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Die Untergrundeisenbahner

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Die Untergrundeisenbahner ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Aufregung an der Equestria High, und der Nachfolger wurde (noch) nicht veröffentlicht.

Ich glaube, bevor ich beginne, euch diese Geschichte zu erzählen, sollte ich damit beginnen, wie die Ziegen herausgefunden haben, dass es mehr als nur Equestria, den Mond und die Sonne gibt.

Alles begann an einem ganz normalen Tag in Down Under.

Die Ziegen gingen ihrem Alltagsgeschäft nach, kauften ein, gruben neue Gänge, waren in der (Militär-)Schule oder mit Hausarbeiten beschäftigt.

So wie normalerweise auch immer.

Doch im Palast des Ziegenkönigs Edwart II. war es alles als ruhig an diesem Tag.

Das ganze Schloss war voller hektisch herumwuselnder Ziegen-Wissenschaftler und ihrer Assistenten, die alle damit beschäftigt waren, die letzten Vorbereitungen für das gigantische Experiment zu treffen, das für heute Nachmittag angesetzt war. Nervös ist wohl der falsche Ausdruck, mit dem den höchsten Wissenschaftler des Ziegenkönigreichs heute beschreiben würde, ich tendiere da eher zu "kurz davor die Nerven zu verlieren". Er gab wirsche Kommandos und sah sich jede Elektrode nocheinmal persönlich an, ehe er sich sicher sein konnte, alles richtig gemacht zu haben.

Die Sache war wohl das wichtigste und gigantischste Projekt, woran sich eine Ziege den Kopf zerbrochen hatte und woran das ganze Ziegenvolk seit Jahren arbeitete bzw. sich mit Hilfen wie Arbeitskräften aktiv beteiligte.

Also um´s mal ohne Umschweife auszudrücken:

Das MEGAMÄßIGSTE Projekt der Ziegen, dass es bis jetzt in der Geschichte Equestrias gegeben hatte. Und mittendrinn stand er, Prof. Dr. Fisch, der Ziegenbock mit der Idee dazu.

---

Hoffentlich klappt alles..., durchzuckte es ihn, als er schwitzend einen Blick auf seine Armbanduhr warf, ... bitte... es DARF einfach nichts schiefgehen!

Eine bekannte Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.

Sie gehörte seinem besten Freund, dem Ziegen-Physiker Dr. Schinken.

Trotz seines bescheuerten Namens war er der fähigste Physiker und beste Freund und Partner, den sich Prof.Dr.Fisch nur wünschen konnte.

"Hey, alles klar bei dir?!", grinste sein Freund.

"Könnte besser sein... ich bin so fucking nervös...!"

"Kann ich dir gut nachvollziehen... aber sieh´s doch mal positiv: Du bist heute die wichtigste Person in ganz Down Under!"

"Da könnte ich gut drauf verzichten!", grummelte Prof. Dr. Fisch, "wenn nicht alles so..."

"Jetzt hör auf, alles immer so pessimistisch zu sehen! Immerhin warst DU es, der diese geniale Idee gehabt hat, und niemand sonst! Das wird klappen, und das ganze Ziegenvolk wird dich feiern - als den besten Wissenschaftler, den es je gehabt hatte!"

"Aber ohne dich hätte ich nicht..."

"Dafür sind Freunde doch da! Und jetzt hör auf dir den Kopf zu zerbrechen - damit machst du dich nur selbst unglücklich, und das solltest du gerade heute nicht!"

"Und wenn..."

"Nix und wenn! Du kommst jetzt erstmal mit, lass uns einen Kaffee trinken!"

Zögernd ließ sich Prof. Dr. Fisch von seinem Freund und Kollegen mitschleifen.

---

Eine halbe Stunde später begann sich der Schlossvorplatz mit Ziegen zu füllen.

Alle warteten gespannt auf ihren König und seinen Sohn, die etwas großes, nie dagewesenes angekündigt hatten.

im Thronsaal war alles bereit, und die beiden Wissenschaftler standen neben ihrem König, der sich von zwei Dienern einkleiden ließ.

"Also ist dann alles soweit fertig?", fragte er erwartungsvoll.

"Jawohl, eure Majestät! Alles wird zu eurem Gefallen ausgeführt!", antwortete Prof. Dr. Fisch geschwollen.

Sein Freund setzte schnell hinzu:

"Alle Systeme sind komplett einsatzbereit, sie müssen nur noch eingeschaltet werden..."

"Dann ist´s ja gut!", brummte der König, besah sein Gewand und befand es für angemessen.

"Ich werde nun meinem Volk euer wissenschaftliches Forschungsprojekt kurz erläutern und es anschließend selbst testen, wie versprochen!"

"In Ordnung... dann lasst euch nicht aufhalten, eure Majestät!"

Der Ziegenkönig wandte sich in Richtung des Balkons und schritt dann flankiert von seiner Leibwache auf ihn zu.

Das Ziegenvolk jubelte, als sein Regent auf den Balkon trat und zu sprechen begann:

"Versammelte Ziegen! Am heutigen Tage wird etwas großartiges geschehen - die Ziegen werden zum ersten Mal in eine andere Dimension reisen! Diese Reise wird voller Gefahren sein, aber wir werden sie umgehen und unsere Gegner vernichten - so wie wir es immer zu tun gepflegt haben!"

Applaus brandete auf, und der Ziegenkönig räusperte sich, bevor er fortfuhr:

"Bald werden wir unabhängig sein - von der Oberwelt, von unseren Feldern. Das Land, in das wir reisen werden, ist voller genialer Technik, dort gibt es gigantische Schiffe, die ohne Segel und Muskelkraft fahren, und Waffen, mit denen man den Feind auf viele Meter Entfernung töten kann!"

Wieder jubelte das Volk seinem Regenten zu.

"Und HEUTE wird der größte Tag in der Geschichte der Ziegen sein - der Tag, an dem alles anders wurde, der Tag, an dem die Ziegen mächtiger wurden als alle Magie der Einhörner zusammen!"

Das Volk applaudierte, und auf einen Wink des Ziegenkönigs hin schaltete Prof. Dr. Fisch die gewaltige Maschine ein.

Ein Röhren donnerte durch die Halle, gefolgt von lautem Grollen und Hämmern, mit dem sich die gigantische Maschine anschaltete.

Gespannt und nervös zugleich beobachteten die Umstehenden das Wunderwerk, ehe es zu funken begann und in der Mitte der Konstruktion eine Art blaues Energiefeld aufbaute.

Es hat geklappt!

Prof. Dr. Fisch fiel innerlich eine riesige Last ab, und sein Kollege klopfte ihm begeistert auf die Schulter.

"Na geht doch... da steht es, dein Dimensionsportal!"

Der Ziegenkönig kam auf die beiden zu.

"Das ist es also... die Verbindung zwischen den Dimensionen... gute Arbeit, Professor! Ich wusste, dass ich mich auf sie verlassen kann!"

Fisch lief rot an und sein Partner grinste.

Ihr König hielt sich jedoch nicht lange mit Staunen auf, befahl seiner Leibgarde, ihm zu folgen und ihn zu beschützen und betrat dann als erster das Portal.

---

So kamen die Ziegen als in der Menschenwelt an, schafften sich schnell anzupassen und niemand merkte etwas.

Sie waren faziniert von der Technik der Menschen und begannen, sie zu kopieren und weiterzuentwickeln.

Bald hatten die Ziegen die Menschen in Sachen Technik überholt.

Doch obwohl sie die Menschen ohne Probleme hätten vernichten können, taten sie es nicht - zu verlockend war die Tatsache, immer genug zu fressen zu haben und nebenbei ein friedfertiges Volk zu sein.

Also blieben die Ziegen in Down Under, doch nicht alle.

Einige blieben bei den Menschen.

Im Untergrund.

---

Ungefähr zweihundert Jahre später waren sowohl die Dimensionsportale als auch die neue Technik Alltag in Down Under geworden, und etwas, was sich keine Ziege je erträumt hatte:

Ziegen und Ponys lebten wieder friedlich miteinander.

Aus diesem Grund wachte der jetzige König der Ziegen, Robert, auch an Seiten seiner Freundin auf, der Alihornprinzessin Luna, die noch tief und fest schlief.

Er streckte sich und blinzelte dann verschlafen auf seine Uhr.

9:20 Uhr.

In der Menschwelt galt zwar die Devise Zeit ist Geld!, aber hier in Equestria - nein, wohl eher nicht.

Sicher, es gab Zeitpläne, aber die waren bei Weitem nicht so eng wie bei den Menschen.

Immer noch halb am Schlafen wuchtete er sich auf dem Bett und schlurfte ins Bad, wo er sich zuerst einmal eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht klatschte.

Das half allerdings nicht übermäßig viel, und er beschloss, duschen zu gehen.

Das warme Wasser brachte ihn entgültig aus seinem Halbschlaf und ließ ihn so richtig wach werden.

Fünf Minuten später trat er aus der Dusche und trocknete sich ab.

Bedacht darauf, Luna nicht zu wecken, schlich er auf Hufspitzen hinaus und gelangte in den Thronsaal.

Der Ziegenbock wartete schon auf ihn.

"Robert, ich habe eine Nachricht erhalten, eine dringende Nachricht...!"

"Eine Nachricht aus..."

"Jo."

"Hmmm... das ist gut... und wann soll´s losgehen?"

"Heute um 11:30 Uhr, wenn..."

"Ich weiß Bescheid, was dann kommt, danke!"

"Oh, na denn brauche ich dich ja nicht mehr zu instruieren...!", lachte der Ziegenbock.

"Nee, aber trotzdem danke... du weißt ja: Nopony´s perfect...", grinste Robert zurück.

Dann betraten die beiden Freunde das Dimensionsportal.

---

Seine brandneue Rolex zeigte 11:25 Uhr, als die Durchsage ertönte:

"Nächster Halt dieses Zuges: München Hauptbahnhof. Sie haben Anschluss an..."

Endlich!

Er atmete auf.

Ein unglaublicher Druck fiel von seinen Schultern ab.

Er würde seinen Botendienst mit Bravour vollbringen, er musste nur noch aus dem InterCity aussteigen und vor dem Bahnhof würden ihn dann die Bodyguards von seinem Chef erwarten, DEM Chef, dem Chef aller Chefs.

Der Zug bremste sanft ab und schob sich in die Bahnsteighalle.

Er stand von seinem bequemen 1.Klasse-Sitz auf und begab sich zur Tür.

Überrascht stellte er fest, dass ihn am Bahnsteig Bodyguards erwarteten.

Warum erwarten die mich hier schon?, fragte er sich, aber egal, dann muss ich umso kürzer auf den Koffer aufpassen...

Der Koffer, darin lagen Dokumente, die so brandwichtig waren, dass korrupte Menschen bereit waren, Milliarden dafür zu bezahlen.

Dokumente, die in Wahrheit Pläne für neue Waffen waren - für Superwaffen, angefangen von neuen A-, B- und C-Waffen bis hin zu Sprengstoff, der von seiner Explosionskraft allen bisherigen überlegen war:

TNT-S1.

Dann bremste der Zug ab und blieb stehen.

Die Türen öffneten sich und er stieg aus.

Die Bodyguards gaben sich zu erkennen und bedeutetem ihm, mitzukommen.

Er hatte es geschafft.

Alle werden so stolz auf mich sein!, freute er sich.

In diesem Moment gab es einen gewaltigen Knall.

---

Die Druckwelle warf ihn nach rechts und er knallte hart auf den Bahnstieg.

Der Koffer löste sich aus seinem Griff, schlitterte über die Bahnstiegkante und blieb zwischen den Schienen von Gleis 17 liegen.

Ehe die Bodyguards reagieren konnten, sprang ein Mann vom Bahnstieg, griff sich den Koffer und begann zu rennen.

Ohne ein Wort zu verlieren rasten die Bodyguards ihm hinterher und zogen im Laufen ihre Waffen aus den Mänteln.

Sie legten an.

Reisende schrien panisch auf und warfen sich schützend auf den Boden.

In diesem Moment traf den fordersten Bodyguard etwas und riss ihn zu Boden.

Und er stand nicht wieder auf.

Panik brach aus und die Terror-Alarm-Sirene jaulte durch die Bahnhofshalle.

Menschen rannten zu den Notausgängen und trampelten sich dabei gegenseitig nieder.

Wieder knallte ein Schuss durch die Halle - dieses Mal aus der Waffe eines Bodyguards.

Er verfehlte den Mann nur ganz knapp.

Dann wurde auch der Bodyguard niedergestreckt - und seine Kumpanen blickten sich zum ersten Mal suchend nach ihrem Widersacher um.

Schwer zu verfehlen war er nicht - oben im Hallendach saß er mit seiner Sniper und zielte auf sie.

Blitzartig rissen die Bodyguards ihre Waffen in die Höhe und schossen.

Doch der Sniper lachte nur, sprang zum nächsten Stahlträger, dann rannte er auf einem Laufsteg bis zu einer Dachluke und schwang sich hinaus, jedoch nicht ohne vorher etwas in Richtung der Bodyguards zu werfen.

Die blickten die herunterfallende Saftflasche verwundert an.

Aber ein echter Bodyguard braucht kein Hirn - sondern Muskeln.

Doch manchmal wäre ein Gehirn von Vorteil.

So wie jetzt.

---

Die Handgranate detonierte mit der Wucht einer auf den Bahnstieg fallenden Glocke des Kölner Doms.

Von den noch verbleibenen acht Bodyguards waren drei sofort tot, einer wälzte sich stöhnend am Boden herum und ein weiterer irrte geblendet von der Explosion zu weit nach links und stürzte auf das Gleis 15, mit dem Kopf zuerst.

Die drei Unbeschadeten rannten weiter, denn sie wussten, dass es egal war, ob sie hier starben oder ob ihre Köpfe nachher beim Boss rollten.

Angesichts dieser Tatsache rissen sie wieder ihre Waffen empor und wollten dem Kofferdieb ein paar Kugeln in den Körper jagen, als der plötzlich auf eine wartende Diesellok sprang und der Fahrer Gas gab.

Sie drückten ab und ihre Kugeln trafen den Vorbau und die Heckscheiben der Lok, aber nicht die Insassen.

Doch die waren auch nicht ganz unbewaffnet, und das letzte, was die drei Bodyguards in ihrem Leben sahen war, wie der Lokführer mit einer Bazooka aus dem Führerhaus trat und abdrückte.

Dann wurden sie atomisiert.

---

Die Medien hörten nicht auf über "Das Massaker am Münchener Hauptbahnhof" zu berichten, Schaulustige belagerten noch Stunden später alle Eingänge und erleichterten der Polizei ihre Arbeit nicht gerade.

SEKs und die Bundeswehr waren angerückt und hielten die Meute in Stellung, während die Spezialisten versuchten, etwas aus den Spuren zu rekonstruieren.

Anhaltspunkte gab es nicht viele und von den Tätern fehlte jede Spur.

Die Diesellok, an der es die erste Explosion gegeben hatte, war bis auf ihren Turbolader in Ordnung, von den Bodyguards war nicht mehr viel übrig und vom Koffer bzw. den Tätern fehlte jede Spur.

Zu allem Überfluss hatte jemand die gesamte Überwachung kurz vor dem Desaster ausgeschaltet und dabei noch nebenbei das EDV-System des Bahnhofs heruntergefahren.

Kurzum: Es gab nicht einen Anhaltspunkt, womit man beginnen konnte.

---

Alle Flughäfen waren gesperrt und wurden überwacht, die Seehäfen genauso.

Polizei patroillierte in den Großstädten und hielt nach verdächtigen Personen/ Koffern Ausschau.

---

Irgendwo mitten in der Pampa im bayrischen Wald, in einem Dorf am Ende der Welt sah es dagegen schon ganz anders aus.

Der Dorfpolizist machte das, was er am besten konnte:

Schlafen.

Am Bahnhof war auch nicht grade viel los, und der Stationsvorsteher, der soeben seine Mittagspause beendet hatte, blickte auf seine Armbanduhr.

14:13 Uhr.

Er wusste, dass bald ein Zug kommen, einen kurzen Stopp einlegen und dann weiterfahren würde, so wie jeden Tag um diese Zeit auch.

Doch heute nicht.

Er griff sich seine Abfahrtskelle, nahm einen letzten Schluck aus seiner Teetasse und schlenderte dann gemütlich auf den Bahnsteig hinaus.

Niemand wartete auf den Zug, doch das störte ihn heute ganz und gar nicht.

Es war wahrscheinlich auch besser, zumindest einfacher so.

Das Einfahrtssignal zeigte grün, und da kam sie auch schon - die RB 19511.

Die Lok pfiff und er grüßte zurück.

Dann bremste sie ab und blieb mit ihrem Führerhaus genau neben ihm stehen.

"Moin!", begrüßte der Stationsvorsteher den Lokführer, "na, hat alles geklappt?"

"So ziemlich...", antwortete dieser knapp, "hätte besser laufen können... wir mussten zweimal was in die Luft jagen..."

"Oh... das... na ja, egal, immerhin haben wir den Koffer, oder?"

"Sicher! Ich werde ihn dann mal die letzten Meter in Sicherheit bringen..."

Mit diesen Worten öffnete er die Kabinentür und steig aus.

Zusammen betraten die beiden das Bahnhofsgebäude.

Drinnen standen schon zwie dampfenden Tassen Tee bereit und der Lokführer griff zu.

Er trank zwei große Schucke und keuchte dann zufreiden:

"Ahhh, tut das gut... dein Tee ist echt der beste, den´s ins ganz Do... ähm, hier gibt!"

"Freut mich... aber mal ne Frage: Wann erwarten sie uns eigentlich?"

"In ner knappen halben Stunde kommt wer vorbei und nimmt uns mit!"

"Na denn haben wir ja noch´n bisschen Zeit... willst du noch ne Tasse, dann setzte ich nochmal Wasser auf..."

"Gerne!"

---

In Down Under war Luna inzwischen erwacht und wunderte sich, wo ihr Freund war.

Die Tatsache, dass er ihr nicht mal eine Nachricht hinterlassen hatte, ließ sie nur umso stärker annehmen, dass etwas nicht in Ordnung war.

Als sie den Thronsaal zum dritten Mal betrat, traf sie auf Atlanas.

"Hey, guten Morgen Prinzessin!", grüßte er, "was verschafft mir die Ehre?"

"Ich suche Robert... hast du ihn vielleicht gesehen?", fragte sie erwartungsvoll.

Doch Atlanas schüttelte nur den Kopf.

"Leider nicht... aber was ist denn mit ihm?"

"Er ist weg... und hat mir nicht Bescheid gesagt..."

"Das ist allerdings komisch...", bestätigte der Pegasus, "dann werde ich euch helfen! Aber wo sollen wir weitersuchen?"

"Am besten in Ponyville... hier ist er ja nicht, dann denke ich... NEIN, halt, zuerst nach Canterlot!"

"Euer Wunsch ist mir Befehl!", lachte Atlanas.

Zusammen verließen die beiden das Ziegenschloss durch den unterirdischen Geheimgang in Richtung Canterlot.

---

Der Kontaktmann war pünktlich und ging mit dem Stationsvorsteher und dem Lokführer an den Gleisen vorbei in den Wald hinein, der das Dorf umwucherte.

Es war das gleiche Prozedere wie immer, irgendwo mitten im Nichts war er dann, der Treffpunkt, und wie immer warteten dort auch schon die Übernehmer, die sich bedankten und dann wieder im dichten Gehölz verschwanden.

Zufrieden kehrten die beiden ins Dorf zurück und tranken noch einen Tee zusammen, bevor der Lokführer wieder zum Dienst musste und seinen Zug zurück in den Heimatbahnhof brachte.

Der Stationsvorsteher winkte ihm nach, schloss sein Bahnhofsgebäude ab, trank den Tee aus und aß Abendbrot.

Bevor er ins Bett kroch, blickte er noch einmal aus seinem Schlafzimmerfenster.

Im Wald war alles dunkel.

Umso besser, dachte er totmüde, dann muss ich morgen nicht nochmal raus...

Dann war er eingeschlafen.

---

Die Straßenbeleuchtung flackerte, als zwei dunkle Gestalten aus dem Wald traten und auf die Straße "Am Hang" einbogen.

Sie waren ungefähr gleich groß und einer von ihnen trug eine Bazooka auf dem Rücken.

"Mensch, versteck deine Wumme! Sonst ruft noch jemand die Bullen!", zischte der eine.

"Oh, tschuldige... habe ich vergessen...", kam es von links

Dann traten die beiden ins Licht der Straßenlaterne.

"Haben wir damit eigentlich alles, was wir brauchen?", fragte der linke.

"Yo, soweit schon, die Pläne sind Goldberge wert... deswegen müssen sie so schnell wie möglich hier weg!"

"Aber hier sucht doch niemand...!"

"NOCH nicht, aber bald, und das mit Sicherheit... ist natürlich echt Pech, dass das Portal grad nicht funktioniert... aber egal, wir gehen zum Bahnhof und sehen weiter, alles klar?"

"Ja..."

"Gut, dann kamm...!"

Schweigend gingen die beiden weiter.

---

Es war Punkt zwölf, als jemand an das Schlafzimmerfenster des Stationsvorstehers klopfte.

IM DRITTEN STOCK!

Verschlafen richtete er sich auf und blickte überrascht in Richtung des nächtlichen Besuchers.

Als er ihn, oder besser sie erkannte, sprang er wie der Blitz aus dem Bett und riss das Fenster auf.

"Mensch, Robert, Ziegenbock, was macht ihr denn hier?! - Ich denke, ihr seid schon wieder in Down Under...!"

"Unser Portal hat Probleme... das geht nicht, deswegen müssen wir deins benutzen!"

"Ok, kein Problem... ich mach´s fertig... wollt ihr solange nen Tee?"

"Gerne, wenn dir das keine Umstände macht..."

"Nö, macht´s nicht... das pflegt man hier so zu tun, wenn man Gäste hat... immer erst nen Tee anbieten."

Der Ziegenbock grinste.

"Das müsste es bei uns auch geben...!"

"Tja, bei uns ist es doch auch echt nett... oder?", fragte Robert zwinkernd.

"Ja, schon wahr... aber ich mag die Sitten hier..."

"Wenn du willst, kannst du ja auch gerne mal hier her...", lachte der Stationsvorsteher.

"Nee lass mal... ich werde als General gebraucht!"

Schmunzelnd ging der Stationsvorsteher als erster die Treppe hinunter und schloss die Tür zu seinem Dienstraum auf.

Er warf den Wasserkocher an und wandte sich zu seinen Gästen um:

"Ich mache das Portal fertich, Wasser kocht, Beutel sind in dem Schrank da... könnt euch gerne was aussuchen... also bis gleich!"

Robert ließ sich auf einen Stuhl sinken und blickte hinaus auf den dunklen Bahnsteig.

Der Ziegenbock schaltete das kochende Wasser aus und füllte es in eine Kanne.

"Was willst du für Tee - Apfel, Zitrone, Kräuter?"

"Mir relativ wurscht... kannst dir was aussuchen!"

"Danke, ich nehme... Kräuter-Apfel!"

Der Teebeutel fiel ins Wasser und färbte es leicht grünlich.

Robert ließ es eine Minute ziehen und schenkte ihm und seinem Freund eine Tasse ein.

Der Duft strömte durch das ganze Zimmer und der Ziegenbock schloss genüsslich die Augen, als er an seiner Tasse nippte.

"Boar ey, das tut so gut...", hauchte er.

"Echt...", stimmte Robert ihm zu, "ich glaube, das müssen wir öfter machen..."

"Zumindest Luna und du...", grinste der Ziegenbock und Robert sah ihn belustigt an.

"Im Ernst, das ist ne echt gute Idee..."

In diesem Moment kam der Stationsvorsteher zurück und meinte:

"Das Portal ist an und dürfte reisefertig sein... ihr könnt aber gerne noch austrinken!"

"Das Angebot nehme ich an!", bestimmte Robert, "und du, Ziegenbock?!"

"Na sicher...!"

---

Zwei weitere Tassen und einige Kekse später standen Robert, der Ziegenbock und der Stationsvorsteher vor dem Portal, dass vor Energie schon kleine blaue Blitze in alle Richtungen schoss.

"Na denn gute Heimreise!", wünschte der Stationsvorsteher, "grüßt die anderen in Down Under von mir...!"

"Machen wir!", versprach der Ziegenbock, "dann los!"

Er rannte auf das Portal zu und sprang hindurch.

Als Robert gerade Anlauf nehmen wollte, knallte es plötzlich laut in einiger Entfernung und das Portal wurde schwarz.

"Was ist los?!", fragte Robert überrascht.

Der Stationsvorsteher knipste seine Taschenlampe an.

"Sieht mal ganz stark nach einem Stromausfall aus... das kommt hier öfter vor..."

Na toll!, dachte Robert, vor allem weil ich die Dokumente noch habe...

---

Der Ziegenbock war derweil in Canterlot angekommen und wunderte sich, wieso.

Wollten sie nicht eigentlich nach Down Under?

Doch zum Herumrätseln blieb ihm keine Zeit mehr, denn in diesem Moment brach die Portal-Verbindung ab und es wurde durchsichtig.

Was zum Henker läuft hier falsch?, fragte er sich entsetzt, warum ist das Portal ausgefallen?!?

Das ungute Gefühl beschlich ihn - ein Gefühl, dass hier etwas oberfaul war.

Plötzlich bekam er einen Schag in den Rücken und wurde nach vorne geschleudert.

Er rappelte sich sofort wieder auf und schoss auf seinen dunklen Feind zu.

Ehe der hatte reagieren können, packte der Ziegenbock ihn am rechten Vorderhuf und zog ihn über seine Schulter.

Mit einem lauten "Krach!" polterte der Angreifer auf den Marmorboden des Thronsaals.

Ein ganz schön großer und schwerer Gegener, fand der Ziegenbock, der jedoch keine große Herausforderung für ihn gewesen war.

In diesem Moment ging das Licht an und das Haupttor auf.

Luna und Atlanas blickten ungläubig auf die Szene vor ihren Augen.

Erst jetzt erkannte der Ziegenbock, gegen WEN er da eigentlich gekämpft hatte:

PRINZESSIN CELESTIA!!!

"Oh...", war das einzige, was er herausbringen konnte, während Luna und Atlanas auf ihn zugerannt kamen.

"Was ist denn hier passiert?!", schrie Luna entsetzt.

"Ähmmm... also: Eigentlich sollte ich jetzt in Down Under sein und nicht hier..."

"Was?!", fragte Atlanas verwirrt.

"Also gut, ich fange mal von vorne an...", begann der Ziegenbock, während sich Luna über Celestia beugte, "Robert und ich wollten durch ein Portal reisen, zu uns in den Ziegenpalast. Aber ich bin HIER gelandet, es war dunkel und dann ist auch noch das Portal ausgefallen... und plötzlich greift mich jemand an... was sollte ich denn machen?!"

Celestia stöhnte, stand jedoch vorsichtig wieder auf.

"Es tut mir Leid, Prinzessin! Ich wollte nicht..."

"Keine Sorge, es ist halb so schlimm, wie es aussieht..."

Luna sah ihre Schwester ernst an.

"Wirklich? Willst du dich nicht lieber ins Bett legen?"

"Nein danke, ich glaube, das wäre zuviel des guten!", lachte Celestia, "aber wenn du hier bist, wo ist dann Robert?!"

"Immer noch auf der anderen Seite, schätze ich... und da muss ich hin! Sofort!"

"Wieso?", fragte Atlanas überrascht, denn der Ziegenbock klang bitterernst.

"Nix Wichtiges, ich will nur, dass Robert sicher ist..."

Das war eine glatte Lüge, und Atlanas merkte das, erwiderte jedoch nichts.

"Dann will ich dich nicht aufhalten...", lächelte Celestia, "aber du gehst nicht alleine!"

"Wieso?!", entgegente der Ziegenbock wutschnaubend.

Das passte ihm jetzt gar nicht in den Kram!

"Weil ich das befehle!"

Der scharfe Ton, den Celestia anschlug, gefiel dem Ziegenbock noch weniger.

Doch Celestia war eine Befehlshaberin, die über ihm stand, und so musste er nachgeben.

"Na gut...", schnabte er, "wenn´s sein muss... aber ich nehme nur Atlanas mit!"

"Luna aber auch noch!", ordnete Celestia an, "zu dritt ist es besser!"

"Ähm Schwesterchen, das geht leider nicht, so gern ich würde...!"

"Warum?", fragte Atlanas überrascht.

"Tja weil... weil...", druckste Luna herum.

"Rück schon raus, was isses?", hakte der Ziegenbock nach.

"Also gut, ich bin schwanger!"

Keiner sagte mehr ein Wort.

Alle glozten Luna fassungslos an.

DAMIT hatte nun wirklich keiner gerechnet...

---

"WAS?!", schrie Celestia, "UND DAMIT RÜCKST DU ERST JETZT RAUS?!?!"

"Tschuldigung... ich wusste nicht..."

"MENSCH DAS SIND DOCH MAL NACHRICHTEN!", rief der Ziegenbock überglücklich, "besser geht´s doch nicht!!!"

Atlanas konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Robert, du hast also wirklich... oh man ey...

"ICH BIN JA SO GLÜCKLICH!!!", jauchzte Celestia, "ICH WERDE TANTE!!!"

Die einzige, die nicht so recht wusste, was sie sagen sollte war Luna, die ihre Schwester und die anderen immer noch unsicher ansah.

"Meine Güte, also echt..."

Der Ziegenbock grinste über beide Backen.

"DAS nenne ich aber mal ne gelungene Überraschung... und seit wann weißt du´s?"

"Seit gestern Abend... Robert ist fast ausgeflippt, so gefreut hat er sich... ROBERT HABEN WIR GANZ VERBESSEN!!!"

"Ja... wir müssen los! Freuen können wir uns ja immer noch...!", rief Celestia.

"Wieso WIR?!", fragte der Ziegenbock entsetzt, obwohl er längst wusste, was Sache war.

"ICH komme mit und vertrete Luna!", verkündete Celestia.

Luna starrte sie an.

"Dein Ernst?! - Oh danke Schwesterchen, ich würd´ ja gern..."

"Ich weiß, aber du legst dich jetzt besser hin! Oder du isst noch was, und ich verspreche dir, siegreich zurückzukehren!"

Ein Lächeln huschte über Lunas Gesicht.

"Danke!", hauchte sie ihrer Schwester zum Abschied ins Ohr.

Dann drehte Celestia sich um und flog hinter dem Ziegenbock und Atlanas her aus Canterlot hinaus.

---

"So ein Mist dass das jetzt passieren musste!", fluchte Robert, während der Stationsvorsteher aus dem Fenster sah.

"Hmmm... da kann ich jetzt leider nix machen, ich glaub, bis die das gerichtet haben, ist es Morgen!"

"So lange kann ich unmöglich warten, du weißt, ich habe...!"

"Ja, ich weiß, und daher sollten wir jetzt hier alle Lichter ausmachen und am besten ins Gasthaus gehen, da sind immer die Stammtischer, da können wir uns zusetzen, bis wir wieder Strom haben!"

"Hmmm... na gut, aber still und leise! Wenn mich jemand erkennt, bin ich dran, du weißt, wegen Leipzich...!"

"Ja, ich werd´s nie vergessen!", lachte der Stationsvorsteher und nahm seine Jacke von der Garderobe, "und jetzt komm!"

Zusammer verließen die beiden das Bahnhofsgebäude und schlenderten die Dorfstraße hinab, bis sie das Gasthaus am Marktplatz erreichten.

Drinnen roch es nach Bier und bayrischem Essen, und es war urgemütlich und warm.

Der Wirt begrüßte den Stationsvorsteher mit einem "Abend Eduard! Na wie geht´s alte Hütte?!" und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter.

Dann wandte er sich Robert zu.

"Abend Fremder! Bist du Lokführer?!"

"Sicher, und ich hätte Durst!"

"Dagegen habe ich´n Mittel!", lachte der Wirt und füllte zwei Humpen mit Bier.

Er brachte sie an den Stammtisch, wo sich die beiden niedergelassen hatten.

"Helmut", fragte Eduard, "wo is´n der Stammtisch?"

"Keine Ahnung, ich glaub, die sind alle krank... sonst wären sie da!"

"Schade, ich wollte eigentlich Skat spielen..."

"Aber das geht doch!", meinte Helmut, "ich bin der dritte Mann, und ich habe Bock! Also los, Bier geht auf den, der verliert!"

"Einverstanden!"

Eduard mischte die Karten und teilte aus.

Robert trank einen Schluck Bier und nahm sich eine Bretzel vom Tresen.

Dann wurde gezogen, und die erste Runde begann.

---

Der LKW und die drei PKW schoben sich leise durch das schlafende dunkle Dorf.

Am Bahnhof war niemand gewesen, und es gab nur noch eine Möglichkeit, wo die Dokumente sein konnten:

Im Dorfkrug.

Vor dem alten Gemäuer bremsten sie ab und schwerbewaffnete SEK-Männer sprangen heraus und postierten sich um die Gaststätte.

Eine Einheit wartete vor der Tür auf den Angriffsbefehl.

---

Im Dorfkrug wurde die Stimmung immer ausgelassener.

Es stand mittlerweile 13:13:13, und das nächste Spiel würde entscheiden.

Verbissen versuchte nun jeder, den anderen auszureizen.

"18!"

"Jo."

"20!"

"Jo."

"22!"

"Jo."

---

Die SEKs vor der Tür machten sich bereit.

---

"30!"

"Jo."

"33!"

"Jo."

Helmut begann zu schwitzen.

Robert bemerkte das, verkniff sich aber ein Grinsen.

"34!"

Helmut starrte seine Karten an.

Sie waren ausgereizt, mehr ging nicht.

Er wollte gerade "Weg!" grummeln, als die Tür zerbarst und schwerbewaffnete SEKs "HÄNDE HOCH KEINE BEWEGUNG!!!" brüllend hereingestürmt kamen.

Robert reagierte sofort und warf sich hinter den Tresen.

Mehrere MGs schossen auf die Holzverkleidung und durchlöcherten die Bierfässer, aber zweimal durchschlug keine Kugel eins von ihnen, und Robert zog seinerseits etwas aus seiner Tasche.

Ehe die SEKs den Tresen erreicht hatte, warf er ihnen erst eine Granate und dann noch einen Moltov vor die Füße.

Es knallte mörderisch und die Einrichtung im Umkreis fing sofort Feuer.

Die SEKs waren tot beziehungsweise rollten sich brennend auf dem Boden herum.

Eduard packte Helmut an seinem Kittel, zog ihn zur Hintertür und von da aus durch den Hinterhof hinaus.

Eine zweite Einheit SEKs ergoss sich in den Schankraum und Robert erwartete sie schon, doch dieses Mal mit einer MG.

Das Feuer war mörderisch, und Robert zerfetzte Tische, Balken und die Wände, während er auf seine Feinde schoss.

Dann lud er durch und flitze dann ebenfalls durch den Hinterausgang aus dem Inferno.

---

Eduard hielt Helmut mal aller Kraft fest, damit der nicht zu seinem brennenden Gasthaus und damit ins Kreuzfeuer lief.

Wo steckte Robert nur so lange?!, schoss es ihm durch den Kopf, er wird doch wohl nicht...

Doch da tauchte er auch schon auf, mitten in der brennenden Ruine kam er angerannt, drehte sich kurz vor Helmut noch einmal um und schoss mit einer Bazooka auf die ihm folgenden SEKs.

"LAUF!!!", brüllte er Eduard zu, "BRING DEN ZIVILIST AUßER GEFAHR!!!"

Er hatte verstanden, packte den Wirt am Kragen und zog ihn die dunkle Straße hinunter.

Dann hatte Robert sie erreicht und griff Helmut unter die Achseln.

"Los, schneller!", kommandierte er und Eduard begann zu rennen.

Als sie um eine Straßenecke hechteten, passierte alles gleichzeitig:

Erstens, ein Portal vor ihnen öffnete sich.

Zweitens, der Ziegenbock und Atlanas kamen herausgestolpert.

Drittens, Eduard und Helmut rasten hinein und verschwanden.

Viertens, durch diesen Vorgang überlastete das Portal und deformierte sich.

Ehe also jemand richtig kapiert hatte, was los war, lagen Atlanas und der Ziegenbock irgendwo in einem Dorf in Bayern auf der Straße, vor ihrem Freund und König, und ihre Verbindung zurück gab es nicht mehr.

Spätestens als sich Robert dessen bewusst wurde, wurde ihn klar, dass sie nun ein ECHTES Problem hatten...

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Da schoss auch schon das SEK die Straße hinunter.

"LAUFT!!!", brüllte Robert und seine beiden Freunde verstanden sofort.

Gemeinsam hasteten sie die Straße hinuter, eine Male nach hinten feuernd.

Doch der Feind kam immer näher.

Robert bog plötzlich scharf nach links ab, kürzte durch zwei Vorgärten ab und rannte eine Seitenstraße entlang.

Atlanas holte keuchend auf.

"Was ist hier eigentlich los?!"

"Erkläre ich dir später... jetzt müssen wir uns echt beeilen!!!"

"Ich weiß... ABER WIESO?!"

"Ist ne lange und komplizierte Geschichte, das dauert! Und jetzt rede weniger und renne schneller!!!"

Einer seiner Ausbildersprüche, wie Atlanas treffend fand, und jetzt echt passend.

"Robert, ich..."

Doch sein Freund hörte nicht hin, denn er hatte in dem Moment etwas anderes entdeckt, etwas sehr Hilfreiches:

Einen Tankanhänger.

Robert gab dem Ziegenbock und dieser verstand sofort, flitzte zu dem Anhänger, riss den Bremsklotz weg und Robert sprang als erster auf das Gefährt und warf einen hastigen Blick die dunkle Straße hinuter.

"Alles frei, los rauf hier!", brüllte er, "schnell, wir müssen Zeit gewinnen!!!"

Weiß ich doch!, murrte Atlanas innerlich, aber gut...

Dann sprang auch er auf.

Der Anhänger kam auf der schiefen Ebene schnell ins Rollen und begann sie hinunter zu rasen.

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Immer schneller donnerten die drei Freunde ins Tal hinab, während das SEK ihnen mir Höchstgeschwindigkeit und Blaulicht hinterherjagten.

Aber wer schon mal auf so einem Anhänger mitgefahren ist, dürfte wissen, dass so ein Teil nicht für übermäßige Geschwindigkeiten ausgelegt ist...

Spätestens bei 80km/h begann es gefährlich zu wackeln, und Robert packte Atlanas an der Schulter.

"Jetzt ist´s Zeit für´s Aussteigen, und da das Ding keine Bremse hat...!"

Ehe Atlanas hätte etwas erwidern können, warf Robert plötzlich ein Seil mit einer Art Haken am Ende an eine Straßenlaterne und hielt es mit aller Kraft fest.

Es riss Atlanas vom Dach des Wagens und er segelte mit Robert mitten in die Schaufensterscheibe eines Schuhladens.

Er spürte nur noch, wie sich Glassplitter durch seine Haut bohrten, bevor er in Ohnmacht fiel.

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Atlanas spürte nicht mehr, wie Robert ihn vom Boden aufhob.

Er spürte auch nicht, wie Robert mit ihm auf der Schulter knappe dreißig Kilometer rannte und erst irgendwo mitten im Nichts seinen besten Freund ablegte, um dann selbst todmüde einzuschlafen.

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Stöhenend wachte Atlanas auf und rieb sich die schmerzende Hüfte, mit der er gestern unfreiwilligen Konakt mit einem Eisengeländer im Schuhladen gehabt hatte.

Konakt mit ca. 50km/h.

Mühsam wuchtete er sich hoch und sah sie erstaunt um.

Er dachte, noch immer da zu liegen, wo er das Bewusstsein verloren hatte - in dem Schuhladen, durch dessen Fenster er und Robert gekracht waren.

Stattdessen lag er auf einer Holzbank in einer kleinen Kirche und Robert...

Robert!, schoss es ihm durch den Kopf, wo...?

Dann vernahm er ein leises Schnarchen und blickte sich verwundert um.

Wo kam das her?

Als er Robert endlich fand, war ihm klar, dass sowas einfach nur er konnte:

Schlafen in der Kanzel und war nicht wachzurütteln.

Da Atlanas auch Durst und Hunger hatte, trank er das Weihwasser leer und aß das Opferobst vom Altar.

Endlich war er satt und halbwegs zufrieden, ehe er begann, die Umgebung zu erkunden.

Dann wurde ihm Roberts Schnarchen zu blöd und er weckte ihn.

Verschlafen richtete sich sein Freund auf.

"W... was iss´n los...?!", murrte er.

"Es ist Zeit zum Aufstehn!", grinste Atlanas, "und penn ja nicht wieder ein!"

"Schon gut...", grummelte Robert und richtete sich auf, "ahh... das war gut...!"

"Was war gut?!"

"Hier zu Schlafen - mann war ich gestern fertich..."

"Ich erst...!"

"Glaube ich dir nicht!"

"Doch!"

"Aber nicht so wie ich... denn ich habe dich noch nen ganzes Ende quer durch die Botanik geschleppt!"

"WAS?! DEIN ERNST?!?!"

"Sicher..."

Atlanas verstand jetzt auch, waurm sie HIER waren...

"Oh...", war das einzige, was er herausbringen konnte.

"Tja... und du hast gepennt..."

"Und du hast mir was verheimlicht!"

"Was denn?!"

"WARUM du hier bist und wieso uns das SEK verfolgt hat!!!"

Robert merkte, dass es keinen Sinn mehr hatte, Atlanas etwas vorzumachen, und atmete einmal tief durch.

"Also gut, ich fang mal ganz am Anfang an... weißt du, diese Dokumente hier...", er griff sich in die Jacke und zog einige angeknitterte Blätter hinaus, "sind so verdammt wichtig, dass sie einen riesigen Berg Geld wert sind, einen Berg, der höher als Canterlot wäre!"

"Was?! Diese dummen Stücken Papier...?!"

"Ja, die sind mehrere BILLIONEN wert... BILLIONEN Atlanas! Das ist einfach eine ungeheure Summe!"

"Und was steht denn so wertvolles drauf?!"

"Pläne für Waffen, neue Munition, Giftstoffe... das volle Programm!"

"WTF?!"

"Ja, das habe ich mir auch gedacht... und deswegen musste ich sie haben, um sie sicher in Down Under einzubunkern!"

"Deswegen sind hier alle so...!"

"Richtig!"

Atlanas wurde in diesem Moment so einiges klar, vor allem, warum sich Robert hier in Lebensgefahr begab - es ging um den WELTFRIEDEN!

Denn wer diese Waffen hat, würde sie auch einsetzen, und zwar definitiv nicht zum Guten...

"Du meinst also....!"

"Ja sicher, um Krieg zu führen! Und das sollten wir verhindern!"

"Ja, schon wahr... doch was jetzt? - Ich mein, wir haben kein Portal, und der Rest unserer Truppe ist verschwunden...!"

"Ja, das ist wirklich schlecht... und ich habe auch keine Möglichkeit jemanden zu erreichen..."

"Und was sollen wir jetzt machen?!"

"Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist jemanden zu finden, der uns helfen kann... und ich weiß auch schon wo!"

"Ernsthaft?!"

"Ja, mein voller Ernst... und jetzt komm mit, wir sollten uns beeilen!"

Zusammen verließen die beiden Freunde die Kapelle.

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Wer den Bayrischen Wald kennt, weiß, wie groß, dunkel und undurchdringlich er ist.

Daher kamen Robert und der verletzte Atlanas nicht so schnell voran und erreichten Altenthann erst spät in der Nacht.

Die Hauptstraße wirkte ausgestorben und Robert gab Atlanas, der noch im Schutz des Waldes wartete, ein Zeichen und der Pegasus schob sich vorsichtig zu seinem Freund auf das Pflaster.

"Du brauchst keine Angst zu haben... hier ist echt keine Menschseele...", versuchte Robert Atlanas zu beruhigen, doch der sah seinen Freund nur entgeistert an.

"Wieso bist du eigentlich so naiv?! - Glaubst du nicht, dass sie in jedem Dorf...!"

"Das weiß ich sogar mit Sicherheit!", lachte Robert und schlenderte die Straße hinunter.

Erst jetzt erkannte Atlanas die bewusstlosen SEKs, die halb versteckt hinter einem Busch lagen.

Dann drehte er sich um und rannte seinen Freund hinterher, während er sich fragte, warum sowas ausgerechnet immer ihm passierte.

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Auch der Dorfplatz war verlassen und die Beleuchtung gedimmt.

Atlanas ließ sich auf eine Parkbank fallen und war kurz davor, einzuschlafen, als Robert sich zu ihm setzte und schwieg.

"Hey, warum bist du so still?", fragte Atlanas nach, "das bist du doch sonst nicht..."

"Hmmm... liegt vielleicht daran, dass ich die wichtigsten Dokumente der Erde einstecken habe und wir von Gangstern und den Bullen gejagt werden... und dass ich jetzt eigentlich lieber bei Luna wäre und nicht hier, irgendwo mitten im Nichts.... und dass wir es nicht geschafft haben, dem SEK die Stirn zu bieten..."

"Aber das ist doch alles nicht schlimm... und auch ich wäre jetzt echt bei Fluttershy, aber die Papiere sind zurzeit einfach am wichtigsten... das hast du selbst gesagt!"

"Stimmt... und du bist noch verletzt... na ja, morgen haben wir´s geschafft, bis Regensburg ist´s nicht mehr weit, und da erwartet uns schon jemand, der ein Portal hat..."

"Aber erst morgen, ich kann nicht mehr... bitte...!", flehte Atlanas.

"Keine Sache... du kannst pennen, aber wenn jemand kommt, dann müssen wir sofort hier weg, also ab durch dieses Tor und dann in den Wald, ok?!"

"Ok, solange ich pennen kann..."

Da war er auch schon eingeschlafen.

Robert lehnte sich auf der Bank zurück und blickte in den Sternenhimmel.

Über ihm wachte der Mond.

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Der nächste Morgen kam schneller, als es Atlanas lieb war, und zu schnell, dass er hatte aufstehen können.

Deswegen nahm Robert ihn auf die Schulter und trug ihn bis zu einem kleinen Bach, in dem er dann auch aufwachte.

Entsetzt schrie er auf wälzte sich in der schlammig werdenden Brühe herum, bis er es endlich schaffte, mithilfe eines Astes hinauszuklettern.

Zitternend und tropfnass schüttelte er sich und meinte ironisch: "Danke für´s Wecken...!"

"Gerne!", lachte Robert, "und sorry, es ging einfach nicht anders... du warst nicht wachzukriegen...!"

"Du hast es nur nicht genug versucht!", beschwerte Atlanas sich.

"Ich hab´s wohl... ach egal, JETZT bist du ja wach...!"

"Danke vielmals! - Auch nicht so wichtig, WO sind wir?!"

"Ich bin bei Morgengrauen mit dir un den Wald... dürften in der Nähe der Walhalla sein..."

"Walhalla?!", fragte der Pegasus überrascht.

"Ja, Walhalla... komm mit, ich zeig sie dir...!"

Fröhlich pfeifend marschierte Robert voraus und Atlanas stolperte kopfschütteld durch das Dickicht hinter ihm her.

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Dann traten sie aus dem Unterholz und da war sie - die Walhalla.

Mächtig und gigantisch wirkte sie auf die beiden kleinen Menschen und gab ihnen das Gefühl, doch nur ein kleines Teilchen von tausend anderen zu sein.

Aber zwei sehr wichtige, fand Robert.

Langsam näherten sich die beiden Freunde dem steinernen Tempel, der in der Morgensonne weiß glitzerte.

"Wahnsinn...!", war alles, das Atlanas fähig zu stammeln war, so hatte ihn die Walhalla in ihren Bann gezogen.

"Nicht wahr?", grinste Robert, "aber du warst noch nicht drinnen...!"

Sie stiegen die Stufen empor und Robert öffnete das gewaltige Holztor.

Sonnenlicht strömte ins Innere und eine sanfte Brise wehte durch Atlanas Haare.

Es war so wunderschön zauberhauft, fand er, DAS hier, das war echte Magie, einfach alles hier.

Staunend wanderten die beiden Freunde durch den Marmorsaal und erblickten die Büsten von alten deutschen Berühmtheiten - Deutschen wie Otto von Bismarck, Heinrich Heine und Albrecht Dürer.

"Menschenskind, hier will ich auch stehen!", hauchte Atlanas begeistert.

"Das geht aber nur, wenn du schon tot bist...!", flüsterte Robert grinsend, "und ich brauch dich noch, und deine Soldaten und Fluttershy auch!"

"Aber so´ne Büste...!"

"Du bekommst eine... aber erst wenn du tot bist!"

"Dann habe ich ja echt was von...!"

"Eben drum, lass dich doch jetzt feiern, genieß jetzt deinen Erfolg und Ruhm... solange du kannst!"

"Hast ja recht...", lachte Atlanas, "und jetzt lass uns weitergehen... nach Rehens..."

"ReGensburg!", korrigierte Robert lächelnd, "und dann ab nach Hause zu unseren Ladys...!"

Atlanas konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen und folgte seinem Freund zurück in die Sonne.

Als sie gerade aus der Walhalla traten, standen ihnen zwei Jeeps gegenüber.

Mit SEKs am Steuer.

Überrascht starrten sie Robert und Atlanas an.

Doch bevor einer hatte reagieren und seine Waffe ziehen können, rannte Robert mit voller Wucht gegen den vorderen Jeep.

Auch wenn er keine Ziege war hatte er doch ein gewaltige Kraft, und so schubste er das Auto über den Abhang und es begann zu rutschen.

Die SEKs im zweiten Jeep rissen ihre Waffen heraus und legten an, doch Robert warf eine Granate gezielt unter den rechten Vorderreifen und hechtete dann hinter einen Baum.

Die Explosion war mörderisch und schleuderte das Auto mit seinen Insassen nach hinten.

Brennende Trümmerteile regneten um den Explosionskrater hinab.

Vorsichtig schielte Robert hinter dem Baum hervor.

Nichts rührte sich mehr, und er trat aus der Deckung.

Dann bemerkte er Atlanas, der auf den Treppenstufen lag.

Und sich nicht bewegte.

Entsetzt raste Robert zu seinem Freund und kniete sich vor ihn.

"Atlanas?! Was ist mir dir...?!"

Erst da fiel ihm die blutende Wunde unterhalb des Brustbeines auf und er riss seinem Freund entsetzt ein Loch in dessen T-Shirt.

"Oh mein Gott!", keuchte er, als er sah, was die Kugel angerichtet hatte.

Panik stieg in ihm hoch.

Robert hatte kein Dimensionsportal und konnte sich so auch nicht verwandeln... und als Mensch hatte er keine Magie!

Verzweifelt starrte er auf das blutige Etwas, dass in seinem Freund steckte, und dann auf seinen stöhnenden Freund selbst.

Er wusste nicht, was er tun konnte, um seinen besten Freund zu retten.

Jetzt und hier.

Dann realisierte er, dass es nur eine Möglichkeit gab, seinen Freund zu retten:

ER musste die Blutung stoppen!

Also sprang er auf, rannte wieder in den Tempel und riss den Erste-Hilfe-Kasten von der Wand, hastete wieder nach draußen und klappte - besser: brach ihn - auf, um sich das Handbuch zu schnappen.

Im Inhaltsverzeichnis stand jedoch nichts über "Schussverletzungen", also feuerte Robert das Buch wütend gegen die Reste des explodierten Jeeps und griff vorsichtig in die blutende Wunde.

Atlanas stöhnte auf und Robert sprach im Mut zu:

"Wenn ich die Kugel jetzt nicht rausziehe, dann bist du weg... UND ICH BRAUCH DICH NOCH, VERDAMMT NOCH MAL!!! ALSO BLEIB WACH!!!"

Erneutes Stöhnen, und Robert wurde bei dem vielen Blut seines Freundes schlecht, doch er unterdrückte den brechreiz mit aller Kraft und tastete sich immer weiter vor.

Dann spürte er etwas hartes - die Kugel!, durchzuckte es ihn, endlich!

Vorsichtig zog er sie heraus und stoppte dann die Blutung mit Mullbinden und anderen Bandagen, die er fand.

"Atlanas?", fragte Robert blass, "bitte...!"

Sein Freund entgegenete nichts, aber Robert fühlte seinen gleichmäßigen Puls und atmete erleichtert auf.

Atlanas war außer Lebensgefahr.

Er war so unglaublich glücklich, dass Atlanas es geschafft hatte.

In diesem Moment rasten drei SEK-Transporter auf den Parkplatz.

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Robert wusste, dass er mit dem verletzten Atlanas nur die Möglichkeit zur Flucht hatte.

Er nahm seine MG vom Rücken, lud mit seinem anderen Arm Atlanas auf seine rechte Schulter und machte sich bereit.

Dann rannte er los, während die SEKs von ihren Lastern sprangen und die Verfolgung aufnahmen.

Robert bog links vom Weg ab und donnerte den Berg zur Donau hinunter.

Zweige und Äste spreiften sein Gesicht und zweimal stolperte er fast über eine Wurzel.

Er hörte die Schüsse und das "BLEIBEN SIE STEHEN!!!" hinter sich, doch er ignorierte die Gefahr einfach und konzentrierte sich nur noch auf den Wald vor sich.

Seine Sinne trübten sich, er nahm es kam wahr.

Er rannte einfach nur noch, um sich und seinen besten stöhenden Freund in Sicherheit zu bringen.

In diesem Moment verlor den Boden unter den Füßen.

Und das letzte was er spührte, war, dass er fiel.

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Das SEK bremste im Gegensatz zu Robert rechtzeitig vor dem Steilhang und die Männer blickten zur Donau hinunter.

Doch von den beiden flüchenden Personen keine Spur.

So kehrten sie unverichteter Dinge wieder zur Walhalla zurück.

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Als erstes war da nur ein unglaublichen Schmerz, der Atlanas fast wieder die Sinne raubte.

Doch er schaffte es, nicht wieder ohnmächtig zu werden und schlug seine Augen auf.

Er blickte erstaunt in den fast wolkenlosen blauen Sommerhimmel.

Dann spürte er einen kühlen Wind, der ihm um die Nase wehte und merkte, dass sich sein Liegeplatz bewegte.

Bewegte?!

Mühsam richtete er sich auf und sah sich um.

Erst jetzt fiel ihm das duftende Heu auf, in dem er lag, und dass dieses Heu in einem Eisenbahnwaggon lag und der am Fahren war.

Daher auch der Fahrtwind..., wurde Atlanas klar, aber WIE ZUM TEUFEL KAM ER HIER REIN?!?!

Dann bemerkte er, dass noch jemand in dem Heuhaufen lag:

Robert.

Und er bewegte sich nicht.

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Erschocken rappelte sich Atlanas auf und torkelte noch nicht ganz sicher auf seinen Beinen und mit großen Schmerzen im Bauchbereich zu seinem Freund und legte ihm seine rechte Hand auf die Stirn.

"Robert?!", keuchte er entsetzt, "alles in Ordnung bei dir?! Antworte doch!!!"

Doch sein Freund bewegte sich nicht, geschweige denn er gab irgendwelche Töne von sich.

Cerzweifelt tastete Atlanas nach Roberts Pulz und wurde - zum Glück! - fündig.

Gleichmäßig und ruhig ging der Atem seines Freundes, und nun konnte auch Atlanas wieder aufatmen.

Er lehnte sich ins weiche Heu zurück und überlegte, was er nun tun sollte.

Wohin der Zug fuhr, kam ihm nicht in den Sinn, es war ihm aber auch egal, denn seine Gedanken schwiffen zu seiner Freundin und seinem - er seufzte - Kind ab, die er vermisste.

Seine Augenlider wurden immer schwerer, und die Wärme beschleunigte nur den Prozess.

Schließlich döste Atlanas bei dem sanften Schaukeln und der seichten kühlen Brise ein.

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Ein lautes Kreischen riss ihm wieder aus seinen Träumen.

Verschlafen richtete er sich auf und rieb sich die Augen, bis sein Blick klar wurde.

Er erkannte einen Personenzug mit einer Dampflok, der auf dem Gleis neben ihnen stand und ein Bahnhofsgebäude mit dem Stationsschild "Regensburg-Weichs".

Dann wandte er sich Robert zu und packte ihn an seinem T-Shirt.

"Robert?", fragte er unsicher, "bist du wach?!"

Keine Reaktion.

Mist!, fluchte Atlanas, wir sind schon in Regensburg, und ich weiß nicht, wo wir hin müssen!

Der Zug ruckte wieder an und rollte aus der Ausweiche.

Atlanas überlegte fieberhaft, was er nun machen sollte.

Er wusste es nicht.

Beim besten Willen nicht.

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Dann bogen die Gleise in die Innenstadt von Regensburg ein, und Atlanas duckte sich hinter die Bordwand des offenen Güterwagen.

Bloß nicht entdeckt werden!, schoss es ihm durch den Kopf.

Über eine Straße rumpelte der Zug jetzt über einen Platz und Atlanas erkannte duch einen Schlitz zwischen den Planken mit Entsetzen die Polizisten, die überall herumstanden und Autos und Passanten anhielten und durchsuchten.

Panisch wollte er aufspringen, aus dem Zug raus und einfach nur weglaufen, weg von den Polizisten, aber er hatte einen bewusstlosen Robert dabei - ganz schlecht, mit jemand schwerem auf der Schulter zu fliehen...

Also kauerte er sich hinter die Bretter und atmete schappend, während der Zug immer näher auf die Ordnungskräfte zurollte.

Dann bremste die Lok und der Zug kam zum Stillstand.

Mit aufsteigender Panik beobachtete Atlanas die Polizisten, die den Zug angehalten hatten und auf die Waggons zugingen.

Türen wurden geöffnet und Atlanas lief ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.

Bitte kommt nicht hierher!, flehte er, bitte, ich will doch nur nach Hause!

Er linste wieder durch das Loch und sein Blut gefror.

Direkt vor seinem Versteck stand ein Polizist in Uniform und inspizierte den Wagen!

Doch Atlanas kauerte im Sichtschatten des Beamten und blieb unentdeckt.

Der Polizist blieb noch einige Sekunden an Ort und Stelle stehen und marschierte dann zum nächsten Waggon.

Atlanas atmete auf, zumindest ein bisschen.

Dann fuhr ein Stoß durch den Zug und er begann weiterzurumpeln.

Eine gigantische Last fiel von Atlanas ab.

Sie waren nicht entdeckt worden, sie hatten es geschafft!

Erleichtert atmete er auf.

In diesem Moment zeriss ein lautes "HATSCHI!" die Stille.

---

Entstezt starrte Atlanas Robert an, der in die helle Sonne blitzelte.

Er hatte geniest.

Und das hatten die Polizisten selbstverständlich gehört.

Sie rissen ihre Waffen aus den Halftern, zielten auf den O-Wagen und brüllten:

"HÄNDE HOCH UND AUFSTEHEN!!!"

Atlanas wusste, dass es keinen Sinn hatte, sich jetzt zu verteidigen, er hatte absolut keine Deckung, die Holzplanken des Wagens würden keine Kugel aufhalten.

Sich dessen bewusst, blieb ihm keine andere Wahl:

Mit erhobenen Händen stand er auf.

In diesem Moment passierten zwei Sachen gleichzeitig.

Erstens, Robert stand plötzlich hellwach hinter seinem besten Freund und hatte seine MG schussbereit.

Zweitens, vor den beiden flog der Gullydeckel aus der Erde und klappte als Deckung vor ihnen auf.

Ehe die Polizisten schießen konnten, feuerten gleich zwei MGs los und Robert schubste Atlanas aus seiner Schussbahn.

Die Polizisten gingen in Deckung und erwiderten das Feuer.

Atlanas schrie entsetzt:

"SCHMEIß DIE WAFFE WEG, WIR HABEN KEINE CHANCE GEGEN DIE ÜBERMACHT AN...!!!"

Doch Robert grinste nur.

Verdutzt und gleichzeitig entsetzt starrte Atlanas seinen Freund an, bis es ohrenbetäubend knallte und er ein Auto durch die Gegend fliegen sah.

Die MG schwieg und Robert zog seinen Freund auf die Füße.

Dann sah auch der, was da gerade eben so laut geknallt hatte...

Der Platz vor ihnen existierte nicht mehr, irgendetwas hatte ihn vollständig zerstört.

Alles lag voller Trümmer und Blut.

Atlanas wurde schwindelig, und das letzte, was er sah, war wie jemand auf ihn zugelaufen kam...

---

Robert fing seinen besten Freund mit seiner rechten Schulter auf.

Aus dem Gully kamen sie - die Ziegen, ja, sie waren es!

Im letzten Moment und doch nicht zu spät.

Zwei von ihnen rannten zu ihrem König und verneigten sich vor ihm.

"Robert, ich hoffe, wir sind nicht...?!"

"Nein, ich seid im rechten Moment gekommen, so wie immer...!", lachte Robert, "und das auf die Sekunde genau... aber jetzt hört mir genau zu: Ihr werdet Atlanas...", er deutete auf den Pegasus an seiner Seite, "unverzüglich hier raus bringen... und diese Dokumente ebenfalls! Sie sind die Dokumente, die in München am Bahnhof gestohlen wurden!"

Die Ziegen nickten eifrig.

"Gut, dann los... ich werde diese Schlacht schlagen, ich werde meinen Untergrundeisenbahnern helfen, uns zum Portal durchzuschlagen, ihr werdet meinen Freund und die Dokumente mit eurem Leben verteidigen, den Rest erledigen wir für euch!"

"Verstanden, eure Majestät!", salutierten die zwei, packen Atlanas und übernahmen die Dokumente.

Dann verschwanden sie wieder im Untergrund, ihrer Heimat.

Robert und die anderen Kämpfer machten sich für das Gefecht bereit.

---

Die Masse der Untergrundeisenbahner rannte neben den Zug her, der nun wieder in Richtung des Regensburger Hauptbahnhofs rollte.

Die Gewehre im Anschlag, im Gleischschritt und mit grimmigen Gesichtern nahm jeder Regensburger vor ihnen Reißaus, und sie kamen erstaunlich gut voran, mal eine Streife hier, mal drei Autos da, aber für eine Kampfeinheit der Ziegen ist so etwas keine große Sache.

Die V29 rumpelte mit ihren 40km/h Höchstgeschwindigkeit gemächlich vorwärts, als plötzlich einer der Späher brüllte:

"FEINDLICHE FLUGZEUGE AUS NORD-WEST!"

Robert riss sein Fernglas nach oben und vergewisserte sich.

Tatsache!

Es waren drei, und es waren Bomber, die schnell auf die Untergrundeisenbahner zugerast kamen.

Die Menge stob auseinander und verteilte sich, einige nahmen ein Wohnhaus als Versteck, indem sie durch die Fenster sprangen, andere rannten in dem naheliegenden Park unter die großen Bäume, während wieder andere Kanaldeckel mit ihren Bajonetten aufstemmten und hineinsprangen.

Robert sprang von seinem Platz auf dem Waggondach und hechtete in eine Einfahrt, wo er seinen Raketenwerfer von seinem Rücken nahm und zielte.

Die Panzergranadiere unter den Untergrundeisenbahnern taten es ihm gleich.

Dann schossen die Jets die ersten Raketen ab, und von überall brüllten die Untergrundeisenbahner den Bazookaträgern "FEUER!!!" zu, und dann erhoben sich die Raketen der Ziegenarmee in den Himmel.

Während die Raketen der Jets nichts von Bedeutung zersörten, holten die der Untergrundeisenbahner einen Jet vom Himmel und beschädigten die anderen beiden so schwer, dass sie abdrehen mussten.

Nun blieb keine Zeit mehr, die Bundeswehr war also unterwegs, und die Ziegen rannten mit ihrem König an der Spitze auf den Regensburger Hauptbahnhof zu.

Als sie auf die Bahnhofsallee einbogen, donnerte ihnen das Feuer der Bundeswehr entgegen, und die Untergrundeisenbahner bremsten ab.

"Verdammt, wie kommen die so schnell hierher?!", schrie eine der Ziegenoffiziere in Roberts Richtung, "und wie kommen wir da jetzt durch?!"

"ich kenne da nur einen Weg: AUGEN ZU UND DURCH!"

"DAS WÄRE SELBSTMORD!!!", kam es laut zurück.

"Deswegen müssen wir ja auch was zum Durchbrechen suchen...!", grinste eine andere Ziege.

"Und wenn wir untenrum gehen?", fragte ein junger Ziegenbock.

"DAS IST DIE IDEE!!!", jauchzte der Offizier, "dass ich da nicht vorher drauf gekommen bin!"

Der junge Ziegenbock stierte den Offizier wütend an, doch Robert lächelte nur milde, um dann loszurennen, hin zu einem Kanalschacht.

Den Deckel hochreißend folgten ihm die gesamte Truppe und rannte unter den Bundeswehr-Soldaten vorbei in den Hauptbahnhof hinein.

Im ehemaligen Postzentrum brachen sie ein Gitter aus der Wand und stürmten von unten in den alten Bau.

Ehe die Soldaten draußen bemerkt hatten, dass ihr Feind HINTER ihnen war, hatte der sich schon Deckungen gesucht und wartete auf sie.

Robert rannte an schreienden Passanten vorbei und hastete die Treppe zum Bahnsteig 5/6 hinuaf, ehe er mit den ersten Polizisten zusammenknallte, die die Züge kontrollierten.

Ehe die reagiert hatten, waren die Untergrundeisenbahner bereits überall und warfen sich in den Kampf.

Zivilisten nicht verletztend kämpften sie nur mit Fäusten gegen ihren Feind und ließen ihm keine Chancen.

Derweil lieferten sich auch die Bundeswehrsoldaten draußen ein Gefecht mit den Ziegen im Bahnhof, die strategisch besser saßen und trotz ihrer Unterzahl die Oberhand hatten.

Doch obwohl sich die Untergrundeisenbahner wirklich gut schlugen, schafften sie es nicht, durch die nachrückenden Reihen der Polizei zu dringen, die jetzt auch Waffen gegen sie einsetzte, was die Ziegen wiederum mit Gegenfeuer erwiderten.

Robert überlegte grade, wo sie am besten den Durchbruch wagen konnten, als plötzlich Soldaten von rechts herangestürmt kamen.

Die Verstärkung!, schoss es ihm durch den Kopf, verdammt, wieso sind die so schnell gewesen?!

Und sie hatten Panzer dabei...

Die Untergrundeisenbahner mussten sich zurückziehen, sofort!

Doch ehe Robert etwas sagen konnte, gab es eine Mordsexplosion auf Bahnsteig 9/10.

---

Es zerriss den ganzen Bahnsteig und die anstürmenden Soldaten bremsten ab.

Genau da explodierte Granate Nummer zwei und zerbröselte sie einfach zu Staub.

Nummer drei die Panzer, aber auch nicht alle, die übriggebliebenen feuerten gleich weiter auf die Ziegen.

Das waren die K5-er der Ziegenarmee, wurde es Robert bewusst, und das hieß, dass sie hier irgendwo in der Nähe seien mussten!

Seine Untergrundeisenbahner hatten das offensichtlich auch mitgekriegt und kämpften nur umso verbissener.

Es donnerte wieder und zwei Granaten plätteten wieder Panzer und LKWs mit den umstehenden Soldaten.

Doch die auf dem Bahnsteig kämpfenden Polizisten und Soldaten gaben nicht auf.

"Uns läuft die Zeit davon!", brüllte eine Ziege zu ihrem König herüber, "wir müssen das Portal erreichen, bevor es wieder weg ist!"

"Das weiß ich, aber...!"

In diesem Moment raste eine Diesellok auf Gleis 6 in den Bahnhof, mit jemanden auf dem Vorbau, der eine Minigun hielt und aus allen Rohren feuerte.

Unterstütz von mindestens einer MG in der Diesellok und einer Panzerfaust war das wirklich ein extrem starker Angriff.

Ihrerseits.

Robert starrte ungläubig Sunset Shimmer an, bis ihm einfiel, dass ER sie ja wieder zum Leben erweckt hatte.

In der Lok erkannte er den Ziegenbock, und hinter dem Vorbau - NEIN! - CELESTIA!!!

WAS?!

Er konnte es nicht fassen, er konnte es einfach nicht fassen.

Dann hatte die Diesellok den Bahnsteig erreicht und ballerte alle Polizisten über den Haufen, die noch standen.

"SPRING AUF!!!", brüllte der Ziegenbock, "LOS!!!"

Robert sprang aus seiner Deckung, raste an den Toten und Kämpfenden vorbei und machte dann einen Satz in das Führerhaus der Diesellok.

Der Ziegenbock schlug die Tür zu und Sunset Shimmer tötete sämtliche noch kämfenden Widersacher auf dem Bahnsteig.

Robert kletterte aufs Dach der Diesllok und feuerte eine Rakete in den Himmel.

Seine Ziegen verstanden und hörten augenblicklich auf zu feuern, rannten zu den Kanalschächten und sprangen hinein.

Unter schwerstem Beschuss donnerte die Diesellok aus dem Bahnhof und bog über die passend gestellte Weiche auf dei Hauptstecke nach München ein und erreichte nach knapp drei Kilometern die K5-Eisenbahngeschütze der Ziegenarmee.

Seine Soldaten winkten ihrem König glücklich und ausgelassen zu, und er war stolz auf sie, auf sein ganzes Volk.

Dann rasten sie in das Portal.

Zurück nach Hause.

---

Nachdem man Robert mit einem unbeschreiblichen Jubel und einem roten Teppich am Bahnhof von Ponyville begrüßt hatte, begann (nachdem Luna ihm um den Hals gefallen war und ihm ALLES erzählt hatte...) eine gigantische Siegesfeier, bei der auch die meisten der Untergrundeisenbahner anwesend waren, die von den Ponys und anderen Ziegen als Helden gefeiert wurden.

Nachdem Celestia sich auch noch einmal bei ihnen bedankt hatte, erzählten Robert und der Ziegenbock die Geschichte der Untergrundeisenbahner, von den Anfängen bis heute, eine geheime Organisation, die den Ziegen in Down Under neue Technik besorgte und dabei den Weltfrieden wahrte.

Sie hatten schon oft bewiesen, dass sie mehr als nur Ziegen waren, sie hatten Kriege beendet, Spione abgefangen, Bomben entschärft, Terroristen getötet, und vieles mehr, dass nie ein Mensch mitbekommen hatte.

Dafür bekamen es hier und jetzt alle Bewohner Equestrias mit und feierten sie, so wie man sie noch nie gefeierte hatte.

Selst den härtesten Soldaten konnten sich eine Freudenträne nicht verkniefen.

Am glücklichsten an diesem Abend war aber eher das Ziegenvolk, dass nun bald einen neuen Prinzen oder eine Prinzessin haben würde.

So glücklich war keine der Ziegen seit langem gewesen, und man feierte, wie man noch nie gefeiert hatte.

Das Fest war einfach unbeschreiblich.

---

Abseits des Feuers und der glücklichen Ponys und Ziegen saß Sunset Shimmer auf einem Hügel und blickte dem fröhlichen Treiben traurig entgegen.

Sie wünschte sich nichts mehr, als dabei zu sein, aber das konnte sie nicht, sie durfte nicht.

Und sie wusste, dass niemand außer Robert und dem Ziegenbock ihr wohlgesonnen waren.

Eine Träne lief ihr über dei Wange, und sie schniefte.

"Was machst du denn hier, ganz alleine?", fragte plötzlich eine Stimme hinter ihr.

Erschrocken fur sie herum und erblickte ein Pegasus links von sich, das zur Hälfe von der Dunkelheit verhüllt wurde.

"Man hast du mich erschreckt... aber ich... ich..."

Sie hatte das Pony vorher noch nie gesehen, wollte es aber auch nicht von vorne herein anlügen.

"Na ja, ist ja auch egal... ich jedenfalls auch nicht, ich schaue lieber zu und freue mich daran..."

Sunset Shimmer gefiel der Pegasus auf Anhieb und sie meinte:

"Setz dich doch zu mir... dann sind wir beide nicht so alleine... ich bin übrigens Sunset Shimmer..."

"Und ich bin Niben..."

Sie rückte noch näher an ihn heran.

Und er schwieg.

Denn er war glücklich.

---

ENDE

Medallie "Veteran der Arbeit".jpg
Medallie "Prisoner of War".jpg

Die PonyPasta Die Untergrundeisenbahner wurde nach erfolgreicher Nominierung und Abstimmung als KLASSE UND SEHR GELUNGEN eingestuft und ist ab sofort in der Hall of Fame zu finden!
Also am besten gleich nochmal lesen!

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