Fandom

PonyPasta Wiki

Die Neue Ära

410Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare41 Teilen

Deckung, KRIEEECH!!!

Panzerschild.png
Panzerschild.png

Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Kapitel 1 - Die Rache des Verstoßenen Bearbeiten

Es war ein ganz normaler Tag in Equestria.

Pryne und Redeye hingen lustlos in einer der Kasernen auf Shadow Island herum.

Sie hatten einfach keine Idee, was sie machen sollten, damit dieser Tag doch noch etwas Besonderes werden würde.

Doch als Agais fröhlich pfeifend zu ihnen stieß, kam Leben in die beiden: "Hey Leute! Wieso sitzt ihr bei solch schönen Wetter in der Kaserne?"

Redeye verdrehte seufzend die Augen.

"Ach ja... Pryne... da ist noch jemand für dich...", grinste Agais und rief dann gut gelaunt: "Kannst reinkommen!"

Als Pryne Twilight erkannte, sprang er freudig auf, umarmte und küsste sie ausgiebig.

Es war lange her, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten, damals auf der Siegesfeier über Daeron und die Nazi-Ponys.

Diese Glücksseeligkeit um keinen Preis stören wollend ließen Redeye und Agais die beiden nun selbst auch frohen Mutes alleine.

---

Nach einer Weile musste Twilight zurück nach Canterlot, um eine wichtige Botschaft zu überbringen.

Um sich ihren Weg etwas zu verkürzen nahm sie den Schleichweg durch die Wälder bei Vanhoover.

Mit einer Taschenlampe bewaffnet schob sie sich zwischen den alten knorrigen Bäumen hindurch, denn die Abenddämmerung war längst über ihre Wipfel hereingebrochen... und ausgerechnet heute wurde an der Bahnstrecke gebaut, so ein Pech aber auch!

Das Rauschen der Blätter war so laut, dass sie die leisen Schritte hinter sich nicht hörte.

Plötzlich traf etwas ihren Hinterkopf und alles um sie herum wurde schwarz.

---

In Canterlot herrschte in dieser Nacht ausgelassene Stimmung.

Robert und Atlanas spielten Schach, Eross würfelte mit zwei seiner Wachkollegen und die beiden Ponyschwestern tranken Tee und amüsierten sich.

Plötzlich schwang das Palasttor auf und Twilight kam ohne zu Grüßen hereingestürmt.

Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, zog sie eine Pistole aus der Tasche und feuerte das ganze Magazin auf Robert ab, der jedoch schnell genug den Metalltisch umwerfen und sich mit Atlanas dahinter verschanzen konnte.

Wütend über die verpatzte Chance legte sie nun auf die beiden Prinzessinen an, doch Luna regierte schnell genug und riss einen Energieschild vor sich und Celestia hoch, an dem die Kugeln abprallten.

"TWILIGHT, WAS IST IN DICH GEFAHREN?!?!", schrie Celestia panisch, "BITTE, LEG DEINE WAFFE WEG!!!"

Doch das violette Einhorn lachte nur und zielte dieses Mal in Eross Richtung, doch bevor sie abdrücken konnte, hatten Atlanas und Robert ihre Gewehre durchgeladen und jagten ihr mehrere Kugeln durch den Körper.

---

Ein Botschafter eilte umgehend nach Shadow Island.

Er berichtete geschockt, was sich in Canterlot ereignet hatte.

Pryne fiel auf die Knie und schrie.

---

Auf der Intensivstation betete er um seine Freundin und weinte mehrere Taschentücher voll.

Agais betrat das Zimmer und betrachtete seinen niedergeschlagenen Freund mit großer Sorge.

"Agais!", schniefte Pryne schwach, "sie schwebt in Lebensgefahr! Sie wurde von meinen Freunden angeschossen!"

Dunkelheit überkam ihn und er fuhr fort:

"Agais, ich klage Robert, Atlanas, Eross und Luna wegen versuchten Mordes an Twilight Sparkle an und verurteile sie zum TODE!"

Agais war überrascht: "Möchtest du das nicht nochmal überdenken und...?!"

"DAS IST EIN BEFEHL!!!", giftete Pryne ihn zornig an.

---

Die Sword-Squads marschierten nach Canterlot, Pryne an der Spitze.

Die Zivilisten schreckten zurück, als sie an Ponyville vorbei zogen.

Sie hatten noch nie die gewaltige Armee der Black-Ponys gesehen und fragten sich was los war.

Dann standen die Sword-Squads vor den Toren Canterlots.

Der Torwächter ging auf Pryne zu um ihn einzulassen, doch der wollte nicht so lange warten, schoss den Torwächter nieder und sprengte die Pforte.

Und so marschierten er und seine Armee in Canterlot ein.

---

Die Wachen hatten keine Chance gegen die Übermacht der ihnen auch waffentechnisch überlegenen Black-Ponys und mussten sich geschlagen geben.

Wutschnaubend riss Pryne das Tor zum Thronsaal auf und erschreckte damit die gerade ein Kaffeekränzchen zur Beruhigung veranstaltenden Prinzessinnen so heftig, dass Celestia vor Schreck die erhobene Teetasse fallen ließ und diese laut am Boden zerschellte.

"Pryne?", stotterte sie verwirrt, "was zum...?!"

"WEIL DU TWILIGHT MIT AUF DEM GEWISSEN HAST!!!", donnerte er zornbebend, "UND DAFÜR WIRST DU BEZAHLEN!!!"

Ohne eine Antwort abzuwarten gab er seinen Männern mit einem Hufzeichen den Befehl zum Zugriff und diese richteten ihre Elektroschocker auf die beiden Schwestern.

Das einzige, was sie taten, war die Angreifer uverständnislos anzuglotzen.

Dann Prynes Leute ab und nach einem kurzen Zucken gingen erst Celestia und dann Luna zu Boden.

Pryne grinste böse, ehe er sich an Agais wand: "Agais, du und die Sword-Squads bringt diese miese Verräterin...", er deutete dabei auf Luna, "... nach Shadow Island und sperrt sie in die Hochsicherheitszelle! Vernichtet alles, was sich euch entgegenstellt und bewacht sie mit eurem Leben, damit ich sie persönlich mit den anderen Mördern meiner Freundin hinrichten kann!"

"Z... zum Befehl!", schlotterte Agais beim Anblick der roten Augen seines Freundes, "ich... werde dich nicht enttäuschen, Pryne!"

"Das rate ich dir auch nicht...", schnaubte Pryne, "wenn du versagen solltest, werde ich dich ertränken lassen, HAST DU MICH VERSTANDEN?!?!"

"J... j... ja!", zitterte Agais und wich entsetzt einen Schritt zurück, "a... aber... wenn..."

"WENN WAS?!?!"

"W... wenn Robert..."

"DANN MACHT IHN KAMPFUNFÄHIG, UND WEHE, ICH KANN IHM NICHT SELBST DEN KOPF ABSCHLAGEN!!!"

Agais konnte nichts mehr erwidern, er war einfach zu eingeschüchtert.

Erst als Pryne ihm einen erneuten giftigen Blick zuwarf, drehte er sich panisch um und rannte zu den Sword-Squads, die sich um den Prinzessinnen aufgebaut hatten und diese bewachten.

Pryne selbst wartete ungeduldig auf den Berichterstatter, der hoffentlich Meldung gab, dass sie Atlanas und Eross erwischt hatten.

Hoffentlich... für den Offizier...

Endlich nahte er, im Laufschritt und völlig außer Atem.

Unwirsch fuhr Pryne ihn an:

"UND?!"

"Wir... hatten sie... fast... aber... sie konnten... entkommen... ich... kann nichts..."

Ein Huf krachte auf seine Nase, brach sie und ließ den Boten mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden gehen.

"IDIOT!!!", schrie Pryne wütend, packte den Boten am Kragen und riss ihn wieder hoch , "WO SIND SIE HIN?!?!"

"N... in... Rich... tung Po...ny... ville...", keuchte der Bote kraftlos und immer noch Blut spritze aus seiner Nase, "w... wir..."

Unbeachtet seiner Verletzungen ließ Pryne ihn gleichgültig fallen und brüllte über die Menge seiner Soldaten hinweg:

"ABMARSCH, DAS ZIEL HEIßT PONYVILLE... ABER VORHER JAGT IHR DAS SCHLOSS IN DIE LUFT!!!"

Seine Männer starrten ihren Anführer entsetzt an, doch was sollten sie machen, ER war der Befehlshaber...

Keine fünf Minuten später zerriss eine gewaltige Explosion Canterlot und den Berg, auf dem es stand.

Die Black-Pony-Armee marschierte unterdessen auf Ponyville zu, allen voran der wütende Pryne.

Nichts würde ihn auf seinem Rachefeldzug stoppen, nichts von dieser Welt.

Das hatte er Twilight geschworen.

---

Zuerst hatten die gewaltige Detonation die Ziegen bemerkt, bei denen in Down Under die Höhlen und Stollen wackelten.

Alle flitzten sofort zu den Sicherheitsbereichen, doch die Stützbalken hielten den Erdstößen stand und nur etwas Erde rieselte herab.

Einzig der Eisenbahntunnel nach Canterlot schien etwas abbekommen zu haben und man schickte einen Spähtrupp los, allen voran Robert und der Ziegenbock.

---

Mit Entsetzen hatten die Bewohner Ponyvilles die Vernichtung Canterlots gesehen und sich in ihren Häusern verbarrikadiert.

Für die einmarschierenden Black-Ponys ein Grund mehr, ein Haus nach dem anderen anzuzünden oder zu stürmen.

Zornig stach Pryne jeden nieder, der ihm in die Quere kam.

Er kannte nichts mehr, keine Gnade, kein Erbarmen, nur sein Ziel - Atlanas und Eross.

Und er würde sie um jeden Preis bekommen!

---

Mit qualmenden Bremsen und einem scheußlichen Krachen kam der Ziegen-Rettungszug mitten im Tunnel zum Stehen.

Die Passagiere jedoch nicht, die Wucht ließ sie mitsamt der Tische, Stühle und anderen losen Gegenständen quer durch den Aufenthaltswaggon segeln, bevor sie als bunter Haufen an der Seitenwand übereinander liegen blieben.

Schnell rappelten sie sich auf und stürmten mit Kopflampen, Werkzeug und Gewehren bewaffnet nach vorne zur Lok.

Dort bot sich ihnen ein Bild des Grauens: Der Kessel und damit der gesamte vordere Teil der Lok steckte mitten in einem Schutthaufen, wo eigentlich hätte noch Tunnel beziehungsweise der Bahnhof von Canterlot seien sollen...

Dann vernahmen sie leises Stöhnen aus dem Führerhaus und zwei Ziegen kletterten sofort nach oben in das rauchende Loch.

Drinnen sah es noch schlimmer aus als Draußen - der Ziegenbock lag mitten in der Kohle des Tenders, die zwei Lokführer hatte es gegen die Hebel an der Kesselrückwand geschlagen und durchbohrt, der Verschluss der Feuerbüchse hatte sich verbogen und Dampf strömte heiß heraus, von Robert fehlte jede Spur.

"WIR BRAUCHEN DEN DOC!!!", schrie die eine Ziege entsetzt, "HIER OBEN SIND ZWEI SCHWERVERLETZE!!!"

Wie der Blitz kamen nun auch die anderen hinaufgeklettert, unter ihnen auch der Doc und zwei Sanitäter, die sofort die zwei Schwerverletzten von den Hebeln zogen und erste Hilfe leisteten.

Der Rest der Bergehelfer kletterte auf das Dach der zerstörten Lok und erblickten Robert, der Lichtblitze auf den Trümmerberg feuerte und damit Steine aus dem Weg sprengte.

"BLEIBT ZURÜCK!!!", brüllte er warnend, "DAS DÜRFTE GLEICH MÄCHTIG LAUT WERDEN!!!"

Der nächste Blitz schoss aus seinem Horn und traf einen Felsen, doch dieses Mal rutschte eine ganze Wagenladung an neuen Trümmern nach.

Unsicher wichen die ersten zurück.

Plötzlich knackte etwas laut und der ganze Berg schien sich nach unten zu beugen, bevor er mit einem gewaltigen Donnern in sich zusammenbrach und Robert unter sich begrub.

Entsetzt starrten seine Soldaten auf den Schutthaufen, wo eben noch ihr König gestanden hatte - als es zum zweiten Mal eine Explosion gab und eine gewaltige Energiewelle das heruntergestürzte Gestein atomisierte, die Decke durchschlug und anschließend ein Loch bis zur Erdoberfläche riss.

Inmitten eines rauchenden Kraters stand Robert und grinste sie an, ehe er seine Flügel ausbreitete und durch das Loch nach draußen verschwand.

Zögernd und peinlichst darauf achtend keine neuen Steine auf den Kopf zu kriegen arbeiteten sich die Ziegen vorsichtig vor und blinzelten in das Sonnenlicht, das durch das Loch zu ihnen in den Tunnel fiel.

Zuerst erreichte der Ziegenbock, der nur eine Ohrfeige gebraucht hatte, um wieder zu Bewusstsein zu kommen und drei schwerbewaffnete Ziegen mithilfe von Seilankern als Erste die Erdoberfläche und schoben sich vorsichtig aus dem Loch.

Mit sanftem Flügelschlägen landete nun auch Niben fassungslos einige Meter hinter Robert - und starrte entsetzt auf den rauchenden Trümmerhaufen, der einst ein ganzer Berg mit dem dazugehörigen Canterlot gewesen war...

Auch die anderen Soldaten wussten nicht, ob ihnen ihre Augen nur einen Streich spielten oder ob... das echt war...

Dieses Bild war so surreal, einfach KEIN Canterlot gewaltig und majestätisch vor sich erhoben zu haben, die Geburtsstätte der Ponyprinzessinnen...

DIE BEWOHNER!!!, durchzuckte es den Ziegenbock siedend heiß - ohne zu zögern stürzte er mitten in den Schuttberg hinein, raste über meterhohe Felsbrocken und herumliegende Mauerreste und erreichte schließlich eine Stelle, die so aussah, als hätten die herumliegenden Steine einmal die Decke des Thronsaals gehalten.

Er bremste ab und lauschte gebannt.

Nichts entging seinen scharfen Ohren, die darauf trainiert waren, den auch so kleinsten Laut zu vernehmen, was besonders in vollständiger Dunkelheit ein riesiger Vorteil sein konnte, vor allem wenn der Feind irgendwo in der Nähe war und man ihn nicht sehen konnte.

Wochenlang hatte er zusammen mit Robert in den riesigen Höhlen trainiert, sie hatten sich gegenseitig suchen und finden müssen, so, als wären sie Feinde, erbitterte Feinde, die sich gegenseitig ihre Bajonette in den Hals rammen wollen... allein die Vorstellung hatte ihn bald dazu gebracht, sich der Dunkelheit zu ergeben und statt seiner Augen seine Ohren zu benutzen. Im Nachhinein half es immer wieder, auch bei anderen Schlachten hatten ihm seinen Augen bei so mancher Explosion den Dienst versagt, doch immer hatte er sich auf seine Ohren verlassen können, sie hatten ihn sicher hinter eine Deckung geführt oder ihn vor weiterem Schaden bewahrt.

Auch jetzt bewahrheitete sein langes und hartes Training die Mühe, denn ein leises Stöhnen drang tief in sein Bewusstsein und er folgte ihm bis zu einem Haufen zerschmetterter Holzteile, unter denen es hervor zu kommen schien.

Mühelos schob er Balken um Balken zur Seite, bis er endlich ein erstes Stück Mähne sah.

Ein Stück Regenbogenmähne.

In ihm stieg Übelkeit hoch, aber er blieb bei der Sache und schachtete sich immer tiefer... "HELFT MIR DOCH ENDLICH MAL!!!"

Nach quälenden Sekunden der Ungewissheit hatten sie schließlich gemeinsam Celestia freigelegt - bei ihrem Anblick stockte den Soldaten der Atem: Sie war voller Blut, ihr Bauch aufgerissen und man konnte förmlich die heraustretenden Organe inklusive Lunge erkennen.

Sofort sprangen die Sanis unter der Leitung des Ziegen-Docs in die Grube und leisteten erste Hilfe, während Robert, Niben und der Ziegenbock mitsamt dem Rest der Truppe fassungslos am Rand standen und sich stumm ansahen.

Vorsichtig wurde die Prinzessin erst desinfiziert, dann mit einem Verband mit einem metallbeschichteten Verband transportfertig und schließlich auf eine Klapptrage gehievt, welche Niben aus dem Loch schweben ließ und vor Robert absetzte.

Unsicher begann dieser: "Heilige... Celestia, was ist hier passiert?!"

Sie öffnete mühevoll erst das rechte nicht geschwollene Auge und dann ihren Mund ein Spalt breit, aus dem sie geschwächt ausstieß: "Ich... ich... Pryne... er..."

"WAS?!?!", keuchte der Ziegen-Doc entsetzt, "aber...?!"

"PSSSCHT!", unterbrach in Niben unwirsch, "bitte fahrt fort..."

"... er... hat... Luna... er... will euch... töten... wegen Twilight... er..."

Ihr Auge drehte sich nach innen und das Lid schoss sich.

Noch ein leichtes Zucken ging durch ihren Körper, dann war die Ponyprinzessin bewusstlos.

Verunsichert blickten sich Niben, der Ziegenbock und der Doc an.

PRYNE?! - Pryne sollte das gewesen sein?! - Aber...

Erst jetzt bemerkte der Ziegenbock, dass Robert fehlte.

Der Ziegenkönig stand einige Meter entfernt und sah in Richtung Ponyville - oder besser, das was einmal Ponyville gewesen war.

Brände griffen um sich und fraßen die Häuser bis auf die Grundmauern nieder.

Nun hatten auch die letzten Zweifler Gewissheit - die Black-Ponys hatten Canterlot vernichtet.

Und Ponyville gleich dazu.

---

Eine Minute herrschte völliges Schweigen über den Köpfen des Bergungstrupps.

Keiner wollte sie brechen, denn alle wussten, dass so gut wie niemand dieses Massaker überlebt haben konnte.

Und niemand wollte diese heilige Minute der Andacht stören.

Erst nachdem es langsam unerträglich wurde fasste der Ziegenbock sich ein Herz und schob Robert vorsichtig seinen Huf auf die Schulter: "Robert, ich weiß, die Lage ist grad echt mies, aber..."

Plötzlich spürte er, wie sein Huf kalt wurde, eiskalt.

Der dazu aufkommende Wind gefiel ihm gar nicht, doch er wusste, dass es zu spät war.

Es war wieder passiert.

Panisch wich er einen Schritt zurück, als Robert sich zu ihm und den anderen umdrehte - seine Augen leuchteten dunkelrot und ein finsteres Lächeln umspielte seine Lippen... Cyro war zurück.

Sofort warfen sich die Ziegensoldaten schützend auf den Boden, während Niben seinen Stand festige und der Ziegenbock tief Luft holte und so laut er konnte schrie: "ROBERT, KOMM WIEDER ZU DIR!!!"

Doch im Gegensatz zu sonst passierte nichts, der finstere Gott stand nach wie vor diabolisch grinsend vor ihm.

Jetzt brach erst recht Panik in ihm aus, aber bevor er etwas hätte unternehmen können, passierten mehrere Dinge gleichzeitig:

Erstens, Niben eröffnete das Feuer mit einem Energieblitz.

Zweitens, etwas Unsichtbares packte ihn und riss ihn mühelos zu Boden, bevor es mörderisch knallte und kurz hintereinander zwei Blitze über ihn hinweg zischten.

Drittens, eine Staubwolke entlud sich über dem Trümmerfeld und hüllte es vollständig ein.

---

Das erste, an das sich der Ziegengeneral erinnern konnte, war kitzelnder Staub in seiner Nase - und ein Mordsnießer.

Benommen richtete er sich auf und hielt sich den schmerzenden Kopf... was war passiert?!

Einige Schritte blind umher taumelnd schaffte er es zufällig tastend einen Steinbrocken zu finden und sich an ihm abzustützen... allmählich kehrten auch seine andere Sinne zurück.

Zuerst war da nur leichtes Stöhnen und leises Knistern, ganz so als würde ein letztes Glutnest brennen, dann vernahm er verwundertes Schnaufen, das sich erst in unsicheres Flüstern und dann in aufgeregtes Tuscheln verwandelte.

Warum kann ich nichts sehen?!, fragte er sich unsicher, als ein Tropfen auf seiner Stirn ladete und mit dem Staub abperlte... ein leichter Nieselregen setzte ein und wusch auch seine Augen frei, die Trübe mit sich hinfort.

Vorsichtig um sich blinzelnd versuchte er ein Bild der Lage zu gewinnen - und wünschte sich, er hätte es nicht getan.

Inmitten eines Explosionskraters lag Niben, mit offenen Augen und regungslos.

Cyro hatte es geschafft.

Er hatte seinen Bruder getötet.

Und damit freie Bahn für das endgültige Böse.

---

Vor den Toren des brennenden Ponyvilles hatten die Black-Ponys sich nach dem Massaker versammelt.

Pryne tobte, denn Atlanas und Eross waren zwar in der Stadt gewesen, hatten sich aber schon beim Anmarsch der Black-Ponys mit einem Zug in Richtung Kelut aus dem Staub gemacht. Aus Wut hatte Pryne mehreren Offiziere eigenhändig den Kopf abgerissen - mit der Begründung, dass sie versagt hätten - und auch den anderen angedroht, jeden abzuschlachten, der sich weigerte, ihm nach Kelut zu folgen.

Niemand widersetzte sich, niemand wollte etwas riskieren, und so marschierte die Armee weiter, geradewegs dem Schattenreich entgegen.

---

Eine große Ziegenmenge erwartete den Rettungszug am Bahnhof von Down Under, einerseits gespannt auf den Erfolg, andererseits in höchster Alarmbereitschaft wegen des Angriffs auf Ponyville, aus dessen Ruinen sich ein Großteil der Bevölkerung in die Ziegenstadt geflüchtet hatte.

Nun erwartete man selbstverständlich den Rat des Königs, doch als der Zug langsam und mit schwarzen Fahnen an der hinteren Lokomotive aus dem Tunnel geschlichen kam, ahnten selbst die letzten Optimisten, dass es auch Canterlot erwischt haben musste.

Die Stimmung kippte jedoch erst völlig, als man nach den Verletzten den toten Niben sacht auf eine Trage gelegt aus dem Lazarettwagen hob und ihn durch die trauernde Menge trug, die gemeinsam mit dem toten Gott weinte und schwieg.

Mit schweren Schritten schlich der Ziegenbock allen voran, neben ihm der Ziegen-Doc und Ferdi, der inzwischen erwachsen und längst Offizier der Ziegenarmee war.

Der Trauerzug schob sich zäh durch die Straßen und zum Schoss der Ziegenkönige hin... zum leeren Schloss.

Während die Menge davor stoppte und den letzten Funken Hoffnung aufbrachte, um vielleicht wenigstens doch noch eine kleine gute Nachricht zu erhalten, betraten die Soldaten und ihr General den Prachtbau und stellten die Trage mit dem toten Niben auf den Balkon, von dem sonst immer Robert sprach.

Mit schwerem Herzen stützte sich der Ziegenbock auf das Geländer und sprach:

"Ihr Ziegen und Ponys, am heutigen Tage haben wir jemanden verloren, wie wir selten jemanden verloren haben... es war Niben, der Gott, der uns alle erschuf. Er war immer gut, er hat vieles gesehen und geduldet, doch auch er war einer von uns, er hat gelebt wie wir, mit seiner Familie. Sein Brunder, der böse Gott Cyro, der, von dem auch unser geliebter König manchmal besessen ist hat ihn getötet... feige und hinterhältig hat er den heutigen Tag, an dem auch das Schloss Canterlot und die Stadt Ponyville hinterhältig und in unfairem Kampf vernichtet wurden genutzt und aus Roberts Trauer Wut gemacht... eine Wut, die ihm erlaubte, Besitz von unserem König zu ergreifen. Doch, das eine verspreche ich euch: Wir werden Cyro die Stirn bieten, wir werden ihm zeigen, was es heißt, die Ziegen vernichten zu wollen - und dass es ein unüberwindbares Hindernis ist! Das Gleiche gilt für Pryne - wenn er kommt, heißt es Krieg!"

Laut jubelnd stimmte ihm das eben noch völlig aufgelöste Volk zu und er fuhr siegessicher fort:

"Wir mögen zwar jemanden verloren haben, aber er wird in uns weiterleben - in jedem von uns! Und wir dürfen nicht vergessen, dass er uns erschaffen hat, und dass wir nun zeigen werden, dass er es war... und für Niben kämpfen, dafür, dass sein Werk auf ewig bestehen werde!"

Die Zustimmung der Ziegen und Ponys war unbeschreiblich.

Und obwohl dem Ziegenbock gerade eigentlich zum Heulen zumute war, lächelte er ein wenig.

---

Die Bewohner von Apple Loosa hatten längst die Flucht vor der heran nahenden Black-Pony-Armee ergriffen, und so fand Pryne das Dorf leer vor.

Sich bewusst, dass Eross und Atlanas einen großen Vorsprung hatten, gewährte er seinen Soldaten keinerlei Rast und trieb sie wütend weiter in die MacIntosh-Hügel hinauf, die die symbolische Grenze zum Schattenreich bildeten.

Ohne Mühe überschritten sie auch diese und marschierten in die Graslandschaften vor Kelut.

---

Kapitel 2 - Eine neue Hoffnung Bearbeiten

Im Ziegenpalast war Krisensitzung.

Der Ziegenbock hatte die seiner Meinung nach fähigsten Ponys und Ziegen herbeirufen lassen um mit ihm gemeinsam zu beratschlagen, was zu tun sei.

Mittlerweile hatten sich schon fast alle eingefunden, die völlig aufgelöste Sunset Shimmer, die von Applejack getröstet wurde, Ferdi, Stryker, der Ziegen-Doc und...

"Verdammt, sind das schon alle?!", empörte sich der Wechselponyhengst und raschelte mit seinen Flügeln, "das darf doch nicht wahr sein..."

"Stimmt aber leider...", murmelte Ferdi niedergeschlagen, "der Rest ist entweder damit beschäftigt, Down Under abzuriegeln oder auf der Flucht..."

"Aber wir sind zu wenige!", warf der Ziegen-Doc ein, "viel zu wenige um eine gute Strategie zu ersinnen!"

"Ja, ich weiß... aber es gibt niemanden mehr, der mir..."

"Und was ist mit Discord und Sombra, die sind doch da, wenn auch in der Zitadelle dieses Schlosses..."

"Vergiss es!", brummte Stryker, "die haben nicht die nötige Verrücktheit, um uns zu helfen... außerdem ist bei denen immer so ein fader Beigeschmack von bösem Wahnsinn dabei, also nein danke!"

"Verrücktheit... Verrücktheit... so wie Robert... ICH HAB´S!!!", rief der Ziegenbock strahlend und sprang auf den Tisch, sodass selbst seine Freundin erschrak, "ich kenne jemanden, der uns helfen könnte!"

Ferdi sprang voller Erwartung auf: "Und, wer ist es?!"

"Jack!"

Alle glotzten den Ziegenbock an, als käme er vom Mond.

Damit hatte nun wirklich keiner gerechnet... erst Applejack brach das fassungslose Schweigen aller und fragte verwirrt: "Ziegenbock, ich sag´s ja nur ungern... aber Jack ist noch keine zwei Monate alt..."

"Na und?!", entgegnete ihr Freund freudestrahlend, "soll´s daran scheitern?!"

"Ähmmm... ja...", kam es vom Ziegen-Doc, "wie soll eine kleine Ziege...?"

"Wer hat denn was von klein gesagt?!", grinste der Ziegenbock, "das kriege ich schon hin!"

Mit diesen Worten stürmte er fröhlich pfeifend aus dem Saal - unsicher folgten die anderen ihm.

---

Jack und Sonea lagen in ihrem Zimmer beide friedlich schlafend nebeneinander im Bett, als die Tür aufflog und ihr Onkel einen Apparat, der wie eine Art Schaltkasten mit angeklemmten Dusche zusammengekleistert war, guten Mutes "Arbeiter, Bauern, hebt die Gewehre..." singend in seinen Hufen hinein schleppte und so laut auf den Tisch krachen ließ, dass er die beiden weckte.

Sofort ging das Geplärre los und er freute sich schon darauf, dass er es so schnell nicht mehr hören würde...

Nur noch die Maschine anschließen, alles einstellen, Strom an... und...

"HAAALT!!!", brüllte da eine energische Stimme hinter ihm und nacheinander stürzten Styker, Ferdi und Applejack in das Kinderzimmer, "WAS HAST DU VOR?!?!"

"Werdet ihr schon sehen!", lachte der Ziegenbock und legte den Hauptschalter um - erst passierte gar nichts, dann passierte alles auf einmal.

Ein later Knall, dicht gefolgt von blauen Blitzen erschütterte Raum und Schloss, zerbarst die Fenster und blendete die Freunde, die sich schützend die Hufe vor die Augen rissen - außer dem Ziegenbock, der sich wie ein wahnsinniger Wissenschaftler freute.

Rumms! - Zisch! - Schigger! - raus war die Sicherung und alles lag im Halbdunkel.

Die erste, die sich wagte, in Richtung des Kinderbetts einen Blick zu riskieren, war Applejack. Nur schemenhaft erkannte sie ihren Freund, der sich über den Rand beugte und freudig ausstieß: "ES HAT GEKLAPPT!!! ES HAT GEKLAPPT!!!"

Dann packte auch sie die Neugier, ein Blick über den Rand genügte und sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus:

Da, wo eben noch ein kleines Alihorn und eine geflügelte Ziege gelegen hatten lag nun ein Alihorn - in Größe von Applebloom.

Und sein dreigehörnter Bruder wurde grade von dessen durchgeknallten Onkel durch die Gegend geschleudert - ebenfalls kein Baby mehr, sondern ein schon ziemlich großes Zicklein, das jauchzend die Tanzeinlage genoss.

Auch Stryker und Ferdi konnten es kaum fassen - der Ziegenbock hatte die beiden mit der Maschine um zwölf Jahre gealtert.

---

"Wie zur Hölle hast du...?!", stammelte Stryker unsicher, was jedoch größtenteils im Freudenjubel des Ziegenbocks unterging: "Das ist ein Teilchenbeschleuniger - damit geht sowas... vor- und rückwärts!"

"Wie - was beschleunigen?!", wunderte sich der junge Jack, "ich denke, so ´nen Ding kann man auch als Teleporter nutzen... richtich eingestellt..."

Stryker war baff.

Er wusste nicht, was er glauben sollten und was nicht... sicher war schon mal, dass hier soeben etwas stattgefunden hatte, was seine Vorstellungskraft überstieg.

"Das... das glaube ich einfach nicht...", keuchte auch Ferdi perplex, "ich..."

Applejack war mittlerweile aufgestanden und zog das noch etwas benommene Alihornmädchen vorsichtig zu sich hoch.

"Sonea?", flüsterte sie vorsichtig, "geht es dir gut?"

"Wieso soll es mir schlechtgehen, Tantchen?!", brummelte sie zurück, "ich bin nur verdammt müde, also lass mich bitte pennen!"

Jetzt wusste das Tantchen wirklich nicht, was es recht entgegnen sollte...

Dafür wusste es der Onkel umso besser: "Hey Jack... wenn deine Schwester jetzt nicht innerhalb von zehn Sekunden aufsteht, hast du meine Erlaubnis, sie aus dem Bett zu schmeißen!"

"YAAAY!!!", freute er sich und begann kichernd zu zählen, "1... 2... 3... 4... 5..."

"Ihr seid doof...", maulte Sonea, "warum immer ich?!"

"Weil ich dich gerne ärgere!", freute sich Jack, packte ohne Vorwarnung den Bettkasten und kippte ihn ohne große Kraftanstrengung um, sodass Sonea direkt in Applejacks Arme rutschte und kreischte:

"WENN ICH DICH KRIEGE JACK, DANN...!!!"

"Ist ja gut, meine Kleine...", versuchte das Bauernmädchen sie zu beruhigen, "er macht doch nur Spaß..."

"Ich find das aber nicht lustig!", verteidigte sich die Prinzessin, bevor Stryker einschritt: "Das ist ja alles schön und gut, aber WAS SOLLTE DAS BRINGEN?!?!"

Doch anstelle des Ziegenbocks antwortete Jack völlig gelassen: "Weißt du Stryker, liegt vielleicht daran, dass mein Gehirn dem meines Vaters ähnelt... zumindest teilweise... und da ich ihn zu gut kenne, weiß ich auch, was ihr braucht... eine Strategie, wie nur er sie austüfteln kann... eine, die so bekloppt ist, dass sie eigentlich unmöglich funktionieren kann, es aber doch irgendwie tut..."

Jetzt war Stryker wirklich sprachlos.

Die wenigen Worte, die er bis jetzt von Jack gehört hatte, ließen ihn eines wissen: Der Junge kam ganz nach seinem Vater.

Und wenn das stimmte, hatten sie den gesuchten Strategen vor sich.

---

Keine fünf Minuten später saßen alle zurück im Konferenzraum versammelt und beratschlagten, was als Nächstes zu tun sei.

Ferdi und Stryker hatten sich immer noch nicht an Jack gewöhnt, der nun auf Roberts Platz trohnte, während Sonea auf Atlanas Stuhl saß und kurz vor dem Eindösen war und immer von Applejack sanft angestupst werden musste, um nicht noch laut los zu schnarchen!

"Also gut...", eröffnete der junge General, "hat hier irgendeiner eine Idee, was jetzt zu tun ist?"

Da keiner etwas erwiderte, stand der Ziegenbock auf und meinte: "Ich fasse am besten erstmal zusammen, was bis jetzt Fakt ist... also, Robert ist von Cyro besessen, Luna ist von Pryne entführt worden, Celestia schwer verletzt, Niben tot... und... Pryne auf der Jagd nach Eross und Atlanas. Habe ich irgendwas vergessen?"

"Nein... hat alles seine Richtigkeit...", nickte Stryker, "nur, wo sollen wir anfangen, vor allem weil im Prinzip alles gegen uns steht!"

"Hmmm...", überlegte Ferdi, "unser Problem ist doch, dass Cyro kurz davor ist, die Herrschaft über alles zu übernehmen und es niemanden gibt, der sich ihm in den Weg stellen kann!"

"Doch!", bemerkte Applejack, "einen gibt´s... der ist nur dummerweise grade auf der Flucht..."

"Eross?"

"Richtig, genau den und seine Göttinnen meine ich..."

"Tjaaa...", warf Stryker ein, "das Problem ist bloß, WO ist er und WIE können wir ihn finden?!"

"Also das dürfte kein Problem sein... wenn er geflüchtet ist, dann nach Oblivion, zu Safira, oder?"

"Stimmt!", rief Jack erfreut, "so wird es sein, und wenn er dort ist, dann sollten wir ihn so schnell wie möglich zu uns holen!"

"Aber...", merkte der Wechselhengst unsicher an, "das dürfte Pryne auch schon längst wissen... und mit dem Zug schaffen wir das nicht vor ihm, zumal..."

"Ich weiß!", unterbrach ihn der Ziegenbock, "die Bahnstrecke geht nicht durch, aber das hält uns doch nicht auf!"

"Ja, aber wie dann?!"

"... wie wär´s mit Fliegen?"

---

Die Flugzeuge waren einsatzbereit, nur noch schnell ein Checl, Bomben einhaken und Aufstellung der kleinen Staffel.

Vorne der Ziegenbock, dahinter Applejack, anschließend Ferdi und der Ziegen-Doc und am Ende Stryker... Sonea und Sunset hatten doch beschlossen, lieber nicht mit zu fliegen und den Ziegen zu helfen, die Barrikaden für die bevorstehende Schlacht zu errichten.

Fehlte nur noch Jack... sein Platz bei Stryker war schon festgelegt, und wenn er nicht unbedingt Pilot gewesen wäre, hätte der Ziegenbock wahrscheinlich nicht auf ihn gewartet.

Die Minuten verstrichen ins Endlose und endlich - nach einer halben Ewigkeit nahte er strahlend im Laufschritt.

"Beim nächsten Mal fasst du dich kurz!", meckerte ihn sein Bordschütze an, als der Prinz endlich auf seinem Sitz saß, "wir warten!"

"Ist ja schon gut...", murrte es nur und der Motor wurde gestartet.

Die anderen taten es ihm gleich und der Ziegenbock gab Gas.

Nacheinander rollten die Flugzeuge auf die Startbahn und hoben ab, flogen durch den Tunnel und folgten der Eisenbahnstrecke Richtung Apple Loosa, die sich bis Kelut fortsetzte.

Von da aus konnten sie Oblivion fast schon riechen.

---

Die Stadttore waren nicht einmal verschlossen, als Pryne und seine Armee Oblivion erreichten.

Die Straßen waren schattenleer und es wirkte so, als hätten die Bewohner die Stadt fluchtartig verlassen.

Dem Anführer der Black-Ponys war das egal, er wollte trotzdem seine Macht demonstrieren und ließ ein Haus nach dem anderen anzünden.

Wutschnaubend schritt er allen voran auf den Schattenpalast zu, dessen Tore jedoch geschlossen waren.

"MACHT AUF!!!", brüllte er zornig, "SONST WERDET IHR MEINEN ZORN ZU SPÜREN BEKOMMEN!!!"

Nichts regte sich und Pryne wurde es zu bunt - mit einem Handzeichen signalisierte er den Panzerfaustschützen den Feuerbefehl.

Die drückten ab und die Raketen zerlegten innerhalb von Sekunden das Tor samt Wachtürmen und Wegsperren dahinter... kein Schatten widersetzte sich ihnen, wer es doch wagte wurde sofort erschossen. Auch die anderen verbarrikadierten Pforten ließ Pryne sprengen und gelangte so schließlich bis vor den Thronsaal, dessen Tor er selbst mit einem irren Magieblitz aus den Angeln riss.

Das Holz krachte vor ihm nieder und er erblickte Atlanas, Eross und Safira und etliche Schattenwachen, die schützend vor Fluttershy standen.

Die Entschlossenheit in ihren Gesichtern flößte etlichen der dunklen Krieger großen Respekt ein, doch keiner von ihnen wagte sich auch nur einen Schritt zurück zu treten.

Totenstille lag über den Köpfen der Kontrahenten.

Die Blicke waren eisig, der Wille entschlossen - Sieg oder nichts, das wussten beide Seiten nur zu gut.

Dann brachen Prynes Worte die Stille: "ICH WILL NUR DIE VERRÄTER, DIE MEINE FREUNDIN AUF DEM GEWISSEN HABEN, SONST NICHTS!!!"

Eross spuckte vor Pryne auf den Boden: "Kannst mich mal, Arschloch! Wessen Freundin versucht, mich umzulegen, die...!"

"HALT´S MAUL!!!", donnerte Pryne, "DU WIRST ES NOCH BEREUEN, SCHLECHT ÜBER TWILIGHT GESPROCHEN ZU HABEN!!!"

Und dann: "ANGRIFF!!!"

Seine Black-Ponys stürzten nach vorne.

---

Die Flugzeuge der Freunde kamen Oblivion immer näher.

"Was machen wir eigentlich, wenn wir da sind?", fragte Stryker in den Funkkanal.

Die Antwort kam vom Ziegenbock: "Zuerst mal schauen, ob die schon Hilfe brauchen, wenn ja, helfen, wenn nein, landen und sie mitnehmen!"

"So einfach?!", staunte Ferdi, "das bezweifle ich..."

Der Ziegenbock erwiderte nichts und griff sich stattdessen seine Fahre, mit der er seinem jungen Kameraden eine sehr eindeutige Botschaft winkte: Denke ich auch nicht... das dürfte ziemlich schwierig werden... am besten, du siehst mal nach unten...

Zögernd tat er es - und wusste sofort, warum das schwierig werden würde... das vor sich hin kohlende Stadttor verriet alles:

Pryne war schon da.

---

Die sich verteidigenden Schatten hatten keine Chance gegen die gewaltige Übermacht an Black-Ponys, die wie eine gewaltige Dampfwalze auf sie zu donnerte und sie zu überrollen drohte.

Auch wenn Eross, Atlanas und Safira sich mit aller Kraft gegen Pryne und seine Männer warfen, drängte er sich mit wütenden Schwerthieben immer weiter zurück.

"ES SIND EINFACH ZUV...!!!", schrie der Hauptmann der Garde aus vollem Hals, als ihn eine Lanze durchbohrte und er leblos zu Boden sank.

"HALTET DURCH!!!", brüllte Atlanas verbissen über die Köpfe der noch kämpfenden Schatten zurück, "WENN WIR VERLIEREN, IST ALLES VERLOREN!!!"

"WO DU RECHT HAST, HAST DU RECHT!!!", lachte Pryne diabolisch und drosch erneut auf ihn ein, "DANN WIRST DU LEIDEN, WIE IHR MICH HABT LEIDEN LASSEN!!!"

"DU HAST VOLLKOMMEN DEN VERSTAND VERLOREN!!!", donnerte Eross und rammte sein Schwert in einen Sword-Squard, "GENAU SO WIE TWI...!!!"

KA-WUMM!!!

---

Die vier Flugzeuge näherten sich dem Schattenpalast über die brennenden Häuser und Dächer des zerstörten Oblivion hinweg.

Ferdi zog sich neben den Ziegenbock und brüllte über den Lärm der Motoren hinüber: "ICH WILL JA NIX SAGEN, ABER WIE ZUR HÖLLE SOLLEN WIR HIER LANDEN?!?!"

"Ähmmm...", begann der Ziegenbock, obwohl er innerlich schon längst explodiert war - DAS hatte er vergessen, einen LANDEPLATZ zu bestimmen! Alles, nur nicht das hätte er vergessen dürfen!

Und die Zeit drängte, Pryne würde kurzen Prozess machen, das wusste er.

Denk nach, streng deine grauen Hirnzellen an!, fluchte er, ihr müsst schnell landen, also finde einen Landeplatz!!!

"Wir...", wollte er gerade zu Ferdi herüber rufen, als plötzlich ein entsetzter Schrei von Applejack kam:

"D...D... DA!!!"

Dann sah er es auch - es war ein Gunship der Black-Ponys, keine 500 Meter vor ihnen schwebte es bedrohlich wie eine Hornisse in der Luft, seine Miniguns warem direkt auf sie gerichtet.

Sie hatten nur eine Möglichkeit, nicht sofort zu Kleinholz verarbeitet zu werden: "AUSWEICHEN!!! WEG VON DEM DING, ES...!!!"

In diesem Moment feuerten beide großen Kanonen auch schon los und die Flugzeuge stoben in alle Himmelsrichtungen auseinander, Ferdi nach rechts, Jack nach oben, Applejack nach links und der Ziegenbock nach unten.

Verwirrungstaktik hoch zehn - an sich eine gute Idee, doch der Kanonier des Gunships schaffte es, dem Anführer ein Stück hinterher zu ziehen und zerfetzte mit etlichen Kugeln sein komplettes Heck samt Steuerung.

Und obwohl sein Flugzeug hinten schon brannte, versuchte der Ziegenbock immer noch, es wieder in die Höhe zu kriegen, was ihm jedoch nicht wirklich gelang - zwar schaffte er es, es in eine flachere Landeposition zu bringen, ehe die Steuerungsseile schmolzen und gar nichts mehr funktionierte... mit Karacho bohrte er sich durch das große Glasfenster an der Nordseite des Schattenpalastes.

Unfähig, etwas sagen zu können, kreisten die verbliebenen Freunde mit ihren Doppeldeckern am Himmel.

Keiner wusste, was er jetzt glauben sollte und was nicht - und was die anderen dachten.

Applejacks Gesicht übertraf alles - es hatte sich in armierten Stahlbeton ohne jegliche Regung verwandelt.

Es wollte ihr nicht in den Kopf, dass IHR Freund, der beste General und Flieger der Ziegen einfach so... tot... war.

---

Auch Pryne war herumgefahren und glotzte höchst überrascht in Richtung des Klirrens - und erstarrte vor Entsetzen zur Salzsäule:

Durch die Rückwand der fast schon überlangen Palasthalle war ein Flugzeug gedonnert, hatte beim Aufprall auf den Boden sein Fahrwerk verloren und schleifte nun über die Platten - mit noch drehendem Motor voran, der alle Black-Ponys in seinem Weg zerhächselte, während die, die den Flügeln im Weg standen, ebenfalls entweder heftig auf den Boden gequetscht wurden oder gleich in zwei Hälften gerissen wurden.

Immer näher kam dieser Fleischwolf ihm nun und auch der Pilot, den er sofort als den Ziegenbock identifizierte, erkannte Pryne durch die Blut-Wolke hindurch und lud seine drei MGs (die beiden am Flugzeug und seine eigene, Modell Thompson) durch.

"KÖPFE RUNTER!!!", brüllte er Eross, Atlanas und den anderen noch verbliebenen Schatten zu, "JETZT GIBT´S BLACK-PONY-HACK!!!"

-) (-

Mit ohrenbetäubenden Rattern legten die drei MGs los und zerfetzten alles vor sich.

Panisch rannten die Black-Ponys zu den Fenstern des Thronsaals uns sprangen hindurch - die, die Glück hatten, landeten in den Bäumen des Parks, den Safira hatte anlegen lassen, die, die keins hatten krachten daneben auf den gepflasterten Boden.

Auch Pryne hatte endlich realisiert, dass er keine Chance gegen den Ziegenbock hatte, schrie wütend: "ICH WERDE EUCH KRIEGEN!!!" und nahm ebenfalls den Weg durch ein Fenster - mit dem Unterschied, dass er vorher seine Flügel ausgebreitet hatte und über die Dächer des Palastes davonflog.

Grinsend mähte der Ziegenbock die letzten Black-Ponys um, ehe er den Motor abwürgte und aus seinem halb zerstörten und hinten komplett in Flammen stehenden Flugzeug sprang und meinte:

"Rettungsteam I, aka Ziegenbock hat das Ziel erreicht... wartet nun auf ein funktionsfähiges Transportmittel..."

Oben in den Flugzeugen brach Jubel aus.

Am lautesten weinte Applejack vor Freunde darüber, dass ihr Freund unbeschadet und gut drauf war.

Auch Atlanas war so glücklich, dass er zuerst dem Ziegenbock um den Hals fiel, bevor er schluchzte:

"Danke... dass du uns gerettet hast... ohne dich..."

"Keine Sache...", grinste der Ziegenbock zufrieden und drückte Atlanas, "ich selbst weiß doch, was so alles auf dem Spiel steht... aber jetzt seid ihr sicher... und ich auch..."

"Na ja...", bemerkte Eross, doch Safira legte ihm ihren Huf vor den Mund und lächelte: "Lass sie den Moment genießen..."

Und das ließ er sie, sich selbst, Safira und den Rest des Rettungstrupps hoch über ihren Köpfen.

---

Er hatte sie - endlich!

So lange hatte er darauf gewartet und nun war es endlich so weit:

Die Macht Nibens schwebte zwischen seinen Hufen.

Ein blitzeschleudernder leuchtender Energieball, der nur darauf wartete, von ihm benutzt zu werden.

Er wusste genau, was jetzt zu tun war.

Die glühende Kugel hoch über sich werfend, positionierte er sich genau in der Mitte der sechs Steine.

Zischend krachte die Kugel auf ihn herab und er sog sie vollständig in sich auf.

Dann spürte er sie, die neue Kraft, die er nun zusätzlich hatte.

Um sie zu testen, atomisierte er erst die Steine und dann den Rest um sich im Umkreis von 100 Metern.

Es klappte ohne Anstrengung.

Er hatte es geschafft.

Ein diabolisches Lachen anstimmend freute er sich auf sein bevorstehendes Leben - als Herrscher über diese Welt, bereit ohne Skrupel das pure Böse über den erbärmlichen Wesen regieren zu lassen - sich selbst.

Ihnen die Hölle auf Erden zu bereiten.

Sie zu foltern, zu vernichten, sie leiden zu lassen.

Es war soweit.

Cyro hatte die Macht in Equestria übernommen.

Und nichts würde ihn aufhalten können.

Dieses Mal nicht.

---

Es hatte zwar etwas gedauert, doch erst als Jack das Gunship und Applejack die erneut heran nahenden Black-Ponys abgeschossen hatten, ließ sich Ferdi überzeugen, mit seinem Flugzeug auf dem Dach der Palasthalle zu landen, um die Freunde im Palast einzusacken.

Aber wie man fünf Ponys in ein Flugzeug bekommt, in das normalerweise nur zwei reinpassen und diese Plätze schon besetzt sind, hatte vorher keiner bedacht... jedoch hatte der Ziegen-Doc sich sofort einverstanden erklärt, seinen Platz für die hochschwangere Fluttershy zu räumen und sich selbst auf einer der Tragflächen mit Fallschirm zu setzen, um von dort aus notfalls den Weg freizuschießen - mit einer Bazooka.

Nach weiterem Gerede und sinnlos verplemperter Zeit landete auch Applejack, in deren Flugzeug sich Eross und Safira zu zweit auf den Rücksitz quetschen.

Blieben noch Atlanas und der Ziegenbock, die sich beide nicht einigen konnten, wer aus eigener Kraft fliegt - bis der Ziegenbock sich einfach oben in die Mitte der Flügel von Applejacks Flugzeug setzte und sich nicht loseisen ließ.

Mürrisch nahm endlich auch Atlanas den nun freien Platz auf der rechten Tragfläche gegenüber des Ziegen-Docs ein und der Ziegenbock gab den Abflugbefehl.

Erst als alle drei Flugzeuge wieder nebeneinander in Formation flogen, beruhigten die Retter und Geretteten sich - um gleich darauf wieder von einem panischen Schrei in die Wirklichkeit zurück gerissen zu werden:

"GUNSHIPS AUF 12 UHR!!!"

---

Entsetzt riskierten die Freunde einen Blick auf den Feind, der mit insgesamt acht Hubschraubern direkt vor ihnen wie eine unüberwindbare Wand mitten in der Luft hing - mit der Devise: On ne passe pas!

Nun hatten sie ein wahres Problem, denn einmal waren sie total überladen und andererseits viel schwächer als die Black-Ponys.

Doch was sollten sie sonst tun außer Angreifen? - Umkehren? Aufgeben? Sich gefangen nehmen lassen?

Das kommt nicht in die Tüte!, fand der Ziegenbock und entschloss sich daher zum Frontalangriff:

"Wir müssen da durch - koste es, was es wolle!"

"Das ist Wahnsinn!", rief Atlanas zu ihm hoch, "wir sind kaum manövrierfähig, weil...!"

"Ich weiß, und deswegen müssen alle die, die Fliegen können - außer deiner Freundin, versteht sich - fliegen und kämpfen!"

"Noch bekloppter!"

"Nein, die einzige Chance, da durch zu kommen!"

"Aber..."

"Nix aber, das ist jetzt mist, geht aber nicht anders! - Also... NOCHMAL FÜR ALLE AUßER JACK UND DIE DAMEN: WENN FLUGFÄHIG, WAFFE IN DIE HAND UND AUF MEIN KOMMANDO ABHEBEN UND DIE GUNSHIPS ABKNALLEN, VERSTANDEN?!?!"

"Das können wir nicht bringen, wir...!"

"SCHNAUZE EROSS!!!", brüllte der Ziegenbock, "BEFEHL IST BEFEHL, ALSO SCHWING DEINEN ARSCH IN DIE LUFT, ODER ICH HELFE NACH!!!"

Eross wusste, dass der Ziegenbock recht hatte, sie hatten nur diese eine Chance.

Mit feuchten Augen drehte er sich zu Safira und strich ihn zart über die Mähne:

"Wenn ich nicht zurückkomme, sag Elena, dass ich in Ehren gefallen bin... und trauere nicht um mich... ein schönes Pony soll sich nicht mit Tränen schmutzig machen..."

Sie erwiderte nichts und küsste ihn.

"AUF DREI!!!", donnerte der Ziegenbock gegen den Wind, "eins... zwei..."

"Du wirst zurückkommen, versprich es!"

"Ich verspr..."

"... DREI!!!"

Eross ließ Safira los und schoss geradewegs in den Himmel, sein Schwert kampfbereit, den Siegeswillen fest im Kopf.

Auch die anderen hatten sich von den Flugzeugen gelöst, die nun in alle Richtungen schossen und die Gunship-Piloten erst einmal ordentlich verwirrten, das Zeichen, auf das der Ziegenbock gewartet hatte.

"ATTACKE!!!", brüllte er, "MACHT SIE PLATT!!!"

Die Schlacht über Kelut hatte begonnen.

---

Aus dem Vorsatz "Wir helfen beim Barrikaden errichten" war doch nichts geworden, weil Sunset sich immer noch nicht beruhigt hatte und Sonea sie nicht wirklich trösten konnte.

Irgendwann wurde es dem jungen Alihorn dann auch zu blöd, ständig jeden guten Vorschlag abgeblockt zu bekommen und sie meinte:

"Gut, da ich keine Idee mehr habe, wie ich deine Laune gebessert kriegen könnte liebe Sunset, gehst du jetzt am besten mal in die Bücherei und liest doch ein zwei Ratgeber über Liebeskummer... das lenkt erstens ab und ist zweitens hilfreich!"

Ohne eine Antwort abzuwarten nahm sie die schluchzende Sunset Shimmer am Huf und zog sie geradewegs in die große Palastbibliothek, schob sie in irgendeine Regalreihe und drückte ihr das nächstbeste Buch in die Hand, ehe sie sich umdrehte und verschwand.

Da saß Sunset nun - mitten unter alten modrigen Büchern und voll Trauer um Niben - nicht so recht wissend, was sie jetzt tun sollte.

Nach einigen Seufzern warf sie einen feuchten Blick auf das Buch vor sich - ein Buch über Waffen.

Kopfschüttelnd legte sie es beiseite und blickte das Regal vor sich hoch, auf der Suche nach etwas für sie interessanten.

Nichts.

Keiner der Titel sprach sie auch nur irgendwie an... Arriva´s Diary, Die Schlacht um Canterlot, Die Untergrundeisenbahner... alles langweilig, fand sie.

"Warum hilft mir keiner, wenn´s mir dreckig geht?!", fluchte sie traurig, "Warum gehe ich allen am Arsch vorbei?!"

Wütend verpasste sie dem Regal einen Tritt - und das Holz gab nach... das GANZE Regal gab nach und neigte sich nach vorne!

Und das letzte, was Sunset Shimmer sah, waren unzählige Bücher, die geradewegs auf sie zugerast kamen.

---

Die Gunships feuerten aus allen Rohren auf die drei kleinen Doppeldecker, die dem Kugelhagel immer wieder geschickt auswichen.

Auch die herannahenden Flieger störten sie wenig - einmal in die Nähe feuern reichte schon aus, um sie von ihrer Flugbahn abzubringen beziehungsweise sie auf Distanz zu halten.

Langsam wurde das dem Ziegenbock zu bunt und er entschloss sich als erster den Black-Ponys zu zeigen, dass man sich vor ihm fürchten sollte, wenn man ihn ärgert. Raketenwerfer aus der Tasche geholte, auf den ersten Heli gezielt, ein "FRESST ZIEGENSTAHL!!!" gebrüllt und abgedrückt - das passierte alles innerhalb von Sekunden.

Und brachte die ganze Schlacht zum unerwarteten Wendepunkt...

---

Stöhnend schob Sunset Shimmer mehrere uralte Bücher und Regalreste zur Seite, unter denen sie begraben worden war und versuchte, sich aus dem Haufen zu ziehen, was ihr jedoch erst nach einiger Kraftanstrengung und mehreren weggeschobenen Büchern gelang.

Keuchend richtete sie sich auf und hustete sich erst einmal den jahrzehntealten Staub aus der Lunge.

In diesem Moment machte es noch einmal "Bumms!" und ein dicker Schinken krachte ihr mitten auf den Kopf.

Japsend nach Atme ringend versuchte sie bei Bewusstsein zu bleiben, was ihr trotz höllischer Kopfschmerzen gerade noch so gelang und sie sich mit letzter Kraft komplett aus dem Stapel zog.

Ihr Schädel dröhnte und sie hatte keine Kraft mehr, sich aufzusetzen geschweige denn aufstehen.

Keuchend atmete sie erst einmal kräftig durch und wurde sofort wieder durch einen Hustenanfall geschüttelt, als ihr das schwere Buch ins Auge fiel, das sie soeben auf den Kopf bekommen hatte.

Es wirkte uralt und war komplett verdreckt, was sie jedoch nicht abhielt und sie es zu sich zog, den Staub vom Deckel pustete und den Titel las:

Alte Sagen

Sie mochte Sagen, sie hatte es schon als Kind gemocht, wenn ihre längst verstorbene Großmutter ihr Geschichten aus ihrer Jugend erzählt hatte... oder alte Sagen, die ihr größten Respekt und Achtung vor Göttern und Wesen der Zwiespalt eingeflößt hatten.

Der Deckel des Buches war aus massiven Holz, schwarz, schwer und mit Eisen beschlagen.

Ihn aufschlagend und die erste Seite, die jemand mit viel Mühe und einzig einer Feder illustriert hatte umblätternd, begann Sunset Shimmer im fahlen Licht der Kerzen zu lesen.

---

Die Rakete landete einen Volltreffer und zerfetzte den Helikopter.

Die explodierenden Munitionskisten schossen eine Stichflamme nach links und zündeten dabei das dort schwebende Gunship an, ein weiteres großes Trümmerteil traf ein weiteres Gunship am Rotor und ließ es sofort abstürzen.

Bevor die Black-Ponys überhaupt reagieren konnten, war Applejack mit ihrem Doppeldecker schon beigedreht und schoss ein Magazin nach dem anderen auf die noch in Formation stehenden Helis.

"STERRRBT IHR SCHWEINEHUNDE!!!", brüllte sie kampflustig und zog knapp unter ihnen durch, was der Ziegen-Doc nutzte und eine Haftbombe unter eines warf und sie daran hängenblieb.

Die Explosion war so heftig, dass es auch die drei Gunships in Nähe des explodierenden beschädigte und vom Himmel holte, zwei andere mussten sofort in den Landeanflug gehen, um nicht selbst in Flammen aufzugehen.

Der letzte verbliebene Angreifer drehte angesichts der Lage sofort ab und schoss davon.

Unter den Freunden brach lauter Jubel aus.

---

Das Buch hatte Sunset in seinen Bann gezogen, sie konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.

Immer interessanter wurden die Kapitel, die Kämpfe, die Mythen...

Und während sie las, dachte sie kein einziges Mal an Niben.

---

Grinsend kehrten die Flieger zu den Doppeldeckern zurück und ließen sich ausgelassen auf ihren Plätzen nieder.

Atlanas küsste Fluttershy leidenschaftlich, als auch er wieder auf seinem Platz hinter ihr saß und ihr ein "Wir sind wieder sicher..." und sie ihm ein "Danke Atlanas..." entgegen hauchte.

Auch Eross und Safira knutschten in Applejacks Flugzeug, während sich die Pilotin mit einem kurzen, aber herzlichen Kuss ihres Freundes zufrieden gab, der sich danach wieder auf Position in die Mitte der Flügel begab und den Tower von Down Under anfunkte.

"Wir sind durch..."

Dann drehte er sich noch einmal sicherheitshalber um.

"Aber vorbei ist es noch nicht..."

Auch die anderen bemerkten es und gerieten wieder in Panik.

Weit hinter ihnen flog eine regelrechte Armada an Gunships der Black-Ponys.

Und sie holten auf...

---

Die Spannung stieg, bald würde sich alles entscheiden.

Sunset hatte alles um sich herum ausgeblendet, nichts außer den Buchstaben vor sich interessierte sie mehr.

Der Held der Sage, ein mutiger Krieger, war nach Kämpfen gegen etliche Monster und anderen Hindernissen kurz vor seinem Ziel, ein Ziel, das er selbst noch nicht einmal genau kannte oder wusste, was ihn erwartete.

Gespannt las sie weiter.

Der dichte Nebel verhüllte seine Sicht. Kaum den Huf vor Augen sehen könnend schob er sich tastend voran. Sein Ziel lag praktisch vor ihm, nur sehen konnte er es noch nicht. Sein Schwert ruhte in seinem Huf, jederzeit kampfbereit arbeitete er sich Meter um Meter vor, weiter den Berg erklimmend. Plötzlich bemerkte er etwas Großes vor sich im Nebel aufragend und er stoppte. Es wirkte gewaltig, aber es war kein Wesen.

Es war ein Tempel.

Ein Tempel, den kein Pony jemals vor ihm zu Gesicht bekommen hatte.

Der Tempel der Götter.

---

"VERDAMMT!!!", schrie Ferdi entsetzt, "DIE KOMMEN IMMER NÄHER!!!"

"JA - UND DAFÜR HABEN WIR MGs!!!", brüllte der Ziegenbock zurück, "ALSO ALLE KANONIERE RAN UND FEUER!!!"

Doch obwohl er damit rechnete, dass die Angesprochenen sich sofort umdrehen und losballern würden, glotzten ihn Fluttershy und Safira nur unsicher an, während Stryker sofort wusste, was Sache war und sich bereit machte.

"NA WAS IST?!?!"

"Ähmmm... WAS genau und WIE sollen wir es machen?", kam es zaghaft von Fluttershy, "ich kann doch nicht..."

"NA SICHER KANNST DU!!!"

"Ja aber..."

"NIX ABER!!!", ranzte der Ziegenbock sauer, "ICH KANN DAS SCHLECHT, ALSO MÜSST IHR!!!"

Immer noch zögernd drehten sich erst Safira und dann Fluttershy um und packten die MGs.

"FEIND AUF 3 UHR, FEUER!!!", brüllte der Ziegenbock euphorisch und drei schwere Flugzeuggeschütze mähten breite Schneisen der Vernichtung in die Luft.

Safira hatte besonders gut gezieht, ihre Kugeln durchschlugen die Frontscheibe eines Gunships und erwischten die Piloten tödlich.

Es stürzte so schnell ab, dass selbst der Ziegenbock anerkennend murmeln musste: "Die hat´s echt drauf, heilige Arriva!"

---

Es war, als hätte jemand Sunset an einen Hochstromtransformator angeschlossen, durchzuckte sie die Erkenntnis wie ein Blitzschlag:

DER TEMPEL DER GÖTTER!!!

Und so, wie sie die nachfolgenden Zeilen empfand, konnte das kein Zufall sein... er MUSSTE einfach existieren, irgendwo da draußen...

Freudig schlug sie das Buch zu, klemmte es sich unter den Arm und rannte aus der Bücherei, mit einem klaren Ziel vor Augen:

Diesen Tempel, der Wunder vollbringen konnte, zu finden.

Und durch dieses Wunder ihren Niben zurückzubekommen.

---

Trotz des schweren Gegenfeuers der Ziegen-Flugzeuge holten die Gunships langsam aber sich immer weiter auf.

Der Ziegenbock, der Ziegen-Doc, Atlanas und Eross unterstützten mit Bazookas, Snipern und Raketenwerfern ihre MGs, aber obwohl sie etliche Helis abschossen rückten immer neue auf und ersetzten die alten.

Und auch ihre eigene Feuerkraft brachte die Doppeldecker immer mehr in Bedrängnis und ließ sie wilde Schleifen und andere Ausweichmanöver fliegen, um ihren Kugeln zu entgehen.

Ein Schweißausbruch nach dem anderen lief sowohl Eross als auch Atlanas den Rücken hinunter und letzterer entschloss sich schließlich, dem Ziegenbock die Meinung zu sagen:

"Wir müssen landen, sofort, sonst sind wir tot!"

"Nein, das bringt jetzt auch nix mehr, wir haben´s gleich geschafft...", winkte der Ziegenbock ab, womit sich auch Eross nicht zufrieden gab:

"DIE SCHIEßEN UNS WIE TONTAUBEN AB, WENN WIR UNS NICHT ERGEBEN!!!"

"NEIN!!!", donnerte der Ziegenbock bestimmt, "DAS KOMMT NICHT IN DIE TÜTE, POSITIONEN HALTEN!!!"

"DAS IST...!!!", begann Atlanas wütend vor Todesangst um sein ungeborenes Kind, als seine Wut von einer gewaltigen Explosion hinter ihnen verschluckt wurde.

---

Die Explosion wirbelte die kleinen Flugzeuge durch die Luft und die Piloten schafften es gerade so, ihre Maschinen auf einer halbwegs geraden Bahn zu halten.

Wieder donnerte es - der Feuerball hinter ihnen folgte auf dem Fuße und zerfetzte ein Gunship frontal, andere wurden durch die Explosion durchgeschüttelt oder abgebremst.

"Wir gehen runter!", befahl der Ziegenbock grinsend, "das sind UNSERE Geschütze!"

Wie recht er hatte...

---

Keine drei Minuten später hatten die Freunde endlich den Einflugtunnel nach Down Under erreicht, vor dem drei der gewaltigen K5-Eisenbahngeschützen standen und den Doppeldeckern den Rücken freihielten.

Kaum in Sicherheit wurden die Rohre eingeklappt und die Kanonen wieder in die Dunkelheit des Untergrundes gezogen, zurück zu ihren Schuppen im Fels.

Als die Flugzeuge auf dem Flughafen Down Unders landeten, brach ein ohrenbetäubender Jubel unter den wartenden Ponys und Ziegen aus.

Glücklich und zufrieden stiegen die Piloten und Geretteten aus und ließen sich von der Menge zum Ziegenpalast tragen.

Sie hatten es geschafft.

---

In Oblivion tobte Pryne, nachdem einer der überlebenden Piloten Bericht erstattet hatte.

"DIESE VERDAMMTEN ZIEGEN LASSEN MIR KEINE ANDERE WAHL ALS KRIEG!!! UND DEN SOLLEN SIE BEKOMMEN!!!"

Dunkelrot vor Zorn wandte er sich an seinen ranghöchsten Offizier nach den Sword-Squards, Redeye.

"BEFEHL DEN MÄNNERN EINEN SOFORTIGEN AUFBRUCH NACH DOWN UNDER!!!"

"Nach... DOWN UNDER?!?!", stotterte dieser, "aber...!"

"ICH DULDE KEINEN WIDERSPRUCH!!!", raunzte Pryne wütend, "WENN DIE TRUPPEN NICHT IN EINEM TAG DA SIND, REIßE ICH DIR PERSÖNLICH DEN KOPF AB, HAST DU DAS VERSTANDEN?!?!?!"

"J... j... ja!", zitterte das Black-Pony und rannte blitzschnell davon.

Wollen wir doch mal sehen, dachte Pryne diabolisch, während er das hektische Treiben seiner Armee beobachtete, wie schnell wir in dieser Stadt sind...

---

Kaum hatte man die Helden am Palast und Fluttershy mit Atlanas am Krankenhaus abgesetzt, stürmte ihnen auch schon eine völlig euphorische Sunset Shimmer entgegen, hüpfte ausgelassen um sie herum und sang glücklich:

"Ich hab bald meinen Niben wieder, ich hab bald meinen Niben wieder!!!"

Jetzt hat sie komplett den Verstand verloren, dachte der Ziegenbock traurig.

---

Kapitel 3 - Zum Dach der Welt Bearbeiten

"Und du meinst wirklich, dass...?!", fragte Eross, nachdem Sunset geendet hatte.

"Aber 100pro!", jauchzte sie, "das war definitiv kein Zufall!"

"Mensch Sunset...", begann Sonea kopfschüttelnd, "du hast da nur eins von diesen uralten Märchen gelesen..."

"Das weiß ich!", strahlte sie über allen Wolken schwebend.

"Ja, aber es ist eine SAGE, eine Geschichte... da ist leider nix hinter...", bemerkte Ferdi unsicher, doch Sunset war immer noch Feuer und Flamme.

"Das kann nicht sein!", schnaubte sie ernst, "ich WEIß einfach, dass es den Tempel der Götter gibt, und ich werde ihn finden und mit seiner Magie Niben wieder zum Leben erwecken!"

"Sunset, sieh es doch ein...", versuchte Safira tröstend einzuwerfen, doch die Angesprochene ließ sich nicht umstimmen.

"Gut, wenn ihr mir ja alle eh nicht glaubt, dann mache ich mich eben alleine auf die Suche!"

Unwillkürlich zuckte Atlanas zusammen.

Das... das war reiner Selbstmord, der gefrorene Norden war voller Gefahren, die Kälte nicht mal dazugerechnet!

"Ich kann dich nicht alleine ziehen lassen!", bestimmte er, "ich werde mitkommen!"

Eross, Safira und Ferdi glotzten ihn nur unverständlich an, doch ehe einer von ihnen etwas sagen konnte, schlug sich der Ziegenbock auf Atlanas Seite:

"Dann komme auch ich mit, ich lasse keinen meiner Freunde im Stich!"

Auch Applejack, die bis gerade eben keinen Ton von sich gegeben hatte, wusste nun genau, was Sache war:

"Ich komme auch mit... soll ja niemand sagen, dass ich meinen Freund nicht unterstütze!"

"Wenn das so ist...", begann der Ziegen-Doc grinsend, "dann werde ich euch begleiten... einen Arzt kann man immer gebrauchen!"

"Und auch ich werde an eurer Seite kämpfen... ich bin jung, ich habe Kraft, ich werde euch zur Seite stehen!", grinste Ferdi.

Eross wusste nicht so recht, was er sagen sollte... Safira einfach so alleine hierlassen, während Pryne wahrscheinlich schon längst auf dem Weg nach Down Under war?

Er spürte die stechenden Blicke seiner Freunde und wagte es nicht, zu seiner Freundin hinüber zu schielen, geschweige denn sie zu fragen, ob...

"Eross, was ist mit dir?", fragte der Ziegenbock und ein Schauer lief dem Pegasus den Rücken hinunter.

Verdammt!, fluchte er innerlich, was soll ich bloß sagen?! - Ich will Safira nicht alleine lassen, aber mitkommen kann sie auf keinen Fall...

Quälende Sekunden verstrichen, Sekunden, in denen man hätte eine Feder auf den Boden fallen hören.

Schließlich wurde es dem Ziegenbock zu blöd und er seufzte:

"Also bleibt ihr hier... in Ordnung, ihr könnt ja den Ziegen und..."

"Nein, ich werde nicht untätig hier rumsitzen und mich mit den Black-Ponys prügeln, von denen habe ich die Schnauze gestrichen voll! Und deswegen komme auch ich mit!", donnerte Safira, "ich bin doch kein Weichei, und nur weil ich jetzt Schattenkönigin bin, braucht keiner zu glauben, dass ich jetzt nur noch regieren würde! - Nein, meinen Spaß, mit euch was zu erleben, lasse ich mir nicht entgehen!"

Eross starrte sie mit offenem Mund an.

Das hatte er nun wirklich nicht erwartet...

"Aber...", versuchte er seine Freundin umzustimmen, doch die ließ nicht mit sich verhandeln.

"Nix aber Eross, ich bin nicht dafür geboren worden, rumzusitzen und Befehle zu erteilen! Und deswegen lasst uns aufbrechen, bevor ich es alleine tue! - Und außerdem... hast du vergessen, wer normalerweise das Sagen hat?!"

Er erinnerte sich an die gestrige Nacht... und musste unwillkürlich kichern.

---

Als die kleine Gruppe mit Waffen, Munition, Proviant und einem kleinen Wagen, auf dem der tote Niben lag aus dem Ziegen-Palast trat, herrschte in der ganzen Stadt der Eifer der Kriegsvorbereitungen.

Jede Ziege half mit, die Barrikaden zu errichten, die Tunnelausgänge dicht zu machen, Waffen, Geschütz und Munition an seinen Bestimmungsort zu bringen oder auf Position zu gehen.

Das Durchkommen in Richtung Marktplatz war schwierig, aber irgendwie schafften sie es doch und erreichten ihn schließlich, nur um erneut zu staunen:

Neben etlichen Ziegen stand ein Teil der Ziegenarmee, allen voran die Offiziere um den Brunnen herum, auf dessen Spitze Sonea stand.

Jack saß neben ihr eine Etage weiter unten im seichten Wasser und schnippte Münzen durch das Wasser, während seine Schwester laut verkündete:

"Versammelte Ziegen, Soldaten, Offiziere, Generäle! Einmal wieder will man uns unser Down Under streitig machen, unsere Heimat, die wir selbst Stück für Stück aus dem Felsen gehauen haben! Wieder einmal sind es Feiglinge, die daherkommen und uns versklaven wollen, so wie die Schatten, so wie einst Niben, so wie die Nazi-Ponys! Und auch wenn wir in der Unterzahl sind, heißt das noch lange nicht, dass wir keinen Kampfeswillen haben, geschweige denn einfach unsere Heimat, unser Leben und das unserer Familien einfach aufgeben! Denn WIR sind die Ziegen, wir sind das Volk!"

Die Menge jubelte vor Begeisterung.

"Ich frage euch...", fuhr Sonea fort, "wollt ihr den totalen Krieg?! - Totaler und radikaler, als wir ihn je hatten?!"[1]

Die umstehenden Ziegen brüllten vor Begeisterung und riefen "WIR WERDEN ES DEM FEIND ZEIGEN!!!"

"WERDET IHR MIR FOLGEN?!?!"

"JAAA, WERDEN WIR!!!"

"WERDEN WIR SIEGEN?!?!"

"JAAA, WERDEN WIR!!!"

"SIND WIR DIE ZIEGEN?!?!"

"JAAA!!!"

"DANN AUF IN DEN KAMPF!!!"

"JAAA!!!"

Der Ziegenbock stand inmitten der euphorischen Ziegen und war sich der Wirkung der Rede bewusst.

Und sich sicher, dass Sonea es war, die das Reden halten von ihrem Vater geerbt hatte... und das Talent eine Armee zu führen.

Heute würde ihr erstes Mal sein.

---

Kaum hatte sie geendet, stob die Menge sofort auseinander - jeder machte sich wieder an die Arbeit beziehungsweise auf seinen Posten.

Allein Jack saß immer noch im Wasser und spielte mit den Münzen, während seine Schwester einen Satz vom Brunnen machte und elegant vor den Freunden landete, die sich den Zwillingen genähert hatten.

Der Ziegenbock hatte keine Zweifel mehr und meinte:

"Wirst du ihr Oberster Befehlshaber sein, während ich...?"

"Das werde ich... ich werde diese Schlacht mit meinem zukünftigen Volk schlagen, ich werde...!"

"Ja, das... wissen wir nun...", grinste er schelmisch, "du hast sie echt begeistert... wie dein Vater..."

"... oder du, vergiss das nie!", beendete sie den Satz, "ohne dich... wäre ich jetzt... sehr aufgeschmissen... danke dafür, Onkel!"

Sie fiel dem Ziegenbock um den Hals und gab ihm einen Kuss.

Dann ließ sie ihn los, hauchte ihm ein: "ich werde dich nicht enttäuschen!" ins Ohr und flitzte ihren Soldaten hinterher.

Der Ziegenbock stand regungslos da.

Auch die anderen bewegten sich nicht.

Keiner wollte diesen friedlichen, stillen und emotionalen Moment zerstören.

Erst Jack brachte wieder Leben in sie, oder besser, in Eross, als der eine Münze gegen den Kopf geschmissen bekam und verärgert grummelte:

"Jack, lass den Mist!"

Doch die junge Alihornziege brachte das erst recht in Fahrt und eine Münze nach der anderen traf Eross am Kopf, am Rücken und an den Flügeln.

Noch einmal warnte Eross:

"Jack, es reicht...!"

Der Ziegen-Doc und Ferdi mussten kichern, als eine ganze Ladung Münzen auf Eross herab prasselte und der Pegasus die Nerven verlor und Jack einige Runden über den Marktplatz jagte, bevor sich der Ziegenbock Roberts Sohn mit einem gezielten Hechtsprung schnappte und unter den Arme klemmte.

"Ganz ruhig, Kleiner... lass doch bitte Eross in Ruhe, der will grad nicht spielen!"

"Ich will aber spielen!", quäkte Jack beleidigt, "oder was erleben!"

"Aber Jack...", versuchte nur Applejack ihn zu beruhigen, "wir müssen aufbrechen... und daher ist es nicht der richtige Zeitpunkt..."

"Ihr wollt wohin?"

"Das ist leider geheim!", zischte Eross wütend, "und du..."

"ICH WILL DAS WISSEN!!!", schrie Jack wütend, "ich bin ja wohl in der Stellung, informiert sein zu dürfen!"

"Jack...", versuchte es der Ziegenbock noch einmal, "das..."

Dieses Mal erntete er nur einen bösen Blick von der Alihornziege und wusste, dass es sinnlos war... Jack würde es so oder so herausfinden... und wenn nicht alles Robert erzählen...

"Also schön...", seufzte er deswegen, "wir suchen nach dem Tempel der Götter..."

"Dann komme ich mit!", unterbrach Jack ihn, "ich will hier nicht untätig rumsitzen!"

"Ausgeschlossen!", donnerte Eross sauer, "Kinder haben im Rettungsteam nix verloren!"

"Königskinder aber schon!", konterte Jack bissig, "und außerdem BEFEHLE ich das!"

"Aber du könntest doch hier den Ziegen helfen, die Black-Ponys...", wollte Ferdi vorschlagen, als der junge Prinz explodierte:

"ICH KOMME MIT, EGAL WAS IHR SAGT!!! SONEA KANN DAS AUCH ALLEINE, UND ICH BIN KEIN VERDAMMTES KIND MEHR!!! UND WENN IHR MICH NICHT MITNEHMT, DANN FOLGE ICH EUCH!!!"

Keiner entgegnete mehr etwas. Gegen ein Königskind kommt eben keiner an..., dachte Applejack, aber gut, wenn es was hilft...

"... kannst du mitkommen, Jack...", nickte sie, "von meiner Seite aus ist das ok..."

"Jop, wenn du uns hilfst...", meinte der Ziegenbock.

"... nicht rumjammerst...", drohte Safira.

"... nicht nervst...", schnaubte Eross.

"... nicht schlappmachst...", brummte der Ziegen-Doc.

"... dann?!", grinste Jack.

"... bist du dabei!", freute sich Sunset, "und wenn´s sonst nix mehr zu besprechen gibt... Aufbruch!"

Die Freunde warfen sich gegenseitig Blicke zu, aber niemand sah so aus, als habe er noch etwas dagegen.

"Gut... na denn...", setzte der Ziegenbock hinterher, "dann... Ladys first..."

"Männer!", kichterte Safira und zog Applejack nach vorne zu Sunset und begann, mit den beiden zu quatschen.

Dahinter setzten sich Eross, Atlanas und der Ziegen-Doc, die jewals zu zweit den Wagen mit dem toten Niben zogen, auf den sich zusätzlich noch Jack platziert hatte und wie ein Honigkuchenpferd strahlte.

Nur der Ziegenbock und Ferdi standen noch da und der ältere guckte seinen jungen Offizier an.

"Watt liecht dir denn uf´fer Seele?", zwinkerte er ihm zu, "ich merk doch, dich belastet was..."

"Hmmm... als schön...", begann Ferdi unsicher, "ich... ich würde lieber hier kämpfen... aber ihr..."

"Dann tu das, vertritt mich als Soneas erster General, führe unser Volk siegreich durch diese Schlacht!"

"Wirklich?!", hauchte Ferdi fassungslos, "aber... braucht ihr mich denn nicht?"

"Wir haben doch Jack...", grinste sein Ausbilder, "jetzt komm, der Junge wird dich vertreten, und auch ich denke, dass man dich hier mehr braucht als wir dich!"

"D... danke, ich weiß nicht, wie..."

"Schon gut, Ferdi... und jetzt lauf, schnapp dir deine Waffe und führe dein Heer! Ach ja... eines noch..."

"Ja?"

"Nimmst du bitte den Doc mit, ich glaube, das Frontlazarett braucht ihn mehr als wir... und Celestia auch..."

"Mache ich!", salutierte Ferdi stolz und schnappte sich den Doc, bevor er auf ihn einredete.

Nach einer kurzen Diskussion nickte er erst Ferdi und dann dem Ziegenbock zu, bevor der Arzt in Richtung Krankenhaus verschwand.

Zufrieden wandte sich der Ziegenbock wieder an seinen jungen Freund:

"Dann... siege... für mich, für den König, für das Volk!"

"Das werde ich!", rief der junge Soldat und flitzte glücklich davon, hin zu seiner Bestimmung.

Er wird mal ein guter Heeresführer..., dachte der Ziegenbock stolz, einer, wie du es bist...

Dann machte er kehrt und folgte seinen Freunden zum Bahnhof.

---

Die gigantische Black-Pony-Armee hatte die Grenze zum Schattenreich längst überquert und war an Sweet Apple Acres vorbeigezogen, was die dort verbliebenen Spione der neuen Anführerin der Ziegen Sonea und ihrem ersten General Ferdi meldeten.

Schweigend hörte sie zu, murmelte dann noch ein "Gut, danke für die Meldung, könnt im Untergrund verschwinden!" in den Hörer und legte auf.

Dann wandte sie sich an Ferdi:

"Der Feind ist echt fix, dass muss ich ihm lassen... sie sind schon durch Sweet Apple Acres..."

"Hmmm... dann werden sie bald anklopfen... was machen unsere Abwehranlagen?"

"Alle in Stellung, alle Systeme laufen, die meisten Nahkämpfer sind schon auf Position..."

"Was?!", rief der junge Offizier überrascht, "aber wie zur Hölle hast du...?!"

"Tja, das lass mal meine Sorge sein... fest steht, dass der Angriff kommen kann, wie er wolle... hier kommen die Black-Ponys jedenfalls nicht rein!"

"Wäre auch nicht so optimal..."

"Deswegen werden sie es nicht mal schaffen, die ersten Stellungen zu durchbrechen... dafür habe ich schon gesorgt!"

"Ich bin mal gespannt...", grinste Ferdi spöttisch.

"Das darfst du auch sein, mein Lieber...", kicherte Sonea, "aber noch viel mehr freue ich mich auf Prynes Gesicht..."

---

Sonea hatte derweil gemerkt, wie daneben ihre Mähne aussah und aus Ermangelung an einer vernünftigen Schere ein herum liegendes Bajonett zum Haareschneiden benutzt... nun stand sie vor dem Spiegel und besah ihre neue Frisur.

Und sie musste sich eingestehen, dass sie so verdammt gut aussah!

---

Auf der Zugfahrt hatte niemand ein Wort verloren, abgesehen von Sunset, die immer noch fröhlich umher trällerte und als einzige nicht an die bevorstehenden Strapazen zu denken schien.

Erst als die Lokomotive ihre Geschwindigkeit verlangsamte und es Zeit war, den Zug zu verlassen und hinauf ins Gebirge zu kraxeln, fasste sich Atlanas ein Herz und hob seine Stimme:

"Also denn... da wir eh gleich da sind, hier noch ein Wort von mir: Ich weiß nicht, ob diese Mission wirklich erfolgreich abgeschlossen werden kann geschweige denn wir für unsere Mühen entlohnt werden, aber ich weiß jetzt schon eins: Dass dieser Kampf schon jetzt für uns entschieden ist, denn WIR sind die Guten, WIR wollen den Frieden, WIR wollen unseren Robert, unsere Luna, unseren Niben zurück, und ich gebe euch mein Wort, dass wir es gemeinsam und mit vereinter Kraft schaffen werden! Wer ist dabei?!"

Ein lautes "JA!!!" schlug ihm entgegen, und obwohl er wusste, dass die Mission hier und jetzt wahrscheinlich ein Fehlschlag seien würde, so würden sie doch siegen...

Denn die alte Weisheit seines Ausbilders hatte er nie vergessen:

Das Gute siegt immer, solange es jemanden gibt, der dafür kämpft.

---

Die erste Meldung, dass die Black-Ponys in Sichtweite der Bunker seien, erreichte Sonea keine Minute später.

Ohne zu Zögern schnappte sie sich Helm, MG, zwei Munitionsgürtel und den Raketenwerfer ihres Vaters, schnallte sie sich um und begab sich zu ihren Soldaten in einen der Bunker.

Wie ihr Vater würde sie vorne, an der Spitze ihrer Armee kämpfen und siegen.

Dass hatte sie sich, ihm, ihrer Mutter, ihrem Onkel, ihrer Tante und all den anderen Ziegen geschworen.

Und Jack... zumindest ein bisschen.

---

"Prinzessin Sonea, darf ich Euch zu Eurer neuen Haarpracht gratulieren?", erkundigte sich auf einmal Ferdi, der neben ihr stand und sie interessiert musterte, "sie steht Euch wirklich vortrefflich!"

"Oh, danke!", hauchte sie erfreut und lächelte ihn freundlich an, "aber das Ihr ist überflüssig, wenn auch nett... ich bin Sonea... einfach Sonea!"

"O... okey, dann Sonea - ich bin Ferdi, dein General!"

"Das weiß ich doch, du Dummerchen!"

"Ich wollte ja nur nochmal sicher gehen... und du willst mitkämpfen? Nicht vielleicht doch lieber...?"

"Nope, dafür bin ich die Falsche - und zu sehr die Tochter meines Vaters!"

"Das hoffe ich doch!"

"Und ich erst..."

Als hätte es zwischen ihnen gefunkt, verstanden sich die beiden vom ersten Moment an...

---

Kurz vor dem Tunnel brachte der Lokführer den Zug zum Stehen und meinte:

"So, da wären wir... dann wünsche ich euch mal viel Glück und erwarte euch dann wieder hier im Tunnel..."

Danke, das werden wir brauchen... , murmelte Eross eine Spur skeptisch, bei diesem Himmelfahrtskommando...

---

Durch das Fernglas sah Sonea erstmals Black-Ponys - eine ganze Streitmacht Black-Ponys, die geradewegs auf den Haupteingang Down Unders zu marschiert kamen und in sicherer Entfernung stehen blieben.

Noch schoss niemand, es war diese typische Ruhe vor dem Sturm, die jeden Soldaten fast in den Wahnsinn treibt.

Die Black-Ponys trafen die letzten Vorbereitungen, die Ziegen waren längst bereit, ihre Heimat mit ihrem Leben zu verteidigen.

Alle waren auf ihren Posten, mit ihren Waffen im Anschlag, kampfbereit.

Bereit, es mit dem Feind aufzunehmen.

Auch die Black-Ponys gingen jetzt in Formation und luden ihre Waffen durch, Panzer und Gunships wurden bereit gemacht und warteten auf den alles entscheidenden Befehl.

Den Angriffsbefehl.

---

Die ersten Kilometer kamen die Freunde gut bis mäßig voran, je nach dem, wie ihr Weg beschaffen war und sie den Wagen voran gezogen bekamen.

Beim dritten umgestürzten Baum wurde es Atlanas dann zu blöd und er ließ sich den toten Niben einfach auf seinen Rücken schnallen.

Ein merkwürdiges Gefühl war das schon, etwas Lebloses mit sich zu tragen... jemanden, den man gekannt hatte.

ZU GUT gekannt hatte.

Jemanden, dem man eigentlich alles verdankte.

Sein Leben, seine Freunde, seine Welt.

Ohne Niben sähe es hier jetzt so aus wie sonst überall im Universum, wurde es ihm einmal wieder bewusst, ohne ihn...

Und jetzt war er tot.

Einfach tot.

Und nur weil seine Freundin die Fantasie hatte, an einen göttlichen Tempel, der ihn wiederbeleben könnte zu glauben und es seine Pflicht war, sie zu beschützen, marschierten sie nun hier in die Berge...

Langsam aber sicher kamen auch ihm Zweifel...

Kopfschüttelnd stampfte Atlanas weiter hinter Sunset her durch den ersten frischen Schnee.

---

Redeye schwitzte, wie er noch nie vorher in seinem Leben geschwitzt hatte.

Seine Männer waren ausgelassener Stimmung, siegessicher.

Er selbst war unsicher.

Aber wenn er versagte, würde es ihn sowieso den Kopf kosten, also warum noch lange überlegen?

Seufzend nahm er all seinen Mut zusammen und drückte auf den rot-blinkenden Knopf vor sich.

Der Panzer, in dem er saß, feuerte den ersten Schuss in die Luft.

Und eröffnete unbewusst die Neue Ära...

---

Kapitel 4 - Die Schlacht um Down Under Bearbeiten

Euphorische Kriegsschreie dem Feind in seinen Stellungen entgegen donnernd stürmten die Black-Ponys, allen voran der nicht nach Shadow Island abkommandierte Teil der Sword-Squards voraus und feuerten erste Salven auf die Bunker der Ziegen, doch zu ihrem Erstaunen gab es kein Gegenfeuer.

Die Ziegen warteten.

Noch...

---

"WARTET... NICHT FEUERN!!!", brüllte Sonea ihren Soldaten zu, "POSITIONEN HALTEN!!!"

Die ersten Ziegen begannen wie wild zu zittern.

Durch ein Zielfernrohr zu gucken, den Huf am Abzug zu haben und trotzdem nicht schießen zu dürfen war die reine Qual für die harten Soldaten, aber Befehl ist Befehl, und ihm ist Folge zu leisten... auch wenn der Feind schon ziemlich nahe ist...

---

Redeye wusste jetzt schon, dass die Ziegen genau wussten, dass die Black-Ponys nicht mal das Portal des Haupttunnels erreichen würden.

Aber es war längst zu spät...

---

Der Weg endete mitten im Nichts.

"Na super...", murrte Eross, "und was jetzt?!"

"Klappe halten, aufhören zu meckern und mir folgen!", stellte Sunset klar und schritt eingeschnappt an dem Pegasus vorbei.

Safira und Applejack begannen wieder zu kichern und Eross setzte sich genervt in Bewegung.

Was für ein Schwachsinn, dachte er sauer, was ein Schwachsinn...

---

"FEUER FREI!!!"

"OH YEAAAR!!!", brüllten die Ziegen begeistert im Chor und feuerten los.

Die Schlacht um Down Under hatte jetzt endlich auch für sie begonnen...

---

Die erste Ladung traf die Black-Ponys so ungeschützt wie erwartet.

Schutzlos und ohne Deckungen warf es nahezu die gesamte erste Reihe zu Boden, auch dahinter fielen noch etliche Angreifer in den Dreck.

Doch das war erst der Anfang...

---

Atlanas war erstaunt, dass Sunset so flink den Berg hinauf kraxelte.

Sicher, sie war jung, aber das war er auch... und die anderen waren auch nicht unbedingt viel älter...

Es hatte den Anschein, als ziehe sie etwas magnetisch an, und er geriet wieder ins Grübeln.

Warum ist sie so überzeugt, dass es diesen Tempel wirklich gibt?!

Er konnte sich keinen rechten Reim darauf machen und wurde gleich wieder abgelenkt, als ein Stein links von ihm vorbei polterte und Eross wütend von hinten brüllte:

"WENN ICH DICH ERWISCHE JACK, DANN KNALLTS!!!"

Irgendwo in den Felsen über ihnen kicherte es, dann schoss Jack aus einem Spalt hervor und auf einen großen Felsblock, auf dem er stehenblieb und kicherte:

"Ich war man schneller! Ihr seid sooo lahm!"

"Das wollen wir doch mal sahen...", grinste der Ziegenbock und zog ohne Vorwarnung erst an Eross und dann an Atlanas vorbei, machte einen gewaltigen Satz und landete zum allgemeinen Erstaunen ohne seine Flügel zu benutzen neben Jack auf dem Felsen.

Jetzt begann Atlanas sich wirklich Gedanken zu machen, ob vielleicht doch nicht alles hier ganz zufällig passierte...

---

"GESCHÜTZE FEUER FREI!!!", waren Ferdis Worte an seine Männer, die euphorisch die Ziegenhymne schmetternd ihre ersten Granaten abfeuerten.

---

Zuerst sah Redeye, wie eine Ladung Fluggranaten aus den Bunkern der Ziegen abgefeuert wurde und dann die dichten Reihen der anstürmenden Black-Ponys traf und lichtete.

Und dann, wie der links neben ihm fahrende Panzer durch einen Artillerie-Volltreffer in die Luft ging...

---

Hinter dem mit Stahlbeton und Eisenträgern zugepflasterten Tunnelportal luden jetzt auch die Kanoniere ihre K5-Eisenbahngeschütze durch, während in den Bunkern links und rechts des Eingangs die Stand-MGs für die zweite Welle scharf gemacht wurden...

---

Auch Stryker lud sein Scharfschützengewehr durch und rutschte in die perfekte Schussposition.

Gleich würde auch er am (Ab-)Zug sein...

---

Als Atlanas Sunset, den Ziegenbock und Jack eingeholt hatte, standen die drei vor einem reißenden Fluss und blickten hinein.

Sacht jetzt bitte nicht, dass wir da rüber müssen... , hoffte er inständig, obwohl er längst ahnte, dass genau das der Grund war, weshalb die drei nicht längst weitergegangen waren.

"So, da müssen wir irgendwie rüber kommen...", meinte der Ziegenbock und Atlanas schnaubte:

"Brücke gibt´s wahrscheinlich nicht, ne?"

"Vergiss es...", murrte Jack, "wer ist auch so blöd und bastelt hier ne Brücke hin?!"

"Also Jack!", empörte sich Sunset, "blöd ist eher, dass es jetzt keine gibt... wenn es eine gäbe, wäre uns sehr geholfen..."

"Hätte, hätte... is aber nicht!", grinste die Alihorn-Ziege frech, "na, mir ist das sowieso wurst..."

Ehe jemand hatte etwas erwidern können, breitete er seine Flügel aus und schoss über den Fluss.

"Auch jut...", brummte der Ziegenbock zufrieden, "dann haben wir wenigstens mal Ruhe zum Nachdenken..."

"Ich glaube, Denken hilft da nicht sonderlich viel... sondern Anpacken!", grinste Applejack belustigt, die inzwischen neben ihrem Freund stand, "wenn wir ne Brücke brauchen, dann müssen wir die wohl selbst bauen!"

"Dafür haben wir aber keine Zeit!", warf Sunset ein, "wir müssen uns beeilen!"

"Da stimme ich ihr zu... falls die Ziegen-Armee unsere Hilfe braucht, sollten wir..."

Platsch!, machte es und bespritzte den soeben eingetroffenen Eross, Safira und den Ziegenbock mit Wasser.

"JACK!", schrie der gelbe Pegasus wütend, "JETZT LASS DEN SCHEIß, ODER ICH KNALL DIR EINE!!!"

"Bist doch eh zu lahm, du Schnecke!", kicherte der frech, "und zu fett sowieso, mich kriegst du doch eh nicht!"

"Dann lass wenigstens das Steine schmeißen sein!", setzte Safira seufzend hinterher, "bitte, wir müssen hier was wichtiges überdenken..."

"Ich soll also keine Kieselsteine mehr in den Bach werfen?!", grinste Jack höhnisch.

"Ja, genau das!", grummelte Eross und wandte sich den anderen zu, "also, hat einer ne gute Idee, wie wir Applejack und Sunset da rüber bekommen?"

"Wie wär´s mit auf-den-Rücken-schnallen und dann...?", schlug Atlanas vor, "ich könnte erst Niben ablegen und dann..."

In diesem Moment donnerte es gewaltig und die Freunde fuhren erschrocken herum.

Doch es war zu spät.

Bäuchlings erwischte es sie alle...

---

Das Feuer der Ziegen wurde immer stärker.

Aus den Bunkern und den Tunnelscharten donnerten die leichten Geschütze und die schwere Artillerie auf den anstürmenden Feind, dessen Reihen langsam die ersten Löcher bekamen.

"MGs FEUER!!!", war der nächste Befehl, den Sonea erteilte.

Diabolisch grinsend lud auch Ferdi die vor ihm stehende Hitler-Säge durch und eröffnete das Sperrfeuer.

Es riss ein Black-Pony nach dem anderen von den Füßen, die vordersten Wellen begannen sich zu zerschlagen, noch verstärkt durch Fluggranatenhagel und Artillerie-Feuer war ein

Durchkommen jetzt fast schon ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber sie gaben nicht auf.

Noch nicht...

---

Stryker schoss.

Seine Kugel traf einen Panzerkanonier und warf ihn tot von seinem Geschütz.

Gut gelaunt lud er wieder durch.

Der Tag würde ein guter werden, freute er sich, und ein erfolgreicher...

---

Redeyes Panzer verlangsamte immer stärker.

Er hatte längst begriffen, dass seine Truppen nicht die geringste Chance gegen die Ziegen hatten geschweige denn je gehabt hatten.

Allein schon der Vorteil der Ortskenntnis mit all ihren Besonderheiten machte es für sie ein Leichtes, verborgene Fallen aufzustellen und die Geschützstände optimal zu positionieren.

In diesem Moment gab es einen gewaltigen Knall rechts vorne an seinem Panzer.

---

Atlanas und Eross waren klatschnass, Sunset hatte es geschafft, sich rechtzeitig hinter sie zu werfen und war weitesgehend trocken, wohingegen der Ziegenbock, Applejack und Safira schon etwas mehr abbekommen hatten.

Jack stand inzwischen wieder grinsend auf einem Steinblock und säuselte unschuldig:

"Ich sollte doch keine Kieselsteine mehr ins Wasser werfen...!"

Stattdessen hatte er mit Magie einen Felsen aus dem Boden gerissen und dabei einen Steinschlag verursacht, der sich mit lautem Getöse in den Fluss gestürzt hatte.

Eross war kurz davor zu explodieren, doch die anderen, obwohl sie nass waren, begeistert.

"Jack, das war genial!", freute sich Applejack, "du hast eine Brücke gebaut!"

Tatsächlich, die Steine hatten so etwas wie eine Art Damm gebildet und damit den Weg für sie freigemacht.

Ohne viele Worte zu verlieren, jedoch nicht ohne Staunen über die Genialität des jungen Ziegenkönigs überquerten sie so den nicht mehr ganz so reißenden Fluss trockenen Fußes.

Sunset übernahm danach wieder die Führung und stieg voran weiter den Berg hinauf.

Und Atlanas fragte sich wieder einmal, ob das alles nur Zufälle oder vielleicht doch mehr waren...

---

Die voran stürmenden Black-Ponys hatten ihren Blick starr nach vorne durch ihre Zielfernrohre gerichtet, um zumindest einmal einen Treffer durch eine Scharte zu landen.

Den Boden mit seiner frisch umgegrabenen Erde beachteten sie ebenso wenig wie die kleinen Metallspitzen, die hin und wieder aus der klumpigen Brocken ragten.

Ein fataler Fehler...

---

Immer höher erklommen die mehr und mehr zitternden Freunde den Berg, dessen Flanken nun komplett verschneit waren.

Niemand hatte in der Eile an einen Wintermantel geschweige denn eine Mütze oder Schal gedacht und das einzige, was sie zum Wärmen dabei hatten waren die jeweils anderen.

Alle paar Höhenmeter mussten sie eine Pause einlegen, um nicht zu lebendigen Eiszapfen zu gefrieren.

---

Belustigt beobachteten die Ziegen, wie die ersten Black-Ponys das Landminenfeld erreichten und bei Kontakt mit den Sprengkörpern in die Luft flogen.

Auch einen Panzer hatte es schon erwischt und ausgebremst, das rechte Eisenbahngeschütz hatte sein übriges getan und ihm den Gnadenschuss verpasst.

Doch erstaunlicherweise rannten die Black-Ponys noch immer auf sie zu - trotz heftigen Sperr- und Artilleriefeuers.

Anscheinend hatten sie noch Siegeswillen...

Wie lange wohl noch?, überlegte Sonea schmunzelnd, wie lange wohl noch...

---

Atlanas selbst war so kalt, dass sein eiserner Huf in der Grundstellung eingefroren war und sich nicht mehr bewegen ließ.

Immerhin hatte er Niben auf dem Rücken, der ihn wenigstens dort warm hielt und seinen Siegeswillen, der ihn vorantrieb.

Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass er versuchte, mit Sunset Schritt zu halten, der all der Schnee und eiskalte Wind nicht das geringste auszumachen schien.

Wie eine Dampflok schob sie sich durch das dichte Schneetreiben, unaufhaltsam ihren Ziel immer näher kommend.

Hinter sich selbst kämpte sich der Rest der Truppe gegen den Schneesturm vor, allen voraus der Ziegenbock, hinter sich schützend Applejack und Jack ziehend, dahinter Eross und Safira, dicht an dicht gekuschelt, und dahinter...

Niemand mehr... , bemerkte Atlanas, tja, ich selbst fange auch schon an zu fantasieren...

Doch er hätte schwören können, dass dort noch jemand war, irgendwo da draußen im Schnee...

---

Mit einem lauten 'KA-WUMM!!! detonierte die nächste Landmine und jagte das Black-Pony, das sie ausgelöst hatte und die Umstehenden in die Luft, verletzte etliche andere durch Granatsplitter und ließ die Ziegen jubeln.

Weitere wurden ausgelöst und rissen klaffende Löcher in den feuchten Boden und die Reihen der Angreifer.

Große Löcher...

---

"Sunset...", versuchte Atlanas den Schneesturm zu übertönen, "STOOOP!!!"

Vergeblich.

Ihre rote Mähne schimmerte im dichten Schneetreiben weit vor ihm und bewegte sich immer weiter von ihm weg.

Keuchend drehte er sich zum Ziegenbock um, dessen Bart und Kopf voller Eiskristalle waren.

"Ziegenbock, ich kann sie nicht stoppen!", brüllte er, "ich kann..."

"... lass sie gehen...", schnaubte sein Freund schwach, "wir müssen eine Pause machen... ich bin am Ende meiner Kräfte... die anderen auch..."

"Ich kann sie nicht alleine lassen, sie bringt sich um!"

"Atlanas...", keuchte der Ziegenbock, "wenn du ihr folgst, sterbt ihr beide... bitte, bleib hier bei uns..."

Der Pegasus dachte angestrengt nach.

Nach vorne hieß Selbstmord, nach hinten Rettung und Sicherheit.

Aber nach vorne hieß auch Pflicht, es hieß, eine wehrlose Zivilistin zu schützen, die ansonsten verloren wäre...

"Nein, das kann ich nicht...", bestimmte er mit gefrierender Stimme, "ich muss erst Sunset zurückbringen, sie kann nicht alleine weitergehen!"

"Dann... werde ich dir folgen, auch wenn ich kaum noch kann..."

"Also gut..."

Obwohl er kaum noch etwas sehen konnte, schob sich Atlanas weiter, dicht gefolgt von den anderen, immer der weit voraus laufenden Sunset durch den Schneesturm hinterher.

---

Redeye schlug seine Augen auf und blickte zu aller erst in den Himmel, durch den große Rauchwolken zogen.

Von seinem Panzer war nicht mehr viel übrig, einige herumliegende Metallteile und er, den die Explosion aus der tödlichen Falle katapultiert hatte.

Mit schmerzendem Schädel richtete er sich auf und ließ seine verschwommenen Blicke über das Schlachtfeld schweifen.

Doch erst als er wieder klar wurde, erschrak der General der Black-Ponys erst so richtig:

Seine anstürmende Armee war in tausend Stücke gesprengt worden, die noch voran stürmenden Black-Ponys rannten blind durch ein Minenfeld nach dem anderen, die schwere und leichte Artillerie der Ziegen prasselte von oben auf sie herab, das MG-Sperrfeuer traf sie ungeschützt von vorne und tötete eines nach dem anderen.

Und spätestens fünfzig Meter vor dem Tunnelportal kam der Angriff endgültig zum Stillstand, hier versperrten zusätzlich noch Stacheldraht und Schützengräben voller aus allen Rohren feuernden Ziegen den Weg der Black-Ponys.

Eines nach dem anderen mähten die Kugeln kurz vor oder im Stacheldraht nieder, die ein oder andere Mine erledigte den Rest.

Redeye sah die Leichen, die den Boden des Schlachtfeldes übersäten.

Leichen seiner Soldaten, Leichen von tausenden toten Black-Ponys.

In diesem Moment wurde auch ihm klar, dass diese Schlacht von Anfang an schon verloren gewesen war und Pryne den Verstand verloren haben musste.

Komplett verloren.

Er selbst wusste, dass nur noch eines blieb:

Der Rückzug.

Und bevor er wieder bewusstlos wurde, riss er sich noch das Signalhorn aus der Tasche und blies einmal kräftig hinein.

---

Seine Männer hörten es sofort.

Rückzug.

Das war der Moment, wo den meisten klar wurde, dass alles nur ein Spiel war.

Ein Spiel, dessen Sieger von Anfang an feststanden.

---

Währenddessen landeten Prynes Gunship und die vier Begleitschiffe auf dem Flugplatz von Shadow Island.

Leichter Regen traf den Anführer der Black-Ponys beim Aussteigen frontal ins Gesicht, es war ihm egal.

Seine Augen ruhten auf seinem Palast, auf den er schnellen Schrittes, gefolgt von den Sword-Squards zu marschierte.

Wortlos schritt er durch das Hauptportal, bog sofort nach rechts ab und erreichte den Krankenflügel, an dessen Eingang schon der Chefarzt, Dr. Melzec auf ihn wartete.

"Und, wie geht es ihr?!", fragte Pryne erwartungsvoll mit zitternder Stimme.

"Ich... muss Euch leider mitteilen, dass sich ihr Zustand verschlechtert hat... ich..."

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren stob Pryne durch die Tür und raste auf die Intensivstation, dicht gefolgt von dem Arzt, der immer wieder panisch schrie:

"Ihr dürft sie jetzt nicht besuchen, ohne Desinfektion..."

Es juckte ihn nicht im Gerinsten, er wollte nur noch zu Twilight, zu einer gesunden Twilight!

Mit Tränen in den Augen schoss er in ihr Krankenzimmer und bremste vor ihrem Bett ab, schob die Krankenschwester unsanft zur Seite und blickte kummervoll seine Freundin an, die mit etlichen lebenserhaltenden Maschinen verbunden war.

Dann erreichte auch der Chefarzt das Zimmer, keuchte "Ihr müsste euch erst desinfizieren, sonst könnt Ihr hier für eure Freundin lebensgefährliche Bakterien einschleusen!" und versuchte Pryne wieder aus dem Zimmer zu ziehen, wofür er erst einen Schlag ins Gesicht und dann eine schallende Ohrfeige von seinem Anführer bekam, der wütend brüllte:

"LASSEN SIE MICH!!! MEINE FREUNDIN LIEGT HIER IM KOMA, UND IHR SCHEIß ÄRZTE...!!!"

In dem Moment begann das EKG erbärmlich zu piepen, immer wieder und in immer schnellen Abständen.

Entsetzt starrte Pryne die Maschine an.

"N... nein...", keuchte er entsetzt, "nein..."

Piep. Piep. Piep. Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep.

"NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIN!!!"

Der Balken auf dem Monitor lag bei Null.

Twilight atmete nicht mehr.

---

"Der Feind zieht sich zurück, DER FEIND IST AUF DEM RÜCKZUG!!!", hallten Soneas Freudenrufe euphorisch durch die Bunker und wurden dann von den Jubelschreien der Ziegen übertönt, "alle Mann raus aus den Bunker und auf hinterher!"

Darauf hatten alle gewartet – die “fröhliche“

Mit lauten Kampfschreien stürzten die Ziegen aus den Schützengräben, aus den Bunkern und den Panzertüren des Tunnelportals und feuerten zu ihrem abklingenden Sperrfeuer aus allen Rohren, während die Black-Ponys sich zurückzogen und eines nach dem anderen getroffen wurden.

Genau wissend, wo die Minen, Selbstschussanlagen und anderen Fallen waren und diese umgehend verfolgten sie den davonrennenden Feind, ein Black-Pony nach dem anderen über den Haufen schießend.

---

Stryker konnte es kaum fassen, dass sie schon so gut wie gewonnen hatten.

Aber der Kampf war noch nicht zu Ende, und so lud er auf ein Neues durch und drückte gekonnt ab...

---

Ferdi und Sonea rannten an der Spitze ihrer vorrückenden Armee hinter den fliehenden Angreifern her, sie den Dönerspieß ihres Vater schwingend, er mit der Bazooka, die ihm damals sein alter Ausbilder, der Ziegenbock feierlich überreicht hatte.

Beide wussten, welche Waffen sie da trugen, und beide waren entschlossen, diesen letzten Gewaltschlag mit aller Kraft und Rücksichtslosigkeit und für den Sieg ihres Volkes zu schlagen und zu siegen.

"FÜR DIE ZIEGEN!!!", donnerte Sonea euphorisch über die Köpfe ihrer Soldaten hinweg, "TRETEN WIR DEN BLACK-PONYS IN DEN ARSCH!!!"

---

Der Regen und Wind hatte etwas aufgefrischt, es störte Cyro nicht im geringsten.

Von einem Schutzschild aus Magie umgeben glitt er langsam auf sein Ziel zu.

Schon von weitem erkannte er die dunkle Silhouette Shadow Islands, die wie ein Felsen aus dem schäumenden Ozean um sich ragte.

Eine uneinnehmbare Festung, wie man sagte.

Fragte sich nur, wie lange noch... , dachte er belustigt, bald wirst auch du meins sein... bald...

Durch den prasselnden Regen erkannte er ein Plateau, steuerte es an und landete mit federndem Schritt.

Sofort blendeten ihn mehrere Scheinwerfer und mehrere schwerbewaffnete Black-Ponys stürmten

"HUFE HOCH UND AUF DEN BODEN!!!" schreiend auf ihn zu.

Gelangweilt riss er mit seiner gewaltigen Kraft ganze Felsbrocken aus dem Boden, die Scheinwerfer aus ihren Verankerungen und die Fundamente der Wachtürme aus dem Boden, bewarf die Angreifer damit und schleuderte die Türme nach hinten auf das Stadttor, welches unter der Last krachend in sich zusammenbrach.

Keine Miene verziehend schritt er an den Toten, Sterbenden und Verletzten vorbei über die Trümmer hinweg, packte noch die Kaserne hinter der Mauer und schmiss sie ins Meer. Heute würde er endgültig sein Ziel erreichen.

Gleich würde er diese Welt beherrschen.

Gleich...

---

"Sunset, bleib stehen!!!", brüllte Atlanas schon halb heiser gegen den heulenden Wind, und endlich blieb sie stehen und wandte sich zu ihm um, "bitte..."

"Warum soll ich stehenbleiben?!", hallte es zurück.

"Du... wir müssen umkehren, der Sturm ist zu stark, ich bitte dich, kehr..."

"Vergiss es, ich gebe nicht so kurz vor dem Ziel auf!", rief sie mit fester Stimme, "dann kehrt um, aber gib mir Niben, ich werde mit ihm den Tempel erreichen!"

So ein Sturkopf!, fluchte er sauer, warum hält sie so verdammt verbissen an diesem alten Märchen fest?!

"Ich kann das nicht zulassen!", schrie er wütend, "aber ich kann auch nicht riskieren, dass mein Kind ohne seinen Vater aufwächst!"

"Dann dreht um!", donnerte sie zurück, "ich gehe weiter... hey, Moment mal..."

Atlanas vernahm nichts mehr, so sehr er auch lauschte.

Jetzt ist etwas passiert!, schoss es ihm durch den Kopf und er sammelte seine letzten Kraftreserven, bevor er zu rennen begann, jetzt ist sie in eine Felsspalte gestürzt oder eine Abhang hinunter oder...

Plötzlich stolperte er über etwas herumliegendes und fiel - doch nicht etwa in den Tiefschnee, sondern... auf eine Wiese.

Das frische duftende Gras kitzelte bewegt durch eine sanfte Brise seine Nase und er richtete sich langsam und erstaunt auf - nur um auf ein Neues fast vom Glauben abzufallen.

Direkt vor ihm stand Sunset Shimmer auf einer Klippe mitten im Licht der untergehenden Sonne, deren goldene Strahlen das Einhorn zu treffen, ja gar zu durchdringen schienen. Ihre Mähne wehte im Wind und vollendete das unglaubliche Bild.

Atlanas vermochte in diesem Moment kein Wort zu sagen, so ergriffen von dem Farbenspiel und ihrer anmutenden Schönheit war er.

Er spürte, wie der Rest des Suchtrupps neben ihm stehenblieb und ebenso ergriffen dem Schauspiel bewohnte, nicht einmal Jack alberte mehr herum und stand regungslos neben dem Ziegenbock und Applejack, die sich eng aneinander kuschelten und sich liebevoll drückten. Auch Eross und Safira schwiegen und wiegten sich im leichten Wind, der über ihre Köpfe strich.

Das war der Moment, in dem Atlanas feststellen musste, dass er mit Sunset gegangen wäre, wenn er sie zuerst kennengelernt hätte, so ergriffen war er von ihr und der Liebe um sich herum.

Eine Träne schlich sich aus seinem Auge und rollte seine Wange hinunter. Seine große Liebe war in diesem Moment so weit weg... und sein Kind gleich mit.

In diesem Moment... bemerkte er noch etwas ganz anderes, etwas, dass ihn erstarren ließ, ebenso wie seine Freunde, die nicht glauben konnten, was sie dort vor sich sahen.

Hinter Sunset Shimmer, die immer noch im Licht des Sonnenuntergangs stand und golden leuchtete, stand ein Tempel.

Ein Tempel aus purem Gold.

Der Tempel der Götter.

---

Kapitel 5 - Die Rückkehr des Helden Bearbeiten

Pryne schrie noch immer und der Arzt gab ihm eine Betäubungsspritze, die ganze Zeit bemüht, die Situation zu entschärfen.

"Es tut mir so leid... aber wir konnten nichts für sie tun..."

Das brachte Pryne erst so richtig in Fahrt.

Tobend packte er den Beistelltisch, rammte ihn durch den Monitor, riss dann Kabel aus der Wand und warf die Maschinen kreuz und quer durch den Raum.

Entsetzt verkrochen sich der Arzt und die zwei Krankenschwestern unter dem Bett, während ihr Anführer die Einrichtung zu Kleinholz verarbeitete und immer wieder schrie:

"ICH WERDE EUCH ALLE UMBRINGEN, IHR BASTARDE!!! ICH WERDE EUCH UND EURE VÖLKER, EURE FAMILIEN...!!!"

Plötzlich hielt er inne und grinste verschlagen.

Vorsichtig schob sich der Arzt ein Stück unter dem Bett hervor und schnaufte verwundert:

"Hat das Betäubungsmittel etwa doch...?"

Er hatte sowieso keine Antwort erwartet, doch Pryne tat etwas völlig unerwartetes.

Der Anführer der Black-Ponys stimmte ein diabolisches Lachen an, ein Lachen, dass dem Arzt Angst und Bange werden ließ, bevor er sich plötzlich umdrehte und aus der Intensivstation rannte, zum Thronsaal hin.

Ihre Pflicht erfüllend folgten die Sword-Squards und der Arzt ihm im Laufschritt.

Erst vor seinem Thron stoppte er und drehte sich nach links zu seiner Trophäenwand um, der Wand, an der sowohl Daerons Kopf als auch sein erstes Schwert hingen, das Schwert, das ihm einst sein Vater mit den Worten "Benutze es, wenn du Gerechtigkeit walten lassen willst... so wie auch ich und deine Vorfahren es getan haben..." feierlich überreicht hatte.

Dieses Schwert nahm er nun von dessen Halterung und trat dann an einen Tisch heran, über den eine Decke geworfen worden war.

Mit seinem linken Huf zog er sie weg und musterte die ihm panisch anstarrende Prinzessin Luna mit größter Genüsslichkeit, bevor er wütend begann:

"Euer Freund und euer Volk hat alles zerstört, was mir lieb und teuer war! - Nun werde ich das zerstören, was ihm lieb und teuer ist, EUCH!!!"

Vom Wahnsinn befallen hob er sein Schwert.

Luna warf sich mit all ihrer Kraft gegen die Fesseln, aber sie hatte ohne ihre Magie und mit dem Knebel im Mund nicht die geringste Chance, sich zu befreien.

Weinend schloss sie ihre Augen.

Doch bevor Pryne zustechen konnte, warf sich Agais zwischen die gefesselte Prinzessin und seinen besten Freund und schrie:

"LASS DEN SCHEIß PRYNE!!!"

Wütend schnaubte der:

"WARUM SOLLTE ICH?!?! SIE HABEN MIR TWILIGHT GENOMMEN, ICH WERDE IHNEN NUR LUNA NEHMEN!!!"

"Das ist die falsche Vorgehensweise..."

"IST MIR SCHEIßEGAL!!!", donnerte Pryne zornig, "ICH WERDE DAS JETZT AUF MEINE ART ERLEDIGEN, UND DICH HAT DAS NICHT ZU INTERESSIEREN!!!"

"DAS HAT ES SEHR WOHL!!!", giftete Agais, "ICH KANN NICHT ZULASSEN, DASS ROBERT...!!!"

"UM DEN MACHST DU DIR SORGEN, DU FEIGLING?!?!", höhnte Pryne schallend, "DIESER SCHWÄCHLING IST MIR UND MEINER MACHT NICHT GEWACHSEN, WENN ER HIER ANKOMMT, WERDE ICH IHN ZERQUETSCHEN WIE EINEN MICKRIGEN WURM!!!"

"ER WIRD GANZ SHADOW ISLAND..."

Weiter kam Agais nicht, denn Pryne rammte ihm sein Schwert durch die linke Schulter.

Einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken zog er es wieder heraus, die Schreie seines besten Freundes ließen ihn vollkommen kalt.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren ließ er ihn zu Boden sinken, bevor er sich wieder der sich noch immer gegen ihre Fesseln sträubenden Luna zuwandte und diabolisch grinsend erneut seine mit Agais Blut beschmierten Klinge hob und lachte:

"Leb wohl, du mieses Stück Dreck..."

In diesem Moment gab es eine mörderische Explosion am Ende der Halle.

---

Die Freunde waren noch immer wie gelähmt von der Schönheit des Moments.

Erst als Sunset sich von ihrem Felsen löste und damit das schillernde Glitzern beendete und ihnen wieder klare Sicht auf die Umgebung und den Tempel erlaubte, kam wieder Bewegung in Atlanas, den Ziegenbock, Applejack, Eross, Safira und Jack.

Letzterer war auch der erste, der sich auf das Bauwerk zu wagte und es zögerlich und voller Bedacht betrat.

Atlanas warf Eross und dem Ziegenbock einen erstaunten Blick zu, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet, Jack einmal ruhig, still und in sich gekehrt zu erleben.

Kurz nach ihm betrat auch Sunset dicht gefolgt von Applejack und dem Rest der Truppe den Tempel.

Zwischen den gewaltigen Säulen glitten sie fast lautlos auf das Herz des Bauwerkes zu, ein kreisrundes Loch in der Mitte des Tempels, durch das das letzte bisschen Abendlicht auf vier Statuen fiel.

Atlanas erkannte sofort Niben, Cyro, Angel und Death und...

Eigentlich fünf Statuen, stellte er erstaunt fest, aber warum, und wenn ja, warum ist die fünfte Statue zerstört?

Auch die anderen schienen sich das gleiche zu fragen, das Loch in der Mitte und die verstreut liegenden Steine bestärkten nur ihre Vermutungen.

"Da... fehlt was...", durchbrach Jack schließlich die drückende Stille, "da fehlt eine Statue!"

"Stimmt...", nickte Sunset, "da muss noch jemand gestanden haben... so wie in meinem Buch..."

Kurzerhand zog sie es mit Magie aus ihrer Umhängetasche und schlug die Seite auf, auf der ihr Lesezeichen steckte, bevor sie leise vorzulesen begann:

"Also...

Überwältigt von der atemberaubenden Schönheit des göttlichen Bauwerkes schritt er über den Mamorboden auf die göttlichen Statuen zu, die in der Mitte des Tempels standen. Alle waren sie da, jede bildete einen der großen Götter ab.

Niben.

Cyro.

Angel.

Rainbow Death.

Hmmmpf..."

Sunset stoppte und blickte von den verblichenen Seiten auf und brummte:

"Der Rest der Seite ist leider unlesbar... aber hier stand mindestens noch ein Wort, wahrscheinlich der Name der zerstörten Statue, die des... fehlenden Gottes."

"Oder Göttin...", bemerkte Safira, "mich wundert nur, was das für eine oder einer seien soll... und ob er uns helfen kann..."

"Warte mal...", murmelte Atlanas und deutete mit seinem Eisenhuf auf eine Gravur am Sockel von Cyros Statue, "da steht was... der Name und die Aufgabe des Gottes!"

"Du hast recht!", staunte Applejack, "dann... mist, hier kann man den Namen auch nicht mehr lesen!"

"Die Bestimmung aber schon... hier steht: Schöpfer von Niben und Cyro."

"WAAAS?!?!", keuchte Eross mit geweiteten Augen, "aber das hieße ja..."

Weiter kam er nicht, denn plötzlich gab es einen Knall und Angel stand neben ihm.

Auch ihr Gesicht verriet Staunen, Unsicherheit und Verständnislosigkeit.

"Das... das kann unmöglich wahr sein!", keuchte sie kopfschüttelnd, "mein Vater ist Schöpfer dieser Welt, zusammen mit Cyro! - Ich... ich kann mich beim besten Willen an nichts anderes erinnern... wobei, ich könnte schwören, dass da was war... vor ewig langer Zeit... aber... ich weiß es nicht mehr...“

“Lass dir Zeit und überlege mit Bedacht...“, beruhigte sie Eross, “wenn es diesen Gott wirklich gab, dann muss er ja dein und Deaths Großvater gewesen sein...“

“Das klingt ziemlich logisch...“, nickte Sunset bedächtig, “und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Theorie wahr ist!"

"Aber das wüsste ich doch wohl, wenn ich einen Opa hätte!“

"Vielleicht hast du ihn nicht freiwillig vergessen...“, meinte Atlanas nachdenklich, "ich weiß ja nicht, aber auch ich bin fast schon überzeugt, dass hier einiges nicht so ganz mit rechten Dingen zugeht... erinnert euch an den Fluss, dann den Schneesturm und den Sonnenuntergang... ich denke, unter uns ist jemand, der unwissentlich alles etwas mehr als nur beeinflusst!"

Die anderen schwiegen unsicher und er fuhr fort:

"Ich denke weiterhin, dass es kein Zufall war, dass Niben seine Freundin gefunden hat... und ich denke auch nicht, dass Robert sich die Mühe gemacht hätte, eine Tote wiederzubeleben... nur weil er an das Gute glaubt..."

"Du meinst...", stotterte Sunset erschrocken und der Pegasus nichte.

"DU bist der Gott, Sunset... und weißt es bloß noch nicht!"

"DAS ist nun wirklich Schwachsinn!", schüttelte Eross seinen Kopf, "wenn sie ein Gott wäre, hätte sie es erst gar nicht riskiert, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen..."

"Ey, ihr redet hier über MICH!", maulte Sunset sauer, "ich bin kein Gott, das weiß ich doch wohl am besten!"

"Aber wenn doch..."

"Man Leute, ihr nervt mich alle!", seufzte Jack genervt, "ich gehe jetzt hier raus und wärme mich im letzten Tageslicht, hier drin ist´s mir zu HELL, JE...."

In diesem Moment explodierte ein gleißend helles Licht mitten im Raum und blendete alle.

---

Pryne starrte entsetzt das gesprengte Tor an, in dessen dampfenden Trümmern Cyro stand und diabolisch grinste.

Sofort rissen die Sword-Squards die Gewehre hoch und zielten auf den Gott, doch der lachte nur schallend und dröhnte zu Pryne herüber:

"Endlich habe ich dich gefunden, und ich werde dich nicht eher verlassen, bevor du wieder mein bist!"

"Träum weiter!", brüllte das Black-Pony wütend, "du wirst mich niemals bekommen, nein, dieses Mal werde ich dir zeigen, dass ich mächtiger als du bin!"

"Du willst mächtiger sein als ich, der, der dich einst erschuf, Thire?! - Dass ich nicht lache! Es ist sowieso nur ein Zufall gewesen, dass du überlebt hast!"

"Ein sehr günstiger Zufall...", kicherte der in Pryne steckende Thire listig, "tja... genau so wie die Tatsache, dass du hier bist... hätte ich anfangs auch nicht gedacht..."

"Du müsstest wissen, dass man einen Gott nicht töten kann..."

"Auch wenn du es versucht hast, mich, dein eigen Fleisch und Blut...!"

"Ich musste dich verstecken, aber du konntest ja nicht warten und dich ruhig verhalten!"

"Du warst der, der mich aus dem Himmel geworfen hat!", giftete Thire zornig, "DU, DU BIST DER, DEN ICH VERNICHTEN WERDE!!!"

"Du hast dein Schicksal selbst gewählt, Thire...", lachte Cyro schallend, "und dein Volk auch..."

Der finstere Gott hob nur den rechten Huf.

Augenblicklich begann der Boden der Palasthalle zu zerbrechen und eine gewaltige Spalte, aus der dampfender Nebel schoss tat sich mitten in Prynes Palast auf und unzählige aus der Hölle kommende Untote stürzten sich auf die völlig perplexe Leibgarde und in die Stadt hinaus.

Pryne stand unter Schock, und Cyro meinte abfällig:

"Ich sagte doch, ich werde dir DIE HÖLLE AUF ERDEN BEREITEN, wenn ich dich erwische... bevor ich dich wieder zu einem Teil von mir mache!"

"DU WAHNSINNIGER!!!", schrie jetzt Pryne entsetzt, bevor wieder Thire das Wort übernahm, "DU BIST EINEN SCHRITT ZU WEIT GEGANGEN!!! NUN WIRST DU DAFÜR BEZAHLEN!!!"

Wahnsinnig vor Wut nahm der Anführer der Black-Ponys Anlauf und sprang.

Mit nach vorne gestrecktem Schwert raste er wilde Flüche ausstoßend auf seinen verhassten Vater zu.

Doch entgegen seiner Vermutung blieb der mit festem Schritt an Ort und Stelle stehen und grinste nur.

Erst da realisierte Thire, dass Cryo, wenn er seinen Angriff SO erwartete, vielleicht doch etwas stärker war als erwartet...

Und der direkt darauf folgende Schlag mitten in sein Gesicht, der ihn zurück gegen die Trophäenwand warf, gab ihm die notwendige Gewissheit...

---

Atlanas wachte benommen und am Boden liegend wieder auf.

Verwundert fasste er sich an den Kopf und warf einen ersten Blick um sich - nur um gleich ein zweites Mal genauer hinzusehen und vor Erstaunen zu erstarren.

Direkt vor ihm stand ein Pony.

Fluttershy.

Nein... das war nicht seine Freundin da vor ihm, auch wenn es fast so aussah.

Das Pony vor ihm war EINDEUTIG männlich und grinste ihn schief an.

Datei:Hellje.jpg

Atlanas war so verwirrt, dass er keine passenden Worte fand, doch das schien sein Gegenüber nicht besonders zu stören, da es gleich zu reden begann:

"Du hast mich, Hellje, gerufen?"

"I... ich? W... w... was?!", stotterte er unsicher, "bist DU etwa...?"

"Ja, ich bin das, was ihr den fehlenden Gott nennt... beziehungsweise der, der sich zur Ruhe gesetzt hat und lieber seine Söhne schalten und walten lässt... und der der Opa von Angel und Death ist..."

"Das... das hieße ja, DU...!"

"Ja, genau ich...", lächelte das Pony vor ihm, "ich bin der Gott, bei dem alles begann... den Gott, den ihr gesucht habt..."

"Dann... kannst du uns helfen?", begann Sunset zögerlich, "wenn du... Nibens Vater bist, dann..."

"Das bin ich, und der Cyros... also gut, wie...?"

Dann bemerkte er den toten Körper, den Atlanas auf dem Rücken trug, und erstarrte.

"N... niben?", flüsterte er mit zitternder Stimme und Atlanas schnallte ihn sich vorsichtig vom Rücken, bevor er ihn Hellje zu Hufen legte, "nein... n... nein..."

Der Gott begann zu schluchzen und Angel trat zögernd an ihn heran.

"Großvater?", begann sie vorsichtig, "ich... wir... Cyro hat ihn..."

"Oh nein...", jammerte Hellje, "es ist also doch geschehen, ich habe es geahnt, aber... nie für möglich gehalten... und jetzt..."

Wieder schüttelte ein heftiger Weinkrampf den Gott und obwohl es Atlanas aufs Schärfste widerstrebte trottete er langsam zu ihm und nahm Hellje vorsichtig in den Arm.

"Du brauchst dir keinen Vorwurf zu machen, so hart das jetzt auch klingen mag, aber du kannst ihn doch bestimmt wieder zum Leben..."

"Nein...", schluchzte der Gott mit geröteten Augen, "genau das kann ich eben nicht, weil Cyro seine Magie an sich hat... und sie jetzt zusätzlich hat... so wie ich es befürchtet habe..."

"Das heißt, wir bräuchten diese Magie um ihn wiederzubeleben...", kombinierte Sunset.

"Ja, die bräuchten wir... nur, an einen Cyro, der seine UND Nibens Kraft zur Verfügung hat, ist... unmöglich anzukommen..."

"Warum so pessimistisch?!", kam es naiv von Jack, "ist er den SO unaufhaltsam?"

"Ja...", gab Hellje schniefend zu, "nicht einmal ich kann..."

"Doch, das kannst du!", donnerte Angel mit fester Stimme, "mit MEINER Magie kombiniert schaffst du das!"

"Mein Kind... das ist zu riskant, das..."

"... ist einen Versuch wert!", bestimmte seine Enkelin, "wenn du nicht mitkommst, werde ich mich ihm alleine stellen!"

"Das wäre Selbstmord!", schritt Eross entschieden ein, "das kann und werde ich nicht zulassen, Angel... du bist ein Teil von mir, den ich nie verlieren möchte... ein Teil wie meine Safia."

"Oh Eross...", hauchte Safira überglücklich, "du... das war wundervoll..."

Sie fiel ihm um den Hals und die beiden küssten sich lange und ausgiebig.

Atlanas sah ihnen ein wenig traurig zu und wandte sich dann wieder an Hellje:

"Weißt du, Hellje... egal, was passiert ist, egal, was Cyro angestellt hat... wir können diesen Wahnsinn stoppen, aber dazu brauchen wir DICH, nur du weißt, wie er tickt und was seine Schwachpunkte sind... er ist dein Sohn, verdammt!"

"Ich... ich... du hast Recht... ich muss ihn stoppen... nur ich kann es noch, genau so wie damals..."

Er hielt kurz inne, ehe er fortfuhr:

"Doch vorher sollte ich etwas klarstellen, einfach nur damit ihr versteht, weshalb alles im Moment so schwierig ist... beziehungsweise warum ich mich bis jetzt nicht gemeldet habe... Also passt auf: Zuerst war da ein großes Nichts. In dieses Nichts setzte ich zwei Kinder - Niben und Cyro. Der eine gut, der andere böse. Sie erschufen diese Welt... ich nicht. Ich habe nur zugesehen und ihnen Ratschläge erteilt und versucht, beiden im Streitfalle etwas recht zu machen. Also sie selbstständig genug waren, wie ich fand, zog ich mich in aller Ruhe zurück. Doch bald musste ich mit ansehen, wie zuerst meine beiden Söhne sich verkrachten und gegenseitig vernichteten und danach Elend, Leid und Böses über diese Welt zogen. Doch ich hatte mich entschlossen, nicht einzugreifen... es war nicht mehr meine Welt, ich konnte das nicht tun. Im Glauben an einen aufmerksamen Helden, der mich suchen und finden würde, schrieb ich das Sagenbuch, dass du Sunset mit dir herumträgst... und diesen Tempel, der Wünsche erfüllen sollte. Doch niemand kam - bis heute. Und nun werde ich mein Versprechen wahr machen und euch helfen - im Kampf gegen das Böse. Doch vorher will ich, so wie es die Tempelinschrift über dem Eingang besagt, dem, der nicht aufgegeben hat und sich trotz aller Gefahren und Strapazen entschlossen hat, mit Mut und Verstand nach vorne zu blicken und den Tempel zu finden, seinen Lohn dafür geben..."

Mit diesen Worten erhob sich Sunset plötzlich vom Boden, und die gerade untergehende Sonne warf einen letzten Strahl durch die Säulen in den Tempel, welcher das Einhorn traf und in goldenen Nebel hüllte.

Niemand wagte ein Wort zu sagen, so ergriffen waren die Freunde von dem Schauspiel vor ihren Augen.

Dann verschwand die Sonne hinter der Bergspitze und Hellje ließ Sunset wieder zu Boden sinken.

Doch obwohl kein Licht mehr auf sie fiel, strahlte sie noch immer - golden.

Atlanas, der Ziegenbock und all die anderen starrten sie zugleich verblüfft und begeistert an.

Sunsets Fell bestand nun aus purem Gold.

---

Thire rappelte sich vom Boden auf und startete einen erneuten Angriff auf den von Untoten und dampfendem Rauch umgebenen Cyro, der über das Leid und den Schmerz der Bewohner Shadow Islands lachte.

Wieder konterte sein Kontrahent mühelos den Schwerthieb und versenkte seinen Huf auf ein Neues in Thires Gesicht.

Der Schlag warf ihn wieder gegen die Wand, doch dieses Mal stand er nicht so schnell wieder auf.

Obwohl Thire wusste, dass ihm Cyro haushoch überlegen war, trieben ihn der Hass und die Wut zurück in den Kampf, wieder nahm er Anlauf und raste schreiend auf Cyro zu, und wieder klatschte dieser ihn gegen die Wand.

Als er sich erneut aufrichten wollte, versagte ihm die Kraft und er blieb keuchend am Boden liegen, während Cyro seine Flügel ausbreitete und direkt vor ihm landete.

"Und du willst mein Sohn sein?!", lachte der Gott schallend, "das ich nicht lache, so etwas Erbärmliches wie dich habe ich schon lange nicht mehr gesehen!"

Rot vor Wut versuchte Thire es ein letztes Mal, doch sein Vater drückte ihn zurück auf den Boden.

"Zu schwach, um sich selbst zu verteidigen...", grinste Cyro böse, "aber es ist sowieso zu spät zum Wegrennen... dieses Mal hast du endgültig verloren, und dieses Mal wird dein letztes sein!"

Mit diesen Worten hob er das Schwert Prynes, dass dieser neben sich fallengelassen hatte.

In diesem Moment gab es eine erneute Explosion in der Halle.

---

Kapitel 6 - Die Schlacht der Götter Bearbeiten

Als Atlanas Cyros Gesicht sah, musste er, trotz der überaus bedrohlichen Lage um sich herum ungewollt schmunzeln.

Der Gott sah so dämlich drein, dass es schon wieder komisch wirkte.

Dann hatte er sich gefasst und stimmte ein schallendes Lachen an:

"Ich glaub es ja nicht... Vater... schön dich... zu sehen..."

"Die Freude wäre ganz meinerseits...", antwortete Hellje und verzog das Gesicht, "doch leider hast du in all den Jahren nichts dazugelernt... und ich muss dich wieder aufhalten, bevor du Dummheiten anstellst..."

Wenn man die Beherrschung einer Welt als Dummheit ansieht, dachte der Ziegenbock kopfschüttelnd, dann... ja...

"Und du hast noch viel weniger dazugelernt!", kicherte Cyro belustigt über die Predigt, "du hättest wissen müssen, dass ich zurückkomme... und dass du lieber auf deiner Wolke geblieben wärst als dich mir in den Weg zu stellen!"

"Ich weiß, dass du Nibens Kraft geraubt hast, aber ich weiß auch, dass ich dich schon einmal besiegt habe und es nun wieder tun werde..."

Langsam und bedächtig zog er Angel an sich heran und drückte sie fest an sich, während er die Worte Sei wieder mein! murmelte.

Augenblicklich verschmolzen Angel und er in einem bläulichen Licht, bevor sich Hellje in die Lüfte erhob und einen Energieball zwischen seinen Hufen formte.

"Zwing mich nicht, das zu tun!", warnte er seinen Sohn ein letztes Mal, "du wirst es nicht überleben, wenn du nicht sofort aufgibst!"

"Für dich nicht, alter Hengst!", lachte Cyro schallend, "los, komm her!"

Hellje feuerte ohne eine Miene zu verziehen seinen Energieball ab.

Doch anstelle eines Treffers lenkte Cyro die glühende Kugel nach unten und riss damit die Erdspalte ein großes Stück weiter auf.

"War das alles, was du kannst?!", höhnte er, "zeig mir, was du noch draufhast, VATER!"

Dieses Mal griff Hellje Cyro mit dem bloßen Huf an und landete einen heftigen Treffer in dessen Gesicht.

Wütend taumelte der zurück und griff sofort wieder an.

Der Kampf der Götter hatte begonnen.

---

Atlanas konnte nicht einfach nur untätig herumstehen und den beiden zugucken, vor allem jetzt nicht, wo gerade Shadow Island von Heerscharen Untoter aus der Hölle verwüstet wurde...

"Leute, wir müssen den Black-Ponys helfen!", bestimmte er, "wir müssen die Untoten zurück in die Hölle schicken!"

"Aber wie?!", keuchte Eross, immer noch fertig wegen Angel, die da direkt vor ihnen um Leben und Tod kämpfte, "das sind UNTOTE, die können wir schlecht über den Haufen ballern!"

Wie auf ein Stichwort krabbelten plötzlich zwei aus der Spalte vor ihnen und lechzten.

Bevor Eross und Atlanas ihre Schwerter hatten ziehen können, hatten sich der Ziegenbock und Jack jewals eine Granate geschnappt, zogen die Stifte ab und warfen sie den höllischen Kreaturen vor die Hufe.

"ALLE AUF DEN BODEN!!!", schrie der Ziegenbock noch schnell, bevor es zweimal laut knallte und die Angreifer atomisiert wurden.

"Das ist es, DAS hält sie auf!", rief Sunset glücklich, "komplette Vernichtung, sprich zu Staub zerbröseln!"

"Dann lasst uns keine Zeit verlieren!", kommandierte der Ziegenbock, "nehmt euch aus den Munitionsdepots so viel Sprengstoff, wie ihr tragen könnt, und dann stoppt den Wahnsinn!"

Eross, Safira, Sunset und Applejack nickten nur, bevor sie los rannten.

"Und du?", fragte Atlanas grinsend, "was machst du?"

"Luna retten... zusammen mit Jack..."

"Meine... Mutter ist HIER?!", keuchte die junge Alihornziege entsetzt, "wie zum...?!"

"Erklär ich dir später...", schnaubte Atlanas, "doch zuerst musst du deinen Plan ändern, Ziegenbock - ICH rette Luna und DU die Stadt!"

"Wieso denn das?!", kam es erstaunt zurück, "also, ich denke, dass..."

"... du wesentlich besser zum Sprengen und Chaos veranstalten zu gebrauchen bist als ich, ja, das stimmt!"

"Das stimmt doch..."

"... und genau deswegen habe ich es vorgeschlagen - und außerdem, Applejack braucht dich!"

"Jack mich auch, ich..."

"Du... was?"

"Ich... ok, ich kann´s ja eh nicht länger verschweigen... also, Robert ist mein leiblicher Bruder."

Jetzt war Atlanas wirklich baff.

Ok, etwas derartiges wäre durchaus denkbar gewesen, es gab so viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden, sie kannten sich schon ewig... aber die Bestätigung kam doch etwas unerwartet.

"Aber woher...?!", begann er unsicher.

"Erklär ich dir später... na denn, wenn du mir versprichst, auf meinen Neffen und..."

"Ich verspreche es, bei unserer Freundschaft!"

Das ließ den Ziegenbock auch seine letzten Zweifel vergessen, er nickte Atlanas ein letztes Mal zu, drehte sich dann um und folgte seinen Freunden in Richtung Waffenkammer des Palastes, des ersten Depots.

"Also schön, Jack, dann los...", befahl Atlanas, "lass uns deine Mutter retten!"

Jack kicherte, was den Pegasus nicht ihm geringsten störte, er nahm den Kleinen einfach an die Hand, spannte seine Flügel auf, meinte nur "Gleich fliege ich los!" und hob langsam mit den Flügeln schlagend ab, Jack tat das gleiche.

Zusammen huschten sie zwischen den herumfliegenden Energiebällen, Steinbrocken und anderen Trümmern vorbei in Richtung der Trophäenwand Prynes.

---

Unterdessen hatten Eross, Safira, Sunset und Applejack die Waffenkammer erreicht und sich ausgerüstet.

Als der Ziegenbock wenig später hinzu stieß, standen sie schon schwerbewaffnet, mit Granaten und Panzerfäusten bepackt vor ihm und seine Freundin strahlte übers ganzes Gesicht.

"Endlich mal wieder ne richtige Schlacht..."

"Och, glaub mir...", grinste er, "ich habe in meinem Leben schon so viele Schlachten geschlagen, dass ich die meisten schon vergessen habe..."

"Soll das etwa heißen, du bist müde und willst dich zur Ruhe setzen?", stichelte Eross und Safira musste über den Gesichtsausdruck des Ziegenbocks kichern.

"Ich und mich zur Ruhe setzen?! - Kommt nicht in die Tüte!", stellte er klar, während er sich einige herumliegende Handgranaten schnappte und diese in einen Gürtel steckte, "NIEMALS!!!"

"Das wissen wissen wir doch...", grinste Eross gut gelaunt, "und wenn du dann mal so weit bist, können wir los!"

"Eile mit Weile...", maulte der Ziegenbock und hängte sich erst den Gürtel um und dann eine Panzerfaust um, "ich bin keine Dampflok... aber jetzt bereit, den Untoten zu zeigen, dass sie nicht einfach ungeschoren Shadow Island verwüsten können!"

Eross sah noch einmal alle in der Runde an, seine Freundin eingeschlossen.

"Wenn auch ihr bereit seid... dann ATTACKE!!!"

Kampfbereit stürzten die Freunde hinaus auf die Straße, mitten in den Kampf hinein.

Sie wurden bereits erwartet...

---

Hellje feuerte einen Energieball nach dem anderen in Richtung seines Sohnes, der kreuz und quer durch den Raum schoss und ihnen geschickt auswich.

So langsam kam der alte Gott wieder in den Genuss seiner Kräfte, obwohl ihm eigentlich nicht danach zumute war - Cyro war sein Sohn, aber er war ein Kind des Bösen, und dieses Böse musste gestoppt werden, koste es, was es wolle...

---

Inzwischen hatten Atlanas und Jack den Tisch mit der gefesselten Luna erreicht und der Pegasus begann, mit seinem Eisenhuf die Fesseln zu zertrümmern, während Jack seiner Mutter den Knebel abnahm und diese ihn unsicher ansah.

Endlich brach auch die letzte Fessel unter Atlanas Kraft auf und gemeinsam zogen die beiden Luna auf den Boden.

"Danke Atlanas...", keuchte sie, fertig aber glücklich, "danke, dass du und... wer bist du eigentlich?"

"Ähmmm... ich bin... dein Sohn, Jack...", druckste die junge Alihornziege herum und Lunas Augen weiteten sich, "wieso ich auf einmal zwölf bin, erklären wir dir auch später... und warum, tja..."

Er deutete auf Cyro und sie nickte nur stumm und mit feuchten Augen.

"Wir konnten ihn nicht aufhalten, es tut mir so leid...", entschuldigte sich Atlanas, "er hat... die Krise gekriegt, als er erfahren hat, dass Pryne dich entführt hat... und selbst ich konnte ihn nicht aufhalten..."

"Mach dir keine Vorwürfe, Atlanas...", schniefte die Ponyprinzessin, "es war doch klar, dass es dieses Mal nur schlimmer werden konnte... aber, wer kämpft da eigentlich grad gegen ihn, das ist doch nicht etwa Fluttershy?!"

"Nein, das ist Hellje... der Vater von Niben und Cyro...", erklärte Jack, "er ist der einzige, der ihn jetzt noch aufhalten kann..."

Wieder schluchzte Luna und Jack nahm seine Mutter in den Arm.

"Beruhige dich... ich bin sicher, dass Hellje uns unseren Robert zurück gibt... unbeschadet..."

"Oh Jack...", heulte sie, "ich bin so froh, dass es wenigstens DIR gut geht... wo ist eigentlich deine... ?!"

"Sonea ist in Down Under geblieben, in Obhut der besten Männer der Armee...", beruhigte Atlanas sie, "die werden gut auf sie aufpassen..."

Wohl eher Sonea auf die Soldaten... , dachte er schmunzelnd, ich frag mich, ob die Black-Ponys schon angegriffen haben...

---

Redeyes Sichtfeld trübte sich wieder etwas mehr, doch dieses Mal hatte er nicht mehr die Kraft, es wieder klar zu bekommen.

Um ihn herum ergriffen seine Soldaten panisch die Flucht vor den Ziegen, die inzwischen auch mit ihren Panzern vorrückten.

Nie hätte er den Angriffsbefehl ausgeführt, wenn er gewusst hätte, dass sie von Anfang an eigentlich schon verloren hatten.

Kurz bevor es komplett schwarz vor seinen Augen wurde, bekam er noch mit, wie zwei Ziegen auf ihn zu gestürmt kamen und eine brüllte:

"Wir haben ihn gefunden!"

Dann wurde es dunkel um ihn.

---

Cyro hatte anscheinend beschlossen, nun auch selbst einmal anzugreifen - mit fatalen Folgen für die Palasthalle, die durchlöchert von den vielen Blitzen, mürbe durch die sich immer noch bewegende Erdspalte und feucht durch den Regen immer weiter in ihre Einzelteile auflöste.

Konkret hieß das, dass tonnenschwere Steinbrocken in die Halle prasselten - auf die kämpfenden Götter, denen das jedoch nichts auszumachen schien, den Boden, der dadurch nur umso rissiger wurde und direkt in die Erdspalte, aus der dann kochend heiße Dämpfe schossen und alles einhüllten.

Atlanas wurde sich der Gefahr erst recht bewusst, als ein Deckenteil keine drei Meter entfernt von ihm auf den Boden schlug und ein ganzes Stück mit sich in die Tiefe der Spalte riss.

"Leute, wir müssen hier so schnell wie möglich raus!", brüllte er, "sonst sind wir Mus!" Jack und Luna hatten verstanden, lösten sich aus ihrer Umarmung und spannten beide ihre Flügel auf.

"Luna, kannst du fliegen?!", rief Atlanas herüber und sie nickte, "gut, dann nimm Jack trotzdem am Huf und dann nix wie weg hier!"

In diesem Moment vernahm Jack ein schwaches "Hilfe!" und fuhr herum.

Unter einigen kleineren Steinbrocken lag Agais und krümmte sich vor Schmerzen.

Obwohl er nicht wusste, ob das Black-Pony sein Freund oder Feind war, riss er sich von seiner Mutter los und stürzte zu dem Begrabenen hin, zog ihn aus den Trümmern, lud ihn sich auf die Schultern und hob vom Boden ab.

Agais war nicht gerade leicht, aber Jack hatte die Kraft, er wusste es.

Er stammte von Robert ab, der auch immer Kraft gehabt hatte, obwohl er eigentlich schon am Ende derselben war.

Mit der Last auf dem Rücken schoss er zurück zu Luna und Atlanas, denen beiden ein Stein vom Herzen fiel.

Zusammen rasten sie so schnell sie konnten aus der einstürzenden Palasthalle.

---

Die Untoten ergossen sich die Straße vor ihnen hinunter, aus den Häusern, aus den Höfen, aus den Gassen.

Die fünf Freunde gingen in Angriffsposition und luden ihre Waffen durch.

"Alles bereit?!", fragte der Ziegenbock mit seiner Generalsstimme, "wartet noch!"

Der Feind kam immer näher.

"Wartet... wartet..."

Eross floss der Schweiß in Strömen über sein Fell.

"Wartet... wartet..."

Wann denn endlich, verdammt?!

"FEUER!!!"

Vier Panzerfäuste und eine Stand-MG, hinter der die goldene Sunset stand eröffneten das Gefecht und rissen die ersten Reihen der Untoten in Stücke.

Zum Freuen blieb keine Zeit, durchladen und gleich wieder den Feind zerstückeln war die Devise.

Das Dröhnen der MG hallte in Safiras Ohren gewaltig, sie blendete es vollkommen aus.

Für sie zählte nur noch der Sieg, so wie damals gegen die Schattenlords.

Für die Ziegen, dachte sie und lud ihre Panzerfaust durch.

Für die Schatten.

Sie war bereit zum Abschuss.

Für... die Black-Ponys.

Wumm!

---

Kaum aus dem Gefahrenbereich geflohen, landeten Atlanas, Jack und Luna wieder und drehten sich wieder zum Kampf der Götter um, die mittlerweile fast den ganzen Black-Pony-Palast verwüstet hatten.

Hellje wild anfeuernd standen sie mit starrem Blick und unbeugsamen Willen inmitten des Chaos, alles andere um sich herum ignorierend.

Doch auch die Untoten, von denen immer mehr aus der Spalte kletterten, interessierten sich kein bisschen für sie und stürzten nur sabbernd und kreischend an ihnen vorbei.

Atlanas bemerkte das und behielt es gut in Erinnerung...

---

"WIR MÜSSEN HINTER EINE DECKUNG!!!", brüllte der Ziegenbock über den Schlachtlärm hinweg,

"SONST SIND WIR BALD HACKFLEISCH!!!"

"VERSTANDEN!!!", kam es laut von Eross zurück, "WIR KOMMEN!!!"

Langsam rückten die Freunde nach hinten, einzig Sunset feuerte immer noch von ihrem ursprünglichen Standort aus auf die untoten Angreifer.

"SUNSET!!!", schrie der Ziegenbock noch einmal, dieses Mal mit einem Anflug Panik in der Stimme, "RÜCKZUG HINTER DIE DECKUNGEN, SCHNELL!!!"

"WENN ICH MEIN FEUER EINSTELLE, DANN GEHEN WIR ALLE DRAUF!!!", brüllte sie herüber, "RETTET EUCH, ICH HALTE EUCH DEN RÜCKEN FREI!!!"

"ICH LASSE DICH NICHT IM STICH!!!", donnerte der Ziegenbock mit fester Stimme, "ICH KOMME!!!"

Statt weiter nach hinten zu weichen, beschleunigte er wieder nach vorne und war mit vier Sätzen bei Sunset, die ihre MG nicht eher loslassen würde, bevor die anderen in Sicherheit seien würden.

Schnell scannte er die Lage und dachte angestrengt nach.

Dann vernahm er Applejacks Stimme hinter sich:

"Wir haben´s geschafft und geben euch jetzt Deckung!"

Auch Sunset hatte es gehört und nickte einmal kurz.

Sie war bereit.

Dann wurden die vier Raketen abgefeuert kurz hintereinander abgefeuert.

Der Ziegenbock schnappte sich alleine die Stand-MG und Sunset hechtete auf die Deckung, die in Wirklichkeit ein Geschäft mit zerbrochenen Schaufensterscheiben und umgestürzten Regalen war zu und sprang über einen Trümmerhaufen hinweg, bevor sie endgültig in Sicherheit war.

Zumindest vorerst.

Doch erst als auch der Ziegenbock keuchend neben sie krachte, atmete sie auf. Nur kurz, aber besser als gar nicht, fand sie, richtete dabei schon wieder die MG auf und sie durch.

Zum Ausruhen hat man nach dem Kampf noch genug Zeit... hatte zumindest Atlanas einmal behauptet.

Und Eross.

Und der Ziegenbock.

Und Robert.

Und... Niben.

Für ihn würde sie weiterkämpfen, für ihn würde sie alles andere hergeben, für ihn, für ihren Freund.

Damit eröffnete sie wieder das Feuer auf die anstürmenden Untoten und schmetterten ein wildes Kampflied dabei.

---

Cyros Angriffe wurden immer stärker und heftiger, was sowohl Hellje als auch den "Zuschauern" Sorgen bereitete.

Er brachte seinen Vater einige Male stark in Bedrängnis und dieser begann, so langsam an einem Sieg seinerseits zu zweifeln.

Aber er wollte nichts unversucht lassen, er konnte Cyro nicht gewinnen lassen, sonst war alles verloren.

Sich dessen bewusst nahm er noch einmal all seine Kraft zusammen und formte damit eine gewaltige Klinge aus glühendem Gestein, die sich über seinen Kopf hob.

Eine Himmelsklinge, die mächtigste Waffe, die es gab.

Eine Waffe, mit der man Götter töten konnte.

---

Das Geschäft war perfekt.

Die Freunde hatten ein freies Schussfeld und trafen gut.

Ein Untoter nach dem anderen wurde von ihren Raketen, Patronen oder Landminen zerfetzt, die zusätzlichen Brandgranaten beschleunigten diese Prozedur nur.

Doch obwohl es dem Ziegenbock einen ungeheuren Spaß machte, all die au ihn zu stürmenden Feinde zu zerstückeln, kam er nicht von dem Gedanken los, dass Atlanas und Jack vielleicht Hilfe bräuchten.

Schließlich konnte er ihn nicht mehr unterdrücken und rief über das Donnern der Panzerfäuste zu Eross herüber:

"ICH WILL JACK UND ATLANAS HELFEN, KÖNNT IHR AUF MICH VERZICHTEN?!?!"

"KLAR DOCH!!!", brüllte Eross zurück, "SELBST SAFIRA UND ICH WÜRDEN DAS ALLEINE SCHAFFEN!!!"

"Na denn... Applejack, Sunset, mitkommen!"

Bevor Eross etwas erwidern konnte, stürzten die drei schon zu Hintertüre des Ladens hinaus.

"Aber...", stotterte er, als sich Safira sichtlich verärgert neben ihn warf.

"Das war doch wohl klar, dass er das ernst nimmt, du Knalltüte!", schnauzte sie ihren Freund sauer an, "jetzt sind wir auf uns alleine gestellt... aber egal, das schaffen wir schon!"

Sie feuerte eine Rakete ab und Eross grinste wieder.

"Mit dir an meiner Seite schaffe ich alles..."

"Ohhh... danke...", flüsterte Safira glücklich, "ich habe dich auch lieb... ganz dolle!"

"So sehr das auch stimmen mag...", lächelte er und gab ihr einen Kuss auf den Mund, "das Gefecht wartet nicht!"

"Bin ganz deiner Meinung!", lachte sie kampfeslustig und warf eine Granate über ihre Deckung, "JETZT GIBT´S SAURES!!!"

Keine zehn Sekunden später tobte der Kampf wieder.

---

Cyro grinste nur verschlagen und tat es ihm gleich.

Für eine kurze Zeit umkreisten sie sich, Auge in Auge.

Ihre Körperhaltung war die gleiche, ihre Anspannung, ihr gegenseitiges Ziel.

Einzig und allein ihre Gesichter waren vollkommen anders.

Hellje hatte es böse verzogen, sein Sohn grinste nur.

Dann dröhnte der alte Gott mit seiner Donnerstimme:

"DU WILLST DIESE WELT INS CHAOS STÜRZEN, DU WILLST SIE DIR UNTERTAN MACHEN, UND DAS KANN UND WERDE ICH NICHT ZULASSEN!!!"

Er holte lang aus und drosch auf Cyros Klinge ein.

Blitze, Funken und gewaltige Mengen an Energie stoben umher und zerfetzten alles in ihrer Umgebung, das sie trafen.

Doch wider erwartend zerbrach die Klinge seines Sohnes nicht, sondern begann stark zu glühen.

Hellje versuchte, sein eigenes Himmelsschwert von Cyros Klinge zu reißen, doch er schaffte es nicht, es war wie festgeklebt.

Und seine Hufe auch...

Erst jetzt realisierte er, dass er die Kraft seines Sohnes maßlos unterschätzt hatte.

Aber wie hatte das passieren können, wieso hatte...

"Wie kannst du...?!", stotterte er panisch, als das Grinsen in Cyros Gesicht immer größer wurde.

"Ich habe eine Geheimwaffe... namens Death!"

Zu spät erkannte Hellje entsetzt, dass Cyro nun auch noch Deaths Kraft zu seiner jetzigen leitete und dann mit voller Wucht zuschlug.

Mit einem gewaltigen Loch in der Brust stürzte der Gott kraftlos zu Boden und klatschte mitten auf einen herausgebrochenen Deckenteil.

Atlanas und die anderen starrten ihn voller Panik an, bevor sie zu dem sterbenden Gott rannten.

"Oh nein... nein...", keuchte Jack entsetzt, "nein...!"

"Hellje, bitte, verlass uns nicht!", kreischte Luna hysterisch, "du bist unsere einzige Hoffnung!"

"Bitte...", hauchte Atlanas mit Tränen in den Augen, "ohne dich... ohne Angel... was soll ich Eross sagen?! WAS SOLL ICH MEINEM KIND SAGEN?!?!"

"SAG IHM...", lachte Cyro finster, der dicht vor ihnen schwebte, "DASS VON HEUTE AN DAS BÖSE DIESE WELT REGIEREN WIRD!!! HAHAHAHAHA!!!!!!"

In diesem Moment erreichten auch der Ziegenbock, Sunset und Applejack das Schlachtfeld und blieben vor Entsetzen und Panik gleichermaßen stehen.

"H... hellje?!", stotterte Sunset zitternd, "n... nein..."

Dann begann auch sie hemmungslos zu weinen.

Tröstend nahm sie Atlanas in den Arm und flüsterte resigniert:

"Es ist vorbei, wir haben verloren... endgültig verloren..."

Er hatte nichts anderes sagen können, er konnte nicht... die Wahrheit war unumgänglich.

Sie hatten versagt.

Er hatte versagt.

Er hatte alle, die ihm lieb und teuer waren im Stich gelassen.

Robert, Eross, Fluttershy, sein Kind...

Alle.

Tränen liefen ihm übers Gesicht und Cyros Lachen wurde nur umso lauter und hallte in seinem ganzen Schädel wider.

"UND DAS WILL EIN HELD SEIN?!?! - DASS ICH NICHT LACHE!!! IHR SEID ALLE SO ERBÄRMLICH...!!!"

"UND DU AUCH!!!", brüllte plötzlich der Ziegenbock mit knallrotem Kopf los, "DU BIST DER ERBÄRMLICHSTE HIER!!!"

"WIE WAR DAS EBEN?!?!", donnerte der Gott zurück, "DU WAGST ES, DICH MIT MIR...?!?!"

"ICH WAGE ES, WEIL ES STIMMT!!! DU HAST DICH EINFACH SO IN MEINEN BRUDER GESCHLAGEN UND SEINE STÄRKEN AUF DIE MIESESTE ART UND WEISE AUSGENUTZT!!! EINZIG UND ALLEIN SEINE WAHREN GEFÜHLE HABEN IHN DIR ÜBERLEGEN GEMACHT, WENN SIE IHM JEMAND GEZEIGT HAT!!!"

"Ist... ist das wahr?", röchelte plötzlich eine schwache Stimme und die Freunde sahen freudig Hellje an, der seine Augen wieder geöffnet hatte, "also... so wie damals... ich hätte es wissen müssen..."

"DAS WIRD EUCH DIESES MAL NICHT HELFEN!!!", höhnte Cyro, "DIESES MAL HABT IHR NICHTS, WAS MICH WIEDER INS UNTERBEWUSSTSEIN DRÄNGT, ES GIBT NICHTS!!!"

"Bist du dir da auch ganz sicher?", grinste Hellje auf einmal und Cyro wurde schlagartig unsicher, "ich... kenne deine beziehungsweise die Gedanken des Ponys, in dem du dich befindest... und ich habe da was..."

Mit einem Schnaufen schloss der alte Gott seine Augen und begann angestrengt sich zu konzentrieren.

Atlanas und die anderen starrten ihn unsicher an, als Hellje drei kleine Kugeln aus blauem Nebel formte und diese langsam immer größer wurden.

Dann erkannte Atlanas drei kleine Gestalten inmitten jeder Wolke, konnte sich aber noch keinen Reim darauf machen.

Erst als der Nebelschleier um sie platzte und sie langsam zu Boden glitten, klappte ihm vor Erstaunen Mund uns Nase auf:

Direkt vor ihnen standen Applebloom, Sweetie Belle und Scootaloo.

In voller Lebensgröße und gesund und munter.

---

Nur mit Mühe konnte der Ziegenbock Applejack zurückhalten, nicht sofort auf ihre kleine totgeglaubte Schwester zu zu stürzen.

Zusammen mit Sunset, die ebenfalls verstanden hatte, dass jetzt NIEMAND diesen Moment stören durfte, nicht einmal die eigene überglückliche Schwester, drückten sie Applejack auf den Boden und fesselten sie zuerst mit einem Paar Hufschellen, bevor sie ihr aus den Mund mit einem Stoffknebel verbanden.

Das Bauernmädchen sträubte sich mit aller Kraft gegen die Fesseln, während die beiden sie mit all ihrer Kraft auf den Boden drückten und ihr beruhigend zuredeten.

Auch die anderen Freunde konnten immer noch nicht fassen, was sich da soeben vor ihren Augen ereignet hatte.

Hellje hatte... er hatte die drei wieder ins Leben zurückgeholt... aber warum nur?

Warum ausgerechnet den SCHÖNHEITSFLECKENCLUB?!

---

Jack war der erste, der es bemerkte.

Cyro schwebte noch immer unbeweglich vor ihnen.

Kein Ton drang über seine Lippen und er sah aus, als würde er grade mit sich selbst kämpfen...

Moment mal... , überlegte die junge Alihornziege, er kämpft mit SICH SELBST... aber wenn er doch im Körper meines Vaters ist, dann... kämpft er...

"Er... er kämpft gegen... meinen Vater...", kombinierte er laut.

Die anderen bemerkten es nun auch, Jack hatte vollkommen recht, Robert wehrte sich gerade gegen den Gott in sich!

Dann begann Cyro zu zucken, erst langsam und dann immer heftiger, bis er schließlich begann sich gegen seinen Kopf zu schlagen und dabei wie wahnsinnig "NEIIIN!!! BLEIB DA DRIN!!! BLEIB DRIIIN...!!!" schrie, bevor er in einem lauten Knall und einem gleißend hellen Licht explodierte.

Der aufwirbelnde Staub hüllte alles ein und keiner der Umstehenden konnte noch etwas sehen.

---

Safira und Eross gerieten durch die anwachsende Masse an Untoten immer mehr in Bedrängnis. Inzwischen schossen sie von der Ladentheke aus auf den Feind - doch der kam immer näher.

Und näher.

Und näher...

---

Der schwarze Rauch lichtete sich und Atlanas konnte endlich wieder seinen Eisenhuf vor Augen sehen.

Oder besser Robert und direkt daneben ein anderes dunkles Pony, die auf der Steinplatte lagen, über der Cyro gerade explodiert war.

Cyro... war er noch in seinem besten Freund oder...?

Als hätte er die Frage vernommen richtete sich Robert langsam aber sicher auf seinen vier Hufen stehend auf und blickte erst die Freunde erstaunt und dann das neben sich liegende dunkle Pony an, bevor er unsicher fragte:

"Was... is´n los hier?!"

In diesem Moment wusste Atlanas, dass es wirklich Robert war, der dort vor ihm stand.

Überglücklich fiel er seinem Freund weinend um den Hals und schluchzte herzzerreißend:

"Oh man... wir haben dich so vermisst... d... danke, dass ich dich wieder haben darf..."

Das Alihorn war noch immer etwas verwirrt und fragte perplex über den Gefühlsausbruch seines besten Freundes:

"Ähmm... was ist hier eigentlich los, warum sind wir auf Shadow Island, und warum...?"

Dann entdeckte er den Schönheitsfleckenklub und seine Augen weiteten sich vor Staunen und Freunde.

"S... seid ihr das wirklich?", stotterte er überglücklich, "seid ihr es, meine kleinen Schwestern?!"

Applebloom war die erste, die ihre Stimme wiederfand und nur ein leises "Ja..." über ihre Lippen brachte, bevor sich Robert Freudentränen vergießend auf sie stürzte und alle drei fest an sich drückte.

"Ich... ich habe euch so vermisst... ich... ich..."

"Wir dich auch... großer Bruder...", schniefte nun auch Sweetie Belle glücklich, "ich war so dumm... ich..."

"Mach dir keine Vorwürfe mehr, Sweetie... es ist vorbei... ich habe euch wieder...", weinte das große Alihorn voller Glückseligkeit seine drei kleinen Schwestern fest umklammernd, "ich werde euch vom heutigen Tage an besser beschützen als je zuvor!"

"Dann darfst du gleich damit anfangen!", brüllte plötzlich eine wütende Stimme hinter ihm und er fuhr herum, die drei schützend hinter sich schiebend.

Das schwarze Pony, das bis gerade eben noch regungslos auf dem Boden gelegen hatte, stand nun mit erhobenem Himmelsschwert und zornigem Blick direkt vor ihnen und schnaubte: "BEREITET EUCH AUF EUREN UNTERGANG VOR, IHR NARREN!!! KEIN STERBLICHER KANN EINEN GOTT BESIEGEN!!!"

"Aber ein stärkerer Gott einen Gott...", lächelte Hellje allwissend, "und da kenne ich einen..."

Mit letzter Kraft schob er seinen rechten Vorderhuf an Roberts Ferse und ließ all seinen Kraft in den Ziegenkönig fließen, bevor sein leerer Körper am Boden in sich zusammensackte und Luna entsetzt aufschrie.

Doch nun glühte Robert - er strahlte schon eine Kraft aus, wie sie Hellje nicht ausgestrahlt hatte... sie war stärker...

Es war nicht nur eine Kraft, es waren VIER.

Die von Niben, Angel, Rainbow Death und Hellje kombiniert.

Cyro machte sich bereit und hob sein Schwert noch etwas höher.

Geistesgegenwärtig erschuf Robert in Bruchteilen von Sekunden selbst eine Himmelklinge und blockte damit den Angriff des finsteren Gottes.

Wütend über den verpatzten Schlag riss Cyro seine Klinge wieder nach oben - oder besser gesagt, versuchte es.

Er bekam sein Schwert nicht mehr von Roberts ab.

Verzweifelt versuchte er es noch einmal - und bemerkte entsetzt das zufriedene Grinsen im Gesicht des Ziegenkönigs, bevor dieser sein Schwert schnell um 180 Grad drehte und damit Cyro seines aus dem Huf riss.

Panisch versuchte er zu entkommen, doch Robert packte ihn mit seiner Magie, bevor er auf den Gott zuraste und mit aller Kraft auf ihn eindrosch.

Immer mehr Schläge trafen ihn und raubten ihm fast die Sinne - aber auch nur fast.

Hilflos musste er einen nach dem anderen einstecken, einen heftiger als den anderen.

"Der ist für die Black-Ponys!"

Noch ein Schlag.

"Der ist für mein Volk!"

Der nächste Volltreffer.

"Der für meine Freunde!"

Dieser drohte seinen Schädel zu zerbrechen.

"Der für meine Familie!"

Dieser brach ihn.

"UND DER FÜR MICH!!!"

Dieser zerfetzte ihn.

Cyros Kopf riss von den Schultern, doch bevor er fiel, schlug Robert den Rumpf mit dem Kopf wie einen Baseball nach oben und schoss dann mit seinem Raketenwerfer drauf.

Die Explosion war ohrenbetäubend und Fleischfetzen vermischt mit Blut und zersplitterten Knochen regneten auf die Freunde herab.

Dann legte sich eine Totenstille über das zerstörte Shadow Island.

---

Eross und Safira wagten nicht, ihre Deckung zu verlassen, obwohl sich kein Untoter mehr regte, warum auch immer...

Sie waren einfach auf einen Schlag umgefallen, als hätte jemand sie ausgeschaltet. Erst nach quälenden Minuten schlichen sie sich dann doch vorsichtig an den angebrannten und zerfetzten Leichen vorbei, alle Sinne aufs Schärfste aktiviert und einsatzfähig.

Doch sie brauchten keinen.

Die Untoten waren wirklich tot.

So wie ihr Herrscher.

---

Kapitel 7 - Der Beginn der Neuen Ära Bearbeiten

Es dauerte nicht lange und alle Freunde, Eross und Safira, die unter großem Jubel eingetroffen waren und der überglückliche Robert lagen sich liebevoll in den Armen und knuddelten, als gäbe es kein Morgen.

Nachdem Atlanas sich schließlich hatte breitschlagen lassen erzählte er noch einmal alles - angefangen von ihrer Rettung aus Oblivion bis zum Treffen mit Hellje.

Keine noch so kleine Kleinigkeit ließ er aus und als er geendet hatte, spendeten ihm die anderen lauten Beifall.

Und als Robert erfuhr, dass sein Sohn der dort direkt vor ihm war, dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis er ihn und Luna wieder losließ.

Da er noch alle göttlichen Kräfte besaß - die von Niben, Cyro, Angel, Death und Hellje - war es für ihn ein leichtes, ihnen wieder Leben einzuhauchen und ihnen ihre Kraft zurückzugeben - nur Cyros Kraft behielt er vorsichtshalber, nur um sicherzugehen, dass die Kräfte auch wirklich im Gleichgewicht waren.

Schließlich ließ man dann auch Applejack wieder frei - und wieder gab es mehr als nur eine Träne, die vergossen wurde, als sie sich überglücklich vor Freude auf Applebloom stürzte und sie knuddelte, als gäbe es kein Morgen.

Zusammen verbarrikadierten die fünf Götter anschließend gemeinsam die Hölle, verbrannten Cyros sterbliche Überreste und säuberten das verwüstete Shadow Island von den toten Untoten und der Zerstörung.

Auch die Verletzten, allen voran Agais, wurden von ihnen geheilt - selbst Twilight konnten sie retten, obwohl ihr von einem Untoten der linke Hinterhuf abgebissen worden war.

Pryne nahm Robert mit größtem Vergnügen gefangen und brachte ihn persönlich nach Down Under, begleitet von seinen Freunden, Angel, Death und einem überglücklichen Niben, der unentwegt mit der doppelt strahlenden Sunset knutschte, die gleichzeitig als DIE Heldin des Tages gefeiert wurde - wie Hellje und Robert.

Kurz vor der Ziegenstadt verabschiedete sich der alte Gott jedoch ganz plötzlich, gab den Freunden aber das Versprechen, von nun an ab und zu mal vorbeizuschauen und nach dem Rechten zu sehen.

Bei ihrem Eintreffen bot sich ihnen die nächste Überraschung - erstens wurden sie von Sonea begrüßt, die ihrem erstaunten Vater so unvermittelt um den Hals fiel, dass er erst nicht wusste, wer das Alihorn vor ihm war.

Aber nach einer Erklärung und einigen sehr emotionalen Momenten erfuhren sie schließlich von Ferdi und Stryker, dass die Black-Pony-Armee erfolgreich besiegt und der führende General Redeye gefangen genommen worden sei und dass er selbst zusammen mit Sonea als Königin und Stryker als persönlichen Leibwächter diesen Sieg errungen hatte.

---

Fast hätte Atlanas das wichtigste vergessen - seine Freundin!

Schnellen Schrittes lief er zum Krankenhaus.

Als er dort vorsichtig die Tür zum Zimmer Fluttershys öffnete, vernahm er schon ein leises Atmen...

Das kleine Fohlen lag mit einem Tuch umwickelt auf seiner Mutter, die es sanft im Arm wiegte, während der Ziegen-Doc und drei Krankenschwestern neben dem Bett standen und müde, aber zufrieden strahlten.

So wie seine Freundin.

Glücklich umarmte er erst sie zärtlich und dann sein Kind.

Freudentränen liefen dem Helden über sein Gesicht, als er es vorsichtig über den Kopf streichelte.

Es war die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches.

Eine Familie zu haben.

Eine richtige.

---

Während er da so saß, fiel ihm ein, dass etwas fehlte... nur was?

Richtig, ein Name!

Ein Name... nur, war es jetzt ein er oder eine sie?

"Ist es...?", begann er zögernd.

"Es ist ein er... ein kleiner putzmunterer und gesunder Kerl!", grinste der Ziegen-Doc, "und..."

"... ich...", schnaufte Fluttershy schwach lächelnd, "... hatte schon einen Namen... aber nur, wenn..."

"Sag schon!", wollte Atlanas wissen, "ich bin gespannt!"

Mit einem leisen Seufzer deutete sie nach draußen durch die Fensterscheibe und Atlanas erblickte - SCHNEEFLOCKEN?! - Um diese Jahreszeit?!

"Wieso...?!", begann er höchst überrascht, doch seine Freundin meinte nur glücklich:

"Ich habe es mir gewünscht... einfach nur gewünscht, dass es am Tage der Geburt unseres Kindes schneit..."

... und einer der Götter muss das mitgekriegt haben, vollendete Atlanas zufrieden, danke...

Und über allem leuchtete der Mond.

"Ich... habe an Schneemond gedacht..."

"Schneemond... gefällt mir... ein schöner Name... ein wunderschöner...", hauchte Atlanas strahlend, "so soll er heißen, unser Kleiner!"

Jetzt strahlte auch Fluttershy wieder.

---

Auf dem Dach standen drei Ziegen und eine Schneekanone.

Und waren ebenfalls höchst zufrieden, dass sie der kleinen Familie da unter ihnen hatten so helfen können.

Sie waren die heimlichen Helden des Abends...

---

Schließlich verschwanden auch die Ärzte und er setzte sich neben seine Freundin und streichelte ihr sanft über den Kopf.

Sein Kind auch.

Den ganzen Abend lang.

---

Da der Ziegenkönig sowieso mehr als nur gut drauf war ließ er am Abend ein Fest feiern, dessen Größe und Fröhlichkeit kaum zu überbieten war.

Alle Ziegen und alle Ponys hatten sich versammelt und tanzten, aßen und sangen ausgelassen und glücklich über den Frieden zusammen bis spät in die Nacht hinein.

Na ja, fast alle...

---

"Ich werde zurückkehren!", keifte Pryne und warf sich erneut gegen seine Fesseln im Kerker von Down Under, "ICH WERDE MICH RÄCHEN!!!"

---

Auf der psychatrischen Station in der Ziegenklinik lag Twilight unter starker Betäubung bewusstlos festgeschnallt auf einer Liege.

Ein Computer maß ihre Gehirnaktivität.

Immer wieder verzeichnete die Maschine seltsame Stöße, obwohl sonst alles andere normal war.

Aber darum würde man sich erst morgen kümmern...

---

Agais lag in einem geräumigen Krankenzimmer und wusste nicht so recht, ob er jetzt in Sicherheit oder großer Gefahr schwebte...

Aber eines wusste er mit Sicherheit:

Niemand war ihm mehr böse gesonnen... na ja, außer den Black-Ponys vielleicht...

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf schlief er ein.

Und träumte gut.

---

Weitab vom bunten Treiben des Festes saß Celestia einsam und alleine auf einem Hügel und blickte traurig auf das farbenprächtige Spektakel herab.

Sie konnte es einfach nicht genießen, sie hatte etwas nicht, was sonst alle anderen hatten:

Einen Freund, einen, der sie liebte, der sie küsste, der mit ihr ging...

Traurig weinte sie still vor sich hin.

"Guten Abend...", schreckte sie plötzlich eine Stimme hoch und sie fuhr herum, "ist hier neben Euch noch ein Plätzchen frei, Prinzessin?"

"J... ja...", stotterte sie, immer noch schnell atmend, aber beruhigt, dass es nur ein Pony war, "setz... dich..."

"Danke...", lächelte er ohne Umschweife und pflanzte sich neben sie, "warum seid Ihr eigentlich nicht da unten und feiert?"

"Mir ist nicht zu Feiern zumute...", schniefte sie traurig, "ich bin einfach alleine..."

"Ich auch...", gab er zu, "aber ich freue mich, wenn ich andere glücklich sehe... und hübsche Ponys ganz besonders..."

Das war ein Kompliment, wenn auch ein indirektes.

"Gehöre... ich dazu?", fragte sie unsicher und er nickte nur zufrieden.

"Auf jeden Fall... Ihr seid wunderschön für eine Prinzessin... schön wie die Sonne..."

"D... danke...", hauchte sie mit geröteten Wangen, "danke... ähmmm..."

"Hellje...", lächelte er, "einfach nur Hellje..."

Sie rückte näher an ihn heran.

Und wenig später lag ihr Arm um seine Körper.

Und er schwieg.

Denn er war glücklich.

---

ENDE

---

Creepybloom.png
2nd screamer in luna game x by voltaradragoness-d6xgbhl.png
Die PonyPasta Die Neue Ära wurde nach erfolgreicher Abstimmung der Community zur PonyPasta des Monats Februar 2015 ernannt! Sie ist nun in der Hall of Fame neben anderen besonderen PonyPastas gelistet.


Anmerkungen des Autors/ Verwendete Zitate

  1. Zitat aus der "Sportpalastrede" von Joseph Goebbels, 1943, siehe Wikipedia

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki