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Die Alte Ära: Kapitel 2 - Die Vision

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Die Alte Ära: Kapitel 2 - Die Vision ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 1 - Die Entdeckung, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 3 - Der Aufbruch.

"Robert, wo bist du?!", rief Luna immer wieder durch das Ziegenschloss, in die Hoffnung, dass ihr Mann vielleicht nur wieder einen seiner Wir-verarschen-unsere-Ehefrau-Tagen hatte und gleich irgendwo hervorspringen und sie mordsmäßig erschrecken würde... aber sein Erscheinen blieb aus.

Beunruhigt kehrte sie in den Thronsaal zurück, wo ihre Tochter Sonea gerade mit Atlanas am Disputieren war.

"Moin Mum...", begrüßte das Alihorn-Mädchen sie knapp, "und, eine Spur von Dad?"

"Nein...", seufzte Luna resigniert, "nicht die geringste... alles leer..."

"Das gibts doch nicht!", murmelte Atlanas kopfschüttelnd, "wo zur Hölle kann Robert bloß stecken?!"

"Ich habe Jack kontaktiert...", berichtete Sonea, Atlanas Gedanken nicht nachverfolgend, "der ist zwar ziemlich beleidigt gewesen, dass ich ihn aus dem Bett geschmissen haben und er hat sich unheimlich darüber aufgeregt, dass er jetzt Applebloom nicht mehr knuddeln kann, ist aber schlussendlich doch einmal komplett über Sweet Apple Acres gelaufen... auch dort nix, und er hat mir bestätigt, dass kein Besuch gestern Abend da war..."

"Oh man, das gibt´s doch nicht!", fluchte Luna kraftlos und erste Tränen liefen über ihre Wangen, "warum macht dieser Kerl mir eigentlich ständig solche Sorgen?!"

Atlanas und Sonea merkten, wie aufgelöst die Ziegenkönigin in Wirklichkeit war und schlossen sie beide in ihre Arme, drückten sie fest und redeten ihr zu so gut es ging, doch es half wenig, Luna konnte sich nicht mehr beruhigen, halb krank vor Sorge um ihren Mann mussten schließlich Celestia und der Ziegen-Doc anrücken und die Ziegenkönigin ins Bett verfrachten, wo ihr der Doc ein Beruhigungsmittel verabreichte.

"Ach ja...", schüttelte er schwermütig seinen Kopf, "das ist mal wieder typisch Robert - einfach abhauen und nix sagen... und seine Frau fast in den Wahnsinn treiben..."

"Du, ich glaube nicht, dass Robert einfach so Verstecken spielt...", gab ihm Atlanas zu verstehen, "und weil das der Fall ist mache auch ich mir Sorgen..."

"Aber er scheint alleine unterwegs zu sein...", brummte der Doc nachdenklich, "und wenn..."

"Nein, er ist nich alleine unterwegs!", warf Celestia ein, "zumindest glaube ich das nicht... weil Hellje heute Morgen auch nicht neben mir gelegen hat... und ich ihn heute noch nicht gesehen habe..."

"Momentchen mal... was ist, wenn die beiden zusammen unterwegs sind und sowas wie nen Männerausflug machen?", kombinierte Sonea.

"Gar keine schlechte Idee...", fand Atlanas, "aber die beiden müssten sich irgendwie gemeldet haben... nein, ich bin immer noch der Meinung, dass da was faul ist... wobei, Celestia, hat Hellje zu dir etwas gesagt, bevor er verschwunden ist?"

"Nein, nicht dass ich wüsste...", meinte die Prinzessin nachdenklich, "wir waren zuletzt zusammen an der Unglücksstelle... und da habe ich ihn aus den Augen verloren..."

"Stopp!", unterbrach Sonea die beiden, "Leute... wir alle wissen doch, dass mein Vater dieses Ding abtransportiert hat... wie wäre die Überlegung, dass Hellje ihn begleitet hat?! - Oder er fliegt grade durch den Himmel und..."

"Mensch, na klar, das komische Objekt... was zum Henker ist das jetzt eigentlich?!", wollte Atlanas wissen und der Ziegen-Doc schnaubte:

"Das ist so ein Art Kriegsmaschine... sah für mich wie ein Helikopter oder sowas aus... war ziemlich zerstört..."

"Ein HELIKOPTER?!?!", konnten Atlanas und Celestia es nicht glauben, "und deswegen dieser ganze Aufstand?!"

"Tja... ich weiß ja auch nicht...", meinte Sonea bedächtig, "jedenfalls hat mein Vater gestern Abend noch einmal kurz mit mir gesprochen... er meinte, er würde dieses Ding im Labor untersuchen wollen... alleine. Er sagte, dass ich selbst dem Ziegenbock gegenüber nichts erwähnen sollte... und nur im äußersten Notfall mein Wissen preisgeben soll... tja, der ist dummerweise jetzt eingetreten..."

"Alleine!", stöhnte Atlanas vor Sorge und Wut auf seinen besten Freund gleichzeitig, wieso musste Robert auch immer alles im Alleingang machen?!, "das darf doch nicht wahr sein... und du bist dir ganz sicher, dass sonst niemand da war?!"

"Ich könnt´s schwören... wobei..."

"WOBEI WAS?!?!", wurde der Pegasus unwillkürlich lauter.

"Na ja... er hatte vorher von einem "Spezialisten" gesprochen, den er noch erwarten würde... irgendwer... mit O glaube ich... Owen... O... Olsen... Olga... nee... ach mensch... MENSCH, OVERLORD, ES WAR OVERLORD!!!"

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"BIST DU DIR DA GANZ SICHER?!?!", vergewisserten sich Atlanas und Celestia noch einmal und das Alihorn-Mädchen nickte wieder heftig, "Ja, wenn ich das doch schon zum dritten Mal sage, definitiv Overlord, ich schwör's!"

"Gut, ich glaub dir ja... und ich ahne was...", stellte der Pegasus klar, "diesen Cyborgs war noch nie zu trauen... und ich schätze mal, dass das, was die Gleisbauarbeiter gefunden haben eine geheime versteckte Waffe von denen war und die..."

"Jetzt ist´s aber mal gut Atlanas!", schritt Celestia wütend ein, "die Combine sind unsere Verbündeten, warum sollten sie uns hintergehen?!"

"Weil sie ihren Machtbereich nur umso mehr vergrößern wollen!", schrie Atlanas rot vor Zorn, "und deswegen hat sich Overlord jetzt Robert geschnappt und..."

"MEIN VATER HAT SICH NIEMANDEN GESCHNAPPT!!!", durchschnitt plötzlich eine scharfe Stimme den Streit und die Freunde fuhren erschrocken herum.

Mitten im Thronsaal stand ein weibliches Schattenpony mit dunkelrot-brauner Mähne, flankiert von zwei Ziegen-Gardisten mit erhobenen Streitaxtspeeren, die sie zwischen ihre Begleiterin und die Freunde gerichtet hatten.

Es funkelte sie seinen grünen Augen wütend an und zischte:

"Wenn ihr erbärmlichen Kreaturen auch nur wüsstet, wozu die Combine in der Lage sind, würdet ihr nicht so große Sprüche über sie klopfen - geschweige denn meinen Vater beleidigen!"

"Wer bist du?", fragte Atlanas zögernd, weil ihm das unbekannte Pony so nahe aus unbekanntem Grund eine Spur Angst machte, "und wieso behauptest du, dass Overlord dein Vater sei?"

"Entschuldige bitte...", fauchte das Schattenpony beleidigt, "weil es vielleicht so ist?!"

"Oh... dann bitte ich vielmals um Verzeihung, werte... ähm..."

"Shadow...", kam die knappe Antwort, "einfach nur Shadow... und mein Vater hat nichts damit zu tun!"

"Aber..."

"Kein Aber!", schrie Shadow zurück, "und ich kann es beweisen, weil mein Vater sich, bevor er zu Robert aufgebrochen ist bei mir verabschiedet hat... gestern Abend!"

"Ja, das mag sein...", gab ihr Celestia recht, "aber das beweist nicht, dass..."

"ER IST NOCH NICHT WIEDER ZUHAUSE, NIBEN IM HIMMEL NOCHEINMAL!!!", explodierte die Besucherin förmlich und die Wachen machten einen Schritt auf sie zu, "OH MAN, IHR SEID DOCH ALLE ZU BLÖD, ECHT!!!"

Es war Sonea, die als erste reagierte und mit einer geschickten Frage die Situation vor der Eskalation bewahrte:

"Gut, das mag ich nicht ausschließen... aber ich habe da eine Frage, werte Shadow... dein Vater, Overlord, hat dir erzählt, dass er meinen Vater besucht... warum hat er das getan?"

"Er sprach von etwas altem, mysteriösem... einer Kriegsmaschine, die zwar ähnlich einer der Black-Ponys sei, aber nicht von diesen stammen könne... dafür sei es zu alt... und dass Robert ihn als Fachmann bräuchte..."

Jetzt wusste keiner im Raum mehr, was er noch glauben oder denken konnte...

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Weit weg auf Sweet Apple Acres schlug der Ziegenbock in diesen Minuten seine Augen auf und erhob sich schwerfällig von der Seite seiner Freundin, die noch immer schnarchte, dass die Wände wackelten.

Verschlafen schob er sich in die Küche und freute sich über den dort schon aufgebrühten Kaffee, als Aurora die Treppe hintergesaust kam und mit einem lauten "HUIII!!!" eine Vollbremsung vor ihm auf den Dielen hinlegte.

"Oh, guten Morgen!", täuschte er über seine Müdigkeit hinweg und zog seine Tochter wieder auf alle vier Hufe, "na, hast du gut geschlafen?"

"Joar, doch schon...", grinste sie frech, "aber du und Mum wart mal wieder ziemlich lange laut..."

"Dass du und Applebloom auch immer lauschen müsst!", kicherte ihr Vater belustigt, "aber ja, so ist das... ich kann mich absolut nicht dagegen wehren..."

"Jaja...", frohlockte Aurora über beide Backen grinsend, "ich bin mal gespannt, wann ich endlich eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder bekomme... und wie der wohl ausschauen wird..."

"Oh ja, das... dürfte interessant werden...", lachte der Ziegenbock und setzte sie auf den Küchentisch, "du, sach mal, hat sich Robert heut moin schon gemeldet?"

"Nö du...", meinte sie mit schief gelegtem Kopf, "nicht dass ich wüsste... aber vorhin hat Mum mit Luna gesprochen... worum´s genau ging weiß ich nicht..."

"Hm...", murmelte er, "da hilft wohl alles nix... ich frag mal nach..."

Er schnappte sich das Telefon, wählte, grüßte seinen Gesprächspartner und fragte nach Robert, hörte dann einige Zeit schweigend zu, schrie dann entsetzt "HEILIGE ARRIVA, ICH KOMME SOFORT!!!" und knallte den Hörer zurück auf die Gabel.

Aurora erschrak und sah ihn fragend an, worauf er seine Kaffeetasse einfach ins Spülbecken schmiss und beim Zur-Tür-Rennen seine Tochter anwies:

"Aurora, schnapp dir deine Waffen und halte dich auf mein Zeichen bereit, erzähl nur deiner Mutter was, und auch nur dann wenn sie fragt, ansonsten sprich mit niemandem und komm direkt, wenn ich dich rufe, hast du verstanden?!"

"J... ja... Dad...", stammelte sie verwirrt, "aber was ist denn... ?"

Sie stoppte, weil der Ziegenbock schon längst das Haus verlassen hatte.

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Keine zehn Minuten später war im Ziegenschloss ein wildes Krisengespräch in Gange, dessen Inhalt sogar die Ziegen draußen auf der Straße verstehen konnten.

Atlanas verlangte von Shadow die Preisgabe des Aufenthaltsorts ihres Vaters und alle Details über seine "dunkle" Seite, die Schattenstute argumentierte lauthals, dass ihr Vater niemals Robert einfach so entführen geschweige denn verletzen würde ohne sie davon zu unterrichten und sie jegliche Auskunft verweigern könne und würde, Celestia versuchte immer wieder die Wogen zu glätten und Sonea saß mit dem Ziegen-Doc auf dem Boden und spielte UNO.

Plötzlich flog das Tor zum Thronsaal auf und der Ziegenbock stürzte außer Atem herein und japste:

"Was... was habe ich verpasst?!"

"Nix Wichtiges...", brummte Sonea vom Boden, "die streiten hier nur rum... halt dich am besten raus... setz dich zu uns und spiel mit..."

Er tat wortlos wie ihm geheißen und schnappte sich eine Hand Karten - sie spielten knapp sieben Runden, bevor Shadow Atlanas eine knallte und Celestia dazwischen gehen musste, um eine Eskalation zu vermeiden.

"So Leute!", schnaubte sie verärgert, "wisst ihr was?! - Ihr benehmt euch hier wie zwei Fohlen und beharkt euch nur wegen ein paar Vermutungen - damit ist jetzt sofort Schluss, sonst schmeiß ich euch beide hier raus!"

Die beiden ließen voneinander ab und warfen sich böse Blicke zu, worauf Celestia ein "Na geht doch..." verlauten ließ und fortfuhr:

"So, da das jetzt geklärt ist, schlage ich vor, dass wir uns erst einmal überlegen, wo die beiden - ähm, drei - sein könnten oder vielleicht sein könnten... ja..."

Der Ziegenbock bemerkte die komplette Unsicherheit in ihrer Stimme und übernahm die Ansprache kurzerhuf:

"Tja... hat vielleicht einer von euch eine gute Idee? - Nein, nun... dann..."

In diesem Moment überfiel ihn eine merkwürdige Kälte und gleichzeitig begannen Bilder durch seinen Kopf zu rasen... ja, es war eindeutig Robert... Robert, wie er in ein bodenloses schwarzes Loch fiel... in die Erde... in die Erde...

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"Ziegenbock? ZIEGENBOCK?!?!", riss ihn eine Stimme aus seiner Trance und er erkannte den Ziegen-Doc direkt vor sich, "alles ok bei dir?! - Mensch antworte doch!"

"Mir?", lallte er benommen, "nee... nicht so ganz... da waren Bilder... da war Robert..."

"ROBERT?!?! - WO?!?!", wollte nun Atlanas begierig wissen, "SAG SCHON!!!"

"Atlanas!", fuhr ihn der Doc an, "wenn´s geht etwas leiser bitte!", und dann an den Ziegenbock gerichtet, "Bilder sagst du? - Was für Bilder?!"

"Bilder... in meinem Kopf... vielleicht war es eine Vision - nein, es war ganz sicher eine Vision! Eine Vision von meinem Bruder!"

"Und, was hast du gesehen?!", erkundigte sich nun die Ponyprinzessin artig.

"Robert habe ich gesehen...", hauchte er in Gedanken versunken, "ja, nur ihn... wie er in ein schwarzes Loch fiel... in die Erde... in die Erde..."

"In die Erde?!", hakte Atlanas verwirrt nach, "wieso in die Erde?!"

"Das kann nur eines bedeuten...", meinte Sonea tonlos, "Onkel, das in die Erde ist ein symbolisches Zeichen für etwas bestimmtes... und ich kenne jemanden, der solche Zeichen deuten kann..."

"Dann nichts wie hin da!", bestimmte Celestia erfreut, "Sonea, du führst uns!"

"Mach ich, mach ich!", grinste das Alihornmädchen und galoppierte hinaus aus dem Thronsaal, gefolgt von den anderen...

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Zecoras Hütte im Wald der ewigen Magie erreichten sie keine halbe Stunde später durch einen der unterirdischen Ziegentunnel.

Auf Soneas Klopfen hin öffnete die Besitzerin ihre Tür und freute sich über den unerwarteten Besuch:

"Oh, guten Morgen Prinzessin Sonea, Prinzessin Celestia, Atlanas, Ziegenbock und... Shadow..."

"Woher kennt Ihr meinen Namen?!", unterbrach sie die Schattenstute erstaunt und das Zebra lächelte weise, "Tja... ich bin eine Seherin... ich sehe so einiges... und ich habe gesehen, dass eines Tages eine dunkle Fremde daherkommen und nach ihrem Vater fragen wird... und ihr Name sollte Shadow lauten..."

"Ihr wisst es bereits?!", hauchte Shadow erfurchtsvoll, "wow... Ihr seid ein großartiges Medium!"

"Danke... aber zuerst kommt doch herein, setzt euch und ich werde Tee machen - dann erzählt ihr mir, warum ihr zu mir gekommen seid..."

Dankend nahmen die Freunde das Angebot an und ließen sich auf Zecoras Couch und den Stühlen des Küchentisches wieder, während die Schamanin in aller Ruhe den Tee aufsetzte und dabei ein Lied sang.

Schließlich stand der dampfende Teekessel inmitten des Kreises und Zecora setzte sich zwischen Celestia und Atlanas.

"So meine Freunde...", begann sie geheimnisvoll, "ihr seid also zu mir gekommen, weil euch etwas fehlt... und dieses Etwas euch sehr viel bedeutet..."

"Ja, es bedeutet uns genauso viel wie dir...", nickte Celestia leise, "es ist Robert..."

"Oh!", war das Zebra überrascht, "Robert... ist verschwunden?"

"So in etwa...", murmelte Sonea tonlos, "und mit ihm Overlord, Shadows Vater..."

"Das ist nicht gut...", brummte Zecora, "und sie sind wirklich...?"

"Ja, sie sind definitiv weg!", fiel Atlanas ihr ins Wort, "und wir haben keine Ahnung wo sie stecken könnten!"

"Hmmm... aber ihr seid bestimmt nicht zu mir gekommen, weil ihr gar nichts wisst, oder?"

"Das kann man so sagen...", übernahm der Ziegenbock nun das Wort, "ich habe ihn gesehen... heute hatte ich eine Vision... mitten am Tage..."

"Eine Vision?", fragte sie bedächtig, "was für eine Vision?"

"Ich sah Robert... wie er in ein schwarzes Loch fiel... in die Erde... in die Erde..."

Er machte eine Pause und die Seherin nickte.

"War das genau das, was du gesehen hast?"

"Ja, genau das..."

"Tja...", sie beugte sich nach vorne und goss den Tee in ein Glas, "dann trink nun diesen Tee... lehn dich zurück und sieh noch einmal ganz genau hin..."

Der Ziegenbock tat wie ihm geheißen und sog das heiße mit Kräutern versetzte Wasser langsam und genussvoll ein, bis er seinen Becher geleert hatte und von ganz alleine auf sein Kissen zurück sank.

"Schließe nun deine Augen..."

Er brauchte diesem Befehl nicht mehr nachzukommen... es geschah von alleine...

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Robert.

Ja, es war definitiv Robert, den er dort sah, und wieder stürzte sein Bruder in dieses bodenlose Loch... geradewegs hinein in die Erde... in die Erde... in die Erde...

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Er schlug seine Augen auf und erhob sich schwerfällig.

"In die Erde...", flüsterte er immer wieder, "in die Erde..."

"Nun, du hast die Zeichen richtig gedeutet...", lächelte die Schamanin zufrieden und nahm einen Schluck Tee, "ich habe es gefühlt... Robert ist da, wo deine Vision ihn dir offenbart..."

"In der Erde?!", konnte Atlanas sich keinen rechten Reim darauf machen, "wie in der Erde?!"

"Mensch, unter der Erde du Pappnase!", fuhr der Ziegenbock ihn an, "Robert ist irgendwo unter der Erde in einer Höhle... und dort in einen Abgrund gestürzt - und dort werde ich ihn suchen!"

"Man, Ziegenbock...", war sich der Pegasus unsicher, "das... das war doch nur eine Vision, ein Trugbild... und selbst wenn nicht, WO zum Henker willst du mit Suchen beginnen?!"

"Mensch Atlanas...", äffte der Ziegenboch ihn verärgert nach, "was ist eigentlich los mit dir, verdammt?! - Du bist in letzter Zeit voll pessimistisch und oft schlecht gelaunt! - Wo ist der alte Atlanas hin, der Abenteurer, der Held, der Retter der Welt, der Ausbilder, zu dem alle hinaufschauen, ihn bewundern und..."

"Ich bin kein Pessimist!", knurrte der Pegasus sauer, obwohl er wusste, dass sein Freund doch nicht so ganz unrecht hatte, "es ist nur... ach vergiss es..."

"Ich vergesse gar nix, also sach endlich watt los is!"

Sonea reichte es so langsam. Erwachsene!, dachte sie genervt und wollte einschreiten, doch sie kam nicht dazu, weil Atlanas augenverleiernd einlenkte:

"Also gut... ich finde halt nur einfach los zu suchen nicht der richtige Weg ist... weil ich weiß, wie riesig die unterirdischen Höhlen und Gänge der Ziegen sind..."

"Nen Scheißdreck weißt du!", brach der Ziegenbock unerwartet in lautes Gelächter aus und musste sich erst ein paar Lachtränen aus den Augen wischen, bevor er seinen jetzt erst recht verwirrten Freund aufklären konnte, "weißt du mein Bester, die Höhlensysteme unter Equestria sind so riesig, dass die Ziegen es bis heute nicht geschafft haben, sie auch nur ansatzweise zu kartografieren... aber ich bin mir sehr sicher, dass es kaum Höhlen gibt, die senkrecht nach unten verlaufen... in der Nähe von Down Under gibt es nur eine, und ich denke nicht, dass Robert weit gekommen sein kann..."

"Tja dann ist ja alles klar!", freute sich Sonea dankbar ausatmend, "also lasst uns keine Zeit mehr verlieren und..."

"Eile mit Weile, junge Ziegenprinzessin!", lächelte Zecora und legte ihren Huf Sonea auf die Schulter, "denn hier unter uns sitzt noch jemand, dessen Visionen wir deuten sollten..."

Das junge Alihorn verstand zuerst gar nichts und dann alles auf einmal, als ihr Blick auf ihrer Tante hängenblieb: Celestia lehnte regungslos und mit geschlossenen Augen an der Hüttenwand, ihre Nase und Ohren zuckten in regelmäßigen Abständen - mit der leeren Teetasse vor ihren Hufen war es das Zeichen, dass sie im Moment fernab dieser Welt im Reich der Trance auf der Suche nach ihrem Hellje schwebte...

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Mehrere Minuten lang blieb es völlig still in der kleinen Hütte, bis der Ziegenbock es nicht mehr aushielt und sich erhob.

"Leute, ich... ich muss los... diese Dämpfe hier drin... die lassen mich unentwegt an Robert denken... und irgendwie bekomme ich bei ihm ein ungutes Gefühl..."

Zecora schlug ihre Augen auf und erwiderte leise:

"Gut, dann werde ich dich nicht länger aufhalten... begib dich also auf diese gefahrenvolle Reise... gehe jedoch nicht allein, sonst wirst du dich in den Tiefen dieser Welt, dem Ort, wo die Magie jenseits von gut und böse ist, hoffnungslos verlieren..."

"Danke...", nickte er knapp, "ich werde deine Warnung beherzigen und nicht alleine gehen..."

"Gut...", lächelte sie zufrieden, "und noch etwas: Du wirst auf diesem Weg ins Innerste dieser Welt neben vielen Heimtücken und Gefahren auch in dein Innerstes gehen und dich mit dir selbst klar werden müssen - nur so kannst du dein Ziel erreichen... deswegen handle weise und nimm dir ein Nordlicht und einen goldenen Schein mit auf den Weg... sie werden dir von großem Nutzen sein..."

Nicht nur der Ziegenbock verstand diese Wort der Schamanin zu gut, auch Atlanas wurde in Bruchteilen von Sekunden hellhörig und fuhr entsetzt in die Höhe, kurz davor Zecora die Meinung zu geigen, doch der Ziegenbock war schneller aus der Hütte draußen als er selbst hatte explodieren können...

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Ende des zweiten Kapitels

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