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Die Alte Ära: Kapitel 13 - Götterfunke

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Die Alte Ära: Kapitel 13 - Götterfunke ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 12 - Die Wahrheit, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 14 - The Slobbering Dead.

"HELLJE!!!", durchschnitt plötzlich eine unerwartete Stimme den wirbelnden Wind um die Insel herum und die Freunde warfen ihre Köpfe herum.

Niben schwebte noch über dem Meer zum Festland hin und kam langsam näher.

"VATER, HÖR AUF!!! DU WIRST MIT DEINEM UNBEDACHTEN HANDELN MEHR ZERSTÖREN ALS DU JE GUTGEMACHT HAST!!!"

"Ich... ich habe nie etwas gut gemacht...", antwortete der alte Gott tonlos, "und ich muss es rückgängig machen, ich muss die Menschen wieder zurückholen, meine Familie, meine Freunde, meine...!"

"NIBEN, WIR SIND DEINE FAMILIE, WIR SIND DEINE FREUNDE, WIR LIEBEN DICH!!!"

Luna und Shadow starrten überrascht Celestia an, die sich schnell den Huf vor den Mund schlug, aus Angst, alles falsch gemacht zu haben.

Doch das Gegenteil schien der Fall zu sein - Hellje wandte seinen Kopf zu ihr um und guckte sie aus glasigen Augen an.

"Celestia... es... es tut mir so leid... aber... ich kann nicht..."

"VATER, SIEH MICH AN!!!", schrie Niben schon fast hysterisch, "ICH BIN DEIN SOHN, DEIN EIGEN FLEISCH UND BLUT, EBENSO WIE DEINE ENKELINNEN UND ALLE ANDEREN, WIR SIND ALLE DEINEN KINDER!!!"

Er landete neben Eross, aus dem durch einen blauen Lichtblitz nacheinander Angel und Death brachen und ihrem Großvater beruhigend zuriefen, aber Hellje hatte sich wieder umgedreht und konzentrierte sich auf die gewaltigen Kräfte, die er brauchte...

"VATER!!! BESINN DICH, KOMM ZU DIR, ERKENNE DEINEN EIGENEN SOHN!!!"

Der Wind frischte noch einmal auf und klatschte Niben seine Worte zurück ins Gesicht, sein Vater wollte sie nicht hören, konnte sie nicht hören...

"VATER... ES TUT MIR AUCH LEID...!!!", brüllte Niben und sprang frontal in den ersten Energieschild.

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Gewitter.jpg

Die Explosion war mörderisch, als die pure Magie denm Gott traf und meterweit durch die Luft schleuderte.

Sein Vater fuhr herum - und sah, was er angerichtet hatte... seinem angeschlagenen Gewissen verpasste das letzten Schlag und die längst bröckelige Wand gegen alle Schuldgefühle brach endgültig in sich zusammen.

Tausendfach prasselten sie auf ihn ein und ließen ihn zu Boden gehen, seine Magie riss ab, die Schilde um ihn fielen in sich zusammen.

Celestia zögerte keine Sekunde und preschte los, warf sich auf ihren Freund, zog ihn hoch, drückte ihn so fest sie konnte an sich und küsste ihn, wischte seine Tränen ab und wiegte ihn mit sich.

"Es... es... tut mir so leid...", heulte Hellje wie ein kleines Fohlen, "ich... ich kann nicht mehr..."

"Du musst auch nicht mehr...", beruhigte die Prinzessin ihn und küsste ihn, "alles ist gut... du bist vor dir selbst in Sicherheit..."

"Ich... ich habe euch alle..."

"Das ist egal, du hast dich besonnen... du hast gespürt, dass das, was du tun wolltest, falsch war... das ist die Hauptsache..."

Die anderen Freunde standen noch immer unbeweglich an Ort und Stelle, Eross starrte auf Nibens regungslosen Körper kurz vor dem Klippenrand... war er...?

Angel schob sich langsam zwischen ihn und Safira und flüsterte fassungslos:

"Ich habe solche Angst... was... was hat mein Vater da gerade getan?!"

Death sah sie stumm an und legte einen Huf um ihre Halbschwester:

"Ich weiß es nicht... wenn er den Schild überladen hat, dann müsste er jetzt voll geladener Magie sein... wir müssen hier stehen bleiben..."

Angel verstand und weinte leise.

Luna setzte sich ganz langsam in Bewegung, stupste Shadow an und schlich mit ihr und Mellis langsam und ohne dass Hellje es bemerkte, zu Overlord hin, der Ghost Rider riss sich seine Verbandstasche vom Gürtel und sie begannen, ihn zu verarzten.

Die Augen des Combine-Anführers waren noch geschlossen, als Shadow sich neben ihren Vater kniete, ihm die Maske abnahm und ihm sanft durch das Gesicht streichelte.

"Dad?", fragte sie zaghaft.

Sehr langsam öffneten sich die Augen Overlords und er blinzelte seine Tochter schwach an.

"S... shadow?"

"Oh Dad...", sanft drückte sie ihm und küsste ihm auf die Stirn, Freundentränen sammelten sich in ihren Augen, die komplette Anspannung der letzten Tage fiel von ihr ab, "ich bin so froh, dass wir dich gefunden haben... endlich..."

"Und... und ich... bin froh, dich... wiederzusehen...", keuchte er kraftlos, "nach all... dieser Zeit..."

"Das spielt keine Rolle mehr... du bist jetzt in Sicherheit..."

Und wieder küsste Shadow ihren Vater.

In diesem Moment war sie wunschlos glücklich... fast wunschlos glücklich.

---

Eross wagte nicht, die alles entscheidene Frage zu stellen oder auch nur einen Schritt auf Niben zu zu machen, auf keinen Fall wollte er es jetzt riskieren, dass Angel die Nerven verlor... denn er war sich nicht sicher, ob sein Freund diese gewaltige Menge an Magie mal eben so weggesteckt hatte...

"Angel...", versuchte Death stattdessen, ihrer Schweser nur für den Fall der Fälle klarzumachen, "egal was mit deinem Vater ist, ich bin sicher..."

Ihre Halbschwester senkte den Kopf und die Tränen liefen ihr in Strömen das Gesicht herab, als auf einmal ihr Vater den Kopf ein Stückchen in die Höhe hob und ihre Blicke sich prompt trafen.

"VATER!!!", explodierte ihre Hoffnung förmlich und sie schoss zu ihm, zog ihn hoch, schloss ihn überglücklich in ihre Arme und knuddelte ihn, "DU BIST IN ORDNUNG, HEILIGE LUNA BIN ICH FROH!!!"

"Sollte... sollte ich das nicht immer sein?", grinste er, auch wenn ihm noch ziemlich schwindelig war, "boar, warum dreht sich eigentlich alles?"

"Mensch Niben!", keuchte auch Eross erleichtert, als er den Gott erreicht hatte und ihn stützen half, "du bist der Beste... einfach unglaublich, was du getan hast!"

Sein Freund guckte ihn belustigt an und wackelte mit dem Kopf:

"Ach, jetzt habt euch mal nicht so, ich hab ja nur versucht, meinen Vater... oh verdammt!"

Schlagartig war er wieder voll da und schüttelte den Rest Nachwirkungen von sich ab, ehe er zu Hellje flitzte, der nach wie vor in Celestias Armen hing und schluchzte.

"Vater... hast du jetzt verstanden, dass es egal ist, was du getan hast, aber dass es nicht egal ist, was du tust, weil du eine Familie hast, die du beschützen musst?!"

Der alte Gott drehte sein verheultes Gesicht langsam zu seinem Sohn und jammerte:

"Aber diese Familie... ist nicht mehr komplett... und das ist auch meine Schuld..."

"Wieso das?! - Ich bin da, deine Enkelinnen sind da, wir..."

"Dein Bruder... er... er ist tot..."

Niben holte tief Luft.

"Nein, ist er nicht... und wenn du ihn unedingt sehen willst, dann kann ich dir diesen Wunsch nicht verwähren..."

Er konzentrierte sich, und ehe Celestia auch nur ein Wort hätte einwerfen können, gab es einen Knall und Robert saß plötzlich neben ihnen, fasste sich verwundert an den Kopf und dann an seinen bandagierten Bauch, bevor er Niben und Celestia anguckte und verwirrt fragte:

"Ähmmm... Mum, wo bist du?"

Helljes Miene, die sich gerade dabei war, aufzuhellen, wurde sofort wieder todtraurig und er heulte:

"Das... das ist nicht mein Sohn..."

"Ich bin ja auch noch nicht fertig...", brummte Niben und strengte seine göttliche Kraft ein zweites Mal an, erzeugte eine bläulich schimmernde Wolke - und heraus purzelte ein Einhorn.

Ein hellblaues Einhorn mit weiß-blau gesteifter Mähne.

---

Für einen kurzen Moment war es totenstill auf der Insel, Luna hatte zwar Robert entdeckt und war eigentlich kurz vor einem absoluten Freudenausbruch gewesen, doch sein Gesichtsausdruck jagte es ihr eiskalt den Rücken hinunter... sein Kopf sah aus wie ein Atommeiler vor dem Supergau, krebsrot, bis in die letzte Ader zum Zerreißen gespannt und so wütend, wie sie ihn noch nie erlebt hatte, das Einhorn ihm gegenüber hingegen starrte ihn mit purer Angst an.

Schon jetzt wusste die Ziegenkönigin, dass gerade etwas passiert war, dass defintiv nicht gut war... das letzte Mal, als sie Robert so erlebt hatte, war auf Shadow Island gewesen, als...

"Heilige Arriva...", entfuhr es ihr, als ihr klar wurde, dass das Einhorn einerseits Trixie war und sie eigentlich hätte tot sein sollen, andererseits war ihr Haus damals vor knapp zwei Jahren komplett in Schutt und Asche gelegt worden... der Fall war groß diskutiert, vom CPD aber als "Arbeitsunfall" kategorisiert worden... und Robert war an diesem Abend erst sehr spät zu ihr ins Bett gekommen... dass er damals etwas komisch gerochen hatte... nach Feuer...

Die Wahrheit traf sie so hart, dass sie beinahe umgekippt wäre und es nur Mellis zu verdanken war, dass sie sich dabei nicht verletzte.

"Königin, alles... in Ordnung bei euch?"

"Es stimmt... es passt alles...", stammelte sie wie betäubt, "das... nein... nein..."

Der Ghost Rider verstand nicht, Shadow ebenso wenig, auch Overlord verzog verwundert sein Gesicht, als Roberts unglaubliche Wut ihren Weg in Worte gefunden hatte und aus ihm heraus donnerte:

"DU MIESE SCHLAMPE, WIE KANN ES SEIN, DASS DU DRECKSSTÜCK NOCH LEBST?!?! DU FOHLENMÖRDERIN, DU MIESES STÜCK SCHEIßE, ICH WERDE DIR ZEIGEN, WAS ES HEIßT, SICH AN SCHWÄCHEREN ZU VERGREIFEN!!!!!!"

Hellje realisierte in diesem Moment, dass das nicht mehr Roberts Worte waren - und er verstand, dass es nun jemanden brauchte, der Cyro stoppte...

"Niben!", rief er wieder ganz der Alte, "ich werde deinen Bruder aufhalten... sorge du dafür, dass hier alle sicher rauskommen - ich schicke euch nach Ponyville und halte anschließend meine eigenen Kräfte auf, alles klar?"

"Vater... um nichts in der Welt lasse ich dich jetzt hier alleine...", versuchte Niben es noch, bevor ihn und all die anderen Freunde und die Untergrundeisenbahner samt dem Yamne´e-Panzer eine unsichtbare Macht packte und quer durch die Dimensionen zurück nach Ponyville beförderte, sich anschließend umdrehte und Cyro, der langsam wie der Tod auf die am Ende einer Klippe liegende und wie Espenlaub zitternde Trixie zusteuerte, das letzte Angebot zubrüllte:

"CYRO, MEIN SOHN, BLEIB STEHEN UND LASS DIESES EINHORN IN FRIEDEN, ANSONSTEN WERDE ICH MEINER PFLICHT ALS WÄCHTER DIESER FAMILIE NACHKOMMEN UND DIR IN DEINEN GÖTTLICHEN HINTERN TRETEN MÜSSEN!!!"

Das schallende Lachen verriet dem alten Gott, dass es mal wieder nicht ohne Gewalt ging... umso besser, dachte er sich, dann kann ich wenigstens beweisen, dass ich dieser meiner Familie ein würdiger Vater bin...

Und mit einem Lichtblitz stürzte er sich euphorisch in den Kampf.

---

Arriva krachte so durch die Haustür von Concentrer Acres, dass es das massive Holz fast aus den Angeln riss, der Knall war trotzdem laut genug um das neugeborene Fohlen zu erschrecken und zum Quäken zu bringen.

"Pssscht!", machte Fisch mahnend, ehe er merkte, dass das Einhorn ihm gegenüber gerade kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, schnell einen Satz nach vorne machte und sie beruhigend in die Arme nahm - es half nichts, sie brach in Tränen aus und konnte erst Minuten später beruhigt werden.

Es war Atlanas, der es schaffte, sie zu fragen:

"Ziegenkönigin, was bedrückt Euch denn? - Hat es mit Robert zu tun?"

"Ja... ja...", heulte sie, "er... er ist weg... einfach weg!"

"Wie weg?!"

"Er... er hat sich in Luft aufgelöst... einfach so... er ist weg..."

"Weg?", fragte nun auch Aurora misstrauisch, "das verstehe ich nicht..."

Der Ziegenbock glaubte seiner Mutter offenbar auch nicht und verschaffte sich draußen selbst ein Bild der Lage - als er wieder im Türrahmen stand, keuchte er fassungslos:

"Sie hat recht... das gibt´s doch alles gar nicht!"

Aurora und Sonata guckten sich so doof wie zwei Suppenhühner an, Atlanas Miene vereiste, Schinken zuckte in sich zusammen, nur Sunset lag genauso entspannt und überglücklich mit ihrem Neugeborenen auf der blutigen Matratze und strahlte.

"Scheiße...", fiel dem Doktor dazu ein, "das kann doch nicht wahr sein!"

"Is aber so!", jammerte der Ziegenbock und vergrub sein Gesicht in den Hufen, "und wieder müssen wir ihn suchen... wenn ihm nur nichts passiert ist!"

Arriva hielt es nicht länger in den Armen des Professors, sie riss sich los und rannte aus dem Haus, nur weg von all denen, die alles noch schlimmer machen würden, auch wenn sie selbst nicht minder geschockt waren als sie selbst...

Ein paar hundert Meter weiter blieb sie erschöpft am Tor der Farm stehen und ließ sich weinend im Schatten des alten Apfelbaums nieder, gab ihrem Kummer Dampf und schluchzte vor sich hin.

Die sich auftürmenden Wolken über ihrem Kopf bemerkte sie noch nicht...

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Kurze Zeit später erreichte der Ziegenbock ebenfalls das Tor, nur sein Atem war im Gegensatz zu dem seiner Mutter noch ganz normal.

"Mum... Mum, nicht auch noch du!", rief er schon von Weitem, "bitte, lauf nicht weg!"

Je näher er kam, desto besser konnte er sie erkennen - auf der Spitze eines kleinen Hügels stehend und den Blick starr gen Himmel gerichtet, der... ziemlich dunkel war...

Er wunderte sich nicht daran und nahm die letzten Meter im Sprint, bremste sanft ab und kam direkt vor Arriva zum Stehen.

"Mum, ist alles ok?! - Ist..."

Sie sah ihn nicht an, der Wind zerzauste ihr die Mähne, ihre Augen wichen nicht von den fast schon schwarzen Wolken ab, verengten sich aber langsam, während sie fast tonlos ausstieß:

"Der Himmel... ein Sturm zieht auf... aber es ist kein gewöhnlicher Sturm, das spüre ich..."

Der Ziegenbock wusste nicht, was er erwidern sollte, stand nur stumm da und folgte ihrem Blick, bis ihm die passenden Worte einfielen:

"Mum, wenn das wirklich ein schweres Unwetter ist, dann sollten wir zurück zur Farm und..."

Er sprach den Satz nicht zu Ende, weil es plötzlich gewaltig krachte und ein riesiger Blitz niederging, den Apfelbaum traf und in der Mitte spaltete, Holz und Erde flogen in alle Richtungen, dazu setzte ein prasselnder Regen ein, der Donner ging wie eine atomare Explosion nieder, der Wind peitschte wild über die Kornfelder und riss erste Ähren aus...

Wie im Wald der ewigen Magie..., durchzuckte ihn die Erkenntnis, wie damals, als du Aurora gefunden hast... als Magie gewirkt haben muss... starke Magie...

"WIR MÜSSEN HIER WEG!!!", schrie er panisch und packte den rechten Vorderhuf seiner Mutter, "DIESER STURM IST EIN MAGIESTURM, WIR..."

Die Explosion vor seinen Augen war so grell, dass sie seinen Kopf außer Gefecht setzte, noch bevor sie ihn meterweit davon schleuderte, mitten in das dichte Feld hinein.

Und das war das letzte, was er spürte...

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Arriva öffnete ihre Augen erst wieder, als sie nichts mehr um sich herum spürte, nur Wärme war geblieben, kein Regen, kein Wind, kein Nichts.

Sie sah um sich herum nur tanzendes Licht, farbenfroh, schlillernd wie eine Südseeperle, und wunderschön... es war so hell, so prächtig, so anziehend... sie wollte es nie wieder los lassen...

Schwebend glitt sie ohne Flügel hindurch und sog die Wärme in sich ein... sie war frei wie ein Pegasus, ohne Sorgen, ohne Ängste, ohne Kummer... es war ein perfekter Moment... zu perfekt...

Langsam kam in ihr ein Hitzegefühl auf - das Licht wurde wärmer, heißer, immer heißer... sie wollte ihm entfliehen, sie MUSSTE ihm entkommen, es verbrannte sie!

Und mit aller Kraft stemmte sie es von sich weg...

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Den Blitzeinschlag in den Apfelbaum sah Prof. Dr. Fisch mit dem gleichen Entsetzen wie Dr. Schinken und Aurora, Sonata war bei dem Knall direkt unter das Bett verschwunden und zitterte in der hintersten Ecke, Atlanas stand über Sunset auf dem Bett und hatte sein Schwert aus der Scheide gerissen, sein noch namenloses Fohlen schrie wie am Spieß, die Mutter atmete hastig und stoßweise.

Aurora wollte gerade noch fragen, warum es hier unten eigentlich Wetter gab, doch sie kam nicht dazu, weil just in dem Moment der Donner folgte und mit ihm der Regen auf das Haus zu prasseln begann.

Es war höllisch laut, dazu kamen immer mehr und stärkere Blitze, wieder Donner, wieder Blitze... der Sturm peitschte voll entfesselter Magie über die Farm hinweg und ließ die Freunde immer wieder zusammenzucken und sich eng aneinander kuscheln.

Nur Aurora hatte genug Mut, um sich überhaupt bis zum Küchenfenster vor zu wagen, und als sie einen Blick in den tobenden Sturm riskierte, versteckte auch sie sich lieber unter dem Küchentisch... an ihren Vater und Arriva dachte sie nicht...

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Er spürte den warmen Regen auf sein Gesicht tropfen und den Wind um sich herum, die plattgedrückten Ähren und den schlammigen Boden unter sich, seine Arme und Beine, seine Hufe... seinen Körper als ein Ganzes nicht.

Sein Geist schien irgendwo weit weg zu sein, und ließ ihn trotz all dieser Reize im Stich.

Komm zu dir..., ermahnte er sich selbst und verzog das Gesicht zu einem resignierten Lächeln, hach, deinem Körper zu befehlen versuchen, dass er dir gehorchen soll... wie niedlich...

Er sah den Sturm über sich, es war ihm egal... warum wusste er nicht, aber ja, er störte ihn nicht wirklich... der Regen war warm, der Wind schwach und angenehm, warum sich beschweren?

Moment mal..., hörte er da wieder die kleine Stimme in seinem Kopf, watt soll das hier eigentlich?! - Du liechst hier rum, gammelst vor dich hin, und um dich herum geht die Welt unter! - Schwing jetzt gefälligst deinen halb-königlichen Arsch in die Höhe und rette ihn und den deiner Mutter!

Arriva... ARRIVA!!!, traf ihn die Erkenntnis wie ein Schnellzug mit 200km/h, durchflutete ihn mit neuer Energie und katapultierte ihn in die Höhe - nur um ihn gleich wieder zu Fall zu bringen.

Mühsam versuchte er sich wieder aufzurappeln, als er etwas sah, das ihm vor Unfassbarkeit und grenzenlosem Erstaunen die Kinnlade herunter klappen ließ:

Seine Mutter stand mitten in einem gewaltigen Strom aus knisternder Magie und blockte diese offensichtlich auf ganzer Linie ab, worauf sie in alle Richtungen gen Himmel zurückschoss und ihn ein unendliches Farbenmeer verwandelte... über den Sturm hinaus, über die Grenzen des Erdkerns, über das Ende dieser Welt...

Und er brachte kein Wort über seine Lippen, so ergriffen war er.

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Hellje zog einen Bogen und versuchte Cyro von rechts zu attakieren, der durchschaute das Manöver seines Vaters jedoch und jagte ihm einen Lichtblitz nach dem anderen hinterher, der alte Gott wich jedes Mal geschickt aus und versuchte das Feuer seines Sohnes so gut es ging zu erwidern, dabei gleichzeitig noch darauf zu achten, dass die Magie, die er in die Erde gejagt hatte, sich nur dort unten entlud und hier oben keinen Schaden anrichten konnte.

Den nächsten Schlenker vollzog er haarscharf an einem Energiestrahl vorbei, machte ein 180°-Drehung, verwirrte damit Cyro, schoss pfeilschnell zurück und verpasste seinem abtrünnigne Sohn eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte.

"AUUUUUU!!!", jaulte der Gott auf und hielt sich die brennende Wange, "DU ALTES ARSCHLOCH, WARUM WILL IN DEINEN SCHÄDEL NICHT REIN, DASS DU EIN WRACK BIST UND DICH NICHT MIT MIR ANLEGEN SOLLST?!?!"

"WEIL ICH DEIN VATER BIN!!!", dröhnte Hellje zurück und startete einen erneuten Angriff, "UND WEIL ICH MEINEN KINDERN BEIBRINGEN MUSS, WIE MAN SICH RICHTIG BENIMMT!!!"

"DU NARR!!!", lachte Cyro schallend und feuerte ihm einen Blitz entgegen, "DU WOLLTEST DIESE WELT VERNICHTEN, UND JETZT KOMMST DU WIEDER MIT DEM ALTEN QUATSCH!!! - LASS ES SEIN, GIB AUF, ODER ICH VERNICHTE DICH, SO WIE DU MICH VERNICHTET HAST!!!"

"ICH HABE DICH NICHT VERNICHTET!!!", konterte sein Vater und streifte ihn an der linken Schulter, "ICH WOLLTE DICH AUFHALTEN, DAMIT DU NIEMANDEN VERLETZEN KONNTEST, UND ICH WERDE ES HEUTE WIEDER TUN MÜSSEN, WENN DU NICHT EINSIEHST, DASS DU NICHT SO WEITERMACHEN KANNST!!!"

"UND ICH WERDE DIR ZEIGEN, DASS DEINEN TATEN AUCH NICHT UNGESTRAFT BLEIBEN!!!", kicherte Cyro plötzlich mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme, und ehe Hellje hatte reagieren können, schleuderte er einen Blitz in den Schacht und damit auf Helljes Schild, welcher sich binnen Sekunden überlud und explodierte, der alte Gott schaffte es im letzten Moment, die unglaubliche Ladung knapp unterhalb der Oberfläche zu stoppen und wieder nach unten zu drücken, doch nicht alle Magie konnte er beisammen halten, ein Teil brach aus den Erdspalten nach oben und tat dort etwas, das sich Hellje zwar immer gewünscht hatte, aber es geschah so, wie er sich es nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen hatte ausmalen können...

Und während er da stand und gegen die Magie hielt, machte Cyro einen Schritt vor den anderen auf die auf der letzten Spitze der Insel liegenden und am ganzen Körper zitternden Trixie zu, deren Gesicht vor lauter Tränen kaum noch zu erkennen war...

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Sonea genoss ihr Prinzessinnenleben selten in vollen Zügen, aber Prinzessin ganz Equestrias zu sein, verlangte weniger, als sie vermutet hatte.

Klar, es gab Audienzen und anderen Kleinkram, aber sie hatte Zeit in Massen, dazu einen Palast mit allem, was man sich erträumen konnte nur für sich, und ja... eine eigene Garde, die man herumscheuchen konnte...

Gespielt hochnäsig nippte sie an ihrer Tasse Tee und knabberte auf einem Keks herum, während sie quer auf dem Thron ihrer Tante lag und ein altes Buch über die Schatten las und darauf wartete, dass die Wache zurückkam und ihr Bericht erstattete.

Als das Einhorn dann endlich angerannt kam und sich vor ihr verneigte, keuchte es atemlos:

"Meine Prinzessin... es.... es ist etwas Schreckliches passiert!"

Sie horchte auf und klappte ihr Buch zu.

"Erzählen Sie schon, Soldat!"

"Wir... wir werden... angegriffen...!"

"WAS?!?! - VON WEM?!?!"

"Von... von... das ist es ja... wir wissen es nicht..."

"WIE JETZT?!?!"

Ohne dem Gardisten weiter zuzuhören sprang sie auf, nahm die Treppe nach oben zur Terasse und kam dort neben zwei königlichen Boten und fünf Wachen zum Stehen, die alle nach unten in die grünen Ebenen starrten.

"Gebt mir ein Fernglas!", befahl sie und bekam eins in den Huf gedrückt, spähte hindurch und erstarrte.

Aus dem Boden tief unter ihnen brachen Wesen, Wesen, wie Sonea sie nur aus der Menschenwelt kannte.

Doch diese Wesen waren keine Menschen.

Diese Wesen waren Zombies.

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Nach einer halben Ewigkeit flaute der Regen endlich ab und ließ die Concentrer Acres hinter sich zurück.

Aurora war die erste, die sich aus dem Haus wagte und prüfend die Umgebung musterte.

"Scheint alles vorbei zu sein...", murmelte sie geistesabwesend und tappte durch den knöcheltiefen Schlamm, "heilige Luna, hat das hier geschüttet..."

In diesem Moment sah sie etwas vor sich im Schlamm liegen, und spätestens, als sie das schlammige Gewehr ihres Vater in den Hufen hielt, wurde ihr mit größtem Entsetzen klar, dass er und Arriva nicht im Haus gewesen waren, als der Sturm zu wüten begonnen hatte...

Keine zehn Ponys hielten sie mehr, wie ein D-Zug schoss sie in Richtung Hoftor... sie dachte nicht nach, warum sie gerade dort hin rannte, sie tat es einfach.

Und als sie schließlich nur noch hundert Meter entfernt war, blieb sie vor Erstaunen und Bewunderung gleichermaßen stehen.

Arriva stand noch immer auf dem kleinen Hügel, letzte Wirbel blanker Magie tanzten über ihrem Haupt, ihre Mähne glänzte wehend im sanften warmen Wind, ihre Augen leuchteten und über ihrem Horn schillerten blaue Sterne.

Das wirklich besondere an ihr aber war die Tatsache, dass noch etwas an ihr strahlte - es war jede eizelne saphirblaue Feder ihrer geöffneten Flügel...

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Hellje hatte die Magie fast wieder im Gleichgewicht, aber er konnte dem Einhorn nicht helfen... er konnte nicht.

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Cyros nächster Schritt auf Trixie zu brachte diese einmal mehr um den Verstand und ließ sie wieder mit dem Gedanken spielen, sich einfach ins Meer zu stürzen... aber wenn er sie kriegte? - Würde er dann noch grausamer sein? - Oder wäre das nicht möglich, weil...

In diesem Moment wurde ihr klar, dass es egal war, wieviel Schmerz er ihr zufügen würde und dass es egal war, wie sie versuchen würde zu fliehen, er würde sie kriegen, und sie würde sterben.

Und das alles nur wegen...

Ihr wurde klar, dass sie die eigentliche Verbrecherin war, die, die vielleicht sogar verdient hatte, auf brutalste Art und Weise gequält und getötet zu werden, so, wie sie es auch getan hatte, an unschuldigen kleinen Fohlen...

Das Zittern hörte auf, sie wischte sich ein letztes Mal die Tränen aus den Augen und setzte sich langsam auf und guckte Cyro ein letztes Mal fest in die Augen, bevor sie sie für immer schloss.

Und das letzte, an das sie dachte, ehe sich Cyros Magie um ihren Hals schloss und sie hoch hob, war an ihre Familie... an Stryker, an Sunset, an Crysalis...

Und an Scootaloo, ihre eigene kleine Schwester, die sie so brutal ermordet hatte.

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Mit dem Ziegenbock auf dem Rücken kehrten Arriva und Aurora strahlend nach Concentrer Acres zurück und wurden von den nicht minder überraschten anderen Freunden empfangen, die kaum fassen konnten, dass es nun noch eine Königin gab, die ihrem Namen gerecht war.

Stolz und mit Freudentränen in den Augen berichtete der Ziegenbock, was er gesehen und gespürt hatte, und wie seine Mutter ganz allein den Sturm abgewendet hatte... dass alle Arriva ihr Leben verdankten, wusste er zum Glück nicht...

Sogar Sunset schaffte es, sich mit Atlanas Hilfe in ihrem Bett mit dem kleinen Fohlen im Arm hinzusetzen - doch als ihr Freund sie vorsichtig am Rücken packte, musste er zweimal fühlen, bevor er einen Blick riskierte und dann ungläubig fragte:

"Sunset... worauf liegst du da?"

"Auf... auf der Decke, warum?"

"Das ist keine Decke...", stammelte Atlanas fassunglos, "das... das sind..."

"Was ist das?", fragte Fisch und kam zu ihm, riskierte einen Blick und keuchte: "Heilige Arriva, das gibts doch nicht!"

"Was ist denn?", wollte jetzt auch Sunset wissen, "worauf liege ich denn?"

"Schatz... du liegst... auf zwei goldenen Flügeln... auf deinen Flügeln...", meinte Atlanas kopschüttelnd, "ich... ich halluziniere..."

"Ich... ich habe... FLÜGEL?!?!"

"Scheint so...", konnte auch Sonata es nicht glauben, "das ist ja wahnsinnig schön!"

"Wow...", machte Sunset und breitete ihre Flügel vorsichtig aus, musterte sie beeindruckt und setzte ein "ich kann es ja nicht fassen...", hinterher.

"Das kann ich auch nicht...", stimmte ihr Schinken zu, "aber offensichtlich... müssen hier höhere Kräfte gewirkt haben... so wie bei Arriva..."

"Hey, Leute...", zog der wieder erwachte Ziegenbock im Türrahmen die Aufmerksamkeit an sich, "seht mal nach draußen..."

Alle scharten sich gespannt um ihn (sogar Sunset schaffte es mit Atlanas Hilfe) und wurden gleich ein drittes Mal beeindruckt - die Sonne ging in einem rot-blauen Schimmer über den weiten Feldern schillernd wie eine Südseeperle auf und tauchte alles in ihre wunderschönen Farben.

Keiner von ihnen sagte ein Wort, so ergriffen waren sie alle, und während Atlanas Sunset in seinen Armen hielt, zog Schinken Sonata an sich heran, der Ziegenbock schnappte sich seine Mutter und die Aurora, sodass die ganze große Familie da beisammen mitten im ersten Licht des neuen Tages stand und die Wärme aus tiefster Seele genoss.

---

Nach minutenlange Stille war es an Sunset, ihrem Atlanas und den anderen etwas mitzuteilen, das ihr schon seit Beginn dieses Moments auf der Seele lag:

"Atlanas... ich... ich habe etwas..."

"Was denn?"

"Einen... einen Namen für unsere Kleine!"

"Wirklich? - Komm, sag schon!"

Er streichelte ihr über die Flügel.

"Ich... ich weiß nicht, ob er dir..."

"Er wird mir ganz sicher gefallen... na los, komm schon!"

"Also... ich habe an... an... Sunrise gedacht... Sunrise Shimmer..."

"Sunrise...", hauchte Atlanas erfürchtig, "das passt... und es ist perfekt!"

"Danke...", freute sich Sunset leise und eine Freundenträne lief ihr Gesicht herab, "danke, dass du mein Freund und der Vater meines Kindes bist, danke Atlanas - ich... ich liebe dich so sehr!"

"Und ich dich, mein Goldener Schein..."

Sie küssten sich, und ihre Liebe verzauberte alle noch mehr, als sie es ohnehin schon waren... es machte sie so glücklich, dass selbst Aurora anfing zu weinen... so schön war es...

Und weil dieser Moment so schön war, merkte keiner von ihnen, wie das Licht immer heller wurde und sie schließlich mit ihm zurück an die Oberfläche schwebten...

---

(Ende des 13. Kapitels)

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