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Erinnerungen eines Willenlosen

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Es fing so gut an. Die Verteidgung meiner Heimat lief besser als gedacht, ich wurde befördert und mit Orden schier überhäuft. Das Geld floss, mein Sohn wurde groß und schlau, meine Frau von Tag zu Tag nur schöner und ich lebte wie im Paradies. Ich begann, Daerons Ideale nicht mehr zu hinterfragen, sondern dachte nur daran, was sie mir doch alles brachten. Ich fügte mich einfach in seine kleinen Formen aus Gedanken, Kontrolle und Hass und begann es zu lieben. Immer wieder wurde ich gelobt und gefeiert und meine Karrierechancen stiegen so schnell wie meine Bewunderung und Loyalität gegenüber Daeron und seinen Vasallen.

Durch diese stetige Liebe begann ich mehr und mehr in seine Welt einzutauchen und versuchte, ihm immer mehr Arbeit abzunehmen und mich zu beweisen. Ich versetzte meine Frau oftmals, um noch abendliche Patrouillen durchexerzieren zu können. Ich versetzte meine Freunde, um bei Aufmärschen für Daeron dabei zu sein und anzuführen. Und ich versetzte meinen Sohn, indem ich seine Geburtstage in Offiziersschulen verbrachte, seine ersten Schritte nur durch einen Brief am Schattenlord-Festtag mitbekam und seinen Lebenslauf immer weiter aus den Augen verlor, weil meine Augen einzig und allein auf ihn gerichtet waren. Auf Daeron, meinen Führer.

Ich wurde somit später zu seinem persönlichen Adjutanten und einem General der Schattenarmee befördert und erhielt zudem den Ehrennamen "der Stählerne", weil ich laut Daeron einen Willen und Körper aus reinem Stahl besaß. In meiner damaligen Euphorie sogen mich diese Privilegien nur weiter in das schwarze Joch Daerons hinein und banden mich immer weiter an diesen Schatten. Doch dann kam der Umschwung.

Viele meiner alten Freunde musste ich später wegen Denunziationen oder regimefeindlichen Aktionen festnehmen. Ich glaubte daran, dass ihnen nur Gerechtigkeit widerfahren würde, weil ich Daeron als obersten und besten Herrscher dieser Welt ansah. Er sicherte mir zu, dass ihnen nichts Schlimmes passieren würde, weil es meine Freunde wären. Und auch wenn es nicht rechtens war, habe ich mich seit diesem Moment bis kurz vor dem Ende unglaublich mächtig gefühlt. Denn so etwas aus seinem Mund zu hören, sprengte meinen Pegel an Glückshormonen mehrfach und ließ mich auch die kurz darauf folgenden unfallbedingten Tode meiner Freunde verschmerzen. Jedenfalls bis ich es herausfand.

Ungefähr vor fünf Tagen bewachte ich Daerons Gemächer, weil er gerade auf dem Weg zu einer großen Ansprache in Malatar war und somit niemand außer mir seine Habseligkeiten bewachen durfte. Dabei wurde meine Neugier geweckt, sodass ich ganz vorsichtig Daerons monumentalen Arbeitstisch durchsuchte. Dort fand ich nur ein schwarzes Buch, auf dessen Vorderseite ich einige alte varanische Runen vorfand. Ich konnte nur "Notiz-" übersetzen. Doch als ich das Buch öffnete, verschlug es mir die Sprache. Denn die Seiten waren übersät mit Namen. Namen der Schatten, die Daeron in irgendeiner Weise Schaden zufügen wollten. Schatten, die allesamt schon tot waren. Und alle Schatten, bei denen nur der Name stand, wurde eine Hinrichtung durchgeführt. Bei manchen, wie auch bei meinen Freunden, stand ein zusätzlicher Satz neben ihren Namen "Stirbt durch Unfalltod". Die Daten, die zudem noch in diesem Buch verzeichnet, waren erschreckend real. Doch das Schrecklichste in diesem Buch war mein eigener Name, der auf der letzten beschriebenen Seite stand. Dort stand: "Maetellus Eragus, wird am 12. März um 15:45 wegen Hochverrats festgenommen und begeht fünf Tage später Selbstmord im Gefängnis". Und als ich dann erschrocken auf meine Uhr sah und die übereinstimmende Zeit bemerkte, spürte ich nur einen schnellen Hieb auf den Hinterkopf und verlor mein Bewusstsein.

Ich wachte in der Zelle auf, in der ich nun auch diese Zeilen schreibe und muss nun leider auch enden, denn langsam fühle ich den Wunsch nach dem Tod.

Ich liebe euch,

euer Maetellus

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