch noch fast pünktlich jeschafft?"

"Oh hör uff du, Terra ist so eine machtgeile Pfeife - egal, hat sie schon...?"

"Sicher, aber erst von zehn Minuten - hast nicht viel verpasst, so blutig wie bei Jack und Sonea war's nicht... eigentlich war's fast schon langweilig, kein Geschrei und so..."

"Du bist mies, stell dir mal vor DU wärst ne Sie!"

"Will ich mir lieber nicht vorstellen - na ja, denn komm ma mit rein."

---

Angel lag in einem großen schneeweißen Bett, ein Lächeln auf ihren Lippen: "Hallo Robert."

"Hi Angel... sorry für's Zuspätkommen..."

"Macht nix, und deswegen bin ich dir auch nicht böse... immerhin behält einer die Nerven nach diesem Scheißkrieg."

"Danke - wie geht's deinem Dad und Hellje?"

"Opa gut, den mit Moon in die Menschenwelt auf Urlaub zu schicken war ne Spitzenidee von dir - und Dad... geht, aber das wird auch wieder..."

"Und dir?"

"Och gut, danke... und deiner Kleinen...", sie schob ihre Decke etwas herunter und ein kleines strahlendes flauschiges Etwas kam zum Vorschein, eine verstrubbeltes schwarz-hellblaues Mähnchen auf dem Köpfchen, mit seinen winzigen Hufen an seine Mutter gekuschelt, "... auch."

"Awww, ist sie schön... so wunderschön wie ihre Mutter!"

"Keine falsche Bescheidenheit, ich hasse dich immer noch."

"Und ich liebe dich dafür umso mehr!", grinste er und setzte sich neben sie, streichelte ihr über die Wange und hob das neugeborene Einhorn vorsichtig an seine Brust, woraufhin es freudig quietschte: "Sie ist... perfekt, einfach perfekt!"

"Ist ja auch mein Fohlen... hoffentlich hat es nicht deinen Charakter geerbt - ey, so schlimm war das jetzt auch nicht, da musst du nicht gleich anfangen zu heulen!"

"Ich... ich weine... weil du... weil das... alles... so schön ist!"

"Ich weiß doch."

Und zum ersten Mal in ihrem Leben küsste Angel Robert fast freiwillig.

---

Eine ganze Weile später schaute eine Krankenschwester ins Zimmer hinein: "Mein König, Ihr müsstet so langsam gehen, bitte, sie brauchen beide noch viel Ruhe und Schlaf."

"Gut, nur eins noch... wie soll sie heißen?"

"Hm, ich weiß nicht... Paulina vielleicht?"

"Nee, Lily finde ich viel besser!"

"Sollen wir würfeln oder soll ich dich so lange gegen die Wand klatschen, bis du um Gnade winselst und mir klein beigibst?"

"Lass ma stecken... Paulina... Lily... Pauliny?"

"Nee, du Knallkopf, du - LILIA mensch, das ist gut!"

"Lilia also - Lilia, ich bin dein Papa!"

"Dein Papa ist der größte Knallkopf ganz Equestrias!"

"Also Angel!"

"Na ist doch wahr - und jetzt verschwinde, bevor ich dich eigenhufig vor die Tür setze!"

"Bin schon weg - bis zum nächsten Mal ihr zwei!"

Und als wäre er nie da gewesen war er verschwunden... nur die Tür hatte er offen stehen lassen... der wird auch nie erwachsen!, dachte Angel still bei sich und stillte Lilia glücklich, aber ein schlechter Kerl ist er trotzdem nicht, verpeilt, doof und nicht ganz dicht schon, aber... ja, einfach Robert!

---

(totally!) ENDE

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