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Die Alte Ära: Kapitel 9 - Die Ebenen der ewigen Stille

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Die Alte Ära: Kapitel 9 - Die Ebenen der ewigen Stille ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 8 - Ins Innerste Equestrias, und der nächste Teil der Reihe ist Die Alte Ära: Kapitel 10 - Das Zentrum der Magie.

Der Morgen kam über den Beshee-Bergen, und mit ihm schob die Sonne ihre warmen Strahlen über das kahle Grau der Berggipfel und brachte den Tau auf ihren Hängen zum Verdampfen.

Diese nassen Wolken waren der tägliche Lebensspender für alle Pflanzen in Yak´nang nahe dieses Gebirges und schob sich auf seinem Weg auch nahe an dem einzigen passierbaren Pass zum Nachbarland vorbei, wobei Land an dieser Stelle etwas übertrieben war... dieses Etwas auf der anderen Seite bestand nur aus Staub und ewigem Sand, hier wuchs nichts, hier lebte nichts, hier gab es nichts.

Bis auf eine Sache, die eine kleine Gruppe von wackeren Equestrianern dort zu finden hoffte und bereits auf dem Weg in diese Staubschüssel war - angeführt von einer mutigen Königin und einem Schattenmädchen...

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Luna war angenehm kühl.

Der feuchte Nebel hing hier nur noch vereinzelt zwischen den immer niedriger werdenden Berggipfeln, aber es reichte aus, um die Temperatur in dem Tal, durch dass sie gerade allen voran marschierte, in einem aushaltbaren Bereich zu halten.

Die Ziegenkönigin hatte gut geschlafen, unglaublich gut, wie sie fand, obwohl sie Robert nach wie vor schrecklich vermisste...

Wo er wohl grad war?, fragte sie sich auf ein Neues, und war er da in Sicherheit? - Hatte ihn der Ziegenbock schon gefunden oder...?

Traurig ließ sie den Kopf hängen, als sich gerade ihre Freundin Safira neben sie schob und meinte:

"Hey Luna, bald sind wir da, wir... hey, was ist denn?"

"Robert...", seufzte sie schweren Herzens, "er fehlt mir so..."

"Ach je...", schüttelte die Schattenstute resigniert ihren Kopf, "ja, du hast ja Recht... er fehlt uns allen, aber ich bin mir sicher, dass der Ziegenbock ihn schon längst gefunden hat!"

"Ich... ich weiß einfach nicht, und das treibt mich an den Rand der Verzweiflung!"

"Luna...", versuchte Safira die Ziegenkönigin zu beruhigen, "Robert geht es gut, da bin ich mir sicher, und außerdem hätte er gewollt, dass du dir keine Sorgen um ihn machst - und denk an die letzten Male... ich konnte es ja selbst kaum glauben, was Eross mir alles erzählt hat... Robert hat einfach so eine E-Lok geklaut und sich von nichts und niemandem aufhalten lassen - vergiss das nie! - Und das lassen wir uns jetzt auch nicht, wir finden Hellje, und dann nix wie ab zurück und zu Robert!"

"Hmmm...", machte Luna, "ich schätze, du hast Recht..."

"Na also!", freute sie die Schattenlady, "also lass den Kopf nicht hängen und lass uns lieber darüber diskutieren, wie man sich seinen Hengst am besten unterwürfig macht..."

Schon wieder?!, seufzte Luna kopfschüttelnd, wenn´s sein muss... kann ja eh wieder nix dazu sagen, weil das gar nicht meins ist... aber gut... sie ist ja so gerne oben...

Und während sie ihrer besten Freundin eher passiv lauschte, lagen ihre Gedanken weit in der Ferne...

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Das Tal weitete sich mehr und mehr, bis die Freunde schließlich direkt vor dem ersten Ausläufer der Staubschüssel standen - soweit sie gucken konnten, nichts als Staub und Sand.

Es sah mehr als nur trostlos aus und weckte in Shadow das Gefühl an ihren Vater und seine Erzählungen... für einen Moment glaubte sie sich fast in ihn hinein versetzen zu können, doch das Gefühl verschwand genauso schnell wieder, wie es gekommen war.

"Da sind wir also...", nickte Luna knapp und gab dem Panzer hinter sich das Zeichen zum Anhalten, "sind alle bereit, in dieses gefährliche Land einzutreten und Hellje zu finden?"

"Ich bin es...", grinste Mellis Marlin und legte seinen Huf um Shadow, "solange du bei mir bist, bin ich dabei!"

"Awww...", freute die Schattenstute sich und küsste ihren Freund, "das ist süß von dir... danke, dass du mich beschützt!"

"Schutz brauchst du keinen!", kicherte es von hinten und Eross rutschte vom Panzer, "so wie du die Milizen in dem Dort letztlich zerlegt hast... das war irre, echt! - Hast Death ganz schön rasend gemacht..."

Der Pegasus trabte gemütlich zu Safira und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund, Luna wurde wieder schwer ums Herz, weshalb sie schnell hinterher setzte:

"Dann also weiter... Hellje kann nicht mehr weit sein..."

Der kleine Tross setzte sich wieder in Bewegung und schob sich langsam mitten in das lebensfeindliche Nichts...

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Geschlagene vier Stunden später sah die Landschaft vor den Freunden immer noch unverändert gleich wüst aus - es gab einfach NICHTS, was in irgendeiner Form hätte Abwechslung in die ewigen Staubdünen bringen können.

Die Beshee-Berge waren nur noch ein flimmernder Steifen am Horizont - überhaupt schien inzwischen alles um die herum zu flimmern... es war so verdammt heiß...

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In Ferdis Panzer war es noch schlimmer - fast so, als würde der junge Ziegenbock in einem Kochtopf sitzen und jeden Moment geröstet werden, seine Hufe klebten regelrecht an den Pedalen beziehungsweise Hebeln der Maschine fest.

Nur noch Celestia, Warz und Willitsch waren bei ihm, und auch ihnen lief der Schweiß literweise durch das Fell.

Das Dröhnen des Motors hallte in seinem ganzen Kopf wieder, dazu noch der heiße Boden und das Flimmern... er stand kurz vor einem Kreislaufkollaps.

Gerade als sein Kopf schon leicht nach vorne sank, riss ihn eine Stimme wieder auf seinen schweißgetränkten Fahrersitz zurück.

"STOP FERDI, DA IST WAS!!!"

Er riss die Bremse zu, brachte sein Fahrzeug sofort zum Stehen und spähte durch die Sehschlitze nach draußen.

Königin Luna hat recht..., schoss es ihm durch den Kopf, da, drei Dünen weiter... da... da ist was...

Langsam rollte er darauf zu...

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Das Ding lag halb im Sand eingesunken da und rostete vor sich hin.

Mellis und Luna waren die ersten, die es aus der Nähe betrachteten und erstarrten.

"Königin...", hauchte der Ghost Rider, "das... das ist genau so ein Helikopter, wie er auf der Baustelle gefunden wurde... genau der gleiche!"

"Das kann kein Zufall mehr sein...", flüsterte Luna fast tonlos, "hier... hier muss etwas stattgefunden haben... hier... in Equestria..."

"Das hat es...", vernahmen sie auf einmal Shadows Stimme hinter sich und fuhren herum, "mein Vater... er hat es erlebt..."

"WAS?!", schrien die beiden entsetzt, "W... was, was ist hier passiert?!"

"Mein Vater... ich sehe ihn... ein Krieg... ein Krieg, der so schrecklich war, dass ihn niemand überlebt hat... außer ihm..."

"Heilige Arriva!", entfuhr es Luna, "das... das muss es sein! Aber wieso weiß ich nichts davon?!"

"Es... es ist so lange her...", keuchte Shadow und musste von Mellis gestützt werden, um nicht umzufallen, "es... es war grausamer als Daeron und sein ganzes Volk... wurde ausgerottet..."

Auch Eross und Safira, die hinzugekommen waren, starrten sich und Shadow entsetzt an.

"Das... das hieße ja..."

"Ja... das hier müssen die Reste der alten Welt sein... und... und...", schwach hob sie ihren linken Huf, "dort... dort werden wir den Rest erfahren..."

Auch wenn Lunas Blick durch das Flimmern nicht mehr der beste war, hätte sie schwören können, das dort etwas mitten im Nichts des Sandes war...

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Je näher die Freunde den Ruinen kamen, desto mehr erkannten sie - und desto größer wurden die zerstörten Überreste einer ganzen Stadt.

Links und rechts von ihnen ragten immer häufiger Objekte aus dem Sand, einen alten Panzer erkannte Luna, dann die Reste weiterer Fahrzeuge, Gebäudeteile...

In ihr wuchs ein schlimmer Verdacht, und er bestätigte sich, als sie als erste vor den Ruinen angekommen war - diese Gebäude... sie waren ihr irgendwie vertraut...

Schweigend schritt sie durch eine längst vom Sand zugewehte Straße, vorbei an den Resten einer halbrunden Halle, dann an einem riesigen abgebrochenen runden Turm vorbei, dessen Trümmer längst begraben waren und über die Reste zweier Brücken, unter denen seit Ewigkeiten kein Wasser mehr geflossen war.

Niemand bremste sie, und niemand konnte und wollte sie bremsen, waren sie doch alle innerlich schwer mit sich am Kämpfen... was war hier passiert, wer hatte all das zerstört und wo waren die Bewohner?!

Selbst Celestia war aus dem sicheren Panzer geklettert und betrachtete ungläubig die Ruinen.

Hellje konnte das nicht gewesen sein... aber wer dann? - Und wer hatte hier einst gelebt?

Plötzlich überfiel sie eine Vision - es war Hellje, ja, und er saß... am Meer und blickte auf die schäumenden Wogen!

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Als sie wieder erwachte, standen Safira und Ferdi über ihr.

"Königin?! Alles ok bei Euch?", fragte der junge Ghost Rider besorgt und sie nickte schwach.

"J... ja, es... es geht schon wieder - ich... ich habe Hellje gesehen!"

"Wo?"

"Er... er hat am Meer gesessen und..."

"Meer?!", gluckste Safira amüsiert, "Celestia, ich bitte dich, hier gib es nirgendwo Wasser!"

"Es... es war aber ein Meer... ich schöre es..."

"Na gut, wenn Ihr das sagt...", wiegelte Ferdi ab und wandte sich an Eross, "du, kannst du mal bitte Shadow holen, vielleicht bekommt sie ja noch eine Vision..."

"Ich würde es gern...", brummte der Pegasus ernst, "aber sie und Mellis mussten hinter Luna her, die ist einfach verschwunden!"

"Oh shit..."

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Shadow und Mellis rasten über einen zugewehten Schuttberg und entdeckten endlich die Ziegenkönigin - oben auf den Resten eines Tores.

Schon halb eingestürzt stand der uralte Bau noch immer fest da und erinnerte mit seiner nicht mehr ganz so glänzenden Quadriga an ein altes sehr stolzes Volk, was viele gute und schlechte Zeiten überstanden haben musste.

Die Schattenstute griff ihnen Freund kurzerhuf unter die Arme und trug ihn hinauf zu dem Alihorn, das sich im Sand neben einem der drei noch erhaltenen Pferde niedergelassen hatte und in den Horizont blickte.

"Luna... alles in Ordung bei dir?", fragte Shadow zögernd.

Die Ziegenkönigin hatte feuchte Augen und guckte sie nicht an, als sie sprach:

"Ich... ich habe gerade dieses Volk... gesehen... ich weiß nicht, ob es nur eine Spiegelung war oder nicht, aber ich habe sie gesehen... es... es waren Menschen... Menschen, wie wir sie nur aus der Menschenwelt kennen... sie... sie waren hier, sie haben hier gestanden und gejeubelt... da... da drüben...", sie deutete schwach nach rechts auf die Reste eines gewaltigen Gebäudes, "da hat ihre Regierung gesessen und getagt... und... und sie waren so unbeschwert, so frei... sie hatten fortschrittliche Technik, sie konnten sich glücklich schätzen... aber dann..."

Ihr stiegen wieder Tränen in die Augen und die beiden nahmen sie behutsam zwischen sich, während Luna all ihren innersten Gefühlen freien Lauf ließ, bevor sie sich wieder einigermaßen fasste und schniefte:

"Und... und dann... kam ein schrecklicher Krieg... der Krieg, den du gesehen hast Shadow... dieser Krieg... vernichtete sie alle... weil... weil es Menschen gab, die wahnsinnig waren und Waffen besaßen, wie sie Daeron hätte nicht besitzen können... Waffen, um einen ganzen Planeten auszulöschen... und das ist geschehen..."

Auch der Schattenstute kamen nun die Tränen und es lag nun an Mellis allein die beiden Stuten zu trösten.

"Das... das ist schlimm... das ist mehr als schlimm...", versuchte er die rechten Worte zu finden, "aber trotzdem glaube ich, dass es etwas gegeben haben musste, dass diesen Krieg beendet hat, weil es uns sonst nicht geben würde!"

"Und... und was soll das gewesen sein?!", heulte seine Freundin und drückte sich noch fester an ihn.

"Ich... ich schätze... dass es dein Vater war Shadow..."

"Aber... aber wieso er?!"

"Er scheint der einzige Überlebende zu sein, wenn ich dich vorhin richtig verstanden habe...", lächelte ihr Freund, "und wenn dem so ist, dann müsstest du ihm dankbar sein..."

"Er... er ist ein Mensch...", weinte sie stumm über die schreckliche Wahrheit, "er... er hat sein Volk verloren... seine Familie... alles..."

"Nein, das hat er nicht...", lächelte Mellis und drückte sie noch fester an sich, "denn er hat dich..."

Die Schattenstute hing in seinen Armen und schwieg, er küsste sie sanft und folgte ihrem blick in die Ferne... bis auch er sie sah.

Die Menschen...

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Da standen sie, da gingen sie.

Da redeten sie, da spielten sie.

Da fuhren sie, da lärmten sie.

Da fotografierten sie, da beobachteten sie...

Da tanzten sie, da kauften sie.

Da räumten sie, da schufteten sie.

Da kämpften sie, da schossen sie.

Da grüßten sie, da mordeten sie.

Da waren sie...

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Mellis Augen öffneten sich ganz langsam wieder und der Ghost Rider blickte traurig in die Ferne - und sah noch einmal genauer hin.

Bildete er sich das nur ein oder war dort Wasser?

"Shadow...", murmelte er leise, "macht das die Hitze oder ist dort vor uns... ein Meer?!"

Sie konzentrierte sich und musste überrascht eingestehen:

"J... ja... da... da ist Wasser!"

Luna erwachte aus ihrer Trance und hauchte:

"Ich... ich könnte schwören, dass das unser Ziel ist, die Küste!"

"Nichts wie hin da!", rief Mellis freudig, "endlich Wasser!"

Bevor er vorschlagen konnte, auf die anderen zu warten, zog ihn seine Königin mit ihrer Magie auf ihren Rücken, grinste "Festhalten, mein Bester!", spannte ihre Flügel auf und hob gemeinsam mit Shadow ab, übernahm die Führung und schoss wie der Blitz auf das kühle Nass zu.

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Eross bog gerade auf der Suche nach ihnen um eine Hausecke, als er die drei davon fliegen sah.

"Oh fuck...", war alles, was ihm dazu einfiel.

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Die brütende Hitze zwang Luna und besonders Shadow schließlich zur Landung und ließ sie den verbliebenen knappen Kilometer zu Huf traben.

Kaum hatten sie die Küste erreicht, mussten sie feststellen, dass mit Abkühlung so schnell nichts zu machen war - sie trennten zwar noch knappe achzig Meter vom Wasser, aber leider senkrecht...

Doch es gab etwas, was stattdessen ihre komplette Aufmerksamkeit erhielt.

Ungefähr zweihundert Meter von ihnen lag mitten im Wasser eine kleine Insel, eine Insel, auf der Pflanzen wuchsen.

Und wenn sich Luna nicht verguckt hatte, schimmerte inmitten dieser grünen Oase eine pinke Mähne...

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren lud sie sich wieder Mellis auf den Rücken und flog mit ihm und Shadow das letzte verbliebene Stückchen bis zu ihrem Ziel.

Doch da erwartete sie eine böse Überraschung...

---

Ferdi jagte den Panzer viel zu schnell durch den Sand seiner Königin und Shadow hinterher, neben ihm galoppierten Eross, Safira und Celestia mit Höchstgeschwindigkeit, keiner wollte jetzt das Leben der drei Freunde riskieren.

Vor dem Kliff stoppten sie und sahen die Insel schon von Weitem.

Und als auch sie endlich darauf landeten, war es fast schon zu spät...

---

(Ende des neunten Kapitels)

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