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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

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Es war Vorweihnachtszeit in Equestria.

Seit es vor drei Tagen geschneit hatte überzog ein weißer Glanz Ponyville und die Umgebung.

Die Bewohner genossen diesen ersten Schnee des Jahres und stimmten sich auf die Weihnachtszeit ein.

Die Straßen, Häuser und Bäume waren mit Girlanden und Lichterketten geschmückt und die jungen Ponys lieferten sich eine Schneeballschlacht nach der anderen.

Die anderen waren mit Weihnachtsvorbereitungen und den üblichen Arbeiten beschäftigt.

Doch obwohl in der Stadt selbst alle mehr oder weniger ruhig und entspannt waren, herrschte am Bahnhof Hochbetrieb:

Züge aus und nach Down Under, in die anderen Landesteile oder nach Canterlot wurden mit Gütern und Post be-, ent-, und geladen.

Es war die stressigste Zeit für die Bahnarbeiter und Lokführer, denn alle wussten, dass keine Fehler passieren durften.

Jetzt eine falsch gestellte Weiche oder ein falsch beladener Waggon - ein Unfall würde alles durcheinander bringen, an die Folgen mal gar nicht zu denken... und die Verspätungen, die Probleme im Betriebsablauf und was es sonst noch alles mit sich bringen würde... außer viel Ärger...

Der Stellwerker im P3 hatte gerade die Weichen für den P3409 von Baltimare nach Ponyville HBF gestellt, als sein Funkgerät piepste.

Er öffnete den Kanal 3 und meldete sich mit dem üblichen "Hier Stellwerk P3, Ponyville HBF."

"Hier Der Ziegenbock, schön dich zu hören Manson!"

"Ach moin!", grüßte das Pony zurück, "na, was machst du denn hier?"

"Wir haben was mit der Gefahrenstufe IV am Haken... und Militärgerät... also mach bitte die Strecke frei!"

Der Stellwerker begann zu schwitzen.

Stufe IV... das war WIRKLICH gefährlich, und dieser Zug hatte Vorrang!

Aber der P 3409 war schon auf der Strecke, und die anderen Gleise belegt.

"Ich habe zurzeit einfach nix frei...!", meinte er resigniert, "alle Gleise belegt, und bis der nächste Zug, der G11907, abfährt, dauert es noch zehn Minuten!"

"Dann haben wir ein ernsthaftes Problem!"

"Das sehe ich genau so... aber was soll ich machen?!"

"So schnell wie möglich was frei machen... sonst macht dir jemand die Hölle heiß!"

"VERDAMMT, WIE DENN?!"

"WOHER SOLL ICH DAS WISSEN?!", brüllte der Ziegenbock zurück, "DU BIST DER STELLWERKER!!!"

"JA, TOLL... ABER ICH..."

In diesem Moment bemerkte er aus den Augenwinkeln, wie der G 34980 auf Gleis 7 vorbeirollte.

Erfreut rief er in den Kanal:

"Gleis 7 ist freigeworden, da könnt ihr jetzt lang fahren!"

"Super!", freute sich der Ziegenbock am anderen Ende, "danke, dein Krisenmanagement ist echt das beste! Mach´s jut..."

"Jo, du auch!"

Dann war die Verbindung unterbrochen.

Erleichtert stellte er die Weichen und blickte dem einfahrenden Güterzug entgegen, an dessen Anfang und Ende je eine Dampflok lief.

Mit knappen 80 km/h schob er sich immer weiter auf das Stellwerk zu und raste dann mit einem Pfiff vorbei.

Der Stellwerker grüßte zurück und sah dem Zug in Richtung Bahnhof nach - um mit Entsetzen festzustellen, dass auf Gleis 7 ein Postwagen stand - der Postwagen, den der soeben ausgefahrene G 34980 hätte mitnehmen sollen...

Panisch schlug er auf den SOS-Knopf und brüllte "BREMSEN!!!" in alle Funkkanäle, aber es war zu spät.

Mit einem lauten RUMMS!!! raste der Gefahrengut führende Zug in den Postwagen und die führende Lok entgleiste.

Der schlimmste Albtraum eines jeden Eisenbahners war Wirklichkeit geworden.

Die Gefahrenstufe IV der Ladung und die Tatsache, dass der Zug MITTEN im Bahnhof entgleist waren mal nicht mitgerechnt...

---

Er ließ alles stehen und liegen und raste die Treppe hinunter, riss die Tür beim Aufstoßen fast aus den Angeln und rannte auf die qualmende Unglücksstelle zu.

Dort bot sich ihm ein Bild des Grauens:

Mindestens einer der Waggons hatte Feuer gefangen und andere beziehungsweise das Bahnsteigdach angezündet, überall lagen Verletzte stöhnend und schreiend herum und eine klebrige giftgrüne Flüssigkeit sprudelte aus einem geplatzten Kesselwagen.

Dann realisierte er, dass er helfen musste, sofort, ohne Rücksicht auf eigene Verluste.

Auch die anderen Bahnarbeiter kamen angerannt, packten Verletzte und trugen sie aus dem Gefahrenbereich, schnappten sich Schläuche und versuchten das sich immer weiter ausbreitende Feuer zu löschen, während wieder andere panisch versuchten, mithilfe von Streusand das auslaufende Gefahrengut aufzuhalten.

Die unverletzten Reisenden halfen zum großen Erstauen mit - sie kümmerten sich um die Verletzten und versuchten ebenfalls die Flammen aufzuhalten, doch diese breiteten sich immer weiter aus und drohten auf das Bahnhofsgebäude überzugreifen.

Doch niemand konnte es verhindern.

Die Schreie "Wo bleibt die Feuerwehr?!" wurden immer lauter und die Flammen immer höher.

Gerade als sie auf das Haus überspringen wollten, explodierte der Kessel der entgleisten Lokomotive und riss dabei ein Loch in die unter sich im Boden verlaufende Wasserleitung.

Mit einem gewaltigen Druck schoss das Wasser aus dem geplatzten Rohr und regnete sich über dem Bahnhof ab.

Das Feuer wurde langsam kleiner und die helfenden Ponys und Ziegen jubelten, während auch sie vollkommen durchnässt wurden, was in diesem Moment jedoch keine große Rolle für sie spielte.

Wichtiger war, dass das Feuer sich nicht weiter ausbreiten konnte.

Dafür weichte aber der Sand auf und die giftgrüne Pampe auf den Gleisen vermischte sich mit dem Wasser.

Panisch und in aller Hektik rissen die Arbeiter und anderen Helfer Steine aus den Bahnsteigen und versuchten daraus eine Mauer zu bauen, um die stinkende Brühe aufzuhalten.

Schwellen und Säcke wurden gegen die Mauer gedrückt, um sich abzustützen beziehungsweise abzudichten, doch obwohl es anfangs danach aussah, als ob die Mauer halten würde, wurde die Lage immer verzweifelter, als sich das Wasser durch jede Ritze drückte und die Barriere einzustürzen drohte.

"WIR KÖNNEN DAS KAUM NOCH HALTEN!!!", brüllte einer der Bahnmitarbeiter, "SO TUT DOCH WAS!!!"

Mit all seiner Kraft drückte sich der Stellwerker mit gegen die Mauer, aus der immer mehr giftiges Wasser trat.

In diesem Moment brach der Boden auf und massenweise Ziegen stürzten aus dem Untergrund zu den erschöpften Helfenden hin, schoben sie zur Seite und warfen sich ihrerseits gegen die Mauer und drückten sie wieder ein Stück nach Innen.

Jubel brach aus und auch die Feuerwehr traf gerade ein.

Mit mehr Sandsäcken, Pumpen und anderem schweren Gerät versuchten sie, zumindest den Brand unter Kontrolle zu bekommen, gegen das auslaufende Gefahrengut konnten aber auch sie nicht viel machen.

Doch die Rettung nahte schon.

Erleichtert atmete der Stellwerker auf, als er ein bekanntes Gesicht und dazu noch den Katastrophenbekämpfungszug sah:

Es war der König der Ziegen, Robert, der wie immer an vorderster Front "kämpfte" und es sich nicht nehmen ließ, trotz seines hohen Statuses als Regierungsoberhaupt der Ziegen ihnen bei Problemen zu helfen.

Mit lautem Bremsenkreischen blieb der Zug im Bahnhof stehen und die heraus strömenden Ziegen begannen sofort, Sand und Chemikalien in das giftgrün schimmernde Wasser zu kippen.

Robert und ein unter einem Schutzanzug steckendes Pony (der Stellwerker wunderte sich, warum der Ziegenkönig keinen trug, vergaß es jedoch schnell wieder) begannen, an das Überdruckventil der Dampflok etwas anzuschließen, da wie eine Seemine aussah.

Es zischte und qualmte, als sie es mit Dampf füllten und dann das im Schutzanzug steckende Pony damit mitten ins Giftwasser sprang und die Metallkugel unter Wasser drückte.

Binnen Sekunden stiegen Blasen auf und die Brühe entfärbte sich rings um die Eintauchstelle.

Nach zehn Minuten war die Lage unter Kontrolle.

Das Wasser hatte sich entfärbt und war sauber, der Brand gelöscht und alle Verletzten sicher und im Krankenhaus.

Wie durch ein Wunder war niemand zu schwerem Schaden gekommen und die Genesung schritt voran.

Alle waren froh, dass es so glimpflich abgelaufen war, und dass vor allem das Gefahrengut so schnell "entschärft" werden konnte.

Doch keiner wusste (und fragte sich), was das eigentlich war und warum es durch die Gegend gekarrt werden musste...

---

Im Ziegenpalast herrschte trotz der Katastrophe gute Stimmung, denn Luna war nicht da und Robert hatte sturmfreie Bude.

Und wer ihn kennt, weiß, dass er sowas auch ausnutzt...

Zumindest normalerweise.

Heute jedoch nicht.

---

Der Ziegenbock hatte einen dicken Verband um Bauch und Kopf, als Robert ihn in seinem Bett besuchte.

"Hey Ziegenbock, da bin ich!"

"Ach, schau mal einer an... der Held des Tages! Und, ist die Lage wieder im Griff?"

"Aber sicher... du weißt doch, was dass für Zeug war..."

"Ja, ich verstehe nur nicht, wieso wir den Zug als gefahrengutführend, noch dazu Stufe IV, kennzeichnen sollten..."

"Das lass mal ganz meine Sorge sein..."

"Aber ich will wissen, warum du so geheimnisvoll tust! Sonst können wir doch auch immer über alles reden!"

"Ja, aber dieses Mal ist es besser, wenn nur ich Bescheid weiß!"

"Ich bin trotzdem dafür, du legst mir die Karten offen auf den Tisch!"

"Und ich sage nein, das mache ich nicht!"

"Schade...", murrte der Ziegenbock, "ich dachte, wir können uns vertrauen!"

"Das tun wir doch auch... nur dieses Mal... ich kann es einfach nicht!"

"Ok, ich akzeptiere das... du bist der König, dein Wort gilt. Aber jetzt mal was anderes, wieso ist das überhaupt passiert?"

"Also, das war so...", begann Robert und erzählte so lange, bis ihn der Arzt rausschmeißen wollte.

Beim Gehen wandte er sich noch einmal zu seinem kranken Freund um.

"Ich werde es dir verraten... aber etwas später..."

Dann fiel die Tür ins Schloss und das Licht erlosch.

Der Ziegenbock drehte sich auf die Seite und versuchte zu schlafen.

Aber es gelang ihm nicht.

Zu viele Gedanken geisterten in seinem Kopf herum.

---

Robert trat aus dem Krankenhaus und stand mitten im Schnee.

Obwohl er keine Jacke trug, war ihm nicht kalt.

Er stapfte durch die Straßen Down Unders und blickte durch viele Fenster in die warmen Wohnzimmer, wo viele Ziegenfamilien glücklich beisammen saßen, aßen oder spielten.

Glückliche Familien..., dachte er sich, bald wirst auch du eine haben, bald...

Aber eines fehlte ihm doch ganz gewaltig.

Eltern.

Gut, er hatte zwar in seiner Kindheit und Jugend jedes Weihnachtsfest im Kreise einer oder mehrerer großer Ziegenfamilien verbracht, aber nie bei seiner eigenen.

Weil er nie eine richtige gehabt hatte.

Seine Familie war das Ziegenvolk, das gesamte Ziegenvolk, jede Ziege, jeder Ziegenbock, jedes Zicklein.

Der Einzige, der ihm noch mehr bedeutete, war sein bester Freund, der Ziegenbock.

Und Luna.

Und Atlanas.

Bei dem Gedanken an die beiden musste er schmunzeln.

Luna saß wahrscheinlich grade in Canterlot um amüsierte sich mit Celestia und Atlanas war bei Fluttershy.

Und er?

Er war alleine, auch wenn es nur diese Nacht war, aber er war alleine.

Traurig ging er zum Schloss zurück.

---

Er schob das schwere Tor zum Thronsaal auf und schob sich hinein.

Drinnen war es dunkel, nur der Mond warf etwas Licht durch die großen Fenster und die Schatten der Glasbilder tanzten über den karierten Mamorboden.

Wieder musste Robert an Luna denken, hielt sich dieses Mal jedoch nicht lange damit auf und öffnete stattdessen die Tür zu seinen Gemächern links vom Thron.

In seinem Schlafzimmer knipste er das Licht an, besah sich kurz im Spiegel und meinte:

"Ich würde gern etwas forschen..."

Mit einem Mal machte es Klick! und er hörte die Zahnräder, wie sie ineinander griffen und schließlich die geheime Tür aufschoben, die hinter dem Spiegel versteckt lag.

Dieser glitt in die Wand und Robert sah in den hell erleuchteten Gang, bevor er eintrat und die Tür sich wieder hinter ihm schloss.

Er stieg eine Treppe hinab und erreichte bald das große unterirdische Labor, von dessen Existenz nur er und der Ziegenbock wussten.

In jahrelanger Schwerstarbeit hatten die beiden Tunnel um Tunnel, Höhle und Höhle erweitert, um eines Tages genug Platz für ihren Traum zu haben:

Ein eigenes Superlabor, mit modernster Technik ausgestattet.

Hier waren schon Dinge passiert, wovon selbst die Wissenschaftler auf der Erde noch zu träumen wagten.

Zielsicher ging er auf eine Nebenhöhle zu und klopfte an die Holztür.

"Sunset Shimmer? Ich brauche dich mal..."

Keine Reaktion vor drinnen.

Merkwürdig, dachte Robert, normalerweise ist sie immer sofort da, es sei denn...

Er öffnete die Tür und trat ein.

Das Zimmer sah aus wie immer, sauber, ordentlich und aufgeräumt.

Doch der übliche Zettel, den sie immer liegen ließ, bevor sie auf einen Streifzug ging, lag nicht da, wo er hätte liegen sollen.

Er war nicht da.

Robert begann zu schwitzen.

Verdammt!, fluchte er, wo steckt sie bloß?!

Er schloss die Tür hinter sich und rannte ins Labor zu ihrem Supercomputer, die sich in der Mitte der Forschungsstation befand und der das Herzstück der Anlage war.

Ohne ihn lief hier fast nichts.

Robert ließ sich auf seinen Bürostuhl fallen und schaltete den Bildschirm an.

Da der Computer nie ausgeschaltet war, hatte der Ziegenkönig immer sofortigen Zugriff auf alle Dateien und das Internet.

Er öffnete das Menü und klickte auf einen Ordner namens "G".

Der Computer fragte nach dem üblichen Passwort und nachdem Robert es eingetippt hatte, öffnete der Rechner die gewünschte Anwendung.

Ein DNA-Peilprogramm öffnete sich und Robert klickte in der oberen Leiste "Suchen" an.

Sofort ploppte das Fenster "Nach was wollen Sie suchen, werter Ziegenkönig?" auf und der tippte schmunzeld Sunset Shimmer in die Suchleiste ein.

Die obligatorische Sanduhr erschien auf dem Bildschirm und Robert lehnte sich gelangweilt zurück, während eine der an der bis über die Erde reichenden Antenne befestigten Satellitenschüsseln sich zu bewegen und die Gegend abscannte.

Nach nur fünfzehn Sekunden meinte die Computerstimme plötzlich:

"Die von Ihnen gesuchte Person/ Ziege/ Pony befindet sich nicht in Equestria."

Überrascht und verwirrt starrte Robert den PC an, bis diese fragte:

"Wollen Sie den Suchradius vergrößern/ ändern?"

Robert klickte auf "Ja" und tippte dann "Erde" in die Suchzeile ein.

Wieder huschte die Sanduhr auf den Bildschirm, doch schon nach drei Sekunden ploppte ein Fenster auf:

"Die von Ihnen gesuchte Person/ Ziege/ Pony befindet sich auf der Erde."

Der Ziegenkönig glotzte seinen Rechner nur dumm an, ehe er aufstand und zum Dimensionsportal lief, das sie rechts der Funk- und Kabelverteiler des Supercomputers befand.

Er bemerkte sofort, dass hier etwas nicht stimmte.

Erstens, das Portal war nicht ausgeschaltet, sondern nur im Stand-by Modus.

Zweitens, das Portal-Handbuch war aufgeschlagen.

Drittens, einer der Öffner, mit denen man das Portal auf der Gegenseite öffnen beziehungsweise schließen kann, steckte nicht in der Ladestation.

Ein Blick auf die geöffnete Buchseite genügte um Robert sicher zu sein, was er dachte:

Sunset Shimmer war durch das Portal gereist und jetzt in der Menschenwelt unterwegs.

Und das war überhaupt nicht gut...

Er überlegte kurz, bsi er realisierte, dass ER der einzige war, der sie stoppen konnte, bevor etwas passierte.

Also griff er sich seinen Dönerspieß, die MG, zwei Munitionsgürtel, ein paar Granaten und seinen Raketenwerfer, stellte das Portal auf die letzten eingegebenen Werte, schnappte sich einen Öffner und steckte ihn an den Raketenwerfer, ehe sich das Portal öffnete und er hindurch trat.

---

Er stand da, mitten auf dem Acker.

Um ihn her wuchsen Mohrrüben, Weizen und Raps.

Doch ihn interessierte das alles gar nicht, von ganz alleine tappte er über den trockenen Boden.

Die Hitze brannte ihm im Nacken, doch er spürte sie kaum.

Endlich gehorchten ihm seine Beine und er begann zu rennen, immer schneller rannte er durch das Kornfeld.

Die Ähren, die er zertrampelte, spürte er ebenso wenig wie den aufkommenden Wind, der ihm um den Kopf blies.

Er hatte nur Augen für den Hof vor sich, Sweet Apple Acres, die Heimat der Apple-Familie.

Das Gatter nahm er im Sprung und auch die Haustür war kein Problem für ihn, denn sie war nur anlehnt.

Das schlechte Gefühl ließ ihn nicht los und er raste ins Wohnzimmer.

"Applejack, wo...?!"

Sie lag auf dem Teppich und in ihrem Rücken war ein riesiges Loch, aus dem Blut quoll, ihr Blut.

Er fiel zitternd auf den Teppich und nahm behutsam ihren Kopf.

"Applejack... OH GOTT!!!"

Sie starrte ihn mit leeren Augen an.

Er war zu spät.

Plötzlich bemerkte er eine Regung hinter sich.

Doch seine Kraft war weg und das letzte, was er spürte, war wie ihn etwas von hinten durchbohrte.

---

Schweißgebadet fuhr der Ziegenbock hoch und keuchte.

Schon wieder dieser Traum!, dachte er einerseits erleichtert, andererseits wütend, warum muss ich der jede Nacht wiederkommen?! WARUM?!

Er fasste sich an den Kopf und sah aus dem Fenster auf die vom Himmel herab rieselnden Schneeflocken, die in Richtung Erde tanzten.

Die Stadt unter ihm leuchte weihnachtlich und gab ihm ein Gefühl von Wärme, doch nur ein Gefühl, mehr nicht.

Er stand auf und lehnte sich auf die Fensterbank.

Irgendwo da draußen, vor den Toren Ponyvills, lagen in Dunkelheit gehüllt die Sweet Apple Acres, und das Pony, in das er sich verliebt hatte, damals, als er und Atlanas sie im Keller des Nascheckchens vor Zalgo Pie gerettet hatten. Bei der darauffolgenden Ehrung hatte Applejack sich bei ihm bedankt und ihm ihren Huf gereicht, diesen einen ganz besonderen rechten Huf, den nur sie hatte...

Etwas Schöneres als das konnte er sich nicht vorstellen, doch, mit ihr zusammen zu sein.

Aber sie fragen? - Nein, das traute er sich nicht, obwohl er der General der Ziegenarmee war und eigentlich kein Feigling.

Doch ein MÄDCHEN zu fragen, ob sie mit ihm gehen wolle... das war ein ganz anderes Kaliber, und er hatte keine Ahnung auf dem Gebiet.

Und sie war ein PONY, und er... ein Ziegenbock.

Er seufzte.

Das würde unmöglich gehen... nein, das würde nicht gehen...

Dann merkte er, dass sein Verband um den Kopf nicht mehr da war.

Auch Schmerzen spürte er nicht mehr und er überlegte, warum er dann überhaupt noch hier im Krankenhaus war.

Da es scheinbar sinnlos war, riss er sich vom Fenster los, öffnete die Zimmertür und huschte im Schutz der Dunkelheit des Flures über ihn davon.

---

Er stieg die Haupttreppe hinab, duckte sich am Pförtnerhäuschen vorbei und verließ das Krankenhaus über das schwere Eisentor, das nachts dummerweise verschlossen war.

Aber was ein echter Soldat ist lässt sich nicht von einer solchen Lapalie aufhalten.

Auf der Straße angekommen bog der Ziegenbock nach links ab und erreichte nach zwei Kilometern endlich das Ziegenschloss, dass über Down Under auf einem kleinen Hügel thronte.

Er war die Einfahrt, die breit genug war, um mit sechs Kutschen gleichzeitig nebeneinander entlangfahren zu können, schon mehrere tausend Male hoch- und wieder heruntergelaufen, doch es war immer wieder ein neuer und ungewohnter Anblick, wenn sie verschneit war.

Die Wache am Tor salutierte vor ihm und machte den weg frei, er grüßte zurück und sprintete die Stufen zum Thronsaal hinauf, stieß die schwere eisenbeschlagene Tür auf und flitzte nach links zu Roberts Gemächern.

Doch die Tür zum Schlafzimmer seines Königs stand offen und der Ziegenbock wusste, dass er Robert nicht schlafend vorfinden würde, denn er kannte seinen besten Freund zu gut und wusste, dass er nie mit offener Tür schlief.

Ein Blick ins Zimmer war überflüssig, doch der Ziegenbock ahnte, wo sein König sein musste, betrat daher dessen Schlafgemach und stellte sich vor den Spiegel.

"Ich würde gern etwas forschen...", grummelte er, er fand den Spruch einfach nur dämlich.

Die Geheimtür schwang auf und er stieg die Stufen in ihre Höhle hinab.

Unten bemerkte er sofort, was Sache war.

Der Waffenschrank stand offen, zwei der Portalöffner waren nicht da und von Sunset Shimmer fehlte jede Spur.

Das brummende Portal ließ ihn sicher sein:

Robert UND Sunset Shimmer waren drüben, in der Menschenwelt.

Und das gefiel ihm überhaupt nicht...

---

Es surrte, als das Portal Robert in den weichen Schnee spuckte.

Mühsam rappelte er sich auf und sah sich erst einmal in alle Richtungen um.

Keine Menschenseele war zu sehen und er spürte die weichen Schneeflocken auf seinem Kopf und den Armen landen.

Erst jetzt bemerkte er, dass er weder eine Winterjacke noch vernünftige Schuhe für die Schneemassen trug, nur sein übliches T-Shirt und die Jeans mit Turnschuhen.

Na toll... Sommersachen bei Schnee, dachte er zähneknirschend und fühlte die Kälte, die durch das T-Shirt drang, dann eben erstmal Klamotten!

So stapfte er zitternd und ein bisschen sauer durch den Schnee auf die nächste Straße zu, die im Schatten riesiger Wolkenkratzer lag.

Doch Robert wusste immer noch nicht, wo er war, aber eigentlich war ihm das im Moment auch egal.

Das einzige, was jetzt wichtig war, war Sunset Shimmer zu finden.

Und sich was Warmes anziehen...

---

Die Wachen blickten dem Ziegenbock verwundert nach, der soeben an ihnen vorbei gerast war ohne zu grüßen.

Doch er hatte im Moment wichtigeres zu tun, er musste jemanden finden, der ihm helfen konnte, sich mit ihm auf die Suche nach Robert zu machen.

Und dieser Jemand war ein Pegasus, Kommandant der Pegasusgarde, sein Freund und hieß Atlanas.

Er wohnte nur dummerweise nicht in Down Under, sondern in Ponyville, und so rannte der Ziegenbock fluchend durch einen der Tunnel hinauf ans Tageslicht.

Oben angekommen musste er anhalten und erst einmal verschnaufen.

Du wirst nicht jünger..., dachte er keuchend, aber zum Pause machen ist jetzt keine Zeit, also weiter!

Obwohl er Seitenstechen bekam schaffte er es mit einer Wahnsinns Geschwindigkeit das Kasernentor aus den Angeln zu reißen, weil die Pförtner es einfach nicht schnell genug hatten öffnen können und nahm den Hintereingang zu Atlanas Haus, also das Fenster.

Sein Freund fiel fast vom Stuhl, als der Ziegenbock auf dem Teppich landete, dabei jedoch noch zu schnell war und es ihn in die Schrankwand katapultierte, die daraufhin unter lautem Krachen über seinem Kopf zusammenstürzte.

Zum Glück macht das einem Ziegenbock nicht viel aus, bei dem Dickschädel... aber dem Hausbesitzer und dessen Freundin schon.

Atlanas war sofort bei ihm und zog seinen Freund aus den Trümmern.

"Mensch, alles klar bei dir?!"

"Könnte besser sein...", kam es schnaufend zurück.

"Du bist ja vollkommen außer Atem... und warum bist du überhaupt durchs Fenster...?!"

"Dafür haben wir jetzt keine Zeit!", grummelte der Ziegenbock und sprang wieder auf, "wir müssen...!"

Doch Atlanas packte seinen Freund an den Schultern und drückte ihn auf einen Stuhl.

"Halt, brems dich mal kurz, egal was jetzt ist, und beantworte zuerst meine Fragen! Also, erstens, was ist los? Zweitens, was müssen wir? Drittens, warum?!"

"Ok, also gut... Robert ist verschwunden!"

"WAS?!", schrien Atlanas und Fluttershy entsetzt, "wie...?!"

"Ich war noch nicht fertig!", unterbrach sie der Ziegenbock sauer, "und da er weg ist, müssen WIR ihn suchen, Atlanas! Und das Warum erübrigt sich..."

"Aber WOHIN ist er...?"

"In die Menschenwelt!", meinte der Ziegenbock trocken.

"Aber ich kann nicht in die Menschenwelt, du weißt doch, was...!"

"Ja, ich weiß, aber wir MÜSSEN!!! Wir MÜSSEN Robert da wieder rausholen, bevor ihm etwas passiert!"

"Wie hoch stehen die Chancen, dass er einfach alles niederballert, dass sich..."

Dann hatte Atlanas es kapiert.

Wenn Robert TATSÄCHLICH um sich ballerte, dann hatten sie ein Problem.

Nicht nur er und die anderen Bewohner Equestrias, sondern die Menschen...

"Ich habe verstanden...", seufzte er resigniert, "ich komme mit... aber du musst mir versprechen, dass wir nicht alleine gehen!"

"Warum denn nicht?! - Wir MÜSSEN alleine gehen, ansonsten ist es viel zu gefährlich!"

"Dann musst du ohne mich zurechtkommen... ich suche nicht Robert in der MENSCHENWELT und komme am Ende noch in den Knast!"

"Aber du MUSST!!!"

"Ich muss gar nichts, wenn ich nicht will! Also, entweder wir...!"

"Ok, habe es schon verstanden... aber WEN soll ich denn fragen?! - Auf so ein Himmelfahrtskommando kommt doch niemand freiwillig mit!"

"Das ist mir vollkommen egal, es muss nur jemand dabei sein!"

Der Ziegenbock schwitzte.

In dem Moment klingelte es an der Tür und Fluttershy erschrak, riss sich jedoch gleich wieder zusammen und öffnete vorsichtig die Tür.

Verwundert blickte sie in die Gesichter von Applejack und einem Pegasus, den sie noch nie vorher gesehen hatte.

"Howdy Fluttershy!", grüßte Applejack, "ich wollte mal eben vorbeischauen und von Twilight fragen, ob du..."

Dann bemerkte sie den Ziegenbock und betrat das Haus.

"Hallo Ziegenbock!", rief sie fröhlich, "und hallo Atlanas!"

Der angesprochene erstarrte und Atlanas musste schmunzeln, weil er genau wusste, was sein Freund im Augenblick dachte...

"Moin Applejack!", grinste er zurück und der Ziegenbock lief leicht rötlich an, "wie geht´s, wie steht´s?"

"Ich kann mich nicht beschweren!", lachte sie, "und was macht ihr grad so, ihr zwei seht so aus, als wäre nicht alles so, wie es sein sollte... was bedrückt euch denn?"

Der Ziegenbock wusste nicht, was er sagen sollte, als Atlanas ihm die Worte, die er eigentlich hatte NICHT sagen wollen, aus dem Mund nahm:

"Robert ist verschwunden, und ich wurde grad gefragt, ob ich beim Suchen helfen will... doch wir brauchen noch jemanden..."

"Na das trifft sich super, ich habe Zeit und kann gerne helfen!"

Panisch fuhr der Ziegenbock aus seiner Starre und quetschte ein "Nein!" heraus.

Atlanas sah ihn schief an.

"Warum denn nein?!", fragte er verwirrt, "wenn sie uns helfen will, warum denn nicht?!"

"Weil das zu gefährlich ist...!"

"Ach pappalapapp!", kicherte Applejack, "keinesfalls! Ich bin doch kein Fohlen mehr und kann auf mich aufpassen, ich bin dabei!"

"Und ich dafür!", stimmte Atlanas ihr zu, "also, entweder MIT Applejack oder ohne uns BEIDE!"

Der Ziegenbock explodierte innerlich fast, fing sich aber rechtzeitig wieder und schnaubte:

"Wenn es... sein muss... aber das wird wirklich verdammt...!"

"Ich weiß das...", lachte Applejack und er wurde wieder eine Spur rot, "ich werde das schon schaffen! SO schwer kann´s ja nicht sein!"

Wenn du wüsstest..., dachte der Ziegenbock besorgt, wenn du wüsstest...

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Robert zitterte, als er auf die Sunrise Avenue einbog, so wie er noch nie vorher gezittert hatte.

Beim nächsten Mal nehme ich was Warmes mit!, fluchte er bibbernd, diese Schweinekälte!!!

Auch weil er so mit sich selbst beschäftigt war bemerkte er die drei finsteren Gestalten nicht, die sich ihm von hinten näherten, ihn schließlich packten und blitzschnell in eine Seitenstraße rissen.

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Eine Viertelstunde später ging im Police Departement um die Ecke die Meldung ein, ein Passant hätte etwas totes Menschliches gefunden.

Sofort rückten die Officers mir drei Streifenwagen und einem Krankenwagen an, doch bei ihrer Ankunft war der weiße Schnee war schon blutdurchtänkt und das dazugehörige zerfetzte Etwas ließ sich kaum noch als menschliches Wesen identifizieren.

Der Bereich wurde weiträumig abgeriegelt und innerhalb kürzester Zeit hatte die Spurensicherung ihre Arbeit getan und die Spuren, die Leiche und der Schnee im Umkreis wurden beseitigt und in die Gerichtmedizin verfrachtet.

Schon eine halbe Stunde später erinnerte nichts mehr an den Mord.

Es war einer wie viele andere in dieser Großstadt auch.

Na ja, nicht ganz...

Die Gesichtsmediziner hatte es schon gewundert, dass der Fleischberg so schwer war, aber erst als sie ihn anschnitten, fiel ihnen auf, dass die Leiche komischerweise ZWEI linke Füße hatte...

Nach dieser Erkenntnis fand man auch relativ schnell NOCH EINEN linken Fuß... und stellte fest, dass vor ihnen DREI Leichen auf dem Tisch lagen... als EIN Klumpen!

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Derweil zog einer fröhlich pfeifend durch die Straßen und freute sich über zwei warme Jacken, ein gut passendes Paar Schuhe und eine neue Hose, die er sich gerade eben frisch "besorgt" hatte...

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Murrend erhob sich der Ziegenbock und sah Applejack und Atlanas ernst an.

"Also gut, Applejack, du kommst mit, auch wenn ich... weniger begeistert bin. Aber wenn ihr das unbedingt wollt... von mir aus... und jetzt müssen wir los!"

"Halt, wartet!", meldete sich der Pegasus, der immer noch neben Fluttershy in der Tür stand, "ich wollte nur fragen, ob ich euch begleiten kann... ich möchte euch helfen, den Ziegenkönig zu finden!"

Und damit kommst du erst jetzt?!, fluchte der Ziegenbock innerlich, du...!!! - Aber egal, jetzt ist´s eh wurst...

"Wenn du unbedingt willst... komm mit, mir ist das gleich...", murrte er und sprang durch das zersprungene Fenster nach draußen.

Applejack und der Pegasus folgten ihm, nur Atlanas drehte sich noch einmal zu seiner Fluttershy um.

"Fluttershy?", flüsterte er, "wenn ich nicht zurückkomme, dann kümmere dich bitte um unser Kind... und sag ihm, es soll wissen, dass sein Vater es immer geliebt hat. Und seine Mutter auch."

Eine Träne lief über ihre Wange und sie schniefte:

"Versprich mir, dass du zurückkommst! Versprich es! Mir und ihm!"

Sie zeigte auf ihren Bauch.

Er legte seinen eisernen Huf darauf und hauchte:

"Ich werde zurückkommen! Ich werde zurückkommen... siegreich zurückkommen!"

Dann küssten sie die beiden.

Lange und ausgiebig.

Erst als Applejack "Ey Atlanas, hör auf zu Knutschen, sonst verpassen wir den Zug!" rief, riss sich der Pegasus los und flog durch das zerbrochene Fenster nach draußen.

Fluttershy blickte ihm kummervoll und stolz nach.

---

Sunset Shimmer ging es so gut wie schon lange nicht mehr, denn sie konnte heute das tun, was sie in den letzten Monaten so sehr vermisst hatte:

SHOPPEN GEHEN!!!

Und dann noch in New York... besser ging es echt nicht!

Es gab einfach alles, was ihr Herz begehrte, aber heute war sie nicht für sich allein gekommen.

Sie wollte eigentlich nur etwas für ihren Freund zu Weihnachten besorgen und dabei gerade noch ein wenig bummeln und die Menschen genießen.

Ein wenig vermisste sie es schon, ihr altes Leben, aber es war ein schlimmes und schlechtes Leben gewesen, eines, dass sie nie wieder haben wollte, und auch wenn es im Moment hätte besser sein können, war sie doch froh, überhaupt am Leben zu sein...

Doch DARAN wollte sie jetzt erst recht nicht denken und wandte sich lieber wieder dem Kleiderständer zu, an dem sie einen Schal für ihren Freund entdeckt hatte.

Er war es, das perfekte Geschenk, nicht zu groß und doch passend für ihn.

Sie freute sich, dass es so schnell gegangen war, bezahlte an der Kasse und verließ dann glücklich und ausgelassen das Kaufhaus.

Ohne Robert zu bemerken, der hinter einer Säule stand und nur auf sie gewartet hatte und die Verfolgung aufnahm.

Ihm war inzwischen doppelt warm, einmal von den Jacken und andererseits von der Wut, die sich in ihm gesammelt hatte.

Er hatte zwar gesehen, was sie gekauft hatte, aber die Tatsache, dass sie zurzeit... ja... das war einfach verdammt gefährlich!

Sie schlenderte unterdessen über die 46th Street geradewegs auf ein Starbucks Coffee zu und Robert folgte ihr durch die dichte Menschenmenge zielgerade.

Sunset Shimmer blieb gerade an einer roten Ampel stehen und wartete wie viele andere auf Grün, als plötzlich wie aus dem Nichts ein schwarzer Jeep auftauche, neben ihr bremste und ehe jemand hatte reagieren können, ein Mann die hintere linke Tür aufriss, sie packte, in den Wagen zog, die Tür automatisch wieder zufiel und das Auto mit Vollgas davonraste.

Robert zögerte keine Sekunde und nahm die Verfolgung auf, doch als Füßgänger in New York einem Auto zu folgen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Und so hatte er den Jeep nach der zweiten Abbiegung auch schon aus den Augen verloren.

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Mit lautem Bremsenkreischen kam der G 12363 im Bahnhof von Down Under zum Stehen.

Mit einem lauten "Danke für´s Mitnehmen!" sprangen der Ziegenbock und die anderen aus der Lok und rasten zum Ziegenschloss.

Ihnen wurden rechtzeitig alle Türen und Tore geöffnet und sie kamen erst wieder im Thronsaal zum Stillstand, direkt vor dem Thron des Ziegenkönigs.

Hier hatten alle Regenten bereits gesessen und ihr Volk durch alle Zeiten geführt, egal ob gute oder schlechte, Kriege oder Friedenszeiten.

Der einzige, der nicht immer hier gesessen und seinem Volk zugesehen hatte, war Robert... aber für diese Gedanken hatte der Ziegenbock zwar normalerweise immer Zeit, aber heute nicht.

Er hetzte zum Thron hinauf und drückte auf den versteckten Knopf an der rechten Lehne.

Sofort klappten die Armaturen, Geräte und Maschinen aus dem Boden und die Systeme fuhren hoch.

Erstaunt sahen seine Mitstreiter zu, wie er alles einstellte, das Portal auf Roberts Öffner ansetzte und die Koordinaten auf einem Monitor erschienen, während sie das Portal aufbaute.

Noch einstellen, wie lange die Verbindung bestehen soll... und fertich!, freute er sich, dann mal los!

"Also gut Leute...", begann er, "ich gebe jedem von euch einen Portalöffner. Mit dem Ding könnt ihr jederzeit ein Portal zurück hierher öffnen und verschwinden, falls es zu gefährlich werden sollte! Ihr müsst gut darauf aufpassen...!"

"Ja, das ist schon klar!", unterbrach Atlanas ihn, "noch was Wichiges, sonst bin ich für Aufbruch!"

Wütend funkelte der Ziegenbock ihn an und hatte schon die perfekten Worte, um dem Pegasus den Marsch zu blasen, schwieg dann aber lieber doch und knurrte:

"Ok, wenn keine weiteren Fragen sind... dann los!"

Das Portal brummte und wurde dann blau, bis es zu schimmern begann und durchsichtig wurde.

"Bitte einer nach dem anderen... und denkt daran: Ihr müsst um Himmels Willen unauffällig sein!"

"Ja, das haben wir verstanden...", murrte Atlanas augenverleiernd und sprang zuerst in die plasmatische Konsistenz, dann folgten ihm der Pegasus und Applejack.

Der Ziegenbock wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder heulen sollte und folgte dann kopfschüttelnd seinen Kameraden ins Unbekannte.

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Robert war vollkommen außer Puste, als er endlich nach einer halben Ewigkeit den abgestellten Jeep erreichte, der mitten im Hafengebiet der Ports Autority in Brookyn parkte.

Hat sich´s doch gelohnt, Sunset Shimmer einen Peilsender einzubauen..., schnaufte er zufrieden und fertig, bevor er sich an eine der alten Lagerhallen schlich und im Sichtschatten des Jeeps um das alte halb kaputte Gebäude strich, zu einem der zerbrochenen Fenster hin.

Mit einem Sprung war er drin und lauschte.

Doch alles war still.

Komisch..., grübelte er, wo sollen sie denn sonst...?

In diesem Moment krachte es urplötzlich hinter ihm, etwas blaues brach auf und vier Personen donnerten in seinen Rücken.

Zusammen kugelten sie über den staubigen Boden und Robert packte einen sofort am Kopf, als dieser erschreckt aufschrie:

"Ey Robert! Nicht mir die Rübe abreißen, die brauche ich noch!"

Er erstarrte.

"Atlanas?!", stotterte der Ziegenkönig verwirrt, "was macht...?!"

"Dich suchen, nach was sieht´s denn aus?!", knurrte der Ziegenbock sauer, "na immerhin ging das schnell, dann also ab wieder nach Hause!"

"Aber wir können noch nicht...!", protestierte Robert verärgert, "ich muss noch..."

"WAS musst du?!", kam es nun von Atlanas.

"Was suchen, was ich verloren habe!"

Eine dümmere Ausrede gab es wohl in diesem Moment nicht, und Atlanas ließ sich überhaupt nicht beeindrucken.

"Weißt du was, du redest jetzt mal Klartext! Denn ich habe keine Lust, nach Hause zu kommen und zu sagen, dass ich Robert gesucht habe, der was VERLOREN hat! Das ist echt dreist, und ich bin dein Freund, und ich will wissen, was WIRKLICH los ist! Jetzt und hier!"

Robert begann zu schwitzen.

"Es ist einfach..."

"WAS IST ES EINFACH?!?!", brüllte Atlanas zornig, "ZU GEFÄHRLICH ODER WAS?!?! ICH GLAUBE DIR NICHT MEHR, ALSO SAG MIR JETZT DIE WAHRHEIT, ODER ICH BIN WEG!!! UND DANN SUCH DIR NEN NEUEN BESTEN FREUND!!!"

"Also schön, du... ach was soll´s... wenn du..."

"JA VERDAMMT NOCHMAL!!!", schrie Atlanas wütend, "JETZT SPUCK´S AUS!!!"

"GUT! Also, du erinnerst dich an den entgleisten Gefahrenguttransport?! - Da war kein Gefahrengut drin, nur ungefährliche Lebensmittelfarbe!"

"WAAAS?!", quiekte Applejack entsetzt, "aber dann...?!"

"Sicher!", unterbrach Robert sie, "es ist nichts passiert, niemandem!"

"Aber warum dann...?!", fragte nun auch der Ziegenbock verwirrt, doch sein König unterbrach ihn sofort wieder:

"WEIL DA WAS HOCHWICHTIGES DRIN WAR, NÄMLICH EIN VERDAMMTER ZWEI-KILO DIAMANT!!!"

Den vier "Rettern" klappten die Kinnladen herunter.

Keiner konnte auch nur ein Wort von sich bringen.

Stille lag über ihren Köpfen, als Robert wieder das Wort ergriff:

"Ich sagte doch, das haut euch um... aber ihr... egal!"

"EIN ZWEI-KILO DIAMANT?!?!", keuchte Atlanas überrascht, "aber wie...?!"

"DAS werde ich nicht verraten, fest steht jedoch, dass ich ihn Luna zu Weihnachten schenken wollte... ihn nur erst mal nach Down Under zu karren war das Problem!"

"Und dafür hast du den GEFAHRENGUTZUG genommen?!"

"Ja, verdammt noch mal, es war einfach verdammt wichtig, und ich konnte mich in dem Moment nicht selbst drum kümmern... das ist auch schon alles, und weil ich einen ZWEI-Klio Diamanten nicht gerne mit der Post verschicke... ja...!"

"Und der Zug ist entgleist... aber der Diamant...?"

"Das ist ja die Crux...", meinte Robert, "ich brauchte einen Behälter... einen, der sicher ist... einen, den ich immer unter Kontrolle habe!"

Der Ziegenbock sah ihn entsetzt an.

"Hast du etwa...?!"

"Ja, ich habe..."

"WAS HAST DU?!", kam es wütend von Atlanas.

"Du erinnerst dich noch an Sunset Shimmer?!"

"Jaaa... aber sie ist..."

"EBEN NICHT!!!", donnerte Robert, "ich habe sie verdammt noch mal geklont und wieder zum Leben erweckt!"

Atlanas, der Pegasus und Applejack rissen die Augen vor Erstaunen und Entsetzen gleichermaßen auf.

"WAAAS?!?!", schrien sie panisch, "DU HAST...!!!"

"RUHEEE!!!", brüllte der Ziegenbock wütend, "JA, ES STIMMT! WIR HABEN SIE GEKLONT... ABER DAS IST NICHTS SCHLIMMES!!!"

"UND OB DAS SCHLIMM IST, DAS MEINE FREUNDIN GEKLONT IST!!!", schrie der Pegasus wutschnaubend, "UND DASS SIE ES MIR NICHT GESAGT HAT!!!"

"WEIL ICH´S IHR VERBOTEN HABE!!!", donnerte Robert zurück.

"DU WILLST DICH MIT MIR ANLEGEN?!?!", krakelte der Unbekannte zurück, "ICH WERDE ICH IN DER LUFT...!!!"

In diesem Moment passierten zwei Dinge gleichzeitig.

Erstens, Robert Augen liefen tief dunkelrot an und ein böses Lächeln umspielte seine Lippen.

Zweitens, er machte einen Satz auf den Pegasus zu und ehe dieser hatte reagieren können packte ihn Robert am Jackenkragen und schleuderte ihn quer durch die Halle gegen die Ziegelwand.

Entsetzt starrten ihn Atlanas, der Ziegenbock und Applejack erst ihm nach, dann Robert an.

Dann trat Atlanas vorsichtig einen Schritt zurück.

Der einzige, der sofort reagierte war der Ziegenbock.

Er stellte sich vor Robert und schrie panisch:

"Komm wieder zu dir!!!"

Es wirkte.

Roberts Augen nahmen wieder die normale blaue Farbe an und er fasste sich verwirrt an den Kopf.

"Was ist denn...?!", wollte er fragen, als er bemerkte, was soeben passiert war.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren raste er zu dem verletzten Pegasus hin, kniete vor ihm nieder, fühlte seinen Puls und begann dann zu weinen.

Seine Freunde und Applejack kamen hinterher und setzten sich neben ihn.

Der Ziegenbock legte seine Hand auf Roberts Schulter und meinte mitfühlend:

"Das hätte nicht passieren dürfen... aber es ist nicht deine Schuld!"

"Doch, ist es!", schniefte sein König, "es ist meine verdammte Schuld, weil ich mich nicht im Griff habe!"

"Du hast dich im Griff... für den Rest kannst du nichts!"

"Ähmmm... ich will euch ja nicht stören...", begann Atlanas ruhig, bevor bei ihm alle Sicherungen durchbrannten und er losbrüllte: "WAS IST DENN JETZT SCHON WIEDER LOS?!?!"

"Das ist erst mal egal!", mischte sich Applejack ein und nahm behutsam den Kopf des Pegasus in die Hand, während sie ihn zart fragte: "Alles in Ordnung bei dir?!"

"Es könnte besser sein...", stöhnte er, "aber ich mache mir mehr Sorgen um Sunset...!"

Eine Träne rollte ihm über die Wange und die drei Freunde hörten sich auf zu zanken.

Der erste, der seine Stimme wiederfand war Robert.

"Es tut mir leid... ich selbst wollte das hier verhindern, aber ich konnte nicht..."

Der Pegasus am Boden drehte seinen Kopf mühsam zum Ziegenkönig um.

"Was ist euch denn überhaupt so wichtig an ihr? Und warum das alles?!"

"Also, ich lege jetzt am besten alle Karten auf den Tisch... aber ihr alle müsst mir versprechen, es für euch zu behalten!"

"Ich verspreche es!", meinten Applejack und Atlanas ernst, und auch der Pegasus am Boden keuchte: "Ja, ich auch...!"

"Gut...", begann Robert, "also, Sunset Shimmer hat in der Menschenwelt drei Morde begangen, vier Beinah-Morde verübt und einiges an Zerstörung verursacht... eine Schule abgefackelt (Atlanas begann zu kichern) und noch so einiges mehr, kurzum: Sie war echt böse. Ich habe versucht sie aufzuhalten, aber sie ist in einen Kohlebrecher gefallen... und wurde zermatscht. Aber ich habe immer an das Gute geglaubt und konnte es nicht so enden lassen, habe daher eine Blutprobe mitgenommen und daraus mithilfe modernster geheimer Technik ein genaues Abbild von ihr erschaffen... perfekter ging es nicht. Dieses Abbild hatte jedoch aufgrund von Verunreinigung des Blutes durch Braunkohle einige "Fehler", die wir beheben mussten... aber wir haben es immer geschafft. Doch bei der ständigen "Wartung" hatten wir die Idee, sie ein wenig zu "verbessern"... also haben wir begonnen, Dinge einzubauen und andere zu entfernen, um sie noch vortrefflicher zu machen..."

"Entschuldigung für´s Unterbrechen, aber ich hätte eine Frage... habt ihr sie auch "benutzt"?", keuchte ihr Freund.

"Ja und Nein, je nach dem wie man´s sieht... ich habe euch doch erzählt, dass sie extrem vielseitig verbessert wurde... tja, unter anderem kann sie Dinge aufbewahren und transportieren..."

"Nein!", keuchte ihr Freund entsetzt, "du hast doch nicht etwa...?!"

"Doch. Der Diamant befindet sich in ihr.", meinte Robert tonlos.

Atlanas sah seinen Freund entsetzt an.

"DESWEGEN bist du hier... aber wieso ist SIE hier?!"

"Weil sie... Weihnachtsgeschenke für dich...", er drehte sich zu dem Pegasus am Boden, der zusammenzuckte, "besorgt hat..."

Der Pegasus sah den Ziegenkönig überrascht an.

"Ernsthaft?!", fragte er erstaunt, "das glaube ich einfach nicht...!"

"Das hat sie aber... nur dummerweise kam jemand auf die Idee, just SIE zu entführen..."

"WAAAS?!?!", schrie der Pegasus entsetzt, "UND DAMIT RÜCKST DU ERST JETZT RAUS?!"

"Entschuldige bitte!", maulte Robert, "aber ihr seid ihr so reingeplatzt, als ich sie grad... VERDAMMT!!!"

Er sprang auf und raste zurück zum Fenster, doch der Jeep war weg.

Und jetzt hatte er ein echtes Problem...

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"Und?", fragte Applejack erwartungsvoll, doch Robert schüttelte nur mit dem Kopf.

"Sie sind weg.", kam es tonlos zurück.

Der Pegasus am Boden stöhnte.

"Das heißt, sie haben meine Freundin immer noch in ihrer Gewalt... das darf nicht sein! Nibens Freundin muss..."

Robert und Atlanas rissen Mund und Nase auf und er schlug sich mit dem Huf vor den Mund.

Mist..., dachte er nur, jetzt habe ich´s versaut...

"N... niben?!", stotterte nun auch Applejack und wich einen Schritt zurück, "aber ich dachte, du wärst so... groß...!"

"Ich kann mich verwandeln, in alles!", lächelte er matt, "auch in ein Pegasus... so habe ich Sunset kennengelernt... aber jetzt ist sie in Gefahr und ich muss sie retten!"

"Nein", meinte Atlanas entschieden, "WIR müssen sie retten, als Team!"

"Da gibt es nur ein ganz kleines Problem...", meinte Robert kleinlaut, "der Empfänger für den Peilsender, den ich ihr angehängt habe, ist leer... und muss laden!"

"Na toll!", murrte Niben, "das ist ja echt bestes Timing... zumal wir los müssen!"

"Ich bin dagegen...", mischte sich der Ziegenbock ein, "es wird dunkel, und wir sollten nicht im Dunklen in New York herumlaufen...!"

"ABER WIR MÜSSEN...!!!"

Bonk!

Niben stockte mitten im Satz, ehe er vornüber kippte und regungslos auf dem Betonboden liegen blieb.

Applejack hielt das Brett immer noch zitternd in der Hand.

Die anderen gaben keinen Ton von sich, erst als Robert Niben zweimal anstupste und der sich immer noch nicht bewegte, atmeten sie auf.

"Puh, ich dachte schon, der macht uns jetzt alle fertich!", schnaufte Atlanas erleichtert, "ich musste den lange genug ertragen...!"

"Danke Applejack, das war echt das beste, was du tun konntest!", gratulierte Robert ihr und sie strahlte, "aber ich wundere mich, warum er MICH nicht angegriffen hat..."

"Ich will es auch gar nicht wissen...!", grummelte der Ziegenbock, "ich bin für Schlafen und das verdammte Ding aufladen, damit wir morgen los suchen können!"

"Ich auch...", gähnte Atlanas müde, "aber wir brauchen einen Wachposten!"

"Das stimmt, und das wird der sein, der die letzten Tage am meisten gepennt hat!"

Der Ziegenbock wusste, was das bedeutete...

"Also scheen, ich mach´s... wenn´s sein muss, ich bin eh nicht müde!"

"Umso besser... dann wird auch die Wache nicht zu schwer!", lachte Atlanas und kuschelte sich an den bewusstlosen ruhig atmenden Niben.

Robert rückte zu den beiden und grinste noch:

"Also denn gutt Nacht... und danke für... euer Kommen!"

Dann war er eingeschlafen.

Grummelnd wandte sich der Ziegenbock um und kletterte über eine rostige Eisenleiter nach oben auf das Hallendach, wo er sich auf einem kalten Metallträger niederließ und nachdachte.

Eine Weile schwieg er vor sich hin und sah den Schneeflocken zu, die vom Himmel rieselten, als sich plötzlich jemand neben ihn schob und er zusammenzuckte.

Applejack.

"Hey, was machst du denn hier?!", fragte er überrascht und gleichzeitig froh, eine Gesprächspartnerin zu haben.

"Nach dir sehen... was du hier oben so machst..."

"Ach, was soll ich denn hier wohl machen?! - Wache schieben, darauf warten, dass etwas passiert und darauf, dass es Morgen wird..."

"Hmmm...", machte sie und schwieg.

"Und mich Langweilen...", fügte er hinzu, "und du, was machst du hier oben?"

"Ich weiß nicht... schlafen kann ich nicht auf diesem Boden und nur alleine da unten rumsitzen... auch doof. Deswegen bin ich hier, um mich etwas mit dir zu unterhalten, wenn´s dir recht ist..."

"Aber sicher... ich bin doch auch alleine hier oben und weiß nicht, was ich die ganze Nacht machen soll..."

"Das kann ich verstehen... muss schwer sein, so eine Wache..."

"Ja, ist es auch... die ganzen Zeit nur rumsitzen und ja nicht einschlafen... verdammt schwer, aber irgendwie geht es meistens..."

"Und deine Freunde dürfen schlafen..."

"Ja, das auch noch... aber so ist das... jeder schiebt mal Wache, und jeder muss da durch!"

"Die Worte eines Anführers...", schmunzelte Applejack.

"Findest du?"

"Auf jeden Fall... das war so wie damals... im Keller des Nascheckchens..."

"Ja... als Pinkie..."

"... mich umbringen wollte und du es verhindert hast... danke noch einmal!"

"Bitte... und keine Ursache, schöne Ponys rette ich immer zuerst..."

Er stockte und lief knallrot an, während Applejack zu kichern begann.

Ein freundliches Kichern, wie er fand.

"Ähmm... das war jetzt nicht so...", versuchte er sich rauszureden, doch sie sah ihn nur schief an.

"Ich verstehe schon...", gluckste sie vergnügt, "... also rettest am liebsten Ponys wie MICH?"

"Na ja... also...", druckste er herum, "... ich..."

"Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen...", lachte sie, "sag doch einfach, dass du mich gern gerettet hast!"

"Dann... dann so... also, ich habe dich gern gerettet!"

"Na geht doch!", freute sie sich, "das ist doch mal ein Wort! Und es freut mich natürlich auch... nicht als Cupcake zu enden!"

"Tja, diese Cupcake-Geschichte... schon verrückt, was da passiert ist...", erinnerte der Ziegenbock sich und beide erneut schwiegen, bevor Applejack fragte:

"Was meinst du, wäre ich als Soldatin geeignet?"

"Wie kommst du denn jetzt darauf?!", kam es verwundert zurück.

"Na ja, ich stehe auf Waffen... und irgendwie auf den Kampf, zumindest wenn´s zur Rettung der eigenen Haut geht!"

"Hmmm... schwer zu sagen, denn ich kenne dich kaum..."

"Ist das wirklich so ein Problem?", fragte sie und er lachte eisig:

"Ja, ich muss die Leute, die ich einschätzen soll, normalerweise schon kennen... was soll ich denn sonst einschätzen?!"

"Stimmt auch wieder... aber so, was meinst du?"

"Pfff... also ich kann sagen, dass du Mut hast... und nicht ohne bist, was ich heute und damals im Keller gesehen habe... aber sonst... hmmm..."

"Ok, danke... das war alles, was ich wissen wollte..."

"Gern geschehen, aber sag mal, wie geht´s denn deiner Familie so?", erkundigte der Ziegenbock sich, wobei er leicht errötete.

"An sich ganz gut... und deiner?", fragte sie gespannt, doch er blickte sie nur traurig an, und Applejack merkte, dass sie einen wunden Punkt bei ihm getroffen hatte und fügte schnell ein: "Oh, ich sehe, das ist keine gute Frage... ich auch nicht wichtig, ich..."

"Nein...", kam es von ihrem Gegenüber, "die Frage war nicht unberechtigt, und ich werde sie beantworten: Also, ich hatte nie eine echte Familie, meine Eltern habe ich nie kennen gelernt und bin zuerst in ein Waisenhaus gekommen, bis ich eines Tages mit drei Jahren Robert kennen lernte... bei Spielen im Sandkasten. Wir haben uns damals um eine Schaufel gekloppt, bis die Palastwachen dazwischen gegangen sind... aber Robert hat darauf bestanden, mich mitzunehmen... in den Palast. Erst später habe ich verstanden, was das bedeutete: Ich musste nicht in dem Waisenhaus versauern und genoss mit Robert zusammen die beste Ausbildung, militärisch und gesellschaftlich. Seite an Seite lernten wir alles zusammen, ja, ich gehe soweit, uns als Brüder zu bezeichnen, die besten Brüder, die es je in Down Under gegeben hat. Heute bin ich froh, dass alles so gelaufen ist... und froh, einen wie Robert zu haben, einen auf den man sich immer verlassen kann!"

Applejack hatte ihm gespannt gelauscht und klatschte begeistert, als er geendet hatte.

"Was für eine schöne Lebensgeschichte... echt mal! Nix Null-acht-fuffzehn, so wie meine... Kindergarten, Schule, den Hof übernehmen, Arbeiten... das ist auch schon alles..."

"Na ja", tröstete sie der Ziegenbock, "es muss ja nicht immer alles super interessant sein, manchmal ist mir mein Leben auch zu abenteuerlastig und ich sehne mich nach ein bisschen Ruhe und..."

"Und was?", fragte Applejack gespannt, "was noch? - Komm schon, du kannst mir alles erzählen, ich werde es für mich behalten!"

"Hach, gut... einer Familie, einer richtigen Familie!", seufzte er traurig.

"Hmmm... kann ich verstehen, aber gibt es keine Stuten in deinem Leben?"

Doch, eine gibt es..., dachte er schmunzelnd, und die sitzt neben mir...

"Nein, nicht wirklich... ich hatte zwar schon massenhaft Bewerberinnen, aber irgendwie hat mir keine von denen gefallen... überhaupt... ich weiß nicht..."

"Liebst du etwa jemanden?", fragte sie und er wurde rot, was sie durch die aufkommende Dunkelheit zum Glück nicht sehen konnte.

"Ja, schon... sie ist wunderschön, und ich denke, dass sie zu mir passt... sehr gut passt... und du?"

"Ich auch... er... ich weiß nicht, wo ich anfangen soll... ich einfach nur wunderbar... ich... er... es ist einfach unbeschreiblich..."

Der Ziegenbock fühlte den Stich ganz deutlich und schmerzhaft.

Es war, als hätte jemand ein Stück aus ihm gerissen.

Applejack liebte einen anderen.

Es war zum Verzweifeln, und er saß hier und... sie neben ihm.

Doch er fand einfach nicht die richtigen Worte...

In diesem Moment spürte er, wie seine Augen feucht wurden, und er kniff sie fest zusammen, um nicht wie eine Memme zu wirken, aber es nutzte nichts mehr:

Eine Träne entglitt ihm und rollte nass und salzig seine Wange hinunter.

Und Applejack sah es.

"Hey, was ist denn los, du weinst ja... kann ich dir helfen?"

"Nein, ich... ich... auch, es ist sinnlos!"

"Was ist sinnlos?", fragte sie sanft, und er schüttelte sich den Schnee von der Jacke.

"Ach, ich schaffe es nicht... hin zu gehn und sie zu fragen... ich schaffe es einfach nicht! Es ist zum Verzweifeln!"

"Das ist doch gar nicht schlimm...", lachte sie, "gerade DU solltest das hinkriegen!"

"Wieso denn ICH?!"

"Mensch, du bist General der Ziegenarmee... einer der bekanntesten Personen in Equestria, und die Ponys lieben dich! Du hast Schlachten geschlagen, an forderster Front, du hast Niben besiegt, den Ziegen Robert zurückgegeben, Sunset Shimmer geklont... da wirst du es doch schaffen, ein Mädchen zu fragen, ob es mit dir gehen will!"

"Ich weiß nicht..."

"Na klar weißt du! - Pass mal auf, du sagst dir jetzt, dass, wenn du das Mädchen wieder siehst, dass du sie fragst - ohne Umschweife, direkt! Hast du das verstanden?! - Du darfst einfach nicht an dir selbst zweifeln, mach einfach!"

Der Ziegenbock drehte sich wieder zu ihr.

"Weißt du was, genau das werde ich tun!"

"DAS ist die richtige Einstellung!", freute sie sich, "dann tu das, wenn du sie siehst!"

"Ok!"

Er stand auf und sah ihr fest in die Augen. 

"Applejack, willst DU mit mir gehen?"

Sie starrte ihn mit einem Gesicht aus Verwirrung und Erstaunen an.

Seine ach-so-feste Fassade begann zu bröckeln.

Verdammt...!, dachte er panisch, jetzt hast du sie erschreckt, du...

"Ist das... kein Spaß?!", fragte sie unsicher.

"Kein Spaß!", betonte er nochmal, "aber ich weiß, du sprachst von jemandem..."

"Dieser Jemand bist DU, verdammt nochmal, DAS BIST DU!!!", jauchzte sie freudestrahlend.

"Aber warum hast DU dann nichts...?", kam es überrascht zurück.

"Oh, weißt du... ich bin selbst ein Angsthase... und ich habe nicht gedacht... Chancen bei dir zu haben..."

"DAS ist nun wirklich... aber ich war nicht besser... egal, wir haben uns gesucht..."

"... und gefunden!", verkündete Applejack glücklich, "und jetzt komm her, ich will dich drücken!"

"Ich dich auch!", rief der Ziegenbock freudestrahlend und sie fielen sie in die Arme, weinten vor Glück und sahen sich schließlich gegenseitig lächelnd in die Augen.

Dann küssten sie sich.

Lange und ausgiebig.

Der Schnee um sie herum schien zu schmelzen, und die Kälte mit ihm.

Nur ihre gegenseitige Wärme spürten sie.

Sonst nichts.

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Das Leben kann so schön sein..., dachte Robert glücklich, der das Schauspiel beobachtet hatte, wenn es einfach danach ist...

Dann schlief auch er wieder ein, fest an Atlanas gekuschelt.

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Die Nacht blieb ruhig, doch nur in der Halle.

Auf dem Dach wurde es nach dem beidseitigen Gefühls"ausbruch" langsam immer wärmer und dann... heißer.

Frieren tat jedenfalls keiner der beider, was wohl daran lag, dass sie sich immer näher kamen... und näher... und näher...

Erst als die Sonne über dem Hudson River aufging und ihn in eine glitzernde spiegelglatte Fläche verwandelte, lösten sie sich voneinander.

"Du warst so... unbeschreiblich...", hauchte der Ziegenbock seiner neuen Freundin ins Ohr, "so etwas schönes... habe ich noch nicht erlebt... danke!"

"Ich habe zu danken... DU warst der, der wunderbar war...", hauchte sie, "und ich will mit dir zusammen sein, am besten für immer!"

"Ich auch...", lächelte er glücklich, "wir gehören einfach zusammen... aber jetzt müssen wir das hier beenden, die anderen wecken und die Suche beginnen!"

"Das ist schade... aber wichtig...", sie erhob sich und rückte ihren Hut zurecht, "dann los!"

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Nachdem die beiden ihre Freunde geweckt hatten standen die fünf schließlich zitternd auf der Brooklyn Brigde und warteten gespannt auf Robert, der immer noch an seinem Peilgerät herum fummelte.

"Was dauert das denn so lange?!", beschwerte sich Niben, "wir müssen uns beeilen!"

"Das weiß ich...", murrte Atlanas, "aber es hilft nichts, alle zwei Sekunden sich zu beschweren, warum es nicht schneller geht! Und ich verstehe dich, dass du dir Sorgen machst... das mache ich mir um Fluttershy auch, aber wenn´s nicht schneller geht...!"

"ABER ES KANN JA SCHNELLEER GEHEN!!!", brüllte Niben wütend, "UND AUCH DU WÜRDEST BEI DIESER WARTEREI AUSRATSEN!!!"

"Ey, beruhigt euch mal, ihr zwei Streithähne... meckern bringt auch nix!", kam es unwirsch von Robert, "das Scheißding hat nen Defekt... den muss ich erst beheben!"

"Und warum dauert das dann so lange?!", motzte Niben wieder.

Robert erwiderte nichts und stierte verbissen auf die Anzeige des Peilgerätes, das partout irgend ein komisches Zahlengewirr anstelle einer Karte anzeigte.

"Gib mal her!", bestimmte Niben und grapschte sich das Gerät, drehte es um und schlug einmal fest drauf.

Überrascht glotzten Atlanas und Robert die wieder funktionierende Karte an.

"Wie hast du...?!", stotterten sie, doch Niben winkte nur lächelnd ab:

"Ach, ein Schöpfer der Welt kann alles reparieren...!"

Mit diesen Worten drehte er sich um und marschierte geradewegs auf Manhattan zu, gefolgt von seinen Freunden.

---

Der Wolkenkratzer befand sich Ecke Gansevoort/ Washington Street und überragte die Nachbargebäude um ein gutes Stück.

Die Tiefgarage war nur über den Hinterhof zu erreichen, und so bemerkte auch niemand den schwarzen Jeep, der dort stand.

Seine Insassen waren drei Männer und eine russische Frau, die allesamt die Vorliebe Rauchen teilten und dies im Moment auch genüsslich taten, während sie auf die zwei Bodyguards warteten, die sie abholen und zum Boss begleiten sollten.

Sie waren gespannt, was der Boss zu ihrer "Beute" sagen würde - zumal diese noch etwas besonderes in sich hatte...

Dann schwang die doppelflüglige Tür auf und vier Männer mit Sonnenbrillen traten in die helle Sonne.

Emotionslos bedeuteten sie den Rauchern mitzukommen, die sofort ihre Zigaretten fallen ließen, austraten und zwei von ihnen eine Holzkiste aus dem Kofferraum holten und hinter der Russin und ihrem Helfer in das Gebäude trugen.

Die Bodyguards folgten ihnen geräuschlos.

Wo sie hin mussten, stand außer Frage, das Chef"büro"  befand sich knapp unter dem Dach des Wolkenkratzers.

So nahmen sie den Aufzug, je zwei von ihnen und zwei Bodyguards nahmen einen der parallel angelegten Schächte nach oben.

Nach weniger als zwei Minuten waren sie oben angelangt und die Russin klopfte an das Chefbüro.

Eine Bassstimme dröhnte von innen:

"Herein!"

Einer der Bodyguards öffnete die Tür und ließ zuerst die "Gäste" mit ihrer Kiste eintreten, ehe sie ihnen ins Innere folgten.

Das Büro war edel eingerichtet, perfekte Wandverkleidung aus Tropenholz, ein dazu passender Schreibtisch und ein riesiges Fenster, das für die Menschen dahinter einen grandiosen Blick auf die Skyline von New York erlaubte.

"Willkommen zurück in meinem bescheidenen Heim, Natascha!", begrüßte der Boss sie, "wie ich hörte, habt ihr fette Beute gemacht?"

"Ja... haben wir!", hauchte sie mit starkem russischem Akzent, "eigentlich wollten die drei Idioten da hinter mir sich ein Mädchen entführen, um Lösegeld zu erpressen... ich bin ausgeflippt, weil sie das auf offener Straße gemacht haben, aber als wir die Kleine hatten, hat sie sich komisch benommen..."

"Wie komisch?", fragte der Boss interessiert.

"Nun, sie hatte angeblich keine Eltern und käme aus einer anderen Dimension... reine Märchen! Aber dann meinte sie was von Diamant, und ich bin hellhörig geworden!"

"Diamant?!"

"Ja, ein ZWEI-Klio Diamant, dessen Standort sie kenne!"

"Ein Märchen!", schnaubte der Boss, "es gibt keinen Zwei-Kilo Diamanten! Ansonsten wüsste ich davon!"

"Nun, das dachte ich bis heute morgen auch... dann hatte ich die Idee, sie zu untersuchen. Mit Kernspin!"

"Warum?"

"Nun, ich dachte, vielleicht kann ich eine besondere Aktivität in ihrem Gehirn erkennen, die uns helfen könnte... oder eine Antwort darauf, warum sie nichts von sich gibt, was Sinn ergibt... nun, ich war selbst sehr überrascht, aber seht selbst!"

Sie überreichte ihm einen Abzug einer Kernspin-Aufnahme.

Von einer Sekunde auf die andere veränderte sich sein Gesicht völlig.

Es verzog sich und er sah sie verwirrt und gleichzeitig höchst überrascht an.

"Das... das ist nicht möglich... das... nein! Das kann nicht sein!"

"Das ist aber die Wahrheit... sie hat den Stein IM KOPF!"

Er sah sie an.

"Natascha, ich mache dich zu meiner persönlichen Assistentin, deine Begleiter werden Bodyguards, ihr bekommt ein paar gute Schuppen und Geschäfte, ich werde euch an Deals teilhaben lassen, ihr werdet bekommen was ihr wollt! Dieser Diamant... er ist der größte, den ich bisher gesehen habe! Und er wird uns unendlich reich machen, wenn wir an ihn rankommen und verkaufen! Dann werde ich der Herrscher über ganz New York, so wie ich es mir immer erträumt habe, mit dir an meiner Seite und dem Diamant werden wir ein Imperium aufbauen und...!"

"Wir müssen ihn nur noch aus ihr herausbekommen!"

"DAS soll ein Problem sein?! - Bringt sie eine Etage tiefer und erledigt das, ich werde mitkommen und es überwachen, um als erster den Stein in der Hand zu halten! Und dann werden wir feiern!"

Mit einem Wink bedeutete er den Bodyguards, die Kiste zu eine Etage tiefer zu bringen und verkündete dann überglücklich:

"Noch heute wird es entstehen, mein Imperium! Noch heute! Und ihr alle sollt mir dabei helfen! Zusammen werden wir es leiten und steuern, der Diamant wird unser Kapital und ich der König! Merkt euch diesen Tag, der Tag, an dem mein Imperium aufstieg und zur Weltmacht wurde!"

Dann folgte auch er seinen Männern die Treppe hinunter in die Etage, die normalerweise jeder mied...

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Im Keller des Wolkenkratzers befand sich neben der Belüftungsanlage auch die Abwasserrohre, die in die Kanalisation führten.

Eines dieser Rohre war schon lange ohne Funktion und endete heute in einem Kanaldeckel.

Dieser Deckel bestand aus armiertem Stahlbeton und war festgeschraubt, was ein Eindringen in das Gebäude von unten unmöglich machen sollte.

Sollte.

Spätestens als die gesamte Konstruktion von einer Explosion auseinander gerissen wurde und mitsamt einem der Wassertanks in die dunkle Pampe stürzte, hielt sie niemanden mehr auf.

Schon gar nicht Applejack, Atlanas, den Ziegenbock, Niben und Robert, die sich einer nach dem anderen gegenseitig aus dem stinkenden Loch zogen und ihr Gasmasken abnahmen.

"Puhhh... das stinkt da unten echt mörderisch!", keuchte Atlanas außer Atem, "da gehe ich nie wieder rein!"

"Wenn wir Pech haben, müssen auch nicht mehr da rein... ansonsten doch!", meinte der Ziegenbock grinsend, "und das sollte eigentlich nicht passieren!"

"Ich will jetzt nur noch zu Sunset!", quetschte Niben unter seiner Schnuffi hervor, "und dieses Ding endlich loswerden!!!"

"Warte, ich helf dir...!", kicherte Applejack und zog sie ihm vorsichtig vom Kopf, ehe sie wieder zu ihrem neuen Freund zurückkehrte und neben ihm stehen blieb.

"So Leute!", verschaffte Robert sich Aufmerksamheit, "Sunset Shimmer befindet sich im zweit obersten Stockwerk dieses Hauses..."

"Also nix wie hin da!", brüllte Niben euphorisch und ehe Robert hatte noch irgendetwas sagen können raste er mit Atlanas zusammen die Treppe hinauf.

"Leute!", rief ihnen ihr Anführer hinterher, "ihr könnt auch... egal, dann nehmen WIR eben den Aufzug, stimmt´s?"

"Also ich schon!", grinste der Ziegenbock, "aber nur wenn du willst..."

"Wo denkst du hin?!", kicherte Applejack, "ich lauf doch nicht den zwei Deppen hinterher und vergeude meine Kraft... lass uns mal schön den Aufzug nehmen!"

"Gut, dann los!", kommandierte Robert lächelnd und die drei bestiegen einen der Fahrstühle.

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Der Boss schwitze und warf immer wieder hektische Blicke auf seine Armbanduhr von Rolex aus echtem Gold.

"Was dauert das so lange?!", beschwerte er sich sauer.

"Es geht nicht schneller!", knurrte einer der Männer, "sie hält nicht still!"

"Dann BRING sie dazu! Oder besser, Ringo, Balson, helft ihnen!"

Die beiden Bodyguards erhoben sich von ihren Plätzen und traten an den Tisch heran.

Keine halbe Minute später konnte sich Sunset Shimmer kaum noch bewegen.

Natascha hatte ich mittlerweile einen Arztkittel voller Blutspritzer angezogen und einer ihrer Handlanger schob einen Tisch voller spitzer Instrumente hinter ihr her und ließ ihn neben dem Op-Tisch stehen.

Panisch versuchte sich die "Patientin" loszureißen, doch ihre Fesseln hielten sie an Ort und Stelle.

Sie wollte um Hilfe schreien, doch ihr Knebel ließ keinen Ton durch und sie wand sich nur umso wilder hin und her, ehe Natascha ihr die Hand auf den Kopf legte.

"Das bringt nichts, kleine Lady!", kicherte sie böse, "und es verkompliziert nur den Eingriff... also halt am besten still, dann ist es weniger schmerzhaft, wenn ich deinen Kopf öffne, um an den Diamanten zu kommen...!"

Ihre Worte ließen erst recht das Adrenalin durch Sunset Shimmers Körper rasen, aber die Wirkung war gleich null, die Fesseln hielten sie immer noch genauso fest wie zuvor.

Warum hilft mir denn niemand?!, dachte sie panisch.

Wenn sie gewusst hätte...

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Der Aufzug kam mit dem üblichen "Bimm!" zum Stehen und die drei Freunde traten in den Vorraum, an den sich die Etage anschloss.

Die Etage war gut, das einzige, was sich hier befand, war neben dem Treppenhaus eine Wand und eine schwere Metalltür.

"Da hinter muss sie sein!", meinte Robert, "da müssen wir durch!"

"Freundlich oder normal?", fragte der Ziegenbock grinsend und Applejack sah ihn verwirrt an.

"Klopf mal an, bitte!", kicherte Robert, "also, normal anklopfen!"

"Wird gemacht!", lachte der Ziegenbock, und dann: "Applejack, halt dir mal bitte dir Ohren zu... gleich wird´s laut!"

Sie tat es unsicher und der Ziegenbock zog seine Bazooka hervor, stellte die Explosionsstärke auf die kleinste Stufe, legte sie sich auf die rechte Schulter, stellte sich standsicher hin und zielte auf die Tür.

Fehlte nur noch das Kommando...

"Bereit?", fragte Robert.

Der Ziegenbock nickte.

"Gut. 10."

"9."

"8."

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"Jetzt mach schon Natascha! Für Smalltalk ist später noch Zeit!", donnerte der Boss böse, "ich will endlich meinen Diamant!"

"Gut, Boss, ich werde mich beeilen...", grummelte sie, und an ihr Opfer gewandt: "So, dann sprich dein letztes Gebet, bevor´s zu Ende ist... aber so ist das Leben, die einen trifft es früher, die anderen später... und es ist unfair! Aber nur für die, die sich nicht durchsetzen können... also die Schwachen... Sozialdarwinismus eben... aber was rede ich da, ich sollte anfangen..."

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"3."

"2."

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Natascha setzte finster lächelnd ihr Messer an.

Sunset Shimmer schloss die Augen.

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"FEUER!!!", brüllte Robert und der Ziegenbock drückte ab.

Die Rakete schoss nach vorne und die drei warfen sich auf den Boden.

Dann gab es eine mörderische Explosion.

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Robert war der erste, der sofort wieder aufsprang und einen Dönerspieß in der Hand hielt, während der Ziegenbock Applejack vom Boden hochzog.

"Alles in Ordnung bei dir?"

"Ja, es geht... aber könnt ihr mich bitte das nächste Mal vorwarnen, wenn ihr was in die Luft jagt?!"

"Ok, gut... dann JETZT!!!", lachte Robert, zog plötzlich den Stift einer Handgranate ab und warf sie in die Reste der Tür.

Applejack drückte sich an den Ziegenbock und er sie an sich.

Dann detonierte der Sprengkörper und schleuderte Trümmerteile durch die Gegend, die Robert jedoch nicht irritierten.

Er tippte dem Ziegenbock auf die Schulter.

"Ich will ja eure Kuschelei nicht stören, aber du solltest jetzt lieber deiner Bazooka auf das dampfende Loch da in der Wand richten... falls da noch was raus kommt..."

"Wenn´s sein muss...", grinste sein Freund und legte wieder auf die gesprengte Tür an.

Doch nichts regte sich dahinter.

Eine drückende Stille legte sich über die Etage, bis Applejack Robert am Ärmel zupfte.

"Robert, ich will ja nicht stören... aber ich habe keine Waffe, und so wie´s aussieht, geht gleich ein Kampf los...!"

"Stimmt... Ziegenbock, könntest du...?"

"Aber sicher...", brummte der Ziegenbock zufrieden und begann in seiner Tasche zu kramen, bis er freudestrahlend etwas Langes herauszog und es seiner Freundin mit einem "Bidde!" überreichte.

Staunend hielt sie die MG in ihren Händen.

"Die ist aber ganz schön schwer...!", keuchte sie, "lange halten kann ich die nicht..."

"Das Teil ist auch nicht zum in-der-Hand-halten gedacht...", gluckste der Ziegenbock amüsiert, "hier, der Gürtel..."

Er trat einen Schritt näher an sie heran und hängte ihr das Gewehr richtig um.

"Danke!", lächelte sie.

"Kein Problem...", begann der Ziegenbock, doch just in diesem Moment rannte Robert ohne Vorwarnung los und verschwand in den rauchenden Trümmern.

Dann brach das Feuer los.

Der Ziegenbock packte Applejack am Arm und riss sie hinter die Betonmauer des Treppenhauses, um dem Kugelhagel zu entgehen, die die Rückwände der beiden Aufzüge durchlöcherte.

Er riskierte einen Blick um die Ecke, doch außer grauen Rauchschwaden konnte er nichts erkennen, weder den Feind noch Robert.

Erst als er die ersten Schreie hörte, wusste er, dass Robert irgendwo da drin war.

Und die Lage unter Kontrolle hatte.

Zumindest im Moment.

"Wie kommen wir da jetzt rein?", kam es vorsichtig von Applejack.

"Ich kann da nichts abschätzen, weil alles voller Rauch ist! Wenn doch nur..."

In diesem Moment platzte einer der Brandmelder an der Decke und Wasser überflutete die rauchenden Tür- und Mauerreste.

Im Nu lichtete sich der Rauch und der Ziegenbock erkannte einen Robert, der auf einem Tisch über irgendjemandem stand und mit einer Frau kämpfte.

Er zögerte nicht lange und hatte im Nu den Trümmerhaufen überwunden und stolperte direkt über einen toten Bodyguard, den Robert wohl als ersten erwischte hatte.

Als er sich wieder aufrappelte, sah er zwei Männer mit Pistolen auf ihn zu gerannt kommen, doch ehe er hatte selbst schießen können, stand Applejack plötzlich über ihm und schoss ohne Vorwarnung los.

Die Angreifer gingen binnen Sekunden zu Boden und der Ziegenbock sprang wieder auf.

"Puhhh... danke Applejack... ohne dich wäre das kritisch geworden...!"

"Ach, kein Problem...", kicherte sie, "und du siehst, auch eine Frau ist nicht so ganz ohne Sinn da...!"

"Habe ich das je behauptet?"

"Nee, aber andere..."

"Ein Glück... ich dachte schon..."

Wieder knallten Schüsse und die beiden ließen sich hinter einen umgestürzten Metalltisch fallen.

"Was jetzt?", rief Applejack.

Der Ziegenbock legte seine Bazooka an und feuerte eine Rakete in die Richtung, wo er den Feind vermutete, ehe er antwortete:

"Wir müssen zu Robert, und ihm helfen... die Frage ist, WIE kommen wir da hin?"

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Wieder krachten Dönerspieß und Degen gegeneinander und einige Funken flogen.

Robert drückte mal aller Kraft dagegen und verlagerte seinen Schwerpunkt etwas nach vorne, peinlichst darauf achtend, den Tisch nicht zum Umkippen zu bewegen.

Wütend wich seine Kontrahentin zwei Schritte zurück, aber nur um direkt wieder mit voller Wucht zuzuschlagen.

Doch was ein echter Ziegenkönig ist, lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, und so setzte Robert seinem Defensivschlag einen Schub hinterher und brachte seine Gegnerin damit in Bedrängnis.

Ehe sie hatte reagieren können, setzte er wieder einen Angriff und rammte seinen Dönerspieß knapp an ihrem Gesicht vorbei.

Sie taumelte ein Stück zurück, ehe sie sich an ihre linke Wange fasste und ihr Blut spürte, dass aus einer kleinen Wunde rann.

Dann brannten bei ihr alle Sicherungen durch, sie brüllte: "ICH WERDE EUCH ALLE AUFSCHLITZEN!!!" und griff Robert mit einer gewaltigen Energie an, der er kaum standhalten konnte.

Wo bleiben die anderen?!, schoss es ihm durch den Kopf, die wären jetzt echt von Vorteil...

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Unterdessen erreichten Atlanas und Niben schnaufend die 16. Etage.

"W... wie... weit... ist... es... noch?!", stöhnte Atlanas fix und alle.

"Noch... verdammt, 15 Etagen!"

"WAS?! Und wo bleibt dann der Rest?!?!"

"Woher soll ich das wissen?!", motzte Niben, "die sollen sich gefälligst mal beeilen!"

"Du...", keuchte Atlanas, "ich kann nicht mehr... warte nicht auf mich, rette Sunset Shimmer und... ich komme nach..."

"Abgelehnt!", lachte Niben, "schon vergessen, dass ich auch diese Welt erschaffen habe? - Falls nicht, habe ich auch... eher zufällig, aber ICH habe sie erschaffen... und daher kann ich hier auch alles... pass mal auf!"

Er packte Atlanas am Arm und dieser merkte, dass er schwebte...

WIE KONNTE DAS SEIN?!

"Was passiert hier?!", fragte er verwundert, doch Niben lachte nur.

"Schon vergessen, das ich fliegen kann?! - Und jetzt halt dich fest, es wird schnell und luftig!"

Ehe Atlanas hatte etwas erwidern können, raste Niben auch schon los und riss ihn mit - durch jede einzelne Etagendecke...

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Der Ziegenbock feuerte wieder in den dichten Nebel, ehe er hinter einem dampfenden Metallblech in Richtung Robert robbte.

Das Gegenfeuer war noch immer so stark wie zuvor und er hatte Mühe, voranzukommen, schaffte es aber irgendwie, sich hinter einem Stück heruntergekommener Etagendecke zu verschanzen.

Doch sehen tat er immer noch nicht mehr als zuvor, der Feind war immer noch so gut wie unsichtbar.

Dann kam Applejack angerannt und warf sich hinter den Steinhaufen und dabei mitten auf den Ziegenbock, der vor Schreck seine Bazooka fallen ließ.

"Mensch, hast du mich erschreckt!", keuchte er entsetzt, als seine Freundin endlich wieder neben ihm lag.

"Tschuldigung, ging nicht anders... ich kann fast nichts sehen!"

"Ich auch nicht... aber ich spüre, dass Robert unsere Hilfe braucht... die Frage ist, WO!"

"Warte mal...", meinte Applejack, "ich hab ne Idee! Gib mir mal deine Panzerfaust...!"

"Es ist zwar ne Bazooka... aber egal, hier!", er überreichte sie ihr, "aber was willst...?!"

"Lass das mal meine Sorge sein!", lachte sie, legte sich das Ding auf die Schulter und blickte durch den Sucher.

Dann drückte sie ab.

Die Rakete flog leicht nach oben und berührte schließlich die Etagendecke.

Mit einem lauten KA-WUMM!!! splitterte der Beton und schwere Brocken stürzten herab, ehe es ein hässliches Kreischen gab und der gesamte hintere Deckenteil nachgab und über dem Feind zusammenstürzte und ihn unter sich begrub.

Eine Staubwolke schlug den beiden entgegen und hüllte alles ein.

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Diesen Moment nutze auch Robert und glitt unter Natascha hindurch.

Ehe sie überhaupt begriffen hatte, WO ihr Gegner war, hatte der sie auch so fest in den Hintern getreten, dass sie über den Tisch mit der gefesselten Sunset Shimmer segelte und an die Wand dahinter krachte.

Und nicht wieder aufstand.

Robert grinste, ehe er sich nach allen Seiten umsah.

Alles war voller herumwirbelden Staubes und man konnte kaum die Hand vor Augen sehen.

Doch die trügerische Stille gefiel ihm ganz und gar nicht.

Dann hörte er, wie Gewehre durchgeladen wurden, aber nicht, WO.

Panisch machte er einen Schritt zurück, aber er hatte völlig die Orientierung verloren.

Er konnte die Waffe förmlich sehen, die auf ihn gerichtet war, aber er konnte nichts tun.

Dann knallte ein Schuss.

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Der Ziegenbock und Applejack hörten ihn auch und sahen sich entsetzt an.

Ohne zu Zögern sprang er auf und raste blindlings in den Nebel, ohne auf eine Deckung oder seine Freundin zu achten.

Er wollte nur noch seinen Freund und König finden und beschützen.

Wenn es dafür nicht schon zu spät ist..., schoss es ihm durch den Kopf und es spornte ihn nur umso mehr an, schneller zu rennen und weniger auf sich selbst zu achten.

Dann hatte er endlich eine Gestalt in der Suppe ausmachen können und stürzte sich auf sie.

Die beiden kugelten über den Boden und der Ziegenbock wusste, wen er da umgeworfen hatte und verlor alle Scheu.

"Robert!", rief er erleichtert, "endlich... ich dachte schon, dir ist was passiert!"

"Schonmal davon gehört, dass auch ich mit Schusswaffen umgehen kann?!"

"Ach Mensch...", schluchzte sein bester Freund überglücklich, "ich habe doch nur Sorgen um dich gemacht!"

"Das brauchst du doch nicht...", grinste Robert, "du weißt doch, MIR passiert so schnell nix...!"

"Aber euch beiden passiert gleich was, wenn ihr nicht sofort die Hände hebt und aufsteht!", schnarrte plötzlich eine Stimme hinter ihnen, "also, alle Waffen fallen lassen und dann langsam hoch, und so, dass ich eure Hände sehe!"

Zögernd richtete sich der Ziegenbock auf, weil Robert ihm das Zeichen dazu gegeben hatte und sah seinen König nur verwirrt an.

Dann passierte alles innerhalb von wenigen Sekunden.

Erstens, Robert warf sich gegen den Ziegenbock und der krachte in den unsichtbaren Feind im Nebel, welcher aufschrie.

Zweitens, mehrere Männer traten aus dem Nebel und richteten ihre Waffen auf die beiden.

Drittens, der Boden vor den Angreifern brach auf und Niben kam mit einem gewaltigen Lichtblitz herausgeschossen, der alle blendete.

Viertens, durch das Loch bog sich der Boden unter ihren Füßen gefährlich nach unten und brach schließlich mit einem lauten Krachen zusammen.

Und sie fielen...

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Erst nach vier Stockwerken hielt die Zwischendecke die herunterkommenden Betonplatten endlich auf.

Das Torso des Wolkenkratzers geriet gefährlich ins Schwanken, brach jedoch nicht zusammen, obwohl einzelne Fassadenteile auf die Straße stürzten.

Innerhalb der Mauern und Fenster konnte man vor lauter Staub nichts erkennen.

Robert war einer der ersten, die wieder zur Besinnung kamen, griff sich eine herumliegende MG und sah sie unsicher um.

Sein Blick wurde immer klarer und er erkannte Applejack, die breitbeinig über dem bewusstlosen Ziegenbock stand und ihre MG auf drei Bodyguards richtete, die ebenfalls schon standen und ihrerseits auf die Freunde zielten.

Niemand wagte, als erster etwas falsches zu tun und eine mörderische Stille brachte Robert fast zum Verzweifeln.

Er nickte Applejack zu, sie verstand.

Auf mein Zeichen, bedeute er ihr, auf mein Zeichen...

Doch auch er war sich unsicher.

Nichts geschah.

Keine Regung.

Bewegungslos starrten sich beide Parteien an, bereit sofort anzugreifen, wenn...

In diesem Moment explodierte eine Sonne zwischen ihnen und den Bodyguards und blendete beide.

Ehe jemand hatte reagieren können riss es zunächst Robert und dann Applejack von den Füßen, bevor kurz danach die Sonne mit der Wucht einer kleinen Bombe explodierte und die Bodyguards samt des Panzerglases der Fenster aus dem Hochhaus schoss.

Robert sprang sofort wieder kampfbereit auf, als er Niben bemerkte, der sich offensichtlich mitten in der Explosion gefunden hatte.

Und verstand.

"Niben!", hauchte er erleichtert, "du hast uns..."

Doch der hörte gar nicht zu und war gerade dabei, mit bloßen Händen die Fesseln seiner Freundin aufzubrechen, die immer noch an dem Tisch lag.

Robert wandte sich zu Applejack um, die vor ihrem Freund kniete und mit Atlanas versuchte, ihn zum Aufstehen zu animieren, aber er reagierte nicht.

Schnell nahm er die wenigen Sätze zu ihnen hin und blieb besorgt vor dem am Boden liegenden und offensichtlich bewusstlosen Ziegenbock stehen.

"Was ist mit ihm?", fragte er unsicher.

"Bewusstlos...", antwortete Atlanas knapp, "ich weiß auch nicht... der Sturz scheint ihm mehr zugesetzt zu haben als wir annahmen..."

"Was war das eigentlich grad eben?", mischte sich Applejack interessiert ein, ehe sie sich wieder ihrem Freund zuwandte und ihm leicht die Wange tätschelte.

"Niben hat auch hier seine "Kraft"... weil er auch diese Welt erschaffen hat..."

"Okeyyy... dann muss ich mich wohl bei ihm bedanken, das war echt Rettung in letzter Sekunde!"

Atlanas blickte zu Niben herüber, der soeben seine ebenfalls bewusstlose Freundin auf seine rechte Schulter hievte und dann mit ihr zum Rest der Truppe herüberkam.

"Ich bin so froh...", stieß er erleichtert hervor, "aber ich verstehe nicht, was das hier alles soll!"

"Nun, ich tippe, die hier...", Robert deutete auf die Toten und Verletzten am Boden, "wollten den Diamant haben..."

"DIE WOLLTEN...?!?!"

"Ja. Deswegen sind wir genau im rechten Moment gekommen..."

"Ich weiß nicht, ob ich heulen oder mich freuen soll...", schnaufte Niben säuerlich, "aber IMMERHIN waren wir rechtzeitig da, ansonsten wärst du jetzt einen Kopf kürzer!"

"DAS bezweifle ich stark...", lächelte Robert und sein Gegenüber blickte ihn erstaunt an, "aber WARUM erkläre ich dir später..."

"Ähm, ich will euch zwei ja nur ungern unterbrechen...", meinte Atlanas, "ABER WIR SOLLTEN HIER SCHNELLSTMÖGLICH RAUS!!!"

"Er hat recht...", bestimmte Robert und packte den bewusstlosen Ziegenbock unter den Achseln, "aber wir müssen uns beeilen, bevor..."

Weiter kam er nicht, denn plötzlich öffneten sich die Fahrstuhltüren und schwerbewaffnete Männer eröffneten sofort das Feuer auf die Freunde, die sich hinter einen Schutthaufen warfen und alle ihren Anführer auffordernd ansahen.

Der griff sich in die Jacke und zog zwei kleine Rucksäcke heraus.

Auf die verwirrten Gesichter seiner Mitstreiter antwortete er:

"Das sind Fallschirme... da ich nur zwei habe, hier mein Plan: Applejack, du nimmst einen, ich den anderen. Niben, du nimmst Atlanas, Applejack Sunset und ich den Ziegenbock. Wir machen uns jetzt bereit und auf mein Zeichen rennt ihr zum Fenster und spring raus. Unten gibt es eine stillgelegte Eisenbahnbrücke, die sogenannte High Line. Da müsst ihr drauf landen und dann warten, bis sich das Portal aufgebaut hat, das uns zurück nach Equestria bringt. Falls der Feind uns zu nahe kommen sollte, rennt ihr über die Brücke nach Norden weg, folgt einfach immer den zwei Hauptgleisen. Wenn wir uns verlieren sollten, setzt ein SOS nach Down Under ab, dann holen euch die Ziegen hier raus!"

"Und du?", fragte Atlanas mit großen Augen, doch sein bester Freund winkte ab.

"Ich werde dann höchstwarscheinlich hier alles zerstören... da solltet ihr verschwunden sein!"

"Ist es das, was mich vorhin besiegt hat?", keuchte Niben entsetzt, "aber, das würde heißen...!"

"Ja, genau das heißt es! Und deswegen müssen WIR JETZT SPRINGEN!!!", brüllte der Ziegenkönig und seine Begleiter sprangen auf, rannten auf die zerstörte Glasfront zu und sprangen dann vor den Augen der erstaunten Angreifer aus dem Wolkenkratzer, hinunter in die belebten Straßen New Yorks.

---

Niben jagte im Fast-Sturzflug nach unten und Atlanas wurde flau im Magen.

Kurz bevor sie auf der Straße aufgeschlagen wären bremste der Schöpfer der Welt ab und zog mit Atlanas einen Bogen, ehe er auf der High Line landete.

Behutsam setzte er Atlanas ab, ehe er selbst auf einer der rostigen Schienen aufsetzte und seinen Freund belustigt ansah.

"Mensch, du bist vielleicht grün im..."

Zu spät, Atlanas kotzte seinen gesamten Mageninhalt nach vorne aus - direkt auf sein Gegenüber, der erschrocken zur Seite sprang, dabei die Schiene verfehlte und sich mit dem Kopf zuerst auf eine Schwelle legte.

Atlanas hielt sich den schmerzhaft krampfenden Bauch und entledigte sich auch des Restes angedauten Essens, als Applejack mit Sunset Shimmer und Robert mit dem Ziegenbock neben ihm landeten und Robert dabei zuerst noch mit der Jacke an einem Signalmast verhedderte und dann zusammen mit dem Ziegenbock und Applejacks Hilfe beim Wiederloskommen versehentlich den ganzen Mast umriss.

Er war der erste, der Atlanas an beiden Schultern packte, schüttelte und fragte:

"Alles klar bei dir?!"

"Könnte besser sein...", stöhnte der, "aber es geht wieder..."

Mit einem lauten Buaark! kam auch die letzte Ladung aus ihm heruas und klatschte unten auf die Straße, auf der Passanten und Autos stehengeblieben waren und dem Schauspiel gespannt beiwohnten.

Applejack war mit zwei Sätzen bei den beiden und keuchte atemlos:

"Ich will ja keine Panik auslösen... aber DA!!!"

Atlanas drehte sich mühsam um und musste mit Entsetzen feststellen, dass aus dem Haupteingang des Wolkenkratzers Massen von Bodyguards und anderen schwerbewaffneten Männern stürmten.

Adrenalin durchflutete seinen Körper und er sprang hellwach auf und schrie hysterisch:

"WAS MACHEN WIR JETZT?!?!"

Doch sein Freund tat etwas, womit er nicht gerechnet hatte:

Er zog seinen Raketenwerfen nach vorne und drückte aus der freien Hand ab.

Die Rakete schoss nach unten, über die ersten Angreifer hinweg und dann mitten durch die Menge in den Eingang des Hochhauses.

Panisch begannen die Menschen auf der Straße in alle Richtungen zu rennen, als die Explosion die gesamte erste Etage atomisierte und die Trümmer in alle Richtungen gefeuert wurden, ehe es ein hässliches Krachen aus dem Inneren gab und Robert brüllte:

"LAAAUFT!!!"

Atlanas schnappte sich den bewusstlosen Niben und raste über die stillgelegte Eisenbahnbrücke, weg von dem einstürzenden Hochhaus.

Er hatte nur noch Augen für den Weg vor sich, den Rest bekam er kaum noch mit.

Schwelle für Schwelle nahm er ohne auf die Umgebung zu achten, er hörte sogar Roberts Rufe nicht mehr, es war ihm alles egal.

Er wollte nur noch hier raus und nach Hause, nach Hause zu seiner Fluttershy.

Dann dachte er an sein ungeborenes Kind, und ihm wurde schlecht beim Gedanken, es könnte ohne seinen Vater aufwachsen.

Nein!, schrie seine innere Stimme, du wirst nach Hause zurückkehren, so wie du es deiner Familie versprochen hast!

Atlanas biss noch einmal die Zähne zusammen und rannte verbissen immer weiter den stillgelegten Schienenstrang entlang.

Dann hörte er ein gigantisches Krachen und warf einen Blick über seine linke Schulter.

Er erstarrte und verlangsamte.

So etwas... hatte er noch nie gesehen.

Das übertraf seine Vorstellungskraft.

Der Wolkenkratzer schwankte hin und her, ehe er sich langsam zu neigen begann und schließlich quer über die High Line kippte und mit einem gigantischen Krachen, ein Krachen wie er es noch nie gehört hatte auf dem Boden aufschlug.

Eine gewaltige Staubwolke schoss zu allen Seiten meterhoch in den Himmel und auch Robert und Applejack blieben stehen und starrten wie gebannt auf das einmalige Schauspiel.

Es war in dem Moment, also habe jemand die Lautstärke der ganzen Stadt ausgeschaltet.

Eine trügerische, mörderische Stille, die genau wie der Staub alles durchdrang.

Alles.

Und jeden.

---

Applejack wusste nicht, was sie sagen sollte.

Ihr fehlten einfach die Worte.

Eine Sprachlosigkeit, wie sie das Bauernmädchen selten erlebt hatte.

Erst eine Polizeisirene riss sie wieder auf den Boden der Tatsachen, oder besser auf die Eisenbahnbrücke zurück.

Panisch wandte sie sich zu Robert um, und auch er hatte die allgemeine Sprachlosigkeit offensichtlich überwunden und hustete, ehe er sich gefasst hatte und brüllte:

"LAAAUFT WEITER!!! UND NICHT UMDREHEN!!!"

Applejack und Atlanas hatten verstanden und hetzten weiter über die High Line, über die Köpfe der New Yorker und deren Autos und Geschäften.

Sie hatten die hinter sich auf die Brücke stürmenden Bodyguards und bewaffneten Männer zum Glück noch nicht bemerkt, Robert hingegen schon.

Der Ziegenkönig bremste ab und drehte sich um, zog etwas Tellerförmiges aus seiner Jacke und warf es dem herannahenden Feind vor die Füße.

Ehe der hatte abbremsen können detonierte die Landmine auch schon und riss ein Loch in den porösen Brückenstahl.

Einige Feinde stürzten hindurch und klatschten auf die Straße, ehe Robert die nächsten Minen warf und dann ein Stück weiter rannte, wieder zwei Sprengkörper hervor zog und sie in Feindesrichtung warf.

Doch der erwünschte Erfolg blieb weitestgehend aus, und er entschloss sich, einfach weiter zu flüchten, um das Manöver an einer besseren Stelle erneut zu wagen.

---

Den Einsturz des Hochhauses hatten nicht nur die in der Umgebung stehenden Passanten mitbekommen, sondern auch die Polizei und das FBI.

Katastrophenalarm mit Warnstufe II und Terroranschlag waren die Parameter, nach denen sich der Einsatz richten würde.

Oder ums mal für den Laien auszudrücken:

Sie kamen mit Kampfjets, Panzern und einer Hundertschaft an SWATs direkt ins Krisengebiet.

Und auf der Suche nach den Schuldigen, die offensichtlich schwere Waffen mit sich führten...

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Die High Line machte eine leichte Kurve und Robert kürzte sie gekonnt ab.

Dahinter verlief die Strecke wieder gerade und fast ohne Deckungen, was ihm überhaupt nicht gefiel.

Aber wohin sonst? - Auf die Straße ging nicht, da wartete höchstwahrscheinlich schon die Polizei und das Portal brauchte Geschwindigkeit, um sich zu öffnen.

In diesem Moment wusste er, was sie nehmen konnten:

Mitten auf der Strecke stand ein Zug, ein kompletter Zug mit Diesellok und Güterwagen.

Eine Denkmal, aber es bestand eine geringe Hoffnung, dass die Lok vielleicht doch noch funktionierte.

Robert beschleunigte und holte Atlanas ein, der wie eine Dampflok schnaufte und offensichtlich am Ende seiner Kraft war.

"Atlanas, wir müssen in die Lok rein, sie starten und dann damit fliehen, es ist unsere einzige Chance!", rief Robert ihm zu und auch die einige Meter vor den beiden rennende Applejack hatte verstanden.

Dann hatten sie den letzten Güterwagen erreicht und Atlanas Kopf begann, einen unguten Farbton anzunehmen.

Aber er sammelte seine letzten Kraftreserven und zog tatsächlich noch an Robert und Applejack vorbei, ehe er kurz vor der Lok stürzte und nicht wieder aufstand.

Robert war zuerst bei ihm, zog ihn hoch und wuchtete zuerst ihn, dann den Ziegenbock und schlussendlich Niben auf die Lok, ehe er Applejack noch Sunset Shimmer abnahm und mit ihr auf der Schulter in das Führerhaus kletterte.

Applejack half ihm, die bewusstlosen Freunde in Sicherheit zu ziehen, während Robert mit aller Kraft versuchte, den Motor zu starten, aber es gelang ihm nicht, nur das übliche Stottern der Zündhilfe ertönte.

Dann sprang er unvermittelt auf und sauste an Applejack vorbei am Vorbau der Lok entlang, riss eine der Wartungsklappen auf und begann hektisch am Motor mit einem Schraubenschlüssel herumzustochern.

Das Bauernmädchen riskierte einen Blick nach draußen - und musste mit Entsetzen feststellen, dass die ersten Männer den Zug erreicht hatten und auf die hinteren Waggons kletterten, während andere nach vorne gelaufen gelaufen kamen - mit erhobenen Waffen.

Das war der Moment, in der der Bad Apple in ihr erwachte.

Ihre Augen verfärbten sich leicht rötlich, sie packte ihre MG und machte einen Schritt aus dem Führerhaus.

Dann feuerte sie wie automatisch los.

Die ersten der Angreifer konnten nicht mehr ausweichen und gingen sofort zu Boden, die nachfolgenden versuchten dem Kugelhagel auszuweichen, was jedoch in den meisten Fällen auf dem Boden im eigenen Blut endete.

Applejack lachte wie wahnsinnig.

Das war der Moment, in dem Atlanas wieder zur Besinnung kam und sich verwundert umsah.

Stöhnend und mit einer Hand am Kopf richtete er sich auf und blickte verwirrt erst Applejack an, ehe er eine ihm bekannte Stimme panisch brüllen hörte:

"APPLEJACK, KOMM ZU DIR, VERDAMMT!!! UND STARTE DIE LOK, WIR MÜSSEN HIER WEG, SCHELL!!!"

Die Lok starten?, überlegte Atlanas, obwohl sein Kopf zu zerplatzen schien, verstanden...

Mühsam torkelte er wieder zum Steuerpult und drehte den Zündschlüssel um.

Ein gewaltiger Ruck ging durch die Lok und ließ ihn zu Boden gehen, aber nach einigen unguten Geräuschen zündete der Dieselmotor gut durch und begann sich zu drehen.

"UND JETZT DRÜCK DEN FAHRSTUFENSCHALTER NACH UNTEN!!!", übertönte Robert den Motor.

Mit größter Anstrengung hob Atlanas seinen Körper noch einmal in die Höhe, erblickte den gewünschten Hebel und streckte seinen Arm danach aus, bekam ihn zu fassen und ließ sich dann einfach wieder fallen, wobei er den Hebel mit sich nach unter riss.

Aus den Auspuffhutzen der Lok kam erst eine Wolke tiefschwarzen Diesels, ehe ein Ruck durch den Zug fuhr und er zu rollen begann.

Die Männer begannen hektisch, aufzuspringen und auf die Waggons zu klettern, auf deren Dächern sie in Richtung Lok stürmten.

Robert hatte inzwischen den Vorbau der Lok erklommen und sah sie kommen.

Grinsend nahm er seinen Raketenwerfer vom Rücken und legte an.

Panisch sprangen einige der Männer vom Zug, andere warfen sich flach auf die Dächer und wieder andere ließen zwischen die Waggons fallen.

Dann drückte der Ziegenkönig ab.

Die Rakete fegte über die fordersten Waggons hinweg, geriet aber immer tiefer und detonierte schließlich auf dem vorletzten Wagen, zerstörte sein gesamtes Dach und die drauf liegenden wurden geröstet, ehe die beschädigten Kupplungen rissen und die beiden letzten Wagen entgleisten.

Auch der Wagen davon entgleiste auf einer Achse, rollte jedoch noch mit lautem Kreischen und heftigen Wackeln dem Zug hinterher.

Zumindest bis ein Weichenhebel das Drehgestell ein Stück hob und der Wagen dadurch in Schieflage geriet und schließlich über das Brückengeländer auf die Straße stürzte.

Mit einem schelmischen Lächeln lud Robert gekonnt seinen Raketenwerfer durch, um den Feind erneut vom Zug zu heizen.

Doch das Geräusch war hohl und er wusste, was das bedeutete:

Keine Rakete mehr im Rohr...

Und die Angreifer kamen schwerbewaffnet näher...

---

Inzwischen hatten auch die ersten Hubschrauber die Verfolgung des Zuges aufgenommen und filmten den Kampf.

Auch das Militär machte sich bereit, sich aus Hubschraubern abzuseilen und den Zug zu übernehmen.

Doch noch war ein Eingriff nicht sicher, die "Terroristen" an Bord kämpften offensichtlich grade mit sich selbst.

Und DA wollte nun wirklich niemand eingreifen...

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Robert griff in seine Jacke und zog seinen Dönerspieß heraus, doch er wusste, dass er ohne Deckung keine Chance hatte.

Also glitt er an der Dachkante hinunter ins Führerhaus.

Und krachte dabei fast in Sunset Shimmer, die aufgestanden war und sich am Armaturenbrett festhielt.

"Robert!", keuchte sie erschrocken, "ich... ich wollte nicht..."

"Ich weiß, und es ist nicht schlimm... du bist ja wieder sicher!"

"Aber es ist alles meine Schuld!", schluchzte sie und er zog sie zu sich heran.

"Weißt du was, eigentlich ist es meine Schuld... denn ich habe dich nicht immer ziehen lassen... und du bist ein freies Pony..."

"Nein, ich habe zu vieles falsch gemacht!", heulte sie.

"Das ist nicht wahr, du hast auch viel Gutes vollbracht... erinnere dich an Regensburg, wie du mich da aus dem Schlamassel gezogen hast! Und ich betone nochmal: Du bist kein schlechtes Pony, egal was vorgefallen ist! Du bist du, du hast einen Freund, und du hast sogar an ein Weihnachtsgeschenk für ihn gedacht! Das sind Zeichen einer guten Seele, egal was in der Vergangenheit passiert ist, vergiss es einfach!"

"Danke!", schniefte sie und wurde dann wieder ernst, "was ist hier los?!"

"Wir werden angegriffen, und ich habe keine Munition mehr!"

"ABER ICH!!!", jauchzte Applejack halb wahnsinnig und freudig zugleich und sprang vom Laufsteg rund um die Lok auf das Dach, richtete ihre MG auf die Angreifer und brüllte:

"JETZT GIBT´S NEN PAAR BLAUE BOHNEN AUF DIE FRESSE, IHR SCHWEINEHUNDE!!!", und ließ ihrer MG freien Lauf.

Die Männer konnten nicht mehr schnell genug in Deckung gehen und wurden größtenteils vom Dach gesäbelt, nach links und rechts fielen ihre Leichen vom Zug und klatschten entweder auf die Brücke oder auf die Straße unter dem ratternden Zug.

Noch einmal zog sie die MG quer über die Dächer und schickte zwei letzte Verbliebene zu ihren Freunden in die Hölle, ehe sie grinsend ihre Waffe in die Höhe reckte und jubelte:

"WIR HABENS GESCH..."

Peng!

Der Schuss traf sie völlig unvermittelt und warf sie rücklings auf das Dach.

Entsetzt schrie Sunset Shimmer auf, und Robert reagierte sofort, indem er das Bauernmädchen an ihrer Jacke packte und zu sich in das Führerhaus riss.

"OH GOTT!!!", schrie Sunset Shimmer, "WAS IST MIT IHR?!?!"

Robert riss ihre Jacke und blickte sofort auf die Schweinerei, die die Kugel angerichtet hatte, auch wenn es "nur" ein glatter Durchschuss war...

Und sie konnten nichts tun, ohne Magie war diese Wunde nicht zu heilen.

"W... was schreit ihr denn so rum?!", beschwerte sich plötzlich eine kratzende Stimme und Robert fuhr zum Ziegenbock herum.

"Ähmmm...", wollte er seinen Freund beruhigen, als auch dieser bemerkte, was Sache war und entsetzt aufsprang.

"NEIIIN!!!", schrie er entsetzt, "NEIN, NICHT DU APPLEJACK!!! DAS DARF NICHT SEIN, DU DARFST NICHT STERBEN!!!"

Panisch versuchte er die Blutung zu stillen, doch Robert ging bevor er größeren Schaden anrichten konnte, dazwischen und drückte ihm mit aller Kraft von seiner schwerverletzten Freundin weg.

"Jetzt bleib mal auf dem Teppich!", versuchte Robert seinen Freund zu beruhigen, "die einzige Chance, die du noch hast, ist Niben wach zu bekommen... er kann sie als einziger heilen!"

Das ließ sich der Ziegenbock nicht zweimal sagen und stürzte sich auf den noch bewusstlosen Niben, verpasste ihm mehrere heftige Ohrfeigen, rüttelte ihn und versuchte ihn zu kitzeln, aber er rührte sich nicht.

Dann ließ der Ziegenbock von ihm ab, drehte sich zu Robert und Sunset Shimmer um und brüllte wie wahnsinnig:

"ICH WERDE ALLE UMBRINGEN, DIE FÜR DEN TOD MEINER FREUNDIN VERANTWORTLICH SIND!!!", packte seine Bazooka und kletterte aus dem Führerhaus.

Sunset Shimmer blickte Robert fragend an, doch der zuckte nur grinsend mit den Schultern, griff sich eine herumliegende Schmierölflasche, ließ sich etwas davon auf die Hand laufen und rieb das dann Niben unter die Nase.

Auf den entsetzt-verwirrten Blick seines Gegenübers lachte er nur:

"Das weckt jeden Gaul, egal wie fest er pennt... und der Ziegenbock wird uns den Rücken freihalten... ich hoffe nur, dass er es lang genug tut und dein Freund schnell genug aufwacht... denn wir haben nicht mehr viel Zeit!"

---

Der Ziegenbock stand regungslos auf dem Dach.

Seine Gesichtszüge bebten vor Zorn.

Die Männer, die da auf ihn zu rannten, sie waren schuld.

Der Militärhelikopter über ihm, der war auch schuld.

Die Scharfschützen, die waren auch schuld.

Alle waren schuld.

"IHR SEID ALLE SCHULD!!!", brüllte er vom Wahnsinn befallen, "UND DAFÜR WERDET IHR ALLE BEZAHLEN!!!"

Dann zog er seine Bazooka heraus und mit der anderen Hand Applejacks MG.

Und eröffnete das Feuer.

---

Mit einem entsetzten Glucksen und einem "Ihhh, das klebt!!!" wachte Niben auf und wurde sofort zu Applejack gerissen.

"DU MUSST SIE HEILEN, SCHNELL!!!", quietschte seine Freundin panisch, "SIE HAT KAUM NOCH KRAFT!!!"

"Ist ja schon gut... man, und deswegen macht ihr hier so ein Palawer... also schön...", grummelte er verschlafen und legte seine Hand auf die blutende Wunde.

Applejack stöhnte und Niben konzentrierte sich.

Plötzlich begann es unter Nibens Hand zu leuchten, und das Licht wurde immer heller.

Robert und Sunset Shimmer kniffen geblendet ihre Augen zu.

Schon nach wenigen Sekunden war der Spuk vorbei und Niben lächelte zufrieden.

"So... die ist wieder zu..."

"DANKE!!!", freute sich seine Freundin und fiel ihm um den Hals, "du bist einfach der beste!"

"Keine Sache!", winkte er ab, "im Gegensatz zu wahrer Freundschaft!"

Robert blickte wieder zu Applejack, deren Puls wieder normal war, sich aber trotzdem nicht bewegte.

"Sie muss sich erst mal ausruhen...", erklärte Niben sanft, "und wir müssen sie schützen, bis sie von alleine wieder aufwacht...!"

"SCHÜTZEN!", keuchte Sunset Shimmer entsetzt und schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn, "der Ziegenbock ist noch ganz alleine da draußen! Wir müssen ihm helfen!"

"Och, ich denke, da können wir uns Zeit lassen...", grinste Robert.

"Wieso?!", fragte Niben verwirrt, als er plötzlich einen Hubschrauber neben der Brücke vorbei auf die Straße stürzen saß und ein "Oh!" hinterher setzte.

"Aber wir sollten ihm trotzdem helfen!", bestimmte Robert, griff sich seinen Dönerspieß und rief euphorisch:

"MIR NACH!!!"

---

Die Männer rannten panisch über die Waggondächer vor dem wutschnaubenden Ziegenbock davon, der alles über den Haufen schoss, was ihm in die Quere kam.

Ihn konnte nichts aufhalten.

Nichts und Niemand.

---

Unterdessen waren die drei Freunde aus der Lok geklettert und standen im Fahrtwind auf dem Dach.

Begeistert sahen sie zu, wie der Ziegenbock einen Angreifer nach dem anderen erledigte und von Zug schmiss.

Ihre Augen ruhten völlig auf dem Kampfgeschehen, und so bemerkten sie auch den Helikopter nicht, der von vorne auf sie zugeflogen kam und auf einmal Männer auf den Zug abwarf.

Einer von ihnen riss Robert von den Füßen, die anderen stürzten sich auf Niben und einer auf Sunset Shimmer.

Sie reagierte sofort und schaffte es sogar ihrem Angreifer den Helm vom Kopf zu schlagen - und starrte entsetzt Natascha an.

"Hast du mich vermisst, kleine Diamanten-Lady?!", lachte die Russin schallend, "ich war noch nicht fertig vorhin... lass uns das jetzt zu Ende bringen!"

"Gerne!", lachte Sunset Shimmer, "dann komm her, wenn du dich traust!" 

In Nataschas Gesicht zuckte es gefährlich, ehe sie den Angiff begann.

Die Schlacht auf dem Zug hatte begonnen.

---

Niben ließ sich Zeit beim Kampf, steckte viele Schläge mühelos ein und setzte seinen Angreifern im Gegenzug welche zu, die sie aus dem Gleichgewicht brachten.

Die Hälfte von ihnen hatte er so schon von Zug gekämpft, und die anderen waren zu blöd um zu erkennen, das genau das seine Strategie war...

---

Robert und der auf ihm liegende Mann rollten sich verbissen über den Boden und prügelten gegenseitig aufeinander ein.

Keiner ließ dem anderen eine Handbreit Chance, es war ein gnadenloser Kampf.

Endlich hatte der Angreifer es geschafft, sich auf Robert zu rollen und packte ihn am Hals.

Entsetzt erkannte der König der Ziegen den Boss wieder, den er eigentlich oben im Hochhaus erschossen hatte.

"Ich sehe schon, du hast es bemerkt... aber mich legt so schnell keiner um, da musst du schon früher aufstehen!", lachte er dreckig, "tja, schade, ich werde dich leider aus dem Weg räumen müssen, um an meinen Diamanten zu kommen... aber es ist mir recht, denn du bist nur ein Wurm im Gegensatz zu mir, und ich kann einen Wurm zertreten, so wie es jetzt mit dir tun werde!"

Doch Robert grinste ihn nur schief an.

"Du denkst ernsthaft, Robert I., Sohn von Edwart III. und Arriva, König der Ziegen und Freund Prinzessin Lunas lässt sich einfach so von einem einfachen Sterblichen töten?! - Nein, das wirst du nicht schaffen, das wird niemand schaffen, nicht solange es meine dunkle Seite gibt!"

Mit diesen Worten packte er die Hände des Bosses und drückte sie mühelos nach oben.

Entsetzt starrte sein Kontrahent ihn an, während Robert ihn immer höher drückte drückte, schließlich selbst aufstand und den Boss schließlich am Hals gepackt und hielt ihn fast senkrecht nach oben.

"Und weißt du, was ich so liebe?!", kicherte Robert diabolisch und der Boss blickte angstvoll in seine roten Pupillen, "zu sehen, wie meine Feinde erbärmlich unter meiner Macht zusammenbrechen und um Gnade winseln! Aber gewähren werde ich sie ihnen nicht!"

Der Boss versuchte zu schreien, als er den Signalflügel bemerkte, aber er brachte keinen Ton mehr heraus.

Und das letzte, was er hörte, war Roberts dröhnendes Lachen in seinen Ohren.

---

Niben wollte gerade zu einem Schlag ausholen, als es plötzlich ein ekeliges Klatschen gab und die Männer herumfuhren.

Da stand ihr Boss - ohne Kopf.

Der klebte noch an dem Signal, der ihm im Weg gewesen war.

Und neben der Leiche stand ein Robert, dessen Anblick Niben erschaudern ließ:

Seine Augen waren komplett blutrot und seine Kleider voller Blut des Bosses.

Er grinste die Männer schief an.

"Na, wer von euch springt freiwillig, und wem muss ich helfen?!"

Panisch sprangen alle - keiner wollte sich freiwillig mit dem Mörder ihres Bosses anlegen.

Dann ließ Robert die Leiche des Bosses los und machte einen Satz auf den Waggon, auf dem Niben stand.

Unsicher wich der Schöpfer der Welt einen Schritt zurück, denn er wusste, dass er gegen Roberts dunkle Seite keine Chance hatte.

Doch es war ihm, als ob Robert nichts böses mehr wollte, und tatsächlich, der Ziegenkönig fasste sich verwundert an den Kopf und seine Pupiller klarten auf.

"Niben?", fragte er dann verwirrt, "was ist passiert? - Oh nein...!"

"Es ist nichts passiert! - Na gut, du hast alle von Zug gekämpft, aber nichts SCHLIMMES!"

"Puhhh...", atmete der Ziegenkönig erleichtert auf, "ich dachte schon, ich habe..."

"Nein, dieses Mal nicht...", meinte Niben froh, "dieses Mal nicht... OH VERDAMMT, WIR HABEN SUNSET SHIMMER VERGESSEN!!!"

"Schnell!", befahl Robert und sie rannten zurück nach vorne zur Diesellok.

---

"Du kannst mich nicht besiegen, nicht mich!", lachte die Russin böse, als sie Sunset Shimmer auf der Diesellok bis ans Ende getrieben hatte, "mach dich auf den Eingriff bereit! Es wird auch nur sehr wehtun!!!"

Fieberhaft überlegte Sunset Shimmer, wie sie der Wahnsinnigen entkommen sollte, als ihr der Schraubenschlüssel, den Robert in der Lok hatte stecken lassen, ins Auge fiel.

In ihr reifte ein Plan, der zwar riskant, aber nicht unmöglich war.

Natascha kam langsam und mit erhobenem Messer auf sie zu, als Sunset Shimmer die die Hocke ging, einen der Haltegriffe packte und sich an ihm herunter auf den Laufsteg fallen ließ und den Schraubenschlüssel aus dem Motor riss.

Doch das Werkzeug hatte etwas Defektes in Postion gehalten, das Ströhmungsgetriebe, das einfach zu viel Luft ansaugte, wodurch man die Lok nicht mehr starten konnte.

Sofort begann der Lüfter wieder mit aller Kraft Luft anzusagen, und auf ihm stand just in dem Moment die Russin, die ebenfalls durch den gigantischen Luftzug auf das Schutzgitter gerissen wurde und sich nicht mehr aufrichten konnte.

Sie schrie panisch auf Russisch um Hilfe und Sunset Shimmer starrte sie nur erleichtert an.

Dann knackte plötzlich das Schutzgitter und Natascha brüllte in Todesangst:

"Hilf mir, bitte!!!"

Doch Sunset Shimmer blieb so stehen, als wäre nichts gewesen.

Schließlich knackte es noch einmal und das Gitter brach nach innen.

Und der Ventilator tat das, wozu er gebaut worden war: Luft ansaugen und dabei Dinge, die ihm in die Quere kommen zerhächseln.

Nicht anders auch dieses Mal.

Blut und Fleischfetzen flogen in alle Richtungen, ehe auch die Auspuffhutzen einen roten Matsch nach links und rechts auf die Gleise spuckten.

Und Sunset Shimmer sah tonlos, aber glücklich zu.

Der Feind war besiegt.

---

Robert und Niben traf die Wolke aus Blut und Fleischfetzen als erstes, und sie schüttelten sich vor Entsetzen.

Niben beschleunigte nur umso mehr und erreichte die Lok als erstes, wo er überglücklich seiner ihn schon sehnlichst erwartenden Freundin um den Hals fiel.

Sie küssten sich und Robert sah glücklich zu.

"Ich bin ja so froh, dass dir nichts passiert ist!", weinte Niben glücklich und drückte sie noch fester.

"Und ich, dass es dir wieder gut geht... und dass du mich gerettet hast!"

Dann lösten sie sich wieder langsam voneinander und Niben blickte Robert ernst an.

"Wie kommen wir jetzt zurück nach Equestria?"

"Wir öffnen das Portal in der Lok und dann durch!"

"Gut, dann los!"

Zusammen kehrten sie ins Führerhaus zurück und Robert öffnete das Portal.

Zuerst traten Niben, der den bewusstlosen Atlanas trug und Sunset Shimmer, die Applejack trug, hindurch, ehe Robert merkte, dass der Ziegenbock fehlte.

Schnell kletterte er noch einmal aufs Dach, doch von seinem Freund fehlte jede Spur.

Und sie mussten los!

Hatte er es wirklich nicht geschafft?, fragte Robert sich traurig, oh Ziegenbock, du warst der beste, der allerbeste!

Dann sank der Ziegenkönig auf dem Dach nieder und begann, hemmunslos zu weinen.

"Hey, warum heulst du denn? - Ich denk, wir haben gewonnen...!", dröhnte plötzlich eine altbekannte Stimme hinter ihm und er fuhr herum.

Der Ziegenbock stand, blutverschmiert, aber unversehrt und in seiner vollen Lebensgröße da und grinste.

Robert sprang auf und fiel seinem Freund um den Hals.

"Mensch!", schluchzte er glücklich, "ich dachte schon, ich sehe dich nie wieder!"

"Ach, du kennst mich doch...!", lachte sein Freund zwinkernd, "und jetzt komm, wir müssen!"

Vereint verließen schlussendlich die beiden Freunde Seite an Seite New York und kehrten in ihre Welt zurück, nicht jedoch ohne ein Souvenir mitzunehmen...

---

Es war Mittwoch, der 24.12.1014 in Equestria.

Weihnachten war da, und alle Ponys und Ziegen warteten schon gespannt auf die Bescherung.

Auch im Canterlot-Schloss war es endlich soweit:

Die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum waren da und jeder packte seine aus.

"Ach, ich glaub´s ja nicht!", freute sich Luna begeistert, "das ist aber ein schöner Schal, danke Robert!"

Sie beugte sich zu ihrem Freund und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Atlanas sah seinen Freund verwundert an, doch der lächelte nur und zuckte mit den Schultern, ehe er sich wieder Luna zuwandte.

---

Nach dem Essen zog Atlanas Robert zur Seite.

"Das war ja gar nicht der Diamant!", stellte er fest, "aber ich dachte..."

"Weißt du, ich habe eingesehen, dass ein SELBSTGEMACHTES Geschenk eines von Herzen ist und besser als ein gekauftes!"

"DU hast...?!"

"Ja, der Schal ist selbstgemacht... aus Eisenwolle, diversen anderen Dingen, die ich gefunden habe, und echten Adern!"

Atlanas wurde übel und er lief grün im Gesicht an.

"Ach glaub mir, das hört sich schlimmer an, als es aussieht... und sie stinken nicht und sind nicht giftig! Außerdem erkennt man sie gar nicht mehr... und, ich wusste nicht, was ich hätte sonst nehmen sollen!"

"Mir soll das recht sein... ich werde schweigen wie ein Grab, solange Luna der Schal gefällt!"

"Danke!", meinte Robert glücklich, "du bist einfach mein bester Freund!"

"Und du meiner...", freute sich Atlanas zufrieden, während sich die beiden Freunde umarmten und ein herzliches "Ohhhh..." von ihren Freunden und Familien vom Tisch bekamen.

Alle waren sie da, der Ziegenbock, Applejack und Familie, Celestia, Luna, Fluttershy, Niben, Sunset Shimmer und all die anderen gelandenen Gäste.

Doch nichts geht über eine beste Freundschaft...

---

Tief unter dem Canterlot-Schloss befand sich Down Under, und noch darunter lag das Labor von Robert und dem Ziegenbock.

Hier ruhte neben einer mit Blut bespritzten Diesellok aus New York ein Zwei-Kilo Diamant auf der Spitze eines Gerätes.

Eines Todeslasers.

Und wartete darauf, benutzt zu werden.

Aber ein andermal.

---

ENDE

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Die PonyPasta Das perfekte Weihnachtsgeschenk wurde nach erfolgreicher Abstimmung der Community zur PonyPasta des Monats Dezember 2014 ernannt! Sie ist nun in der Hall of Fame neben anderen besonderen PonyPastas gelistet.

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