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DGdZ: Kapitel 3 - Der Rote Oktober

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!


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DGdZ III - Roter Oktober Bearbeiten

17. Oktober 1018, Down Under, Hauptmarkt

Alles voller feiernder Ziegen, Maschinenpistolen und Gewehre auf den Rücken, schwarz-rot-goldene Streifen in den Gesichtern, um sie herum ein Meer aus Flaggen, überall goldene Hämmer und Sicheln, die Häuser festlicher als an Weihnachten geschmückt, Siegeskränze, Banner quer über die Straßen gespannt, Kampflieder und Märsche dröhnten, die Höhlenwände wackelten!

Und wie immer war mittendrin ihr über alles geliebte König, Robert I., seines Zeichens Einhorn und schon seit jeher der Hengst, der für all diese Freude, dieses Fest aller Ziegen und diese Gleichheit, Gerechtigkeit, Brüder- und Schwesterlichkeit... ja, für all diesen Demokratischen Sozialismus verantwortlich war.. auch ich bin anwesend - na muss ja, wa, wenn auch ich nicht ganz unschuldig an diesem Tag vor ziemlich genau dreiundsiebzig Jahren war... so ganz nebenbei ist das ganze also auch auf meinen Mist - und den vieler vieler anderer - gewachsen, aber ja, doch echt auch auf meinen! Nur muss ich nicht so im Mittelpunkt stehen, also nicht weil mein Bruder geil auf sowas ist, sondern weil er als König einfach symbolträchtiger als irgendein dahergelaufener General ist... und andererseits, die wollen mich alle auf die Bühne, aber ich mich nicht - lieber schön von weit weg zugucken und still glücklich genießen...

"Du Dad?", ah ja, meine Tochter Aurora hätte ich doch glatt vergessen - es ist das erste Mal, dass sie live dabei ist, und dementsprechend hin und weg ist sie... mal gespannt was sie möchte: "Ja Schatz, was hast du auf dem Herzen?"

"Ich weiß... du hast mir die Geschichte schon tausendmal erzählt, aber ich finde sie sooo spannend... bitte, kannst du das nicht nochmal machen?"

"Jetzt? - Willst du denn gar nicht nach unten und mitfeiern?"

"Ja schon, aber noch ist es ja noch gar nicht so richtig losgegangen...", ich nicke, "also, solange haben wir doch noch Zeit!"

"Also schön, weil du es bist, und außerdem, weil die große Zeremonie gleich beginnt!"

"Deswegen ja, ich bin so gespannt!"

"Darfst du auch sein - also..."

---

Alles begann damals im Jahr 945 nach Nightmare Moon, an einem warmen Septemberabend... wir, das heißt Robert und ich, verließen die Menschenwelt, Berlin um genau gesagt zu sein, und kehrten nach einem ganzen Jahr heim. Der Zweite Weltkrieg hatte uns nicht eher gehen lassen wollen und können, und so fernab der Heimat vergisst man schnell sein Zuhause und das Leben in den Höhlen, seine Freunde und Verwandten und sonst überhaupt viel von dem, was man schätzt und zu schätzen wusste. Am Brunnen vor dem Tore, so wurde das aus dem Felsen plätschernde Bächlein genannt, landeten wir, wo wir verschwunden waren, und Robert bemerkte so treffend: "Endlich daheim."

"Du sachst es!", lachte ich glücklich und umhufte ihn fest, "wir haben es geschafft, und noch wichtiger, wir leben und haben uns!"

"Das will ich doch schwer meinen - und jetzt komm, wir sind gleich zurück im Schloss!"

"Nichts lieber als das!"

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Bester Laune machten wir uns also auf den Weg zum Schloss, als Robert inne hielt und stoppte: "Hey, schau mal da vorne, ein Wachhäuschen und Soldaten!"

"Na und, die werden uns ja wohl reinlassen!"

"Das meine ich nicht...", sein Blickwinkel lag höher, und jetzt entdeckte ich es auch - und erstarrte: Am Fahnenmast wehte eine andere Flagge.

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Wir rutschten hinter einen Felsblock: "Verdammt, jemand hat dir die Krone weggenommen!"

"Den kaufe ich mir!", knurrte Robert wütend und zog eine Granate, "und die da vorne werden die ersten sein!"

"Bist du verrückt?! Das erregt doch erst richtig Aufsehen, und hier steht keine Goat Brigade hinter dir, die dir Feuerschutz gibt, wenn es brenzlig wird!"

"Stimmt... ach kacke, was machen wir denn jetzt?"

"Ich mir erstmal ein Bild der Lage..."

---

Fernrohre sind schon was Feines, und von unserer Stelle konnte ich bis zu den Häusern der Stadt und dem Ziegenschloss blicken: "Und, siehst du was?"

"Ja, überall stehen Soldaten in diesen neuen Uniformen, und überall diese Fahnen, das sieht... heiliger Edwart, vor deinem Schloss steht eine riesige Statue!"

"Dieser... wenn ich den in die Hufe kriege!"

"Lass uns vorher aber erstmal abchecken wer alles auf deiner Seite steht, nicht dass... ja, du verstehst?"

"Mhm... ach mist!"

Eine Träne rollte seine Wange hinab... das letzte Mal als er geweint hatte war lange vor dem Krieg gewesen: "Hey, mach dir keine Vorwürfe, du hast das Richtige getan, und mehr als das, falls... ja, falls wir hier keine Heimat mehr finden sollten können wir ja immernoch in die Menschenwelt und..."

"Ich bin ein Erbe des großen Zenin, mich kann keiner ersetzen!", schniefte er, "Sozialismus liegt nicht... jedem Bauern im Blut!"

"Jetzt erzählst du aber Ziegenmist - was war Zenin ursprünglich?"

Betretenes Schweigen, dann: "Komm, lass uns in die Stadt gehen, egal was die da vorne zu meckern haben!"

"Wenn werden sie wohl eher ganz aus dem Häuschen sein uns zu sehen!" - oh ja, und wie sie das sein würden!

Den Schatten über uns in einer Felsnische bemerkten wir nicht...

---

Mit gemischten Gefühlen setzten wir unseren Weg fort, der kleinen Station entgegen, wo man die beiden herannahenden Gestalten längst bemerkt hatte: "HALT, WER DA?!?!"

"Der König."

Verblüfft hielten die Wachen inne, weil sie die Stimme erkannten - das war kein schlechter Scherz gewesen, das war wirklich der König! "TRETET NÄHER!!!"

"Robert, das gefällt mir nicht!"

"Mir auch nicht, bleib etwas hinten, ich klär das."

Kapierte der denn gar nicht den Ernst der Lage?! Mittlerweile trennten ihn und die Böcke nur noch knapp zwanzig Meter, sie standen sich Auge in Augen und ihre Karabiner zielten nach wie vor auf seine Brust! "Jungs, ich bin es, Robert I., euer..."

"FEUER!!!"

Ich warf mich nach links, Elli gab alles, gleichzeitig donnerten Schüsse von oben, die Verräter bekamen kaum einen Schuss aus ihren Läufen, das Häuschen traf plötzlich ein undefinierbares Flugobjekt und ließ es in helle Flammen aufgehen - wir hatten Unterstützung!

Wenige Augenblicke später war das Massaker vorbei.

---

Robert rührte sich nicht vom Fleck, geschockt, unfähig etwas zu sagen, ich lief besorgt zu ihm: "Alles okey bei dir?"

Blut rann aus einer Streifwunde seines rechten Vorderhufes, in Zeitlupe plumpste er auf seinen Hintern und keuchte: "Die... die haben auf mich... geschossen!"

"Ich weiß, und ich schätze mal dass das die endgültige Bestätigung dafür ist, dass hier etwas ganz schief gelaufen ist!"

"Das ist es auch - heiliger Edwart, ihr seid es, ich fasse es nicht!"

Ich fuhr herum - und John Price stand vor mir.

---

"Price!", hauchte ich und fiel meinem Lehrmeister um den Hals, "wo kommst du denn her?!"

"Das müsste ich eigentlich euch fragen - heiliger Edwart, ich kann's nicht glauben, Robert, du bist es!"

Der antwortete nicht, und John nahm sich ihm an: "Hey, alles ist in Ordnung, du lebst und... ja, ich muss euch viel erzählen, aber erstmal müssen wir weg von hier, bevor die Verstärkung eintrifft!"

"Aber wohin?"

John grinste: "Dahin, wo sie uns nicht finden werden!"

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Auf dem Weg

"Hier muss ja einiges ganz schön schief gelaufen sein!"

"Frach lieber nicht... aber ich komme nicht drumrum, also: Kurz nachdem ihr beiden weg wart haben die geschätzten Generäle Eurer Majestät a.D. beschlossen, so lange die Regierungsgewalt in ihre Hufe zu nehmen, bis du, Robert, wieder da bist - na ja, und das war der Anfang vom Ende..."

"Was haben sie getan?"

"Alles - freie Meinung abgeschafft, das Recht auf Waffenbesitz, freien Wahlen... den Sozialismus an sich."

"WAS?!?! DEN GUTEN SOZIALISMUS?!?!"

"Ja, leider... die, die sich dagegen gestellt haben, haben teuer bezahlt... ich bin mit dem Leben davon gekommen... andere hatten weniger Glück..."

"Diese Schweine, dafür werden sie büßen, so wahr ich König Robert der Ziegen bin!"

"Werden sie, nur ist das nicht so einfach... sie haben eine Armee, wir eine wilde Horde Rebellen..."

"... und das Volk, oder?"

"Ja, vielleicht auch das, aber es ist unbewaffnet... na ja, werdet ihr ja gleich alles noch sehen und hören."

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Durch endlose Höhlengänge marschierten wir, bogen so oft ab, dass ich komplett die Orientierung verlor, bis unser Lehrmeister plötzlich stoppte und murmelte: "Alles hat seinen Preis."

"Siebenzackenstern!", erklang es, und eine vorher nicht erkennbare Felsplatte glitt in die Wand - wir traten in einen gewaltigen Hohlraum, vom Sonnenlicht durchflutet, und bis zum Anschlag voller Hütten, Stützbalken, Pflanzen und geschäftiger Ziegen: "So Jungs, willkommen zuhause, im Versteck der Rebellen!"

Zwei Wachposten schälten sich aus der Dunkelheit, jeder mit einer MP 18 bewaffnet: "John, Sie... heiliger Edwart, der König!"

"Genau der!", grinste Robert und reichte beiden den Huf, "man, bin ich froh wieder daheim zu sein - na ja, wie man's nimmt, aber wird schon!"

"Ich trommle die Versammlung zusammen, auf diesen Tag haben wir alle gewartet! - Der König ist zurück, DER KÖNIG IST ZURÜCK!!!"

---

Es dauerte keine fünf Minuten, da wussten es alle und hatten sich im Mittelpunkt der großen Höhle versammelt. Der Jubel war unbeschreiblich, als Robert die Rednerkanzel, den Felsen in ihrer Mitte, betrat und die Stimme erhob: "Ziegen, Böcke, was freue ich mich euch zu sehen, ihr habt mir echt gefehlt! Nun denn... ja, ich weiß, ich war lange nicht hier, und ich habe nicht Bescheid gesagt wohin mein Bruder und ich gegangen sind, aber lasst es mich kurzfassen - ich habe im Krieg der Menschen gekämpft, und gemeinsam haben wir über das Böse gesiegt! Nun, da komme ich nach Hause und dann das - aber das lasse ich mir selbstverständlich nicht gefallen, DAS LÄSST SICH KEINE UND KEINER VON UNS FREIWILLIG GEFALLEN!!!", bejahende Zurufe, Kampferklärungen, Jubel: "Die Generäle, denen ich vor einem Jahr noch mein Leben anvertraut hätte und die uns alle so schäbig hintergangen haben, haben es nicht anders verdient - wir werden kämpfen, kämpfen für unsere Heimat, unser Down Under, unseren Sozialismus! WER IST DABEI?!?!"

Das Gestein um uns herum tanzte bei diesem donnernden Applaus: "Wahnsinn, wie er das kann!"

"Du hättest ihn mal in der Menschenwelt erleben müssen, da hat er Generäle überzeugt!"

"Und ihr wart wirklich im Zweiten Weltkrieg?! Das ist... unfassbar leichtsinnig gewesen, verübeln kann ich's euch aber nicht - ganz die Väter!"

Er musste ihn gekannt haben... und wenn er das sagte würde es schon stimmen!

Für einen Moment war ich merkwürdig zufrieden... ja, für einen!

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Später

Der Höhlenkomplex war wirklich irre: Er bot Wohn- und Schlafhäuser, eine eigene Metallschmelze, eine Schmiede, eine Art improvisierte Fabrik für alles, was man so zum Leben brauchte, und selbstverständlich auch eine erstklassige Trinkwasserversorgung, in deren Nähe (ein kleiner See bot sich auch mal zum Schwimmen an) das Waffenlager rund um die Uhr schärfstens bewacht wurde. John führte uns vor dem Abendessen herum, das ganz klassisch aus Pilzen bestand, die in einigen Nebenstollen gezüchtet werden konnten - Getreide, Früchte und Fleisch waren absolute Mangelware, nicht umsonst wurde jeder Quadratzentimeter - inklusive aller Haus- und Gebäudedächer - zum Anbau genutzt... schmecken tat's trotzdem, und ganz auf die gute alte Tradition bedacht hatten es die Teufelskerle und Kerlinen sogar geschafft, einen Braukessel zusammenzuzimmern, sodass es köstliches Bier gab! "Vom D-Day bis nach Berlin, das... ihr seid schon irre, wisst ihr das?!"

"Na du hast uns doch im Kampf unterrichtet!", lachte ich auf und nahm einen großen Schluck aus meinem Krug, "da... na ja, schon wahr, aber ich... egal, was soll's, ja, wir sind irre, sooft ich Robert das auch habe versucht auszureden, aber irgendwann hat er mich einfach angesteckt!"

"Ist das erste Mal, dass er es freiwillig zugibt!", stichelte der grinsend, "und sache ma John, wie ist datt jetze eigentlich alles jenau passiert?"

"Uh, lange lange Geschichte Jungs..."

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14. Juni 944, Palast von Down Under, Generalstreffen

"Ruhe bitte!"

Die vierundzwanzig anwesenden Oberbefehlshaber des Ziegenheeres, ihre Adjudanten und die engsten Berater des Königs verstummten, ihr Sprecher erhob und räusperte sich: "König Robert ist nun schon seit zwei Wochen spurlos verschwunden, und egal wo unsere Böcke auch gesucht haben, er ist einfach weg!"

"Und was sollen wir jetzt tun?! Wie sollen wir ohne einen König sein?!"

"Elf Tage sind vergangen, zehn braucht es - wir müssen die Regierungsgewalt in unsere Hufe nehmen, so sagt es das Gesetz."

"Das ist doch verrückt, wenn er denn nun nur auf einem Ausflug ist und vielleicht schon heute Abend zurückkehrt!"

"Ich weiß, es ist gewagt, aber wir stehen in Zeiten einer Krise, und das Volk will Antworten - aber nicht heute Abend, sondern jetzt! Sollte unser geliebter Herrscher gesund und munter hier eintreffen, na dann ist er sofort wieder unser aller Ziegenkönig, aber bis dahin müssen wir, die wir unseren Eid auf ihn geschworen haben, seinen Thron, seine Weisheit und seine Gerechtigkeit vertreten, so wie es von uns verlangt wird! Auf den König!"

"AUF DEN KÖNIG!!!"

Sie stimmten alle zu.

Alle.

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Fritz. Heiko. Christoph. Jörg. Matthias. Ralph. Pit. Rolf. Johann. Willibald. Wolfgang. Karl-Heinz. Uwe.

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"Die Dreizehn?"

"Yupp, die dreizehn... Günther, Hans, Phillipp, Uli, Zacharias, Bruno, Oskar, Karl und mein guter Freund Dirk, die übrigen acht konnten es auch nicht mehr wirklich aufhalten... sie hatten sich gegen das Volk verschworen, von Anfang an die Mehrheit dicke in der Tasche - aber bevor's so richtig losging musste das Volk erst einmal besänftigt werden."

"Au Backe!"

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Seit Tagen sprach man in Down Under von nichts mehr anderem als all den Dingen, die die Generäle hatten planen lassen - und jetzt war es soweit, es wurde fleißig gebaut! Für Privatleute und Kleinunternehmer gab es Subventionen, die Futterpreise wurden gesenkt - man lebte in Hülle und Fülle, in einem wunderschönen Traum... der sich schon ausgeträumt hatte.

Die ersten wurden entlassen oder flogen gleich ganz raus, man warf ihnen Untreue vor und schob ihnen Verbrechen in die Schuhe. Gleichzeitig kristallisierten sich erste Loyalistengruppen aus der Masse des Volkes heraus, die fortwährend bevorzugt wurden - ein Druckmittel für die anderen, es ihren Kameraden gleich zu tun. Doch langsam regte sich Widerstand...

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"Die Volksversammlung hatte unlängst auf eilige Dränge der Dreizehn beschlossen, dass nun fünfzehn, nicht mehr achtzehn Generäle ausreichten um Gesetze zu ändern - die zwei anderen wurden so lange erpresst, bis sie schließlich der Schwächung des Ziegenrates zustimmten... der besaß nun gar keine Macht mehr."

"Aber er hatte immer schon sechzigprozentige Majorität, die Generäle nur vierzig, wie konnte das geschehen?!"

"Ganz einfach, indem mal schnell die Zahlen vertauscht wurden, und pro forma bestand die VV ja auch weiterhin und durfte mit abstimmen - das war natürlich auch nur durchgekommen, weil die Loyalisten halt von Armee und den neuen Regenten unterstützt wurden... halt eben Pech gehabt!"

"Hat da denn wirklich keiner den Mund aufgemacht?"

"Doch, klar, aber diejenigen, die es gewagt haben, wurden entweder ermordet oder bei einem Verbrechen "ertappt" und sind rausgeschmissen worden - jetzt fackelte keiner mehr länger als nötig! Und schon am nächsten Tag wurde die ZA auf die Generäle vereidigt, alle Widersacher aus den Reihen entfernt und neue Soldaten aufgenommen - die Farbe der Rüstungen wurde von nun an rot."

"Aber dass da keiner..."

"Was sollte bock denn tun, auf die Straße gehen und sich beschweren?! Die meisten hielten die Klappe weil ihnen etwas an ihrem Leben hing! Tja, und dann kam's noch krasser..."

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21. Oktobert 944

"ES BRENNT, DIE KORNSPEICHER BRENNEN!!!"

Alle verfügbaren Böcke rückten aus und kämpften mit einfachen Eimern gegen das flammende Inferno, doch sie bekamen es erst zum Morgengrauen unter Kontrolle... und ein Großteil des Futters war bereits vernichtet, der meiste Rest ungenießbar.

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"Sie haben die Kornspeicher angezündet?! Das ist wirklich bodenlos!"

"Allerdings, und daraus wurde wiederum profitiert - das "Kontrollgesetz" wurde erlassen; von nun an durfte alles und jeder gefilzt werden, der als verdächtig galt oder verdächtigt wurde, und das tollste, sie durften alles konfiszieren, was sie wollten! Binnen einer Woche waren alle entwaffnet und mittellos - nebenbei wurden auch noch alle kleinen Betriebe verstaatlicht."

"Diese Schweine!"

"Jo... und ja, alles Futter wurde rationiert - außer für die Soldaten, versteht sich, dazu kam das Verbot auf Waffenbesitz und die Verstaatlichung aller Kleinunternehmen und Betriebe, ohne jegliche Entschädigung, versteht sich."

Mittlerweile trafen immer mehr Rebellen im Lager ein, und die Stimmung wurde immer froher und munterer. Dauernd musste Robert Hufe schütteln und Küsschen geben, Price kam kaum zum Erzählen: "Also dann... mittlerweile lebten so viele Aussätzige in den Höhlen, dass der Platz eng wurde und die ersten Down Under und Deep Down angriffen und sich dort das besorgten, was sie zum Leben brauchten - da sie recht planlos vorgingen und unvorsichtig waren erwischten die Soldaten viele, aber manche auch nicht. Es wurden Grenzkontrollen an den Stadtgrenzen eingerichtet...", Robert nickte beklommen, "trotzdem verschwanden mehr und mehr Ziegen und Böcke, viele flohen auch in die Dunkelheit, bis es schließlich zum endgültigen Ende des Kommunismus im Reich kam: Dem Blutsonntag."

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13. Januar 945, Vormittag

Keine Warnung, keine Anzeichen für das bevorstehende Massaker, nichts, einfach gar nichts. Es war ein Tag wie jeder andere auch, zumindest bis zum Glockenschlag zwölf... die Dreizehn hatten eine Eilversammlung einberufen, zu der auch Dirk und ich erschienen - pardon, erscheinen mussten. Hans, Zacharias und Oskar konnten schon gar nicht mehr kommen, die lagen halb totgeschlagen zu Hause... angeblich von den Aussätzigen schändlichst verprügelt hätte uns eigentlich klar sein müssen, was dem nun folgen würde. Wir Adjudanten nahmen wie sonst auch immer auf den Stühlen neben unserem General Platz (Dirk hatte heute komischerweise den Platz von Hans genommen, direkt am großen Fenster des Saales, was mich aber nicht weiter störte), schon ging es los: "Ja, also, ich begrüße euch zur Versammlung. Wie ihr sicher schon wisst gab es erst gestern einen gemeingefährlichen Angriff mehrerer Aussätziger auf unseren Kollegen Bruno, er liegt nun mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, sein Zustand ist äußerst kritisch - wir müssen handeln, jetzt sofort!"

"Dem stimme ich zu!", brummte General Wolfgang ungeduldig, "diese Hunde müsste man alle erschießen, ein für alle Mal!"

"Und wenn es nicht die Aussätzigen waren?"

"Was soll das heißen?!"

"Na nehmen wir doch mal an, dass Bruno etwas vor hatte, was jemandem nicht gepasst hat... so wie Hans und Oskar auch, und deswegen zusammengeschlagen wurde!"

"Das ist eine bodenlose Unterstellung!", kreischte Karl-Heinz entflammt und donnerte seinen Huf auf den Tisch, "so etwas kommt in unserem Down Under nicht vor!"

"Ja, in eurem Down Under kommt so etwas vor, und wie es das kommt!"

"WAS SOLL DAS DENN HEIßEN?!?!"

"Ich habe lange genug geschwiegen - ihr habt die Macht an euch gerissen, ihr an euch dreizehn! Ihr habt die Opposition und das Volk ausgeschaltet, und die einzigen, die euch noch im Weg sind, sind wir, lächerliche acht Böcke... und lange werden auch wir nicht mehr zu leben haben."

Stille lag über den geschockten Anwesenden - er hatte ausgesprochen, was alle dachten, und noch viel mehr als das, er hatte es gewagt. Erstaunlicherweise kehrte eine merkwürdige Gelassenheit in die dreizehn Angesprochenen ein, einer nach dem anderen legte beide Hufe auf den Tisch. Ihr Anführer erhob sich und grinste diabolisch: "So sei es!"

Und die Wachen hoben ihre Gewehre.

Ich war zu geschockt um auch nur einen Schritt zu tun als sich mein langjähriger Freund und Lehrmeister Dirk erhob und seufzte: "Schade drum, aber ich weiß, dass unser König wiederkehren und euch vernichten wird... wenn ich nicht heute dann er eines Tages... John...", sein letzter Blick galt mir, der ich mich ganz unwillkürlich von meinem Stuhl erhoben hatte und einen Schritt zurückgewichen war, "sorge dafür, dass er eine starke Armee vorfindet, die den Sozialismus nach Down Under zurückbringen wird!"

Er riss seinen Mantel auf - und eine Bombe kam zum Vorschein. Noch bevor einer der Verräter auf ihn schießen konnte betätigte er den Zünder. Die Wucht der Detonation schleuderte mich durch die Fensterscheibe hinaus in einen Baum... Dirk... er hatte es genau geplant, deswegen auch der falsche Platz am Tisch... whatever, die Äste bremsten meinen Fall ab - am Boden und einigermaßen wieder Bock meiner Sinne nahm ich die Hufe in die Hufe und rannte, rannte, bis ich nicht mehr konnte... sie schossen nach mir, ich entging ihren Kugeln, ich weiß nicht wie, aber nach einigem Irren durch finstere Höhlen traf ich auf eine Gruppe Aussätziger, die anderes im Sinn hatte als mich zu verspeisen - mit ihnen ging ich auf die Suche nach anderen, und gemeinsam wurden wir zu dem, was wir heute sind, den Rebellen.

An diesem Sonntag kamen außerdem alle sonstigen politischen Gegner um oder wurden öffentlich hingerichtet, es sollte einen vollen Monat dauern, bis das Blut endgültig aus den Straßen gewaschen war, so viel war es.

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Price hatte geendet, und wir beide waren ergriffen... na ja, die anderen Zuhörer und Zuhörerinnen auch, und klatschten begeistert Beifall: "Danke danke Leute... und vergesst nicht, eure Storys wollen die Jungs als Nächstes hören!"

So ging's dann los... und kaum zu glauben, aber sogar der Waffenschmied Marlin, die Schullehrer und ein Großteil der klugen Köpfe der Stadt waren unter uns und haben mächtig viel zu berichten - so viel, dass einer nach dem anderen am gemütlich warmen Feuer einnickte und in einen tiefen ruhigen Schlaf voller wilder Revolutionsträume fiel.

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Ich schlafe schlecht bis gar nicht, so wie immer: "Hey Vassilief, kannst du auch nicht schlafen?", fragt mich mein Freund Dimitri Krasnow, "dann lass uns zu den anderen gehen!"

"Sind sie schon wieder heimlich ausgebrochen?"

"Du kennst doch Pjotr!"

"Ich weiß, leider."

"Alexei und Andrei sind auch schon weg, ich hole Oleg und dann treffen wir uns alle im Bunker!", unserem Geheimversteck, von dem auch nur Price etwas weiß, "also, kommst du mit?"

"Ja... sofort...", ich penne schon gar nicht mehr ohne Hose, nur noch schnell die Jacke übergestreift und meine Chapka - die meines Vaters, das letzte, was ich noch von ihm habe und die ich niemals, außer nachts eben, absetze - über die Hörner, dann kann's los-gääähn... oh man ey!

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Angekommen in unserem Allerheiligsten sind auch schon alle Böcke der Jugendbrigade 1, kurz JB I, versammelt und heftig am Diskutieren... unser Anführer Pjotr Gromow hat wie immer nur auf uns gewartet: "Hey Astachow, mal wieder spät dran?"

"Hör uff, das kannste voll abhaken!", brummle ich säuerlich, "aber hey, hier haste mich - watt jibt's denn so unfassbar Wichtiges?"

"Ah, Vassilief, haben sie dich auch noch mitgekriegt, du alte Schnarchnase?", lacht Andrei Poljakow, der wie immer mit Alexei Lyssenkow und Jegor Tschawanow auf dem abgewetzten Sofa lümmelte, Michail Barabasch, Igor Smoljakow, Sergei Astachow und Wladimir Wolku hatten sich schon mit einer Flasche Bier eingedeckt und sich auf ihre Plätze geschimmelt, Oleg Raikin und wir beide schmissen uns dazu: "Also Leute, ich weiß ja nicht wie's bei euch steht, aber ich bin bereit für diesen Kampf, so wie noch nie - mit dem König an unserer Seite werden wir die Generäle vernichten, zerquetschen wie elende Läuse, so wie sie es nicht anders verdient haben!"

"Klar, werden wir... aber hast du uns nur deswegen aus den Betten gejagt oder ist da noch etwas anderes?"

"Ich schlage vor, dass wir, nur wir, unsere eigene Brigade bilden!", holla, das ist aber nen Vorschlag, nicht nur ich war leicht verblüfft, "na, was sagt ihr - FÜR UNSER VATERLAND, FÜR DEN SOZIALISMUS!!!"

"Ja aber... wir sind doch noch nicht mal volljährig, und Price sagte doch schon, dass..."

"Ja, PRICE hat das gesagt, aber jetzt haben wir noch eine Chance - kommt schon, nur wir, sonst keiner! Wir werden die Ersten sein, die die Ziegenflagge auf dem Schloss hissen, wir werden Helden sein!"

Die Worte klingen verführerisch, dennoch habe mir Zweifel... den anderen scheinbar nicht, sie brüllen kampflustig ihre Zustimmung zu Pjotrs Idee heraus... na denn, so ganz alleine will ich auch nicht zurückbleiben... aber die Zweifel bleiben.

Schlafen tue ich danach allerdings verrückterweise wie ein Stein und träume einen Müll zusammen!

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Am nächsten Tag

"Okey Leute, Ruhe bitte, der König möchte sprechen!", die zusammengetrommelten Rebellen verstummten, Robert erhob seine Stimme: "Also, das was die Generäle da getan haben kann natürlich nicht sein, das schlägt jedem von uns ins Gesicht, das schlägt dem Sozialismus ins Gesicht! Und wenn sie uns mit Waffen drohen dann drohen wir nicht nur, dann greifen wir an! Wir werden unsere Heimat von dieser Plage befreien, und wir werden frei sein, so wie es sich für uns freie Ziegen gebührt!"

Jubel brandete auf, natürlich doch, dem König musste gehuldigt werden... doch es kam anders: "Ich möchte euer König in diesem Krieg sein, aber ich möchte ihn nicht ohne Bedacht und Verstand führen - das allererste, was wir dazu brauchen, ist die Unterstützung unserer Brüder und Schwestern aus Down Under und Deep Down!"

"Und wie sollen wir sie mobilisieren, die Generäle haben alles abgeriegelt!"

"Ein Schleichweg wird sich immer finden, altes Ziegensprichwort!", rief ein anderer, und schon wurde heiß diskutiert, Robert wartete einen Augenblick und ließ sie wieder verstummen: "Um einen Krieg zu führen brauchen wir außerdem Waffen, und was ich bisher gesehen habe ist leider Zenins äußerst dürftig... dennoch, ich weiß wie wir schnell und effektiv viele gute und vor allem schnelle Waffen zusammenbekommen, um diesen Kampf der Freiheit zu führen! Für's Erste war's das von meiner Seite, arbeitet weiter, meine Brüder und Schwestern, bald schon wird der Sozialismus wieder unser sein!"

Was eine versprechende Ansprache!

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Pjotr tritt neben unseren König hin und verneigt sich: "Entschuldigt bitte die Störung, Eure Majestät, aber ich hätte da ein Anliegen meinerseits und meiner Freunde seits!"

"So?"

"Ja, und zwar... wir sind elf junge Böcke, scheuen weder Tod noch Kampf, unser Führer ist der Sozialismus - wir möchten als eigene Brigade in die Schlacht um den Kampf für die Freiheit ziehen!"

Die Worte haben ihn sichtlich beeindruckt, er legt den Kopf etwas schief: "Hm, hört sich gut an... wie alt seid ihr denn?"

Ohoh! "Wir sind sechzehn und älter!"

"Okey...", eine lange Pause, Sergei und Andrei bricht schon der Angstschweiß aus, "ja, ihr habt meinen Segen - ich bin und war nicht viel älter, als es mich in den Krieg zog, und ich habe viel gelernt... diese Erfahrung sollt ihr auch machen können, aber bedenkt bitte die Gefahren, die eine solche Entscheidung mit sich führt!"

"Ich bin entschlossen und habe keine Angst vor dem Tod, ebenso wenig wie meine Jungs!"

"Alles klar... du bist ihr Anführer?"

"Ja, Pjotr Gromow!"

"Gut Pjotr... ich befördere dich zum Anführer, wenn du volljährig bist und deine Freunde gut durch den Kampf geführt hast mache ich dich zum Leutnant - zu allererst aber einmal bist du ab jetzt offizieller Anführer der Jugendbrigade 1, meinen herzlichen Glückwunsch! Und ihr anderen, tretet doch bitte näher, ich möchte euch allen meine tiefste Dankbarkeit und meinen Segen aussprechen!"

Wow, das hat ja geklappt, und wie!

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Price und Marlin sowie ein Hufvoll treue Armisten erwarteten mich schon: "Wo steckt denn Robert?"

"Kommt gleich, hat noch was zu klären glaube ich... mit so einem Jungspund!"

"Wahrscheinlich Pjotr...", Price lacht sarkastisch, "ach ja, ich hab's versucht, hat nich geklappt!"

"Was hat nicht geklappt?"

"Das sind halbe Zicklein, und die wollen unbedingt mitkämpfen... ich hab's verboten, aber wie ich Robert kenne... nee nee nee!"

Da kommt er auch schon grinsend angetrabt: "Tolle Rede, ich ziehe meinen Helm... und, hat dich Pjotr um den Huf gewickelt?"

"Och nu seh das ma nich so streng, wenn die Jungs dabei sein wollen bin ich der letzte, der sie daran hindern würde - die sind alt genug, um für sich zu entscheiden... waren wir schließlich auch!"

"Na ja, also..."

"Hört auf zu streiten - viel wichtiger ist doch gerade, wo um alles in Down Under wir die versprochenen Waffen herbekommen sollen... aus unserer winzigen Schmiede bestimmt nicht, oder?!"

"Das frage ich mich auch... mit dem, was wir haben, ist der Bau von ausreichenden Maschinenpistolen eine echte Herausforderung... es tut mir leid, mein König."

"Ach, das macht doch nichts - ich habe euch außerdem nicht deswegen herbestellt, sondern weil ich euch genau dazu brauche, zur Waffenjagd!"

"Wie das?"

"Ist das Portal zur Menschenwelt fertig?"

"Ja, und betriebsbereit."

"Gut, dann geht's los!"

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Aus einem Gebüsch traten wir, eine Böschung hinab lag ein Güterbahnhof... und ich glaubte zu träumen, aber das war doch tatsächlich unsere Schnellzugdampflok, und auf dem Waggon dahinter thronte der treue Tiger aus Veckring, in Begleitung zweier T34-85! "Soso, Berlin Rummelsburg also... sach bloß hier gibt's was zu holen!"

"Der Zug da mit dem schicken Schwan geht in zwei Stunden in Richtung Sowjetunion, er wird da aber nicht ankommen."

"Ah, verstehe... und wie machen wir das?"

"Ganz ganz einfach!"

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Die drei Russen waren durstig und dementsprechend schlecht gelaunt... nen Zug bewachen ohne dabei Wodka genießen zu dürfen, was ein Dreck! Ihre beiden Kameraden da, die sahen schon besser drauf aus... "Genossen, habt ihr Wodka?"

"Oh, wir haben viel Wodka!", der eine öffnete seine Umhängetasche und offenbarte ein halbes Dutzend Flaschen, den Männern lief das Wasser im Mund zusammen, "und wir nehmen Zug, Offizier sagt er muss schon früher kommen zu Oder!"

"Wenn Offizier sagt ist gut!", klangen schon die verkratzen Pullen und der Alkohol floss in die Hälse... John und ich kletterten auf die Lok: "Dampfdruck okey, Wasserstand auch - boar, mein Kompliment, ne echt schicke Kiste!"

"Danke danke - und Abfahrt, wa?"

"Jo!", mit Getöse rauschten wir davon... und die Kommandantur schaute mit trüben Äuglein zu... auch sie hatten eine kleine Spende edlen Gesöffs erhalten!

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Zwischen zwei Telegrafenmasten hatten sie das Portal aufgespannt, mit Schmackes ging es hindurch - und zuhause landeten wir auf der Strecke nach Deep Down, ein schneller Weichenwechsel, ab zu einer stillgelegten Erzverladung weitab der bewachten Wege, dort angekommen erstmal verschnaufen: "Puh, das war... just in time!"

"Du sachst es... und wo steckt der Rest?"

"Siebenzackenstern!"

"Alles hat seinen Preis - da ist er schon."

Ziegen und Böcke traten aus der Dunkelheit, Robert und die anderen mit ihnen... geschwind wurden die Waggontüren aufgebrochen, und was wir fanden übertraf all unsere Vorstellungen: Bis unter die Decke stapelten sich MPs, Panzerfäuste, Maschinengewehre, kein einziger Karabiner, nur das Feinste vom Allerfeinsten! "Wenn wir jetzt keine Revolution schlagen können will ich kein König mehr sein!", lachte Robert strahlend mit seinem Lieblingsgrinsen im Gesicht.

Und dieses eine Mal war ich mir sicher, dass wir es schaffen würden!

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Die nächsten zwei Wochen verflogen wie im Flug. Waffen wurden verteilt und versteckt, unsere Freunde in Down Under bewiesen dabei immer wieder Kreativität - das ging soweit, dass einer seine MP40 als Lampenhalter getarnt hatte und das bei einer Hausdurchsuchung echt niemand gepeilt hatte! Apropos MPs, wir waren voll ausgerüstet: MP18, MP35, Suomi M31, STEN und Tommy-Gun, PPD40, Beretta M1938, PPsh-41, MP40 und MP41 und noch ein paar andere... wer unbedingt noch mit nem Karabiner kämpfen wollte konnte, aber wir hatten solche Massen an Alternativen, dass alles andere doch etwas unklug war! Munition war ebenfalls mehr als reichlich vorhanden, jeder der wollte konnte Schießen üben so viel und so lange er wollte... auf dem Übungsplatz war jedenfalls mächtig was los, und vor allem die jüngsten Kämpfer maßen sich hier wie die Bekloppten - Robert und Price lümmelten daneben, schauten zu, belehrten und feuerten an: "Na ihr beiden, schwer dabei?"

"Klar doch, muss ja, wa?", grinste mein König, "mittlerweile sind's so viele, dass wir noch ne neue Brigade aufgestellt haben, also nun ingesamt drei - irre, oder?"

"Drei Jugendbrigaden, ich glaube fast das ist Rekord...", brummte Price, "ey Gromow, guck lieber auf deine eigenen Hufe als auf die von Tschawanow!"

"Ist gut - HEY SERGEI, DU MUSST MEHR GEGENHALTEN, SONST REIßT'S DIR NACH OBEN WEG!!!"

"Der Junge hat aber auch einfach das Zeug zum Anführer, meinste nich auch?"

"Schon, überhaupt, diese Truppe... irre, die erste JB komplett!"

"Yupp, du sachst es."

Junge Böcke, die bereit waren ihr Leben für ein besseres Morgen zu geben, völlig versessen auf den Kampf... woher mir das nur bekannt vorkam... hach ja, Dinge änderten sich wohl nie... Leutnant Sand, ein Ziegenbock von Mitte Vierzig und Offizier der JB 2, trat neben uns und erkundigte sich: "Mein König, wie geben sich meine Jungs?"

"Och, gut s'weit - auch wenn ich finde, dass sie lieber mit MPs Schießen lernen sollten als mit Karabinern."

"Ich werde mit ihnen auch den Sturmangriff noch üben, keine Sorge, nur sehe ich in Präzision das A und O - ohne ist man in einer Schlacht leichtes Kanonenfutter!"

"Auch wieder wahr, na machen Sie mal, Sie kriegen das schon hin mein Gutster!"

Erleichtert trabte er wieder ab, jedem seiner Schützlinge genau auf die Hufe schauend und helfend, wo es nur ging... auf jeden Fall mehr Disziplin als der wilde Haufen von Pjotr, aber das war Roberts Bier, nicht meins.

Auch mal schön, nicht verantwortlich zu sein!

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10. Oktober 945

Die Vorbereitungen waren fast abgeschlossen, der Zeitpunkt schien noch ungünstig... eine Fuhre in die Stadt war aufgeflogen, zwei Rebellen verhaftet worden, die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Überall warteten die Ziegen auf das Zeichen ihres Königs, doch der ließ sich wertvolle Zeit... aber er tat es gut, die Lage beruhigte sich langsam wieder, es wurden gar Wachen aus den Gruben abgezogen - Vorhang auf für die revolutionsdurstigen Bergziegen!

Der Plan stand soweit: Es gab vier Kernzellen des Angriffs - die Straße nach Capra von Osten, den Güterbahnhof von Norden, Deep Down von allen Seiten und eben den Aufstand im Bergwerk, dazu die Unterstützung der Down Underer aus ihren Häusern heraus und als letzten eingeplanten Schritt den Zug, der die bis zu diesem Zeitpunkt siegreichen Rebellen ans Tageslicht der Stadt bringen sollte... ach ja, ganz vergessen, und die drei Panzer, für die unsere besten Querdenker etwas so Verrücktes ausgeklügelt hatten, dass es fast schon wieder an Irrsinn grenzte!

Aber schonmal eine Schlacht ohne geschlagen? - Wohl kaum!

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16. Oktober 945, 21:00 Uhr Ortszeit, letzte Lagebesprechung

Alle Rebellen waren ein letztes Mal versammelt, es hatten sich sogar etliche aus Down Under und Deep Down hergeschmuggelt! "So denn, ein letztes Mal!", eröffnete Price und erhob sich, "den Plan dürftet ihr ja mittlerweile alle in- und auswendig kennen, deswegen nur nochmal grob: Sobald die ersten Schüsse fallen geht es los, egal wie die Lage grad ist, ihr ballert auf alles, was Uniformen oder Treue-Auszeichnungen trägt, alles klar?!"

"ALLES KLAR!!!"

"Gut, dann auf eure Positionen - möge der Sozialismus mit euch sein!"

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Die meisten waren schon weg, im Lager nur noch wenige... der Angriff würde aller Wahrscheinlichkeit nach in zwei oder drei Tagen erfolgen, so genau wusste das aber keiner... wie schon gesagt, es kam ganz auf die Lage an. Die JB 1 war schon seit vorgestern weg... bei Edwart, wo sollte das hinführen, dieser übermütige Leichtsinn?! Price bemerkte meine gerunzelte Stirn: "Stimmt was nicht?"

"Ich mach mir um unsere Jungens Sorgen, sie sind so unberechenbar."

"Ich weiß, das ist nicht gut, aber ich habe sie kaum länger hier behalten können."

"Verstehe... solange Gromow nichts Unüberlegtes tut..."

"Jo, Gromow... das kann man echt nur hoffen... na ja, wir sehen uns dann auch in Down Under wieder, wa?"

"Jo, passt gut auf euch auf!"

"Machen wir, pass du mir gut auf Robert auf!"

"Keine Sorge, damit habe ich gute Erfahrungen gemacht."

"Hehe, stimmt... also denn, alles Gute euch beiden!", der T34 brummte schon ungeduldig, es roch schwer nach Diesel, er steig auf, "bis bald!"

Zum Abschied winkte ich ihnen nach, voller Spannung auf das, was uns bald erwarten würde. Und irgendwie ahnte ich auch schon, dass morgen unser großer Tag gekommen sein würde.

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17. Oktober 945, 9:16 Uhr, Ziegenschloss Down Under

General Heiko wurde etwas unsanft aus seinen süßen Weltherrschaftsträumen gerissen: "General, die Rebellen wurden gesichtet - auf der Straße nach Capra, sie sind mindestens hundert und haben Stellungen errichtet!"

"Ausgerechnet heute... schicken Sie zwei Battalione und eine Panzerdivision hin, wenn diese Landplage endlich genug Mumm hat um aus ihren Löchern zu kriechen und uns entgegen zu treten dann werden wir ihnen zeigen, was es bedeutet sich mit den unfehlbaren Generälen anzulegen!"

"Sehr wohl mein General!"

"Und lassen Sie die anderen wecken, ich berufe den Kriegsrat ein!"

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9:34 Uhr, außerhalb der Stadt in einem längst vergessenen Stollen

Kein Angriffsbefehl. Nichts! "Es ist zum Kotzen!", flucht Pjotr, "seit Tagen sitzen wir hier schon rum und tun nichts, nichts und wieder nichts, um zu warten dass unsere Freunde exekutiert werden!"

"Ja aber was sollen wir denn sonst tun?", will Alexei wissen, "Befehl ist Befehl, da..."

"Aber ich gebe die Befehle, und ich sage euch, dass wir sie uns jetzt vorknöpfen, jetzt oder nie!"

"Aber Price hat doch..."

"Price juckt mich nicht, es geht hier um ALLE Ziegen, begreifst du das nicht?!"

"Halt mal die Luft an!", mischte sich Andrei ein, "da hat Alex schon nicht ganz unrecht..."

"LEUTE, SIE TUN ES, SIE EXEKUTIEREN HEUTE UM ZEHN AUF DEM KORNMARKT!!!", schreit es da plötzlich und Oleg kommt atemlos in unser Versteck geschossen, "ich... ich habe... grade eben... erfahren..."

"Wusste ich's doch, das bringt das Fass endgültig zum Überlaufen - ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL, JETZT GEHT'S LOS, JETZT IST KRIEG, LANG LEBE DER SOZIALISMUS!!!"

"URRRRAAAHHHHH!!!" - "KOMMT FREUNDE, MACHEN WIR SIE FERTIG, FÜR DEN KÖNIG, FÜR DIE ZIEGEN, FÜR DEN SOZIALISMUS!!!"

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9:40 Uhr

Matthias, Willibald und Karl-Heinz saßen bereits mit schlechtester Laune am großen Tisch - bock hatte ja aufstehen müssen wegen dieser elenden Landplage! - als Heiko, Wolfgang, Uwe, Ralf, Johann und Jörg hinzugesellten und setzten: "Treue Weggefährten, es sieht ganz danach aus, als ob die Aussätzigen sich zusammengerottet haben und einen Angriff gegen uns planen, wenn sie nicht schon dazu geblasen haben! Ich schlage deswegen vor sofort alle verfügbaren Soldaten und Milizen in Alarmbereitschaft zu versetzen und alle Einheiten um das Doppelte zu verstärken, dazu Schutzstufe III - wäre doch gelacht wenn wir sie damit in die Flucht schlagen!"

Begeisterte Zurufe, so wurd's gemacht!

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10 Uhr

Der Hauptmarkt ist unser Ziel, hier finden die Hinrichtungen statt... die Toten werden hängen gelassen, bis man die Schlingen für neue Hälse braucht, und danach in einem Massengrab beerdigt - so eine miese Sauerei, so ein bodenloses Foltern der Gestorbenen, und wie das manchmal stinkt! Die meisten meiden den Platz sowieso, da öffentliche Versammlungen verboten sind halten sich die Zuschauer auch meist in Grenzen, wenn sie nicht grade scharf auf Kugeln in ihren eigenen Köpfen sind... Pjotr ist entfesselt, er marschiert schnurstraks auf den Galgen zu, wo drei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesene Ziegen soeben ihre letzten Worte schlottern, rammt eine Wache aus dem Weg und brüllt: "HEY DU ARSCHLOCH, IHR HABT DIE FALSCHEN ERWISCHT, DIE WAHREN BEFREIER STEHEN VOR EUCH!!!"

Und bevor auch nur einer sein Gewehr heben kann durchschlägt das Projektil seiner Tokarev den Schädel des Henkers, unsere MPs fliegen unter den Mänteln hervor, in alle Richtungen zerfetzt das Trommelfeuer die Soldaten der Generäle, wütende Schreie ausstoßend wird alles niedergeballert, was die verhassten dunkelroten Uniformen trägt, kein einziger entkommt dem Massaker. Ungläubig blicke ich um mich, der Lauf meiner MP40 glüht, Leichen säumen den Platz. Fenster werden aufgerissen, neue Kampfesschreie zerbrechen die Stille, Waffen werden aus Verstecken gerissen, die Bürgermiliz tritt in Aktion, stürmt aus ihren Häusern und verschwindet in den umliegenden Straßen, von überall her hört man nun erste Schüsse.

"Vassi, bist du okey?!", ruft Andrei herüber, ich nicke mechanisch... hinter einem Kistenstapel kriecht ein Generalsarmist hervor und rennt davon, unwillkürlich hebe ich meine Waffe... und drücke nicht ab, ich kann einfach nicht - WÄNG!!!, der Flüchtige klatscht auf das Straßenpflaster und regt sich nicht mehr: "WAS SOLLTE DENN DER SCHEIß?!?!", brüllt Gromow, "BIST DU ZU BLÖD ZUM SCHIEßEN ODER HAST DU ETWA MITLEID MIT DIESEN HUNDESÖHNEN?!?! DAS WERDEN SIE MIT DIR AUCH NICHT HABEN!!!"

"Schon gut, er hat's kapiert!", beruhigt ihn Dimitri, der beim Losschneiden der zum Tode Verurteilten hilft, die ihr Glück kaum fassen können: "Was... was... ist... seid ihr die Rebellen?!"

"Wir sind die Erste Jugendbrigade, und wir sind gekommen, um den Sozialismus zurück in unser Land zu bringen! LANG LEBE DER KÖNIG, LANG LEBE DOWN UNDER!!!"

"LANG LEBE DOWN UNDER, LANG LEBE DER ROTE OKTOBER!!!"

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Zur gleichen Zeit auf der Straße nach Capra

Die "Stellungen" der Rebellen waren kaum auszumachen, insgesamt sechs MG 42 überwachten den langen und breiten Höhlengang, eine versteckt im hohen Gras, die anderen an strategisch günstigen Positionen hinter Felsen oberhalb des Weges, dazu vierunddreißig Böcke und drei Ziegen inklusive John Price - das würde was werden, da war der junge Anführer sich sicher! Bislang regte sich nichts, aber das konnte sich ganz schnell ändern... da, das Zeichen eines Observationspostens, da kam was! "Zwei... heiliger Edwart, zwei Battalione und Panzer!", keuchte sein Adjudant fassungslos, "das sind viel zu viele, das schaffen wir niemals!"

"Sag niemals nie, sie mögen vielleicht mehr sein, aber sie sind dumm und haben keine besonders schlaue Taktik, sie werden einfach angreifen, wenn sie uns sehen."

"Aber das ist es doch!"

"Nein mein junger Freund... denn sie werden uns nicht sehen!"

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In den Straßen

Das war ein Tohuwabohu, überall Generalssoldaten, die gar nicht wussten, welche Flanke sie eher verteidigen sollten, weil sie einfach von allen Seiten attackiert wurden! Und wie sie das wurden, wie wütend waren all die unterdrückten Böcke und Ziegen, wie erbost über all die Repressalien, all die Unterdrückung, all die Toten - doch jetzt waren sie am Zug, dem verhassten Regime ihre wahren Herzen, die Herzen der Freiheit zu zeigen! Zwei Dutzend Armisten bahnten sich im Laufschritt ihren Weg die Hauptstraße hinauf, als plötzlich aus allen Ecken, aus jedem noch so kleinen erdenklichen Versteck die mutigen Genossen sprangen und ihre MPs sprechen ließen, bis ihre Magazine leer geschossen und alle Feinde zu Cyro in die Hölle geschickt waren!

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10:08 Uhr, im Nordwesten der Stadt

Leutnant Sands große Stunde, nein besser, die Stunde seiner Jungs, der JB II, war gekommen, zwar früher als erwartet, aber nicht ohne Vorbereitung: "Jungs, es ist soweit - denkt immer an das, was ihr in eurem Training gelernt habt, und vergesst die wichtigste aller Regeln im Kampf nicht!"

"Niemals im offenen Feld kämpfen!"

"Genau so ist es - möge der König mit euch sein!"

Sie bezogen Stellung in zwei Querstraßen zur Bahnhofsallee, um vorrückende Truppen zum Güterbahnhof effektiv zu stoppen. Karabiner wurden geladen, die Madsen-LMG bereit gemacht, die übrigen Jungböcke - Jan Dose, Ronni Asbek und Jonas Kless - trabten im Laufschritt ab die Panzerfäuste holen... noch tat sich nichts, aber das konnte sich jeden Moment schlagartig ändern. Sebastian Anderson trommelte nervös mit den Hufen an dem Geländer neben sich, was seinem Freund Elliot Lassen dann doch irgendwann auf den Sack ging: "Würdest du bitte deine musikalische Wartezeitüberbrückung unterlassen, es geht mir fett auf die Hörner!"

"Sorry, ich bin so verdammt fahrig!"

"Merk ich schon du alter Zappelphillipp!"

"Hört auf euch zu streiten!", ging Jan Holm, der zweite Offizier, dazwischen, "wie alt seid ihr und was seid ihr?!"

"Schon gut, passt schon."

"Will ich aber auch meinen!"

"Der hat so nen Stock im Arsch!", grinste Jesper Naskarrov zu seinem Mitstreiter Ari Justesen etwa zehn Meter auf der anderen Seite des Weges hinüber, "wenn hier einer auf megastrengen Erzieher macht dann ja wohl er!"

"Habt euch ma alle nicht so!", tadelte ihr Leutnant von hinten und die beiden erschraken mächtig, "seht ihr, wenn ein Soldat abgelenkt ist achtet er nicht mehr auf seine Umgebung, und das ist sein Todesurteil!"

"Ja Sir, entschuldigung Sir!"

"Nicht dafür, macht es heute einfach besser, da gibt's sonst kein Pardon... passt gut auf die Straße auf, ich seh mal nach den anderen." Durch einen Huf gelangte Gustav Sand hinüber zum Rest der Truppe, genauer gesagt Joachim Lundgren, Jannik Hartz, Lars Kohlberg und Tobias Linde: "Na, alles klar hier bei euch?"

"Ja, alles in Ordnung, die Generalssoldaten sollen nur kommen!"

"Freut euch nicht zu früh, das werdet ihr später bereuhen - denkt daran, es ist Krieg, und es geht hier nicht um Heldentaten, sondern ums Überleben!"

"Ja Sir!"

"Gut, dann seid bereit, ich kundschafte die Lage aus, bis später."

"Bis später, Sir!"

Kaum dass Sand weg war atmeten die Jungschen auf... es war doch anstrengend mit ihrem Anführer, aber desto mehr liebten sie ihn, vertrauten seinen weisen Worten und setzten auf seine Taktik, denn so ganz kopflos in die Schlacht zu stürzen hatte noch keinem gut getan!

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10:10 Uhr, Kornmarkt

Von überall her klingen die entfesselten Rufe der Vergeltung, locker zwanzig Soldaten haben unsere Unterstützer schon weggefetzt und in ihrem Blut auf der Straße liegen lassen, dazu stehen erste Sperren und Hindernisse, Häuser sind zu Stellungen erklärt. Pjotr hat dabei das größte und hervorstechendste im Auge: "Da ist es, das Haus der Arbeiter und Bauern - LOS FREUNDE, HOLEN WIR ES DEN RECHTMÄßIGEN BESITZERN ZURÜCK, ATTACKE!!!"

Selbst mich erfasst die Euphorie dieses außergewöhnlichen Angriffes, mit unserem "URRRRAAAHHHHH!!!" stürmen wir über den leeren Platz, das Haupttor ist verschlossen, Wladimir orgelt ein ganzes Magazin aus seiner BAR rein, dann rammen Jegor, Oleg und Michail das Blatt auf, der Rest fällt ins Innere ein und nimmt die von den Generälen entsendete Belegschaft als Geiseln, nur wenige Schüsse fallen, drei sind tot: "HUFE ÜBER DIE KÖPFE UND AN DIE WAND, WAFFEN WEG, WER NICHT SPURT WIRD ABGEKNALLT!!!"

"Bitte verschont uns, bitte lasst uns am Leben!", oh man, das ist ein erbärmlicher Haufen, das wäre ja sogar mir peinlich! Pjotr sieht das natürlich noch krasser, die Jammerbeule kriegt erstmal einen Huf in den Bauch und wird mit dem Kopf gegen eine Tischkante geknallt, dann ist Ruhe, aus einem blutenden Mund kommt nur noch ein leises Wimmern hervor: "ALLE AN DIE WAND, AN DIE WAND SAGTE ICH!!!"

Dimitri und ich sichern derweil den aufgesprengten Eingang: "Das ging besser als ich dachte!"

"Du sachst es, da hatten wir echt Schwein... bloß gut, dass die so gut wie unbewaffnet..."

DA-DA-DA-DA-DA-DA-DA-DA-DAM!!!, erschrocken fahren wir herum, und was wir erblicken macht mich absolut fassungslos.

Alle Gefangenen sind tot, durchsiebt von den Kugeln unserer Brüder.

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10:13 Uhr, Straße nach Capra

Acht Panzer. Ein T-30, zwei T-28, zwei Mark IV, drei Renault FT-17. Acht Panzer. Und mehr als genug Panzerfäuste! John gebot seinen Rebellen Einhalt, noch waren sie nicht nahe genug dran. Sein Adjudant schwitzte, auf den ersten Schuss seines Anführers würde es losgehen! "Und denk immer daran, bleib bloß in Deckung, im offenen Feld rumzurennen ist so gut wie Truthahnschießen!"

"Ja, danke, mache ich!", hauchte es neben ihm, "ich... ich hoffe bloß, dass das gut geht!"

"Ach, keine Bange, vertrau mir...", lachte Price und visierte den führenden Mark durch das ACOG seiner Lahti L-39-Panzerbüchse an, "sodella, denn wollen wir mal... na kommt schon, noch ein Stückchen... uuuuuund..."

WÄNG!!!, der Schuss saß, durchbrach die Panzerung und drang mitten in den Motor, traf auf die empfindliche Nockenwelle und teilte sie wie ein Messer ein Stück Butter - ohne Antreib bremste der englische Tank scharf ab, der dahinter rollende T-30 konnte nicht mehr rechtzeitig in die Eisen gehen und fuhr voll auf, die darauf sitzenden Generalssoldaten machten den unsanften Abflug. Aus dem dichten Gras brach das MG-42-Sperrfeuer los, dazu kamen die hinter den hohen Büscheln unsichtbaren Freiheitskämpfer, die alles aus sich und ihren Waffen rausholten und auf den Eingangsstreich bereits locker die Hälfte der Angreifer hinweggefegt hatten - dazu kamen jetzt die Unterstützer mit ihren schweren Panzergranaten, denen nicht ein Fahrzeug entging.

"WIR ERGEBEN UNS!!!", gellte es durch die dichten Rauchschwaden, die Rebellen hielten inne, Price trat mit erhobener Waffe auf den letzten noch einigermaßen intakten T-28 zu, aus dessen Inneren ihm zwei recht bekannte Hufe entgegen gestreckt wurden: "Rauskommen!"

In Zeitlupe wagte sich Fritz ans Tageslicht und starrte benommen in die Mündung von Johns Luger: "Schönen Gruß an deine Verräter nachher - und richte ihnen einen schönen Gruß von Dirk aus!"

PENG!!!

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10:14 Uhr, JB II

Vogelgezwitscher und diese verdammte trügerische Stille... Seb Anders ganzer Körper vibrierte mittlerweile vor Aufregung, Elliot sparte sich die Schelte und lenkte sich mit dem Gedankne an ein kühles Bier ab, was die Demse unter seinem Helm bestimmt ein wenig abgedampft hätte - da, der erste Feindkontakt, gleich noch einer, und... PENG! - "AHHH!!!", Treffer versenkt!

PENG!, auch sein Freund erwischte einen mitten in den Schädel, zwei weitere versuchten die Verletzten aus dem Feld zu ziehen, die Madsen blies ihnen ohne viel Anstrengung die Lichter aus: "Year, sauber!"

Sand hörte die Schüsse gerade auf dem Weg zwischen den beiden Positionen und beeilte sich schnellstmöglich zum MG zu kommen, die rechte Flanke bekam es derweil mit einem LKW voller Milizen zu tun, doch die harte Übung der jungen Böcke zahlte sich voll aus, sie machten Runde um Runde! Dafür bekamen ihre Brüder es mit etwas weitaus Schwererem zu tun: "PANZER!!!"

Die Madsen gab alles, gegen einen T-30 weniger hilfreich: "SIE SIND ZU NAH, ZIEHT EUCH ZUÜRCK!!!"

Jetzt ging's um die Wurst, schnell wie die Hasen gaben Holm, Naskarrov und Justesen Fersengeld und positionierten sich hinter der nächsten Biegung neu: "Lassen, Andersen, kommt endlich, gebt ihnen Deckung!"

So gut es ging ballerte Jan ihnen die Bahn frei, und trotz des heftigen Sperrfeuers der Gegner erreichten die beiden sicher die neue Stellung: "Haltet sie so lange auf wie ihr könnt, wenn der Panzer zu nahe kommt lauft um euer Leben!"

"Ja Sir!"

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10:15 Uhr, Bergwerk

Auf den Sohlen 6 und 7 schmissen die Bergziegen ihre Werkzeuge hin und gingen in Streik, kurz darauf trafen die Aufseher ein, natürlich mit Präsenz ihrer tadellosen Karabiner: "HEY, WAS ARBEITET IHR NICHT?!?! WOLLT IHR ETWA FÜR VERWEIGERUNG ERSCHOSSEN WERDEN?!?!"

Ein besonders Irrer trat vor und grinste: "Nein, aber ihr für eure Verbrechen!"

Und bevor ihn auch nur einer hatte anrührer können brachen von überall bewaffnete Rebellen hervor und machten Hackfleisch aus dem Abschaum! Mehr Waffen wurden in die Hufe genommen, und ab ging die Post, die Revolution war nun auch in den tiefsten Stollen eröffnet!

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"Fast zeitgleich wurde Deep Down angegriffen und nur wenig später befreit... tjaja, das ging etwas fixer als hier..."

"Ja genau, was war denn nun mit Vassilief?"

"Mit Vassi... tja, Vassi und Gromow hatten just in time eine kleine Diskussion..."

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"Du kannst doch nicht einfach unbewaffnete Gefangene erschießen, bist du eigentlich vollkommen übergeschnappt?!", schreie ich Gromow an, die anderen lachen, "UND IHR HALTET BESSER EURE MÄULER, IHR SEID NICHT BESSER!!!"

"Was hat dich zu interessieren was ich für Befehle gebe?", kommt es kalt zurück, "ich wäre an deiner Stelle lieber vorsichtig, was ich von mir gebe, Smoljakow, sonst bis du der nächste für deine Befehlsverweigerung vorhin!"

"Ich frage mich echt wie ich dich als Anführer akzeptieren kann - du bist nicht besser als die Generäle!", sein Huf spielt gefährlich nahe bei seiner Pistole, "na los doch, beweise allen was für eine miese Sau du doch in Wahrheit bist und knall mich am, so wie ich es verdient habe, mach schon!"

Natürlich habe ich Muffensausen, und wie, er ist verdammt nochmal unberechenbar, und vielleicht wäre es wirklich besser gewesen einfach die Klappe zu halten, zu spät, zu spät! Die anderen haben den Atem angehalten, Dimitris MP entsichert sich, keiner wagt auch nur einen Schritt - plötzlich kracht eine Tür auf, ein Soldat bricht in den Raum, aus seinem Karabiner löst sich ein Schuss. Gromov reißt seine Waffe in die Höhe, Jegors PPsh ist schneller und durchlöchert den Feigling, ebenso den dahinter befindlichen Armisten, Wladimir und Michail stoßen sofort vor und erledigen die verbliebenen zwei im Keller... ich stehe geschockt da, unfähig etwas zu sagen... ein irrer Schrei von Andrei: "NEEEIIIN, ALEXEI!!!"

Ich will es nicht sehen, ich kann es nicht sehen, und doch drehe ich mich unwillkürlich um... was ich sehe... ich wünschte, mein Körper hätte mir gehorcht. Alexei liegt am Boden, eine tiefe Wunde in seiner Brust, aus der literweise Blut quillt, sein Fell ist durchnässt davon... Andrei versucht panisch die klaffende Wunde mit beiden Hufen zuzudrücken, es ist zwecklos, wir haben ja nicht mal einen Erste-Hilfe-Koffer dabei... "ALEXEI, BLEIB BEI UNS, HÖRST DU, DU DARFST JETZT NICHT STERBEN, DU... du... d-du..."

Dimitri zieht Andrei an sich und drückt ihn so fest er kann an sich, Tränen schießen unserem Bruder wie Sturzbäche das Gesicht hinab, ich sinke kraftlos auf die Knie und rutsche gegen die Wand, es ist zu spät... er... Alexei ist tot.

Pjotr und der Rest der JB starren fassungslos seine Leiche an, so als könnten sie nicht glauben, dass er wirklich tot ist... einfach so, einfach weg! "A... alexei..."

Doch der antwortet nicht, Oleg bricht schluchzend zusammen, die anderen weinen leise und trauern mit uns... trauern um unseren treuen Weggefährten, der im Kampf für die Freiheit sein Leben riskiert und gegeben hatte.

War sein Opfer das wert gewesen?

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Etwa zeitgleich

"VERDAMMT NOCHMAL, WO SIND DIE PANZERFÄUSTE?!?!"

"UNS LÄUFT DIE ZEIT DAVON!!!"

Elliot gab alles, aber viel mehr als das was er ohnehin schon tat war aus seinem Mauser einfach nicht rauszuholen, Präzision hin oder her! Wenn die Sardinenbüchse noch ein paar Meter näherkam war er aus, dann kannten sie ihre Position und die Häuser in Umgebung würden sich warm anziehen dürfen! "Letzte Runde!", meldete Seb, "verfluchter Dreck, gleich sind wir geliefert!"

"NICHT OHNE UNS!!!", erschallte es, sie fuhren herum - da kamen die Kuriere! "DAS WURDE AUCH ALLERHÖCHSTE EISENBAHN, NA LOS, HER MIT DEM PANZERSCHRECK!!!", brüllte Holm, übernahm und - bekam eine Kugel in den Rücken: "AHHH!!!"

"Scheiße, sie haben Jan erwischt!"

"SEH ICH, LOS, HER MIT DER FAUST!!!"

"ICH KANN NICHT, SIE LIEGT MITTEN IM SPERRFEUER!!!"

Elliot war sich bewusst, dass ihnen nur diese eine Chance blieb, also fasste er seinen Freund bei den Schultern und rief: "GEBT MIR ALLE DECKUNG DIE IHR HABT, ICH HOL DAS DING!!!"

"BIST DU IRRE, NIEMALS INS OFFENE FELD RENNEN!!!"

"WEIß ICH, ABER ES MUSS AUSNAHMEN GEBEN, DIE BESTÄTIGEN DIE REGEL, NA LOS, KOMMT SCHON!!!", die anderen nickten sich auffordernd zu und holten alles aus ihren Knarren raus, ihr Bruder nahm Anlauf, hechtete die wenigen Meter zur alles entscheidenden Wumme, bekam sie zu fassen und landete ohne einen Kratzer auf der anderen Seite hinter dem Kistenstapel in Jesper und Ari, rappelte sich so schnell er konnte auf, visierte den Stahlkoloss an und drückte ab. Die Rakete schoss geradewegs auf ihr Ziel zu und traf es mitten ins Schwarze, genau in die Lücke zwischen Turm und Korpus. Die Detonation war unbeschreiblich, ihre Wucht klatschte umstehende Soldaten gegen die Häuser, andere wurden vom Schrapnell durchbohrt, ein meterhoher Feuerball erhob sich über der Stadt: "Fuck, irre!"

"DU HAST IHN, DU HAST IHN!!!"

"Ich habe ihn, verdammt nochmal - NA LOS, KNALLEN WIR SIE AB!!!"

"JAAA!!!", heulte es begeistert, die Jungböcke sprangen aus ihren Verstecken und räumten die Bahn für ihre Volksgenossen frei, so und nicht anders, auuu year!

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10:19 Uhr, Ziegenschloss

Einem Eilboten war die unangenehme Aufgabe zuteil geworden, die schlechten Neuigkeiten zu überbringen - er konnte nur hoffen seinen Kopf behalten zu dürfen, wenn er seinen Herrschern so unter die Augen trat! Die Wache trat beiseite, er ein, die zwölf Generäle befanden sich überall im ehemaligen Thronsaal, der ja nun als ihre eigene Ruhmes- und Regentschaftshalle diente, und waren so merkwürdig im Raum verteilt - einer energisch auf und ab schreitend und dabei grübelnd, drei auf ihren Stühlen mit äußerst gelangweilten Mienen, fünf bei einer großen auf dem Tisch ausgebreiteten Karte mit einigen hohen Offizieren, die restlichen zwei an den Fenstern, die Blicke in der Ferne: "Meine Generäle, ich habe eine Botschaft von... von General Fritz!"

Das reichte, um alle völlig in seinen Bann zu reißen, jegliches Getue brach sofort ab, vierundzwanzig Augen guckten ihn erwartungsvoll an, na ganz toll! "Die... sie haben es nicht geschafft, die Rebellen waren in der Überzahl... sie sind alle tot, und in den Straßen toben die Kämpfe!"

Fassungsloses Schweigen, weit aufgerissene Münder - was auch immer da gerade passiert war, es hätte niemals so weit kommen dürfen! "Fritz ist tot?!"

"Der General ist tot, ja."

"Dann werden wir keine Zeit mehr verlieren - MOBILISIERT ALLE VERFÜGBAREN BÖCKE SOFORT, DIESER AUFSTAND MUSS UNVERZÜGLICH NIEDERGESCHLAGEN WERDEN, KOSTE ES WAS ES WOLLE!!! KANONEN, PANZER, LASST ALLES AUF DIESE HUNDE LOS, WAS UNSERE ARSENALE ZU BIETEN HABEN, VERNICHTET DIESEN ABSCHAUM!!!"

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10:25 Uhr, zurück in den Straßen

Die Schlacht zwischen Volk und Generalstruppen war voll entbrannt. Überall fetzten sich kleine Trüppchen mutiger Rebellen mit den übermächtigen Milizionären und brachten ihren schwere Verluste bei. Ganz klar im Vorteil mit ihren deutlich huflicheren Maschinenpistolen, mobiler und ortskundiger setzten sie den Soldaten in Dunkelrot schwer zu - da gab es drei, die nahmen mutig dreiundzwanzig Angreifer unter Beschuss und flohen in ein Haus, der Besitzer wartete schon auf sie und verbarrikadierte die Fensterläden mit einem dicken Holzbalken, auf gleiche Weise waren auch die anderen möglichen Eingänge zuvor gesichert worden. Während nun die Soldaten die Tür einzuschlagen versuchten machten die Nachbarn auf der anderen Hofseite ein MG 34 scharf und fielen der Abteilung mit aller Härte in den Rücken... tja, wer sich untereinander kennt, mag, hilft und abspricht, der hat eben was von Taktik!

Ach ja, und unvergessen...

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Der Offizier war sich bewusst, dass seine Böcke umgeben von potenziellen Feinden waren und diese mit ihrer Umgebung aufs Äußerste verschmolzen und vertraut waren - immerhin hatten sie sich schon durch eine Straßensperre geboxt, wenn auch zum hohen Preis von vierzehn Toten, aber noch siebenundvierzig unbezwingbare Gefährten mit besten Präzisionskarabinern, angeführt von ihm, würden die fliehenden Rebellen bald eingeholt und vernichtet haben! Dummerweise verlor sich deren Spur an der nächsten Kreuzung, so ein Pech aber auch! "Oh Herr Hauptmann, sind Sie hinter diesen schrecklichen Verrätern her?!", eine Ziege streckte ihren Kopf vorsichtig aus dem Fenster neben ihnen hervor, "sie sind da lang, nach rechts!"

"Danke sehr, kommt Jungs, die schnappen wir uns!", rief er euphorisch und stürmte weiter, gefolgt von den anderen - wie gut, dass alle Loyalisten ihre Anstecker trugen, sonst wäre ihr ja nicht zu trauen gewesen!

Wie aufs Stichwort löste sich hinter ihnen das von einem Toten geklaute Metallabzeichen vom Umhang der Trägerin, die gemütlich die Brennholzkiste für den Ofen aufklappte, daraus eine Lewis Gun entnahm, diese auf das Fensterbrett stellte und allesamt binnen weniger Sekunden umrasierte - like a boss!

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10:27 Uhr, Haus der Arbeiter und Bauern

Ich schimmle auf ein paar mit Stroh gefüllten Mehlsäcken und bewache den Hintereingang. Alleine. Selbst Dimitri ist mir jetzt einfach zu viel, ich will keinen von ihnen sehen oder hören, einfach nur alleine sein und nachdenken. Nachdenken über diesen Krieg, nachdenken über Alexei, den wir in aller Eile unter der großen Eiche im Kräutergarten bestattet haben. Wenn die Generäle mit schweren Geschützen auffahren können wir einpacken, das gebe ich Pjotr auch gerne schriftlich, aber er will es einfach nicht wahrhaben, und die anderen folgen ihm so gut wie blindlings, selbst Dimitri! Ich verstehe es einfach nicht, wie können sie nur... egal, nicht mein Problem... noch steht es mir offen der JB zu entfliehen, die Tür ist offen und nur drei Hufschritte entfernt... aber dann, so ganz alleine da draußen, irgendwo zwischen den Fronten? - Vielleicht auch nicht ganz so schlau... hach, was bloß tun?!

Nahe Schüsse reißen mich aus der Melancholie, klick-klack, MP scharf, ich wälze mich auf den Boden und robbe vorwärts, die kleinen Glasscherben draußen verraten mir keine Überraschungsfeinde von links oder rechts der Pforte, vorsichtig taste ich mich bis ganz an die Kante des Rahmens und visiere die Straße hinter dem kleinen Park an. Sekunden verstreichen zähe langsam wie gefühlte Stunden, das Konzentrieren fällt mir schwer, die Sonne blendet mich - da, eine in einen Kapuzenmantel gehüllte Gestalt mit STEN-Gun hastet sichtlich in Bedrängnis in einen Hauseingang und erwidert von dort aus das Gegenfeuer der ihr folgenden Generalssoldaten, ich halte drauf, vier erwische ich im Lauf, Nummer fünf macht kehrt und geht hinter einem Transportwagen in Deckung, ein gut gezielter Schuss verfehlt mich nur um Haaresbreite, dafür ist der Unbekannte jetzt in Ziellinie und schaltet ihn mit zwei schnellen Stößen aus. Komm rüber verdammt!, signalisiere ich hektisch, er zögert, wahrscheinlich sind noch potenzielle Angreifer im Feld - dann gibt er Fersengeld, springt über die Hecke, rollt sich ab und kommt mit Vollgas auf mich zu, der ich derweil den Rest der Verfolger in Grund und Boden plätte. "Rein mit dir!", ein Satz über meinen Kopf und Bruchlandung in dem Sackhaufen, der letzte Armist hält sich wacker, ich verbrate locker zwanzig Schuss, bis ich ihn endlich habe: "Boar, das war heftig... alles klar bei dir, du Irrer?"

Statt einer Antwort schnauft der Glückspilz erstmal durch und streift sich den Deckel vom Kopf... und ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus - das ist ja eine Sie, und sie ist bestimmt nicht älter als ich, woaaar! "H... hi du, ich... ich bin Vassilief, und... und du?"

"Katja... Katja... danke, danke für die Rettung... das war echt arschknapp!"

"Kannste wissen, und keine Ursache!", ich nehme ihr freundlich lächelnd ihr Cape ab, "sonst alles okey oder hat's dich irgendwo erwischt?"

"Geht schon, ich bin nicht aus Zucker, aber trotzdem danke."

"Jut jut, dann... was hast du denn so ganz alleine da draußen gemacht?"

"Hab meine Gruppe verloren... zwei hat's erwischt, als wir uns trennen mussten."

"Oh, das tut mir leid, wir haben auch schon einen Freund verloren."

"Ja... es ist nicht zu ändern... wie viele seid ihr hier?"

"Mit mir noch zehn... ja, wir sind die Jugendbrigade eins."

"Ach, das seid ihr?"

"Ja, das sind wir."

"Kann ich... kann ich vielleicht bei euch bleiben, bis ich meine Leute wiedergefunden habe?"

"Da fragst du noch?! - Na klar doch, bei uns ist immer ein Plätzchen frei!"

"Oh danke!"

"Keine Ursache, gern geschehen - komm, lass uns mal den anderen Bericht erstatten gehen, meinste nich auch?"

"Gerne!"

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach oben, beide nicht ganz unglücklich den jeweils anderen getroffen zu haben.

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10:30 Uhr, an der Capra-Brücke

John war sich der Wichtigkeit dieses unscheinbaren Bauwerkes voll bewusst - gesprengt hieß es für sie schwimmen, was insbesondere ihre Gewehre weniger gut fanden... dummerweise bewachte eine kleine Einheit Grenzer den alles entscheidenen Punkt, die unter der Brücke befestigten Ladungen deuteten schwer auf die nahezu ausweglose Patt-Situation recht offensichtlich hin - was tun?! "Captain Price, was sollen wir tun, wir können hier nicht ewig bleiben, sie werden neue Truppen schicken und wissen jetzt wo wir sind!"

"Ich weiß, ich weiß... wenn ich doch bloß wüsste wo... einen Augenblick mal, Josh, gib mir mal den Feldstecher bitte!"

Sein Adjudant kam dem Wunsch umgehend nach, er schaute noch einmal genauer, und tatsächlich, sie waren es! "Sie sind es, bei Edwart, da kommen unsere Panzer - das Funkgerät, schnell!"

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Panzerkommandant und Battaillonsführer Oddball war schon immer als irrer Hund bekannt gewesen, aber dieser geniale Geniestreich setzte seiner Verrücktheit die Krone auf - der machte sogar Robert schon Konkurrenz, denn seine beiden T34-85 und der Königstiger waren längst innerhalb der Stadtgrenzen, aber keiner ahnte das auch nur im geringsten! Auch wenn seine Mitstreiter sich dem bewusst waren konnten sich die wenigsten darüber freuen... "Ach leck doch nen Schatten, die Dichtung ist schon wieder leck!"

"Keine Sorge, streich einfach noch nen bischen Teer drüber, wenn nich is auch nich schlimm, das bischen Wasser macht uns kaum nasse Hufe, wir sind ja auch gleich da - Kelly, wie schaut's aus?"

"Jo, die Brücke ist in Sicht, so langsam sollten wir hochgehen hier... Drecksmist, da ist nen Posten, dreißig Grad links, und haufenweise Sprengsätze!"

"Das dürfte Price sicher interessieren...", wie auf Kommando schrillte der Funkempfänger: "Ja, hier der querdenkende und rebellenpanzerbefehlende Sergant Oddball?"

"Hier Captian Price, wo sind Sie?"

"Kurz vor dem Checkpoint Capra, da hampeln noch ein paar Idioten rum, ich und meine Jungs erledigen das."

"Gut, aber sorgen Sie dafür, dass die Brücke intakt bleibt, sie darf auf keinen Fall einstürzen, haben Sie das verstanden?!"

"Laut und deutlich, ich bemühe mich bestens, over."

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"Hat er einfach aufgelegt?!"

"Er ist halt Oddball - na ja, das wird schon werden, so lange müssen wir uns wohl oder übel noch gedulden und das Schauspiel genießen."

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Die Mähne des Boten war schweißnass, sein Herz raste, endlich an der Brücke angekommen musste er sich erst einmal abstützen und durchschnaufen nach diesem verdammten Gewaltgerenne! Und gönnte man ihm nicht mal die eine Minute Regeneration, nein, schon war der befehlshabende Offizier da und löcherte ihn mit Fragen: "Wie lauten die Anweisungen der Generäle, nun sagen Sie schon!"

"Verteidigen... halten... nicht sprengen... Panzer... kommen bald... mit allen... verfügbaren... Mitteln... halten..."

"Gut, ruhen Sie sich etwas aus."

"Danke... danke...", weg war der Störenfried, fertig sank Mister Post auf das steinere Brückengeländer und drehte den Kopf zum Fluss. Das Wasser schillerte im hellen Morgenlicht, nur das darauf treibende Holz störte die Idylle - und wie viel das war, da musste aber wer gewütet haben!

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Eine Meldung an beide T34, Big Joe im ersten empfing die seinige: "Auftauchen rechts!"

"Auftauchen!", gab er bester Laune weiter, Willard riss das Ruder herum, Mulligan schmiss den Motor an und gab Stoff, noch griffen die Ketten schlecht bis nicht, doch je näher sie dem Ufer kamen desto mehr gruben sich die Glieder in den klebrigen Schlamm. Mit einem Mordsgetöse fraß sich ihr Panzer aus der Tiefe und schraubte sich langsam aber sicher die Böschung nach oben, ihr Tarn- und Floßholz rutschte vom schlanken Turm, Dankhopf an der Kanone hatte freies Schussfeld: "Wir sind draußen, was nun?"

"Wir kümmern uns um die Brücke, sichert ihr die Straße in die Stadt!" - KA-BUMM!!!, passé war das Wachhäuschen, das Front-MG von Oddballs Tiger jagte die paar verbliebenen Infanteristen zur Hölle, auch Gutowski war nun raus aus dem Fluss und hinter ihnen her, Big Joe rollte bis auf das Pflaster des Weges und stoppte: "T-28!"

"FEUER!!!"

BÄNG!!! - KA-WUMM!!! - "Volltreffer, vorrücken!"

"Oddball, wo sollen wir auch euch warten?"

"Braucht ihr nicht, ihr seid doch schwer genug - macht euch in die Gassen und unterstützt das Volk, ich komme gleich nach!"

"Alles klar, sehen uns am Hauptmarkt!"

"Yupp, bis denne!"

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"Mit Panzern unter Wasser duch den Ziegenfluss bis mitten in die Stadt, der geile Wahnsinn!?!"

"Allerdings, das war und ist wahrscheinlich das hammermäßigste Ding, dass Robert und Oddball sich haben einfallen lassen - ich sage dir, am Anfang haben wir das für total irre gehalten, aber du kennst das ja!"

"Eben, wenn Robert was im Kopf hat klappt's auch, keine Frage! - Aber wie hat das bisschen Holz die Panzer knapp unter der Wasseroberfläche halten können und wieso sind sie irgendwo in einer Kurve gegen's Ufer geklatscht?"

"Tja, das war auch nicht nur irgendwelches Holz, das waren eben getarnte konstruierte Flöße, und ob du's glaubst oder nicht, aber da wurden tatsächlich Ruder hinten drangebaut, damit alles schön in Flussmitte bleibt, und obendrein die Periskope als Holsstämme getarnt - das war so idiotensicher, und es hat auch noch geklappt!"

"Irre, einfach irre!"

"Ja irre... irre war an dem Tag auch noch wer anderes..."

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Pjotr tobt wie ein Beserker, ich bin so kurz davor ihm eine in die Fresse zu hauen - so ein dreckiges Arschloch, das kann doch jetzt nicht sein verdammter Ernst sein?! "EINE ZIEGE HAT IN MEINER BRIGADE NICHTS VERLOREN!!!"

"SIE HAT IHRE TRUPPE VERLOREN, ALLEINE DA DRAUßEN RUMZURENNEN IST SELBSTMORD!!!"

"ICH GEBE HIER DIE BEFEHLE!!!", ich entsichere meine MP und richte sie auf ihn: "Und ich lasse dir die Wahl dich sofort umzulegen oder damit auf den König zu warten - dir haben sie doch ins Gehirn geschissen, du tickst doch nicht mehr ganz sauber, scheißegal wer sie ist, sie ist eine von uns und bleibt hier!"

Sein Kopf ist so dunkelrot wie die Generalsuniformen, es fällt ihm echt schwer sich zu beherrschen, der Rest der Freunde hält sich unsicher raus, letzten Endes raffen sich Wladimir und Dimitri dann doch auf und beruhigen ihn so gut sie können, auch wenn Katja sich zwischen ihnen nicht sonderlich wohlzufühlen scheint setzt sie sich neben Oleg auf das Sofa, der seine Augen nicht von ihr abwenden kann: "Na, noch nie ne Zicke mit Waffe gesehen oder was glotzt du so?"

Huijuijui, das kann ja heiter werden!

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Zeitgleich im Norden der Stadt, wo der große Güterbahnhof sich zu der Strecke in Richtung Der Bergwerke vereinigt

Höchste Alarmstufe war gegeben worden, das verhieß nichts Gutes! Auf Anordnung von ganz oben musste sogar die Kriegsflagge gehisst werden - die Rebellen waren auf dem Vormarsch, und sie würden die ersten sein, auf die sie treffen würden!, wurde es dem Offizier der kleinen Kontrollstelle bewusst. Zwar rückten ihnen massig Unterstützung zu Hilfe, aber der Güterbahnhof bot ein erstklassiges Schlachtfeld, und schwerfällig wie sie waren konnten weder Panzer noch Kanonen in diesem Bereich vernünftig stationiert werden... Scheiße, verfluchte Scheiße, sie konnten jeden Augenblick hier sein!

Und dass es offenbar immer noch Idioten gab, die das auf die leichte Schulter nahmen und allen Ernstes noch ein Nickerchen vor dem Kampf halten mussten, ging einfach zu weit - und dass es noch ihr Beobachtungsposten war setzte dem ganzen echt die Krone auf! "SIE WAGEN ES IM DIENST ZU SCHLAFEN, SOLDAT?!?! HEY, WACHEN SIE GEF... älligst... scheiße!"

"Und tschüss du Trottel!", freute sich die Scharfschützin, die Kugel fetzte ihm den Kopf von den Schultern: "ALAAARM!!!", Soldaten und Milizen hechteten auf ihre Positionen, Maschinengewehre wurden durchgeladen und entsichert, alles zielte auf den Tunnelausgang... aus weiter Ferne war ein Schnaufen zu hören, aha, da kam ein Zug - wie gut, dass die Gleise vermint waren, da kamen sie nicht weit! "Wenn Sie entgleist sind alle Feuer frei!"

Immer lauter donnerte der Zug heran, der Sprengmeister drückte den Zünder - KA-WUMM!!!, Schienen zerstört, die Lok entgleiste und überschlug sich, die ersten Waggons verkeilten sich und zermeterten sich gegenseitig zu Splitterholz, Feldgeschütze, Tanks und Hufwaffen ballerten wild in den zerstörerischen Haufen, der obendrein auch noch Feuer fing... es war schwierig überhaupt einen Rebellen zu erkennen, mal hier und da, aber die meisten mussten schon tot sein! "LÖSCHT DAS FEUER, DER REST BEHÄLT DEN TUNNEL IM AUGE!!!"

Die unfreiwillige Feuerwehr machte sich an die Arbeit, als Hydrant diente der Wasserkran der Bahn, schnell waren die Flammen eingedämmt, Oberbrandmeister und Loyalist Jaschow kniete sich neben eine der verkohlten Leichen hin... irgendwas stimmte doch hier nicht! Mit seinem Messer stach er in die Brust des Toten - das ging so erstaunlich einfach, die Hülle bog sich gleich mit und weißes Zeug puffte heraus! "DAS IST EINE FALLE!!!"

"SOFORT ALLES IN DECKUNG, ALLE WEG VOM TUNNEL!!!", in dem panischen Getrampel kamen etliche zu Boden, kaum dass alle aus dem Trümmerfeld raus und zurück auf Posten waren blieb die Zeit förmlich stehen, denn es passierte immer noch nichts! "Verdammt, was geht hier vor?!"

Trügerische Stille lag über dem vor sich hin räuchernden Feld, das Tunnelportal war kaum auszumachen in den schwelenden Schwaden, das Innere dazu noch dunkler als ohnehin schon, die Beleuchtung musste was abbekommen haben: "WIR BRAUCHEN STROM, DIE RÖHRE IST STOCKFINSTER!!!"

"Der Verteiler ist im Eimer!"

"DANN REPARIERT IHN, WENN ES SO BLEIBT KOMMEN SIE IM SCHUTZ DER DUNKELHEIT!!!"

Der Elektriker vom Dienst war nicht unbedingt scharf auf diesen Job und zum Glück Unteroffizier, weshalb er seine Aufgabe an seine Untergebenen geschickt abzuwälzen wusste: "Ihr zwei da, ihr geht hin!"

"Aber..."

"KEINE DISKUSSION!!!"

Mit schlotternden Knien schoben sich die armen Schlucker immer an der Felswand lang bis neben das Portal, der Stromkasten war noch einen Huf weit entfernt... Rollgeräusche aus dem Tunnel, sie hielten entsetzt den Atem an: "WAS IST DENN NUN IHR FEIGLINGE, FANGT ENDLICH AN!!!"

"D-d-da k-k-kommt was, DA KOMMT WAS!!!"

"Scheiße! KNALLT SIE AB!!!", das am nächsten befindliche Geschütz wurde ausgerichtet, zielen... zielen... zielen... "FEUER!!!"

BÄNG!!! - Fiiiiuuuu...

Ka-Bumm.

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Ka-Bumm.

KA-MEGASUPERBUMM!!!!!!

Die ganze Felswand ging nach vorne gerichtet in die Luft und begrub alles und jeden unter sich, Brocken so groß wie Eisenbahnwaggons machten selbst den Panzern der Garaus, selbst das Battallion gut einen guten halben Kilometer weiter am Stadtrand bekam einen fiesen Hagel aus ziegengroßen Brocken ab - und kaum dass sich der Staub einigermaßen gelegt hatte ertönte ein Posthorn und ein Schlachtruf: "ATTACKE, NIEDER MIT DEN GENERÄLEN, NIEDER MIT DEM REGIME, EIN HOCH AUF KÖNIG ROBERT!!!"

Und Robert und ich stürmten Seite an Seite an der Spitze unserer Armee der Befreier auf Down Under zu, ohne auch nur einen einzigen Generalssoldaten in unserem Weg stehen zu haben!

Die Schlacht um den Güterbahnhof hatte begonnen.

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"Gleichzeitig hat Price dann die Hütte angegriffen und die Arbeiter haben ihn tatkräftig unterstützt, in den Straßen ging's mächtig rund und die Bergziegen errangen nach nur einer halben Stunde den Sieg über ihre Unterdrücker!"

"Wow, Wahnsinn!"

"Allerdings, es ging schnell... noch, denn so langsam besannen sich die Generäle..."

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11 Uhr, Kornmarkt

Wir haben uns im oberen Stockwerk des Hauses verbarrikadiert und das Tor unten nicht abgeschlossen, dafür den Hintereingang unbenutzbar gemacht. Pjotr weigert sich weiterhin die von ihm erklärte "Festung" zu verlassen, alles Reden macht es nur noch schlimmer... na ja, besser als draußen irgendwo hinterrücks überrascht zu werden. Oleg hat den Ausguck auf dem Dach besetzt, mal abgesehen von dem monotonen Gezank ist es ruhig, zu ruhig... "ALAAARM, SIE KOMMEN!!!"

"Wo was wie wer?!", ein Sprung die Leiter runter, er stürzt keuchend auf uns zu: "Vom Hauptmarkt, mindestens fünfzig, sie haben Gefangene dabei!"

"Oh scheiße, die kaufen wir uns!", Gromow entsichert seine Tokarew TT-33, "na los, worauf wartet ihr?!"

"Sie haben Zivilisten dabei!"

"SCHEIßE!!!"

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Unten

Hauptmann Kahn kletterte fassungslos aus seinem Jeep: "UM DER GENERÄLE WILLEN, WAS GEHT HIER VOR?!?!", ein Bock wandte sich zu ihm, er zuckte zusammen - das war ja Oberstleutnant Henze! "Warum das, wo bleibt der Angriffsbefehl?!"

"Ich werde Ihnen diese Frage gerne beantworten, Kahn, auch wenn ich es nach den Vorschriften nicht müsste."

"Ich kenne die Vorschriften Herr Oberstleutnant!"

"Daran zweifel ich nicht, aber wir alle sollten uns im Krieg an unsere Wurzeln erinnern, an die Bräuche unserer Vorfahren, die Opfer brachten, bevor sie eine Schlacht schlugen!"

"Und was soll das heißen?!"

"Nun ja, wir tun es wie sie, wir sind stolz auf unsere edle Vergangenheit - gehen Sie zurück zu ihren Soldaten, der Befehl zum Angriff kommt früh genug... oder wollen sie den Opferungen zusehen?"

"Nein... nein danke."

"Zeigen Sie keine Schwäche, das ist Gift für die Kampfmoral!"

"Ich tue mein Bestes."

"Sie müssen mehr tun!"

"Auch das."

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Oben

"WAS TUN DIE DA?!?!"

"Scheiße, das sieht übel aus!"

"Was siehst du?!", Dimitri war der einzige mit einem Fernglas, Pjotr entriss es ihm: "HEY, GIB'S MIR ZURÜCK!!!"

Als Antwort gibt's einen Schubser, mein Freund landet unsanft auf einem der Sandsäcke, die wir vorhin aus dem Keller hochgeschleppt hatten, und hielt die Klappe, dafür macht Igor, der ein Mosin Nagant mit Zielfernrohr von einem Toten vorhin hat mitgehen lassen, den Mund auf: "Die haben sich ne Ziege und nen Zicklein geschnappt und in den Kiosk gesteckt, jetzt... heilige Scheiße, das ist doch Gustav Sand, der Leutnant von der Konkurrenz!"

"Was ist mit ihm?!"

"Auch in dem Kabuff jetze drin, ich... oh scheiße, die haben Flammenwerfer!"

Ich ahne das Allerschlimmste, so wie alle, Katja schüttelt mich: "Ihr müsst was tun, das könnt ihr doch nicht zulassen!"

"Was sollen wir tun, wir können nichts tun, so ohnmächtig ich auch bin!"

"IHR MÜSST!!!"

"Smoljakow, beruhig sie verdammt, das Gejammer hilft uns nicht weiter!"

"HAST DU KEIN HERZ?!?!"

"Ein größeres als dieses Weichei, der dich angeschleppt hat."

"DANN SCHIEß DOCH, SCHIEßT DOCH ENDLICH!!!"

"Gut - Igor, erschieß sie, alle drei, das erspart unnötige Qualen."

"Du tickst doch nicht mehr ganz sauber, ich erschieße keine Zicklein!"

Ende der Diskussion, der Flammenwerfer speit beißendes Feuer aus, es erfasst das kleine Häuschen im Nu, lichterloh steht es in Brand, die elendigen Schreie der Sterbenden klingen noch hier grausam in unseren Ohren: "Oh nein, diese dreckigen Schweine!", Gromovs hartes Äußeres bricht in Bruchteilen von Sekunden, er schmeißt das Binokular gegen die Wand und rempelt Igor von seinem Platz, "gib mir dein Gewehr!"

Ich fühle mich so mies, so hilflos, so voll unbändiger Wut, und kann nicht mehr tun als die weinende Katja fest gegen meine Brust zu drücken... Pjotr feuert, daneben, mit gefletschten Zähnen reißt er den Repitierer vor und zurück, versemmelt die nächste Kugel, Andrei senkt traumatisiert den Kopf: "Habe kein Mitleid mit ihnen, wir hatten keine Wahl."

PENG!!! - Volltreffer, es durchschlägt den Gastank der Höllenmaschine, die in sich in einem gleißenden Ball der Verdammnis den Träger und die beiden umstehenden Gehilfen verglüht: "TÖTET DIESEN MIESEN ABSCHAUM!!!", meine Muskeln spannen an, aus meiner Kehle entweicht ein markerschütterndes Brüllen, ich schnappe meine MP - "ATTACKE!!!" und rase mit meinen Brüdern die Treppe hinunter, der Geist der Vergeltung hat uns fest in seinen Klauen gefangen, wir gieren nur noch nach einem: BLUTRACHE!!! "TÖTET SIE, TÖTET SIE MIT ALLEM WAS IHR HABT!!! ANGRIFF!!! ANGRIFF!!!"

Er tritt die Tür auf und ballert sofort los, wir reißen unsere Kanonen in die Höhe und tun es ihm gleich, das URRRAAAHHH!!!!!! dröhnt über das Donnern der Kugeln hinweg, während Mütter und Zicklein längst schreiend in alle Richtungen stieben haben uns die Soldaten erst so richtig entdeckt und wagen den Konterangriff, die ersten gehen schon zu Boden, durchsiebt von unseren treuen Begleitern. Jegor und Michail prügeln die Vorhut mit ihren Gewehrkolben nieder, Pjotr schlägt einem mit seinem den Schädel ein (der hat echt zu viel Kraft!), den zu spät zu Hilfe eilenden Mitstreiter ringt er auf die Erde und lässt ihn die lange Klinge seines Kampfmessers spüren, Andrei rollt mit dem nächsten über das Pflaster, mit bloßen Hufen erdrosselt er sein Opfer, ich pumpe das meinige mit Blei voll, wehre einen Bajonettschwung ab und schlage dem Besitzer die Zähne aus dem Maul, dass er in seinem eigenen Blut ersäuft!

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"VORWÄRTS, VORWÄRTS, LOS - GAHHH!!!", schrie Hauptmann Kahn in der ihm höchstmöglichen Oktave, eine Granate für die Explosion präparierend - er wollte nur noch raus hier, und das lebend!

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Ein Armist hat Igor ins Gesicht geschlagen, hilflos zappelnd liegt er da, das Bajonett seines Kontrahenten rast ungebremst auf seinen Bauch zu - PENG PENG PENG!!!, Pjotr versenkt seine letzte Reserve in dessen Brust, wie eine gefällte Eiche kracht der Bock zu Boden, ich prügele mich mit einem neuen, ein sitzender Hieb in den Unterkörper setzt ihm schwer zu, mein Knie gegen seine Nase, eins zu null für Vassilief, Feind k.o. - schon wieder Pjotr, dieses Mal landet seine Rechte im Gesicht des Gegenübers, der taumelt arg angeschlagen zurück, Gromov entreißt ihm das Gewehr und erledigt das Problem mit seiner eigenen Waffe, nachladen, Kahn ist zum Greifen nahe, aber ein Linientreuer greift unserem Anführer ins Zielen, wütend wird der Störenfried beiseite geschmissen und bekommt einen sauberen Schnitt durch den Hals. Ich würge einen Loyalisten in die Ohnmacht, Andreis PPsh orgelt das Lied vom Tod, Jegor, Sergei und Oleg plätten jeder noch einen, und unglaublich, aber so wie es aussieht haben wir das Geschehen im Huf, irre!

WUMM!!!, eine Explosion schleudert mich hin, schon Dimitri bei mir: "Bist du okey Vassilief?"

"Jaja, danke...", ein Armist sucht das Weite, Pjotr hat eine Luger ergattert, ein Viertel des Magazins verschwindet im Rücken des Flüchtigen, sein Hauptmann kann ihn nicht mehr retten und stellt dem Todesschützen seines Bockes nach, ich verscheuche ihn mit zwei schnellen Salven - und wirklich, sie ziehen sich zurück, sie ziehen sich tatsächlich zurück, es ist ja unglaublich, wir sind die Sieger, wir sind die Sieger, und alles voller Leichen, auuu yeeeaaar!

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"MÖRSER IN POSITION!!!"

"RÜCKZUG, RÜCKZUG!!!", brüllte Kahn, seine Kehle war wund von den Kommandos, seinen Befehlshabern dankbar drehte er sich um und floh vor diesen blutrünstigen Rebellen.

Gleichzeitig rutschte der erste Sprengkörper ins Abschussrohr...

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Pjotrs Pistole hakte sich aus, Patronen alle! Sich nach einer Alternative umsehend vernahm er ein langsam lauter und immer lauter werdendes Pfeifen... "MÖÖÖRRRSER!!!"

KA-BUMM!!!, der erste Einschlag, ich mobilisiere all meine noch verbliebenen Kräfte und hirsche los, zurück zum Haus hin, während hinter mir und meinen Freunden die Welt unter Schutt und Steinstaub versinkt, überall zerreißen die Mörser das, was ihnen im Wege ist. Atemlos erreiche ich den Eingang, hinter mir Dimitri, dann Wladimir, als letzter Gromow.

Wir waren gescheitert.

Und das zu einem hohen Preis.

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11:03 Uhr, in der Nähe des Bahnhofs

Der Treffpunkt lag in einem stillen Hinterhof, den die Kämpfe nicht erfasst hatten, Elliot zählte durch, keiner fehlte, na ja, bis auf zwei: "Wo ist der Leutnant?"

"Das wüsste ich auch gerne, er ist längst überfällig!"

"Und wenn sie ihn geschnappt oder erschossen haben?!"

"Das wäre weniger gut, hoffen wir das beste!"

"Aber was sollen wir ohne ihn bloß tun, Holm ist doch auch tot!"

"Wir brauchen einen neuen Anführer!"

"Und wer soll das sein?!"

"Also ich wäre für Elliot, er hat uns allen das Leben gerettet und irren Mut gehabt den Panzer ganz alleine fertigzumachen!"

"Ich bin auch für Elli!"

"Ey, ich heiße nicht Elli!"

"Anführer Elli, das passt doch wie der Huf aufs Auge - und wir sind Ellis Zehn!", begeisterte Zurufe, der junge Bock konnte vor lauter überschwänglichem Eifer seiner Freunde gar nichts erwidern, "na, sind wir das, oder sind wir das nicht?!"

"Ja... ja, das wir, Ellis Zehn!"

"URRRAAAHHH, ELLIS ZEHN!!!", vor Übermütigkeit ballerten die Halbstarken in die Luft und brachen in Freudensprüngen aus, stießen sich mit ihren Hörnern und jagten sich kreuz und quer über den Platz: "ALLE ZEHN SOFORT STILLGESTANDEN!!!" Das mit dem Befehlen klappte ausgezeichnet, stocksteif salutierten sie in Reihe und Horn: "Für Siegestänze gibt's später noch genug Zeit, zuerst mal rufen unsere Brüder und Schwestern - sie brauchen unsere Hilfe, und sie werden sie bekommen! LOS GEHT'S, BEFREIEN WIR DOWN UNDER!!!"

"URRRAAAHHH, ELLIS ZEHN BEFREIREN DOWN UNDER!!!", oh man, was ein bekloppter Haufen! "SO IST ES RICHTIG, GENOSSEN - SCHAPPT EUCH ALLE WAFFEN DIE IHR TRAGEN KÖNNT UND STECHT SIE DEN GENERÄLEN IN DEN ARSCH!!!"

"URRRAAAHHH, ELLIS ZEHN!!!" - kampflustig pesten sie aus dem Versteck, hinaus in die Schlacht, auf dass sie sie zu Böcken macht!

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"... oder zu toten Jungs."

"Du sagst es, aber Elliot war sich seiner Aufgabe und seiner Verantwortung für seine Zehn voll bewusst, im Gegensatz zu Pjotr."

"Wie viele waren sie denn noch, die JB I meine ich?"

"Die Bilanz sah düster aus."

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Andrei, Jegor, Oleg, Michail. Alle tot. Igor lebt, Minute für Minute verliert er mehr Blut, sein rechtes Bein gleicht einem Eintopf voll Gehacktem, der Unterkörper ist vollständig schwarz verkohlt. Katja kümmert sich rührend um ihn, Pjotr ist verschwunden, Sergei und Wladimir ganz still in sich gekehrt, Dimitri hat den Ausguck besetzt. "Wie viele sollen noch so elendig sterben wie er?", fragt sie mich, der ich dem Schöpfer dankbar bin, dass sie vorhin hier geblieben ist und nebenbei noch Gromow den Arsch gerettet hat - dem hätte sonst ein Scharfschütze glatt einen Kopftreffer reingedonnert... verdammter Glückspilz, und auch wenn er ein Arschloch ist, aber den Tod hat er nicht verdient, so wie keiner unserer Brüder: "Ich weiß es nicht, aber ich will es nicht, ich will leben!"

"Das will ich auch... aber... was ist, wenn nicht, wenn alles vorbei ist?"

"Das große Mysterium des Unbekannten... wenn es soweit ist werden wir es wissen, aber... Katja, ich... ich... verdammt, wir werden nicht sterben, und ich werde dich beschützen, komme was wolle, weil ich dich liebe!"

Jetzt ist es mir rausgerutscht, na großartig, das gibt mit Sicherheit dumme Sprüche und ne Schnelle... aber nichts dergleichen, sie guckt mich mit großen Augen an, die anderen glotzen wie Mondkälber: "Ist... meinst du das ernst?"

"Ich würde töten für dich, auch wenn... ach verdammt, ich bin so ein dummer Feigling, der sich nicht mal gegen einen Wahnsinnigen durchsetzen kann und einfach Unschuldige verbrennen lässt!"

"Das bist du gar nicht, du hättest es nicht verhindern können, sie hätten sie stattdessen erschossen und außerdem gewusst wo wir sind... es ist nicht immer leicht das Richtige zu tun, aber das Leben spielt gerne mal mit gezinkten Karten - und du bist und warst derjenige, der seinem Anführer die Meinung gegeigt hat, weil dieser echt ein mieses Arschloch ist! Vassilief, du bist kein schlechter Ziegenbock, du hast Anstand und Ehre, kämpfst für Recht und Freiheit, für die Schwachen, du rächst sie, und du rettest alleingelassene Ziegen... du deswegen liebe ich dich!"

Ich bin so gerührt, dass ich alles mit mir geschehen lasse... ihre Hufe, sie umschlingen mich und ziehen mich näher, ihre Wärme ist unglaublich, mein gefrorenes Herz taut auf, beginnt zu glühen, zu brennen. Das Feuer der Liebe erfasst uns beide, unsere Lippen berühren sich, wir steigen hoch und höher, aus den Höhlen hinaus, hinaus ans Tageslicht, und noch höher, bis in den Himmel... weder Niben noch Wolke sieben halten uns auf, wie wir Huf in Huf fliegen und uns nie wieder loslassen wollen.

Ich wünsche mir nichts seeliger, als für immer mit ihr zusammensein zu dürfen, bis dass uns ein freier Tod nach einem langen glücklichen gemeinsamen Leben scheidet.

Unser Traum zerplatzt, als Dimitri vom Dach brüllt: "SIE KOMMEN WIEDER, UND SIE HABEN KANONEN DABEI!!!"

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"So richtig rund ging es zeitgleich rund um die Mühlen und den Neumarkt, aber die Generalssoldaten kamen auch hier langsam aus, oder besser in den Knick, mit ihrer ziemlich gut geschützten Unterstützung, den Panzern. Ältere Kiste, das schon, aber wirksam, wenn da nicht das funktioniert hätte, was Goebbels dem Volkssturm als "Wunderwaffe" verkauft hatte."

"Du meinst das Volkssturmgewehr?"

"Eher die Panzerfaust."

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Nahe des Krankenhauses, welches dato nur den Loyalisten als Patienten vorbehalten war

Die Down Underer Ziegen fochten mit aller Gewalt gegen den imperialistischen Feind, der mittlerweile in argen Schwierigkeiten steckte - gegen die schiere Anzahl an leichten Maschinenpistolen kam kaum ein wassergekühltes Maschinengewehr an, bis das in Position und feuerfertig war guckten die Schützen längst von oben zu! "WO BLEIBT DIE VERSTÄRKUNG?!?!", schrie ein Armist zu seinem Hauptmann herüber, "UNS GEHT DIE MUNITION AUS!!!"

"NICHT NACHLASSEN, SIE MÜSSEN JEDEN MOMENT HIER EINTREFFEN, WIR...", eine Madsen-LMG ballerte aus einem Dachfenster heraus und blies dem Offizier das Lebenslicht aus: "SCHEIßE, IHN HAT'S ERWISCHT!!!"

"WO IST DER ARZT?!?!"

"AUF NE MINE GETRETEN!!!"

"WIR KÖNNEN DIE STELLUNG NICHT MEHR LANGE HALTEN!!!"

"WO BLEIBT DIE ARTILLERIE?!?!"

"DU BIST DIE ARTILLERIE!!!"

Flatsch!, der nächste Verteidiger klatschte auf die Straße, glatter Brustschuss, keine Chance mehr: "WIR SIND AM ARSCH, RÜCKZUG, RÜCKZUG!!!"

Die Böcke waren schon im Begriff das Weite zu suchen, als plötzlich ein lautes Rattern die Häuserschluchten erzittern ließ und sich zwei schwere und ein leicher Tank näherten: "DA KOMMEN SIE, WIR SIND GERETTET - WEITER DRAUFHALTEN, GLEICH HABEN WIR SIE!!!"

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Auf der Gegenseite

"PAAANNNZZZEEERRR!!!"

Ein alter Bock ließ sich hinter eine schwere Holzkiste fallen und rief zu drei Jungziegen hinüber: "HEY, IHR DREI DA, LAUFT IN DAS HAUS NEBEN EUCH, DA SIND NE ZIEGE UND NOCH NEN PAAR ANDERE, DIE HABEN DAS ULITIMATIVE GEGENMITTEL!!!"

"JO, WIRD ERLEDIGT!!!"

Die Verbündeten ließen es richtig krachen, ein T-28 stand in hellen Flammen, die verkohlte Mannschaft war kaum noch als Ziegen zu erkennen: "Hey, ihr da, braucht ihr nen paar Panzerknacker?!"

"Genau die!"

"Sind in der Feuerholzkiste!"

"Danke!", Bingo, und sogar 150er! "Mensch, ihr habt ja geile Knaller hier!"

"Bloß nich alle mitnehmen, nen paar von den Hübschen brauchen wir noch für'n Ernstfall!"

"Drei reichen schon!", so schwer wie gedacht waren die Fäuste auch nicht, im Nu waren sie zurück bei ihrer Truppe: "WIR HABEN SIE!!!"

"SEHR GUT, DRAUFHALTEN UND FEUER!!!"

"FEUER!!!"

FUMP-FUMP-FUMP - FIIIUUU... KA-WUMM-RATTELDIZONG!!!

"GLATTER VOLLTREFFER, NA LOS, MACHT SIE FERTIG GENOSSEN!!!", die Rebellen gingen in die Offensive (wenn auch mit Bedacht und Verstand), die Soldaten suchten panisch das Weite - bald würde das Krankenhaus ihr sein!

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An anderer Stelle

Zwei Aufständische rissen die Generalsfahne von einem Haus, als plötzlich ein Panzer auftauchte und sie unter Beschuss nahm. Nur knapp entgingen sie den tödlichen MG-Geschossen, unaufhaltsam rollte der Tank in Richtung ihres Versteckes - und sie kamen weder aus noch ein! Ermutigt folgte der blechernen Schildkröte fast eine ganze Kompanie Loyalisten, keiner hielt sie auf, die Häuser waren verwaist. Dachten sie. Denn mit einem Ruck flogen die Fensterläden auf, direkt vor der übermächtigen Kriegsmaschine landete ein Büdel scharfer Handgranaten, Glasflaschen segelten hinab - und detonierten in gewaltigen Feuerwalzen, die binnen Sekunden alles und jeden in ihrem Radius bis in die Knochen durchgeröstet hatten! BÄNG!!!, Gerät fahrunfähig, Bazooka von vorne aus einer Quergasse, Ziel die schon angerissenen Platten an der Vorderseite - Fiiiuuu - KA-BUMM!!!, Vehikel ausgeschaltet.

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Haus der Arbeiter und Bauern

Das Bombardement war mörderisch. Oleg traf direkt beim ersten Einschlag ein bockgroßes Stück aus der Decke, er musste nicht noch mehr Schmerzen erleiden. Alles ist zerstört, es sieht aus wie ein Schlachtfeld. Die Leichen von vorhin liegen überall verstreut, wenn sie überhaupt noch ganz komplett sind, die Scheiben sind geborsten, die großen Wandgemälde vernichtet, verloren für die Ewigkeit. Katja ist bei mir, Sergei, Wladimir und Dimitri auch. Wir schmieden unseren letzten Angriffsplan.

Für eine Flucht ist es zu spät, sie haben uns umstellt.

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11:23 Uhr, Bahnhofseinfahrt der Strecke nach Deep Down

Ellis Zehn hatten sich lautlos an der Kaserne vorbeigepirscht, unmittelbar zwischen Bahndamm und Zaun. Wie ihnen das gelungen war ohne entdeckt zu werden will mir bis heute nicht in den Schädel, aber was auch immer, sie haben es geschafft, und ihr nächstes Ziel immer fest vor Augen gehabt - das Stellwerk W1.

Dieses war von ganz besonderer Wichtigkeit für das Gelingen der Revolution, denn der Zug, also der Zug aus der Menschenwelt, war von seinem Versteck aus erst nach Deep Down (nachdem die dortigen Aufständischen gesiegt hatte) gefahren (und hatte sie abgeholt), dann ins Bergwerk gedampft und hatte dort die ebenfalls siegreichen Bergziegen und ihre Rebellenunterstützer eingesammelt und war nun mit Volldampf auf dem Weg zur Stadt - diese Verstärkung durfte unter keinen Umständen ausgebremst, wenn nicht gar aus den Schienen geworfen, werden! Aus diesem Grund hatte Robert Leutnant Sand und seine Jungs damit beauftragt, das Gebäude, von dem aus die Weichen gestellt werden, bis spätestens halb Zwölf unter Kontrolle zu bringen, damit die Signale "Fahrt frei!" bis an die Bahnsteige zeigten.

"Wir sind so nah dran...", nickte Elliot entschlossen seinen Freunden zu, die ihre MPs und Karabiner (und die Madsen) von den Schultern zogen und sich für den Angriff bereit machten, "wir schaffen das, alles zusammen - Seb, was siehst du?"

"Mindestens ein schweres MG, oben, ansonsten die üblichen Wachen!"

"Gut, das sollte machbar sein, Lars, Jannik, auf Position, ihr müsst sie treffen, wenn nicht... sind wir Fleischsalat!"

"Wir geben unser Bestes!"

"Danke... na denn... auf mein Zeichen... eins... zwei... ATTACKE!!!"

"URRRAAAHHH!!!", bolzten die Jungs los, ihre Scharfschützen bewiesen, was sie für einen vortrefflichen Lehrmeister gehabt hatten, die MG-Schützen glaubten als erste dran, auch die Posten am zweiten und dritten Fenster waren ehe dass sie selbst schießen konnten Geschichte. Mit schnellen Feuerstößen erledigte der Stoßtrupp die Wachen an der Tür, auf, rein, hoch, oben Tabula-Rasa, Stellwerk gesichert, noch schnell ans Funkgerät und Spruch absetzen - Mission erfolgreich, keine Verluste, Wahnsinn!

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Bei uns

Ich war der Master of Funk, also der Funker vom Dienst, und empfing die frohe Botschaft: "Hier Justesen von der JB II, das W1 schaltet von nun an nur auf Grün!"

"Danke, ich geb's sofort weiter!", na ja gleich, Robert fetzte grade so schön einen Armisten nach dem anderen weg, sein StG 44 glänzte mächtig in der hellen Herbstsonne - konnte ich ihm auch später mitteilen, erstma bekamen die Genossen auf dem Zug Bescheid: "Hier Ziegenbock, ihr habt Grün bis zum Prellbock!"

"Was ein Glück!", hörte ich es noch dankbar keuchen, dann pfiff die Lok, dass die Tunnelwände wackelten, und ein ohrenbetäubender Jubel brach aus - wir standen nahe davor, näher als wir es uns jemals hätten träumen lassen!

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Kornmarkt

Hauptmann Kahn bedeutete den Artilleristen an den Geschützen mit einem Hufzeig "Stopp, reicht!" und seinen Böcken "Auf geht's rein, seid wachsam!". Vorsichtig näherten sie sich dem rauchenden Eingang, eine Granate durch den Türspalt, die Blätter flogen weg, ein halbes Dutzend schlich sich auf leisen Hufen rein und sicherte den Raum. "Alles sicher!", Kahn blieb skeptisch, die Rebellen mussten noch irgendwo hier sein, dem bisschen Kanonendonner zu entgehen war in diesem riesigen Gebäude keine Schwierigkeit! "Bleibt auf der Hut!"

Die Treppe nach oben drohte jeden Moment zusammenzubrechen, langsam schoben sie sich hinauf, es quietschte und knarzte bedrohlich. Im Obergeschoss ebenfalls alles leer oder tot, nichts regte sich, was dem Hauptmann das Nackenfell zu Berge stehen ließ... was stimmte hier nicht, so viele Leichen hier überall, so kreuz und quer... übereinander und... ein Messer schnellte empor, ging einen seiner Böcke durch den Unterschenkel, der schrie laut auf, schon steckte die Klinge nach der Länge nach in seiner Brust.

Und die Leichen erwachten zum Leben.

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Ich habe mir Blut ins Gesicht geschmiert, sie sind über mich hinweggetreten ohne es zu merken - jetzt durchlöchert meine MP schon den Dritten, Wladimir reißt seinem aktuellen Opfer den Bauchdeckel auf und weidet es etwas unfachmännisch aus, die Tür zur Besenkammer fliegt auf, Katja stürzt raus und ballert zwei, drei, vier über den Haufen, Dimitri und Sergei fangen die Flüchtenden unten ab und pumpen sie mit Blei voll, ich hetze die paar wenigen Hufschritte zum Fenster und knalle so viele ich kann von oben ab... und bemerke die Mündung eines geladenen Geschützes, welche genau auf mich gerichtet ist.

Oh fuck.

Und das letzte, an das ich denke, ist Katja.

KA-WUMM!!!

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"VASSILIEF!!!"

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Auf dem W1

Ellis Zehn hatte alles gerichtet, die Weichen und Signale standen, eigentlich waren sie damit fertig. Nun hieß es warten auf weitere Befehle, und die kamen schneller als ihnen lieb war - aber vom Fahrdienstleiter B2! "Hier Fahrdienstleiter Herrmann, W1, bitte kommen!"

"Oh scheiße, die haben was gemerkt, was nun?!"

"Hier Der schwarze Schwan!", meldete sich plötzlich eine weitere Stimme aus demselben Gerät, "wir sind im Teich, wiederhole, wir sind im Teich!"

"Schwarzer Schwan, hier Kohlberg, JB II - haben sie die Riesenbabys einsatzbereit?"

"In einer halben Minute in Stellung!"

"Gut, wir haben ein Problem - es nennt sich B2, ausschalten!"

"Zu Befehl Brigadenführer, ich geb's sofort durch - over!"

"Auf Wiederhören!", Elliot guckte Lars schräg an: "Brigadenführer, ja, ausgerechnet du!"

"Och, nu hab dich nicht so, ich darf doch wohl auch mal..."

"Hey W1, was ist los bei Ihnen?!"

"Ähm nichts, alles okey, alles im grünen Bereich!"

"Deswegen ja, warum ist die Einfahrt auf Gleis sieben grün?!"

"Verstärkung aus Deep Down!"

"Deep Down ist vor über einer Stunde gefallen, wollen Sie mich verarschen?!"

KA-BUMM!!! - Fiiiiiiuuuuuu... KA-RUMMSHÖDDELDIWACK!!!

Und staunend hingen alle elf am Fenster und beobachten gebannt, wie die Trümmer des Fahrdienstleiterstellwerks brennend in sich zusammenfielen - oder eher das bisschen, was davon noch übrig war, heiliger Edwart!

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"Die Riesenbabys waren natürlich die K5-er, zum ersten Mal im Einsatz für die Ziegen!"

"Und sie haben damals genauso viel Schaden angerichtet wie heute, ja?"

"Sicher, na vielleicht ein bisschen weniger, aber immer noch mehr als genug - da müssen die Generäle aber gestaunt haben, als das B2 explodiert ist, denn so eine riesige Kanone hätte man damals sicher kaum für möglich gehalten, und dazu eben direkt vor der Haustür!"

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Staub tanzt vor meinen Augen, ich sehe nicht viel, aber ich sehe. Ich sehe den Hauptmann der Generalssoldaten, der vor mir steht: "Nur die Starken gewinnen."

PENG!!! - PENG!!! - PENG!!! - PENG!!! - PENG!!!, Magazin alle mehr kann ich kaum abbekommen... aber... da ist nichts... kein Schmerz, kein Tod, nichts. Mühevoll richte ich mich auf, der Bock taumelt getroffen, Blut durchtränkt seine Uniform, er fällt auf die Knie, klatscht auf den Boden und steht nicht wieder auf. Pjotr steht im Türrahmen zum Nebenzimmer, aus dem Lauf seiner Luger qualmt es: "Nur die, die Freunde haben, die zusammenhalten, gewinnen!"

"Du... du bist... zurückgekommen..."

"Das bin ich...", erst jetzt bemerke ich die Färbung seines Hemdes, nein, nicht er, nicht Gromow! Schwerfällig raffe ich mich auf und bin schnell bei ihm, der nun am Holz sitzt, seine letzten Atemzüge tuend: "Vassilief... bitte... vergib mir... vergib mir... bei... den anderen... ich... ich liebe sie... ich... ich liebe euch alle... ich... ich liebe Katja... sag... sag ihr... dass... ich... sie... sie mir... bitte... verzeiht... ahhh."

In meine Arme gekuschelt starb Pjotr Gromow, mein großartiger Freund.

Tränen verschleiern den Dreck auf meinen Wangen, ich weine um ihn, ich weine um sie alle, um sie, die ihre Leben gaben, um Einigkeit, Recht und Freiheit zurück ins Ziegenreich zu bringen.

Sie sind alle Helden.

Und eine letzter Tropfen Wasser entschwindet dem rechten Auge meines Freundes.

Die Geschütze setzen wieder donnernd ein, das Haus bricht über uns in sich zusammen... ein letztes Mal drücke ich ihn an mich, dann wird mir schwarz vor Augen.

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"Um Punkt zwölf Uhr mittags trafen wir auf dem Hauptmarkt die Widerständler aus der Stadt und Price Ziegen und Böcke - das war ein Jubel sage ich dir, und dann bolzte auch schon die nächste Ladung K5 über uns hinweg und machte den Kornmarkt dem Erdboden gleich, huijuijui, das war nen fetter Feuerball, Junge!"

"Aber Vassilief und die anderen... sind... sind sie dann..."

"Ja, sie sind...", meine Tochter senkt betroffen den Kopf, "fast alle."

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Die Kasernen brannten lichterloh, eine große Schar von Soldaten hatte sich bereits kampflos ergeben, unsere Geschütze schwiegen, die Panzer warteten. Rund um das Schloss erwartete uns das letzte große Hindernis: Der Schlossberg war über und über vermint, die Straße abgeriegelt, überall die Palastgarde und die Schutzstaffel der Generäle, dazu noch locker drei Battaillone Armisten - das würde was werden, aber erstmal ne kurze Verschnauf- und Regenerationspause, während Robert und Price den Angriffsplan schmiedeten. Es gab erstaunlicherweise kaum Verluste zu beklagen, mal hier einer, mal da eine, aber keine Trauer, nur Stolz - solch eine unfassbare Euphorie hatte ich noch nie erlebt und würde ich auch nie wieder erleben! Das provisorische Lazarett war fast komplett leer, nur mal hier ein Streifschuss am Huf oder nen glatter Durchschuss durch den Arsch - mit vier Löchern, ja glaubt's denn einer!

Dafür war nebenan eine kleine Aufruhr, ich schaute mal nach... eine Ziege prügelte kreischend vor Zorn auf einen Generalsoffizier ein, die Umstehenden jubelten begeistert, die Gefangenen im Hintergrund guckten betreten zu: "Hey, was geht hier vor?!"

"Er hat meinen Sohn gehängt und dabei gelacht, dieses miese Schwein!"

"So, hat er das?"

"Ich kann's bezeugen!", schwor ein Bock, "vor drei Wochen, der Junge hatte nichts getan, sich nur eine Pause gegönnt, weil er vom vielen Arbeiten erschöpft war!"

"So?", ich blicke den am Boden liegenden Oberstleutnant mitleidslos an, "stimmt das?"

"Fick... fickt euch!"

Auf meiner Elli steckt ein Bajonett, ich hole aus und ramme es ihm zwischen die Beine, er schreit auf, seine Treuen halten sich entsetzt die Augen zu: "DEM NÄCHSTEN, DER SEINE TATEN NICHT GESTEHT UND DENUNZIIERT WIRD STECHE ICH IN DEN BAUCH, DAMIT ER SCHÖN QUALVOLL VERRECKEN KANN, HABEN WIR UNS VERSTANDEN?!?!"

Heilige Arriva, so grausam war ich noch nie - was hat der Krieg nur aus mir gemacht?!

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"Wow, das erinnert mich ja an mich!"

"Mhm, und ich bin nicht sehr stolz drauf, aber du solltest es wissen, dass ich auch mal anders war... whatever, ich hatte keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn auf einmal kam eine kleine Gruppe mit einer jungen Ziege daher, die weinte..."

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"Sie braucht Hilfe, sie blutet!", der Ziegen-Doc, damals Azubi, verband ihr sanft den Huf, die leise schluchzte: "Hey, alles ist gut, du lebst, wir haben es fast geschafft, der Sieg ist unser!"

"Das... das ist es nicht...", ich trat mitfühlend näher und kniete mich vor sie, "mein... mein Freund... er... er ist tot."

Améli.

Wie sehr vermisste ich sie, wie viele schlaflose Nächte hatte ich mich hin- und hergewälzt ihretwegen, wie sehr ich sie bei mir haben, sie spüren möchte... wenn sie... wenn sie noch lebt... ich bin so ein mieser Freund gewesen, ich hätte ich Paris bleiben und sie beschützen sollen... stattdessen bin ich nun hier, zuhause, so unendlich weit weg von... die Sonne blendet, das Pflaster der Bahnhofsstraße glänzt, und es ist mir so, als wäre da ein Geist, der auf uns zukommt, langsam, aber Schritt für Schritt: "Ist da wer?"

Da ist wer, und er ist mit Sicherheit verletzt, der Doc und ich machen uns auf den Weg und finden einen jungen Bock vor, der sich auf einen Karabiner stützt, sein rechter Huf sieht nicht gut aus, aber er lebt, und seine Chapka mit weißem Fellrand steht ihm wie eine Lorbeerkranz des Sieges. Kaum haben wir ihn gefasst wird er bewusstlos, einen letzten Schwall von Worten keuchend: "Katja... Katja... ich liebe dich... für immer und ewig... ein langes Leben... mit dir."

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Zurück bei Robert werde ich mal wieder fett überrascht: "Wie jetzt, du lässt das Schloss beschießen?! Geht's dir noch gut oder hast du deinen Verstand in Berlin gelassen?!"

"Na hör mal, wie sollen wir da sonst hinkommen ohne irre Verluste, hä?"

"Robert hat recht, es ist das allerbeste so, auch wenn... ja, dann eben ein neues Schloss hermuss!"

"Datt macht ja nix, datt kriechen wir scho hin!", grinst er sein Robert-Grinsen, "also denn, K5er Feuer frei!"

Ich gebe es per Funk weiter, hach nee, das schöne Schloss seiner Vorfahren, aber ma ehrlich, wo er Recht hat hat er Recht, ist ja eh nur nen oller Bau, und gefallen tut der ihm sowieso nicht, das hat er mich schon öfter mal wissen lassen - aber gleich so nen Radikalumbau? Ja!

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"Zuschauen und genießen, und das taten wir alle, wie der Schlosshügel in Schutt und Asche versank. Geschütze verglühten in dem Inferno, mit ihnen die letzten Treuen des alten Regimes. Eine gute Viertelstunde ging das Bombardement hernieder, dann griffen wir ein letztes Mal an, nur noch die, die wollten."

"Und wie viele wart ihr noch?"

"Alle!"

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12:45 Uhr, Hauptportal des Ziegenpalastes

Ein letzter versprengter Haufen von Soldaten leistete erbitterten Widerstand, es war aussichtslos, unsere Panzer rollten durch das Erdgeschoss und metzelten alles kurz und klein. Allen voran sprengte sich Robert durch die große Tür zum Thronsaal, das allerletzte Gefecht, die Garde fiel, die Generäle, die nicht den Selbstmord als Ende gewählt hatten, kamen unter die Hufe des Volkes. Als letzter Überlebender stand Wolfgang trotzig an der Stelle, wo der Thron der Zeniden stand, alle Waffen auf sich gerichtet. Robert trat vor ihn: "Das ist dein Ende, Verräter!"

"Nein, deins."

Der Stift an der Handgranate riss ab, Robert packte sie mit Magie und stieß sie mit dem Auslöser voran in seinen Rücken, formte einen Magieschild und fegte ihn hinaus, durch das Geländer des Balkons, riss sein StG 44 nach vorne und durchlöcherte ihn, dann folgte die Detonation. Der Kopf flog hoch in die Luft, Panzerschreck, Headshot! "Lang lebe der Rote Oktober!"

Der Sieg war unser, das Ziegenreich endlich wieder frei und sozialistisch.

Und Robert unser neuer König.

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"Wir feierten eine ganze Woche lang, bevor es an den Wiederaufbau ging... allen voran durften die überlebenden Loyalisten schuften, aber das war ja nur gerecht, sie hatten das letzte Jahr ja kaum einen Huf rühren müssen! Schon bald erstrahlte Down Under wieder in seinem alten, oder besser, neuen Glanz, denn Robert reformierte nicht nur das Ziegengesetz umfassend, nein, er setzte auf Innovation und schuf Brandneues, nie vorher Dagewesenes, Kunst, Musik, Architektur. Die Untergrundeisenbahner wurden neu formiert und aufgestellt, aus der Menschenwelt schwappten viele Dinge hinüber zu uns, das Leben wurde besser und besser - und so endet die Geschichte heute, mit dem, was wir haben: Ein geeintes Equestria und somit eben auch Ponys, Schatten und andere, die unseren heiligen Feierlichkeiten bewohnen!"

"Danke danke danke Dad, hast du ganz toll erzählt!", Aurora umhuft mich fest und ringt mich zu Boden, "ohhh, ich bin ja so froh, dass es so gekommen ist und ihr damals als ihr aufgestanden seid, gekämpft und gesiegt habt, als Freunde und Freundinnen, zusammen und gemeinsam!"

"Ja, da bin ich auch froh... denn ohne Freundschaft, Hilfe, Respekt und Solidarität wäre der Demokratische Sozialismus der Ziegen nicht das, was er heute ist. Und darauf sollten wir sehr, sehr stolz sein."

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ENDE

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"Du Dad?"

"Hm, ja Aurora?"

"Was ist denn nun eigentlich mit Vassilief und Katja gewesen, haben sie denn ein gemeinsames Leben führen können, so wie sie es sich gewünscht haben?"

"Oh ja, das haben sie, und das tun sie auch heute noch...", die Parade ist gerade perfekt auf unserer Höhe, "schau da, inmitten der Veteranen, siehst du den alten Bock da mit seiner Ziege und..."

"... der Chapka, ja, das ist er, das sind sie!"

"Oh ja, sie und ihre vielen Zicklein und Zickleinzicklein - du siehst, sie sind wunschlos glücklich geworden, und haben doch nie vergessen, wie sie einander gefunden haben. Vassilief ist übrigens großer Verfechter des Pazifismus geworden, hat die Partei Pazifisten des Sozialismus gegründet und hält noch heute flammende Reden auf den Volksversammlungen für seine Anhänger - da höre sogar ich gerne mal zu, denn irgendwie hat er schon recht... na ja, ob es so ganz ohne Gewalt geht... ich weiß ja nicht, ich glaube, dazu sind viele Spezies noch nicht bereit, aber ich weiß, dass die Ziegen es damals zusammen geschafft haben, als Rebellen und Volk!"

"Unter Hammer und Sichel, unter dem Roten Stern, unter Einigkeit, Recht und Freiheit!"

"Du sagst es, mein großer Schatz."

---

ENDE

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