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Deckung, KRIEEECH!!!

Panzerschild.png
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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Die Alte Ära: Kapitel 7 - Durch den Krieg ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 6 - In die Tiefe, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 8 - Ins Innerste Equestrias.

In Yak´nang, dem Land der Yamne´es, erhob sich die Sonne langsam aus dem Ozean und tauchte die üppigen Landschaften in herrlich warme Farbtöne.

Langsam schlich sich das Licht auch auf das kleine Dorf zu, in dem von der Feier bis spät in die Nacht noch die letzten schlafenden Gäste vor ihren Hütten übriggeblieben waren und nun allmächlich geweckt wurden.

Auch in die kleinen Holzhäuschen drangen die Strahlen, kitzelten dort Ziegenkönigin Luna in der Nase und zogen sie aus der Welt der Träume.

Verschlafen schlug sie ihre Augen einen Spalt breit auf und streckte sich, fuhr sich mit dem rechten Vorderhuf über die Stirn und schob sich müde an der Hüttenwand in die Höhe.

"Guten Morgen Königin!", grüßte sie Rothen Warz, der Ghost Rider, der Nachtwache gehalten hatte, "habt Ihr ausgeschlafen?"

"Geht so...", gähnte sie, "und du, bist du nicht müde?"

"Fragt lieber nicht...", grummelte er und setzte ein "wenn´s nach mir ginge, würde ich auch pennen, aber ich habe eine Pflicht zu erfüllen - und ich habe meine Kameraden, die ihren Schlaf ebenso verdient haben... und ich bin dran mit Wache schieben..." hinterher.

"Dann erlaube ich dir jetzt diesen Schlaf und passe selbst auf mich und euch anderen auf, wenn´s recht ist..."

"Bedaure Königin, aber das entspricht nicht unserem Kodex, da ist nichts zu machen!", entgegnete er streng, "einer von uns muss immer wach und für alle anderen verantwortlich sein, und wenn ein Mitglied der Königsfamilie wach und in einem Dorf fremder Kreaturen ist erst recht!"

Luna wusste, dass Reden bei eingefleischten Soldaten so viel brachte wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen, weshalb sie brav nickte und ihn fragte:

"Aber ich darf hier innerhalb des Dorfes frei rumlaufen oder müssen Sie da auch mitkommen, Soldat?"

"Das hängt davon ab, ob Ihr das wünscht oder nicht, Majestät."

"Dann wünsche ich, dass du hierbleibst und auf die anderen aufpasst... ich werde mich schon nicht verirren..."

"Wenn Ihr meine Hilfe benötigt, dann..."

"Jaja... ich melde mich schon...", seufzte Luna genervt und verließ die Hütte, dankbar nicht mehr solche dämlichen Gespräche führen oder sich anhören zu müssen.

Der Dorfplatz lag schon mitten im hellen Licht der Morgensonne, einige Yamne´es räkelten sich noch erschöpft vom gestrigen Fest auf dem Boden oder den Baumstammbänken, das große Feuer war zu einem Aschehaufen verbrannt und kohlte ein letztes bisschen vor sich hin... ein friedlicher Anblick, aber Luna wusste, wie eng es auch hier um den Frieden stand - die Miliz war laut Black Snow auf dem Vormarsch und es war nicht sicher, ob sie rechtzeitig gestoppt werden konnte oder...

Gestern Abend noch hatte das Slender-Pony ihr vom Dorfeingang aus die Ebenen vor ihnen gezeigt - die Explosionen und dadurch ausgelösten Brände waren nicht zu übersehen gewesen.

"Da müssten wir morgen eigentlich lang...", hatte sie gemeint, "aber das wäre zu gefährlich, weshalb wir euch über einen anderen Weg führen werden..."

Sie selbst kannte die Route inzwischen so ungefähr... und war gespannt, was sie auf ihrer Reise erwarten würde...

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Eine Stunde später waren alle anderen wach oder geweckt worden, hatten in Eile etwas Kleines gegessen und sich von den Dorfbewohnern verabschiedet, von denen es nicht einen gab, der sie liebend gerne noch bei sich in der Hütte wohnen gehabt hätte.

Noch lange winkten die Yamne´es den Freunden nach, die begleitet von Black Snow und zwölf weiteren tapferen Soldaten als Schutzgarde durch die anfangs dichten Wälder Yak´nangs geführt wurden und dabei mehr als nur einmal etwas vollkommen Neues entdeckten.

Zur Mittagszeit ließen sie sich auf einer kleinen Lichtung nieder, wo Black Snow eine Karte aufschlug und Eross, Safira, Shadow und Luna zu sich rief und auf eine dunkelrote Fläche deutete:

"Also, wir sind jetzt hier...", sie schob ihren Huf auf einen hellgrünen Fleck mitten im Wald, "und da müssen wir ungefähr hin...", sie zeigte auf die Berge im Süden des Landes, "und da... müssen wir durch...", sie fuhr zu der dunkelroten Fläche, "... das ist der Ort Zai´vong, eine Kleinstadt mit festen Häusern - das Problem ist nur, dass sie nicht ganz sicher ist, die Miliz könnte sie besetzt haben oder eben nicht, das kann ich nicht genau sagen... fest steht, dass sie gut bewaffnet sind, ganz im Gegensatz zu uns, die nur traditionelle Gewehre dabei haben..."

"Wie?", unterbrach Eross sie, "was soll das heißen, wir hätten nur traditionelle Waffen dabei?!"

"Die Gewehre, die meine Soldaten mit sich führen sind längst veraltet... hierzulande benutzt man normalerweise Plasma- und Nadelwaffen, die..."

"WARUM HABEN WIR DIE DANN NICHT DABEI?!?!", explodierte der Pegasus fast, "WENN IHR DIE...!!!"

"WEIL DIESE WAFFEN SICH ALLE IN DER WAFFENKAMMER IN UNSERER HAUPTSTADT GHI´HON BEFINDEN!!!", fuhr Black Snow ihn mit wütend funkelnden Augen an, "DA SIND SIE SICHER UND IMMER GRIFFBEREIT, WENN DIE ARMEE SIE EINMAL BRAUCHEN SOLLTE!!!"

"Entschuldigt bitte das Temperament meines Freundes...", lenkte Safira das Gespräch schnell weg vom Brennpunkt, "aber auch ich würde gerne wissen, warum eure Waffen sich alle in der Hauptstadt befinden..."

"Der normale Yamne´e hat kein Recht diese Technologie zu nutzen, weil ihm und anderen das schaden könnte...", begann die Slenderstute mit rechthaberischer Stimme, "deswegen sind innerhalb der Clans nur traditionelle Waffen zugelassen, egal ob zur Jagd oder zu Kämpfen untereinander... alles andere wäre auch unfair und würde mehr zerstören als klären!"

"Ist trotzdem mist, dass ihr die nicht dabei habt...", brummte Luna, "also bleiben uns nur die meiner Männer, was glaube ich zwei Raketenwerfer, eine Panzerfaust und drei Maschinengewehre sind... nicht gerade viel..."

"... und gegen Plasmawaffen völlig veraltet...", schüttelte Black Snow theatralisch seufzend ihren Kopf, "nein nein nein... tja, dann haben wir jetzt genau zwei Optionen: Entweder wir umgehen den Ort weiträumig und sind erst morgen früh an den Beshee-Bergen, oder wir schleichen uns auf Risiko in die Stadt und sind zum Einbruch der Nacht da."

Keiner der vier antwortete ihr sofort, sie guckten sich unendlich lange und langsam verstreichende Sekunden an, bis Shadow sich ein Herz fasste und schnaubte:

"Mein Vater braucht mich, das weiß ich... also sollten wir uns beeilen und Hellje finden, damit ich mich auf die Suche nach ihm machen kann, falls er nicht mit ihm da ist..."

"Gut, dann Aufbruch!", murmelte Black Snow, "wenn ihr es so eilig habt, hilft die beste Strategie nichts mehr..."

Allen voraus schreitend verschwand sie wieder im Wald und Shadow raunte Luna und Safira zu:

"Was eine hochnäsige Zicke! - Bloß gut, dass wir sie bald los sind!"

Wie wahr, wie wahr..., dachte Luna bei sich, als Anführerin eines Volkes ist sie eine absolute Niete - eher solltes man sie als Diktatorin bezeichnen...

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Der Wald lichtete sich, und mit ihm verschwand auch die Deckung von oben, sodass sich die Freunde und Yamne´es versteckt unter den großen Büschen halten mussten, um nicht vielleicht durch Luftaufklärer entdeckt zu werden.

Black Snow hatte die Führung nach wie vor fest unter Kontrolle und trabte rasch vorwärts, bis aus dem Gebüsch regelrechtes Gestrüpp wurde und sie vier ihrer Männer den Vortritt überließ.

Safira und Luna konnten mal wieder nur den Kopf schütteln, während Mellis Marlin und Shadow in ein eifriges Gespräch vertieft waren und das nicht zu bemerken schienen.

Weiter ging es durch die pieksenden Dornen - Rothen Warz und Ferdi hatte man mit ihren Macheten den Vortritt gelassen, damit die beiden eine Schneise schlagen konnten, verfolgt von den vier Yamne´e-Kämpfern erreichten sie als erste den Waldrand und traten hinaus auf ein verdorrtes Feld.

In diesem Moment brach ein Sperrfeuer los, riss drei der großen Insekten sofort zu Boden und verwundete das vierte schwer, Rothen erwischten zwei Streifschüsse am linken Arm und warfen ihn zur Seite, Ferdi reagierte schnell genug, packte seinen Kameraden an dessen Munitionsgürtel und zog ihn schnell zurück in die Deckung gebenden Büsche.

"Oh Fuck!", schrie er über Rothens Schmerzensgeheul warnend, "da vorne ist eine feindliche Stellung!"

"SOFORT ALLE RUNTER AUF DEN BODEN UND MIR NACH!!!", brüllte Black Snow, "DIE MILIZ IST SCHON DA!!!"

Die Freunde flitzten ihr so schnell sie konnten hinterher, erst Celestia und Ivon Willitsch, die den verletzten Rothen mit sich schleppten, dann Safira und die restlichen Freunde, bis sie alle auf ein Hufzeichen stoppten.

"Jungs...", keuchte das Slender-Pony ernst, "wir haben ein großes Problem!"

Durch das trockene Gras hinweg erhaschten sie einen Blick auf ein halb zerstörtes Gebäude, auf dessen Dach ein kleines Flugabwehrgeschütz stand und gerade vier von ihnen das Leben gekostet hatte, rechts befanden sich knapp hundert Meter die ersten Häuser des Dorfes - getrennt durch ein dichtes Gewirr von Stacheldraht und Schützengräben voller Milizen.

"Ach du Scheiße...", entfuhr es Eross, "da hilft nur schweres Geschütz, oder?"

"Sieht ganz danach aus... Raketenwerfer vor!", befahl Luna.

Doch nichts regte sich, und als sich die Freunde entsetzt umguckten, bemerkten sie, dass weder Ferdi noch Mellis Marlin bei ihnen waren...

"MELLIS!!!", schrie Shadow voller Angst, "MELLIS, WO ZUR HÖLLE BIST DU?!?! - MELDE DICH VERDAMMT!!!"

"Shadow...", versuchte ihr Luna das Unvermeidliche klarzumachen, "dein Mellis... er..."

"FEINDLICHER PANZER AUF 10 UHR!!!", brüllte Ivon Willitsch plötzlich und fuchtelte mit seinem Huf in Richtung der Ruine, "DAAA!!!"

Und wirklich, ein großer Panzer war begleitet von etwa zwanzig Milizen hinter dem Gebäude hervor gerollt und suchte nach den Freunden, die irgendwo in dem Dickicht sein mussten.

Siedend heiß fiel Luna ein, dass ihre Raketenwerfer noch bei den Trägern waren... und die waren...

"DIE RAKETENWERFER!!!", machte sie die anderen auf die mehr als nur fatale Lage aufmerksam, "WAS MACHEN WIR OHNE DIE?!?!"

"WIR HABEN NOCH EINE PANZERFAUST MIT ZWEI SCHUSS UND EINEN GRANATWERFER!!!", brüllte Willitsch herüber, "DAS WIRD ENG, KÖNNTE ABER KLAPPEN!!! - BLACK SNOW, SAGEN SIE IHREN MÄNNERN, DASS ICH ZWEI VON DENEN SOFORT FÜR DIE GRANTEN BRAUCHE, AUßERDEM MUSS EINER MIT DER PANZERFAUST AUF MEIN ZEICHEN WARTEN!!!"

"IST OK!!!", schrie das Slender-Pony und übersetzte hastig ins Yamne´anische, "ICH VERTRAUE IHNEN, WILLITSCH!!!"

"DAS MÜSSEN SIE JETZT AUCH, SONST SIND WIR ALLE VERLOREN!!!"

Die Yamne´es waren auf Positionen und klappten den Granatwerfer auf, peilten schnell an und kurbelten das Rohr in die richtige Lage, während die anderen Freunde ein paar Meter zurücktraten und sich hinter einem Energieschild von Luna verschanzten.

"FERTICH?!", brüllte Willitsch und der Yamne´e neben ihm nickte, "FEUER!!!"

Nummer zwei schob die Granate ins Rohr und ließ los.

Fump! - Fiiiiiii.... - BUMM!!! detonierte der Sprengkörper knapp neben dem Panzer und zerfetzte über die Hälfte der daneben rennenden Milizen, weitere wurden verletzt.

"NEUE POSITION!!!"

Hektisch kurbelte der Yamne´e aufs Neue, vergewisserte sich, dass er richtig lag und nickte.

"FEUER!!!"

Die nächste Granate - Fump! - Fiiiiiii.... - WUMM!!! riss es die letzten Milizen zu Boden, den Panzer kratzte die Explosion jedoch kein bisschen.

"NÄCHSTE GRANATE!!!"

Fump! - Fiiiiiii.... - KA-BUMM!!! - Volltreffer!

Willitsch war schon kurz davor zu jubeln - doch der Panzer rollte immer noch unaufhörlich weiter!

"VERDAMMTE SCHEIß PANZERUNG!!!", fluchte er zornig, "NEUE GRANATE!!!"

Die Yamne´es brachten das kleine Geschütz in wenigen Sekunden auf die neue Position.

"FEUER!!!"

Fump! - Fiiiiiii.... - KA-WUMM!!!

Die Explosion hinterließ eine Staubwolke, durch die man nichts erkennen konnte, erst als sie sich ein wenig gelichtet hatte, erkannte Willitsch, dass der Panzer stand und auf ihm ein kleines Feuer brannte.

"WIR HABEN IHN GLEICH, PANZERFAUST FEUER FREI!!!"

Der Yamne´e drückte ab.

Zwei Explosionen nacheinander erwischten den Panzer frontal und ließen ihn erzittern... doch...

"Oh Scheiße...", murmelte Ivon Willitsch, "SOFORT ZURÜCKZIE...!!!"

Der Rest des Satzes ging in der noch viel gewaltigeren Detonation der Panzergranate unter, die den Panzerfaustschützen und seinen dahinterstehenden Helfer atomisierte und die drei am Granatwerfer knienden Soldaten meterweit durch die Luft katapultierte.

Und das letzte, was der Ghost Rider Ivon Willitsch vernahm, war eine weitere Explosion...

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Rothen Warz sah mit größtem Entsetzen seinen Freund Willitsch durch die Luft geschleudert werden und wollte ihm sofort helfen, doch Black Snow drückte ihn wieder zurück auf den Boden.

"Liegen bleiben!", zischte sie, "Sie müssen hier bleiben Soldat, sonst sind Sie Hackfleisch!"

"ABER ER IST MEIN KAMERAD!!!", schrie der Ghost Rider zitternd von Schmerz und Zorn, "ICH MUSS IHN RETTEN, SO WIE ER DAS AUCH FÜR MICH GETAN HÄTTE!!!"

"DAMIT VERRATEN SIE DENEN DA IM PANZER BLOß UNSERE DECKUNG!!!"

"DAS IST MIR EGAL!!!", brüllte er und schaffte es sich loszureißen, "ABER ICH LASSE MEINEN BRUDER NICHT IM STICH!!!"

Er durchbrach Lunas Schutzschild, sprang über einen zerfetzten Baum und war mit zwei Sätzen bei seinem Freund, den er hastig auf seine Schultern hievte und gerade den Rückweg antreten wollte, als er aus den Augenwinkeln das Rohr des Panzers sah, das geradewegs auf ihn zielte.

Mitten in der Bewegung erstarrte er und flüsterte tonlos:

"Immerhin sterbe ich auf dem Schlachtfeld, zusammen mit meinem Bruder... vergebt uns, mein König..."

KA-BUMM!!!

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Luna erwartete die Detonation mit geballter Energie, doch nichts passierte - ihr Schild stand unverändert von ihnen, und auch Warz und Willitsch befanden sich ohne einen Kratzer noch an Ort und Stelle.

Erst als ihr Blick auf den Feind fiel, wusste sie, wen es erwischt hatte:

Der Panzer brannte, sein Rohr hing schlapp nach unten und die Kanoniere versuchten sich noch in Sicherheit zu bringen, als keine zwanzig Meter von den Freunden entfernt ein weiterer Panzer gleicher Bauart das Gebüsch niederwalzte, verlangsamte, zielte und ihm den Gnadenschuss gab.

Ungläubig starrten sie das Gefährt an, das ihnen höchstwahrscheinlich gerade das Leben gerettet hatte - bis sie den Schützen oben im Turm erkannten, der sein Rohr jetzt auf das Flak oben auf dem Dach des Gebäudes richtete und es mit einem "FRESST DAS IHR DRECKSVIEHER!!!" in die Luft jagte.

"MELLIS!!!", rief Shadow und raste zu dem Panzer, "OH HEILIGE LUNA, MELLIS, DU LEBST!!!"

Bevor er sich auch nur umdrehen konnte lag sie schon auf ihm und riss ihn von seinem Sitz in den Panzer hinein, wo sie ihn wild zu küssen begann und dabei immer wieder "Oh man, ich dachte schon, dass wir dich verloren haben!" schluchzte.

"Hey, ist ja alles gut...", lächelte er und schloss sie beruhigend in seine Arme, "es tut mir auch leid, dass Ferdi und ich so plötzlich verschwunden sind, aber da stand ein Panzer im Gebüsch und die Besatzung hat grad gepennt... unser Glück..."

Zwischenzeitlich hatten auch Black Snow, ihre fünf verbliebenen Soldaten, Safira, Eross und Luna in der Deckung den Panzer erreicht und die Anführerin der Yamne´es kletterte hinauf, robbte zur Einstiegsluke und schrie hinein:

"FERDI?! - BIST DU DA DRIN?!?!"

"BIN ICH, WAS GIBTS?!?!"

"FAHR LANGSAM NACH LINKS UND NIMM DIE ERSTEN HÄUSER UNTER BESCHUSS, DANN KÖNNEN WIR DIE WAFFEN DER TOTEN MILIZEN EINSAMMELN!!! ANSCHLIEßEND NIMMST DU DIR DIE HAUPTSTRAßE VOR, DAMIT WIR DA DURCHKOMMEN!!!"

"JOP, IS JUT!!!", schallte es zurück und sie rutschte zurück zu den anderen, erklärte ihnen kurz den Schlachtplan und setzte hinzu: "Wenn wir da nicht durchkommen sollten sind wir am Arsch, alles klar?!"

"JAWOLL!!!", schmetterten die anderen und machten sich bereit, Safira und Eross stellten sich Seite an Seite links, Luna rechts und Black Snow in die Mitte.

"FERDI... LOOOS!!!", kommandierte sie und der Panzer röhrte los, Mellis Im Turm zerlegte mit einem Schuss zum Auftakt das linke Reihenhaus völlig, Shadow schoss in den Himmel und nahm ihre dämonische Form an, bevor sie sich auf die nichts ahnenden Milizen stürzte und sie zerfleischte, Luna preschte durch das Kreuzfeuer hinter ein Trümmerteil eines abgeschossen Flugzeugs und gab den anderen von dort aus MG-Schutz, Black Snow hatte sich zwei Plasmagewehre geschnappt, war wieder auf den Panzer geklettert und schoss von dort aus auf die Verteidiger, Eross und Safira blieben weiter in Deckung, bis sich die passende Gelegenheit bot und ihnen den Weg in einen Hinterhof öffnete, durch den sie in einem der Häuser verschwanden.

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Celestia zitterte wie Espenlaub und Rothen Warz war sauer, dass er nicht mitkämpfen durfte, weil Luna ihm befohlen hatte, ihre Schwester und den verletzten Ivon Willitsch zu bewachen.

Auf seinen Protest hatte sie nur kühl geantwortet, dass einer immer für die anderen verantwortlich war, wenn diese schliefen oder anderweitig verhindert sein sollten - und dass er immer für den Schutz eines Mitgliedes der Königsfamilie verantwortlich sei...

Es gibt Tage, da hasst man sich einfach, obwohl man nichts dafür kann..., seufzte er innerlich und verband eine von Willitschs Wunden neu, wo man selbst auf den besten Kodex dieser Welt einen Scheißdreck geben könnte... aber Pflicht ist Pflicht...

Und während er da saß, sein Gewehr im Anschlag und sich Celestias Gejammer anhören musste, wünschte er sich, einmal nicht Ghost Rider geworden zu sein... oder dass die Prinzessin zum Abschuss freigegeben wäre...

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Eine halbe Stunde und etliche in die Luft gesprengte Häuser später hatte sie das Dorf hinter sich gelassen und waren bester Stimmung.

Der Panzer hatte ihre Überlegenheit perfekt gemacht, Shadow sowieso, und auch die anderen hatten Großartiges geleistet, denn sie waren trotz erhebliche Feuerhagels von Haus zu Haus gekommen und hatten sämtliche Miliz über den Haufen geschossen oder aus der Stadt gejagt.

Black Snow hatte eigenhufig oder mit ihren Tentakeln mehr als dreißig von ihnen die Köpfe abgerissen, der Panzer mehrere Nadelgewehrstellungen in tausend Einzelteile zerlegt und die anderen Freunde ebenfalls etliche Milizen ausgeschaltet, besonders gelobt wurden dabei Eross und Safira, die sich im Häuserkampf behauptet hatten und so den anderen die Straße von Snipern und anderen Heckenschützen freigehalten hatten.

Nun marschierte man gut gelaunt weiter - einzig Celestia und Rothen Warz waren noch immer etwas zittrig beziehungsweise sauer, obwohl sie im Panzer mitfahren durften - zumindest die Ponyprinzessin hatte sofort angenommen und hatte sich in die hinterste Ecke verkrümelt, während auch Mellis wieder draußen mit Shadow lief und die beiden sich andauernd knutschten.

Luna konnte nicht einfach darüber hinweg sehen, wenngleich es sie traurig machte... wo Robert wohl gerade steckte?, fragte sie sich immer wieder, und ging es ihm dort gut? - Hatte der Ziegenbock ihn vielleicht schon gefunden oder...?

Schnell verwarf sie diese Gedanken wieder und nahm ein Gespräch mit Black Snow auf, das sie schnell ablenkte und bald nicht mehr an ihren Mann denken ließ...

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Die Sonne begann schon über den Baumkronen herab zu sinken, als die kleine Karawane den Fuß des Beshee-Gebirges erreichte und dort stoppte.

Für einen langen Abschied blieb keine Zeit, Black Snow und ihre drei verbliebenen Landsleute mussten zurück ihre Armee unterstützen und die Freunde noch hinauf bis zum Pass ins Land des Todes und der flüsternden Stimmen - Ferdi war schon ganz aus dem Häuschen und prahlte damit, wie er doch jetzt schon wisse, dass das alles nur alte Schauergeschichten seien...

"So...", begann Black Snow zögernd, "dann viel Glück euch da drüben... und bitte, kehrt lebendig und mit eurem Freund zurück!"

"Das werden wir...", lächelte Luna, "und danke für Eure Gastfreundschaft und Eure Führung durch Euer von Krieg geschädigtes Land... möge es bald wieder durch Euren Huf geeint sein..."

"Danke Ziegenkönigin...", nickte das Slender-Pony, "und nun beeilt Euch, die anderen warten nicht gerne..."

"Schon klar...", grinste sie und wollte sich schon umdrehen, blieb aber noch für einen Moment stehen und meinte: "Ach ja, einen Ratschlag von mir noch..."

"Ja?"

"Nun...", lächelte Luna weise, "wisst Ihr, ein Land kann man nicht einigen, indem man die Meinung vieler völlig unterdrückt... und mit Gewalt dagegen vorzugehen ist auch der falsche Weg... macht es am besten so wie mein Mann und ich..."

Sie wandte sich um und begann zu gehen.

"WIE?!", rief ihr Black Snow hinterher.

"Lasst beide Streitparteien miteinander verhandeln und reden... macht es demokratisch..."

"Was... was heißt demokratisch?!"

"Lasst das ganze Volk entscheiden..."

Damit war Luna in dem Tal verschwunden.

Black Snow gab ihren Männer den Befehl zum Aufbruch und schüttelte ablehnend den Kopf.

Eine Demokratie, so was Beklopptes... ja, soweit kommt´s noch!

Aber je länger sie darüber nachdachte, desto besser begann ihr diese Idee zu gefallen...

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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten die Freunde endlich den ersehnten Pass und mit ihm den ersten Blick in das Land, in das sie morgen früh auf der Suche nach Hellje ziehen würden... es sah noch trostloser und lebensfeindlicher aus als die Yamne´es es beschrieben hatten.

Bis zum Ende zog sich eine graue Wüste ohne irgendeine Form von Abwechslung... keine Pflanze, kein Tier, kein gar nichts.

Keiner der Freunde verspürte große Lust dort hinunter zu steigen, aber sie konnten jetzt schlecht kneifen - zumal Celestia im Panzer eingeschlafen und eine neue Vision bekommen hatte, dieses Mal hatte sie Hellje wieder über diese trostlose Staubschüssel fliegen sehen... und das Meer war auf beiden Seiten des Landes gewesen...

Eross Theorie beim Abendessen neben dem Panzer war die beste: Das Land verengte sich und lief am Ende spitz zusammen - nur, was wollte der Gott dort? - Und weshalb flog er soweit?

Auf keine dieser Fragen hatte keiner von ihnen eine Antwort, sodass bald das Thema zum Nachthimmel wechselte, über dem Luna den strahlenden Vollmond aufgehen lassen hatte.

Staunend lagen sie noch lange beisammen unten den Sternen und beobachteten den zauberhaften Nachthimmel, Eross hatte Safira im Arm, Mellis Marlin hielt Shadow warm und Ferdi lehnte zusammen mit Luna an seinem erbeuteten Panzer und genoss die Wärme des Feuers.

"Du...", fragte Luna ihn schließlich, "was meinst du... geht es Robert und dem Ziegenbock gut?"

"Mit Sicherheit...", lächelte Ferdi, "und... denkt am besten nicht mehr daran, bis wir Hellje gefunden haben, ok? - das spart Euch viele Nerven und Geduld... oder seid Ihr jemand wie Eure Schwester?"

"Nein, das bestimmt nicht!", grinste sie bei dem Gedanken an Celestia in der hintersten Ecke des Panzers, "aber... wenn ich hier in den Himmel schaue, dann sehe ich sie beide... und viele andere dazu... weißt du, die Sterne erzählen dir Geschichten... und zeigen dir das, was dir am liebsten ist..."

"Vielleicht tun sie das... hm, Euch vielleicht...", wiegelte Ferdi ab, "ich glaube nicht an sowas..."

"Meinst du? - Dann sieh einmal genau hin, und ich verspreche dir, dass es nicht umsonst ist..."

"Na schön...", brummte der junge Ziegenbock und konzentrierte sich auf den Himmel.

Er versuchte etwas zu entdecken, als für einen Moment ein Bild in der Nacht aufleuchtete und ihm erstarren ließ.

Tiefst überrascht lehnte er sich wieder an den Panzer zurück und hauchte:

"Ihr hattet recht Königin... Wahnsinn, das... das war Wahnsinn!"

"Nicht wahr?", lächelte sie, "und, wen hast du gesehen?"

"Muss ich Euch das wirklich sagen?"

"Du musst nicht... du kannst..."

"Ich... ich habe..."

Sein Kopf rutschte langsam an den glatten Stahl zurück und der junge Ziegenbock schloss die Augen.

Luna hob ihn mit ihrer Magie an und legte ihn neben Mellis Marlin und Shadow, die ebenfalls schon schliefen und warf selbst einen letzten Blick in den sternenklaren Nachthimmel auf Robert, den Ziegenbock und ihre Kinder, ehe auch sie einschlief...

---

(Ende des siebten Kapitels)

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