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Die Alte Ära: Kapitel 4 - Die Suche ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 3 - Der Aufbruch, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 5 - Das verlorene Volk.

Die Grenz-Schatten am Bahnhof von Kelut staunten nicht schlecht, als sie im Zug Ziegenkönigin Luna, deren Schwester Celestia und ein dutzend Leibwächter vorfanden - in einem stinknormalen Regelzug!

Auf die Frage, wo sie denn noch hinwollten, kam die knappe Antwort von Ferdi:

"Nach Oblivion zu Schattenkönigin Safira, und das so schnell wie möglich!"

"Wir bedauern euch das mitteilen zu müssen...", musste ihm der ranghöchste Offizier kleinlaut mitteilen, "aber irgendjemand hat die Strecke kurz vor Oblivion mitten in den Wäldern gesprengt, wohl um einen Munitionszug aufzuhalten und ihn auszuplündern... somit ist sie leider nicht befahrbar, bis..."

"Das ist schlecht...", brummte Ferdi düster, "aber wie kommen wir anders nach Oblivion, ohne unnötig Zeit zu verlieren?!"

"Ich weiß ja auch nicht... ich..."

Plötzlich trat Shadow hinter Ferdi und durchbohrte mit ihren Blicken den Offizier.

"... ich bin mir sicher, dass wir schnellstmöglich eine Lösung finden werden, jawohl!"

"Gut so...", nickte Ferdi zufrieden freute sich innerlich, "dann aber bitte zügig... uns läuft die Zeit davon..."

"Z... zu Befehl!", stammelte der Schatten und verschwand wieder.

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Der Ziegenbock war glücklich, dass er seit langer Zeit mal wieder durch das unterirdische Ziegenreich fernab von Stress und Druck des Alltages spazieren und dabei beweisen konnte, wie gut er noch immer diese unterirdischen Höhlen, Stollen und Gänge kannte.

Hinter ihm liefen mit einigen Metern Abstand Aurora und Sunset und schwatzten ununterbrochen - Stuten eben, dachte er belustigt, die einzige Möglichkeit, die zu Klappe halten zu bringen war mit einem Knebel...

Seufzend erinnerte er sich in diesen Momenten an seine Applejack, mit der er letzte Nacht soviel Spaß gehabt hatte wie schon lange nicht mehr... er hatte sich dermaßen angestrengt, dass er auch jetzt noch ein leichtes Ziehen untenrum verspürte... hach ja, diese wilde Liebe...

"Du Ziegenbock...", riss ihn Sunset aus seinen Tagträumen, "sach mal... wo genau gehen wir eigentlich hin?"

"Also laut meiner Visionen dürften wir Robert etwas abseits von Deep Down am Grund eines Schachtes finden... wenn nicht dann vielleicht am Ende der Stollen..."

"Deep Down?", fragte sie überrascht, "was ist das?"

"Deep Down... ist eine Bergarbeiterstadt der Ziegen gewesen... uralt, doch etwas zu tief unter der Erde und zu marode... seitdem dort nichts mehr abgebaut wird ist es eine Geisterstadt... in den letzten Jahren sollen dort nur noch Aussätzige gelebt haben..."

"Das hört sich gruselig an..."

"Ach was!", wiegelte der Ziegenbock ab, "da ist nichts... und selbst wenn, was sollten die von uns wollen?! - Keiner ist so blöd und legt sich mit uns an, weil alle wissen, dass sie dort nur geduldet sind... falls Robert irgendwann beschließen sollte, da eine Razzia zu veranlassen, sind die am Arsch... also... ja!"

"Beruhigt mich ungemein..."

"Sunset, komm schon...", grinste Aurora frech, "das ist weniger schlimm als mit mir alleine nachts im Wald der ewigen Magie unterwegs zu sein... oder unter Tage nur mit meinem Vater..."

"Haha... wahnsinnig witzig, aber du hast recht, das beruhigt mich ungemein..."

"Siehste mal!", lachte der Ziegenbock von vorne, "und jetzt Ende der Durchsage und weitermarschieren... bis Deep Down ist´s noch ein Stückchen!"

Sunset war trotzdem unwohl zumute... doch nur fünf Minuten später hatte sie alles schon wieder vergessen...

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Luna war mit der neuen Art des Reisens höchst zufrieden - endlich wieder frei galoppieren können und sich dabei bei Celestias Tempo halb totlachen... herrlich...

Die kleine Gruppe war von den Schattensoldaten bis zum derzeitigen "Ende" der Bahnstrecke im Zug begleitet worden und musste nun selbst laufen - was besonders der Ponyprinzessin in ihrer Mitte auf die Dauer arg an die Kondition ging, während sich Ghost Rider und Schatten völlig normal und ohne Probleme miteinander unterhielten.

Shadow trabte gemächlich neben Luna ein gutes Stück vor den anderen und murmelte mit verkniffenen Mund:

"Das mit meinem Vater macht mir echt Sorgen... das hat er noch nie gemacht, einfach so zu verschwinden - und anstelle von ihn zu suchen helfe ich euch... hach ja..."

"Hey, Kopf hoch!", lächelte die Ziegenkönigin aufmunternd, "weißt du, mir geht es gleich... ich mache mir solche Sorgen um Robert, weiß jedoch gleichzeitig, dass der Ziegenbock und Aurora ihn auch ohne mich finden werden... und ich hier mehr gebraucht werde... ebenso wie du..."

"Tja...", konnte sich Shadow ein Grinsen nicht verkneifen, "ich weiß... Schattenhengste scheine ich magnetisch anzuziehen... aber keiner von denen gefällt mir auch nur ansatzweise - immerhin helfen sich uns aber..."

"Das stimmt, und ich bin dir dankbar dafür!", meinte Luna zufrieden, "Ich hoffe nur, dass es deinem Vater auch gut geht... nein, ich bin mir sicher, dass er wohlauf ist!"

Shadows Gedanken klarten ein bisschen auf, kreisten aber weiterhin unentwegt um Overlord, bis sie die Türme von Oblivion schon aus weiter Ferne sehen konnten.

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Schattenkönig Safira und ihr Freund Eross waren über den unerwarteten hohen Besuch mehr als erstaunt und wollten sofort alles für ein Festmal für Celestia herrichten lassen, doch die schaffte es kaum in ein Gästezimmer, bevor sie fix und alle zusammenbrach.

Nach alter Manier tranken Luna und Safira anschließend gemeinsam einen Tee mit Shadow zusammen, während die Soldaten draußen mit Eross im Schlossgarten ein Feuer angezündet hatten und nach alter Schattenart den Abend nur unter Hengsten verbrachten.

Luna erzählte ihrer Amtskollegin Safira alles - und die verstand sofort, dass es eine gefährliche Reise werden würde... bis an den Rand des Schattenreichs, wenn nicht sogar darüber hinaus...

"Das Land hinter den Donner-Bergen (die südliche Grenze des Schattenreiches) hat noch kein Schatten je betreten - vielleicht doch, aber er ist nicht zurückgekehrt... es heiß, diese Berge seien verflucht - ich selbst halte das für absoluten Quatsch, aber auch unsere fähigsten Wissenschaftler weigern sich aus diesem Aberglauben dort Nachforschungen anzustellen geschweige denn jemanden dorthin zu schicken... es ist mysteriös da..."

"Hmmm...", überlegte Luna, "das hört sich nicht allzu gut an... am besten, wir warten Celestias nächste Vision von Hellje ab, ehe wir morgen früh wieder aufbrechen..."

"Meinst du, sie wird eine neue bekommen?", fragte Safira.

"Ich denke schon...", antwortete Shadow für Luna, "ganz im Gegensatz zu mir..."

Sie schniefte und Safira schloss ihre Freundin liebevoll in die Arme.

"Oh Shadow... es tut mir so leid für dich, aber ich weiß, dass dein Vater dich über alles liebt, und deswegen dir nicht einfach so ohne Grund Kummer bereitet - und ich bin mir sicher, dass es ihm gut geht, egal wo er auch gerade ist... das ist die Hauptsache im Moment, und wir werden ihn schon finden, verlass dich drauf!"

"Wie... wieso wir?!", kam es überrascht von Luna, "du willst doch nicht etwa... ?!"

"Doch, ich will und werde euch begleiten, gemeinsam mit meinem Eross!", stellte die Schattenkönigin lachend klar, "und keine Widerrede! - Celestia kann meinetwegen hierbleiben und Taladon helfen, aber..."

"Vergiss es!", grinste Luna böse, "die schleppe ich mit - deren fauler Arsch hängt sonst eh nur hier im Schloss rum und bewegt sich kein Stück!"

"Dann... ist das abgemacht!", freute sich nun auch Shadow, "Hellje wir kommen! - Und wenn wir ihn gefunden haben, kann er uns nach der Suche nach meinem Vater helfen, oder?"

"Ganz sicher kann er das...", zwinkerte Safira ihr zu, "noch eine Tasse Tee meine Liebe?"

"Aber gerne doch!"

Und so saßen die drei Freundinnen an diesem Abend noch lange zusammen und schwatzen ausgelassen über Niben und die Welt...

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Celestia hingegen wälzte sich geplagt von Albträumen unruhig auf ihrer Matratze hin und her.

Sie sah ihren Freund Hellje direkt vor sich, doch sie bekam ihn nicht zu greifen... er war ihr so nahe und gleichzeitig so weit entfernt... und er flog, weg von Oblivion, direkt auf Berge zu... dunkle Berge ohne Bäume... er trug etwas mit sich, etwas großes, doch was es war vermochte sich ihr nicht zu offenbaren - es lag die ganze Zeit im Schatten unter ihrem Freund, der leise etwas vor sich hin zu flüstern schien:

Es wird mich nie loslassen... nie, egal wie sehr ich versucht habe, es für immer zu vergessen... es kam zurück, es... es war so ein dummer Zufall... ein Zufall, der alles wieder aufgerissen hat, alles wieder zurückgebracht hat... ich muss es zu Ende bringen, bevor es zu spät ist... sonst... sonst ist alles verloren... bin ich endgültig verloren...

Mit einem Ruck fuhr sie aus dem Bett und keuchte entsetzt - wenn diese Vision stimmen sollte, dann lag da mehr in der Luft, als sie alle zu glauben taten...

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Der nächste Morgen kam schneller, als ihnen allen lieb war, doch für Jammern bleib keine Zeit, schon im Morgengrauen brachen sie auf - die Ereignisse von letzter Nacht (Celestia war schreiend kreuz und quer durch das Schloss gerannt und hatte dabei hyperventilliert: "DIE WELT GEHT UNTER!!! - RETTE SICH WER KANN!!!") hatten diese Entscheidung noch einmal beschleunigt.

Die Störenfriedin murrte dabei am lautesten, aber Luna kannte keine Gnade und jagte sie zum Wachwerden erstmal mehrere Runden quer durch den Schlosspark, bevor sie sich gemütlich neben Safira und Shadow setzte und mit ihnen voran marschierte, dicht gefolgt von Eross, Ferdi und den anderen Ghost Ridern und Schatten, die die säuerlich Celestia in ihrer Mitte hatten und nicht herausließen, es bleib ihr schlichtweg keine andere Wahl als mit ihren vorwärts zu laufen...

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Von Oblivion weg wanderten sie in Richtung der Donner-Berge im Süden des Landes, wo Celestias Vision Hellje zuletzt gezeigt hatte... je näher sie dem Gebirge kamen, desto unwirtlicher und öder wurde das Land - Schatten waren kaum noch anzutreffen, Pflanzen noch seltener - die Landschaft glich einer Staubschüssel, trostlos soweit das Auge reichte...

Celestia war noch immer beleidigt, Luna noch an der Spitze der Truppe und Safira inzwischen mit Eross am Quatschen, sodass Shadow begann sich zu langweilen begann, während sie an den ersten kleinen Spitzbergen vorbeimarschierten.

Sich nach einem neuen Gesprächspartner umguckend fiel ihr einer der Ghost Rider auf, ein Ziegenbock mit feuerroter Mähne und tiefbraunen Augen, die gleichzeitig nett und entschlossen wirkten.

Sie ließ sich ein Stück zurückfallen und sprach ihn an: "Hallo Soldat!"

"Tach!", grüßte er freundlich zurück, "Wie kann ich euch helfen, Captain Shadow?"

"Captain?!", lachte sie auf, "aber ich bin doch kein Captain! - Ich bin einfach Shadow... zumindest für Sie..."

"Oh, das freut mich...", lächelte er, "weil ich für meinen Teil mir auch nichts aus Titeln mache - ich bin Mellis Marlin, kurz Mellis!"

So vertieften sich die beiden auch in ein Gespräch, nicht ahnend, dass sie die Grenze des Schattenreiches schon längst überschritten hatten und mitten ins Unbekannte hinein spazierten...

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Erst als die Gegend langsam immer felsiger und nahezu unpassierbar wurde stoppte Luna unsicher und drehte sich zu Safira um:

"Sag mal, weißt du, ob wir hier noch richtig sind?"

"Ähmmm... keine Ahnung...", kam es kleinlaut zurück, "ich dachte, wir wären in einem bestimmten Tal, aber das hier scheint es nicht zu sein..."

"Das heißt wir haben uns verirrt?!", stotterte Ferdi entsetzt, "hier mitten im Nichts?!"

Auch die anderen Soldaten wurden unruhig (Celestia war es sowieso schon), weshalb Luna ihre Stimme erhob und schmetterte, dass es von den Berghängen widerhallte:

"JA, DAS MAG SEIN, ABER SEIT WANN SEID IHR MEMMEN?!?! - ICH DENKE, ICH SEID TAPFERE SOLDATEN, DIE IHREN REGENTEN ÜBERALL HIN FOLGEN, EGAL WIE GEFÄHRLICH ES DORT IST!!! - ICH DENKE, IHR SEID MUTIGE KRIEGER, DIE IHREM KÖNIG UND IHRER KÖNIGIN DIE TREUE GESCHWOREN HABEN!!!"

Ein lautes "JA, DAS SIND WIR!!!", dröhnte ihr entgegen.

"NA ALSO!!! - UND DESWEGEN GEHEN WIR JETZT VEREINT WEITER UND FINDEN HELLJE, ALLES KLAR?!?!"

"ZU BEFEHL!!!", brüllten die Soldaten zurück und wollten gerade im Gleichschritt weitermarschieren, als plötzlich Gestalten um ihnen herum aus dem Geröll auftauchten, Gestalten, wie sie noch kein Pony zuvor gesehen hatte:

Es waren gigantische Insekten, die noch bedrohlicher als ihre kleinen Verwandten wirkten und auch wesentlich bedrohlichere Waffen mit sich führten - die Freunde erkannten Gewehre, Pistolen und Granaten... kein gutes Zeichen...

"OH GOTT!!!", kreischte Celestia panisch, "WAS MACHEN WIR JETZT?!?!"

"Zuerst mal runterkommen und die Klappe nicht so aufreißen!", fuhr Luna sie an, "und dann fragen wir sie, was sie von uns wollen..."

"BIST DU NOCH GANZ BEI TROST?!?!", schrie Celestia empört, "DIE WOLLEN UNS DOCH..."

Weiter kam sie nicht, weil plötzlich aus heiterem Himmel mehrere Netze auf sie herabfielen - elektrisch geladene Netze, die auch die stärkste Prinzessin umwarfen.

Und das letzte, was sie vernahm, bevor sie die Ohnmacht verschluckte, war ein komisches Klicken in ihrer Nähe...

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Die Yanme´me waren höchst zufrieden, als sie sich auf den Rückweg zu ihrem Dorf machten - eigentlich hatten sie ein Tier aus dem Gebirge fangen wollen, aber diese ganzen unbekannten Fremdlinge da sahen auch ganz schmackhaft aus... und wenn nicht, dann würde sie zumindest ihr Anführer für die fette Beute beglückwünschen und sie den Göttern opfern...

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(Ende des vierten Teils)

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