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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Die Alte Ära: Kapitel 15 - Die zweite Schlacht um Ponyville ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 14 - The Slobbering Dead, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 16 - Nachwirkungen.

Lyra Heartstrings war eigentlich nur zum Markt gekommen, um sich dort Zutaten für einen Kuchen zu kaufen, hatte dann aber drei Freundinnen getroffen und sich so etwas verspätet... fehlen tat ihr noch so einiges von ihrer Einkaufsliste, und so schlenderte sie zwischen den Marktständen hindurch, verglich die Angebote und kam gerade mit einem Händler ins Gespräch, als sie die ersten Schreie hörte und sich danach umdrehte - was sie sah, drehte ihren Magen um:

Die Straße von Canterlot her kamen Wesen angelaufen, wie sie Lyra nur aus Geschichten und Erzählungen der Ziegen kannte - Menschen... aber diese Menschen wirkten leblos und schlaff, und doch bewegten sie sich vorwärts... fielen Ponys an... bissen sie... zerrissen sie...

Panik brach in ihr aus, als die ersten Untoten sich auf den Markt ergossen und immer mehr Equestrianer attackierten - die Marktwache war völlig überfordert und geriet selbst so stark in Bedrängnis, dass sie nur eins tun konnte, um der sabbernden Meute zu entkommen: Abhauen.

Auch bei Lyra setzte jetzt dieser Fluchtinstinkt ein und das Einhorn schoss los, quer durch die Masse von anderen Ponys, über einige am Boden liegende hinweg, sprang über einen Marktstand und raste mit vielen anderen in Panik verfallenden alles in ihrem Weg stehende niedertrampelnd in alle Richtungen vom Marktplatz.

Ein Stück die Straße hinunter wurde sie schon wieder langsamer, doch plötzlich gellten Schreie von vorne - und auch sie musste entsetzt feststellen, dass nun auch vor ihnen die gesamte Straße von sabbernden Zombies verbarrikadiert war... die Lage war aussichtslos! Doch Lyra bemerkte eine kleine dunkle Gasse rechts von sich, und ehe die Meute Ponys kopflos wieder Richtung Marktplatz zurück raste, schubste sie sich den Weg frei und entkam dem Mob in die Seitenstraße.

Sie hasste Dunkelheit und Nässe, und auch wenn beides in der Gasse zum Überfluss vorhanden war, schoss sie mitten durch die tiefen Pfützen, bloß weg von diesen blutrünstigen Wesen!

Doch so planlos durch die Nebenstraßen Ponyvilles zu rennen ist nie gut... das musste Lyra auch feststellen, als sie sich nach einiger Zeit in einem versifften Innenhof wiederfand - noch immer gellten Schreie von überall her durch die ganze Stadt und trugen nicht gerade dazu bei, dass sie sich beruhigen konnte.

Abgelenkt von all diesen Faktoren merkte sie nicht, wie sich jemand von hinten an sie heran pirschte und bevor sie die Gefahr auch nur wittern konnte in den Rücken sprang, zu Boden riss und ihr einen Schlag gegen den Kopf versetzte, was ihr Gehirn den Notausschalter betätigen ließ.

Und das Letzte, was Lyra spürte, war den kalten Schlamm des Bodens in ihrem Gesicht.

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Das Stadtor von Ponyville war bereits voller Zombies, ihre Sabber bedeckte fast hufhoch den Boden, und selbst Safira musste sich doch zweimal überlegen, ob sie nicht lieber auf den trockenen Panzer klettern sollte... Luna jedenfalls schien das herzlich egal zu sein, sie donnerte mit schnellen Hufschlägen hindurch und schoss jeden Untoten vor dem Lauf ihres Sturmgewehrs über den Haufen.

Der Panzer erwies sich entscheidender Vorteil ihrerseits, denn die Zombies schafften es nicht schnell genug hinaufzuklettern, bevor die Kugeln der Front-MGs sie zerrissen, die Ketten taten ihr Übriges, und da die meisten Angreifer von vorne kamen, konnten die schlappen 60 Tonnen ihr Übriges tun und walzten alles in ihrer Bahn platt.

Mellis und Shadow fochten Seite an Seite - Ferdi guckte seinem Freund begeistert zu, während er mit einer einzigen Salve aus seiner Stand-MG mindestens zwanzig Zombies umnietete und sie anschließend überrollte... so geil es war Panzer zu fahren, da draußen war es auch nicht übel - na gut, die Sabber musste nicht sein, aber sonst...

Und während er da in Gedanken schwelgte, richtete Rothen Warz das Rohr des Panzers durch das Stadttor und drückte ab.

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Der Ziegenbock hörte die Explosion als Erster und rief den anderen euphorisch zu:

"Leute, die Ziegenarmee ist schon da und hat Panzer dabei, gleich haben wir´s geschafft!"

"Wie schön einfach du das siehst...", brüllte Atlanas zurück und schlitzte einen Untoten der Länge nach auf, "solange ich nicht wieder bei Sunset bin, herrscht für mich Krieg!"

"Auch ne gute Einstellung!", grinste Aurora und feuerte ihr Magazin leer, lud nach und rutschte neben Dr. Schinken, der mit einem Karabiner der Marke Uralt einen Zombie nach dem anderen mit perfekten Kopfschüssen außer Gefecht setzte, "und du hattest Angst, dass du nicht mehr schießen kannst..."

"Diese Angst war gar nicht mal so unberechtigt...", kicherte er, "aber was soll´s, ich hab´s ja immer noch drauf, also... ja..."

Peng! - und der nächste Headshot.

Der Ziegenbock hatte mehr als nur gute Laune und guckte nach dem Rest seiner Truppe - und sein Grinsen verflog wieder, als er seine Mutter neben einem sterbenden Pony knien und ihm gut zureden sah, während ihr selbst die Tränen das Gesicht herunter liefen.

Sonata leistete ihr einwandfreien Feuerschutz, doch selbst das konnte ihn nicht wieder zufrieden stimmen... es tat ihm so leid, dass er ihr nicht mitfühlen konnte, so wie das für sie richtig war - er war Soldat... er musste kämpfen, er musste gewinnen, und sie sah das alles von der emotionalen Seite.

Er drehte sich wieder zum Schlachtgeschehen herum und schoss wieder auf die Zombies - und Aurora sah nur für den Bruchteil einer Sekunde eine Träne auf dem Gesicht ihres Vaters schimmern, bevor er von einer aufwallenden Staubwolke verschluckt wurde.

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Lyras Sinne waren verschwommen, sie nahm nicht viel aus ihrer Umgebung wahr, was vielleicht mit daran lag, dass es stockdunkel um sie herum war, dazu hielt sie ein Taubheitsgefühl in den Klauen, das sie erst einmal abschütteln musste.

Vorsichtig versuchte sie ihre Gliedmaßen zu bewegen, und tatsächlich kehrte langsam ein schwaches Gefühl in ihren Hufe zurück... aber irgendwas hinderte sie erheblich daran, sich noch weiter zu bewegen.

Auch ihr Blick wurde klarer und offenbarte ihr - nur noch mehr Schwärze um sich herum, dazu ein paar Fetzchen Licht von hier und da... dürftig.

Ihr Mund war ausgetrocknet, und sie rieb sich ihre Zunge durch die Wangen, wollte die Lippen befeuchten - und stieß gegen ein Hindernis.

Erst jetzt dämmerte ihr allmählich, dass sie sich aus gutem Grund nicht bewegen konnte - sie war gefesselt und geknebelt!

Panik steig in ihr auf, und sie versuchte sich irgendwie zu befreien... es half nichts, egal in welche Richtung sie sich verbog, die Fesseln hielten sie an Ort und Stelle auf einem Stuhl.

Zu allem Überfluss lag etwas Drückendes um ihren Hals und ließ nicht allzu viel Atemluft in ihre Lungen, ein wahnsinniges Gefühl der Beklemmung überkam sie - zu wenig Luft, zu wenig Kraft, keine Chance zu entkommen... dazu der Knebel, der die letzte Möglichkeit auf Rettung raubte... für den Moment schien die Lage für sie aussichtslos.

Bis sich plötzlich eine Tür direkt vor ihr öffnete und sie blendete...

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Luna kämpfte verbissen gegen die schier endlose Zahl der anrückenden Untoten, die sich die Hauptstraße hinunter ergossen.

Wie viele Ponys sie schon gerettet hatte, wusste sie nicht, wie viele noch um ihr Leben bangten, wollte sie erst wissen, wenn auch sie in Sicherheit waren.

Neben sich hatte sie durch Mellis und Shadow starkes MG-Sperrfeuer, hinter sich den Panzer und noch weiter rechts Eross mit seinen beiden Göttinnen und Safira, die ihrerseits wie die Löwen Meter um Meter vorrücken und Haus um Haus sichern konnten.

Trotzdem schmeckte Luna die Situation ganz und gar nicht, irgendwas musste sein, das fühlte sie. Nur was?

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Kaum, dass sich Lyras Augen an das Licht gewöhnt hatten, erkannte sie einen Hengst vor sich, ein stattliches Einhorn mit einer wohl einst glänzenden Mähne, die nun stumpf von einem kantigen Kopf herabhing, dazu Augen mit tiefen Ringen, die unendlich alt wirkten... in ihnen hatte bestimmt einmal ein Feuer gebrannt, das nun erloschen war.

Er sah sie nur kurz an und drehte sich sofort wieder um, sein Gewehr rechts von sich auf den Boden abgestützt und stand stramm und regungslos da.

Lyra erkannte, dass sie sich bemerkbar machen musste, wenn sie überhaupt etwas erfahren wollte, also warf sie sich mit voller Kraft nach hinten und brachte den Stuhl zum Kippeln.

Es klapperte etwas, doch den Hengst schien das nicht weiter zu stören, er nahm nach wie vor keine Notiz von ihr.

Wieder sträubte sie sich gegen das Holz und drückte sich nach hinten, es schallte dumpf, noch etwas lauter als zuvor, doch nach wie vor - keine Reaktion.

Sie schrie etwas in ihren Knebel, riss den Kopf herum - und hatte auf einmal ihren und frei, das darüber gespannte Stofftuch hatte sich gelöst und fiel nun schlaff um ihren Hals herab.

Endlich konnte sie sich Gehör verschaffen und legte sofort los:

"Hey, Sie da mit der Waffe vor mir, warum halten Sie mich hier gefangen?!"

Der Hengst wandte nur seinen Kopf zu ihr und lachte dreckig:

"Das hat dich nen Scheißdreck zu interessieren, Süße! - Und jetzt halt die Klappe, oder ich mach dir den Knebel wieder um!"

"Ich will aber nicht schweigen, weil mich das sehr wohl was angeht - denn das, was du hier machst, ist Freiheitsberaubung!"

Der Hengst brach in schallendes Gelächter aus.

"Hör sich das einer an! - Was du hier machst, ist Freiheitsberaubung! - heiliger Smilebringer, so blöd können auch nur Stuten sein..."

"Das weise ich ganz entschieden zurück!", keifte Lyra jetzt wütend, "ich will wis..."

Klatsch!, scheuerte er ihr eine und zischte sauer zurück: "Sei still, sonst kommen noch die anderen, und dann kannst du dich erst recht warm anziehen!"

Lyras Wange brannte entsetzlich, doch sie riss sich mit all ihrer Willenskraft zusammen und quetschte heraus:

"Du... könntest so ein netter Kerl sein, aber du bist leider ein Feigling und Arschloch ohnegleichen!"

"Oh, die Dame hat auch noch Wiederworte?!", kicherte er amüsiert, "wie reizend - aber ich habe keinen Bock auf ein Gespräch, also...", er schlug sie nochmal, dieses Mal in den Magen, wodurch ihr erst recht die Luft weg blieb und sie nach Atem ringen musste, "sei lieber wieder fein still und ergib dich... AHHHHHH!!!!!!"

Er sprang jaulend zurück und hielt sich den linken Huf, in den Lyra gerade ihre Zähne versenkt hatte, pustete auf den schmerzenden Knöchel und zischte aggressiv:

"Du miese Schlampe, du wagst es auch noch, mich zu verletzen?!"

"Ich wage es nicht nur, ich habe es getan!", höhnte sie, "ja, ich habe mich gewagt, dir Feigling zu zeigen, dass man mich nicht einfach so niederschlagen und an einen Stuhl fesseln kann! Ich habe auch meinen Stolz, ganz im Gegensatz zu dir!"

"Ich... ich habe keine andere Wahl...", fauchte er zurück, "ich kann dem Boss nicht widersprechen..."

"Aha, du arbeitest also für jemanden, den du Boss nennst und der wahrscheinlich eine ganze Armee von Untergebenen wie dich hat, oder etwa nicht?!"

"Ja, das stimmt... er ist echt mächtig, und ich würde mich niemals mit ihm anlegen wollen, geschweige denn ihn in Frage stellen!"

"Das musst du doch auch gar nicht - beantworte doch nur meine Fragen, bitte!"

"Also schön...", murrte er, "wenn danach Ruhe ist..."

"Ich verspreche es dir - also, warum bin ich hier gefangen?"

"Weil du auf unserem Territorium unterwegs warst und es besser war, dich gleich aus dem Verkehr zu ziehen, als zu warten, dass du unser Versteck entdeckst..."

"In Ordnung, das erübrigt die zweite Frage... gut, dann noch eins: Was ist draußen los, und was sind das für Kreaturen, die alles und jeden anfallen und auffressen?"

"Das weiß ich ja auch nicht...", musste er eingestehen, "und um ehrlich zu sein... diese Dinger machen mir echt Angst..."

Für einen Moment erkannte Lyra den weichen Kern des harten Gangsters, der eigentlich nicht viel mehr als sie selbst im Moment war - ein Opfer eines anderen.

"Und mir macht es Angst, hier gefangen zu sein und ziemlich wenig Luft zu bekommen... ich kann es dir also ganz gut nachempfinden..."

"Oh, warte mal kurz...", murmelte er, kam zu ihr und machte ihr das Halsband ab, "das ist das einzige, was ich dir abnehmen kann... auch wenn der Boss das gerne so hätte, aber ich kann nicht mit ansehen, wie du ständig keine Luft kriegst!"

"Danke dir...", hauchte sie überrascht, "das... war nett..."

"Ich war nett?! - Nein, das kann doch nicht..."

"Ich fand schon, dass das nett war... das war mehr als nett, das war mit Verstand gehandelt..."

"Oh... tja...", er errötete eine Spur, "ich..."

In diesem Moment stürzte noch jemand in den Raum, ein anderer bewaffneter Hengst, guckte seinen Kameraden ernst an und schnaufte:

"Die Viecher kommen, wir müssen hier weg!"

"Und sie?", wollte der Lyra gegenüber stehende Hengst wissen, "was ist mit ihr?"

"Erstmal...", der andere Gangster ging zu Lyra und knallte ihr eine, dass sie aufschrie, "soll diese verdammte Schlampe die Klappe halten!"

Mit einem widerlich riechenden Gummiknebel, wie Lyra ihn nur von diversen "Late-Night-Partys" kannte, selbst aber noch nie benutzt hatte, da sie sich einfach zu fein für jegliche Form von Fesseln oder gefesselt werden fand, verschoss er ihr den Mund, bevor er sie mit zwei schnellen Schnitten seines Butterfly-Messers von dem Stuhl löste und sich auf die Schulter lud, ihr noch einmal mit dem freien Huf auf den Hintern schlug und dann beim Hinausgehen seinem Freund süffisant entgegen hauchte:

"So macht man das richtig, du musst so einer Stute zeigen, wer hier der Boss ist, und ja erniedrigen, sonst kannst du´s vergessen!"

Und bevor er ruckartig bremste und Lyra auf den Boden knallen ließ, ihr in die Seite trat und anschließend ihre Augen verband, sah sie dem Gangster, der sich ihr geöffnet hatte, noch einmal flehend in die Augen.

Und wenn sie sich nicht getäuscht hatte, dann hatte sie es dort kurz aufblitzen sehen...

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Der Ziegenbock schoss wie ein Irrer.

Ja, sicher machte es ihm Mordsspaß, da war zwar noch ein bisschen schlechtes Gewissen wegen seiner Mutter, aber na ja, wenn man schon mal so viele Zombies über den Haufen ballern konnte wie man wollte...

Ihr kleiner Trupp hatte mittlerweile eine Kreuzung erreicht, Aurora und Sonata übernahmen die rechte Straße, Schinken und Atlanas links - er selbst natürlich die heißeste Front, an der sich längst bergeweise Gammelfleischreste erhoben.

Und zum Marktplatz, ihrem primären Ziel, war es nicht mehr weit, freute er sich und bemerkte nicht, wie sich langsam ein großer Schatten von hinten an ihn heran schlich...

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Arriva sah den Zombie, der es irgendwie durch eines der Häuser geschafft haben musste, sofort und schrie entsetzt:

"ZIEGENBOCK, VORSICHT, HINTER DIR!!!"

Aber ihr Sohn hörte sie nicht - um ihn herum war es zu laut, und ihre erneute Warnung wurde von einer MG-Salve seinerseits verschluckt.

Was tun?!, schoss es ihr in Bruchteilen von Sekunden durch den Kopf, denk nach Arriva, denk nach...

Zum Hinrennen war es zu weit, den Untoten und den Ziegenbock trennten vielleicht gerade mal noch drei Meter...

Mit zitterndem Horn zog sie die Luger aus ihrer Gürteltasche, und so sehr sich ihr ganzer Körper gegen diese kleine Waffe sträubte, so sehr versuchte sich ihr Kopf zu konzentrieren - für jeden blutigen Anfänger, hatte der Ziegenbock vorhin behauptet, für jeden Anfänger... auch für mich...

Du bist gegen Gewalt, heiliger Edwart noch einmal!, schossen ihr die Gegenargumente durch ihren Kopf und das Zittern setzte erneut ein, du hast noch nie jemanden erschossen, du kannst nicht schießen, lass es lieber, bevor du deinen Sohn triffst!

"Aber riskieren, dass ich nicht rechtzeitig für ihn da bin? - Als MUTTER?!?! NIE IM LEBEN!!!", brüllte sie, rammte die Hufe in den Boden, zielte - und drückte ab.

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Mit einem lauten Knall löste sich der Schuss und sauste dem Zombie geradewegs in den Hinterkopf, zertrümmerte ihm die Schädelrückwand und verspritzte Hirnsaft in alle Richtungen.

Das Geräusch erinnerte Arriva an eine überreife Wassermelone, auf die man mit einem Hammer geschlagen hatte... ein lautes und nasses Matsch! schallte bis zu ihr zurück.

Der Ziegenbock musste das gehört haben und guckte nach hinten - und machte schnell einen Schritt nach vorne, um nicht von der Leiche begraben zu werden.

Erstaunt starrte er seine Mutter an, die wiederum die kleine Pistole vor sich anstarrte und nicht so recht glauben konnte, dass ausgerechnet sie gerade geschossen und zu allem Überfluss auch noch mitten ins Schwarze getroffen hatte.

Jetzt schwiff ihr Blick zu ihrem Sohn, und der blickte ihr seinerseits dankbar in die Augen, lächelte stolz und rief herüber:

"Mum, das war ein Erste-Sahne Schuss, wow, meinen Respekt! Ich..."

"VORSICHT!!!", schrie sie plötzlich und riss die Waffe hoch, "DA KOMMEN NOCH ZWEI!!!"

Und ehe der Ziegenbock schießen konnte, kippten beide Zombies erledigt durch Kugeln aus Arrivas Luger zu Boden... und der nächste, und nächste, und nächste... während sie schoss, spürte sie ein Gefühl der Sicherheit... und irgendwie war es ein gutes Gefühl.

Ein verdammt Gutes.

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Lyra spürte den Druck von der Schulter des Gangsters, der sie trug, sonst nichts, dazu schmerzten ihr Seite und Gesicht, die Stellen, in die man sie geschlagen hatte.

Sehen tat sie dank der Augenbinde noch immer nichts, aber der Stoff war nicht richtig fest geknotet, sodass nach qualvollen Minuten der Ungewissheit ihre Augenbinde sich von ganz alleine verabschiedete und auf den Boden segelte, ihre Entführer nahmen keine Notiz davon.

Sie erkannte sich in einem alten Reihenhaus wieder, wie sie die Ziegen nach der Herrschaft Burning Suns errichtet hatten, und die inzwischen längst wieder als unmodern galten und eher den "niedrigeren" Bevölkerungsschichten vorbehalten waren... hier tummelten sich neben den Armen auch viele zwielichtige Gestalten... sie hätte es eigentlich wissen müssen, warum diese Straße vorhin so unbeleuchtet gewesen war...

Links von ihr erschienen mehrere dreckige Türen, der Teppichbelag des Bodens hatte sich wahrscheinlich schon vor längerer Zeit verabschiedet und legte nun dreckige Dielen offen, von den Wänden bröckelte der Putz, es roch nicht gerade angenehm, und trotzdem lebten hier Verbrecher, in deren Gewalt sie sich befand...

Hurra, jetzt setzt du dich schon wieder höher als andere..., murrte eine tadelnde Stimme in ihrem Kopf, warum muss das immer sein?

Sie hasste sich manchmal für sich selbst, für ihre Art, Ponys nur vom Äußeren her zu beurteilen und erst festzustellen, wie sie wirklich waren, wenn es meist zu spät war... und kam sich jedes Mal wie ein kleines Fohlen vor, vielleicht auch weil sie jegliche Art von Ärger und Stress vermied, selbst aber gerne austeilte und mit Worten provozierte... wohin das führte wusste sie jetzt...

Etwas riss sie aus ihren Gedanken, es war eine Treppe, die es schnell herab ging, wobei ihr Kopf mehrfach abwechselnd gegen Geländer und Wand knallte, dann noch einmal gegen eine Ecke, ehe ihr Träger stehen blieb und jemanden, den Lyra nicht sehen konnte, fragte:

"Was sollen wir machen, Boss?"

"Courtney, du nimmst dir die sechs besten Hengste aus diesem Haufen hier, positionierst den Rest oben an den Fenstern und gibst ihnen den Befehl, uns erst Feuerschutz zu geben und dann über die Ecke aufzuschließen, verstanden?!"

"Ist ok, Boss..."

"Ach ja, und Ryder soll die Stute nehmen - und wenn ich nochmal sehe, dass du dich an sie oder eine andere ranmachst, ist dein Kopf an der Wand in meinem Trophäenzimmer, hast du mich verstanden?!"

"Boss, ich..."

"HAST DU MICH VERSTANDEN?!?!"

"Ja, Boss."

"Gut, dann beeil dich!"

Murrend setzte der Gangster Lyra ziemlich sanft auf dem Boden ab und verschwand wieder die Treppe hinauf, der andere, der sich ihr vorhin geöffnet hatte, trat vor und zog sie wieder hoch, hob sie sich auf die Schulter und fragte den Boss:

"Was meinen Sie, Boss, wie viele von denen sind da draußen?"

"Ist mir egal, und sollte dir auch egal sein!", knurrte der zurück, "und es ist mir auch scheiß egal, wie viele von uns da durch kommen - solange ich das schaffe, ist alles erreicht!"

"Da stimme ich zu, nur Sie zählen, Boss... aber die anderen..."

"Die können mich mal!", lachte der Hengst schallend, "die meisten sind eh die größten Idioten dieser Welt, das ist nicht gerade ein Verlust für uns!"

"Ja, das verstehe ich, Boss."

"Gut so, dann vergiss es schnell wieder, und ich rate dir, es zu vergessen!"

"Is klar, Boss."

"Gut, dann halt die Klappe!"

Der Hengst namens Ryder schwieg wieder, und Lyra wagte nicht in geringster Weise sich zu bewegen - sie wollte jetzt überhaupt nichts mehr riskieren, nicht nachdem, was der Boss gesagt hatte... jetzt verstand sie auch, warum alle vor ihm kuschten... und warum man ihn besser nicht herausforderte...

Und trotz dieser Angst versuchte sie, ihren Knebel loszuwerden, um Antworten zu verlangen - egal, was es kosten würde, sie wollte Sicherheit, was da draußen los war, und so wie der Boss sich anhörte, wusste er mehr, als er zugab.

Viel mehr...

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Der Ziegenbock stürmte als erster die Straße hinauf, brüllte den anderen immer wieder Ermutigungen zu und ballerte ein Magazin nach dem anderen leer.

Eine weitere Straße kreuzte ihren Weg, die Kreuzung war voller Zombies, die ihnen entgegen kamen - kein Problem für die Freunde, zuerst kamen Aurora und ihr Vater mit MG und AK, rasierten alles kurz und klein, wer das überstand wurde durch Präzisionsschüsse von Sonata und Dr. Schinken umgehauen, das ein oder andere Mal von Arriva unterstützt.

Ihre Luger klang hohl bei jedem Schuss, kein Wunder, nach fast hundert Jahren war die Waffe nicht mehr die Neuste, aber keinesfalls schlecht - fast jeder Schuss war ein Volltreffer, nachladen tat sich gut, und die Trägerin hatte sich mit der Waffe mehr als angefreundet und kämpfte von Euphorie übermannt mit, wenn auch manchmal noch etwas zögerlich, aber ihr Beschützerinstinkt für ihren Sohn und ihre Enkelin übertraf alles.

Der Ziegenbock stürmte nach einer schweren Salve um die Ecke, ließ seine MG rattern und lachte:

"MEINE FRESSE, IST DAS GEIL!!!!!! SO MACHT KRIEG SPAß!!!!!!"

Aurora und Sonata waren die ersten, die aus ihrer Deckung sprangen und sich bis zu ihm vor pirschten, warfen sich neben ihn hinter einen brennenden Straßenbahnwagen und leisteten ihm Feuerschutz, doch nicht lange hielt es ihn dort, gerade weil die Straße vor ihnen schon fast komplett abrasiert war - und aus einem Hauseingang eine Gruppe Ponys gestolpert kamen, die sehr lebendig aussahen.

"HEY, IHR DA!!!", versuchte der Ziegenbock auf sich aufmerksam zu machen, "HIER SIND WIR, WIR SIND DIE RETTER!!!"

Keiner schien ihn zu bemerken, und so schob sich der Ziegenbock aus seiner Deckung hervor und rannte los, hob die Hufe und winkte, rief immer wieder "WIR HOLEN EUCH HIER RAUS, KEINE SORGE!!!" und - wurde plötzlich von einer Kugel getroffen, wankte, stürzte, und stand nicht wieder auf.

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Atlanas fluchte, weil er den Anschluss verloren hatte und das niemand zu bemerken schien, dazu offensichtlich noch falsch abgebogen war und es nun alleine mit der Zombie-Meute aufnehmen musste.

Sein Schwert war vor lauter Blut nur noch schwer auszumachen, seine Mähne klebte von Schweiß und Blut, sein Magen rebellierte, sein Kampfstil wurde immer ruppiger, die Schlacht nagte an seiner Kondition.

Im Sprint zog er durch eine Querstraße, säbelte an der nächsten Kreuzung drei Untoten im Flug die Köpfe ab, landete federnd auf dem Pflaster und schoss wie eine Rakete nach vorne in eine Gruppe Zombies hinein, hieb links und rechts in die stinkende Masse aus Körpern und zerfetzte sie bis zur Unkenntlichkeit.

Für eine kurze Verschnaufpause blieb keine Zeit - schon kamen die nächsten sabbernd angetorkelt.

Und Atlanas beschleunigte wieder.

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Mellis und Shadow konnten den Ansturm kaum noch aufhalten, egal, wie viele Magazine der Ghost Rider leer schoss, und egal wie viele Zombies die Schattenstute mit ihrer dunklen Seite ummähte und dabei schallend lachte, es nützte nichts, der Sturm der Untoten war nicht zu stoppen.

Luna wollte ebenso wenig aufgeben, wilde Flüche brüllend ballerte auch sie einen Munitionsgurt nach dem anderen leer, doch es half nichts, es waren einfach zu viele...

"KÖNIGIN!!!", hörte sie von ganz weit weg die flehende Stimme von Rohen Warz, "ZIEHT EUCH ZURÜCK, GEBT AUF, BRINGT EUCH IN SICHERHEIT!!!"

Sie antwortete nicht, es war ihr egal, sie wusste, dass es nur den Sieg gab, alles andere würde das Ponyvolk vernichten.

Den letzten Gurt riss sie sich von den Schultern, die letzten zweihundert Schuss mähten eine tiefe Schneise in die undurchdringlichen Reihen der Zombies, doch genauso schnell schlossen sie sich wieder... es war aussichtslos, doch Aufgeben kam nicht in Frage!

"IHR MIESEN UNTOTEN!!!!!! VERSCHWINDET ZURÜCK IN DIE ERDE, WO IHR HER GEKOMMEN SEID!!!!!! FRESST DIE GEBALLTE KRAFT DER ZIEGEN UND PONYS!!!!!!"

Um ihr Horn sammelte sich Magie, und jetzt war sie die Waffe - mit gewaltigen Blitzen zerfetzte sie die leblosen Körper, grillte das stinkende Fleisch, versengte die Haut, röstete Hirne... jedes, das gar war, quittierte seinen Dienst und ließ den Zombie zu Boden gehen, die anderen schlurften unaufhaltsam weiter...

Und jegliches Gefühl setzte Luna diesen ungleichen Kampf fort, ihre Kräfte schwanden mehr und mehr, aber sie gab nicht auf, stemmte sich mit ihren Hufen in den Boden und sprengte die Angreifer vor sich weg, es kamen neue... wieder.... und wieder... und wieder... und...

Endgültig erschöpft sank die Ziegenkönigin in den Staub, streckte alle Viere von sich und schloss weinend die Augen.

Und bekam nicht mehr mit, wie es vor ihr eine gigantische Explosion gab...

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Mellis und Shadow waren in das Haus links von ihnen geflüchtet und hatten sich in der ersten Etage verschanzt, die Treppe verbarrikadiert... und warteten auf den Sturm.

Was auf ihrer Straßenseite passierte, konnten sie nicht sehen, dafür aber die andere Seite, auf der ebenfalls eine Hauptstraße war und gerade eine Gruppe sehr lebendiger Ponys stand.

Und als Shadow ihnen gerade zurufen wollte, dass die Rettung nahte, musste sie zu sehen, wie aus dem gegenüberliegenden Haus ein Schuss abgefeuert wurde und jemanden, der die Straße hinauf gerannt kam, traf und niederstreckte.

Und als sie erkannte, wer das war, schnürte es ihr vor Entsetzen die Kehle zu.

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"DAAAD!!!", kreischte Aurora hysterisch, "DAD, NEIIIIIIN!!!!!!"

Arriva lag unweit ihrer Enkelin und starrte nicht minder entsetzt zu ihrem Sohn hin, der sich nicht im Geringsten bewegte.

Für sie bestand kein Zweifel, dass er tot war, zumindest schwerst verletzt war oder gerade im Sterben lag.

In ihr reifte ein starker Drang, das Muttergefühl für das eigene Fohlen, der stärker war als alles andere zusammen - weder Dr. Schinken noch Sonata konnten sie aufhalten, Aurora schon gar nicht, denn sie hatte eine nicht minder mächtige Wut und die dazu passende Vergeltung gepackt und quer über das Schlachtfeld in einen Hauseingang gejagt, sodass Arriva freie Bahn hatte und zu ihrem Sohn stürzte, ihn trotz seines schwachen Stöhnens packte und hinter eine sichere Deckung zog, ihn gegen diese lehnte und keuchte:

"Ziegenbock, alles wird gut, alles wird gut!"

Über ihren Kopf peitschten MG-Kugeln hinweg, sie nahm es nicht wahr, nur die klaffende Wunde in der Schulter ihres Sohnes zählte jetzt.

"Einen Verband... ich brauche einen Verband!", wurde es ihr klar, "wo kriege ich einen Verband her?!"

"Mum...", vernahm sie unerwartet die schwache Stimme ihres Sohnes, "in... in meinem Gürtel... aber... lass das lieber... es... es ist... eh... ich... liebe dich..."

Seine Augen standen weit offen, sein Kopf sackte nach hinten, sein Atem wurde schlaff, seine Muskulatur entspannte sich, seine Züge wurden weich und verletzlich, er bewegte sich nicht mehr.

Arriva senkte de Blick, Tränen liefen über ihr Gesicht, hemmungslos weinte sie sich die Seele aus dem Leib, schüttelte den Ziegenbock, fuhr ihm durch Mähne und Gesicht... es war zwecklos.

Ihr Sohn war tot.

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"Scheiße Boss, die Ziegen kommen schon, was jetzt?!"

"Sechs Hengste geben uns von hier aus Deckung - schießt jeden nieder, der die Straße hinauf kommt, und folgt uns auf mein Zeichen! - Ryder, Courtney, Selvin, Morris, Gulster, ihr kommt mit mir, Marsher, du bleibst noch da!"

"Ja, Boss, die Ziegen sollen nur kommen...!"

"So mag ich das - na gut, dann auf geht´s zum Marktplatz!"

Und ich bin mittendrin, dachte Lyra panisch, mittendrin in diesem Wahnsinn!

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Aurora hatte nur noch eins im Sinn: Rache für ihren Vater.

Und sie würde jeden dran glauben lassen, der im Nachbarhaus mit einer Waffe stehen würde, JEDEN VERFICKTEN EINZELNEN VON IHNEN!!!!!!

Wutentbrannt und nicht mehr ganz bei Sinnen sprengte sie sich den Weg mit einer Handgranate frei, durchquerte das Endgeschoss und flitzte eine Treppe hinauf - schon auf den Stufen erschoss sie den ersten, die anderen fünf verbliebenen Gangster realisierten erst die wahre Gefahr, als Aurora schon im Raum stand und es längst zu spät war - dem Sniper, der ihren Vater ermordet hatte, rammte sie als letztes ihr Bajonett durch den Hals, tapezierte mit seinem Blut fix die Wand neu und schmiss mit seinem Herz die Scheibe ein, schnappte sich anschließend die auf de Boden liegende Stand-MG, schlug den Rest des Glases aus dem Rahmen und ballerte hinaus auf die auf der Straße wartenden Gangster, die mit allem gerechnet hatten - nur nicht mit einem Angriff von oben.

Von den sieben Hengsten waren fünf sofort tot, einer schwer verletzt und einer rechtzeitig in Deckung gegangen, er griff sich nun für seinen Teil sein Gewehr und zielte genau auf den Kopf des Fohlens, dass gerade im Begriff war, seine Waffen auf den fliehenden Boss und seine Begleiter zu richten und - erstarrte mit dem Huf am Abzug.

Seine Augen richteten sich auf seine eigene Stirn, und auch wenn er sie nicht sehen konnte, so spürte er doch klar und deutlich das Blut aus einem kreisrunden Loch rinnen und seine Nase hinunter fließen... seine Sinne versagten, sein Kopf kippte nach links, sein Körper verlor die Kraft und krachte auf den Boden, er war tot.

Oben im Haus der gegenüberliegenden Straßenseite wischte sich Mellis den Schweiß von der Stirn, er hatte es geschafft, Shadow neben ihm strahlte - Aurora hatte wieder freie Bahn, und er selbst...

Die Salve MG-Geschosse kam so schnell und unerwartet, dass er sich nicht mehr ducken konnte, und etliche Kugeln durchlöcherten sein weißes Fell, schlugen in die Wand hinter ihm und ließen die Steine splittern.

Und während Mellis Marlin kraftlos zu Boden sank, sah er seiner geliebten Shadow ein letztes Mal in die Augen.

Und lächelte dabei zufrieden.

---

Lyra versuchte zu schreien, es gelang ihn nicht, der Knebel saß viel zu fest.

Auroras Kugeln warfen die beiden hinter ihr und Ryder flüchtenden Gangster zu Boden, schlugen nur knapp hinter den Hufen ihres Trängers ein und spornten ihn zu Höchstleistungen an.

Ihr Blick wurde immer verschwommener, das Gerüttel ließ ihren Kopf immer stärker pochen, die Schmerzen in ihren gefesselten Hufen steigerten sich ins Unerträgliche...

Und dann stolperte Ryder.

Sie spürte den Fall nur schwach, aber den Aufprall umso deutlicher - auf seinem Rücken, nicht wie erwartet auf der harten Straße.

Im letzten Moment musste er sich etwas gedreht haben... und das sicher nicht zufällig, schoss es ihr durch den Kopf, vielleicht... war er ja gar kein so übler Kerl, wie sie anfangs vermutet hatte... weiter diesem Gedanken folgen konnte sie allerdings nicht, weil sie plötzlich ein Einhorn mit erhobenem Gewehr aus sich zugerannt kommen sah, und gleich darauf an der Mähne gepackt und daran so stark hochgerissen wurde, dass ihr die Sternchen vor den Augen tanzten.

Und dann hörte sie die Worte und anschließend ein lautes und bedrohliches Klick!, die sie nie vergessen sollte:

"WAFFE WEG, ODER ICH ERSCHIEßE DIE GEISEL!!!!!!"

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Arriva wusste nicht, was sie tun sollte.

Laut Kriegsrecht der Ziegen kam Kapitulieren wegen einer Drohung beziehungsweise Geiselnahme überhaupt nicht in Frage, andererseits war die Geisel vor ihr eine unschuldige Stute, die sich bestimmt nichts hatte zu schulden kommen lassen und nicht einfach so umgebracht werden durfte.

Sie selbst hätte zwar Magie einsetzen können, aber es standen noch zwei weitere Hengste mit Waffen hinter dem Erpresser, und sie sahen nicht so aus, als würden sie im Zweifelsfall keine Geisel umlegen.

Zögernd warf sie dann doch das Sturmgewehr des Ziegenbocks vor die Hufe des Einhorns und hob die Hufe über den Kopf.

"Ich ergebe mich...", ließ sie die Gegenseite wissen, "und werde keine Magie gegen euch einsetzen..."

"Das verlange ich auch, sonst ist sie tot!", keifte der Boss, und dann an Courtney gerichtet, "check sie durch, wer weiß, was die noch für Waffen dabei hat!"

"Ich versichere Euch..."

"ES IST MIR SCHEIß EGAL, WAS DU MIR VERSICHERN WILLST, ALIHORN!!!", schrie der Boss wütend, "IHR SCHEIß ZIEGEN GLAUBT WOHL, DASS IHR EUCH ÜBERALL EINMISCHEN KÖNNT, ABER NICHT MIT MIR!!!!!!"

Courteny hatte sie mittlerweile erreicht und drehte ihr die Hufe auf den Rücken, zog ein Paar Hufschellen aus seiner Tasche und ließ sie genüsslich aufschnappen.

"Hey, was soll das?!", wollte Arriva erzürnt wissen, "wollt Ihr mich etwa auch ihn Eure Gewalt bringen?!"

"Genau so ist´s, Süße!", lachte der Boss schallend, als die Fesseln an ihren Hufen zugezogen wurden, "Ihr seid eine mir unbekannte Prinzessin, was mir aber auch wurst ist - für Euch bekomme ich mehr Lösegeld... aber da zwei Geiseln zu viel sind...", er lud die Pistole an Lyras Kopf durch, "brauche ich die hier nicht mehr... du hingegen siehst viel vornehmer und reicher aus als sie...", er machte eine abfällige Hufbewegung und hob die Pistole wieder, "also sag Tschüss zu ihr..."

"NEIN!!!", schrie Arriva entsetzt, "BITTE, LASST SIE FREI!!!"

"Nein, keine Lust... und ich will euch Ziegen zeigen, dass ich hier der Boss bin... und außerdem, wer würde mich daran hindern wollen?!"

Im gleichen Moment geschahen vier Dinge gleichzeitig.

Erstens, Arriva verpasste dem hinter ihr stehenden Hengst eine Kopfnuss, die sich gewaschen hatte, und warf sich selbst auf den Boden.

Zweitens, Aurora hatte die Ladehemmung durch eine schief sitzende Patrone ihrer Waffe endlich aufgehoben und eröffnete noch immer vom Rache-Wahnsinn geplagt das Feuer auf die Gangster und erwischte Courtey und jagte ihm den Rest ihrer Kugeln durch den Rücken, ehe ihr die Munition ausging.

Drittens, Ryder riss seine Pistole aus dem Gürtel und drückte auf Brusthöhe ab - die Kugel traf den Boss einmal quer durch den ganzen Körper und zerriss mehrere lebenswichtige Organe, zwang ihn erst in die Knie und dann in den Staub, wo er wie der letzte räudige Hund verreckte.

Viertens, Dr. Schinken und Sonata kamen aus ihrer Deckung geprescht und eröffneten ihrerseits das Feuer, brachen es aber umgehend ab - selbst Ryder hatte noch Zeit genug, sich neben Lyra zu werfen und ihr schon einmal den Knebel abzunehmen.

Als sie endlich wieder ihre Zunge an den ausgetrockneten Lippen spürte, hauchte sie ein kraftloses "Danke... vielen tausend Dank dir... mein Held..."

Und er lächelte zurück.

---

Arriva zögerte nicht länger, rappelte sich wieder auf, verpasste dem toten Courtney noch schnell einen Tritt in die Seite, ehe sie zurück zu den anderen raste, die alle rings um den Ziegenbock knieten und auf Dr. Schinkens ersten Eindruck warteten.

Dieser machte sich gerade an der Zunge ihres Sohnes zu schaffen und atmete tief aus, schwieg sich jedoch nach wie vor unsicher aus.

"Und, was ist mit Dad?!", ließ Aurora nicht locker, "ist... ist er wirklich...?"

Wieder stiegen ihr Tränen in die Augen, und dieses Mal nahm sie Sonata liebevoll in den Arm, drückte das Fohlen fest an sich und flüsterte beruhigend:

"Dein Vater hat sich für uns alle geopfert, und deswegen darfst du nicht traurig sein - sein Opfer zeigt dir und uns allen, wie sehr er dich geliebt hat... du musst ihn so in Erinnerung behalten... genau so..."

Dr. Schinken war der Einzige, der nicht weinte und in Nullkommanichts Arrivas Hufe wieder befreit hatte, sie anschließend ebenfalls in den Arm nehmen wollte und... doch sie wollte nicht, sie konnte nicht... sie musste zu ihrem toten Sohn, ihm ein letztes Mal durch seine Mähne streichen, so wie sie es sich immer gewünscht hatte, all die Jahre lang.

Und nun war er noch vor ihr gestorben, und sie hatte ihm nicht einmal mehr sagen können, wie sehr sie ihn liebte.

Mit feuchten Augen kniete sie sich vor ihn hin und weinte hemmungslos, streichelte ihm dabei unentwegt über sein Gesicht, die Schultern, die Arme, die Hufe... den ganzen Körper und heulte:

"Warum habe ich dich nicht beschützen können, warum habe ich nie für dich da sein können, warum habe ich dir nicht einmal einen Namen geben dürfen? WARUM?!?!"

"W... warum? - Oh Mum... weil... weil du einfach dein Bestes gegeben hast...", vernahm sie auf einmal die unfassbaren Worte aus seinem Mund, "weil du... dich für mich und Robert aufgeopfert hast... und... es noch längst nicht... zu spät ist..."

"ZIEGENBOCK!!!", explodierte das letzte bisschen Hoffnung seiner Mutter völlig, "DU LEBST!!!"

Ihrem verstorbenen Mann tausendfach dankend schmiegte sie sich ganz fest an ihren zum zweiten Mal verloren geglaubten Sohn, der wieder einmal den Weg zu ihr zurück gefunden hatte, und weinte auf ein Neues ohne Hemmungen - dieses Mal vor Freund und Glück.

Und bevor sich auch Aurora überglücklich auf ihren Vater stürzen konnte, verband Dr. Schinken ihm noch schnell die Schulter und sah dann strahlend zu, wie sie die kleine Familie ein zweites Mal fand.

Und war glücklich.

So glücklich, dass er Sonata ganz fest umarmte.

Und die hatte absolut nichts dagegen... weil auch sie glücklich war.

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Keine fünfzig Meter davon entfernt standen nun auch Lyra und Ryder zusammen und lagen sich in den Armen, das Einhorn weinte, weil es wieder frei war, und Ryder lächelte, weil er endlich frei war und dies verstanden hatte, und für ihn wurde es Zeit, jemandem dafür zu danken...

"Süße...", begann er zögerlich, "ich weiß zwar nicht, wie du..."

"Lyra...", schniefte sie zutiefst erleichtert, "ich heiße Lyra Heartstr..."

"Gut, dann Lyra... Lyra, ich danke dir... dafür, dass du mir die Augen geöffnet hast..."

"Dafür brauchst du dich doch nicht..."

"Ich finde schon!"

"Hm...", überlegte sie, "also gut... danke..."

"Nein, ich habe zu danken!"

"Zum Teil schon, zum anderen muss ich auch dir danken..."

"Wofür?", wollte er wissen.

"Dafür, dass du dir hast die Augen öffnen lassen..."

Jetzt strahlte auch er wie ein Honigkuchenpferd und drückte sich noch fester an sich, doch sie löste sich schon wieder von ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange:

"Bitte verzeih mir, aber ich muss mich bei noch jemandem bedanken... bei dem Einhorn da hinten..."

"Schon ok...", lächelte er zufrieden, "ich... VORSICHT!!!"

Ehe Lyra hatte reagieren können, stieß Ryder sie zur Seite - und wurde selbst von der Kugel getroffen, die der gerade in seinem eigenen Blut ersaufende Boss mit letzter Kraft abgefeuert hatte.

Lyra stieß einen gellenden Schrei aus und stürzte zu Ryder hin, der ihr gerade ein zweites Mal das Leben gerettet hatte - und seins dafür... Nein, das wollte sie nicht wahrhaben, nein, das durfte nicht sein, nicht er, nicht...!

"Ryder!", schrie sie entsetzt, "Ryder, nein! - Bitte stirb nicht, hier ist ein Arzt, hier...!"

Dr. Schinken war schon zur Stelle: "Was ist hier pass... oh scheiße!"

Das Loch in der Brust des Hengstes war groß, zu groß, die Kugel musste viel zerstört haben... zu viel... sein Atem wurde schwächer und langsamer, seine Züge immer weicher, sein Griff sanfter...

"Es tut mir leid...", murmelte der Wissenschaftler tonlos, "aber ich kann ihm nicht mehr helfen..."

"NEIN, DAS DÜRFEN SIE NICHT SAGEN, DOC!!!", schrie Lyra wütend, "BITTE HELF...!!!"

"Ly... lyra...", hörte sie die ersterbende Stimme ihres Helden und verstummte augenblicklich, "ich... ich möchte... dass du... dass du immer in Sicherheit bist... dass mein Opfer... nicht... umsonst war... lerne... dich... zu schützen... und... schütze... andere... und... vergiss... mich... nicht..."

Seine Augen verloren langsam ihre Tiefe, ein letztes Mal berührten ihre Lippen die seinigen, dann war Ryder tot.

Und Dr. Schinken saß daneben und wiegte Lyra tröstend in seinen Armen.

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Atlanas war froh, endlich die anderen wiedergefunden zu haben, doch als er neben Aurora landete und den schwer verletzten Ziegenbock da in seinem eigenen Blut liegen sah, wurde auch ihm kalt.

"Ziegenbock, was ist passiert?!", fragte er entsetzt.

"Ach nix... nix von Bedeutung...", rang sich sein Freund zu einem Grinsen durch und musste gleich wieder husten, "oh fuck, das tut mehr weh als ich dachte..."

"Es waren Gangster...", schnaubte Aurora zornig, "und ich habe sie spüren lassen, was geschieht, wenn man meine Familie angreift!!!"

"Ja Schatz, das hast du... gut gemacht...", beschwichtigte sie ihre Großmutter und zog sie auf ihren Schoß, streichelte ihr über den Kopf und wandte sich an Atlanas, "sie hat... so ziemlich alles und jeden über den Haufen geschossen - und wirkte so... wütend..."

"Das ist... normal...", erklärte der Pegasus kopfschüttelnd, "du musst wissen, sie hat ein Trauma erlitten, ihr Leben bis jetzt war eine einzige Hölle... und... ich glaube, den Rest sollte ich Euch in einer ruhigeren Minute erzählen... wäre besser..."

"Hm, also gut, dann ein anderes Mal...", nickte Arriva, "und, hast du die Armee sehen können?"

"Absolut nicht... es..."

"WIR WERDEN ANGEGRIFFEN!!!!!!", kreischte plötzlich Sonata los und fuchtelte wild in Richtung Dr. Schinken und Lyra, "DA KOMMEN NOCH MEHR ZOMBIES!!!!!!"

"OH SCHEIßE!!!!!!", entfuhr es Atlanas und realisierte, dass die beiden nur noch wenige Meter von den Untoten entfernt waren und keine einzige Waffe hatten, "SCHINKEN!!!!!! RENNEN SIE!!!!!! RENNEN SIE WEG!!!!!!"

Doch der Doktor schien das nicht zu hören oder wahr haben zu wollen, noch immer hielt er Lyra fest an sich gepresst und tröstete die weinende Stute... und nur noch zehn Meter trennten sie von den Zombies!

"JOHN!!!!!!", schrie jetzt auch Arriva in den höchsten Tönen, "JOHN, HINTER DIR!!!!!!"

Für einen kurzen Moment öffnete der Ziegenwissenschaftler seine Augen und bemerkte die entsetzen Gesichter der anderen, die wilden Gebärden... und drehte sich um.

Als er dem sabbernden Tod, der sich gerade über den noch lebenden und schreienden Boss hermachte, direkt in die Augen blickte, schwieg er, drückte Lyra noch fester an sich, strich ihr durch die Mähne und schloss die Augen.

In dem Moment explodierte etwas gleißend Helles vor seinen Augen.

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"Luna?"

Sie hörte es, sie sah es nicht.

"Luna? Luna?"

Ihr Blick wurde langsam klarer, die Konturen schärfer.

"Luna?! - Bitte antworte!"

Über ihr stand... ein großes weißes Alihorn... ROBERT!!!

Mit einem Schlag war sie hellwach und umklammerte seine Hufe mit den... goldenen Hufeisen...?! - Erst jetzt dämmerte ihr allmählich, dass viel eher Celestia über ihr stand...

"Luna? - Oh, Niben sei Dank, du bist in Ordnung, Schwester!"

"Warum... warum denn auch nicht?"

Noch jemand trat in ihr Sichtfeld, es waren Safira und Eross, beide guckten sie besorgt an und Luna wurde dieses ganze Getue zu blöd.

"Sacht mal, was ist hier eigentlich los?! Warum liege ich auf dem Boden und ihr guckt mich alle an, als sei ich gerade von den Toten wieder auferst... OH NEIN, BIN ICH ETWA EIN ZOMBIE?!?!"

"Nein, das bist du zum Glück nicht...", keuchte Celestia matt, "aber es hätte nicht mehr viel gefehlt..."

Luna wurde schlecht: "Was ist passiert?!"

Safira übernahm: "Also... das was ich gesehen habe war... dass du wie eine Löwin gekämpft hast... aber deine Kraft... war aufgebraucht, du bist gestürzt und... die Zombies haben dich angefallen..."

Luna wurde eiskalt und brachte keinen Ton heraus, so erschrocken war sie.

"Wir haben versucht, zu dir durchzubrechen, aber es waren einfach zu viele Zombies... tja, und dann... ist Celestia auf einmal aus dem Panzer geschossen, hat dabei Rothen Warz runter geschubst und außer Gefecht gesetzt... und hat die Untoten von dir runter gesprengt... und etwas beschworen... etwas... Unglaubliches..."

Die Ziegenkönigin konnte es noch weniger fassen: "Celestia... du hast mich gerettet? Du... bist mir zu Hilfe gekommen?"

"Ich schätze schon... ich hätte zwar nicht von mir erwartet, dass ich jemals in meinem Leben noch einmal kämpfen werde, aber ich kann meine Familie nicht im Stich lassen, niemals! - Und meine Freunde auch nicht!"

Luna war überglücklich und hauchte unendlich dankbar: "Danke Celestia... danke..."

"Du brauchst mir nicht zu danken - dein Schutz ist meine Pflicht!", lächelte ihre Schwester, "vor allem, weil ich die große Schwester bin..."

"Ohhh du!", maulte Luna ein wenig eingeschnappt, aber lachend, "du kannst es auch nicht lassen, oder?!"

"Ich schätze, nein, das kann ich nicht... aber ich kann immer für dich da sein..."

"Danke... danke Celestia..."

Und obwohl Luna eigentlich keine Kraft mehr hatte, hob sie langsam ihren rechten Huf und berührte Celestias Wange.

Und ihre große Schwester streichelte ihr durch die Mähne, weinte stumm und glücklich und küsste Luna auf die Stirn.

Dass keiner mehr kämpfte, merkte Luna nicht...

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Arriva starrte ungläubig auf den dampfenden Krater, der die angreifende Meute keinen Meter vor John Schinken und Lyra pulverisiert und die Straße gesprengt hatte.

Steine und Holz waren durch die Gegend geschleudert wurden und hatten Sonata am Kopf getroffen, die Sirene bewegte sich nicht mehr, Atlanas kniete bei ihr und redete verzweifelt auf sie ein, Aurora hielt ihre eisernen Flügel schützend über ihren Vater, bereit für die nächste Welle, doch sie blieb aus.

Stattdessen brach das Eckhaus recht von ihnen zusammen und verfüllte weitesgehend den Krater.

Auf den Trümmerberg schob sich ein Tiger-Panzer mit modernisiertem Turm.

Selbst von hier war das Zeichen der Ziegenarmee für Arriva unübersehbar, und als sich die obere Luke öffnete und mehrere Ziegensoldaten hinaus geklettert kamen, wusste sie, dass sie es geschafft hatten.

Der Sieg war ihrer.

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Soneas Panzer war der erste, der bis zum Marktplatz durchgebrochen war und eben auch die Meute Zombies, die als nächstes Dr. Schinken und Lyra hatten verputzen wollen mit einem Volltreffer pulverisiert hatte.

Dass dort ein zweiter unerwarteter Verbündeter gewesen war wusste sie nicht, weil sie schon längst den Yamne´e-Panzer samt ihrer Tante und Eross ausgemacht hatte, ihrem Fahrer befahl, dort sofort hinzufahren und schließlich auch Safira und ihre Mutter entdeckt hatte... sie hatte selten geweint und weinte selten, aber in dem Moment, als sie sich neben das verletzte blaue Alihorn kniete und ihm sanft über den Kopf streichelte, musste sie ihren Gefühlen einfach freien Lauf lassen...

Was sie fühlte ließ sich nicht in Worte fassen, und bei ihrem Anblick musste sogar Safira weinen... dann lagen sich Sonea und Celestia noch lange in den Armen, bevor die ersten Sanitäter eintrafen und Luna versorgten.

Gelehnt an den Panzer saß die Ziegenkönigin jetzt - und begann ihrer Tochter zu erzählen, was sie erlebt hatten... Sonea und die anderen Soldaten kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der aber wohl größte Moment des Tages war der, als von einem Trüppchen Panzergrenadiere begleitet die anderen Freunde von der anderen Straße über die Trümmer des zerschossenen Hauses kamen und sich Sonea, Celestia, Luna und Arriva zum ersten Mal gegenüber standen und ansahen.

Es bedurfte keiner Worte - Luna und Sonea kannte das Gemälde nur zu gut, und Celestia verstand, dass dieser Moment nicht gestört werden durfte... trat zwei Schritte zurück und genoss still.

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"Das...", begann Sonea zögernd, "das... kann doch nicht wahr sein..."

Arriva hatte einen Kloß im Hals, weil es ihr langsam dämmerte...

"Seid Ihr... seid Ihr die Prinzessin, von der mein Sohn gesprochen hat?"

Luna hatte keine Zweifel mehr, sie war es, Arriva, Roberts und des Ziegenbocks leibliche Mutter!

"Ich... ich bin es... ich bin... Ziegenkönigin Luna..."

"Ihr seid Ziegenkönigin?! - Seid... seid Ihr mit meinem Robert verheiratet?!"

"Ja... ja, das bin ich... ich bin seine Frau... und... und das... das Fohlen neben Euch... ist... unsere Tochter..."

Der alten Ziegenkönigin kamen die Tränen, vielleicht auch, weil sie bis jetzt nicht gewusst hatte, dass ihr Sohn ein Familie hatte...

"Ihr... ihr seid seine Familie?"

"Ja... ich... ich bin Sonea...", nickte Sonea, "und... ich... bin nicht dein einziges Enkelkind..."

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Es dauerte eine ganze Weile, bis sich alle wieder gefangen hatten, und als dann auch noch der Ziegenbock herbei getragen wurde, wurde einiges klarer... Aurora offenbarte ihren Teil der Geschichte, und dann geschah das Unfassbare:

Applejack tauchte plötzlich am Ende der Straße auf, und mit ihr Sunset Shimmer, Sunrise, Twilight, Fluttershy, Applebloom und eine große Menge an Ziegensoldaten.

Schneller, als es Atlanas lieb war, stand seine erste Freundin vor ihn und blickte ihn betreten an.

"Ich...", versuchte er zu beginnen, doch sie unterbrach ihn sofort wieder:

"Du brauchst mir nichts zu sagen, ich weiß bereits alles... ich hätte es eigentlich wissen müssen, dass deine vielen Termine und Überstunden nur Ausrede für freie Abende waren... aber ich mache mir nichts vor... ich habe alles versucht, was in meiner Macht stand, ich habe dich so sehr geliebt, wie ich nur konnte... aber es hat nicht gereicht... du bist mir trotzdem fremdgegangen..."

Sie warf einen Blick zu Sunset, die gerade von mehreren Sanitätern begutachtet wurde und das kleine Bündel von Sunrise auf den Armen hielt.

"Ich verstehe es nicht, warum du sie genommen hast, und ich werde es nie verstehen, aber ich werde versuchen, dich zu verstehen..."

Er guckte sie verblüfft an. Hieß das gerade, dass...?!

"Du willst nicht mit mir Schluss machen?", vergewisserte er sich kleinlaut.

"Nein, das werde ich nicht, unseres Sohnes wegen, aber ich werde dich nicht mehr an mich heran lassen, jedenfalls momentan nicht - und ich will, dass du bei mir ausziehst, lass dich dort nur blicken, wenn du etwas mit deinem Sohn machen möchtest, sonst blieb meinem Haus und mir fern! - Ich werde dich beobachten, Atlanas, und solltest du Reue mir gegenüber zeigen, werde ich dir vielleicht eines Tages eine neue Chance geben, aber solange werden sich unsere Wege privat trennen müssen... und ich rate dir eins: Versau es dir mit deinem Sohn nicht!"

Ein letzter verachtender Blick, dann zischte sie ab, zurück zu Twilight hin, die gerade mit zwei Soldaten quatschte und diesen offensichtlich mehr als nur gefallen schien.

Atlanas wusste nicht, was er tun sollte.

Und fühlte sie so mies.

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"Euch kann man keine drei Tage alleine lassen!", schimpfte Applejack mehr erleichtert als böse, "da kommt man wieder, und der eigene Mann wurde halb tot geschossen, während das Fohlen schon wieder kopflos durch die Gegend rennt und einen Amoklauf macht! - Hach, ich liebe diese Familie einfach... und wer pflegt beide wieder gesund?! - Natürlich die Mama!"

"Oh Applejack... was würde ich nur ohne dich machen?", stöhnte der Ziegenbock vom Boden her, "aber was würdest du ohne mich machen?"

"Tja, ich schätze, mein Leben wäre ruhiger...", kicherte sie und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange, "... und langweiliger, als bleib so, wie du bist, so wie..."

"Ähm, Ma´am...", tippte ihr jemand auf die Schulter, "ist das wirklich Ihr Fohlen?"

Applejack drehte sie um und sah Aurora flankiert von acht Ziegensoldaten und mit Hufschellen gefesselt.

"Ja, und warum ist sie gefesselt?!"

Aurora verdrehte die Augen:

"Weil diese Schafsköpfe denken, dass ich gefährlich sei und Celestia höchstpersönlich..."

"DER WERD ICH WAS HUSTEN!!!", knurrte ihre Mutter und erhob sich, "UND SIE KOMMEN GEFÄLLIGST MIT, SOLDATEN!!!"

Man wird nicht täglich von einer wütenden Mutter angefahren, und wenn doch, weiß man meistens nicht, was man tun soll... die Ziegensoldaten jedenfalls folgten bedeppert dem Bauernmädchen zu Celestia hin und blieben ratlos vor ihrer Prinzessin stehen.

Und musste lachen, als Applejack ihr Gegenüber zur Sau machte.

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Angel hatte Shadows Hilferufe schon früher gehört, aber sie hatte Death erst allein lassen können, als die Gefahr der Zombies gebannt war, und es bedurfte nicht viel, um die Schattenstute zu finden... neben ihrem toten Freund.

Ein Wink ihrer göttlichen Macht - und Mellis Züge entspannten sich.

"Er wird jetzt viel Schlaf brauchen...", beruhigte die Göttin Shadow, "aber er wird leben, und er wird ein langes Leben an deiner Seite führen..."

Und so verschwand sie wieder zurück in Eross Körper.

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Das Unausweichliche rückte langsam näher, und schließlich war es so weit - Niben kehrte von seinem Flug zurück und wirkte schon im Anflug der Luft wie ein Überbringer des Todes.

Nachdem er vor den anderen gelandet war, holte er tief Luft und schüttelte traurig den Kopf:

"Es ist zu spät... sie sind tot, die Insel vernichtet, die Beshee-Berge sind nun die Grenze zum Meer... es... es tut mir so leid..."

Er selbst musste weinen, weil auch sein Vater gestorben war, und mit ihm nahmen alle ihre Helme, Hüte oder Mützen von den Köpfen, gedachten ihrem König oder dem Gott, der sich für alle geopfert hatte, damit sie lebten.

Und Overlord lag umgeben von seinen besten Freunden da und starrte in die endlose Leere der zerstörten Straße.

Und bemerkte plötzlich etwas...

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Er erkannte es kaum, doch der Punkt aus weiter Ferne schien auf ihn zu zu kommen, immer näher.

Und während er das tat, wuchs er immer mehr.

Er kniff die Augen zusammen, um es besser erkennen zu können, und dann erkannte er es - es war ein großes Alihorn.

Ein großes weißes Alihorn.

Robert.

ROBERT!!!

"ROBERT!!!!!!", rief er voll unbeschreiblicher Freude, "DA KOMMT ROBERT!!!"

Mehr und mehr der Anwesenden hoben wieder ihre Blicke - und erkannten dieses unverkennbare Grinsen des Ziegenkönigs, der trotz zerzauster Mähne und nicht minder zerzaustem Fell aussah, als könne er die Welt verändern.

Wie er es auch im Normalfall zu tun pflegte...

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Sonea war die erste, die aufsprang und auf ihn zu rannte, ihm in die ausgebreiteten Arme fiel, ihn so fest sie konnte an sich drückte und heulte:

"Dad... du... bist wieder da..."

"Sicher doch, mein Schatz... ich kann euch doch nicht alleine lassen... ein Hengst muss immer für seine Familie da sein..."

Das junge Alihorn weinte, wie es noch nie geweint hatte, und Robert tat es ihm gleich, bevor die nächsten angelaufen kamen und ihn drückten - es war egal, ob Ziege, Pony, Soldat, Sani oder Offizier, nur eines zählte:

Ihr aller Freund und König war zurück gekehrt.

Und in ihrer Mitte eskortierten sie ihn zu seiner Familie...

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Als Robert vor Luna stand, galt seine Aufmerksamkeit voll und ganz ihr, beide strahlten über das ganze Gesicht, dann hob er sie vorsichtig mit seiner Magie an, ließ sie zu sich schweben und küsste sie so leidenschaftlich wie bei ihrer ersten Begegnung.

Ein lautes "Awww..." erschallte von allen Anwesenden und klang durch die Straßen, über die Toten, aus Ponyville hinaus, über das ganze Land.

Dieser Moment hielt auf ewig - und sollte nie vergessen werden.

Nie.

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Erst nachdem sie sich voneinander gelöst hatten, wischte er ihr die Tränen aus dem Gesicht und grinste:

"Ich komme immer zu dir zurück, egal wo ich auch bin - weil ich dich über alles auf dieser Welt liebe..."

Sie musste sich zusammenreißen, nicht wieder loszuheulen, und lächelte:

"Und dafür warte ich immer auf dich... egal, wo du auch bist und was du dort tust... solange du zurückkommst, warte ich auf dich... und weil du immer zurückkommst, liebe ich dich..."

Und wieder küssten sie sich.

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Nach endlosen Minuten lösten sie sich von einander, und Robert wandte sich an Niben, Angel und Death:

"Ihr drei Götter... ich habe euch für so vieles zu danken, aber Worte sind oft nur Schall und Rauch... deswegen möchte ich euch etwas geben, was ihr hoffentlich auch in tausend Jahren noch haben werdet..."

Er fasste sich an den Rücken, und da die anderen ihre Klappen gehalten hatten, wurde dieser Moment unvergesslich - Robert löste seinen Waffengurt und zog behutsam Hellje in seine Arme.

Er lächelte - und keiner der drei Götter brachte von Freude ein Wort heraus.

Erst als sich Helljes Augen langsam öffneten und auch Celestia da war, kam Leben in ihre Gesichter, doch nicht sie brachen die Stille, nein, es war Hellje selbst:

"Ce... celestia?"

"H... hellje?"

"Celestia... mein Kopf bringt mich noch um... lang ma watt zum Kiffen rüber..."

Das kam an, wie es ankommen sollte, und bevor die Menge in lautes Lachen ausbrach, schwebte Hellje auch schon in den Armen seiner Freundin und seiner Kinder.

Und war glücklich.

Überglücklich.

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So langsam löste sich die Menge wieder auf, die Bergetrupps verschwanden (einer von ihnen kehrte wenig später mit Mellis und Shadow zurück), andere gingen auf Suche nach Überlebenden, die sich irgendwo in den Häusern verschanzt hatten, die Panzer rollten weiter in Richtung Manehatten, wo sie den Combine helfen sollten, einen unerwarteten Gang-Aufstand niederzuschlagen, angeführt von Sonea verschwanden auch sie bald aus der Stadt.

Das Alihornmädchen hatte nicht gerade gewollt, aber ihre Pflicht sagte da was anderes, und nachdem sie versprochen hatte, zum Abendessen wieder da zu sein (und nebenbei Ferdi getroffen und ihn halb tot geküsst hatte), ließen ihre Eltern sie ziehen.

Und dann machten auch sie sich auf den Weg nach Down Under, begleiteten die Verletzten ins Krankenhaus und hörten nicht auf, zu erzählen.

In Ponyville verblieben eigentlich nur noch wenige, die etwas später nachkommen wollten...

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Overlord saß auf einem Stein und sah Hellje nicht an.

Der alte Gott hatte ihn in Sekunden wieder vollständig geheilt, aber es waren nur die äußeren Wunden gewesen... im Inneren war der Anführer der Combine aufgewühlt und sauer, enttäuscht und voller Fragen.

Es lag an seinem ehemals besten Freund, seine harte Schutzschicht zu durchbrechen und Klarheit zu schaffen:

"Tobias... es... ich weiß, dass ich mir einiges habe zu schulden kommen lassen, aber ich bin ich - ich war ein Mensch, und eim Mensch macht Fehler... ich habe sie bereut, und ich... muss mich bei dir entschuldigen, für alles, was ich getan habe, für alle Fehler, die ich begangen habe... aber ich möchte dich wissen lassen, dass du immer mein Freund geblieben bist, und auch wenn ich dich belogen und dir die Erinnerungen an unser altes Leben genommen habe, bist du mir wichtig geblieben - und ich habe es getan, damit du dir nicht die Schuld an all dem gibst... weil es nicht deine Schuld ist... kannst du mir verzeihen?"

"An deinen Worten ist was dran...", hörte er die Stimme Overlords von weit weg, "aber ob ich jemals wieder dein Freund sein kann, nach all dem, was passiert ist?"

"Meinst du nicht, dass wir das War vergessen und uns lieber auf das Hier und Jetzt konzentrieren sollten? - Und komm schon, ich weiß, was für ein Pessimist du sein kannst, aber habe eine Zukunft! - Vergiss ein altes Leben, vergiss die Alte Ära... freunde dich mit der neuen und mit mir an..."

Der alte Mensch drehte sich zu Hellje um und nahm langsam seine Maske ab, Hellje und er sahen sich tief in die Augen, dann stand Overlord auf, ging zu Hellje und schoss ihn in die Arme, weinte und drückte seinen besten Freund ganz fest an sich.

Und obwohl sie keine Worte mehr wechselten, wussten sie beide, dass das die Versöhnung war.

Die ehrliche Versöhnung nach fast tausend Jahren.

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Atlanas und Sunset standen mitten in den Trümmern und sahen sie schweigend an.

Selbstverständlich hatte sich Fluttershys Auftreten wie ein Lauffeuer verbreitet, und Atlanas hatte keine Lust auf noch mehr Spott, doch so gerne seine Freundin ihn auch gedrückt hätte, er ließ sie nicht an sich ran.

Da stand Niben auch schon hinter ihm.

"Atlanas... du hast es geschafft, ich danke dir vielmals..."

"Niben!", stellte Sunset erschrocken fest, "oh nein, bitte...!"

"Bleib ganz ruhig, ich will weder dich noch Atlanas beleidigen oder verletzen, ich möchte euch beiden und eurer Kleinen nur etwas sagen..."

Er räusperte sich und begann:

"Sunset... ich weiß, was für ein schlechter Freund ich für dich war, und ich weiß auch, dass ich unsere Beziehung habe schweifen lassen... dafür muss ich mich bei dir entschuldigen. Ich weiß, dass ich nicht der Richtige für dich war, doch bitte vergiss mich nicht... ich werde dich auch nicht vergessen. Atlanas... für alles, was in unserer Vergangenheit geschehen ist auch, du weißt ja... aber es gibt da noch etwas, etwas anderes... Atlanas, ich bedanke mich bei dir, dass du Sunset aufgenommen und ihr eine starke Schulter zum Stützen gegeben hast, dass du sie aus vollem Herzen geliebt und ihr das gegeben hast, was sie sich am meisten gewünscht hat... danke dir tausendmal dafür... so, genug gequatscht, ich wünsche euch beiden und eurer Kleinen ein langes, erfülltes und gemeinsames Leben."

Bevor die beiden ihre Sprachlosigkeit überwunden hatten, machte es "Puff!" und Niben verschwand in einer blauen Nebelwolke.

Die beiden waren baff, starrten den Punkt, an dem Niben zuletzt gestanden hatte ungläubig an, danach sich selbst - und verstanden, dass es egal war, wie sie zusammen gekommenm waren... sondern nur das Heute zählte.

So kamen sie sich näher und küssten sich leidenschaftlich.

Und zwischen ihnen quäkte die kleine Sunrise.

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Luna und Arriva waren in ein Gespräch vertieft, was aber nicht hieß, dass sie nicht beide ungeduldig auf ihren Mann und Sohn warteten.

Endlich nahte er - mit etwas auf dem Rücken.

Als er neben sie trat, konnte Luna es kaum fassen - Trixie lag dort, bewusstlos und mit Hufschellen an allen vier Hufen, aber lebendig.

"Robert... du... du hast sie leben lassen?"

"Jop, und ohne sie wäre ich jetzt nicht hier, jedenfalls nicht so ohen Cyro..."

"Wer ist das?", wollte jetzt auch Arriva wissen, "und... hat dieses Einhorn etwas verbrochen?"

"Kann man so sagen...", nickte Luna bedächtig, "aber Robert, was hat dich dazu getrieben, sie zu verschonen? Ein zweites Mal?!"

"Tja... weißt du, Cyro hatte Hellje im Schachmatt gehalten, er hätte ihr nicht helfen können... aber als ich sie am Hals hochgehoben habe, hat mich ihr flehender Blick getroffen - es... es war so ein Blick wie deiner, als Cyro auf Shadow Island in mir war und er die Hölle öffnen wollte... und dann habe ich... meine drei kleinen Schwestern gesehen, ihre flehenden Blicke, kurz bevor... und auf einmal war ich wieder ich, habe mit Hellje geschnappt und bin abgehauen - hinter uns ist alles in die Luft gegangen... joar, datt war´s... und... ja, es... es tut mir so leid, ich..."

"Wegen Cyro brauchst du mir nichts zu erzählen... ich weiß ja, wie das ist, aber ich bin so froh, dass du wieder gesund und munter hier bist und wir dich haben!"

"Das sehe ich genau so...", lachte nun auch Arriva wieder, "und jetzt lasst uns nach Down Under gehen... ich glaube, ihr habt mir noch nicht alles erzählt..."

"Nein, bei weitem nicht...", grinste Luna, "also fang ich mal an..."

Und so trabten Arriva und Luna mit Robert in der Mitte und Trixie auf dem Rücken zurück nach Down Under...

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"Lyra, komm, lass uns gehen, hier ist es nicht sicher...", versuchte Dr. Schinken das Einhorn zum Mitkommen zu überreden, doch sie blieb sitzen.

"Ich... ich kann ihn doch nicht hier einfach so liegen lassen... so wie die anderen Leichen...", schneifte sie, "er... er war kein Gangster, er war ein Held, mein Held!"

"Tja, mitnehmen wird schwierig... aber ich hätte eine Idee: Sollen wir ihn hier begraben und ihm ein Denkmal setzen?"

Sie hob den Kopf und sah ihn dankbar an.

"Ja... das... das hätte ihm bestimmt gefallen!"

So machten sich die beiden an die Arbeit, er schachtete die Grube aus, sie bearbeitete den Stein, und nachdem sie ihn begraben hatten und Lyra mit ihrer Magie einen kleinen Baum auf dem Grab gepflanzt hatte, gingen auch sie nach Hause.

Ryder schaute ihnen von oben zu...

Und war glücklich.

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Das Fest am Abend war so gigantisch wie immer, doch dieses Mal noch pompöser und diaröser, nicht nur, weil die Combine dabei waren.

Das Ziegenvolk feierte viel mehr ihre neue Alt-Königin Arriva und die konnte gar nicht fassen, dass sie so gefeiert wurde, und dass ausgerechnet ihre Söhne dafür verantwortlich waren, dass die Ziegen und Ponys nun in Frieden zusammen lebten.

Und während in dieser Nacht kein Equestrianer schlief (nicht mal Mellis, den Overlord dabei erwischte, wie sich der Ghost Rider und Shadow gerade LSD einschmissen und statt die beiden auszuschimpfen einfach selbst eins nahm), schwebten nicht nur Celestia (die selbstverständlich sofort mit Safira und Luna disputiert hatte und übereingekommen war, dass Aurora eigentlich doch ganz harmlos war und wieder ein freies Fohlen sein durfte) und Hellje über allen Wolken... auch Atlanas war doch irgendwie zufrieden und streichelte unentwegt seine Tochter, die er sich mit Stryker teilen musste... auch ihr Onkel wollte das quietschende Fohlen am liebsten nicht wieder her geben und schnitt Grimassen für es, während Sunset daneben saß und sich mit Twilight unterhielt, die bombastische Neuigkeiten hatte...

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ENDE

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Epilog

"Und das ist dein Ernst?!", konnte Sunset es nicht glauben, "das ist ja wunderbar!"

"Das habe ich mir auch gedacht und den Arzt geküsst!", musste Twilight ihr gestehen, "Oh man, ich bin doch schwanger geworden, und das Kind kann nur von ihm sein!"

"Dann wirst du ihn bald wieder bei dir zuhause haben, deinen Pryne... und ihn nie vergessen..."

"Das ganz sicher nicht... und ich bin so stolz auf ihn, dass er immer für mich da war... dass er mein Hengst war... dass er der Vater meines Kindes ist!"

Und so unterhielten sie sich noch lange weiter, nicht nur über Sunsets neue Flügel.

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"Was glotzt du so blöd?!"

"Was denn? Ich steh doch nur hier."

Eross genoss den Anblick. Jack war hilflos und konnte ausnahmsweise mal keinen Mist bauen... und er durfte dabei zusehen.

"Hol mich gefälligst hier raus, du Idiot!!!"

"Ach... immer so ausfallend, der Kleine... na ja, so gefällst du mir eigentlich ganz jut, weißt du?"

Eross hielt ihm einen Apfel hin.

"Hunger?"

"Und wie!"

"Tja... ich auch!"

Er biss in den Apfel. Jack lief beim Anblick das Wasser im Mund zusammen.

"WENN ICH HIER RAUSKOMM, BRING ICH DICH UM!!!"

"Viel Glück dabei...", grinste Eross ihn mit vollen Mund an und verließ die immer noch nicht abgeschlosse Zelle wieder.

"Oh wie ich dich hasse!!! Wenn das mein Vater erfährt...!", keifte Jack wütend.

"... könnte ich mir gut vorstellen, das er dich auslacht!", beendete Eross Jacks Satz, während er genüsslich den Schlüssel im Schloss umdrehte.

"Warte, hast du grad...? HEY!!!"

Er schaute auf den Schrank nebn der Tür und überlegte, ob er irgendwas von dem Zeugs verwenden konnte... aber er wollte ihn ja nicht in die Luft jagen... und Tränengas wäre auch zu extrem, wer wusste, ob Robert ihm das vielleicht doch über nehmen würde...

Er spielte an seinem Schwert rum und grinste:

"So viel Blut vergossen, während du hier in deiner Minikita hockst... schade, da hast du echt was verpasst, aber wenn man selbst seiner kleinen Schwester unterlegen ist, ist einem nicht mehr zu helfen... und eigentlich muss ich mir auch mal so nen Käfig zulegen... falls Robert mal will, das ich aufpasse..."

Gern hätte Eross Jacks Beschimpfungen noch länger gelauscht, aber Safira wartete schon ungeduldig auf ihn und schwenkte mit einem bösen Grinsen ein Paar Huffesseln... ein ander Mal vielleicht, dachte er, ein ander Mal... irgendwann in Zukunft... irgendwann...

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"Das glaube ich jetzt nicht!"

"Mum... es... ich wusste ja nicht..."

"Euch Kinder kann man keine achzig Jahre alleine lassen, ohne dass ihr diejenige umlegt, die euch als Kleinkind in einen bodenlosen Abgrund stürzen wollte... schlimm schlimm..."

"Warte, du nimmst es mir nicht übel?", kam es verblüfft von Robert.

"Sollte ich?", grinste seine Mutter, "mir ist´s doch vollkommen egal, wie die Schlampe stirbt, Hauptsache sie stirbt!"

Luna lauschte dem ganzen mit einem Ohr und verstand nur zu gut, worum es ging... aber sollte es doch, sie selbst konnte dafür noch am meisten Verständis aufbringen, denn sie kannte inzwischen die ganze Geschichte von vorne bis hinten... ja, die Ganze!

Bloß schade, dass der Ziegenbock nicht da war, dachte sie bei sich, dann wäre die kleine Familie komplett... so muss ich ja glatt einspringen...

Robert hatte plötzlich eine Idee, stellte ich auf den Tisch und erhob seine Stimme:

"Versammelte Ponys und Ziegen! Der heutige Tag hat uns einmal wieder gezeigt, dass Zusammenhalt das ist, was uns zu denen macht, die wir sind - ein gemeinsames und freies Land, dem kein Feind dieser Welt etwas anhaben kann! Ihr alle hier tragt dazu bei, ob ihr nun groß oder klein, dick oder dünn seid - ihr seid Equestrianer, ihr seid das Volk!"

Lauter Jubel brandete auf, und nachdem er verebbt war, fuhr Robert fort:

"Unlängst gab es einen Angriff auf das Kristallkönigreich, welches dabei nahezu komplett verwüstet wurde - bei dieser Tat kamen auch Prinzessin Cadance und ihr Gemahl Shining Armor ums Leben. Seitdem herrscht dort unter Führung der Ziegenarmee der Wiederaufbau - doch solange es keinen Nachfolger als Regierungsführer gibt, können die Soldaten nicht abziehen... wir haben lange überlegt und nun einen Kandidaten gefunden, einen, der bereits viel Erfahrung hat, weise ist und mehrfach bewiesen hat, dass er würdig ist... ich spreche hierbei von Ziegenkönigin Arriva!!!"

Arriva.jpg

Ich?!

"Ich?!"

Seine Magie hob sie hoch, und so erstaunt sie auch war, so begeistert jubelte ihr das ganze vereinte Volk Equestrias zu, klatschte minutenlang ununterbrochen und ließ sie hoch leben... Robert setzte sich derweil wieder neben seine Luna und Sonea, die ihm beide ihren Beifall spendeten - ein Küsschen von jeder tat sein Übriges, und auch Robert strahlte mit all den anderen tausend Ziegen und Ponys die neue Königin des Kristallkönigreiches an, die nicht fassen konnte, was gerade geschehen war... und dass ihr Traum, anstelle von Cadance das Kristallkönigreich zu regieren, doch noch in Erfüllung gegangen war.

Und sie war überglücklich.

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(jetzt aber wirklich!) ENDE

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Epilog 2

Drei Tage später

"Und Sie wollen wirklich...?"

"Ja, zum dreißigsten Mal, und nochmal ja!"

"Aber... Sie... Sie sind..."

"Ist das schlimm?!"

"Nein nein, absolut nicht..."

Er reichte ihr die nötigen Papiere und sie füllte alle Felder rekordverdächtig schnell aus.

"Wann kann ich anfangen?"

"Ähm... morgen, wenn Sie..."

"Geht nicht auch sofort?!"

"Wenn sie nicht mehr..."

"Ich will gar nichts mehr, nur noch anfangen!"

"Na gut... dann heiße ich Sie bei der Equestria Army willkommen, Miss..."

"Ryder, Lyra Ryder."

"Gut, Lyra... Private Ryder, dann willkommen bei der Equestria Army im Stützpunkt Down Under!"

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(Ja, das ist jetzt das absolute und unwiederbringliche!!!) ENDE

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