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Heil MLP

Das kleine (sinnlose) Vorwort

Jo, da wären wir wieder... whatever, ich wünsche viel Spass beim Lesen von HC 2.keine-Ahung-die-wie-vielte!

Ach ja, und natürlich (wer hätt's gedacht?):

Achtung, NSFW!

Achtung
Achtung

Die folgende Ponypasta enthält Material, welches sadistisch, brutal oder für einige Personen verstörend ist und deswegen als NSFW (Not safe for work/Nicht geeignet für die Arbeit) eingestuft wurde. Lies die folgende Pasta also nur weiter, wenn niemand hinter deinem Rücken steht, du ungestört bist und dir der folgende Inhalt bewusst ist.

Deckung, KRIEEECH!!!

Panzerschild
Panzerschild

Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Diese Geschichte ist Teil der offiziellen Hauptstory des PonyPasta-Wikis!

Der ihr vorausgehende Teil ist Ferrum Crus und der nächste Teil Heimkehr.

Kapitel 1 - Der letzte Schattenlord Bearbeiten

Canterlot

Die warme Morgensonne strahlte auf die Türme des Palastes. Verschlafen räkelte Celestia sich in ihrem Bett und schlug schwerfällig die dunkel unterlaufenen Augen auf: "Luna... erinnere mich daran, nicht mehr steil zu gehen..."

Die lachte nur und zog ihre Schwester hoch, um das Kissen einmal kräftig aufzuschütteln: "Sei froh, dass du es noch geschafft hast, die Sonne hochzukriegen!"

"Buhu, der war sooo schlecht... boar, ich kotz gleich!"

"Trink lieber nen Kaffee, datt beruicht Hals und Magen!", lachte die Mondprinzessin allerbester Laune, "hier, nimm den, jutes Zeuchs aus Sardenga sach ich dir!"

Celestia nahm dankend an, trank einen Schluck und spuckte ihn sofort wieder aus: "Das ist ja bitterer als Antibiotikum! Gibt's den nicht mit Erdbeergeschmack oder so?"

"Oh du Arme, bist echt zu bedauern, erst zechen wie zehn Arbeitshengste und dann über den Kater klagen - dagegen helfen leider keine süßen Früchte, musst schon die bittere Medizin schlucken, sonst gehen die Kopfschmerzen nicht weg!"

"Du machst mir einen Mut... ja, aber danke... ich glaube...", die Sonnenprinzessin gähnte herzhaft, "ich schlafe lieber noch ein kleines bisschen, wer weiß, was der Tag heute noch so alles mit sich bringen wird..."

"Mach das mal, und ich kümmere mich derweil um alles andere!", frohen Mutes verließ Luna das Schlafgemach und wackelte locker-leicht die große Wendeltreppe zum Thronsaal hinunter, ihr mittlerweile recht dicker Bauch wippte angetan im Takt mit - ohhh, lang würde der Nachwuchs auch hoffentlich nicht mehr auf sich warten lassen! Ein Fohlen, ein königliches Fohlen, und dazu von ihrem allerliebsten Ziegenkönig höchstpersönlich, der Traum, ihr gemeinsamer Traum, und ein neuer Prinz oder ein Prinzesschen für Equestria - tausend Jahre zuvor war sie als letztes Alihorn geboren worden, und nun würde sie die Ahnenreihe des Landes um einen neuen Zweig bereichern und obendrein noch glückliche Mutter vor ihrer Schwester werden... oh Celestia, dann komm mir ja nicht mehr mit Kleine Luna!

Unten angekommen erwartete sie schon ein sichtlich aufgeregtes Einhorn: "Prinzessin, Eure Idee zur Herstellung von Öfen war genial! Ich habe extrem viel Geld verdient und es wird immer mehr! Wie kann ich Euch bloß danken?!"

"Keine große Sache Selvin, ich helfe liebend gern wo immer ich kann!", lächelte sie zufrieden, "obwohl, vielleicht später, ich weiß nicht, wenn ich einmal Hilfe brauche, dann sehr gerne!"

"Das werde ich, bei Niben!", salutierte der Ingenieur strahlend und verneigte sich tief, "dann... dann... ach ja, möchtet Ihr nicht einen neuen Kamin für diesen Saal haben, oder Hufbodenheizung?"

"Nein nein, passt schon, aber trotzdem vielen Dank dir!"

"Ich habe Euch mehr zu danken, Prinzessin!"

"Gern geschehen, wirklich gern geschehen... sag mal, möchtest du mir vielleicht einmal deine Werkstatt zeigen, ich wäre sehr interessiert deine Arbeiten mit eigenen Augen zu sehen!"

"Oh ja, sehr sehr gerne, ich... ja, ähm, möchtet Ihr sofort oder...?"

"Klar, auf los geht's los, sagt mein Robert immer!"

"Wenn er das sagt, dann ja, folgt mir bitte!"

Und die beiden machten sich auf den Weg.

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Eine riesige Mauer türmte an der Grenze des Schattenreiches. Sie war aus schwarz-grauem Stein gebaut und um die fünf Meter dick. Umgeben wurde sie von einem stetigen blauen Schimmer, einem equestrianischen Zauber, der verhinderte, dass Schatten mit physischen Hilfsmitteln über die Mauer kommen könnten. Denn schon bei der kleinsten Berührung des Schimmers durch einen Schatten durchfuhr diesen sogleich ein heftiger Stromschlag, der ihn für die nächsten Stunden lahmlegte.

Diese Mauer reichte von der Kelutbucht im Westen bis zur Isa-Sezmaen, der dreifingrigen Insel, im Osten. Im Norden grenzte sie an das Ka'arn, das kleine Reich der Zebras. Zusätzlich verlief eine mindestens genauso starke magische Mauer, beidseitig an die materielle Mauer grenzend, geradlinig über das Númenzá, das Westmeer, und das Ëstazá, das Ostmeer. In Equestria nannte man diese immense Schutzmauer Obtizny Zelescho, das schwere Eisen. Ein Name, der sich bei den vorwiegend ziegischen Mauerarchitekten durchgesetzt hatte.

Die Schatten hingegen nannten sie Īe Xayara Equiri, die Angst der Ponys. Die Ziegen ließen sie dabei weg, da sie wussten, das gerade diese keine Angst hatten, weniger noch, aber das sollte niemanden verunsichern.

Vorerst.

---

Viele Schatten entwickelten, bedingt durch die Isolation, einen großen Hass auf das Ponyvolk und auf die Zebras, die auf der hohen Mauer Wache schoben und täglich die Schatten piesackten, die in der Nähe wohnten. Gerade in Grenzstädten wie Kelut, Vûlt und Dagoras hatte sich schon ein gewaltiger Zorn aufgebaut und viele dort traten in die fanatische Garde Daerons, des Obersten Schattenlords und ihrem Impra-Hadhûl, ein, und glaubten daran, dass er einen Weg finden würde, um sie und ihren Zorn zu befreien. Und einen Plan hatte er zumindest schon.

So trat dieses schönen Sommertages ein in alten Lumpen gewickeltes Schattenpony mit seinem Sohn vor einen der sechzig großen Haupttürme der Mauer und schleuderte unförmige Feuerbälle nach ihn: "Gharazhîl Vályráu!", fluchte er mit unnatürlich tiefer Stimme, "Gharazhîl Vályráu!"

"Gib's auf Vater, die Barriere hält doch dicht...", brummte sein Kahler resigniert, "da kommst du auch mit deiner Magie nicht durch." Daraufhin hielt Daeron für einen Moment inne und trat vor seinen Sohn, schaute ihm tief in die meerblauen Augen und zischte: "Espara na kníraz, Akâvir. Hoffnung stirbt nicht. Merk dir das!"

"Aber du weißt, dass du nichts gegen die Elemente der Harmonie tun kannst... gegen diese Art von Magie ist kein Kraut gewachsen."

"Die Magie will ich auch nicht außer Kraft setzen, jedenfalls noch nicht. Und Akavir: Ich, Daeron Eternin I., werde schon mit kitschiger Freundschaftsmagie von ein paar... Ponys fertig", antwortete Daeron kalt und sprach das Wort Ponys so aus, als ekle er sich davor.

"Kitschige Freundschaften, pfff, wenn ihr wüsstet...", hüstelte eine Stimme von oben unmittelbar hinter dem magischen Schutzwall, "aber Kreaturen ohne Seele wie ihr armen Irren habt leider keinen blassen Schimmer von sowas."

Daeron schaute nun diabolisch grinsend zu ihm auf: "Aber du? Du dreckiges Stück Shrack?" Der Wachposten verstummte nun kurz und warf dem vermeindlichen Bettler einen verächtlichen Blick zu. "Wenn du nicht durch diese Barriere geschützt wärst...", forderte Daeron ihn heraus.

"Dann was?", keifte das entrüstete Zebra.

"... würden deine Eingeweide mein Zuhause zieren, dein Fleisch meine Leute sättigen und deine Knochen zu einer schönen Rüstung für blutige Massaker!"

"Zu köstlich... mach ruhig weiter, dann hab ich wenigstens Unterhaltung hier oben, ist ja sonst langweilich hier den ganzen Tag rumzusitzen. Du solltest froh sein, dass du überhaupt noch am Leben bist, Prinzessin Celestia ist es sowas von scheißegal, was wir mit euch machen! Ich hätte dich schon oft in den Untergang schicken können, also sei mal lieber still da unten auf den billigen Plätzen!"

"Dann beweis es, Heuchler, wenn es schon so einfach für dich ist!"

"Wenn du unbedingt sterben willst...", spottete es und die Wache sprang zu ihnen herunter, "so, hier bin ich, gegen dich unbewaffneten Bettelmagier!"

"Dann lass uns anfangen!", lachte der Schattenlord diabolisch und schleuderte einen geradlinigen Feuerstrahl in Richtung des Zebras, das im letzten Moment noch haarscharf ausweichen konnte und erschrocken auf seinem Hintern landete - heiliger Niben, sie befanden sich jetzt ja außerhalb des Schutzschirmes, und die falsche Schlange hatte nur darauf gewartet, bei Celestias Atem! Von Todesangst ergriffen wollte es sich aufrappeln und um Hilfe schreien, als sich eine Klinge an seinen Hals legte und ihm die Worte quer stecken blieben: "Willst du Vater, oder soll ich?"

"Tu du es, mein Sohn - ich brenne darauf, die Qual des nahenden Todes in seinen Augen zu sehen!" Augenblicklich tönte ein ersticktes Glucksen auf, Blut spritzte umher und der Posten sackte leblos in den Staub. Lächelnd hob Daeron einen grünlich schimmernden Stein auf, der aus seiner Tasche des Toten gerollt war: "Schau her, mein Sohn, dies ist unser Freifahrtschein nach Equestria, damit können wir die Barriere durchqueren!"

"Heißt das... heißt das, dass wir...?!"

"Oh ja, wir werden uns rächen, an Celestia, an den Ziegen, an allen! Wir werden zurückkehren, sie alle unterjochen! Canterlot wird unser sein! Tíkars mi Canterlotari", sprach er und löste sich in schwarzen Nebel auf. Der Wind trug ihn als Wolke bis vor die Tore des Schlosses: "Nichts hält für immer, nichts für die Ewigkeit, und nichts mich, den letzten Schattenlord! Bald schon werde ich über ein tausendjähriges Reich regieren, in dem Angst und Schrecken über meine Untertanen herrschen - Knír et Wenyyá! Tod und Verzweiflung!"

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Im Palast stand Celestia gerade vor ihrem Spiegel und begutachtete ihr faltenloses Antlitz - so bildschön wie eh und je war sie geblieben, kein einziger noch so kleiner Makel verunstaltete die Schönheit der Sonne! "Und das bisschen Alkohol macht dir auch nichts aus!", schloss sie höchst zufrieden mit sich selbst, mit Magie zwei Kämme schwingend, "hach ja, wenn es doch auch einen freien König für mich geben würde..."

Klopfen an der Tür: "Ja, bitte?"

Ein Gardist trat ein: "Prinzessin, bitte entschuldigt die Störung, aber es erwartet Euch ein Hengst, dessen Anliegen von großer Wichtigkeit für Euch ist, sagt er!"

"Ach ja, was ist es denn?"

"Es geht um ein Elexier gegen das Eindringen eines Schattens in Euch!"

"Oh, das hört sich außerordentlich wichtig an - schickt ihn doch bitte hier zu mir hoch!"

"Sehr gerne, Eure Hoheit!", und weg war er, die Botschaft überbringen - na endlich war es fertig, das Mittel, es wurde aber auch allerhöchste Eisenbahn! Ihre besten Ärzte und Apotheker waren damit ununterbrochen seit Ende des letzten Krieges beschäftigt, eine Komplikation folgte der anderen, und bislang waren die Nebenwirkung recht heftig und übel für die Testponys ausgefallen... das reichte von Federn statt Fell bis hin zu traumatischer Manie! Wenn das nicht... schon pochte ein Huf am Holz: "Oh, kommen Sie doch bitte herein!"

Ein stattlicher schwarzer Hengst mit Sonnenbrille schob das Blatt auf, und es war Celestia so, als strahle er etwas Mystisches, etwas geheimnisvoll Mächtiges aus: "Eure Hoheit, ich stehe zu Euren Diensten! Mein Name ist Elbmarcs, Dr. Elbmarcs um genau zu sein! Ich bin hier, weil es mir kürzlich gelungen ist das Elexier gegen das Eindringen eines Schattens zu brauen!"

"Ihr seid mein Retter in der Not, tausend Dank Eurer unbezahlbaren Arbeit!"

"Nicht dafür, Prinzessin, nicht dafür...", sie war so unaufmerksam, dass Daeron sich nicht mal die Mühe machen zu brauchte sie zum Trinken zu bewegen, mit ein bisschen Anlauf und der nötigen Magie brach er durch Nase und Mund hinein in ihr Inneres, erreichte wenige Augenblicke später das Gehirn und legte sich darum, keine Gegenwehr seines Opfers, rein gar nichts, eher fassungsloses Staunen ihres Inneren: "Du siehst, man sollte nicht jedem daher gelaufenen Pony trauen, aber was rede ich da, für euch ist Freundschaft ja sowieso Magie! Pfff, dass ich nicht lache... egal, nun ist es zu spät, Daeron ist zurück!"

Celestias Geist sträubte sich etwas, aber es war als würde ein Don Quichotte gegen eine Windmühle kämpfen und kläglich scheitern, der Konquistador behielt den Oberhuf und betrachtete sein neues Ich mit Genugtuung im Spiegel - oh war das einfach gewesen, wie einem kleinen Fohlen die Kekse zu klauen! Als nächstes interessierte ihn der Balkon, der Blick über Canterlot und Equestria ließ ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen, das war jetzt alles sein, alles sein!

"Prinzessin Celestia!", erklang eine ihm gut bekannte Stimme - sieh einer an, Twilight Sparkle höchstpersönlich, was ein lustiger Zufall, beim letzten Mal war sie die erste gewesen, die er befallen hatte! "Twilight, wie schön dich zu sehen...", buähhh, all die Freundlichkeit, er musste fast kotzen, "was gibt es denn?"

"Da sind heimatlose Zebras... Ihr müsst ihnen ein neues Zuhause geben!"

"Also gut, dann lauf schnell zum Architekten und sag ihm, er soll ein Asyl planen und bauen lassen... genau hier!"

"Sofort Prinzessin... aber... ist das nicht mitten im Niemandsland, so weit zwischen Dodge Junktion und Trottingham?"

"Aber nein, ich möchte, dass daraus bald eine ganze Stadt wird voller Zebras, die alle dort wohnen können und arbeiten dürfen!"

"Oh, das hört sich sooo toll und freundschaftlich an!", jauzte das Einhorn und schwebte so in unbändiger Euphorie, dass es ein Leichtes sein würde, ihren Geist zu brechen: "Te dragarš mi saren!", zischte die falsche Celestia und Twilight zuckte kurz auf, dann stand sie völlig still, "Conpris-que mi?"

"Saya."

"Gut so, meine brave Schülerin... du wirst von nun an mehr als das sein, hiermit befördere ich dich zu meiner persönlichen Adjudantin! Du wirst dich um den ganzen Papierkram und das Freundschaftsgelaber kümmern und alles beim Alten scheinen lassen, während ich dieses Land übernehmen und darüber herrschen werde, hast du verstanden?!"

"Ja, Prinzessin!"

"Alles beim Alten, nichts darf einen falschen Anschein erwecken! Und nun lauf los und bring mir die Elemente der Harmonie, ich will sie möglichst nahe bei mir haben... muhahaha!"

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Ponyville, zwei Stunden später

"Auf Gleis 1 fährt ein der D-Zug aus Canterlot zur Weiterfahrt nach Applewood über Mareowingen, bitte Vorsicht an der Bahnsteigkante und beim Überschreiten der Gleise!" Mit Getöse rollte die Dampflok der Baureihe 41 hinein in den Bahnhof, sachtes Abbremsen, ein Windstoß hüllte die Wartenden in weißen Nebel, die alten preußischen Abteilwagen knartzten behaglich. Waggontüren wurden nach Stillstand des Zuges aufgestoßen, Leben kam in die Ponys und Ziegen auf dem Bahnsteig, Gepäck wurde entladen, Ankommende herzlichst begrüßt, neue Reisende nahmen ihre Plätze ein und verabschiedeten sich von ihren Liebsten... ungeachtet dieser ganzen Freundschaft und Liebe schritt Twilight diabolisch lächelnd durch das Empfangsgebäude, reagierte auf keinen Gruß, trabte die Hauptstraße zum Rathaus hinab und bog in Richtung des Nascheckchens ab. Dort angekommen trat sie ohne Umschweife ein und fand ihre Freundinnen Pinkie Pie, Rarity und Rainbow Dash vor, die es sich bei einem Tässchen Tee und ein paar Cupcakes gemütliche gemacht hatten: "Hey Twiiiligt, ohhh suppi-suppi-duppi!" - "Hallo Twilight, schön dich zu sehen, komm setz dich zu uns - auch einen Schluck Tee?" - "Hey Twilight, die Brownies sind superlecker, nimmste auch einen?!"

"Hallo Mädels, nein danke, aber ich bin, na ja, geschäftlich hier und habe wenig Zeit, aber gut, dass ich euch treffe, denn genau euch brauche ich!"

"Uns?", fragte die Schneiderin erstaunt, "warum denn uns?"

"Weil Prinzessin Celestia die Elemente der Harmonie um sich versammeln will, es geht um die Verstärkung des Abwehrzaubers gegen die Schatten."

"Die sollen bloß kommen, die Ollen!", krakelte das Regenbogenpony und boxte wild in die Luft, die Flügel zum Headstart geöffnet, "dieses Mal lasse ich mich nicht so einfach besiegen, dieses Mal werde ich für Equestria kämpfen, so wahr ich Rainbow Dash heiße!"

"Das wirst du ganz bestimmt, aber damit es gar nicht erst soweit kommt müsst ihr mit nach Canterlot kommen, dann werden wir..."

"Ohhh, werden wir die Elemente benutzen dürfen, bitte bitte bitte?!"

"Na sicher doch, Pinkie, sonst würde Celestia uns nicht extra zu sich bestellen - Twilight, wann geht es los?"

"Am besten sofort."

"Au ja, das machen wir!", schon war Rainbow aus dem Laden gezischt und bolzte übermütig durch den Himmel, "ich warte am Bahnhof auf euch!"

"Hach, dass Rainbow es immer so eilig haben muss!", bemerkte Rarity kopfschüttelnd, "es wäre ja nicht so, als ginge es um Leben und Tod, also wirklich!"

Also wirklich, um Leben und Tod!, dachte Twilight finster bei sich, nein, um solche Banalitäten ging es der Prinzessin nun wirklich nicht... nein... es ging um die Weltherrschaft, um das Versklaven von Millionen von Ponys und um die Zebras - oh ja, sie würden leiden müssen, sie alle würden leiden müssen, und sie, sie selbst würde dabei zusehen und sich an ihren Qualen laben, ohhh ja, das war wahre Freundschaft, wahre Loyalität gegenüber dem einzig wahren Herrscher der Welt!

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Einige Zeit darauf in Canterlot

Die besessene Herrscherin Equestrias hatte die große Landkarte der Republik vor sich ausgebreitet und grübelte laut vor sich hin: "Hmm... ein direkter Angriff auf Down Under würde uns töten, aber die Ziegen müssen die Ersten sein, die von der Bildfläche verschwinden - scheiße, warum ist Paratas genau dann tot, wenn man ihn braucht?! Oder die anderen Lords... egal, ich schweife ab... obwohl, ich setze mir noch zu hohe Ziele... die Zebras sind die, die leiden sollen! Und diese Missgeburt von schwarzem Bastard wird mir dabei von allzu großem Nutzen sein...", es klopfte am großen Tor des Thronsaals: "JA?!"

Eine Wache trat ein: "Prinzessin, Eure Studentin Twilight Sp..."

"HEREIN MIT IHNEN!!!", begleitet von drei seiner Freundinnen stolzierte das Einhorn auch schon erhobenen Hauptes auf den Thron zu und verneigte sich: "Prinzessin, ich bin zurück und habe euch drei der Elemente mitgebracht."

"Gut, gut... so sei es, das reicht schon!"

"Hey, Momentchen mal, was...?"

"VÀZ MI-GNAREZ VŌL!!!", die Freundinnen standen wie festgewachsen still, die Augen weit geöffnet, Daeron konnte bis in die letzten Winkel ihrer Seelen blicken: "Gut, so ist's brav... Rarity, du bist von heute an meine persönliche Hofschneiderin und kümmerst dich gleichzeitig um alle Angelegenheiten hier in Canterlot, Großzügigkeit sei denen gewährt, die uns treu untergeben sind; Pinkie, du nimmst dich all denjenigen an, die sich gegen uns stellen und Feinde unseres Reiches sind, sie wirst du bewachen und für ihren Ungehorsam bestrafen, du wirst über ihre Qualen lachen, wie du noch nie gelacht hast; Rainbow Dash, du übernimmst den Oberbefehl über die geflügelte Armee Equestrias als meine Generalin, deine Loyalität mir gegenüber soll nichts brechen können, eher stirbst du!"

"Saya!", ertönte es im Chor: "Nàz gnarons ō eternin!"

"So soll es sein!", lachte Daeron schallend und erhob sich von seinem Thron, "und nun nutzt eure Elemente der Harmonie und öffnet mir das Schattenreich!" - Freundlichkeit und Ehrlichkeit, pfff, da pfeife ich drauf, die brauche ich sowieso am Allerwenigsten!

Und in einem gewaltigen Strom bündelte er die vier Grundströme, verschmolz sie mit der tiefsten Dunkelheit seines Innersten und feuerte diesen Höllenstrahl auf die Magiebarriere, dass sie nur so splitterte - damit war das Schattenreich geöffnet, endlich, nach all den Jahren hatte er es geschafft, er ganz alleine! ... und nur er würde über die Welt regieren, nur er ganz alleine, muhahaha!

Das Lachen des Schattenlords klang durch das ganze Schloss, während tausende Schatten überall in Equestria einfielen.

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Atlanas und Eross hatten bis dato Wache am Südtor Canterlots geschoben und glotzten nun ungläubig auf den schwarzen Schwarm, der den Himmel verdunkelte: "Bei Niben, wo kommen die ganzen Schatten her?!"

"Das wüsste ich auch gerne, aber gut sieht das nicht aus!"

"Schnell zum Schloss, wir müssen die Prinzessin beschützen!"

"Und die Zivilisten hier, was ist mit denen?!"

"Ich setze ungern Prioritäten, aber das ist ein akuter Notfall, wir...", ein Pegasus krachte vor ihnen auf die Pflastersteine, dass es nur so schepperte - es war ihr Mitstreiter Raphael, guter Freund und Bote: "Raph, was zur Hölle ist hier los?!"

"Ich... ich soll... muss... allen Bescheid... sagen... Prinzessin... Prinzessin Celestia hat... allen Schatten... Asyl gewährt... ab sofort... unverzüglich..."

"WIE BITTE?!?!"

"J-ja... ich... ich versteh es ja selbst nich... aber... ja... und... sie... sie dürfen sich... frei nach Belieben bewaffnen...", Atlanas und Eross glotzten ihn fassungslos an, die Münder weit offen, "sie... sie sind ab jetzt ein Teil der Armee... ganz... ganz freie... Ponys Equestrias... sorry, muss weiter...", und er entschwand japsend. Zurück blieben zwei Hengste, die nicht recht wussten, welche von den Neuigkeiten gerade eben die weniger schlimme war: "What the fucking Fuck?!"

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Rarity nähte ehrgeiziger als je zuvor, als ihr neuer König - pardon, Prinzessin Celestia, eintrat und ihr Werk begutachtete: "Eine schwarze Sonne, soso... das Rot des Hintergrundes gefällt mir ausgesprochen gut, es erinnert mich an das Blut der Ungläubigen, die meinen mich aufhalten zu können!"

"Ich habe Eure Sonne noch weiß hinterlegt, damit sie am allerbesten zur Geltung kommt, außerdem... Euch gefallen doch schlichte Farben?"

"Aber ja, sehr - diese Flagge erinnert mich an... ja, das soll sie sein, die neue Flagge des Reiches! Ruf die anderen Schneider her, ich will sie überall bewundern dürfen, als Symbol auf Häusern, Plakaten, Zügen, Uniformen!"

"Sehr wohl, Prinzessin, noch heute wird alles so sein, wie Ihr es wünscht!"

"Gut, gut!", bester Laune machte sie das falsche Alihorn weiter zu Twilight, Rainbow Dash und Pinkie, die beide über der großen Karte grübelten: "Und ihr, was steht ihr hier faul herum?!"

"Prinzessin..."

"ICH HASSE DAS PRINZESSIN!!!", fuhr es das Partypony an, "ICH BIN KEINE PRINZESSIN DER FREUNDSCHAFT, ICH FÜHRE EINE ARMEE, ICH BIN IHR FÜHRER!!!"

"Zu Befehl Führer!"

"Mein Führer, wenn ich bitten darf, und nur dann, wenn wir unter Unseresgleichen sind, ansonsten Führerin!"

"ZU BEFEHL FÜHRERIN!"

"Gut, gut - was treibt ihr hier eigentlich?!"

"Ich überlege, was wir mit den Wonderbolts machen sollen, sie sind eine alte Kriegerelite und stehen uns mehr im Weg als ihnen gut ist...", überlegte das Regenbogenpony laut, "aber haben sie viel Einfluss auf die Bevölkerung und ein großes Hauptquartier, zwei ideale Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit uns!"

"Das hört sich vortrefflich an - und du, Pinkamena Diane Pie?!"

"Und da war doch vorhin dieser Antrag von heimatlosen Zebras...", Daerons Ohren spitzten sich aufs Äußerste, "und wir überlegen gerade, was wir mit ihnen anstellen sollen!"

"Lasst das ganz meine Sorge sein - Twilight, du beauftragst jetzt endlich die Architekten, Rainbow, du fliegst nach Cloudsdale und kümmerst dich darum, dass diese Wonderbolts endlich ihre neuen geflügelten Mitbewohner kennenlernen, und Pinkie, du gehst zu den Zebras und passt mir auf sie auf, bis ihr neues Zuhause fertig ist - und wehe dir und auch nur eins fehlt!"

"Jawohl mein Führer!", salutierten die drei und verschwanden... wie einfach das doch war, jemanden mit Illusion zu verführen, eine falsche Versprechung hier, die andere da, und schon war man Herrscher der Welt! Und Twilight... sie würde ihm dabei noch von sehr großen Diensten sein - das stand dann wohl als Nächstes auf seiner Liste, gleich nach der ersten großen Antrittsrede an seine neuen Untertanen!

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Ein kleines Trüppchen Schatten hatte sich von der durch Ponyville marschierenden Schattenarmee getrennt und durchstöberte gierig nach dem ein oder anderen wertvollen Mitbringsel suchend die Häuser am Stadtrand. Dass dabei die Bewohner zu Schaden kamen nahmen die elf Soldaten so billigend in Kauf wie die Tatsache, dass auf derartige Plüdereien die Todesstrafe stand - wohl kaum, wenn es keine Zeugen gab! Fünf Tote gingen auf ihre Rechnung, davon zwei vergewaltigte Stuten, deren verstümmelte Leichen längst in den Kaminen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren... und mit der Aussage "Da waren Schatten und haben...!" würde sowieso keiner was anfangen können - Equestriaponys waren allemal zu doof um sie untereinander unterscheiden zu können! "Hey, schaut euch mal die Äpfel an, die sehen echt saftig aus!"

"Alter, du hast deine Taschen voller Gold und denkst ernsthaft noch an Äpfel?! - Mit dem Batzen kannste dir tausende Äpfel leisten, wenn nicht eine ganze Plantage!"

"Halt's Maul, die Äpfel sehen geil aus, und ich hab sowieso Hunger!"

"Nachdem du nen ganzen Kühlschrank alleine leer gefressen hast!"

"Was denn?!"

"Dann nehmt euch eure Scheißäpfel und legt nen Zahn zu, sonst merkt noch einer, dass wir verloren gegangen sind!", fauchte der gruppenkommandierende Unteroffizier genervt, "aber beeilt euch gefälligst!"

"Lass doch über die Farm abkürzen, das geht bestimmt schneller, und vielleicht finden wir ja noch was Schönes!"

"Ja genau, und stellt euch mal vor wir besetzen den Bauernhof, dann werden wir als Helden gefeiert!"

"Dir haben sie doch auch richtig fett ins Gehirn geschissen, oder?! - Wir besetzen keine Scheißbauernhöfe, wir besetzen Scheißländer!"

"Aber die Idee ist doch gut! - Es hieß doch, dass wir wichtige Punkte in Equestria besetzen sollen, und die Farm hier ist Sweet Apple Acres! Ohne ihren Cider drehen die hier ab!"

"Was ist das, dieses Cider?"

"Apfelwein, besser als der Schwarzgebrannte bei uns zuhause um Längen!"

Dem Offizier lief das Wasser im Mund zusammen, seine Hufe zitterten angestachelt von seiner Alkoholabhängigkeit: "Hengste, kleine Planänderung: Wir besetzen die Scheißfarm und holen uns die Lorbeeren, das Gold vergraben wir da und holen es uns später!"

"JAWOHL!!!"

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Im Thronsaal

"Du hast es geschafft! Du hast es tatsächlich geschafft!", jubelte Akavir und hopste ausgelassen auf seinem eigenen Thron herum, "kaum zu fassen, mein Vater hat es geschafft!"

"Ja, das habe ich... ich habe im Alleingang Equestria erobert! Ich habe unser Volk befreit! ICH BIN DER HERRSCHER DER WELT!!!", brüllte Daeron euphorisch, die im Saal versammelten Schatten explodierten vor tosendem Jubel: "HEIL DAERON, HEIL..."

"IHR IDIOTEN, ICH BIN NICHT DAERON, ICH BIN CELESTIA, SOLANGE AUCH NUR EINER VERDACHT SCHÖPFEN KÖNNTE BLEIBE ICH DAS AUCH!!!"

"HEIL CELESTIA, HEIL CELESTIA!!!"

"OH JA, JA, JAAA, MUHAHAHAHAHAAA!!! BEREITET ALLES VOR, ICH HABE EINE GROßE ANSPRACHE AN GANZ EQUESTRIA ZU HALTEN!!!"

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Eross hatte mehr als genug gehört, Atlanas ebenfalls. Mit Karacho rasten sie die endlosen Gänge hinab zum Haupttor des Palastes hin: "Fuck, das darf doch alles nicht wahr sein, ausgerechnet Daeron, ausgerechnet hier!"

"Das bedeutet Krieg, das ist dir schon klar?!"

"Sicher, aber erstmal müssen wir hier weg, auch wenn ich das starke Bedürfnis habe ihm sofort den Schädel von den Schultern zu hacken, dieser Missgeburt von Schattenlord!"

"Ich auch - verdammt, wir müssen sofort alle anderen warnen, bevor..."

"Ihr warnt heute niemanden mehr!", lachte eine dreckige Stimme vor ihnen und die beiden Pegasi bremsten abrupt ab - umgeben von Schatten mit MPs im Anschlag hoben sie unwillkürlich die Hufe über die Köpfe: "Sieh an, sieh an, zwei Gardisten, die mit ihrem neuen Herrscher gar nicht einverstanden zu sein scheinen - oder sollte ich besser sagen Rebellen Eross und Atlanas?"

Dieses kleine Wesen vor ihnen war unglaublich klein und hässlich, aber es schien Meister seines Faches zu sein: "Wer... was bist du?!"

"Ich verbitte mir das Du, und mein Name tut nichts zur Sache... Fakt ist nur, dass meine Person bislang für meinen König sehr hilfreich war - entwaffnet sie und legt sie in Ketten, die nächste Audienz ist für sie reserviert... natürlich erst nach dem großen Auftritt unseres allmächtigen Führers!"

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Die Äste der prallen Bäume bogen sich unter der Last der köstlichen Früchte, über die sich die Eindringlinge wie ein Schwarm gefräßiger Heuschrecken hermachten: "Ah, sind die lecker, verboten gut!"

"Hey, ihr da, was macht... AHHH, HILFÄÄÄ, APPLEJACK, HIER SIND SCHATTEN AUF DER FARM!!!", ein kleines Fohlen nahm die Hufe in die Hufe und peste schneller als ein geölter Blitz davon: "Verdammt, los, die schnappen wir uns!"

Brutal und skrupellos wie sie waren bollerte die mörderische Rotte hinterher, holte Meter um Meter auf, der beste Läufer hatte den Störenfried schon beinahe an den Hinterläufen gehabt, ein Haken, sie fielen ein Stück zurück, holten mühelos wieder auf. "Gib schon auf, ich kriege dich ja sowieso!", spie der Verfolger zähnefletschend, setzte zum Sprung an und riss das junge Erdpony von den Hufen, überschlug sich mehrfach und kam auf einer Lichtung zum Liegen, sein Opfer fest in Vorderhufen schraubstockgleich eingeklemmt.

"APPLEJ-", das Biest umschlag Appleblooms Hals und drückte zu, genüsslich sich am qualvollen Tod des lästigen Blages labend... gegenüber lag ein Farmhaus mit Scheune, davor ein verwaister Pflug, ein Schaukelstuhl und...

... das letzte, was er sah, war der Lauf eines Gewehres, mitten auf seine Stirn gerichtet.

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Unzählige Ponys waren auf dem großen Platz vor dem Schloss zusammengekommen und diskutierten erregt über die Neuankömmlinge, die mittlerweile zu tausenden die Straßen und Städte füllten und allein schon durch ihre Anwesenheit etliche Massenpaniken ausgelöst hatten - endlich trat die Prinzessin aus dem Schloss und auf ihr Rednerpodest: "Ponys von Equestria, heute ist ein großer Tag für uns alle, denn heute haben uns die Schatten um Frieden gebeten, und natürlich habe ich ihr Gesuch erhört! Wir wollen nicht noch mehr Blut vergießen als ohnehin schon geflossen ist, und schon gar nicht möchten wir noch einmal solch eine schreckliche Kreatur wie Burning Sun bekämpfen müssen - deswegen ist der König der Schatten, Akavir, heute zu mir gekommen und hat einen tausendjährigen Frieden beschlossen! Von nun an werden wir, Schatten und Ponys, in Harmonie und Freundschaft miteinander leben, komme was wolle! Kein Feind wird uns jemals wieder Schaden zufügen, wir werden stark sein, gemeinsam Seite an Seite! FÜR DAS NEUE TAUSENDJÄHRIGE REICH EQUESTRIA!!!"

Die Menge klatschte hingerissen und ließ seine neue Herrscherin am höchsten leben, noch höher als damals die Wiedervereinigung von Ziegen und Ponys... niemand ahnte, was die wahre Bedeutung dieser Worte war, was noch folgen würde.

Daeron lachte teuflisch in sich hinein. Sein Plan ging voll auf.

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Währenddessen war Pinkie per Expresskutsche schon am Bauplatz des neuen Asyls, irgendwo in der Einöde zwischen Dodge City und Baltimare, angekommen. Viele Zebras warteten bereits auf alles weitere, dazu kamen einige Schatten, von denen einer ein Hauptmannsabzeichen trug: "Miss Pie, ich bin Ihr neuer Adjudant, Amon!"

"Freut mich, angenehm - sagen Sie, hier ist es?"

"Hier wird das neue Asyl gebaut, ja, doch bevor wir damit beginnen habe ich noch etwas für Sie!", ein schwarzes Paket wechselte den Besitzer, neugierig riss die neue Besitzering es auf. Drinnen befanden sich ein rotes Armband, eine schwarze Uniform und ein Brief: "Pinkamena Diane Pie, deine Aufgabe ist klar, das ist deine Dienstkleidung. Behandele diesen Abschaum schlechter als den letzten Dreck! P.S.: Anbei noch ein kleines Extra, das deine Argumente unterstreichen wird!"

Voller Tatendran zog sich das Partypony schnell um und bemerkte einen Gegenstand in einer Tasche, einen kleiner schwarzer Stock: "Wozu ist der jetzt gut, ähm... ah Moment, hier ist ein Knopf!" Schwarzer Nebel zog sich an der Spitze des Stabes zusammen, als er verschwunden war hielt sie eine Peitsche im Huf, lächelnd: "Zeit zum Arbeiten!" Die anwesenden Schatten hatten nur auf diesen Befehl gewartet und trieben die in der Sonne badenden Zebras mit Schlägen und Tritten unsanft zusammen, erster Widerstand wurde laut: "RUUUHHHEEE!!!"

"Was... was soll das?!", wollte eines von ihnen wissen und Pinkie trat vor es: "WARUM ARBEITEST DU NICHT!?!"

"Was... wie... Arbeiten, wie bitte?!"

"NIMM DIR EINE SCHAUFEL UND FANG AN DIE FUNDAMENTE AUSZUSCHACHTEN, BEVOR ICH DICH MEINE PEITSCHE SPÜREN LASSE!!!"

"A-aber M-miss...", ein Klatschen, ein irrer Schrei, die anderen wichen panisch zurück, mit schmerzverzerrtem Gesicht wälzte sich der Störenfried am Boden, an der Peitsche klebte Blut: "DAS GILT FÜR EUCH ALLE!!! NA WIRDS BALD, ODER MÜSSEN WIR ERST NACHELFEN?!?!"

In Anbetracht der blank blitzenden Kurzschwerter und Bajonette machten sich die eingeschüchterten Gestreiften an die mühselige Arbeit, wenn es nicht schnell genug ging half ein Schlag mit dem Gewehrkolben nach, damit wurde die Geschwindigkeit verdoppelt: "GUT SO, BAUT SCHÖN EUER ASYL AUF, UND BAUT ES GROß, ES MÜSSEN NOCH VIEL MEHR VON EUCH DRECKIGEN ZEBRAS HIER REINPASSEN, MUHAHAHA!!!"

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Die Kugel saß, hätte Applejack auch schwer gewundert wenn nicht, lange genug mit ihrem Freund geübt hatte sie ja, bei jedem Wetter, das ganze Arsenal der Ziegenarmee hoch und runter, kreuz und quer: "Und nimm mit watt du brauchen können tust - man weiß ja nie, wann ma watt sein sollte, und denn is besser du hast ne jute Kannone inner Butze als nen Steckschuss inne Birne!"

"IHR DRECKIGEN SCHWEINE, VERPISST EUCH ZURÜCK IN DIE HÖLLE, AUS DER IHR GEKROCHEN SEID!!!", brüllte sie rasend vor ohnmächtiger Wut um ihre Familie, ihre Drohung unmittelbar in blutige Tat umsetzend. Ihre MP spie feurige Dämonen durch und durch Schattenfell, nur noch fünf, drei, zwei..., feige Sau, die Biege machen, der feige Hahn, aber nicht mit ihr! Konditionstraining hatte auch auf ihren gemeinsamen Lehrplan gestanden, Rennen gegen D-Züge um genauer gesagt zu sein, und irgendwann hatte auch sie die Lok abgehängt... der Soldat war dagegen Fohlenspiel, sie ließ ihn mühelos völlig außer Puste kommen, wartete als Todesengel, bis er japsend im Staub kroch, griff eine herumliegende Feldhacke und spaltete emotionslos seinen Schädel: "Willkommen auf Sweet Apple Acres, Arschloch!"

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"Sieh an, sieh an!", lachte Daeron schallend, als seine Treuen die beiden Gefangenen vor seinem Thron auf die Knie stießen, "euch beiden kenne ich doch noch von früher... insbesondere dich, Eross."

"DU MIESES STÜCK...", ein brutaler Schlag, der Pegasus krachte mit dem Gesicht auf den Boden, ein höllisches Brennen durchzuckte seine linke Wange, aber schreien würde er vor dem Mörder seiner Eltern nicht, niemals! "Aber aber, da zeigt einer aber wenig Respekt vor seiner Herrscherin..."

"Du bist so weiblich und meine Herrscherin wie die Regenbogenfabrik tot ist!"

"Ach stimmt ja, schade eigentlich, Atmospähre hätte mir sicher gute Dienste leisten können - egal, die Toten sind tot, nichts kann sie mehr zurückholen... sie sind tot für immer und ewig!"

"Spar die die Floskeln, was willst du von uns?!"

"Was ich will?", der Schattenlord klang überrascht, "natürlich, dass ihr euch mir anschließt, was dachtest du denn? - Auf zwei ausgezeichnete Krieger wie euch will ich nicht verzichten müssen... seht es doch als Neuanfang, als Chance - ihr als Teil meines tausendjährigen Reiches!"

"Träum weiter!"

"Oh, ich träume nicht gerne, die Realität ist ein viel schönerer Traum, denn er ist wahr!"

"Dann mach dich auf die Ziegen gefasst, Robert wird deine Armee frittieren wie die Brathähnchen!"

"So, wird er das? - Na ich glaube kaum, bis er erfahren hat, wie der Schatten fliegt, stehen wir schon vor seinem Schloss! Und dann wird ganz Equestria mein sein, dann wird...", ein Soldat krachte durch eine der großen Fenster und klatschte wie ein nasser Sack auf den blank polierten Marmor, um ihn herum bildete sich eine Blutlache: "WAS GEHT HIER VOR?!?!"

"Es... ein... ein Ziegen... bock... er... er... ahhh...", tot.

"IHR HABT IHN NICHT WIRKLICH ENTKOMMEN LASSEN, IHR VERSAGER?!?!"

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Doch! Atemlos hetzte der Ziegenbock durch die weiten Einhorn-Ebenen, seine Lungen brannten, seine Muskeln krampften, und obwohl er am Ende seiner Kondition angelangt war rannte er noch schneller als zuvor - seine Verfolger dicht auf den Fersen: "Schnappt ihn euch endlich, ihr Versager!"

Das Wort "Hasenjagd" war schon untertrieben, mindestens zwanzig waren hinter ihm her, zwei Dutzend hatte er schon erledigt, als er die letzte Chance zur Flucht aus Canterlot genutzt hatte - das "Heil" war es gewesen, was ihn endgültig davon überzeugt hatte, sofort die Zelte abzubrechen... aber da hatten sie schon vor seiner Tür gestanden: "Ziegenbock, Sie sind mit sofortiger Wirkung im Namen der Prinzessin verhaftet, Widerstand ist zwecklos!" ... wie gut, dass er stets eine Agram 2000-Maschinenpistole unter seiner Uniform trug und sich damit hatte den Weg freiballern können, aber vier Magazine waren leider nicht sonderlich viel - na los, bis zum Abzweiger schaffst du es noch, komm schon, das musst du schaffen, sonst landest du bei denen heute Abend im Eintopf! "KNALLT IHN ENDLICH AB!!!"

Ein schneller Haken, Kugeln verfehlten ihn nur um Haaresbreite - da, endlich, der überirdische Posten an einem Eingang nach Down Under war in Sicht! Im Lauf riss er sich die rote Signalfahne mit den Zähnen aus ihrer Tasche und schwenkte sie im Wind, die wachhabenden Böcke erkannten ihren General sofort und stürzten in ihr Häuschen, von hinten kamen die Schatten immer näher! Noch zweihundert, hundertfünfzig, hundert, fünfzig, vierzig... mitten in der Bewegung versagten im die Beine, er verlor Halt und Gleichgewicht, stolperte und stürzte in das frische Gras. Dreimal überschlug er sich, bevor er zum Liegen kam... so fühlt sich Sterben also an, dachte er bei sich, während ihm die Sternchen vor den Augen tanzten, oh Applejack, bitte... ich... ich liebe dich...

DA-DA-DA-DAM, DA-DA-DA-DA-DAM!!!

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"Big Mac, du, Applebloom und Granny macht euch sofort auf den kürzesten Weg nach Down Under!"

"Eyupp!"

"Und du Applejack?"

"Ich statte Celestia den versprochenen Besuch ab, das mit den Schatten stinkt doch bis zum Himmel!"

"Applejack, bitte komm mit uns, bitte! Du... du... wenn sie... sie dich... dann... dann..."

"Applebloom...", ihre geliebte große Schwester kniete sich vor sie und ergriff den flehenden Huf, wischte die Tränen aus ihrem Gesicht und lächelte: "Ich verspreche dir, dass ich gesund zurückommen werde, versprochen!"

"Ganz... ganz großes Apple-Ehrenwort?"

"Bei allen Bäumen dieser Farm, ja!", das überzeugte den jüngsten Apfel, der sich noch lange nach AJ umschauend vom großen Bruder den kleinen verborgenen Schleichweg nach Norden ziehen ließ, Oma Smith ruhte gebrechlich auf den Schultern des Ackergauls: "Pass gut auf dich auf, meine Applejack!"

"Das werde ich, Oma, das werde ich, und ich werde noch vor Sonnenuntergang wieder bei euch sein!"

Auch wenn Big Mac kein Hengst der vielen Worte war, so schmeckte ihm der kleine Zwischenfall ganz und gar nicht... einzig auf das Versprechen seiner Schwester konnte er sich voll und ganz verlassen, da hatte er keine Angst drum, eyupp! Und so dauerte es nicht lange, da waren er und seine beiden Begleiterinnen in den dichten Plantagen verschwunden.

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Tschock!, durchtrennte der scharfe Stahl Knochen wie Butter, Haut wie Seidenpapier. Mit einem hohlen Dumpf! schlug der Kopf des Offiziers auf dem Boden auf und rollte auch vor Atlanas und Eross vorbei, die anderen Schatten schwiegen betreten: "DAS MACHE ICH MIT JEDEM VERSAGER, MERKT EUCH DAS ALLE!!! UND JETZT LASST UNS ALLEINE UND GEHT ZURÜCK AN EURE ARBEITEN!!!"

Kaum dass sich der Saal geleert hatte schleifte Daerons Leibwachen die beiden Helden hinüber in sein Privatgemach, wo er sie noch einmal vor die Frage stellte: "Ich frage euch ein letztes Mal: Schließt ihr euch mir an?!"

"NIEMALS!!!"

"Damit habe ich gerechnet... und schon vorgesorgt...", kicherte er vergnügt und gab einem Schatten ein Hufzeichen, welcher im Nebenraum verschwand und mit einer gefesselten Stute zurückkam: "NEIN!!!", brüllte Atlanas, "NEIN, NICHT SIE!!!"

"Doch, genau sie und keine andere!", lachte der Schattenlord, seelenruhig ein Messer an Fluttershys Hals balancierend, die leise aufstöhnte: "Wie sieht's jetzt aus: Schließ dich mir an oder ich töte sie!"

"DU DRECKIGER BASTARD...", eine Kopfnuss, Ruhe war: "Na na Atlanas, nicht so wild bitte, wir sind doch keine kleine Fohlen mehr... na, wollen doch mal sehen...", sanft legte Daeron dem schüchternen Pegasus seinen Huf auf die Stirn und durchsuchte ihre Erinnerungen: "Oho, dass nenne ich mal harten Sex - würde mich nicht wundern, wenn da was rauskommen würde...", sacht verlagerte er seine Rechte zu ihrem Bauch, "na also, wie ich's mir dachte... Glückwunsch Atlanas, du wirst Vater, deine Freundin ist schwanger!"

"Du bist WAS?!", erschrak Atlanas entsetzt und glotzte Fluttershy ungläublig an, die nur leise weinte: "Also... wie entscheidest du dich?"

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Robert und Luna saßen gerade im Schlosspark und hatten sich genüsslich dem Nachmittagstee gewidmet, als ein junger Ziegenbock im Laufschritt zwischen den Bäumen auftauchte und vor seinem Königspaar salutierte: "Mein König, Euer Bruder ist angeschossen worden!"

"Wie bitte, angeschossen?! Wo und von wem?!"

"Das... das kann ich selbst kaum glauben..."

"Ferdi, nun sag schon!", drängte Luna freundlich, aber bestimmt, "manchmal geschehen eben auch Dinge, die..."

"Von... von Schatten!", Robert blieb die Zimtwaffel im Hals stecken, er hustete heftig: "WIE BITTE?!?! Das gibt's doch gar nicht, ich muss ihn sofort sprechen - wo ist er?!"

"Im Krankenhaus!"

"Gut, auf dahin!"

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Atlanas standen die Schweißtropfen auf der Stirn, die Zeit rann ihm zwischen den Hufen davon! "Na, was ist nun, ich hasse es warten zu müssen!"

"Atlanas, tu das nicht!"

"Dann sterben sie beide, so wie deine Eltern!", ein Wimmern kam von seinem Freund, er konnte im Moment kein Mitleid für ihn empfinden, so mies das auch war, aber... was sollte er bloß tun, bei Niben verdammt?! "WAS IST JETZT?!?!"

"Gleich..."

"ICH ZÄHLE BIS DREI - EINS, ZWEI...", die Tür flog so heftig auf, dass sie aus den Angeln riss und mit lautem Broch! der Länge nach hinkrachte, nicht nur Daeron erschrak sich: "WAS IST DENN NUN SCHON WIEDER?!?!"

"MEINE FÜHRERIN, IHR MÜSST HIER SOFORT RAUS, HIER IST EINE... DA-DA-DAMM!!! - AHHH!!!", Fleisch- und Knochenfetzen besprenkelten den Raum, Fluttershy wurde beim Anblick der aus dem Bauch des Schatten quellenden Därme ohnmächtig: "EROSS, JETZT!!!", schrie Atlanas und riss seinem Bewacher das Schwert aus der Scheide, ehe der recht kapiert hatte was Sache war steckte ihm der Stahl bis zum Knauf im Hals, Eross hatte den seinen halbiert, seine Hufe längst frei (uralter Rebellentrick von damals) und schwang nach Daeron, der im letzten Moment ausweichen konnte, sich nach hinten abstieß und durch die Scheibe nach draußen klirrte, dass das Kristallglas nur so splitterte. "DEN SCHNAPP ICH MIR!!!", brüllte der gelbe Pegasus und war schon fast aus dem Fenster, als ihn Atlanas Eisenhuf zurückriss: "Nein, das bringt jetzt auch nichts mehr, den kriegen wir ein andermal - erstmal müssen wir Fluttershy hier rausbringen und unsere eigenen Hintern retten... fuck, sie ist bewusstlos!"

"Na wenn's weiter nichts ist ham wa ja nochma Schwein gehabt! ", die beiden hoben die Köpfe und erblickten erstaunt Applejack mit rauchender PPsh-41 in den Hufen, "ansonsten alles klar bei euch zweien?"

"J-ja, ja danke... heiliger Niben AJ, wo kommst du denn so plötzlich her?!"

"Ich hatte schon nen kleinen Hausbesuch von ner Abhandlung dieser Mistviecher, dazu ne äußerst dubiose Nachricht von der "Prinzessin" höchstpersönlich - also wenn da ma nix faul dran war denn pflanz' ich ab morgen Birnen und nenn mich Wilhelma Birnenmus!"

"Danke, du hast uns echt die Hintern gerettet, danke, auch in Flutters Namen!"

"Kein Problem, jerne jemacht - gibt da nur ein Problem, hier wieder rauskommen..."

"Das sollte zu schaffen sein, Eross nimmt dich, ich Fluttershy, und dann ab durch die Mitte - auf geht’s, ab nach Down Under!"

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"Celestia ist was?!", stießen Luna und Robert am Krankenbett ihres Freund und Bruders entsetzt hervor, schwach kamen dem die Worte über die Lippen: "Unter... unter der Kontrolle eines Schattens, ja... aber keinem normalen... es ist... er ist Daeron, der Schattenlord... der, von dem Atlanas und Eross erzählt haben..."

"Scheibenkleister, das ist mehr als übel, und das ist noch untertrieben!"

"So schlimm?"

"Ja, ich kenne ihn und seine Methoden noch von damals, bevor wir uns kennengelernt haben, und mit ihm war noch nie gut Kirschen essen - zehntausend Schatten interessieren ihn so wenig wie ich mich für Autos!"

"Heilige Celestia, und was tun wir da jetzt, wo meine Schwester von ihm besessen ist?!"

"Ich weiß es auf Anhieb auch nicht, fest steht, dass die Schatten überall in Equestria sind, und das gefällt mir am ganz und gar nicht - für's Erste müssen wir wohl oder übel alle Tore zur Stadt verschließen und die Armee mobil machen, weil sie uns jederzeit angreifen können!"

"Und die Ponys oben, was ist mit ihnen?!"

"Ich...", er schluckte, "ich hoffe, dass sie noch leben."

"Dann sollten wir keine Zeit mehr verlieren und sofort alle Ziegen und Böcke ausrücken lassen, um sie zu beschützen!"

"Tut... tut das nicht...", keuchte der Ziegenbock schwach, "sie... Celestia... Daeron hat... hat... sie... vereint... als... in... Freundschaft und... Harmonie..."

"WIE BITTE?!?!", ungehalten stürmte der Ziegen-Doc ins Zimmer, zischte "Shhht!" und scheuchte die beiden hinaus: "Er braucht jetzt erstmal viel Ruhe, die Wunde ist da und muss verheilen, da hilft weder Geschrei noch Aufregung!"

Ein tunlichstes "Enschuldigung!" auf den Lippen zog Luna ihren Freund die Treppen hinunter, in ihrem Kopf brodelte es: "Das begreife ich nicht, ich denke die Schatten wollen den Tod aller Ponys!?!"

"Vielleicht Taktik, aber das kann ich mir kaum vorstellen...", im Wartezimmer saßen noch brav die Wachposten, die seinem Bruder das Leben gerettet hatten, "hey, Throsten, Alex, was war da vorhin los?"

"Dein Bruder kam angerannt, verfolgt von unzähligen Schatten, wir haben unsere Waffen geschnappt und... da hatten sie ihn auch schon getroffen, wir konnten sie bloß noch abwehren."

"Jo, ham einfach draufgeballert, war aber auch arschknapp, nen paar Meter mehr und... will ich jar nich wissen..."

"Hm, eigenartig, eine Hetzjagd in der Größe auf einen einzelnen Bock fast dreißig Kilometer lang?!"

"Vielleicht gerade deswegen!", schloss Luna, "vielleicht haben sie deswegen nicht von ihm abgelassen, damit wir davon nichts mitkriegen sollen!"

"Ja, aber warum, das begreife ich nicht?!"

"Weil Daeron Krieg will, Krieg mit den Ziegen, aber mit den Ponys auf seiner Seite!", keuchte Atlanas atemlos und brach verletzt am Ende seiner Kräfte mit Fluttershy über den Schultern mitten im Foyer zusammen, "puh... ja... genau das... bei Niben..."

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Mit seinem Herrscher war nach der Pleite mit dem Ziegendiplomat eher nicht gut Kirschen essen, weshalb Sayan es vorzog Akavir Bericht zu erstatten: "Mein Prinz, ich wollte Euch nur die Meldung überbringen, dass die Züge auf Euren Befehl warten... Euer Vater ist zur Zeit leider nicht zu sprechen."

"Wohl eher nicht ansprechbar...", witzelte der junge Schatten trocken, "aber gut, so sei es, und denkt daran, Ziegisch, nur Ziegisch!"

"Ich werde es den Attentätern ausrichten."

"Und erinnere sie daran, was alles auf dem Spiel steht und was sie zu verlieren haben!"

Ihre Ehre?, dachte der Goblin abschätzig bei sich, aber hey, das Verlanges des Führers dem Schatten sein Himmelreich... oder eher Diarons tiefstes Höllenloch?!? - Pfff, wen juckte das, ihn schonmal gar nich, sollten sie doch die Drecksarbeit machen, sprang ja eh nichts Lohnenswertes bei raus!

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Die Not-OP gestaltete sich als äußerst kompliziert, zumal Atlanas schwer einem Schweizer Käse ähnelte und massig Blut verloren hatte - und ausgerechnet das fehlte ausreichend, Gruppe Null Rhesus negativ musste natürlich auch so verdammt selten sein! "Wir brauchen unbedingt frisches Blut, sonst wird's echt nen schwerer Kampf für ihn!"

"Ich hab Null negativ, ich kann spenden!"

"Majestät, bei allem Respekt, Ihr seid hochschwanger, da braucht Ihr jeden Tropfen für Euer Fohlen!"

"Und wenn Atlanas deswegen stirbt?! - Was soll ich seinem Fohlen dann sagen: Och, wir hatten zwar Blut, aber nee, das brauchten wir anderswo dringender oder was?!"

"Robert, ich verstehe ja, dass du zwischen den Zügen stehst, aber..."

"Wer ist hier der Könich?!"

"... genau deswegen solltest grade du dich mit Vernunft und gesundem Zi-, Hengstverstand auskennen wie kein anderer: Entweder dein Freund oder dein Fohlen, eine andere Möglichkeit haben wir nicht!"

"Hat denn keiner in Down Under sonst Null?!"

"Bestimmt, wenn ich das auf die Schnelle wüsste..."

"Und was hab ich?!"

"AB positiv, das geht nicht, weil wir vor allem das Plasma transfirieren müssen, und das kann eben nur von einem Null-Negativ-Spender kommen, ansonsten verklumpt das Blut sofort in den Arterien und Banane..."

"Doktor, mein Bock Arnold hat Null negativ - der ist grade auf'm Stellwerk im Dienst!", rettete eine Krankenschwester die vertrackte Lage, "ich glaube auf'm Fahrdienstleiter heute!"

"Tausend Danke Verena, wir sind sofort wieder da!"

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Zeitgleich auf'fem Stellwerch B2

Arnold Schwarzenacker schob Dienst, so wie sonst auch. Nichts Aufregendes war bislang passiert, nicht mal irgendeine Frachtkiste war abhanden gekommen oder sowas, einfach gar nichts war los außer der üblichen Routine... noch heute, denn kannste wieder auf'fe Fuffzich fahren!, sprach er sich zu, in Gedanken in die Tageszeitung vertieft. Die zwei Lehrlinge, die die Direktion ihm aufgeschwatzt hatte, waren voll und ganz mit Weichenstellen, Zugemelden und Fahrplaneinhalten ausgelastet, auch jut, musst du dett nich machen... "Chef, da kommen vier außerplanmäßige Güterzüge rein!"

"Vier?", verwundert ließ er die Zeitung sinken, "wie vier?"

"Von Vanhoover einer, von Mareowingen einer, von Ponyville einer, von Canterlot einer, macht vier!"

"Zählen kann ich auch noch, wa? - Klingelt ma bidde durch, was mit denen sein soll, ob die nur umgeleitet werden oder auch hier Station machen."

"Jo, machen'wa!", gute Jungs, kannste ja dein Kreuzworträtsel in aller Ruhe feddisch machen... "Ach so, der soll hier anhalten? - Ja aber der Kollege in Cloudsdale sachte doch der soll durchfahren... ähm, hallo, sind Sie noch dran? ... hm, is wohl de Leitung jestört..."

"Leitung jestört, ach watt, bei den neuen Glaskabeln!", empörte sich der Fahrdienstleiter, "damals die ersten Telegrafen, datt war noch watt Jungs, aber dett heute hier, nee nee, datt is doch alles Zickleingarten, da braucht man nich ma mehr Jefühl für, dett..."

"Komisch, hey Hendrik, der Zuch is am grünen Signal stehen geblieben?"

"Ja du, echt komisch ey... lass ma hören!", verwirrt wählte der junge Bock das Lokpersonal an: "Hallo, ja, hier is der FDL Down Under, sacht mal, habt ihr nen Problem oder was steht ihr am Hp 1?"

Sekundenlang blieb die Leitung still, dann dröhnte es: "HEIL DAERON!!!"

Ka-Bumm.

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KA-MEGASUPERWUMM!!!

Die gekoppelten Sprengkörper detonierten zeitgleich, verbunden durch einen einzigen Zünder. Mehrere Megatonnen Explosion atomisierten Steine und Stützträger, Schienen, Waggons, Lokomotiven. Die Schatten verglühten innerhalb von Augenblicken, kurz danach brachen die Tunnelröhren in sich zusammen. Aus den Portalen schossen glühende Feuerwalzen, steckten auf der Stelle Bäume, Häuser und Felder in Brand. Die ganze große Höhle zitterte durch die ungeheure Wucht der Explosionen, hielt aber wacker stand. Nicht ein Felsbrocken stürzte in die Stadt - dafür umso mehr Ziegen aus ihren Häusern, und als sie sahen was vorgefallen war zögerte keine länger als notwendig, schnappte sich an Wasser und Eimern was sie tragen konnte und nahm den Kampf gegen die Flammen auf. Seite an Seite fochten sie alle gemeinsam gegen das Inferno, und wirklich, es dauerte nicht lange, da hatte man es schon fast unter Kontrolle.

Doch da war es bereits geschehen.

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Ungeachtet von all der Panik schritt eine Stute die Hauptstraße entlang auf die Klinik zu. Der Ziegenkönig war ausgeflogen, na ja, weit war er nicht gekommen... und dazu im Krankenhaus, das würde was werden, oh ja, bei Diaron!, lachte sie hinter rot glühenden Schattenaugen in sich hinein.

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Die Druckwelle ließ auch den großen weißen Bau heftig vibrieren, doch auch hier tat sich kein einziger Riss in den Wänden auf - gelungene Ziegenbaukunst! "Was-was war das?!", schlotterte der Ziegen-Doc nach.

"Keine Ahnung, aber es hörte sich verdammt böse an!", konstatierte Robert, dem die Magensäure bis im Rachen stand, "los, kommt weiter, wir müssen zum Stellwerk!"

Die letzte Treppe hinunter, schon waren sie im Foyer, wo Kranke und Personal ebenso erschrocken drein blickten und prüften, ob an ihnen auch noch alle Hörner und Huf dran waren - Luna preschte vor, als dem Trio plötzlich eine unbekannte Stute den Weg versperrte, ihren Mantel öffnete und eine Bombe offenbarte: "Heil Celestia!"

Es mochten Millisekunden gewesen sein, vielleicht auch ein ganz kleines wenig mehr, in der die Mondprinzessin nach vorne stieß, mit dem rechten Vorderhuf weit ausholte und ihn der Selbstmörderin mitten in den Bauch rammte, fest genug, um sie ein paar Meter weiter weg von all den hilflosen verletzten Geschöpfen zu stoßen... Robert schaffte es um Haaresbreite nicht mehr seine Geliebte von ihrem Märtyrium abzuhalten, sein Mund war zum angstvollen Entsetzensschrei geweitet. So dicht war er hinter hier, in letzter Hoffnung sich selbst statt ihr zu opfern, dass auch ihm die volle Kanne rasiermesserscharfer Hitze den Körper versengte.

Und das war das letzte, was er spürte.

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Es klopfte an Daerons Gemach: "WAS DENN?!"

Sayan trat ein: "Mein Führer, Operation Rohrbombe ist erfolgreich ohne Komplikationen verlaufen!", der Schattenlord war sichtlich überrascht: "Wie jetzt, ernsthaft?! - Wer hat den Befehl dazu gegeben wenn nicht ich?!"

"Euer Sohn mein Führer, Ihr könnt stolz auf ihn sein."

"Oh das bin ich, das bin ich sogar sehr - ich will ihn sprechen, sofort!"

"Zu Befehl mein Führer, doch vorher habe ich eine weitere gute Nachricht für euch!"

"So?!"

"Bringt ihn rein!", zwei Wachen schleiften einen gefesselten Pegasus herein und warfen ihn vor Daerons Hufe, der angetan auflachte: "Na sieh mal einer an, das entflogene Vögelchen ist doch wieder ins Netz gegangen!"

"Fick dich!", zischte Eross rasend an seinen Fesseln reißend: "Na na, wer wird denn da gleich so ausfallend werden... dafür wirst du noch genügend Gelegenheit haben, wenn du bei mir am Hof bleibst, und da bestehe ich natürlich drauf!"

"Du mieses Schwein, das war dein letzter Fehler Equestria anzugreifen, die Ziegen werden dich...!"

"Ach die Ziegen? - Weißt du, da habe ich schon vorgesorgt, nur keine Bange, wir werden lange lange ungestört sein... Sayan, bereitet alles vor, ich werde eine neue Ansprache für meine Schäfchen halten müssen, dass mir auch ja keines entwischt! Die werden schon sehen, was die Ziegen und ihr Kommunismus für wahre Monster sind!"

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Die Säulen hielten. Gerade so am Rande des Kollapses, aber sie trotzten wacker allen statischen Kräften, die sie zu zerbröseln drohten, und wie sie ungebrochen da standen, so trugen sie auf ihren Kapitellen das ganze Krankenhaus einschließlich aller Patienten und Patientinnen. Zum Evakuieren blieb weder Zeit noch Möglichkeit, war die Luft draußen doch beißend von Hitze und Brandgestank - entweder hier im lebensgefährlich beschädigten Kartenhaus oder besser gleich auf dem Friedhof?! - Natürlich nicht! "KANTHÖLZER, WIR BRAUCHEN MEHR KANTHÖLZER!!!", schrie ein Schreiner in Richtung der freiwilligen Helfer, die sich unmittelbar nach dem Attentat aus der Umgebung eingefunden hatten und in Einigkeit wider aller Gefahren das Gebiet sicherten und aufräumten: "KOMMEN GLEICH!!!"

Trotz angesengten Beins humpelte der Ziegen-Doc unwirsch alle Hilfe wegwedelnd durch die mittlerweile heillos überfüllten Sääle, instruierte Personal und Hilfskräfte bei welchem Verletzungsgrad wie zu verfahren war, griff trotz eigener Schmerzen selbst in mehrere Not-OPs ein und sank erst völlig ausgelaugt auf eine freigewordene Trage, als keine akute Lebensgefahr mehr für irgendjemanden ausging. Und da das nicht der Fall war brach er spät in der Nacht vor lauter Erschöpfung zusammen.

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Atlanas bekam von all dem nichts mit. Sein Herzschlag war stabil, die Atmung auch, die Schussverletzungen verschlossen mehrere stramme Verbände. Woher das Blut für ihn gekommen war wusste niemand so genau, aber es war zur rechten Zeit gekommen und stammte dennoch nicht vom Stellwerk B2.

Noch lange saß Fluttershy all ihrer Angst vor erneuten Explosionen zum Trotz neben seinem Bett und streichelte seinen Huf, ehe sie sich neben ihn schob, ein "Danke, dass du uns gerettet hast!" in sein Ohr hauchte und zart an ihren Hengst gekuschelt einschlief.

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Der Ziegenbock war fix und fertig, seine Wunden brannten ekelhaft, aber allem Bitten und Flehen der Schwestern zum Trotz hatte er sein Bett verlassen - brauchten andere sowieso nötiger - und hatte bei seiner Familie auf einem harten Schemel Wache bezogen. Robert sah böse aus, total zugekleistert mit Verbänden, darunter rotes offenes Fleisch... immerhin war er dem Tod von der Schippe gesprungen, immerhin er... das gleichmäßige Piepsen der Messgeräte gab ihm die unsichere Gewissheit, dass auch die Prinzessin noch lebte, schwach, auf Messers Schneide, aber ja, sie lebte, das war die Hauptsache... oder wie es der Doc vorhin so fein ausgedrückt hatte: "Wie sie es-auch-immer geschafft hat nicht augenblicklich zu verpuffen... Alihörner eben, die existieren gegen alle medizinischen Regeln und sind einfach nicht kaputt zu kriegen, wurstegal was sich Mutter Natur auch an Fiesematenten ausdenkt!"

Vielleicht war es ja auch genau das gewesen, Alihörner eben... behutsam streichelte er tief in Gedanken versunken das kleine Bündel, was da im Schutz der Nacht in seinem Schoß lag - Alihörner eben!

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Kapitel 2 - Rebellion Bearbeiten

Der nächste Morgen brach schneller an als es ihm lieb war. Mühsam reckte und streckte er sich, es half alles nichts, sofort überflutete ihn die nächste Sturmflut Torturen, die gefühlt jede einzelne Zelle seines Körpers plagte... Du wirst auch nich grade jünger, mahnte das Unterbewusstsein spöttisch, das nächste Mal... - Jaja, leck mich doch!

"Oh, auferstanden von den Toten?", erkundigte sich der (natürlich!) längst wieder herumwuselnde Ziegen-Doc sarkastisch beim Anblick seines schmerzverzerrten Gesichts, "ich hoffe du lernst watt draus und legst dich das nächste Mal zum Schlafen ins Bett, wenn du halb totgeschossen wurdest!"

"Leck mich... und, wie geht's Robert?"

"Geht so, geht so, die Prinzessin ist nach wie vor kritisch, aber einigermaßen stabil - und, hat der Kleine dich lange wach gehalten?"

"Der hat gepennt wie'n Stein, der Süße... und, wie steht es um...?"

"Gut soweit, alles ruhig, keine Komplikationen, wird vermutlich grade gefüttert."

"Ich geh ma nachsehen...", schwerfällig rappelte der Obergeneral der Ziegenarmee sich auf, das kleine in dicke Laken gewickelte Fohlen wachte auf und quäkte sofort los: "Da hat wohl noch einer Hunger - na du, hast du gut geschlafen bei deinem Onkel, kleiner Prinz?"

"Sehr gut, sachte ich doch schon."

"Ich hab ja auch ihn gefragt - ja, wie heißt er denn nun eigentlich?"

"Datt wüsste ich auch jerne, aber dett is Roberts Bier, wenn er denn nu wieder auf'fen Hufen is..."

"Hat er dir denn nix gesagt von wegen Namen? - Ich will jetzt keine Panik schieben, aber das wäre wenigstens eine positive Nachricht für das bangende Volk vor den Toren..."

"Versteh ich schon... pfff, watt war denn datt... ähm, also für nen Bock müsste es Jack und für ne Stute Sonea gewesen sein - weißte watt, dett passt schon, wenn Robert mir datt so jesacht hat is da Huf und Horn dran!"

"Also Jack und Sonea, hört sich beides gut an!", vor lauter Gequatsche hatte die kleine Alihornziege (mit drei Hörnern auf dem Kopf!) nur umso größeren Hunger bekommen und setzte zum allerersten Gebrüll an: "BUUUÄÄÄHHH!!!!"

"Oh, jetz aber fix!", konstatierte der frischgebackene Onkel und flitzte dem Doc voraus erstmal zu weit den Flur hinunter, die richtige Tür zurück erwartete den halb Verhungerten auch schon die pralle Brust einer Ziegenmami, aus der es sogleich die heißersehnte Milch gab - und Ruhe war! Zufrieden wandte sich der Ziegenbock zwei anwesenden Krankenschwestern zu, die ein winziges schwarzes Etwas zärtlichst liebevoll streichelten und bürsteten: "Ist... ist das Sonea?"

"Sonea heißt sie? - Ja natürlich ist sie das, die neue Prinzessin, sooo schnuckelig!"

"Dürfte... dürfte ich vielleicht...?"

"Na aber sicher, Ihr seid doch der Onkel!", behutsam wechselte das Fellknäul mit Hörnchen und Flügelchen die Hufe, kuschelte sich ganz fest in sein Bauchfell und quietschte in den höchsten Freudentönen: "Heilige Arriva ist sie süß!"

"Die Geburt eines Alihorns miterleben zu dürfen war jetzt nicht besonders spektakulär, das übliche Blut und der übliche Matsch und so...", es hagelte böse Blicke von den anderen Anwesenden in des Ziegen-Docs Richtung, "was denn, ich bin doch bloß ehrlich?!? - Egal, trotz aller Schwierigkeiten... das ist wahrhaftig zum Anbeißen niedlicher königlicher Nachwuchs!"

"Och ja... und wenn nicht gestern gewesen wäre..."

"... dann würde jetzt die ganze Stadt ein Riesenfest schmeißen?"

"So in etwa, aber Kriech is nunma Kriech, wa?"

"Du sachst es... und was nun?"

"Gute Frage, die Antwort habe ich selbst noch nicht gefunden... du sag ma, wann denkste is Robert wieder auf'fen Hufen?"

"Schwer zu sagen, könnte morgen sein, in einer Woche, in einem Monat... nie mehr?"

"Scheibenkleister, wie soll's weitergehen ohne ihn?"

"Das müsste ich eher dich fragen..."

"Och nööö, oder?!?"

"Ich schätze schon, wer sonst steht Robert näher?"

"Ich hasse Diplomatie und habe sie schon immer gehasst, ich bin kein guter Regent!"

"Aber ein irre guter General, und wir haben Krieg, hast du selbst gesagt - und du magst kein geborener Könich sein, aber das Zeug zum Anführer hast du allemal!"

"Mag sein, aber... ich... na schön, ein Depp muss den Laden ja schmeißen!"

"Genau so isses!"

"Also denn?"

"Wenn ich mir dich, pardon, Euch so angucke, dann kann ich Euch guten Gewissens entlassen - in drei Tagen solltet ihr einmal die Verbände wechseln kommen, ansonsten stehe ich Euch nicht länger im Wege, Majestät!"

"Es gibt Tage, da hasse ich deinen Humor abgrundtief, weißt du das?"

"Ich weiß, das behaupten viele!"

"Na denn... also Herr Doktor, dann kümmern Sie sich bitte weiterhin mit all Ihren verfügbaren Kräften um meine Familie und all die anderen hier, wenn Sie mich suchen, ich bin im Schloss - es gibt sicher eine ganze Menge zu tun!"

"Wird erledigt Eure Majestät, bis später!"

"Alter Schnippler!"

"Hey, das hab ich gehört!"

"Solltest du auch... also denn, bis demnächst!", nicht ganz so flott wie für gewöhnlich verließ der Aushilfskönich das Krankenhaus und trottete die Hauptstraße zum Schloss empor... heilige Arriva, das konnte ja heiter werden! Und schon umringten ihn die ersten um Rat bittenden Bewohner der Stadt, er bedeutete ihnen mitzukommen, bahnte sich durch immer größer werdende Mengen bis hin zum Palast seines Bruders, orderte die Meute hier auf ihn zu warten, verschwand im Schloss, trat schließlich auf den Balkon, von dem sonst Robert immer sprach, räusperte sich und erhob die Stimme: "Ziegen, Böcke, Zicklein! In dieser schweren Stunde der Not rufe ich euch alle auf die Nerven zu bewahren und all denjenigen Opfern des gestrigen feigen Angriffe der Schatten zu helfen! Ihr wisst, dass mein Bruder Robert mich zum Vizekönig in Notzeiten ernannt hat, nun, wir stehen mitten drin in einer solchen Krise, mit allen vier Hufen - um sie zu bewältigen müssen wir alle zusammenarbeiten, ihr wisst ja, das übliche Kram... repariert, was es zu reparieren gibt, arbeitet zusammen, wie es Zenin und die Helden des Roten Oktober auch getan haben! Und wenn alles wieder beim Alten ist, dann schwöre ich euch, dann nehmen wir Rache an diesen feigen Hunden, dann zeigen wir ihnen, mit wem man sich nicht ungestraft anlegt, wer sich nicht kleinkriegen lässt, wer gemeinsam standhält! Für den Sozialismus, für den Frieden, für unseren Könich Robert, für uns alle!"

Die Höhlenwände dröhnten vom Applaus der Zuhörer, sie waren hin und weg, bereit es mit allem aufzunehmen: "Und noch etwas, ich habe trotz allen Übels gute Neuigkeiten für euch: Mein Bruder ist außer Lebensgefahr, seine Prinzessin Luna auch, und mehr als das, sie hat zwei gesunden Fohlen das Leben geschenkt, den Thronfolgern JACK und SONEA!!!"

Der Beifallssturm war unbeschreiblich - wenn das mal keine eindeutige Stimme des Volkes war!

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Canterlot, gleiche Uhrzeit

Auch Equestrias Bewohner waren nach den gestrigen Ereignissen zutiefst beunruhigt, wusste doch keiner so recht was vorgefallen war da tief unten in den Tunneln - aber eine wusste es, die Prinzessin hatte unmittelbar nach dem "tragischen Unglück" versprochen für eine sofortige Aufklärung der Ursache zu suchen und nicht eher zu ruhen noch zu rasten, bis Gewissheit sei, was exakt vorgefallen war! Ein öffentlicher Auftritt war natürlich allerhöchste Ehrensache, und in keinem Fall ließ Daeron sich diese Chance seines Lebens entgehen, die Ziegen endgültig eigenhufig fertigzumachen!

"Ponys und Schatten! Am gestrigen Tag ist etwas Schreckliches geschehen, was ich selbst niemals für möglich gehalten hätte, aber die Überlebenden der Katastrophe sagen es so aus: Als unsere Güterzüge in die Tunnel gefahren sind um den Ziegen Waggons voller Getreide und Rüben zu bringen haben sie ohne Warnung mit ihren großen Geschützen auf die Lokomotiven geschossen!", fassungsloses Gemurmel fuhr durch die Menge, viele fassten sich zutiefst erschrocken an die Köpfe, begannen wild zu diskutieren: "Natürlich gab es keinen Grund dazu, denn wir wollten ihnen in unserer Großherzigkeit diese Vorräte schenken - doch das wahre Verbrechen ist noch viel schlimmer: Sie haben geschossen, weil die Lokomotiven von Schatten geführt wurden und diese sich auf Schattisch angemeldet haben!"

Jetzt erschallten aggressive Rufe, kritische Stimmen drangen bis in sein Gehör, erstklassige Arbeit der bezalten Treuesten, die sich überall unter die Masse gemischt hatten - bessere Demagogen gab es kaum! "Ich bitte um Ruhe, die Lage ist ernst und schwer! Ich habe versucht meine Schwester Prinzessin Luna zu erreichen, aber sie hat mir nicht geantwortet, und als sie es heute in den Morgenstunden doch getan hat, da griff sie mich an, ich sei schuld an der ganzen Sache, habe ich doch die Schatten, die Todfeinde aller Ziegen, in Equestria aufgenommen! - Wisst ihr was, ich frage euch, bei eurem gesunden Verstand: Warum solltet ihr dafür Verantwortung tragen, wenn ihr verlorene Kreaturen bei euch in Freundschaft und Harmonie aufnehmt, ihnen ein Zuhause und Futter bietet, gar euer weniges Hab und Gut teilt?! Warum soll das Wort der Ziegen euer Gesetz sein?! - Nein sage ich euch, nein sage ich zu all denen, die sich uns entgegenstellen, sie sind die wahren Bösen, denn wer unseren Freunden Schaden zufügt verletzt auch uns dabei! ICH FRAGE EUCH, WAS KÜMMERN EUCH DIE ZIEGEN NOCH, SOLLEN SIE DOCH IN IHREN HÖHLEN FÜR SICH ALLEINE LEBEN IN EWIGER FINSTERNIS, DAS SOLL UNS NICHT UNSER TAUSENDJÄHRIGES REICH ZERSTÖREN!!! AUF EUCH, PONYS UND SCHATTEN, AUF DIE FREUNDSCHAFT EURER STARKEN VÖLKER, AUF EQUESTRIA!!!"

"AUF EUCH, PRINZESSIN, AUF DIE FREUNDSCHAFT, AUF EQUESTRIA!!!"

"NIEDER MIT DEN ZIEGEN, NIEDER MIT ALLEN FEINDEN!!!"

"NIEDER MIT ALLEN FEINDEN!!!", und unter dem donnerndem Applaus seiner Untertanen schritt Daeron diabolisch lachend ab hinein in sein prächtiges Schloss, bereit sein Reich für tausend Jahre und länger zu beherrschen. Mit allem, was dazu nötig sein würde!

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"Die hat sie doch nicht mehr alle!"

"Aber Rose!", zuckte deren Freundin Daisy erschrocken zusammen, "pscht, nicht so laut!"

"Ist doch wahr, hör dir die Hetze doch mal an! Die Ziegen haben uns nichts Böses getan, ganz im Gegenteil, sie haben uns von der Regenbogen-Fabrik und den Schatten befreit! Und bislang haben die nur eines versucht: Uns alle umzubringen!"

"Aber die Prinzessin hat Frieden mit ihnen geschlossen, in Freundschaft und Harmonie!"

"Und warum sind dann die Elemente der Harmonie nirgends präsent, sollten die nicht dafür sorgen, dass es auch wirklich dabei bleibt?!"

"Mensch, da hast du Recht, ich sehe nur Twilight Sparkle... a-aber..."

"Merkst du jetzt, dass das was oberfaul ist?!"

"Ja aber... die Prinzessin... ich... ich verstehe das nicht..."

"Erinnerst du dich noch an Burning Sun?!"

"Oh je, besser nicht!"

"Weißt du, was ich und viele andere denken? - Das war auch Prinzessin Celestia, besessen von einem Schatten!"

"Das wäre ungeheuerlich!"

"Eben drum, und genau das ist ein zweites Mal passiert - bei meinem und deinem gesunden Verstand würde es doch sonst nur Schaden bringen, den Schatten hier in Equestria Asyl zu gewähren, noch dazu auf die Kosten unseren Staates und unserer Seelen!"

"Wenn das stimmt müssen es alle wissen!"

"Das müssen sie, und zwar schnell, aber nicht auf offener Straße - berichte es jedem, dem du blind vertrauen kannst, und so, dass es unter euch bleibt!"

"Mache ich - wir sehen uns heute Abend?"

"Sicher, bis dann, und viel Glück!"

"Danke, dir auch, bis später!", die Menge zerstreute sich allmählich, die beiden Freundinnen tauchten unerkannt in ihren Wogen unter, bereit die Wahrheit ans Licht zu bringen. In welch hoher Gefahr sie deswegen schwebten war ihnen nicht bewusst...

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Zurück in Down Under

Jack und Sonea schliefen friedlich in ihren Wiegen, gut bewacht von derzeit recht arbeitslosen Ghost Ridern - Rich Marlin höchstpersönlich hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen auf den Lunas und Roberts Nachwuchs aufzupassen -, also blieb dem gestressten Onkel mal ein bisschen Zeit für sich selbst, und die nutzte er für einen Spaziergang im Schlosswald, weitab von allem Trubel. An Zenins alter Blockhütte pflanzte er sich auf den Steg und blickte über das Wasser zum Schloss hin... es sah alles so friedlich aus, und doch... ach Welt, warum musst du manchmal nur so ein mieses Arschloch sein?!

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Schwerfällig schlug Atlanas die Augen auf und blickte in das wunderschöne Gesicht seiner Holden: "H-hallo..."

"Atlanas, oh, du bist wach, wie schön!"

"War... war ich lange...?"

"Nur einen Tag, und es geht dir gut, du wirst gesund werden!"

"Das... das ist schön... wo... wo sind wir?"

"Wir sind in Down Under bei den Ziegen, und es gab einen schlimmen Anschlag, aber es geht allen gut...", den Versuch sich mühsam aufzurichten unterband sie mit zwei strengen Hufen, "nein nein, bleib liegen und ruh dich aus, das hat der Arzt gesagt, du darfst noch nicht aufstehen, sonst geht deine Wunde wieder auf!"

"Na dann... bleib ich hier... ich... bin müde..."

"Schlaf noch etwas, mein Held, du hast es dir redlich verdient...", und mit diesem süßen Klang ihrer Stimme im Ohr verschluckte ihn die unendliche Tiefe der Traumwelt.

Gegen Abend

"Und Ihr möchtet wirklich nicht, dass wir...?"

"Nein und nochmal nein, ich bin erwachsen und kann jut auf mich alleine aufpassen, danke, und außerdem bin ich nur Vizekönich, den janzen Titelquatsch könnt ihr euch echt sparen Jungs, auch wenn's ja lieb jemeint ist."

"Euer Wunsch ist uns Befehl, Majestät!", salutierten die beiden der älteren Generation angehörigen Ghost Rider, die vermutlich noch Roberts Vater gedient haben mussten und partout nicht umzustimmen war, "ruht Euch gut aus und schlaft schön, es war ein anstrengender Tag für Euch."

"Jaja, zieht bloß Leine!", knurrte der Ziegenbock mürrisch und knallte die schwere Tür des Schlafgemachs seines Bruders zu - wie gut, dass er den Job nur aushilfsweise machte, sonst würde er schon aktiv mit möglichen Suizidgedanken spielen! Bleib locker, bleib locker..., nee, klappte heute nicht, schon gar nicht wegen seines schmerzenden Körpers und des Erlebten, auf der weichen Matratze wälzte er sich schlaflos hin und her, versuch abzuschalten, lass alles hinter dir, genieße die Ruhe, schlaf ein, schlaf ein... schlaf...

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Im neuen "Asyl"

Pinkie Pie erblickte das neue Weltreich durch die Augen einer wahren treuen Anhängerin der allmächtigen Führerin und seine ersten reifenden Früchte: Das Straflager war fast vollendet und bot genug Platz für alle dreckigen Zebras ganz Equestrias, auch wenn das bedeutete, dass sich drei ein Bett teilen mussten... aber Ungeziefer soll sich besser nicht beschweren oder besser noch gleich ganz auf dem Boden im Dreck schlafen, so wie es sich gehörte! Ihr Verstand war durch Daerons Illusionen so getäuscht, dass ein Trugbild einer kunterbunten Pinkie-Party vor ihren Netzhäuten abtanzte, die Melodie "Ready to die!" schrill dazwischen funkte und dem ganzen Wahnsinn die Krone, oder besser, das Sahnehäubchen auf den gigantischen Kuchen aus dem Fleisch bis zur Unkenntlichkeit gefolterten und verstümmelten Leichen bis in Himmel aufsetzte - der Spaß war unendlich, jede Stunde ein Stückchen besser!

Diese Party würde tausend Jahre währen, und nichts und niemand würde sie je beenden können, muhahahaha! "Ähäm, Entschuldigung Miss Pie, aber ich habe Sie lachen gehört und wollte nicht stören, aber es ist dringend!"

"Kommandant Amon, was ist denn so wichtig?!"

"Wir... haben einen neuen Gast empfangen und..."

"Hier kommen ständig neue Gäste hinzu, was interessiert mich das?!"

"Sie behauptet Sie zu kennen und vom Führer kam der Befehl, sie noch schlechter zu behandeln als alle anderen - sie hat versucht ein Attentat auf ihn zu verüben!"

"Soso, die Schlampe kennt mich und wagt es bei meinem guten Namen unseren geliebten Herrscher auf das Schlimmste verletzen zu wollen?! - Na wohl kaum, die wird mich erst so richtig kennenlernen!", schnaubend vor Wut über diese bodenlose Unverschämtheit marschierte das pinke Pony in Schwarz hinaus aus seinem Domizil und hinüber zur Rampe, wo die Neuankömmlinge aus Güterzügen von überall her aus dem ganzen Reich entladen und durchgezählt wurden - Ausflüchte gab es von da an nicht mehr, mitarbeiten musste jeder, schnurzpiepe egal ob jung oder alt, wer was zu essen wollte hatte anzupacken und zu schuften, bis ihm die Hufe wund waren! - Und siehe da, das Miststück wartete schon ungeduldig auf seine Begrüßung, trat trotz schwerer Ketten an den Hinterhufen so gut es konnte um sich und konnte nur mit Mühe von vier starken Schattenhengsten einigermaßen im Zaum gehalten werden: "LASST MICH LOS IHR SAUHUNDE, WARTET NUR BIS ICH FREIKOMME, DANN... P-pinkie, w-was machst d-du denn hier, was trägst du die Uniform?!"

Melodie in ihren Ohren, wie der Verräterin die Stimme versagte... gerade eben noch so stark und selbstsicher, und jetzt baff, unsicher, geschockt, fassungslos - Zeit für's Willkommenheißen: "Hallo liebste Applejack, ich hoffe doch sehr du hattest eine nicht allzu harte Reise? - Falls nicht ist es mir auch recht, denn so eine hinterlistige Schlange wie du verdient nichts Besseres als an den Hufen durch den tiefsten Sumpf gezogen zu werden, bis dass sie daran ersäuft!", grell flammte die Peitsche auf und traf das wehrlose Bauernmädchen Mal für Mal brutaler, seine hilflosen Schmerzensschreie stachelten die Sklaventreiberin zu mehr Ansporn an, Schlag auf Schlag übertraf sich an Kraft und Brutalität, Blut spritzte zwischendrin umher als sei es eine Wasserschlacht. Nach endlosen Minuten der Qual ließ Pinkie von ihrem Opfer ab, besah ihr perfektes Werk aus Pein und Qual, genoss einen Augenblick lang die Totenstille - keiner der Umstehenden wagte auch nur zu atmen -, faltete dann seelenruhig ihr liebstes Mittel zum Zweck zusammen, fuhr barsch die zu stummen Soldaten an: "Schafft sie weg!" und verließ mit erhobenem Haupt den Richtplatz, nicht ohne vorher noch einmal kräftig auf das bewusstlose Stück Dreck auszuspucken, so wie es ihm zustand!

"Ein nicht übles Ende der Party...", bemerkte sie in Amons Richtung, der instinktiv zusammenzuckte, "aber ja, das muss morgen besser sein!"

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During the night

Wilde Träume umwarben ihn, zogen sein Ich in einen Bann aus düsteren Farben und gesichtslosen Gestalten, die orientierungs- und bewegungslos an ihm vorbeizogen, Bild für Bild, Licht um Schatten... Schatten, Schatten, Schatten.

Schatten.

Müde blinzelte er nach der großen Standuhr, einem hässlichen Ding aus der Nachrevolutionszeit, schlicht und kantig, aber genau Roberts Geschmack... dem muss es gefallen, Hauptsache es sacht die Zeit an - kurz nach Mitternacht. Draußen heulte ein Wind ums Schloss und schepperte mit den Scheiben und Fensterläden, ihn störte das nicht, solange kein Schatten versuchte ins Allerheiligste einzubrechen...

Er vollendete seinen Gedankengang nicht, eiskalter Schweiß brach ihm aus und durchtränkte Kissen und Decke, mit zitternden Hufen tastete er nach seiner Elli, der treuen Thompson-Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg, bereit es mit der pechschwarzen Gestalt aufzunehmen, die einem Geist gleich auf dem Stuhl neben seinem Bett hockte (oder doch schwebte?!) und ruhig vor sich hin atmete - was in heiligen Namen Königin Arrivas wurde hier gespielt?!

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Ein kleines Haus in Ponyville

Hinter dichten Wolken verbarg sich kein Mond, die Nacht war kohlrabenschwarz, jegliche Straßenbeleuchtung war ausgeschaltet, aus keinem Fenster drang ein Lichtschein - totale Verdunkelung war strikt angeordnet, von ganz hoch oben, könnte doch jederzeit ein feindlicher Luftangriff das Leben der braven Untertanen bedrohen! Glück für das Wesen, welches durch diese tiefste Finsternis schlich, immer nah an den kalten Wänden der Gebäude entlang, bis es ein Spalt verschluchte. Durch ein kleines Gärtlein und eine angelehnte Kellertür trat es in eine Waschküche, in welcher sich bereits etliche gleichgesinnte Gestalten tummelten und leise diskutierten, wuchtete die mitgeschleppte Umhängetasche auf einen Ablagetisch, streifte die Kaputze ab und schnaufte: "Heilige Ce... Luna, da draußen kann man echt keinen Hufen vor Augen sehen, so stockfinster ist es!"

"Umso besser, dann hat dich auch keiner erkannt!", Rose lächelte ihrer Freundin Daisy dankbar an, "und, hast du's bekommen?"

"Na sicher!", ein ganzer Batzen schneeweißes Papier lugte aus der Ledermappe hervor und wurde von Pipsqueak und Archer schon begeistert unter die Lupe genommen: "Hervorragend - Jungs, ihr wisst, was ihr zu tun habt! Eure Druckerpresse soll nicht eher still stehen bis jeder Zetter bis auf die letzte Ecke voll mit der Wahrheit ist!"

"Da ist aber ein Esel ganz schön in seinem Element!", grinste Mathilda schelmisch, ihr Ehehengst verteidigte sich: "Na also hör mal, einer muss doch die Kommandos geben, damit das hier nicht im totalen Chaos endet!"

"Zur totalen Invasion hat's ja schon geführt, fehlt bloß noch der totale Krieg...", bemerkte Bon Bon trocken und guckte Rose ernst an, "und was nun, was hast du dir vorgestellt, wie sollen wir gegen die Schatten vorgehen?"

"Zuerst einmal unauffällig und defensiv, keiner darf sich in große Gefahr begeben - für's Erste denk ich an sowas wie heimlich Flugblätter abwerfen oder Plakate anschlagen, das erregt am meisten Aufsehen!"

"DAS MACHEN WIR, JA!!!" - "Pscht, nicht so laut Bulk, oder willst du, dass wir entdeckt werden?!" - "Tschuldigung Ma'am!" - "Ja, schon gut, und nimm du Derpy mit, aber passt verdammt gut auf euch auf, der Schwarze Tod regiert den Himmel!" - "Machen wir, ja!" - "Huiii, Postfliegen!" - "So in etwa Liebes, so in etwa, ja... warte bitte noch etwas, gleich bekommst du noch einen Stapel!"

"Scheint ja soweit alles gut zu laufen, nicht wahr?"

"Joar, es gab vorhin einen Engpass an Druckschwärze, aber seitdem gab es keine Störungen im Betrieb - erste Sahne!"

"Wunderbar, besser kann's doch nicht laufen, oder?"

"Hm, eine Kleinigkeit gäb's da noch... wie sollen wir heißen? - Ich meine, wir brauchen doch einen Namen, einen, in dem wir für Equestria kämpfen!"

"Hm... also ich hätte da was..."

"Ja?"

"Die Rote Rose?"

"Ja aber... das ist doch dein Name, dann wissen die Schatten sofort wer dahinter steckt!"

"Und wenn schon, dann kommen sie eben zu mir, ihr alle anderen werdet unentdeckt bleiben!"

"J-ja, aber du..."

"Um mich mach dir mal keine Sorgen, ich bin eine große Stute, ich pass schon gut auf mich auf, und auf meine Rosen sowieso!"

"Hm, ja dann also Rote Rose?"

"Spricht ansonsten nichts dagegen!"

"Ja, und wir können als unser Zeichen rote Rosen unseren Schreiben beifügen, wie das duften wird!"

"Eine tolle Idee, genau so machen wir's!"

"Auf die Rote Rose!" - "Auf die Rote Rose!"

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Zwölf Zentimeter trennten ihn vom sicheren Schuss, vom Tod des Schatten - es musste einer sein, wer sonst käme auf die dämliche Idee ihn nachts so dermaßen erschrecken zu wollen?! -, dazwischen lag dummerweise der Spannhebel zum Aufheben der Sicherung seiner Elli... so geräuschlos man ihn auch zurückziehen konnte, umso metallischer schnarrte er anschließend zurück nach vorne und rastete kampfbereit ein - und wehe man hielt ihn zu lange fest, dann verklemmte sich die ganze Mechanik auf der Stelle, war eben eine feinfühlige alte Dame! Bitte hak nur dieses eine Mal nicht!, flehte der Ziegenbock am Rande des Wahnsinns vor Angst jeden Moment entdeckt und über den Haufen geballert zu werden, mit alleräußerster Vorsicht die Vorrichtung schärfend, komm schon, raste ein, raste ein, raste...

Klack! - Fuck! "Sach jetze bidde nich datt du grade drauf und dran warst mich zu Generalshack zu verarbeiten?!"

"Ferrell! Du hast doch auch nich mehr alle Bierfässer im Keller dich hier mitten in der Nacht reinzuschleichen und mich halb zu Tode zu erschrecken, oder?! - Wo hast du überhaupt gesteckt, ich habe vorhin ewig auf dich gewartet!"

"Mir ist was dazwischen gekommen, sorry, und vor der Tür warten wollte ich auch nich unbedingt länger als nötig, wohlgesinnt ist man mir aus gegebenem Anlass momentan ja sonst noch weniger als schon üblich."

"Schon klar, aber trotzdem, das hätte sowas von... ach egal, nur der Schreck!", tief durchatmend knipste der Ziegenbock die Nachttischlampe an und erblickte das Gesicht seines guten Freundes, dessen strahlend blaue Augen aus dem dunklen Schattenfell wie zwei kleine blaue Lagunen hervorstachen, "also schieß los, was gibt's denn so Dringliches, dass es nicht hat bis Morgen früh warten können?"

"Daeron hat ein Straflager für Zebras in den Ebenen des Einhornflusses bauen lassen!"

"Das ist ja eigenartig... warum für Zebras, was haben die ihm getan?"

"Das wüsste ich auch nicht, aber... na ja, Arbeit macht frei und durch Natürliche Auslese entsteht Artgerechte Dezimierung."

"Das darf doch nicht wahr sein!"

"Ist es aber, genau was ich befürchtet habe."

"Scheiße, verfluchte Scheiße, das hätte nicht passieren dürfen, das hätten wir verhindern müssen!"

"Ja wie denn?! - Mach dir keine Vorwürfe, wir haben es nicht können, gegen Täuschung und Illusion helfen selten Demokratie oder Vernunft."

"Aber tatenlos zusehen werde ich nicht, wir Daeron die Zebras ausrotten lässt - ich werde ihm sowas von das Fell über die Ohren und darüber hinaus ziehen, so wahr ich es hasse Vizekönig zu sein!"

"Ich bin dabei, noch mehr Leid auf Kosten anderer lasse ich nicht zu, es sind schon genug gute Hengste in dem Wahnsinn umgekommen - jetzt ist er uns so nahe wie noch nie!"

"Du sagst es, und auch wenn das Down Under fast zum Verhängnis geworden ist werde ich beim beim ersten Hahnenschrei alle Ziegen und Böcke für den Kampf gegen den Terror und Hass gewonnen haben! Auf die Rebellion!"

"Auf... die Rebellion."

"Jo, und nu?"

"Ich mach mich wieder auf die Hufe, wir sprechen uns morgen Abend... ich nehme das Lager derweil so gut unter die Lupe wie ich kann!"

"Du bist Oberklasse, weißt du das?"

"Hab ja auch genuch dafür hergegeben, na ja, wird schon werden, wir sehen uns."

"Jo, bis denne, und halt die Ohren steif!"

"Du ruh dich ma schön noch ne Runde aus, sonst mutierst du noch zum lebenden Toten!"

"Danke du alter Schleimer!"

"Oller Sack!"

"Nah, immer diese Komplimente - man schaut sich!"

"Yupp, bis demächst!", und mit einem beherzten Satz über das Geländer war Ferrell in der Dunkelheit der Nacht verschwunden... jetzt erst so richtig richtig aufgewühlt rückte der Ziegenbock platter als eine Briefmarke sein Kissen zurecht, versenkte seine Ömme bis zu den Ohren darin und pennte sofort weg.

Dieses Mal träumte er vom Zweiten Weltkrieg, vom Konzentrationslager Mittelbau Dora, damals, am 17. April 1945 nahe Nordhausen am Harzrand... all die Toten, all der Wahnsinn, all das Verbrechen - oh nein, soweit würde es kein zweites Mal kommen lassen, bei seinem und aller Ziegen Leben nicht!

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Am nächsten Morgen

"RAUS AUS DEN BARACKEN!!!" Applejack schaffte es nicht aufzustehen. Verkrustetes Blut überzog ihren geschundenen Körper, das linke Auge war völlig zugeschwollen, die Bretter unter ihrem Rücken durchtränkt von literweise Eiter und Angstschweiß... Pinkie..., flüsterte sie in die Stille hinein, P... Pinkie...

Zwei Zebras traten über sie und brabbelten etwas Unverständliches, umfassten sie mit drei Hufen und zogen sie in ihre Mitte, vorsichtig und behutsam, und dennoch zu schnell; das Bauernmädchen würgte und erbrach sich in hohem Bogen nach vorne, genau vor ein Paar schwarzer Hufe: "Soso, das ist also die Neue... tsetsetse, wie unhöflich, erst ein hundsmieses Attentat auf unsere glorreiche Führerin verüben und dann meine Hufe beschmutzen?! DU DRECKIGES STÜCK PONY!!!"

Der Knüppel des Schattens krachte auf die Schulter des linken Zebras herab, welches vor Schmerzen laut aufschrie, Applejack konnte sich nicht halten und stürzte auf die Holzbohlen des Bogens, bekam den Schlagstock mit Wucht übers rechte Ohr gezogen und sah nur noch Sternchen vor ihren Augen tanzen. Er packte sie an der Mähne und riss sie hoch und versetzte ihr einen Tritt in den Hinter, der sie geradewegs aus dem Schuppen hinaus mitten in den Schlamm katapultierte. Die morastige Brühe roch nicht besonders angenehm, aber sie war kühl und feucht und nahm ein winziges Bisschen der Schmerzen, nur minimalst, aber es reichte und gab Applejack neuen Mut und neue Kraft. Blind tastete sie mit ihrem gesunden Vorderhuf umher, bekam etwas zu fassen und spannte die Muskeln, schnaubend kam ihr Peiniger aus der Baracke gestampft, stellte sich breitbeinig über sie und holte zum Schlag aus - in dem Moment rollte sie sich herum, der Hieb landete verfehlt im Schlamm, mit aller Kraft holte sie aus und donnerte ihm den Klappspaten mitten ins Gesicht.

Er konnte kaum schreien, so sehr hatte ihm das eiserne Blatt Nase und Maul eingeschlagen, und hielt sich den klaffenden Riss quer durch sein Gesicht. Jetzt oder nie!, schwor sich sein Opfer, komme was wolle, rappelte sich adrenalingeladen auf, nahm Anlauf und drosch dem Schatten die Schippe einmal längs mitten in den Schädel. Wie ein gefällter Baum krachte er der Länge nach hin und stand nicht wieder auf, unentwegt störmte Blut aus dem Loch in seinem Kopf. Die Zebras standen geschockt umher und begafften die Leiche des Sklaventreibers und Applejack, deren Brustkorb sich keuchend auf und nieder senkte. Ein junger Hengst stupste den Toten vorsichtig an und fragte ängstlich: "Wird... wird er dir noch weh tun?"

"Er wird niemandem mehr wehtun."

"E-er v-vielleicht nicht, a-aber..."

Ein Schatten stand drei Baracken weiter und starrte nicht minder fassungslos zu ihnen herunter. Niemand rührte einen Huf, als er hektisch heran geprescht kam: "Watt glotzt ihr denn so, schmeißt ihn in die Latrine am Ende von Block 4, die Wachmannschaft hat gerade Ablösung, und dann kippt Schlamm drüber, damit es nicht riecht!"

Jetzt wussten die Anwesenden erst recht was sie glauben sollten: "Na los, macht schon, sonst... heiliger Robert - AJ, wie kommst du hier rein?!"

"Hab' versucht Daeron umzulegen und leider daneben geschossen... tja, wie ist die Lage in Down Under?"

"Schlecht, gestern gab es fünf Selbstmordattentate, vier haben die Zufahrtstunnel voll erwischt und zum Einsturz gebracht und einer Robert und Luna... sie leben, aber es sieht böse aus."

"Heilige Celes-, Luna, und Jox?!"

"Dem geht's den Umständen entsprechend, er spielt gezwungenermaßen den Vizekönig und humpelt auf dem rechten Huf, ma abgesehen von seiner üblichen miesen Laune, wenn er den Laden schmeißen muss, ist alles in allerbester Ordnung."

"Na immerhin das... weißt du zufällig was von Eross, Atlanas und Fluttershy und meiner Familie?"

"Von Eross weiß ich nichts, Atlanas und Fluttershy geht es gut, sie haben sich gestern kurz vor den Anschlägen in die Stadt gerettet und wenn mich nicht alles täuscht sind gestern Abend drei Ponys an der Stadtgrenze beim Benutzen eines geheimen Schleichtunnels aufgegriffen worden... ich schätze mal, dass sie das waren, bring ich später in Erfahrung."

"Alles klar, hab vielen Dank für alles!"

"Keine Ursache, und nicht dafür - bin ja froh, dass du wenigstens einigermaßen wohlauf bist, dann braucht sich dein Verlobter keine ganz so großen Sorgen zu machen..."

"Nein, sag auf keinen Fall irgendwas zu Jox, auch wenn es ihn halb in den Wahnsinn treibt, aber das bringt ihn womöglich um seinen kühlen Kopf... ich bin eine große Stute, ich pass schon auf mich auf."

"Und wenn ich mal nicht da sein kann und du nochmal jemandem den Schädel einschlägst?!"

"Dann ist es eben so, aber ich sterbe lieber ungebrochen hier als um einen viel zu hohen Preis gerettet zu werden!"

"Meine Lippen sind versiegelt, auch wenn ich es nicht gutheiße, aber ja, in Ordnung. Und jetzt seht zu, dass die Leiche und das Blut hier verschwinden...", er stoppte noch einmal kurz die in Bewegung gekommenen Zebras, sackte alles Brauchbare aus dem Taschen des toten Aufsehers ein und wischte das Blut vom Mordwerkzeug, das er zusammenklappte und in seine gestohlene Uniform schob, "ich lass dir einen Verbandskasten hinter der Regentonne um die Ecke, benutz auf jeden Fall die Kräutersalbe, die hilft gegen so gut wie alle Verletzungen an dir dran - und bitte pass auf dich auf, Applejack!"

"Das werde ich, keine Sorge, versprochen, großes Apple-Ehrenwort!", na wenigstens darauf konnte sich Ferrell verlassen, nickte, murmelte ein "Bis bald, und halt die Ohren steif!" und trabte von dannen, nicht ohne vorher noch einmal zu prüfen, ob die Luft auch wirklich rein war. Zwei Patrouillengänger verwickelte er noch schnell in einen kleinen Plausch über die siegreiche Eroberung Equestrias und spendierte ihnen ein Schlückchen extra starken Korn aus seinem Flachmann, machte danach noch eine Kontrollrunde und stellte zufrieden fest, dass nichts mehr an den kleinen Zwischenfall erinnerte.

Und auch wenn sie es ihm und er ihr versprochen hatte gefiel es ihm ganz und gar nicht Stillschweigen gegenüber seinem besten Freund bewahren zu müssen.

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Down Under, Haus der Arbeiter und Bauern

Rich Marlin grinste über sein ganzes Gesicht: "Deine allererste Rede vor allen, na wenn datt ma nix is!"

"Muss ich dich aber enttäuschen, ist schon die zweite, und nein, das mach ich bloß als Vize, Robert kann das um Längen besser."

"Schaffst du schon, keine Sorge!"

"Jou, also Kopp zu und durch da!", ein letzter Stoßseufzer, dann schritt, oder besser humpelte der Ziegenbock durch das Tor hinein ins Allerheiligste der Stadt, die Versammlungshalle des Ziegenrates. Hunderte Augenpaare richteten sich erwartungsvoll auf ihn, zwischendrin wurde nach wie vor heftigst diskutiert, unzählige der Anwesenden bombadierten den armen Irren sofort mit tausend Fragen, die Ghost Rider hatten alle Mühe ihm den Weg zum Rednerpult zu bahnen und freizuhalten, wenn nötig auch mal mit Hörnern oder ein paar Ohrfeigen. Endlich am absoluten Mittelpunkt angelangt klopfte er auf das dunkle Holz, die allermeisten Schnatterliesen verstummten, er räusperte sich geräuschvoll, dann herrschte gänzlich Stille: "Also Leute, dann schießt ma los, ich höre."

Wie sonst auch üblich war die Reihenfolge der Redner vorher ausgelost worden, der erste heute ausgerechnet ein Erztreuer, der sogleich alle verfügbaren Geschütze gegen Equestria auffuhr: "Celestia hat diese tödlichen Angriffe zu verantworten! Es lag und liegt ihr nichts mehr daran uns alle zu vernichten, einen zweiten Versuch zu wagen, uns Ziegen für alle Zeiten vom Antlitz des Globus zu brennen!"

"Na sicher!", unkte ein LILI dazwischen, "ist ja auch nit so, als ob wir sie aus der Regenbogen-Fabrik gerettet hätten, nääähhh, nur nit! - Und ihre eigene Schwester grade mal eben so mit in die Luft zu jagen trifft auch ganz sicher auf die Prinzessin der Freundschaft und Harmonie zu!"

"Auf den Mond verbannt hat sie sie ja schonmal ohne mit der Wimper zu zucken, also komm bloß nich damit..."

"Ist ja fast schon schade für euch, dass es Robert auch erwischt hat, sonst würde er dir auf der Stelle das Maul stopfen, und zwar achtkantig!"

"Ja nee, is klar Lilie..."

"Fresse Konserve!"

"Und da sieht bock's mal wieder, Politik ist eben nur was für wahre Treue..."

"DEMAGONENFASCHIST!!!"

"Leuts, jetzt ist aber ma Sense!", beendete der Ziegenbock den Zickenkrieg und die Streithähne ließen weitestgehend voneinander ab, natürlich nicht ohne vorher noch giftige Blicke beziehungsweise Stinkehufe auszutauschen: "Na jut, wenn sich drei streiten freut sich der Vierte - ich hab nämlich auch watt vorzubringen: Mein Freund Ferrell hat eine grausige Entdeckung gemacht - die Schatten haben nahe des Unicorn Rivers unweit von Hoofington ein Konzentrationslager für Zebras und andere Staatsfeinde binnen drei Tagen errichtet und bereits überfüllt, dazu erreichen stündlich neue Züge diesen Wahnsinn - auch wenn es keiner von euch in all seiner Grausamkeit erleben musste, ich schon, und ich werde nicht noch einmal tatenlos zusehen, wie tausende und abertausende Unschuldige bestialisch abgeschlachtet werden!"

"Diesem Informant ist doch nicht zu trauen, er ist ein verdammter Schatten, und die sind alle gleich!"

"Das halte ich für absolut an der Mähne herbeigezogen, und außerdem war er es doch, der uns so gut wie alles, was wir bislang über das innere Reich und Daeron, verraten hat - wie oft muss ich das eigentlich noch wiederholen: ER IST EINER VON UNS - das Innere zählt, nicht das Äußere!"

"Für uns Erztreue bleibt er ein Feind, komme was wolle!"

"Dann seid ihr nicht besser als Daerons Anhänger!", eine Welle der Empörung ritt durch die Reihen, der Vizekönig blieb unbeeindruckt: "Ich sage die reine Wahrheit, nach meinem gesunden Ziegenverstand und aller Vernunft geurteilt."

"Ich widerlege das!"

"Na gut, ich lausche gespannt."

"Es steht außerfrage, dass wir Erztreuen nicht auf eine Stufe mit diesen geistesgestörten Psychopathen stehen können, weil wir Ziegen sind und demnach die Gesetze Zenins als höchstes Gut anerkennen!"

"Dann ist euch auch Artikel Eins gut bekannt?"

"Natürlich!"

"Nun, dieser besagt, dass keine Ziege und kein Bock wegen ihrer oder seiner Äußerlichkeit diskriminiert werden darf..."

"Ja und?!"

"... dann dürft ihr Ferrell auch nicht nach seinem Äußeren beurteilen, denn ihm wurde hier Asyl gewährt. Und Artikel Sechzehn Paragraph Eins besagt...", ein Grinsen machte sich insbesondere bei den LILIs im Saal breit, "... dass politisch Verfolgte ein unanfechtbares Recht darauf besitzen..."

"Aber...!"

"Ich war noch nicht fertig, unterbrich mich nicht! - Wie dem auch sein, jedenfalls hat Robert es damals doppelt und dreifach bestätigt, dass Ferrell ein Freund und niemand sonst ist! Haben das nun alle Matschbirnen hier in der Runde mitbekommen?! - Gut, dann weiter im Text... wenn ich mich nicht täusche hat nun James Timmety das Wort?"

"Das ist richtig, vielen Dank mein König!", der in die Jahre gekommene Bock, nach wie vor urstolz auf seinen Grafentitel bestehend, erhob sich von seinem Sitz: "Ich beurteile die aktuelle Krise mit großer Sorge und muss meinem Vorredner, so wenig ich seine Ansichten auch teile und verabscheue, in einem Punkt zustimmen: Warum sollen ausgerechnet wir uns alleine in einen mörderischen Krieg gegen zwei gigantische Völker stürzen, die von einem Wahnsinnigen zur Weißglut angestachelt werden? Es wird ein Blutbad an unseren tapferen Soldaten und Soldatinnen geben, unsere überlegene Technik hin oder her, es sind einfach zu viele gegen uns, wir können keinen Weltkrieg schlagen!"

"Das müssen wir nicht, und selbst wenn, wir sind Ziegen, wir wurden geboren, um für den Frieden dieser Welt einzustehen, um für die Kranken und Schwachen zu beschützen, um zu kämpfen und zu siegen!", das saß und berührte, begeisterte, schöpfte neuen Mut, Hoffnung, Gewissheit, die Sprecherin Esther Marlin, Richs Zicke, strahlte und legte sogleich nach: "Ich richte meinen Appell noch einmal an die Versammlung: Wir Ziegen sind von unserem Schöpfer dazu geschaffen worden, die Ponys vor allen Gefahren, insbesondere den Schatten, für alle Ewigkeit zu schützen - und wer wären wir, wenn wir dies verleugnen würden?! Ihr alle habt Nibens Zorn erlebt, so etwas darf und wird nicht noch einmal über uns hereinbrechen, bei meinem Namen als Vizekönig nicht! Und außerdem wart ihr alle, Ziegen und Böcke, egal wo nach ihr heute strebt, damals einig im Kampf für Freiheit, Gleichheit, Recht und Geschwisterlichkeit, als ihr Huf in Huf die Generäle zur Hölle gejagt habt! So müssen wir es in diesen schweren Stunden auch wieder sein, wir müssen bereit sein, einen Preis für Freundschaft und Frieden zu zahlen, wir müssen stark sein, gemeinsam kämpfen, gemeinsam siegen, für uns, für die Zebras, für die Ponys, für Equestria!"

"Und bedenkt...", musste der Ziegenbock einfach noch loswerden, "unsere Waffen mögen vielleicht nicht mehr die allerneusten sein, aber es braucht einen Spaziergang und wir können sie besitzen, die Menschenwelt ist nur ein lächerliches Portal entfernt! Zu guter Letzt noch die Antwort auf die Frage: Wir allein gegen die Welt? - Oh nein, sie ist mit uns, es gibt so viele andere Völker rund um sie herum, so unzählig viele, dass wir sie noch nicht einmal alle kennen... ich glaube kaum, dass sie uns in Anbetracht von Daerons Machthunger noch lange alleine diese Schlacht aller Schlachten kämpfen lassen werden! Und wenn wir etwas draufhaben, dann sind es Demokratie, Diplomatie, Völkerfreundschaft und Frieden - sagt mir, wer ist dabei?!"

Die Zustimmung war unbeschreiblich, die Höhle bebte vom Einklang der Ziegen und Böcke.

Der Krieg hatte begonnen.

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...

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Schlachtplanschmiede im Thronsaal. Anwesend waren der Vizekönig, Obergeneral Richard Marlin, Oberst Pierre Barc, Admiral Marko Ramius und Hauptmann Manfred Richthofen, die führenden Schädel der Ziegenarmee: "Also gut, wie gehen wir vor?"

"Zu allererst müssen wir dieses Lager befreien, koste es, was es wolle - selbstverständlich auf Daerons Rechnung!"

"Schön und gut, aber wie kommen wir bis nach Hoofington? Das ist gut ein Tagesmarsch zu Huf und außerdem fast ausschließlich durch offenes Feld, da unentdeckt zu bleiben ist nen glattes Ding der Unmöglichkeit."

"Ich dachte da auch eher an einen Fluchttunnel, Höhlen müsste es dort sicher in der Nähe geben!"

"Keine schlechte Idee, wird umgehend geprüft!"

"Aber gibt es da eine Höhle, die nahe genug an die Oberfläche reicht? Wenn nicht müssen wir bohren..."

"... und das allein wird zu lange dauern, bis wir da von unten irgendwo durchgebrochen sind erwarten sie uns längst!"

"Eben, und damit genau das glatt geht ist vorher etwas Ablenkung nötig - lasst uns auf Ferrell warten, mit seinen Infos können wir uns was Gescheites überlegen."

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...

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"Uns fehlen insgesamt etwa fünfzehn Kilometer Tunnel an verschiedenen Stellen plus etwa fünfzig Meter bis an die Oberfläche zum Durchbruch."

"In wie vielen Stunden sollte das zu bewerkstelligen sein?"

"Oh je, wenn ich datt auf'fe Schnelle so jenau wüsste... schätz' ma etwa zwei bis vier Tage, je nach Gestein und mithelfenden Hufen halt."

"Das ist doch ne Ansage!"

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"Zum letzten Mal, es ist nur der Huf, und ab ist der noch lange nicht, also klatsch noch ne Ladung Heilquatsch drauf und halt mir keine Vorträge!"

"Du bist unverbesserlich, aber gut, am Wort des Vizekönigs zweifle ich mal nicht...", brummte der Ziegen-Doc missmutig "solltest es dir trotzdem nochma echt gut überlegen, das eitert wie die Sau, und wenn's nich bald aufhört hilft bloß noch Absägen!"

"Ja nee, is klar!"

"Das war todernst gemeint."

"Wie jetzt, ernsthaft?!"

"Glaubst du ich erzähl dir Ziegenmist?!"

"Bei dir weiß man ja nie..."

"Dieses Mal echt nich, und bevor du weiterfragst: Entweder ist's bis heute Abend trocken und am Verheilen oder es muss ab, sonst holt dich der Tod vor dem Lagersturm."

"Heilige Arriva, und warum rückst du erst jetzt damit raus?!"

"Weil du Sturkopf bislang Besseres zu tun hattest, als auf meine Ratschläge zu hören... ein bisschen Bettruhe und ein zwei Infusionen hätten zwar gereicht, aber selbst ist der König..."

"Junge, wie sollte ich das denn wissen?!"

"Watt weiß ich, vielleicht von damals aus'm Menschenweltkriech?!"

"Oh leck doch nen Schatten, was mach ich denn jetzt bloß?!"

"Hm, ma überlegen... sach ma, habt ihr den Teilchenbeschleuniger noch irgendwo hier rumliegen?"

"Joar, müsste doch, warum?"

"Ist vielleicht nicht die natürlichste Methode einen Knochen und Gewebe zu richten, aber funktionieren sollte es..."

"Dann versuch ich das, auf jeden Fall besser als absägen!"

"Dett denk ich auch, aber pass auf dich auf, nich dass du gleich mitalterst!"

"Ach watt, ich doch nich, sowas passiert nur Dösköppen, nee nee, ich pass da schon auf, nur keine Panik auf der Titanik!"

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...

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Die Durchschüsse fraßen sich mit jedem noch so behutsamen Schrittchen immer tiefer und schmerzhafter in sein Fleisch, krampfhaft biss der Ziegenbock die Zähne zusammen und ächzte erschöpft, einen Augenblick Pause, einmal tief durchatmen, weiter, weiter, weiter! Schon doof, dass er auch dieses Mal wie üblich alle Hilfe abgewedelt hatte... halb humpelnd, halb hüpfend quälte er sich durch die endlosen Flure des gerade jetzt viel zu großen Schlosses, legte sich dreimal ungewollt ab, fluchte, rappelte sich auf und zog sich fort, bis er im Türrahmen von Roberts Werkstatt entkräftet zusammenbrach. Eine halbe Ewigkeit später schaffte er es endlich beim was-weiß-ich-wie-vielten Anlauf sich an der Werkbank hochzuziehen und fand ihn vor sich, den Apparillo, der aus Samenkörnern blühende Jungpflanzen zauberte, und das allein durch... zu kompliziert und unwichtig an dieser Stelle, jetzt erstmal den Huf richten! Fix und foxi plumste der Vizekönig auf den Tischlerschemel, fummelte alle Einstellungen richtig zurecht, nahm den üblichen Warnhinweis "Achtung! Funktioniert nur in eine Richtung! Irreversibel!" desinteressiert zur Kenntnis, stöpselte den zur Strahlenkanone umgebastelten Duschkopf an die Ausgangsbuchse und schaltete die Sicherung auf AN. Ein Brummen durchflutete den Raum, die große Anzeige verriet alle bedeutenden und bereits korrekt vorausgesetzten Parameter - es konnte beginnen! Timer auf zehn Sekunden bis zur Beschleunigung, insgesamt eine halbe Minute, das sollte dicke reichen... mit beiden Hufen umklammerte der Vizekönig die Brause, starr auf sein Bein gerichtet. Um die Düsen schimmerte es bläulich: "Fünf, vier, drei, zwei, eins...", ein Strahl Ultramarin traf die klaffende Wunde, und in einen Waldameisenhaufen geschmissen zu werden wäre untertrieben gewesen, so sehr kribbelte und juckte es mit einem Schlag, dass er die Wellenkanone kaum noch gerade halten konnte, geschweige denn...

"Yippie!", erschallte plötzlich eine glockenhelle Quietschestimme und ein kleines schwarzes Etwas mit flatternden Flügelchen peste mitten hinein ins Zimmer, nur um Zentimeter gefolgt von einem wilde Blitzchen um sich schleudernden schneeweißen Wölkchen mit drei kleinen Minihörnchen auf dem Köpfchen, wiederum dicht gejagt von einer Ziege: "Nicht so wild ihr zwei, ihr tut euch noch weh oder- HEILIGER EDWART, VORS..."

KA-SPRATZEL!!!

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Der Raum glich Verdun 1916, kein Regal stand mehr, der Boden war mit Glasscherben und Werkzeugteilen übersäht, dazwischen herrschte totale Verwüsung. Mühsam erhob sich der Ziegenbock aus dem Tohuwabohu, klopfte sich den Staub aus dem Fell und blickte sich ungläublig um... was war denn hier schief gelaufen, habe ich was falsch eingestellt oder...? Er dachte den Satz nicht zuende, weil seine Augen an einem merkwürdigen Ding hängen geblieben waren - seit wann wischte Robert denn hier Staub, und seit wann benutzte er dazu bitte einen violetten Staubwedel?! Energisch griff er nach dem unbekannten Objekt und zog daran: "Aua! Ey, nich an meinem Schweif ziehen!" - d-das Ding konnte auch noch sprechen, in welchem falschen Film war er denn jetzt gelandet?!

Statt dem erwarteten Riss tauchte wie aus dem Nichts ein Kopf mit ebenfalls lila Mähne unter einem Haufen Dreck auf, schüttelte sich und stand auf, drehte sich um und guckte ihn schief an: "Sach ma Onkel, alles klar bei dir? Du siehst so blass um die Nase aus...", das war nicht irgendein Pony, das da vor ihm stand und neckisch grinste - das war seine Nichte Sonea, und wie sie das war! Aber wieso...?!

"Ey Sonea, du stehst auf meinem Flügel!", motzte es da auch schon und der passende Zwillingsbruder Jack wurschtelte sich zerfleddert aus dem Müllhaufen heraus, "na toll, jetzt schau dir meine schönen Flugfedern an, wie zerknautscht die sind, und alles nur wegen dir, fette Kuh!"

Watsch!, setzte es einen Huf zwischen die Augen, schreiend taumelte der Prinz getroffen zurück und hielt sich das neue dazugekommene vierte Horn, perplex schritt der Ziegenbock ein: "Aufhören Kinners, ihr seid doch keine kleinen Fohlen... warum zur heiligen Arriva nicht mehr?!"

"Das frach ma den Teilchenbeschleuniger..."

"Natürlich, der hat euch voll erwischt, ihr seid ja mitten in der Schusslinie gewesen!"

"Sonea war's, die hat mir die Zunge rausgestreckt!"

"Wie alt bist du?!"

"Zwölf?!?"

"Na sicher, aber den Verstand eines Kleinfohlens!"

"Und du hast ne Mähne wie eine echte Prinzessin!"

"SAG DAS NOCH EINMAL!!!"

"Sonea ist ne Prinz...", es bedurfte eines Hechtsprungs und des Heimlich-Hufgriffes um Sonea davon abzuhalten ihrem Bruder den Hals umzudrehen und einen lockeren Huf um den ungezogenen Bengel am Schlawittchen zu packen und einmal gründlich den Kopf zu waschen - bei allen Arrivas und Edwarts dieser Welt, was hatte er da bloß angerichtet?! Und noch schlimmer, wie sollte er das den Eltern erklären?!?!

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