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Krieg der Schulen

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

School Wars - Krieg der SchulenBearbeiten

Meine Intention hierzu? - Nun, den dritten Equestriagirls habe ich (natürlich) nicht gesehen, finde aber die Challenge der beiden Schulen ne endgeile Sache... von daher, warum nicht auch zwischen der Equestria High aus Leipzig und der... na ja, lest am besten selbst <3

Erstes Kapitel - Die HerausforderungBearbeiten

Es war ein sonniger und blauer Morgen in Leipzig.

An der Equestria High herrschte das übliche Gewusel - schließlich war gerade große Pause, und das freute nicht nur die Schüler - Direktorin Celestia konnte endlich in ihrem Büro für eine halbe Stunde völlig abschalten und in aller Ruhe einen Kaffee trinken.

Der Unterricht die ersten drei Stunden war anstrengend gewesen - gut, dass sie nun etwas Zeit für sich hatte... na ja, für Papierkram und andere Dinge, die eine Schulleiterin so zu erledigen hatte...

Der Poststapel war seit gestern leicht angewachsen, Frau Zabowski, ihre Sekretärin, hatte wohl schon sortiert, die Gute... ein großes Einschreiben fiel ihr sofort ins Auge, sein schneeweißes Papier zierte in der oberen linken Ecke ein bundesdeutsche Flagge.

Neugierig öffnete sie den Umschlag und überflog die Zeilen - sie waren nominiert.

Welch Wunder!, grinste sie still bei sich und warf verführerische Blicke auf den Pokalschrank, der schon fast vor Trophähen überquoll... Eigenlob stank zwar gewaltig, aber yolo, wenn man nunmal die beste Schule der ganzen Republik war und jedes Jahr den Preis dafür einheimste... schon echt nicht schlecht!

Zurück zur Post... der nächste Brief hingegen hatte es in sich, denn schon sein Äußeres verhieß nichts Gutes... das Wappen der Kristallakademie war ebenso wenig wie die Schrift der Direktorin Abacus Cinch zu verkennen... wo lag den dieses Mal die Leiche vergraben?

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Werte Celestia,

es ist nun schon etwas her, dass der letzte Preis für Deutschlands beste Schule verliehen wurde, und welch große Überraschung ist er an die Equestria High gegangen - ach was rede ich da bloß, es wäre ja nicht so, als hätte man es kommen sehen... rein zufällig, so wie auch all die Jahre davor!

Doch dieses Jahr wird es anders sein - wir fordern euch heraus, und zwar nicht wie üblich in einer Inspektion, sondern einem offenen Wettkampf der Schüler und Schülerinnen.

Jede und jeder soll beweisen dürfen, was in ihm steckt, jede und jeder soll sich messen - fair und unparteiisch wird eine Komission so entscheiden, welche Schule den Anspruch auf den Titel hat!

Es wäre ein Jammer, wenn ihr diese einmalige Chance ausschlagt, denn bedenkt, wir sind die, die sich euch stellen wollen, und wenn ihr kneift, habt ihr schon so gut wie verloren!

Ich warte auf deine Zusage,

Abacus Cinch

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Ein Wettkampf... den könnt ihr haben, wenn ihr euch traut!, kicherte sie amüsiert, oh man, ihr armen Loser... aber warum denn nicht?!

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Direktorin Celestia überlegte einige Minuten, wie man so eine riesige Veranstaltung so schnell planen und abhalten konnte, und kam zum Schluss, dass das nicht ihr Problem war - sollte Abacus das doch machen, wenn sie schon die edle Herausforderin spielte!

Hochzufrieden verließ sie ihr Büro und gab ihrer Sekretärin Anweisung, einen Brief an die Schulleitung der Kristallakademie aufzusetzen, nannte ihr die nötigen Einzelheiten und machte sie anschließend auf den Weg zum Büro ihrer Schwester... die würde vielleicht aus allen Wolken fallen!

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Noch am gleichen Abend erreichte ein Eilbrief die Villa von Abacus Cinch in Halle, die sich die Worte Celestias auf der Zunge zergehen ließ... die dumme Kuh hatte angebissen, so wie sie es geplant hatte... und nicht die geringste Ahnung, was sie und ihre ach-so-brilliante Schule erwarten würde... nicht die leiseste!

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Eine Woche später

Die Prüfungskomission hatte dem Wettkampf mit Anerkennung zugestimmt, das sei etwas "Einmaliges, nie vorher Dagewesenes und Spannendes, bei dem die ganze Republik mitfiebern konnte und nicht so einseitig wie die Prüfung durch die Kommissare des Schulmininsteriums".

Die Schüler der Equestria High waren begeistert - endlich konnten sie diesen Hallenser Spasten vor aller Öffentlichkeit zeigen, mit wem man es zu tun bekam, wenn man Leipzig in Frage stellte! ... oder einfach nur, dass der Unterricht der beiden letzten Unterrichtswochen ausfallen und dafür Dinge, die man sonst nie machte, den lahmen Lernalltag aufpeppen würden... verlängerte Ferien also - geil!

Dazu die Austauschschüler der Akademie - der Wahnsinn!

Der Wettstreit würde geteilt stattfinden - die Wettkämpfe an der Equestria High, das Finale an der Kristallakademie - Heimvorteil für die Leipziger vorprogrammiert!

Und alles schon in drei Wochen - der Hammer!

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Zweites Kapitel - Tag EinsBearbeiten

Donnerstag, 1. Juli 2018, 10:15 Ortszeit, Leipzig

Ein Bus schob sich durch den dichten Morgenverkehr der Metropole, passierte den Goerdelering und bog an der ehemaligen MfS-Zentrale vorbei in den Dittrichring ein, rollte bis zum Ende der Straße den Martin-Luther-Ring herunter und bremste sanft auf dem Parkplatz vor der Equestria High ab, schon gespannt erwartet von einer ganzen Abhandlung Schüler und den beiden Direktorinnen.

Die Türen öffneten sich und die Gäste aus Halle betraten Leipziger Boden - allen voran Abacus Cinch, die direkt auf Celestia zusteuerte und ihrer Kollegin die Hand reichte: "Celestia meine Gute, schön dich zu sehen!"

"Auch schön dich und deine Truppe hier begrüßen zu dürfen!", lächelte diese freundlich und warf einen Blick auf die sich aus dem Bus ergießenden Krisallakademieler, "und ihr wolltet nicht unsere Schulstraßenbahn benutzen?"

"Meine Liebe, das wäre doch umständlich gewesen!", winkte Cinch ab, "meinen Kleinen will ich nicht zu viel zumuten, damit sie für die Wettkämpfe fit sind!"

Bahnfahren strengt ja auch so an, vor allem wenn man die nächste Station in unmittelbarer Nähe zur Schule hat... sie ist und bleibt unverbesserlich Abacus..., dachte Celestia bei sich, na ja, nicht mein Problem!

"Verständlich!", nickte sie anerkennend, "und wie ich dich kenne, hast du die besten deiner besten dabei?"

"Aber natürlich - wir wollen schließlich gewinnen, da ist keine Zeit für dumme Spielchen!"

"Selbstverständlich!" ... boar, diese Schnepfe... "... und wollt ihr zuerst Quartier beziehen oder essen?"

"Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen - meine Schüler und Schülerinnen, folgt mir!"

Eine bunte Meute Jugendlicher zog lärmend an den beiden Schwester vorbei, zu denen sich Cranky Doodle, der Musiklehrer, gesellte und sarkastisch fragte: "Was eine nette Begrüßung - wenn das so weitergeht... Sie könnten beste Freundinnen werden, Celestia."

"Das könnte ich wohl... tja, mal sehen... ist sonst noch Besuch gekommen?"

"N... nein, nicht dass ich wüsste?"

"Schade, ich erwarte noch jemanden... Cranky, richten Sie Discord bitte von mir aus, dass er die Augen offen halten soll - danach können sie schonmal zum Essen gehen, wenn Sie nichts dagegen haben."

"Mache ich, Direktorin!", brummte er und verschwand.

Luna war schon längst hellhörig geworden: "Du erwartest Besuch?"

"Ja, ich erwarte Besuch...", lachte ihre Schwester, "Besuch aus einem weit entfernten Land..."

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Zur selben Zeit in Equestria, Canterlot

Die Wachen des Königs marschierten in den Thronsaal, postierten sich links und rechts des Eingangs und hoben ihre Speere in Spalier - durch diese Gasse schritt ihr Regent nun und bremste ruckartig beim Austritt ab - das... NEIN!

Jack lag quer ausgestreckt auf seinem Thron und labte sich an einem Büschel Weintrauben, die dazu passende Mutter lag auf dem Teppich vor dem Kamin und schmuste mit Silver und Applejack spielte mit dem Ziegenbock und Aurora Schach auf dem Boden.

"Howdy Terra!", rief das Bauernmädchen ihm zu und räumte einen Läufer ihres Freundes vom Brett, "sooo... sieht mal ganz nach Schach aus, meinste nich?"

"Matt außerdem!", klatschte ihre Adoptivtochter begeistert, "und der dritte Sieg infolge für Mum!"

"Oh danke!", murrte der besiegte Ziegengeneral und schnippte seinen König um, "schon wieder... kannste heute voll vergessen... und tach Terra, auch schon wach?"

"Man wird sich doch wohl noch duschen und anziehen dürfen!", empörte sich Equestrias Regent grinsend und präsentierte stolz seine frisch gebürstete Mähne samt Krone im Sonnenlicht, "und ihr seid halt fixer als Hellje erlaubt, da kann ich..."

"Schneller als ich erlaube?"

Grinsend löste sich der Gott aus einem der Deckenbögen und landete unter dem begeisterten Johlen der Anwesenden direkt zwischen der Ziegenkönigin und ihrer Freundin, die ihn kichernd zusammendrückten und sich scheckig lachten.

"Oh Kerls..."

Was konnte man zu diesem bekloppten Haufen noch sagen?!

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Das Klingeln der großen Dimensionsstation in Terras Thron erschreckte Jack so sehr, dass er zwei Weintrauben inhalierte und hustete, dass ihm die Tränen in die Augen traten.

Applejack war als Erste bei ihm und klopfte sanft auf seinen Rücken, bis der Hals ihres Neffens wieder frei war - ihr Freund nahm das Gespräch an: "Ja, hier der Ziegenbock!"

"Hier Direktorin Celestia von der Equestria High, hallo!"

"Oh, hallo - schön Sie zu hören, Direktorin! Alles in Ordnung bei Ihnen oder brennt die Schule?"

"Nein, zum Glück nicht, das hatten wir ja schon zweimal - weshalb ich mich melde: Wir haben eine andere Schule, die Kristallakademie aus Halle, bei uns zu Besuch, und damit ein erhöhtes Risiko bezüglich des offenen Dimensionsportals."

"Ich verstehe - Sie brauchen also eine Wache?"

"Das wäre nicht schlecht - am besten mehr als nur die üblichen zwei..."

"Wie wäre es mit sechs?"

"Hört sich sehr gut an... und wann könntet ihr...?"

"Jetzt gleich?!"

"Na optimal, dann könnt ihr sogar mitessen - dankeschön!"

"Nix zu danken, das müssen wir - bis gleich!"

"Jo!"

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Zufrieden legte der Ziegenbock auf und guckte seine Applejack verführerisch an: "Schatz, hast du Lust auf einen kleinen Ausflug in die Menschenwelt?"

"Aber ja doch, mit dir jeder Zeit - warum fragst du?"

Er eröffnete den anderen im Saal, wie die Dinge standen und wandte sich als Letztes an Terra: "Wenn Robert hier auflaufen sollte, sagst du ihm bitte Bescheid?"

"Klar, mache ich, nachdem ich ihm eine geknallt habe, dass er Lea einfach mitgeschleppt hat!"

"Gerne, von mir darfst du ihm auch eine knallen, weil er mal wieder nicht auf mich gehört hat - aber ich habe auf meine Mutter gehört und lasse die Hufe da raus, das soll er schön selber ausbaden!"

"Kluge Entscheidung - seitdem bist du schön entspannt und locker..."

"Merci - und wer von euch würde jetzt mitkommen?"

"Ich, wenn das ginge...", versuchte es Jack, wurde aber sofort von seiner Mutter zur Schnecke gemacht: "Oh nein Jack, du hast das letzte Mal in der Menschenwelt genügend Ärger für dein ganzes Leben angestellt - außerdem wirst du von allen Geheimdiensten Europas, der C.I.A., dem F.B.I. und Interpol gesucht - du bleibst hier!"

"Menno!"

"Dafür ich!", setzte Applejack hinterher, "und bleibe einfach undercover, so wie beim letzten Mal auch!"

"Ich auch!", stimmte Aurora ein.

"Und ich...", nickte Silver, "ich wäre auch mit von der Partie... wenn das für dich in Ordnung ist, Luna..."

"Ach klar!", schnurrte die Ziegenkönigin und drückte ihre Freundin fest an sich, "amüsier du dich auch mal schön, das tut gut so ein kleiner Perspektivenwechsel!"

"Und ich auch!", keuchte Hellje und schaffte es endlich sich aus der Mitte der beiden verliebten Stuten zu quetschen, "puhhh... ja, in Leipzig gibts sicher tonnenweise Hasch!"

"Dann wäre das geklärt!", prustete der Ziegenbock erheitert, "na dann, noch Fragen? - Ansonsten... los geht's!"

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Terra versprach, bei Bedarf jederzeit Soldaten oder Waffen zu schicken, und so sprangen die fünf der Reihe nach in das Portal und landeten im Büro von Direktorin Celestia.

Der Schlachtplan stand schnell - stets sollte ein Zweierteam im Büro verbleiben und das Portal bewachen, der Rest konnte dem Wettkampf beiwohnen oder an ihm teilnehmen... einzig Hellje würde bei Bedarf als Vertretungslehrer aushelfen, weil er einfach schon zu knülle für einen Schüler aussah.

Aurora machte sich auf in ihre neue Klasse, der Ziegenbock ebenso, der schlimmste Fall für Hellje trat prompt ein (Sombra hatte seine Klasse mit Säure experimentieren gelassen und versehentlich selbst einen Tick zu viel benutzt) Applejack und Silver blieben quatschten noch etwas mit der Direktorin... und je länger das Bauernmädchen ihr zuhörte, desto mehr spürte sie, dass Celestia innerlich mit etwas kämpfte.

Hatte sie Angst vor etwas?

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Bei Mittagessen beobachtete der Ziegenbock die Neuankömmlinge von der Kristallakademie... die Jungen wirkten langweilig und eingebildet, nicht wie klassische Streber, eher überheblich und weit weg von ihrer Umgebung, die Mädchen waren schön und nicht minder gesprächig als die der Equestria High.

Auffallend waren die Schuluniformen, was aber nichts zu sagen hatte - und Abacus Cinch, ihre Direktorin... man erkannte sie schon aus mindestens einem Kilometer, so hoch trug sie ihre Nase über allem... schlimm, so eine Person!

Aurora schien sich in ihre Klasse perfekt eingelebt zu haben - in fröhlicher Runde krakelten die Kleinen umher und handelten sich ständig Ärger mit den Älteren ein... hach ja... so wie er und Robert früher...

Wo der wohl grad steckte?

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Drittes Kapitel - Nacht EinsBearbeiten

Dar Tag verflog scheinbar in Sekunden, schon dämmerte der Abend, und die Schüler und Schülerinnen beider Schulen machten sich auf den Weg nach Hause oder in die Zimmer.

Für die Gäste waren die Turnhalle und weitere freie Räume geopfert wurden, in denen sie sich einquartieren konnten - und dennoch, die Distanz zwischen Hallensern und Leipzigern blieb und wollte nicht vergehen.

Noch lange hallte das Gequatsche und Gekicher durch die Gänge, ehe sich um Mitternacht die Stille auch über die Dächer der Equestria High legte.

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Applejack döste schräg gegenüber von Celestias Büro in der Abstellkammer für allerhand Unrat und Putzzeug, was sie in Anbetracht des ausrangierten Sofas aber nicht weiter störte... schade nur, dass der Ziegenbock jetzt in seinem neuen Zimmer mit "Altersgleichen" schlief, zu gerne hätte sie sich an seine Seite gekuschelt und seine Wärme gespürt...

BING!

"Mensch, pass doch auf!"

Mit einem Ruck war sie hellwach und einen Satz weiter an der Tür... vorsichtig spähte sie durch den Spalt - und tatsächlich, da machten sich zwei Gestalten an der Tür zu Celestias Büro zu schaffen!

Geräuschlos zog sie die AK-12 vom Rücken und legte auf den Kopf der rechten Gestalt an - sie hatte freien Schussbefehl, aber... einfach so? Was ist, wenn das ein schrecklicher Irrtum war und...

KLICK! - Die Tür war offen... jetzt oder nie!

Im selben Moment brach der Mond aus der Wolkendecke hervor und warf schauriges Licht durch den Flur - im Türknauf erkannte einer der Unbekannten die drohende Gefahr hinter sich, wirbelte herum und hatte eine PM-9 in der Hand.

Ohne dass ein Wort fiel drückten beide gleichzeitig ab.

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Keine Viertelstunde später war die ganze Schule wach, die Polizei wach und ein Tumult unter den Jugendlichen, dass es kaum auszuhalten war... von Aurora war weit und breit nichts zu sehen, von Applejack nicht mehr. Ihr Vater und Freund hetzte fröstelnd umher und erkundigte sich überall, ob nicht jemand eine der beiden gesehen hätte... bei dritten Kreischanfall unterließ er es nach AJ zu fragen - tot war sie nicht, Hellje sei Dank, aber wo steckte sie dann?!

Der Flur vor Celestias Büro war abgeriegelt worden und vor den Sperren hatten sich Massen von gaffenden Schülern versammelt, sodass ein Durchkommen unmöglich war - blieb eigentlich nur noch der Geheimgang durch den Spind.

Die Zahlenkombination war so einfach wie dämlich - 17101945, der Ausbruch des Roten Oktobers im Ziegenreich, von der zweiten Eins mal abgesehen... durch den engen Schacht kletterte ich nach oben und erreichte den dunklen stets verschlossenen Aktenschrank, von dem aus man jederzeit das Portal mit einem kleinen Sprung erreichen konnte und...

"Wer ist da?!", schnarrte plötzlich eine Stimme neben ihm und rammte einen Ellenbogen in seine Seite, "Widerstand ist zwecklos!"

"Silver, ich bin's!", fauchte er wütend und drückte sie gegen die Wand, "und halt bloß die Klappe, da draußen ist die Hölle los!"

"Ach nee...", murrte sie verärgert, "als ob ich das nicht gehört hätte... falls du deine Freundin suchst, der gehts super - findest sie und Aurora im Heizungskeller, Luna und Hellje sind bei ihnen."

"Danke, auf dich ist Verlass!", keuchte der Ziegenbock erleichtert und verschwand genau so schnell wie er gekommen war.

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Viertes Kapitel - Tag ZweiBearbeiten

Der Morgen graute längst über dem MDR-Hochhaus, als in der Equestria High endlich die seelige Nachtruhe einkehrte... zumindest bis zehn Uhr schlief man, um wenigstens einen Teil der Nacht nachzuholen und fit für den ersten Wettkampf zu sein: Physik.

Aufgabe für die Kontrahenten war es, einen Stromkreislauf möglichst spektakulär zu errichten und in Betrieb zu setzen - die Kristallakademie nutzte dazu sogar eine Nebelmaschine, die Equestria High nahm sich Hochspannung vor und schoss einen Blitz einmal quer über den Schulhof, wodurch der Sieg an sie fiel.

Davon unbeeindruckt durchforsteten die Equestrianer vorsichtig den Internatsteil mit seinen Zimmern und die Räume der Hallenser, ohne dabei jedoch eine Waffe oder sonst einen Hinweis auf einen geplanten Einbruch in Celestias Büro zu finden... äußerst merkwürdig.

Silver fand das nicht minder komisch, was sie beim Abendessen auch zu verstehen gab: "... ich weiß ja nicht, hier stinkt irgendwas gewaltig! Die Frage ist bloß, was..."

"Kein Plan, leider...", murmelte der Ziegenbock und warf verstohlene Blicke zu seiner Tochter drei Tische weiter, "Aurora sachte schon, dass auch sie nicht schlau aus der Sache wird - der übliche Klatsch unter ihren neuen Freundinnen, aber sonst Pustekuchen."

"Dumm, aber jo - hältst du heute Nacht Wache oder...?"

"Jo, bin d'bei - Hellje auch, aber diesmal im Raum und nicht vor der Tür, ne?"

"So wie abgesprochen."

"Gut, dann eine schöne und erholsame Nacht dir...", lächelte er und erhob sich.

"Vier Glück!", wünschte sie ihm durch die Menge der schnatternden Jugendlichen hinterher, aber er war längst von ihnen verschluckt worden... so viel zum schönen Abend... so ganz alleine.

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"Ich will sie haben, und das noch heute Nacht, ist das klar?!"

"Ja, das ist klar."

"Dann begib dich in Position, du schlägst um Punkt Zwei zu - und richte nicht so ein Chaos wie das gestern an!"

"Ich werde darauf achten."

"Das will ich für dich hoffen!"

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Fünftes Kapitel - Nacht ZweiBearbeiten

Alles ruhig, was ein Segen..., gähnte der Ziegenbock schläfrig und warf einen glasigen Blick auf seine Uhr... halb eins, die Nacht war schon fast geschafft... fast, jo doch.

Helljes sanftes Schnarchen rauschte durch den Raum... der alte Kiffer pennte was weg, das war schon krass... na ja... morgen... mehr...

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Ein Geräusch spitzte seine Ohren und weckte ihn mit einem Schlag - das kam von der Tür!

"Hellje, da ist jemand!", zischte er leise zu seinem Freund hinüber, der wie zu erwarten einfach weiter ratzte, "wach auf du Nase, wird's bald?!"

Keine Reaktion... dafür öffnete sich jetzt der Eingang einen Spalt und eine schwarze Gestalt schob sich in den Schatten des Büros... kaum sichtbar arbeitete sie sich tunlichst darauf achtend nicht in das Licht des großen Fensters zu treten langsam bis zum Schreibtisch vor, zog etwas vom Rücken hervor und...

RUMMS!!!, landete der Ziegenbock auf ihr, schlang seine Arme um sie und wollte fest zudrücken, hatte aber zu viel Schwung drauf und rutschte stattdessen ab und und in einen der Aktenschränke hinein.

Erschrocken trat der Unbekannte mehrfach zu und traf seine Beine, dann nahm er seine eigenen in die Hand und stürzte aus dem Zimmer, den Ziegenbock dicht auf den Fersen.

Einmal quer durch das ganze Gebäude ging die Jagd, bei der der General nur wenig aufholen konnte... fuck, der war ja brutal schnell!

Ein Quergang kreuzte - und mit ihm Silver, die von der Seite Anlauf genommen hatte und der Gestalt mit voller Wucht in die Seite sprang, beide rollten ein Stück über den Boden, bevor die Polizistin endgültig die Überhand gewann und dem Gegner die Arme auf den Rücken verdrehte: "Wag dich zu schreien, dann wird's nur noch schlimmer für dich!"

Ein gequältes Stöhnen war die schwache Antwort, mit der der Ziegenbock den Ort des Geschehens erreichte - und Hellje?!

"Hellje, wo kommst du denn her?!", musste er seinem Erstaunen Luft machen und der Gott grinste: "Ich war auch wach und habe mich zu Silver geportet, um ihr Bescheid zu sagen - der Rest erklärt sich von selbst."

"Danke, aber beim nächsten Mal..."

Eine Tür öffnete sich langsam quietschend - wie der Blitz hechteten die drei mit ihrem Gefangenen hinter eine Spindreihe und hielten den Atem an. Discord warf misstrauische Blicke durch den leeren Flur, grummelte etwas wie "Dämliche Mäuse!" und verzog sich zurück in das Zimmer... puh, das war knapp!

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Zurück in Celestias Büro schlosse sie alle Vorhänge und stopften eine Decke unter die Türschwelle, bevor Silver das Licht anknipste und böse das Mädchen mit den grünen Haaren ansah und pinken Kopfhörern anstierte, dass sie am Abend mit anderen an einem der Tische der Kristallakademie gesehen hatte... wahrlich ein Zufall!

Tränen liefen ihrem Gegenüber über das Gesicht, dessen Hände an den Stuhl gefesselt waren... schön war sie ja... ach was, sie war eine Spionin und Diebin dazu, und sie hatte versucht das Portal zu stehlen, das stand außer Frage!

"Sooo...", begann die Polizistin das Verhör, "wie ich sehe weißt du, warum du hier bist?"

Kopfnicken.

"Du hast also versucht, das Portal zu stehlen!"

Energisches Kopfschütteln.

"WIE JETZT?!?!"

"Silver, nicht so laut!", erinnerte Hellje und sah den Ziegenbock schräg an, "und ähm... sollten wir ihr den Knebel nicht abnehmen, wenn wir sie befragen?"

"Ja, und wenn sie schreit?!", wehrte Silver ab, "nee lass mal, das gibt nur Ärger!"

"Und ohne konkrete Antworten ist eine Befragung für'n Arsch..."

"Also schön!", motzte sie und riss dem Mädchen das Klebeband vom Mund, welches sie stark zusammenreißen musste um nicht laut vor Schmerzen los zu schreien, "also, was nun?!"

"Ich... ich..."

Silver beugte sich nahe zu ihr: "Pass auf, wenn du hier lebend rauskommen willst, dann mach den Mund auf - und glaub mir, ich kann SEHR ungemütlich werden, kapisch?!"

"J-ja, ich werde... reden, alles was Sie wollen!"

"Gut so - dann los: Warum wolltest du das Portal klauen?!"

"Was... was für ein Portal?!"

"Die Statue da, verdammt!"

"Ach... ach so, die..."

"JA DIE!!!"

"Silver!"

"Schon gut, ich bin leise!", knurrte die Polizistin, "also, diese Statue - weißt du, was sie enthält?!"

"N-nein?!"

"Das glaube ich dir nicht!"

"Ich-ich weiß es wirklich nicht, ich schwöre es!"

"Ich halte nix von Schwüren!"

"Bitte, so glauben Sie mir, ich weiß nichts von einem Portal, ich sollte nur dieses Ding stehlen und..."

"Für wen?!"

"Für... meine Direktorin..."

"Ganz sicher - Ziegenbock und Hellje, ihr passt hier auf, ich muss mal kurz was erledigen!"

Und ehe jemand Beschwerde einreichen konnte packte Silver den Stuhl mit dem gefesselten Mädchen mit der einen und die Statue mit der anderen Hand - und durch waren sie in Equestria.

---

Lemon Zest war der erste Mensch, der seine Augen in Canterlot aufschlug und dachte, alles sei nur ein böser Traum.

Ätsch, die Piken der Wachen um sie herum waren vollkommen echt und spitz dazu! ... und... und... SIE WAREN PFERDE!!!

Noch schlimmer, SIE SELBST WAR EIN PFERD, EIN BUNTES PFERD, HILFE!!!

Das ist nur ein ganz böser Traum, wach gefälligst auf!, heulten ihre Sinne Sturm, wach auf, WACH AUF!!!

Die Illusion zerplatzte mit dem Eintreffen eines weiteren Vierbeiners mit Krone und Umhang... der sah ja aus wie ein...

"Silver, was ist passiert?!"

"König Terra, wir haben eine Spionin erwischt, die den Portalträger entwenden wollte und sich um die Aussage drückt!"

Neeein, das war ja doch echt! H-hilfe...

"Das ist also sie?"

"Mhm."

Das große rote Pferd erhob sich breitbeinig vor ihr... wahrhaftig ein König... wow...

"Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen, ... ähm...?"

"L-lemon Zest, ich heiße Lemon Zest, mein..."

"Ich bin nicht dein König, du bist ein Mensch, habe ich recht?"

"J-ja, aber...?!"

"Ihr Menschen seid alle gleich - ihr könnt euch perfekt verstellen, aber nicht mit mir! WACHE, INS VERLIES MIT IHR!!!"

"NEEEIN!!!", heulte sie vollen Angst und sträubte sich gegen die Soldaten, die sie unsanft auf die Hinterhufe zogen und mit sich schleiften, "ICH HABE NICHTS VON DIESEM PORTAL GEWUSST, BITTE GLAUBT MIR!!!"

"Ich glaube dir nicht.", schnaubte der König mit eiskalter Stimme, "und das macht es nur noch schlimmer für dich..."

"Halt!"

---

Vor Tränen konnte Lemon Zest kaum etwas erkennen... doch vor ihnen war wie aus dem Nichts ein großes... Einhorn?! aufgetaucht... ein schönes Einhorn...

"Wer ist sie?"

"Luna...", seufzte Silver, "warum kommst du immer genau dann, wenn es schlechter Zeitpunkt ist?"

"Intuition... wieso soll es grad schlecht sein? - Und wer zum Hellje ist sie?!"

"Ein Mensch, der versucht hat, das Portal aus dem Büro von Schuldirektorin Celestia zu stehlen..."

"NEIN, ICH HABE NICHTS DAVON GEW..."

"SCHNAUZE!!!"

"Terra, das ist kein Grund zu schreien! Sie sagt, dass sie nichts davon wusste, und das glaube ich ihr auch! Guckt sie euch doch an, wie... wie heißt du eigentlich?"

"L-lemon Zest..."

"Lemon Zest, soso... ein schöner Name..."

"D-danke... Sie..."

"Ich bin Ziegenkönigin Luna - Wachen, lasst sie los, bitte, und nehmt ihr die Fesseln ab."

"LUNA!!!", fauchte Terra, "DAS IST MEIN SCHL..."

"UND DAS IST JETZT MEIN ANLIEGEN, WEIL ICH EINDEUTIG DEN KÜHLEREN KOPF BEWAHRE UND IHR NICHTS BESSERES ERREICHT HABT ALS SIE TOTAL ZU VERÄNGSTIGEN!!! SIE HAT NOCH NIE EIN PONY GESEHEN, NOCH NIE!!! STELL DIR MAL VOR, DU LANDEST ZUM ERSTEN MAL IN DER MENSCHENWELT IRGENDWO IN EINER DÜSTEREN ECKE UND WIRST DIREKT ZUSAMMENGESCHLAGEN - WAS IST DAS WOHL FÜR EIN GEFÜHL?!?!"

"Schon gut...", seufzte es kleinlaut, "ja, das war... falsch... von mir."

Die Soldaten befreiten Lemons Vorderhuf und Luna hob sie vorsichtig auf ihren Rücken, wo die erschöpfte Jungstute sofort müde von all der Aufregung mit ein wenig Magie des Mondes einschlief... puh, das war knapp gewesen!

"Tschuldige Luna...", gab Silver schuldbewusst von sich, "ich habe... sorry."

"Macht nix, bei dir ist's schließlich der Instinkt, der misstrauisch macht - aber echt, Terra, bleib das nächste Mal weniger oberflächlich, das macht echt viel aus!"

"Danke, ja... werde ich, entschuldige bitte."

"Nicht schlimm - und ich bringe unser kleines Menschlein mal an einen sicheren Ort... morgen ist auch noch ein Tag."

Dem hatte niemand mehr etwas hinzuzufügen.

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Sechstes Kapitel - Tag DreiBearbeiten

Es war ein echtes Wunder, dass am nächsten Morgen niemand etwas von der nächtlichen Verfolgungsjagd mitbekommen hatte... na ja, außer dem Hausmeister, aber was der zu sagen hatte juckte keinen Schüler... Mäuse, als gäbe es nichts Spannenderes!

Gespannt beobachteten Hellje und der Ziegenbock den Tisch der Kristallakademie, an dem nun eine Person fehlte, doch es tat sich nichts Außergewöhnliches, mal von dem fragenden Geschnatter nach der Kameradin abgesehen.

Die werdet ihr so schnell nicht wiedersehen..., dachte der General der Ziegenarmee vor sich hin, als ihn sein Freund anspupste: "Hey, dahinten ist die Cinch, und die sieht nicht besonders happy aus!"

Tatsächlich, das Gesicht der Direktorin war so finster, dass es wahrscheinlich selbst die Medusa hätte töten können... heilige Arriva, aber immerhin war jetzt klar, wo der Hase im Pfeffer lag!

"Lass uns Celestia Bericht erstatten, ich glaube langsam wird's ernst!"

---

Lemon Zest erwachte schlaftrunken in einem großen Bett mit dunkelblauem Bezug... oh, war es schon Morgen?

Ausgiebig streckte und reckte sie sich, begutachtete die schmucke Einrichtung, die Waffen an den Wänden, die Modelleisenbahn auf dem Boden, ihre Hufe... Momentchen mal, WAS?!?!

Vor Angst keuchend saß sie senkrecht an der Rückwand und zitterte... h-hilfe, das... das hier war kein Traum! Alles hier war echt, einfach alles! - Dieses Zimmer, dieses Frühstück... stopp!

Ihr Magen knurrte jetzt schon brutal... na... warum nicht?

Also schlag sie die Leckereien wie ein Scheunendrescher in sich hinein, mampfte das ganze Tablett leer, trank die volle Kanne Tee leer und rülpste am Ende laut und satt... und dankbar.

Wie auf einen Wink öffnete sich zart die Tür und ein Einhorn mit Flügeln schritt ein... im Sonnenlicht schillerte ihr Fell hellgolden - wow! In seinen Armen trug es ein kleines blaues Etwas, das fröhlich quietschte... sein Fohlen?

"Hallo!", lächelte es freundlich, "na, bist du satt und ausgeschlafen, Lemon Zest?"

"J-ja, vielen Dank für das Essen... ich hoffe, das macht keine Umstände..."

"Ach was, hier doch nicht!", lachte ihr Gegenüber und wurde ihr immer sympatischer, "na ja, das ist schonmal gut - wenn du möchtest, das Bad ist nebenan, und wenn du fertig bist, erwartet dich die Königin unten im Thronsaal - wenn du etwas brauchst, dann rufe, es wird jemand kommen und dir alles zeigen!"

"V-vielen Dank... ich... ich weiß ja gar nicht, was ich sagen soll..."

"Einfach nichts, das ist auch was wert!"

Und weg war es.

---

Der Krisenstab fand aus Abhörsicherung in der Schulstraßenbahn statt, in deren Sitzecke sich die vier Equestrianer (Aurora war mit ihren Freundinnen bei einem der Wettkämpfe gucken) und die beiden Direktoren-Schwestern eingefunden hatten und heftig diskutierten, was nun zu tun sei.

Der Ziegenbock war dran: "Also, ich sehe die Lage momentan als echt ernst - zwei Versuche das Portal zu stehlen in zwei Tagen, das ist verdächtig viel und ein verdammt hoher Aufwand, vom Risiko nicht mal zu schweigen - dazu... ich bin mir sicher, dass das in der ersten Nacht auch Schülerinnen der Kristallakademie waren und die ebenso keine Ahnung von der wahren Bedeutung der Statue hatten!"

"Das denke ich auch, und ich gehe noch einen Schritt weiter - ich bin mir fast schon zu sicher, dass Abacus Cinch es ist, die dafür verantwortlich ist!", stimmte ihm Applejack zu.

"Ja, aber wieso?!", warf Vizedirektorin Luna ein, "das ergibt keinen Sinn - woher sollte sie von der Existenz Equestrias wissen - und dazu von dem Portal?!"

"Das wüsste ich nur zu gern...", knurrte Silver und trommelte mit ihren Fingern nervös an einer der Griffstangen herum, "wir müssten sie aus dem Verkehr ziehen und ausquetschen, nach allen..."

"Silver, nein, ganz schlechte Idee!", wehrte Celestia schnell ab, "das würde eine zu große Aufruhr geben, und außerdem hat meine Schwester recht - wir haben nur einen Verdacht... bei euch mag das anders sein, aber hier in der Menschenwelt läuft sowas leider anders ab."

"Tja, das ist wahr...", überlegte Hellje und paffte an seinem Joint herum, "hm, ich könnte in ihr Gedächtnis gucken, aber das wird schwierig..."

"Lasst das bleiben - wir bräuchten am besten einen Kundschafter, jemanden von der Kristallakademie, denn sonst kommt an die und ihre seltsamen Tagesabläufe niemand ran, nicht mal ein Aushilfslehrer!"

"Und wer käme dafür in Frage? Das gefangene Mädchen?"

"Nein, keinesfalls... hmmm... vielleicht... JA!"

"Celestia, was?!"

"Applejack, dich!"

"Was, mich?!"

"Passt auf, also..."

So verrückt die Idee anfangst auch klang, so gut war sie doch... und alle stimmten ihr schlussendlich begeistert zu.

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Lemon Zest wollte der Ziegenkönigin nun wirklich keine Umstände machen, aber das Bad war der Wahnsinn... eine Badewanne aus massivem Felsgestein, der Wahnsinn!

Trotzdem hatte sie sich für ihren Geschmack etwas verspätet und kam mit hängender Zunge schließlich im Thronsaal des Ziegenschlosses an... wow, das war stark hier! Überall Gold und Edelsteine... und Hammer und Sichel?

"Ah, Lemon Zest, schön dich zu sehen - hast du gut geschlafen?"

Luna! "Oh ja, sehr... vielen Dank Euch!", hauchte sie erfurchtsvoll und verneigte sich bis kurz über den Boden.

"Du brauchst nicht so höflich zu sein, auch wenn es nett ist... komm her, ich bin Luna, einfach Luna!"

Auf Hufspitzen flitzte sie zum Thron der Ziegenkönigin und blieb gespannt vor ihr stehen: "So gut?"

"Komm auf meinen Schoß, ich möchte dir etwas erzählen!"

"Na... na schön!"

Sie wollte den nächsten Schritt wagen - und schwebte plötzlich!

"Huch, ich fliege ja!"

"Das ist Magie... sie ist das, was uns alle hier verbindet...", lächelte Luna und setzte die junge Stute auf ihre Hinterbeine, "und das alles hier ist Equestria..."

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Equestria High, Haupteingang, 11:15 Uhr Ortszeit

Ein Kleinlaster fuhr vor und wurde schon merkwürdig von einigen Schülern beäugt, und als dann auch noch ein Mädchen in Uniform der Kristallakademie ausstieg und sich verabschiedete, war ihr Interesse geweckt.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Schule und erreichte schließlich auch Abacus Cinch, die wie ein Wirbelwind zum Eingang raste und die Neue zur Rede stellte: "Wer bist du denn und was erlaubst du dir in Unif...?"

"Ich bin die Cousine von Lemon Zest, die gestern überraschend schwer krank geworden ist - es hat etwas mit ihrem Kopf zu tun..."

"Wie bitte?!"

"Meine Cousine leidet unter einer sehr seltenen Krankheit... bei der treten Hirnblutungen leicht auf - sie hat gestern Nacht gemerkt, dass es wieder losgeht, und hat sofort den Notarzt alarmiert, der sie hier abgeholt hat."

"Das ist ein Märchen, keinen Krankenwagen kann man überhören!"

"Der Hausmeister kann das bestätigen, und so ein Lehrer auch... die beiden haben sich um sie gekümmert, und da es in der Nacht zuvor schon eine Aufruhr gab eben leise."

"Haarsträubend ausgedacht, dass muss ich dir schon lassen, aber damit kommst..."

"Entschuldigen'se...", mischte sich prompt Hellje ein, "datt stimmt, die Kleene ham w'r jestern inne Klinik jefahr'n - mitten in der Nacht, da musste ich schnell noch eine rauchen jetze..."

"Sie stinken auch wie das letzte Schwein nach Tabak - gehen Sie gefälligst mal duschen, Sie Ferkel!"

"Jaja, schon jut...", beschwerte der Schauspieler sich und trollte sich... Cinch sah Applejack lange streng in die Augen, dann entspannte sich ihre Miene etwas: "Also schön, es scheint ja doch zu stimmen... dann... willkommen hier, ähm..."

"Blackjack, ich heiße Blackjack!"

"Ja, okey, Blackjack , danke, dass du einspringst - dein Zimmer ist im dritten Stock, siebte Tür rechts..."

"Danke Direktorin!", quietschte die Neue überglücklich und flitzte davon... zurück blieb nur eine verdatterte Abacus Cinch, die jedoch besseres zu tun wusste als sich über eine Aushilfsschülerin den Kopf zu zerbrechen - das würde schon passen so, und na ja, ein Anruf zur Sicherheit genügte...

Und eine geschickte Fangschaltung, um sie endgültig zu überzeugen... Hellje konnte wirklich göttlich seine Stimme verstellen!

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Ihre neuen Mitschülerinnen empfingen Applejack mit Misstrauen und Unwillen... war ihre Freundin doch krank geworden, aber einen halben Ersatz brauchte hier wirklich keiner!

Das ließen sie das Bauernmädchen auch mit verkniffenem Schweigen wissen, aber es machte sich wenig daraus und bezog den Schlafplatz von Lemon Zest unter Indigo Zap - das würde schon werden!

Nach einer Viertelstunde fast völliger Stille beider Seiten wagte Sour Sweet den ersten Schritt und sprach die Neue an: "Hey du... hallo..."

"Howdy!", grüßte Blackjack in ihr Buch vertieft zurück, "seit ihr die Grazien, von denen meine Cousine immer so begeistert erzählt?"

"Mag sein!", gab Sugercoat vom Tisch schnippisch zurück und erhob sich, "du bist ganz schön frech für eine, die noch nie an einer guten Schule war!"

"Oh, ich bin an einer... der Eisfelder Weiße!"

Ein Raunen ging durch den Raum, die Mädchen waren sichtlich beeindruckt - die EfW war eine technische Schule mit ebenfalls hohem Niveau, spezialisiert auf Acker- und Maschinenbau, inklusive Chemie und modernstem Laboratorium... ein Platz dort zu ergattern war eine Herausforderung!

"Du warst...?!"

"Jop, da bin ich - und jetzt für den Wettkampf aushilfsweise hier... in zwei Wochen seid ihr mich wieder los."

"Ach was!", winkte Sunny Flare ab und setzte sich auf den Bettkasten, guckte in das Buch der angehenden Technikerin und musste eingestehen: "Scheiße, da blicke ich nicht durch - fortgeschrittene Biochemie!"

Auch die anderen Kristallakademie-Zimmergenossinnen scharten sich jetzt um Applejack und bombardierten sie mit Fragen... Schritt zwei und drei waren ja spielend leicht gewesen!

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"... und das ist der Grund, warum die Menschen nichts von unserer Welt wissen dürfen.", endete Luna ihre Geschichte, "na, ist das in Ordnung für dich?"

"Ich denke schon...", schnurrte Lemon Zest, die sie Streicheleinheiten des Alihorns genoss, "aber wenn ihr doch so ein friedvolles Volk seid, dann könntet doch gerade ihr die Menschen voll all dem Krieg und Leid auf der Welt wegbringen und sie vernünftig machen!"

"Hm, ja, vielleicht hast du recht... es steht zwar nicht in meiner Macht, so etwas zu entscheiden, aber ich werde meinen Mann und die anderen Regenten fragen, was sie von deiner Idee halten, einverstanden?"

"Einverstanden! ... und eine Frage hätte ich noch an Euch..."

"Nur zu!"

"Na ja... ich habe doch in einem Zimmer übernachtet... gehört das Eurem Kind?"

"Meiner Tochter, um genau zu sein... Sonea heißt sie, und sie baut ständig Mist, zusammen mit ihrem Vater!"

"Oh, das kenne ich... meine Brüder... darf... darf ich sie wiedersehen?"

"Deine Familie?"

"Mhm..."

"Na sicher, wir werden dich nicht zwingen können, hier in Equestria zu bleiben - doch solange der Wettkampf an der Equestria High läuft, können wir dich nicht gehen lassen... das Portal, du verstehst?"

"Ich wüsste beim besten Willen nicht, woher meine Direktorin davon Wind bekommen hat und wieso sie es so unbedingt stehlen lassen will - ich war nicht die Erste, die..."

"Meine Leute wissen Bescheid, in der ersten Nacht wurde sogar geschossen."

"Das kann eigentlich nur Indigo gewesen sein, die dreht immer viel zu schnell durch, wenn es kritisch wird... hach ja, ich vermisse meine Freundinnen so sehr..."

"Wenn du dich einsam fühlst, kannst du gerne das Land erkunden, nur sei bitte Abends wieder hier, es ist nicht überall sicher, und es gibt nicht viele Städte..."

Jetzt war die junge Stute überrascht: "Ihr... erlaubt mir...?!"

"Ja natürlich, Equestria steht dir offen - und es gibt viel zu entdecken! Wenn du etwas brauchst, lass es für den Ziegenkönig anschreiben, das wird geregelt...", die Königin steckte ihr ein goldenes Zeichen mit Hammer, Sichel und Mond an das Brustfell, "und das trägst du schön sichtbar - niemand wird es wagen sich an dir zu vergreifen, und jeder wird dich mit Freundlichkeit aufnehmen und behandeln, auch Zug kannst du so kostenlos fahren!"

"Vielen tausend Dank Euch!"

"Nichts zu danken - und nun lauf, hab Spaß und entdecke unsere Welt!"

"Das werde ich!"

Begeistert trippelte Lemon Zest aus dem Ziegenschloss... zurück blieb eine zufriedene Luna, die sich einmal mehr fragte, wo ihr Kerl nebst Töchterchen wohl abgeblieben war...

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Beim Mittagessen war Blackjack die Sensation am Tisch der Kristallakademieler, hatte es sich auf dem besten Platz bequem machen dürfen und genoss die Bewunderung der anderen in vollen Zügen.

Der Ziegenbock, Silver gammelten mit Rainbow Dash und Pinkie ein paar Reihen weiter und beobachteten aufmerksam das Treiben der Gäste...

"Ich fnde die Neue da komisch...", murmelte die Sportlerin unter ihnen und biss in einen Apfel, "es wäre... ja nicht so... aber... die... man könnte meinen, dass sie mit Applejack... verwandt ist..."

"Verwandt war...", bemerkte Pinkie traurig, "ja, das ist gut möglich - Silver, was meinst du?"

"Ich kannte diese AJ nicht."

"Oh, Verzeihung... sie war eine gute Freundin von uns... sie wurde ermordet... bis heute weiß keiner von wem!"

"Es müssen diese beiden Jungs gewesen sein!", schnaubte Rainbow und drückte das Obststück in ihrer Hand so fest zusammen, dass der Saft austrat, "die habe danach nie wieder gesehen, und selbst die Polizei denkt so!"

"Können wir diese schreckliche Tat damit umkehren?", fragte der Ziegenbock, "nein... lass uns über etwas anderes reden, vielleicht etwas Freundlicheres..."

"Gute Idee - über den Wettkampf nachher, ich bin schon sooo aufgeregt!"

"Und ich erst..."

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Siebtes Kapitel - Nacht DreiBearbeiten

Es war ein Segen für den Ziegenbock, dass er seelig durchschlafen konnte... nichts geschah in dieser Nacht, kein weiterer Einbruchsversuch, keine Verfolgungsjagd durch die Flure... dafür eine Schießerei in Warschau in den Nachrichten.

Na wenn's weiter nichts war...

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Achtes Kapitel - Tag VierBearbeiten

Zum Frühstück gab es Himbeermarmelade.

Silver hatte darüber zu meckern, was ihre beiden Begleiter auf Dauer noch kirre machte... um nicht völlig den Verstand zu verlieren widmeten sie sich voll und ganz dem Observieren der Austauschschüler... der Mädchentisch mit Applejack war bereits voll besetzt und wie immer am Dauerschnasseln, das jeden Jungen schon längst vertrieben hatte.

Für den Tag stand der große Mathe-Kontest an, auf den sich die Experten unter den Schülern schon seit Tagen vorbereitet hatten - für die Equestrianer hieß das pure Entspannung und lockere Zweimannwache in Celestias Büro...

Aurora und ihre Freundinnen kamen dem Kristallakademietisch einen Tick zu nahe und wurde sofort angemotzt: "Mensch, verzieht euch, ihr kleines Gemüse, hier sitzt nur die Hallenser Oberstufe!"

Das beeindruckte das equestrianische Fohlen wenig, und um dem ganzen noch etwas Ausdruck zu verleihen rempelte sie Applejack etwas spitz von hinten an: "HEY, PASS DOCH AUF!!!"

Kichernd zogen die Kleinen weiter - die Botschaft war heimlich übergeben, alles glatt gelaufen.

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Spät am Abend (Halle hatte gewonnen) lag die Undercoveragentin Blackjack in ihrem Bett und schmökerte in ihrem Buch, als Sugercoat und Sour Sweet in den Raum traten und vor sie traten: "Blackjack, heute Abend ist große Versammlung - alle Kristallakademieler finden sich im Musikzimmer zusammen und proben den Siegesmarsch!"

"Oh, cool, davon wusste ich ja noch gar nichts!"

"Das durftest du auch noch nicht, aber nun bist du eine echte von uns - jetzt gehörst du dazu!"

Still freute sich Applejack doch ein bisschen, andererseits war sie auf die Versammlung gespannt... wenn etwas Entscheidendes beschlossen würde, wären sie einen großen Schritt weiter!

"Na denn - ich komme sofort!"

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Der Saal mit dem Klavier und den Instrumenten an den Wänden war abgedunkelt und nur vorne, wo eine schwarz gekleidete Gestalt stand, ein wenig beleuchtet.

"Wer ist das?", fragte Applejack Indigo Zap, die neben ihr nervös auf dem Stuhl zitterte: "Das ist unsere Musiklehrerin, Frau Blender!"

"Frau Blender?"

"Ja, sie ist spitze und hat eine mitreißende Stimme!"

Mitreißende Stimme... das klang ungut, und so schob sich das Bauernmädchen von allen unbemerkt Schallschützer in die Ohren.

Nach und nach füllte sich der große Raum vollständig, bis als letzte Abacus Cinch mit höchst zufriedenem Lächeln die Tür hinter sich schloss und sprach: "Es ist eröffnet."

"Nun denn...", Frau Blender drehte sich leicht, aber unter der Kapuze war nach wie vor kein Gesicht zu erkennen, "dann lauscht und folgt mir!"

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Die Schüler und Schülerinnen der Kristallakademie sangen, einige spielten dazu E-Gitarre, Bass und andere Instrumente, Applejack folgte ihnen so gut es ging... diese Stimme, sie hätte schwören können, dass sie sie zu gut kannte... nur wer war das?!

Das Denken fiel ihr zunehmend schwerer, Kopfschmerzen stiegen in ihr hoch und breiteten sich über ihren ganzen Körper aus - wie ein Netz, das sich immer enger zieht und... einen gefangen hält, einen... hypnotisiert!

Um es in keinem Fall so weit kommen zu lassen, rutschte sie langsam von ihrem Stuhl und krachte schlaff zu Boden.

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Lemon Zest hüpfte begeistert durch Ponyville.

Dieses Equestria war schöner als die schönsten Orte der Menschenwelt zusammen, ja sogar besser als Halle!

In ihrem Kopf flogen schon länger Gedanken herum, die ihr Gewissen bombadierten, warum sie sich eigentlich so partout über Leipzig aufregte... das brachte doch im Endeffekt nichts, beides waren auf ihre Art schöne Städte, und dies hier war...

RUMMS!!!

"Aua!"

"Oh Verzeihung...", hauchte sie erschrocken und half der Stute wieder auf die Hufe, "ist alles in Ordnung bei Ihnen? - Das... das tut mir so schrecklich leid...!"

"Schon ok, keine Sache...", erwiderte diese und klopfte sich den Staub aus dem blauen Fell, "puh... beim nächsten Mal kannst du ja vielleicht aufpassen, wo du hin läufst, ok?"

"Jaja, mache ich!", versprach Lemon Zest und wollte schon weiterlaufen, als die Stute sie zurückhielt: "Du... du bist ein Mensch?"

Fröstelnd blieb die Angesprochene stehen: "J... ja, aber woher...?"

"Ich frage deshalb, weil du etwas in dir trägst... etwas, was ich seit dem letzten Mal, als ich da war, nicht mehr gespürt habe."

"W-was trage ich in mir?!"

"Magie der Sirenen... aber das ist unmöglich, denn die Sirenen gibt es nicht mehr..."

"Sirenen?! - Aber... aber woher wissen Sie...?"

"Weil ich die letzte von ihnen bin...", nickte Sonata Dusk beunruhigt, "tja, das dachte ich jedenfalls."

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"Blackjack, siehst du mich?!"

"Indigo, geh beiseite!", wies Direktorin Cinch sie zurecht und beugte sich selbst über ihre umgekippte Schülerin, die man kurz nach dem Anfall schnell ins Krankenzimmer verfrachtet hatte, "Blackjack, wie geht es dir? Ist alles wieder in Ordnung oder hast du Schmerzen?"

"Es geht...", rang sie sich gespielt ab, "ja... ich... ich war wohl nur etwas schwach..."

"Das macht nichts, dann ist es gut!"

Erleichterung machte sich bei den umstehenden Schülerinnen breit, etliche verließen ihre Freundin in Sicherheit wissend das Zimmer, während Sugarcoat, Sunny Flare und Cinch nebst der Schulkrankenschwester noch etwas blieben: "Du musst die Nacht über hier bleiben, nur zu Sicherheit..."

"Vielen Dank Schwester!", fiel die Direktorin ihr ins Wort, "Sie können nun gehen, wenn etwas sein sollte melden wir uns, nicht wahr?"

"Schon gut...", brummelte diese und verschwand, während sich Cinch auf Applejacks Bett setzte und die Stimme senkte: "Falls jemand fragt, warum du ohnmächtig geworden bist, es ist im Zimmer passiert und nicht im Musiksaal, hast du das verstanden?"

"J... ja, im Z... zimmer..."

"Brav, das ist fein - und nun ruh dich etwas aus, die nächsten Tage brauchen wir dich zurück im Team!"

"Danke, das... werde ich... gute... Nacht..."

"Gute Nacht Blackjack!", wünschten ihr noch die beiden Mädchen, dann erlosch das Licht und Ruhe legte sich über den Raum... nach dieser Musik ein wahrer Segen!

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Neuntes Kapitel - Nacht VierBearbeiten

Eine Ziegenwache trat zu Luna und Jack an den Esstisch im Speisesaal, salutierte und gab mit fester Stimme sein Anliegen kund: "Königin, es wartet jemand auf euch - zwei Stuten, die etwas Dringendes zu besprechen haben, eine von ihnen trägt das Zeichen."

"Lemon ist zurück... in Begleitung?"

"Jo - soll ich sie herein lassen?"

"Nur zu, ich bin bereit."

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"Kann ich rauskommen?", fragte eine Stimme aus dem Dunklen und nach einem sanften "Ja, sie sind weg!" trat der Ziegenbock zu seiner Freundin und küsste sie ausgiebig: "Schatz, ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht, als Hellje mir erzählt hat, dass sie dich aus dem Musiksaal getragen haben..."

"Ich habe einen Schwächeanfall gespielt, weil das, was da gesungen wurde, mir Kopfschmerzen bereitet hat, und frag nicht wie!"

"Kopfschmerzen?"

"Verdammt starke... jedenfalls musste ich da raus... diese Musiklehrerin ist mir nicht geheuer..."

"Welche Musiklehrerin?"

"Frau Blender heißt sie, ist von der Kristallakademie."

"Die ist aber nicht hier..."

"Wie bitte?!"

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"Sonata, Lemon, schön euch beide zu sehen - was gibt's?"

"Königin, die Lage ist ernst - ich habe soeben etwas gespürt, was sehr ungut ist... bei ihr."

"Bei... na, was ist es denn?"

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"Hier ist nur Abacus Cinch... sonst keine Lehrer."

"Das... das ist ja nen Ding!"

"Allerdings... das werde ich morgen den anderen erzählen..."

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"Und du meinst, dass es... noch andere Sirenen gibt?!"

"Das ist unmöglich, es gab außer mir nur noch Aria und Adagio, alles andere wüsste ich! Wisst Ihr, wenn eine Sirene geboren wird, ist sie nie alleine... Sirenen werden immer gleichzeitig schwanger, sodass es auch zur gleichen Zeit mehrere Nachkommen gibt. Diese werden zu einem Berg geführt, um genau zu sein zum höchsten Gipfel der Smokey Montains, wo sich knapp unter der Spitze eine Höhle befindet. In dieser Höhle ist ein großer Kristall, von den jede Sirene ein Stück abbricht... und als Schmuckstück ihr Leben lang trägt...", Sonata rückte ihre Halskette mit dem hufgroßen feuerroten Stein zurecht, "dieser Stein gibt ihnen Magie, und dazu noch die Fähigkeit, andere mit ihren Gesängen verführen zu können."

"Wow, das habe ich nicht gewusst!", musste sich Luna eingestehen und ihr Gegenüber lachte gequält: "Tja, das sollte auch eigentlich niemand wissen, aber jetzt ist es eh egal geworden - meine Schwestern sind tot, ich bin die letzte lebende Sirene, und ja... von daher..."

"Und was genau war jetzt mit mir?"

"Ach ja, habe ich ganz vergessen - also, die Kleine hier... Lemon Zest, ist ein Mensch, da lag ich bei unserem Zusammenstoß schon richtig, ist von Sirenenmagie verführt worden, woher auch immer sie gekommen ist - und das verheißt nichts Gutes..."

"Du... du meinst, dass es noch andere Sirenen gibt?!"

"Wie ich schon sagte... eigentlich nicht, aber... ich... ich spüre es, und es ist stärker als sonst... ja, es muss noch mindestens eine Sirene geben... in der Menschenwelt."

"In der Menschenwelt?!"

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Zehntes Kapitel - Tag FünfBearbeiten

Mit Tagesanbruch rückte das Wochenende unaufhörlich näher - und der große Sportwettkampf der beiden Schulen.

Die fittesten Schüler und Schülerinnen waren bereit, die Spiele eröffnet... und wieder einmal machten sich die wahren Helden des Tages auf die Suche nach der Maschinenpistole, die um ein Haar Applejack das Leben gekostet hatte.

Doch nichts und nochmal nichts.

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Mit dem Nachmittag zogen schwarze Wolken über der Stadt auf, und die Schulleitung beschloss, den Jungendlichen das Wetter zu ersparen - in Gruppenstunden sollten sie Dinge machen dürfen, die sonst während der normalen Schulzeit gerne etwas kürzer gerieten.

Vorhang auf für Silver und den Ziegenbock, die kurzerhand einen extra dafür angereisten Lehrer der Kristallakademie außer Gefecht setzten (wozu so eine D-Böller-Kette auf der Lehrertoilette schon gut sein kann (Anmerkung des Autors: Bitte nicht nachmachen, liebe Kinder, das mag zwar erstmal laut knallen, danach knallts aber dummerweise meistens nochmal heftiger...)) und somit eine ganze Abhandlung Hallenser Schülerinnen zwangen, in einer Mischklasse mit Equestria Highlanern Platz zu nehmen.

Finsteres Schweigen, noch schwärzer als draußen, offenbarte die verhärteten Fronten - bis der Aushilfslehrer erschien und den Jungs und Mädchen einen Topf mit drei Haschpflanzen vor die Nase stellte, sich auf seine Pult setzte und fragte: "Wer weiß denn watt datt is und wozu man'nes braucht?"

Verblüfftes Raunen ging durch die Bankreihen, ein paar kicherten.

"Na, keiner?"

Sugarcoat meldete sich: "Das ist eine Hanfpflanze, daraus wird meist Marihuana hergestellt, eine Partydroge, auch als Gras oder Haschisch bezeichnet - in Tütenform rauchbar..."

"Na dann machen wir datt auch! - Und weil ich denke, dass hier auch ein kleines bisschen Teamarbeit gemacht werden soll... geht je eine oder einer von euch zu einer oder einem der jeweils anderen Schule - auf auf, wir haben ja leider nicht mehr allzu viel Zeit, und wenn ihr das Zeugs noch rauchen wollt, dann kommt in die Pötte!"

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Sechs Uhr, Abendessen

Der Speisesaal war üppig voll, doch hier und da taten sich Lücken auf, einige Tische waren gar komplett unbesetzt!

Abacus Cinch wandte sich an Cranky, der neben ihr saß: "Sagen Sie mal, es fehlen doch etliche Kinder, oder?"

"Kann sein...", grunzte der Lehrer und widmete sich genüsslich einer Kartoffel, "keine Ahnung wo die sind, aber der Hunger wird sie schon treiben..."

"Das gefällt mir ganz und gar nicht, ich werde nachsehen!"

"Tun Sie das... hey, Ihr Essen wird kalt!"

Das war der Direktorin gerade egal... misstrauisch inspizierte sie die Schulflure und spähte in leere Klassenräume, in die Schlafsääle - nichts.

Wo konnten die stecken?!, wunderte sie sich vor sich hin, als ihr plötzlich ein Lichtschimmer unter einer Tür auffiel... dazu laute Partymusik?!

Mit einem beherzten Ruck riss sie den Verschlag auf - und wäre fast aus den Latschen Designerschuhen gekippt.

Das ganze Klassenzimmer war voller tanzender Jungendlicher BEIDER Schulen, dazu röhrte eine Mordsstereoanlage Smoke Weed everyday!, überall standen Schnäpse, Bierflaschen und Knabberkram herum, Tische lagen kreuz und quer herum, die Stühle dazwischen, an die Wände waren Parolen und Grafitty geschmiert worden, die Lampen waren demoliert.

Und ihre Schüler... die trugen ja gar keine Uniformen! DIE TRUGEN JA DIE KLAMOTTEN DER EQUESTRIA HIGHLANER, UND DIE TRUGEN IHRE UNIFORMEN!!! UND DIE RAUCHTEN JA GRAS!!!

IHRE SCHÜLER RAUCHTEN MARIHUANA MIT DEN LEIPZIGERN, UND DER LEHRER ZOG DA AUCH NOCH EISKALT MIT!!!!!!

"AHHHHHH!!!"

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Elftes Kapitel - Nacht FünfBearbeiten

Der Ziegenbock war froh, in dieser Nacht in der Straßenbahn schlafen zu dürfen... in der Equestria High hing momentan der Haussegen mehr als schief.

Celestia hatte Hellje zur Schnecke gemacht, wie er denn überhaupt auf diese bescheuerte Idee gekommen sei, einfach Gras mit den Kindern herzustellen, und die Antwort hatte es in sich gehabt - um sie geil für's Leben zu machen, höhö... dafür hatte sie ihm eine geknallt, und jetzt musste der Gott zur Strafe den ganzen Mist alleine saubermachen und, das war bei Weitem das schlimmste, den Geruch aus dem Raum kriegen... den Saal neu streichen und renovieren im Klartext.

Auch die Schüler hatten eins auf den Deckel bekommen und waren jetzt geächtet (ganz besonders die, die ihre Klamotten getauscht hatten, allen voran Rainbow Dash, die als Krönung kreuz und quer durch das Gebäude gerannt war und allen möglichen Leuten Joints und Bier angeboten hatte), zumal die Direktorin der Hallenser die Nacht im Krankenhaus verbringen musste... ein ganz klassischer Fall von Burnout mit zu viel Aufregung kombiniert.

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Zwölftes Kapitel - Wochenende & Montag bis Mittwoch - Die Tage und Nächte Sechs bis ZehnBearbeiten

In der Zwischenzeit geschah nichts Aufregendes, außer einer kleinen merkwürdigen Bewegung: Die Fronten der verfeindeten Städte fielen allmählich, wenn auch langsam, aber doch.

Silver erblickte am Sonntag erstaunt Twilight aus Equestria, Fluttershy, Rainbow Dash, Pinkie, Sunset, Sugarcoat, Sour Sweet, Sunny Flare und Indigo Zap in einem Eiscafé sitzen und fröhlich miteinander quatschen... wie Freundinnen.

Ohne es zu wissen hatte Hellje der alte Kiffer etwas ausgelöst, was sich bald bewahrheiten sollte... sehr bald.

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Lemon Zest blieb in Equestria, lernte das Land mit seinen Völkern kennen und musste feststellen, das dies das Paradies auf Erden war.

Mit Jack verstand sie sich sehr gut, sie machte gar zusammen Ausflüge nach Vanhoover und Kelut, wo sie auch auf Safira trafen, nach Nitan, wo sie Tee mit Vight und Cintinya tranken, einen Weltraumspaziergang mit Overlord und vieles mehr... und so sehr es der jungen Stute auch gefiel, so gerne wollte sie doch nach Hause.

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Die Tage rasten mit ihren Wettbewerben dahin, Montag zeigten die Chemiker ihr Wissen, am Dienstag verwandelten die Künstler und die Schulorchester das Schulgebäude in eine bunte Fläche von tausenden Motiven beziehungsweise die Aula in ein wahres Meisterwerk aus Tönen und Klang.

Abacus Cinch kehrte nicht an die Equestria High zurück, sie zog es vor, ihre eigene Schule daheim in Halle auf das Finale vorzubreiten... und das war schon übermorgen...

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Dreizehntes Kapitel - Tag ElfBearbeiten

Applejack war schon vor dem Frühstück über zwei damenlose Koffer gestolpert, und jetzt, eine Stunde vor der Abfahrt, sah es in ihrem Zimmer aus, als hätten mehrere Kleiderspendecontainer eingeschlagen... alles lag voller Klamotten und anderer Gegenstände, die jede schnell in ihre Taschen stopften.

Wie gut, dass ich schon gestern gepackt habe..., schmunzelte sie bei dem Gezicke vor sich und schlenderte in Richtung Ausgang, tja, das war's dann hier... schöne Zeit, doch doch...

Noch zwei Tage an der Kristallakademie, dann würde sie daheim sein auf Sweet Apple Acres... Aurora nicht mehr finster angucken müssen, den Ziegenbock jederzeit küssen... hach, herrlich.

Und doch waren die Tage hier schön gewesen... na ja, alles geht einmal vorbei, und das beste kam schließlich noch - das Finale morgen!

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Silver, der Ziegenbock und Hellje warteten bei der Schulstraßenbahn, die heute von der LVB ein bisschen Verstärkung bekommen hatte, um die Schülermassen zum Hauptbahnhof zu kutschieren, auf den letzten fehlenden Fahrgast - Direktorin Celestia.

Endlich nahte sie, überreichte der Polizistin den Schlüssel zum Eingang und raunte ihnen zu: "Vielen Dank für eure Hilfe... es wäre mir wirklich sehr lieb, wenn ihr noch heute und morgen bleibt, aber wenn nicht, ich kann schon verstehen, dass ihr..."

"Ach keine Sache, das macht keine Umstände!", meinte der Ziegengeneral, "ich meine... zuhause ist eh niemand, der auf mich wartet, also kann ich hier ruhig noch etwas bleiben - Leipzig ist aber auch ne schöne Stadt!"

"Naw, danke euch - und bis bald!"

"Jo, bis bald!"

"Und Hellje...", sie drehte sich noch einmal um und hob drohend den Zeigefinger, "wehe dir, wenn ich zurückkomme und meine schöne Schule stinkt nach Haschisch!"

"Ich kiffe draußen, passt scho!"

"Dann ist's ja gut..."

Die Türen schlossen sich, die Bahn zog an und rumpelte langsam davon, ehe sie im dichten Verkehrsgewühl der Großstadt verschwand.

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Vierzehntes Kapitel - Nacht ElfBearbeiten

Die Aufgaben waren gut und denkbar einfach verteilt worden - Silver kaufte ein, der Ziegenbock besorgte das Bier und Hellje... sollte das beschaffen, was er für nötig erachtete.

Als er von seinem Beutezug aus Gohlis zurückkam und die Tür von Celestias Büro aufstieß, hatten es sich die anderen beiden schon längst auf dem Sofa bequem gemacht und waren an den Fernseher gefesselt, die die Tagesthemen im Ersten brachte.

"Hi Leuts, ich hab uns nen bisschen Kartoffelschnappes von den Russkis mit'bracht - frisch aus'er Destille im Hinterhof von..."

"Pscht, halt ma nen Moment die Klappe!", zischte Silver und er spitzte die Ohren, "... im Erzgebirge hat es heute an der tschechischen Grenze zwischen Bärenstein und Weipert (CZ) mehrere schwere Zusammenstöße bewaffneter Organisationen gegeben, wobei auch ein Zug auf dem Grenzviadukt über das Pöhlbachtal mit einer Rakete beschossen wurde, mehrere Waggons stürzten in die Tiefe, die Brücke blieb nahezu unbeschädigt. Die Polizei geht von Drogenschmuggel in größerem Stil aus, bislang wurden zirka vierzig Leichen geborgen, die Zahl steigt jedoch weiterhin. Mehrere SEKs und Bundeswehreinheiten sowie tschisches Militär sind in dem Gebiet im Einsatz. Eine..."

"Stop!", schrie der Ziegenbock auf und schaltete um, atmete schwer und kam nur schwer zur Ruhe, "nein... NEIN, DAS HAT NICHTS MIT ROBERT ZU TUN, NEIN, DU DENKST DA JETZT NICHT DRAN!!!"

"Ziegenbock, du willst doch nicht...?!"

"NEIN, DAS WILL ICH KEINESFALLS, ALSO HALTET ALLE DIE KLAPPEN!!!"

Silver schwieg sauer, Hellje öffnete sich und seinem Freund ein Bier und drückte es ihm in die Hand: "Hey, das war nicht Robert - das hätten wir mitgekriegt... mach dir keinen Kopp und lass uns den Abend genießen! - Watt läuft denn Gutes inne Glotze?"

Das brachte den Ziegenbock tatsächlich auf andere Gedanken... und beruhigt konnten die drei den Abend und Terminator 3 genießen.

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Fünfzehntes Kapitel - Tag ZwölfBearbeiten

Aurora und Blackjack genossen einen sonnigen Tag in Halle-Nietleben direkt am Heidesee... das war klasse, Schule am Waldrand und Wasser, soweit das Auge reichte!

Die letzten Wettkämpfe in Deutsch und Russisch fanden statt, was aber auch nicht mehr viele interessierte - das Wetter war supergut, und die Schüler und Schülerinnen beider Schulen wollten es am letzten gemeinsamen Tag noch einmal richtig krachen lassen, bevor die Bekanntgabe des Siegers heute Abend mit einem grandiosen Fest zu Ende gehen und die Ferien einläuten sollte.

Und sie waren vereint - Leipziger wie Hallenser, Seite an Seite.

Sie spielten, lachten, schwammen, tauchten, bauten, experimentieren... waren glücklich.

Halle wie Leipzig.

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Direktorin Cinch stand am Fenster ihres Büros, als Celestia eintrat.

"Du hast mich rufen lassen, Abacus?"

"Spar dir das, es hat keinen Zweck mehr - ich habe euch!"

"Ich verstehe nicht..."

"Nun ja... ich weiß, warum deine Schule so etwas Besonderes ist und die Kristallakademie trotz ihres guten Rufes und ihres nicht minder guten Unterrichts, der Spitzenklasse-Lehrer und all den sonstigen Dingen, die nicht hätten besser sein können, nach wie vor nicht die Nummer Eins unter den deutschen Schulen ist!"

"Wir... wir hatten einfach Glück..."

"Ja, das stimmt!", schnaubte es verächtlich, "Glück ein magisches Portal auf dem Schulhof zu haben, durch das man eine andere Dimension erreichen kann!"

Celestia wurde kälter als kalt: "W... was?!"

"Du hast schon richtig gehört, und tu nicht so, als wüsstest du nichts davon - das letzte Mal, als sie da waren, ist eine Lokomotive gekapert und durch den Hauptbahnhof gejagt wurden, und die Polizei wurde mit Jagdflugzeugen beschossen, HABE ICH NICHT RECHT?!?!"

"Abacus, das..."

"SPAR DIR DAS, SPAR ES DIR EINFACH!!!"

"OKEY, GUT, JA, DIESES VERDAMMTE PORTAL IST IN... AUF DEM SCHULHOF, ABER ICH HABE NICHT DARUM GEBETEN, DASS ES DA HINKOMMT, UND NOCH WENIGER KANN ICH ETWAS FÜR... DIE ANDEREN!!!"

"Diese Anderen... ja, sie sind dein Freunde, sprich es ruhig aus, mir brauchst du nichts zu verschweigen, ich weiß alles über diese Einhörner und Ziegen, diese ganzen Fabelwesen - und diese Welt muss es auch wissen! Ich habe versucht, an das Portal zu kommen - aber nein, zum ersten Mal wurde auf meine Mädchen geschossen, und beim zweiten Mal... IHR SEID MONSTER, IHR HABT DIE ARME LEMON SCHWER VERLETZT!!! UND DESWEGEN WIRD DEUTSCHLAND ES ALS ERSTES ERFAHREN, GEFOLGT VON ALLEN ANDEREN NATIONEN!!!"

"DAS DÜRFEN SIE NICHT, DAS WÜRDE EINE UNBESCHREIBLICHE KATASTROPHE AUSLÖSEN, WENN NICHT NOCH MEHR!!!"

"Das wird nicht geschehen, wenn die Mächtigen ihre Armeen das Problem regeln lassen."

"DABEI WERDEN MILLIONEN MENSCHEN STERBEN, DIE TECHNIK EQUESTRIAS IST VIEL WEITER ENTWICKELT!!! ABACUS, ICH FLEHE DICH AN, BITTE, BITTE BEHALTE DIESES GEHEIMNIS FÜR DICH!!!"

"Das werde ich nicht... und egal was du jetzt tust, es ist zu spät... noch heute Abend, wenn der Bildungsminister und die Bundeskanzlerin den Sieger verkünden, werden sie es erfahren... und mit ihnen alle, denen es viel zu lange verschwiegen wurde."

Celestia fuhr herum und wollte rennen, nur noch rennen, und ihre Freunde warnen, doch jemand war hinter ihr aus dem Schatten getreten und versperrte ihr den Weg - entsetzt starrte sie ihr Gegenüber an, unfähig auch nur einen Laut heraus zu bringen.

"Hallo Direktorin, lange nicht mehr gesehen...", grinste Adagio Dazzle schadenfroh, "wie ich sehe wollt Ihr eure Namensvetterin warnen... doch daraus wird wohl nichts..."

Und die Sirene stürzte sich auf sie.

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Über Leipzig zog das Licht der Abendsonne bunte Schleier, die die viel zu sehr mit dem Fernseher beziehungsweise einem Computer beschäftigten Wachposten in Direktorin Celestias Büro kaum wahrnahmen... welch Verschwendung, den Band-of-Brothers-Marathon zu verpassen geschweige denn sich nicht genügend Videos von sich selbst verletzenden Leuten reinzuziehen, also weißte!

Silver widmete sich einer Tasse Kaffee, hatte die Füße auf dem Schreibtisch neben der Portalstatue postiert und spielte an ihrer Glock 17 herum: "Mal ehrlich Leuts, so gechillt könnte es öfter sein, oder?"

"Jo, wäre schon nicht schlecht... einfach mal ohne Robert... ohne Geballer..."

KA-WUMM!!!

Hellje hob es aus seinem Sessel und in den Pokalschrank, dass es nur so schepperte, der Ziegenbock machte samt Couch einen Abflug gegen die Wand, Silver segelte nur knapp davor und bekam den Computer auf die Birne, ihre Pistole landete zwischen ihr und dem Schreibtisch.

Ein großer Explosionskrater rauchte in der Wand, der Rotor eines Heilkopters röhrte auf - Seile mit Enterhaken flogen an die gesprengte Mauer und verkeilten sich, bewaffnete Männer rutschten an ihnen ab und eröffneten ohne ein Wort zu verlieren aus modernsten Waffen das Feuer auf die Freunde, die sich nur dank ihres schnellen Reaktionsvermögens und der Kampferfahrung im letzten Moment aus dem Raum flüchten konnten.

"HEILIGE LUNA, ANGRIFF VON VORNE!!!", schrie Silver, während um sie herum das Holz durch unzählige Kugeln aus der Wand gerissen wurde und wild durch den Raum tanzte, "BESCHÜTZT DAS PORTAL!!!"

"LEICHTER GESAGT ALS GETAN!!!", brüllte der Ziegenbock zu ihr herüber, hinter einem Tisch kauernd, "ICH HABE MEINE MINIMI VERLOREN, HELLJE IST KOMPLETT UNBEWAFFNET - WIR SIND AM ARSCH, LASS UNS ABHAUEN!!!"

"WOHIN DENN?!?! LEUTE, DIE KLAUEN GERADE DAS PORTAL, UND KEINER VON DENEN WIRD GEFANGENE MACHEN - RENNT ZUM WAFFENSCHRANK BEI DEN GESCHICHTSRÄUMEN UND RÜSTET EUCH AUS, ICH HALTE HIER DIE STELLUNG, WENN ICH DEINE PISTOLE BEKOMME!!!"

"VERSTANDEN!!!"

Die Waffe schlitterte zu ihr, ihre beiden Begleiter gaben Fersengeld - zwei der Angreifer traten aus dem Rauch, zwei Schüsse, zwei Leichen. Todesmutig kroch sie zu ihnen und nahm sich die Sturmgewehre, steckte sich Magazine und Granaten an den Gürtel und schoss ein komplette Salve in das Büro, mehrere Schreie, dann starkes Gegenfeuer, das sie hinten den Tisch zurücktrieb.

Wo steckten die so lange?!, beschwor ihr Unterbewusstsein, Leute, beeilt euch verd... neben ihr landete eine Granate und begann sofort einen gelben Dunst zu versprühen - GAS!!!

Der Hustenreiz überfiel sie sofort, ihre Glieder wurden augenblicklich schwächer, sie hatte kaum mehr die Kraft aufzustehen... das... das Portal... rettet... das... Port...

MG-Sperrfeuer bellte auf und riss Löcher in die Schwaden, eine Gestalt tauchte vor ihr im Nebel auf, zog sie in ihre Arme und spurtete davon... doch das bekam die Polizistin nicht mehr mit.

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Verschwommene Bilder tanzten vor ihren Augen, dazu kamen schwache Klänge und ein intensiver Geruch... Gras?

Mühsam stemmte sich Silver hoch und erkannte den Ziegenbock mit Gasmaske und britischem Helm, der eine Lewis Gun in den Händen hielt und auf einen Hubschrauber feuerte, Hellje mit belgischem Kopfschutz knöpfte sich einen ganzen Schwung schwerbewaffneter Kerle mit einem einfachen Karabiner vor.

Sie waren vor der Equestria High, Passanten kauerten sich hinter Autos und hielten sich schützend die Hände über die Köpfe, andere flohen in heller Panik vor dem Helikopter, der auf alles sich bewegende schoss - diese miesen Wixxer!

Kugeln aus Miniguns zerfetzten Büsche und Bäume, brachten den Ziegengeneral immer mehr in Bedrängnis, doch der ließ es darauf ankommen und jagte dem Schützen mehrere gut gezielte Schüsse durch den Körper... schreiend stürzte dieser aus der schwebenden Festung und klatschte auf den Asphalt des Wilhelm-Leuschner-Platzes.

Gerade als Silver die Restwirkung des eingeatmeten Kampfstoffes überwunden hatte sprangen drei Männer aus dem Krater in der Schulwand in den nahebei fliegenden Helikopter, welcher nun drehte und sich gen Norden davonmachte.

Was sie in der schwarzen Kiste bei sich getragen haben mussten war nicht schwer zu erraten...

"HINTERHER, SIE HABEN DAS PORTAL!!!"

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Atlanas Aufmerksamkeit galt den Nachrichten, die soeben von einer haarsträubenden Verfolgungsjagd durch das Preßnitztal berichteten... jetzt war so klar wo Sunset...

"Wir unterbrechen die Sendung für eine wichtige Eilmeldung - in Leipzig ist eine Schießerei am Wilhelm-Leuschner-Platz in Gange, welche durch einen schwerbewaffneten Helikopter unterstützt wird! Alle Anwohner sind aufgefordert DRINGEND Fenster und Türen geschlossen zu halten, sich ins Innere oder die Keller ihrer Häuser zu begeben und sich geduckt zu halten! Die Polizei ist bereits mit einem Großaufgebot unterwegs, die Bundeswehr ebens..."

WAS?!?!

Wie der Blitz raste er die Treppen zu Sunsets Dachterasse empor, kam mit Wucht am Geländer zum Stehen und sah den Hubschrauber... ohne lange zu überlegen schoss er zurück in die Wohnung, blendete für einen kurzen Moment Sunrises Geschrei völlig aus, öffnete den Waffenschrank seiner Freundin und entnahm eine Panzerfaust, hetzte ein zweites Mal aufs Dach, legte an, zielte, drückte ab.

Die Rakete traf voll ins Schwarze.

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Hellje und der Ziegenbock stürmten auf die Straße, doch die dort haltenden Autos hatten längst die Flucht angesichts der zwei bewaffneten Kerle ergriffen... fuck!

Als hätte ihren Hilferuf nach einem Transportmittel jemand gehört kam ein blauer Audi TT Roadster um die Kurve gebrettert und bremste scharf vor den drei Freunden ab - mit Indigo Zap und Sugarcoat am Steuer!

"Los, steigt schon ein, dann erwischt ihr euer Portal vielleicht noch!"

Keiner der drei überlegte lange und trotz des Platzmangels des Zweisitzers fanden sie hinter den beiden Hallenser Mädchen Platz, von denen die mit Brille das Gaspedal voll durch trat und eine geschnitten perfekte 180 Grad-Wendung hinlegte, ehe sie mit heulendem Motor die Verfolgung des Helikopters aufnahm.

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"Woher...?!"

"Wir wissen alles, auch wenn wir es lange nicht wussten!", gestand die Fahrerin und zog geschickt zwischen zwei Straßenbahnen hindurch, "unsere Direktorin hat uns das meiste und wichtigste verschwiegen - euch, die ihr aus einer anderen Dimension seid!"

"IHR WISST BESCHEID?!?!"

"Nur wir und drei unserer Freundinnen... Indigo wollte vorhin Cinch etwas fragen, und die war gerade am Telefonieren... es fielen unschöne Dinge..."

"... und ich habe alles verstanden!", übernahm die Sportlerin wild mit den Armen fuchtelnd, "das hat alles mit unserer Musiklehrerin zu tun und so - na ja, das wisst ihr ja wahrscheinlich..."

"Wir wissen so einiges - und danke, dass ihr uns helft, ehrlich."

"Das ist doch wohl das Mindeste, was wir..."

KA-WUMM!!!

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Silver glotzte ebenso fassungslos wie die anderen den Hubschrauber an, dessen komplettes Heck mit dem hinteren Rotor in einer Feuerwolke verschwand und sich in alle Himmelsrichtungen verteilte... das Vehikel neigte seine Nase stark nach Norden und zog in einer Parabel dem Boden immer näher.

"HINTERHER, DER IST GLEICH UNTEN!!!"

Sugercoat holte alles aus ihren Fahrkünsten heraus, kürzte über den Augustusplatz vor der Oper ab, umfuhr auf dem Hauptbahnhofsvorfeld alle Hindernisse und Passanten haarscharf und zog zwischen die längst stillgelegten Güterschuppen rechts in die Preußenseite - um frontal aus allen Rohren beschossen zu werden.

Das Heck des Audis schlug bei der Vollbremsung nach links aus, rutschte auf eine Rampe und überschlug sich mehrfach, die nicht angeschnallten Insassen wurden in alle Himmelsrichtungen geschleudert, Hellje landete sogar auf dem Dach eines der Schuppen!

Jetzt sind wir am Arsch..., dachte der Ziegenbock noch, ehe er ohnmächtig wurde.

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Silver lag neben Sugarcoat, die eine große Platzwunde am Kopf hatte... scheiße!

Mühsam zog sie das Mädchen hinter eine Gebäudeecke und verschaffte sich einen Überblick über das Trümmerfeld... überall lagen Teile des Autos herum, und dazwischen Indigo Zap... mitten im Kreuzfeuer der Angreifer...

Trotz gigantischer Schmerzen in der Brust hastete die Polizistin einmal quer durch das freie Feld, schob sich im Schutz eines Stahlträgers bis nahe an die bewusstlose Hallenserin heran und rettete sie in einem günstigen Moment vor den Kugeln der Söldner... wie konnten sie die bloß stoppen?!

Ein Motor in der Nähe holte viel aus sich raus, und ehe Silver sich umdrehen konnte donnerte an ihr ein sehr rostiger Ford Escort vorbei und stellte sich quer zu dem Trommelfeuer, das seine Scheiben und Bleche rechtsseitig komplett durchsiebte.

Aus der Fahrertür rutschte ein Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht und blutender Lippe - Atlanas!

"Atlanas!", schrie sie und robbte zu ihm, "mensch du, das war Rettung in letzter Sekunde, danke!"

"Bin ich froh, ich dachte schon, ich sei zu spät - hier...", er drückte seiner Mitarbeiterin eine M16 in die Hände, "hier, die wirst du brauchen - was ist hier eigentlich los?!"

"Wir wurden angegriffen, das Portal haben die mitgenommen, und der Heli wurde..."

"... abgeschossen, ja, das war ich - und jetzt ist Sunrise alleine zuhause, Sunset wird mich umbringen!"

"Wo steckt das Goldlöckchen eigentlich, wenn man sie mal braucht?!", grollte Silver und feuerte ein Magazin auf die Gegner ab, "und ich komme nicht darauf klar, dass diese Kerle zu wissen scheinen, was sie da bei sich haben!"

"Ich erst recht nicht, aber sie scheinen nicht gerade freundlich gesinnt - wo sind die anderen?!"

"Hier oben!", machte Hellje auf sich aufmerksam und legte einen schweren Schützen mit einem Präzisionsschuss vom Dach um, "aber ich habe kaum noch Muni!"

Auf der anderen Straßenseite schleppte Sugarcoat gerade den Ziegenbock aus dem Schussfeld, Silver deckte und brüllte dann zu dem Mädchen herüber: "Sugarcoat, bleib um jeden Preis in Deckung - versuch den Ziegenbock wach zu kriegen und gebt mir ein Zeichen, dann kommt hier rüber, ich gebe euch Deckung!"

"Nie im Leben, das ist lebensmüde!"

"Out of ammo!", machte Hellje auf seine missliche Lage aufmerksam, "ich brauch ne neue Waffe!"

Silver wurde langsam klar, dass ihre Lage aussichtslos war... ihre Angreifer waren eine kleine Armee, sie selbst sechs zur Hälfte außer Gefecht gesetzte gänzlich ungepanzerte und schlecht bewaffnete Menschen, die keine schweren Waffen oder auch nur den geringsten Vorteil hatten... scheiße!

Rechts neben ihr Atlanas, der sich die Schussverletzung am Bein hielt, links Indigo unter der Rampe... bewusstlos und... halt nein, gar nicht mehr! Die Kleine hatte eine MP in den Händen, verschaffte sich für einige Momente freies Feld und hechtete dann zu ihnen hinter das Auto... die PM-9 kannte Silver schon... also doch!

"Indigo, seid ihr in Celestias Büro eingebrochen?!"

Das Mädchen mit der Pilotenbrille hielt inne und wandte den Kopf zitternd zu Silver, nickte knapp und presste peinlich berührt die Lippen zusammen: "Ja, wir wurden von unserer Direktorin geschickt... es tut mir so leid, ich wollte das nicht!"

Eine Narbe über ihrem rechten Ohr fiel der Polizistin auf... das musste das Blut an der Wand gewesen sein... "Ich glaube dir, ihr beiden seid ehrlich zu uns gewesen, da würdest du auch jetzt kaum lügen... außerdem... ja, aber bitte seid in Zukunft so vernünftig und lasst solchen Mist, verstanden?!"

"Ich verspreche es hoch und heilig, wenn wir hier lebend rauskommen!"

"Das... weiß ich nicht..."

Indigo hatte Tränen in den Augen, Atlanas keuchte schwer... es würde nicht mehr lange dauern...

"DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT!!!", brüllte die Polizistin, sprang auf, knallte ihr Sturmgewehr auf die Karosserie und lud durch, "FÜR EQUESTRIA!!!"

Und während ihr Blick mit dem Staub und den Lichtblitzen des Mündungsfeuers verschmolz, bemerkte sie nicht, wie es von hinten immer heller wurde.

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Sugarcoat hielt den Ziegenbock fest an sich gepresst, doch bei dem Anblick, der sich ihr bot, ließ sie ihn unwillkürlich gegen die Ziegelwand des Schuppens sinken... das... das war doch bestimmt nur Einbildung!

Falsch, der Mil Mi-24 war definitiv echt, wenn auch echt aufgemotzt und bestimmt schon zig Male völlig umgebaut und modernisiert worden - eine echte schwebende Festung, wenn man es so wollte.

Und auf einer der klappbaren Kufen saß ein schwarzes Mädchen mit violetten Haaren und M60E4, was das Bild nicht minder entwirrte... und es feuerte einen Munitionsgurt nach dem anderen auf die Männer ab, die mit allem gerechnet hatten - nur nicht mit einem Luftangriff!

"FEUER VERSTÄRKEN!!!"

Aus der vergrößerten Seitentür hinter der Schützin trat nun ein Mann mit wilden schwarzen Haaren und RPG auf der Schulter, legte auf eines der gepanzerten Autos der Söldner an und atomisierte es in einem spektakulären Feuerball.

Selbst Silver wusste jetzt, mit wem sie es zu tun hatten... dem knallköpfigsten Ziegenkönigs des Universums!

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Zusätzlich legten jetzt auch noch die Miniguns des russischen Hubschraubers los, dazu feuerte er zwei Reihen Raketen ab, welche von den Stellungen der Angreifer nur noch dampfende Trümmer übrig ließen... irre, einfach irre!

Männer flogen schreiend herum, ihre Schutzwesten gingen in Flammen auf, nachdem sie von Schrapnellen durchsiebt worden waren... es war ein wahres Massaker, aber es war ein verdammt gutes schauriges Schauspiel!

Nachdem von den Milizen nichts mehr außer ein paar verbrannten Leichen übrig war landete das Schlachtschiff von UdSSR-Kampfschrauber vor den erleichterten Freunden, Sonea pustete den rauchenden Lauf ihrer LMG frei und grinste ihnen entgegen: "Na, schon am Schwitzen? Das war doch der absolute Wahnsinn, fandet ihr nicht?"

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Nacheinander kletterten nun Robert, Lea, Lyra Ryder, Lola und Sunset aus dem Hubschrauber und wurden von den Verteidigern halb tot geknuddelt, so dankbar waren diese über die schnelle Rettung. Am ausgiebigsten dabei waren Atlanas und seine geliebte Freundin, die sich für nie enden wollende Momente überglücklich in den Armen lagen und nur ihre Liebe sprechen ließen... Robert hatte derweil seinen Bruder in den sicheren Rumpf des Helis verfrachtet und wartete Seite an Seite mit Sugarcoat und Lea auf dessen Erwachen.

Endlich (und nach Zuhilfenahme von etwas Wodka, was ihnen der Pilot und die beiden anderen Russen an Bord empfohlen hatten) schlug ihr Onkel, Freund und Mitpappnase die Augen auf und hustete von dem scharfen Tropfen in seinem Hals: "Ahhh, mein Hals... oh fuck, was ist passiert?!"

"Gar nichts, ich habe dir nur den Hintern gerettet!", frohlockte Robert kichernd, "tjaja Kerl, dich kann man echt nicht alleine lassen, ohne dass du eins auf die Rübe kriechst!"

"Es war so klar, dass ich alles schuld bin...", beschwerte sich der Verletzte und machte ein Pokerface, "aber yolo, du wirst eben nie alt... schön, danke für die Rettung... danke..."

"Bedank dich bei Sunset, sie hat uns in Chemnitz abgeholt und hierher geflogen - und dass wir hier vorbeigekommen sind war wirklich astreiner Zufall... Lea hat was brennen sehen und ne ganze Menge mehr... lange Geschichte!"

"Erzähl mir das später... jetzt... holt das Portal, es müsste in dem Hubschrauberwrack die Straße runter liegen... in einer schwarzen Kiste..."

"Alles klar, ich seh schnell nach!"

Und weg war er... dafür wurde jetzt Atlanas vorsichtig von Lyra, Silver und Lola in die Hände der Russen übergeben und neben ihn gelegt... endlich in Sicherheit, und das Portal...

"ES IST NICHT HIER!!!"

Och nö, bitte nicht...

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Robert kam zurück, die Frisur noch wilder (und ein wenig angesengt) als sonst: "In dem Wrack ist nichts, kein schwarzer Kasten!"

"Das darf doch nicht wahr sein!", fluchte Silver und schlug gegen die Wand, "diese Dreckskerle sind echt gerissener als wir dachten!"

"Aber sie können nicht weit sein!", konstatierte Lyra und sprintete los, "na kommt schon, die knöpfen wir uns vor!"

"Ich bleibe hier!", stellte Sunset klar, "und bringe die Verletzten hier raus - außerdem hat mir der blaue Kerl hier grade gebeichtet, dass er seine kleine Tochter alleine zuhause gelassen hat! Wenn's sich nachher ergibt schaue ich nochmal bei der Kristallakademie vorbei, okey?"

"Ich... ich ebenfalls...", nickte Lea und guckte Sonea und Robert sicher an, "ich... kann einfach nicht mehr, die letzten zwei Wochen waren anstrengend genug!"

Sugarcoat und Indigo wurden ebenfalls noch in den Helikopter geladen, Silver stieg zu: "Ich komme zurück - mit Verstärkung!"

"Alles klar, dann bis denne!", winkten die beiden und stoben mit Lola und Hellje wie die Wilden davon... die werden auch nie müde, dachte ihr Bruder und Onkel bei sich, nein, niemals... solch eine bekloppte Familie!

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Captain Ryders AK jaulte, als sie die Melodie vom Tod spielte und einem Schwerverletzten den Gnadenschuss gab - doch weit und breit kein Portal!

"Wo steckt das Mistding bloß?!", fluchte die Stute, als ihre Adoptivtochter plötzlich inne hielt und auf eine weit entfernte Lok deutete: "DA!!!"

"In der Lok?"

"Scheint so, jedenfalls ist dieser Bereich des Bahnhofs normalerweise stillgelegt - die holen wir uns!"

"Ja, aber wie?"

Robert warf verführerische Blicke gen Bahnsteige: "Och, ich hätte da so ne Idee..."

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Den ehemals luxemburgische Triebwagen der Serie 2000 führte die Privatbahn EQR unter der Nummer 3, von dessen Typ sie 27 Lizenzbauten besaß... ein Grund mehr für die Equestrianer sich den Zug mal eben zu "leihen".

"RAUS HIER, RAUS HIER!!!", krakelten Sonea und Lola und schossen demonstrativ in die Decke, "DIESER ZUG WURDE ÜBERNOMMEN, WER BINNEN EINER MINUTE NICHT DRAUßEN IST FÄHRT MIT!!!"

In heller Panik stürzten die Volksmassen aus dem Triebwagen und den Bahnsteig hinunter, Robert marschierte zum vorderen Führerstand und wurde bereits erwartet: "Mein König, ich erwarte eine Erklärung, warum ich meine Fahrt nicht antreten kann!"

"Nun, wir brauchen einen Zug, und die 2000er sind am massivsten - nimm's mir nicht übel Eduart, aber isso!"

"Das kann ich gerade nochmal so nachvollziehen...", scherzte der Untergrundeisenbahner a.D., "tja, na denn... der Lokführer geht als letztes von Bord, oder nich?"

Würdevoll rückte er seine Mütze zurecht und verließ unter dem Gelächter der Freunde seinen Zug... sich selbst dabei zusammenzureißen und nicht einmal zu grinsen war wahrlich schwerer!

"So, dann los!", freute sich der Ziegenkönig und gab Gummi, schon halb aus dem Bahnhof draußen tippte ihn seine Ghost Riderin an: "Mein König, wir haben zwei blinde Passagiere an Bord!"

Er trat erschrocken auf die Bremse und brachte den Triebwagen zum Stehen: "Wutt?!"

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Im Mehrzweckabteil kauerte eine Frau mit Kinderwagen, deren Anblick sogar Robert weich werden ließ: "Konnten Sie nicht aussteigen, gute Frau?"

"N-nein, ich... ich... der Kinderwagen ist zu schwer... bitte... tun Sie mir nichts, ich..."

"Schon recht!"

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Die mittlerweile am Bahnsteig eingetroffenen Polizisten hatten die Lage unter Kontrolle und zielten auf den davon rauschenden Zug, als dieser plötzlich abbremste, einige Zeit bewegungslos im Gleisvorfeld stehen blieb und dann... zurücksetzte?!

Vorne am Bahnsteig hielt er, die Türen gingen auf, die Pistolen zitterten gefährlich... und begleitet von zwei schwerbewaffneten Kämpfern trugen zwei maskierte Gestalten einen Kinderwagen heraus, dazu trat eine völlig aufgelöste Frau auf den Bahnsteig... was auch immer hier vor sich ging, es war nicht ganz normal!

Die Gestalten verabschiedeten sich und verschwanden wieder im Zug, Türen zu, Abfahrt - und weg war er.

Zurück blieb eine junge Mutter mit Kinderwagen - und eine Meute erstaunter Beamter, die nicht so recht glauben konnte, was da grade vor ihren Augen abgelaufen war... das... NEIN!

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Kaum aus dem Bahnhof gab Robert dem Triebwagen Stoff, bis 140km/h kletterte die Tachonadel, dann klinkte er die Konstantgeschwindigkeit ein und drehte sich zu seinen Mitfahrern um: "Also passt auf, das Portal ist in einer schwarzen Kiste, die ich jetzt mal als Black Box bezeichne - wir müssen es um jeden Preis bekommen, sonst steht mehr als nur Equestria auf dem Spiel! Unsere Fraum im Stellwerk hat uns die Weichen gestellt und die E-Lok, der wir folgen, auf 100 als Höchstgeschwindigkeit gedrosselt - das heißt, sobald wir dran sind, klinke ich uns ein, sodass wir Tür an Tür fahren und relativ leicht rüberkommen könnten. Wir schnappen uns die Black Box und hauen ab, alles klar?"

"Mit wie vielen werden wir es zu tun bekommen?", wollte Lola wissen, worauf der Ziegenkönig nur den Kopf schütteln konnte: "Kein Plan, ehrlich nicht... so viele gehen in eine Traxx-E-Lok nicht rein, aber ich schätze mal so zwanzig bis dreißig - daher schlage ich folgendes vor: Sonea, du gehst mit Lyra, Lola, du schießt von hier, Hellje, du bleibst bei mir und fungierst als Springer - jetzt alles klar?"

"JAWOHL!!!"

"Gut, dann auf in den Kampf!"

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Sechzehntes Kapitel - Das FinaleBearbeiten

Blackjack und ihre Freundinnen hatten sich mit all den anderen Schülern beider Schulen auf den zwei großen Tribünen des Stadions der Kristallakademie versammelt und wartete schon gespannt auf die Verleihung... doch etwas war merkwürdig hier, nur was?

Zu Aurora hatte sie Sichtkontakt, ihre Tochter schien sich prächtig zu amüsieren... ihr Bauchgefühl verriet da etwas anderes, und so machte sie sich kurzerhuf auf den Weg nach unten, nachsehen ob alles in Ordnung war.

Auf dem Weg bemerkte sie, dass sowohl Sugarcoat als auch Indigo fehlten... merkwürdig, die beiden waren doch sonst immer die Ersten... unten angekommen verschmolz sie mit dem Schatten des Betonfundaments und schob sich zu Vizedirektorin Luna hin, die hier noch einmal hektisch ihre Rede durchlas.

"Direktorin?"

Luna erschrak, fuhr herum und atmete erleichtert aus: "Oh Applejack, entschuldige bitte... ich bin so nervös!"

"Das kann ich nachvollziehen - wo ist Eure Schwester?"

"Das... das wüsste ich auch gern, denn sie hat bald ihren Auftritt, und die Gäste aus Berlin müssten jeden Moment hier eintreffen!"

"Das ist gar nicht ihre Art... ich sehe mal nach!"

"Tu das, und finde sie!"

"Werde ich! Begeistert ihr so lange die Menge!"

"Wie soll...?"

Da versetzte das Bauernmädchen ihr auch schon einen Stoß, und ehe die Vizedirektorin sich versah stolperte sie auf die Bühne... oh sch... NEIN, DAS SCHAFFST DU AUCH SO!!!

Und mit dieser Sicherheit zerriss sie ihren Zettel und trat ans Rednerpult.

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Die Männer auf der E-Lok schossen als erstes.

Sich davon kein bisschen ärgern lassend erwiderten die Freunde aus dem Triebwagen und setzten sich langsam aber sicher in Reichweite, Robert beschleunigte noch etwas und war schließlich auf Türhöhe angelangt.

"SO, DANN LOS, HOLT EUCH DAS PORTAL!!!"

"WIRD GEMACHT!!!", grinste Sonea und zerschoss die beiden Schlösser, Lyra fasste zu und riss den Schlag aus den Angeln, setzte so die Behelfsbrücke und war schneller in des Feindes Fahrzeug als sie jemand um Deckung hätte fragen können.

Metall traf Metall, Schüsse knallten, Funken stoben... keine Minute später riss Captain Ryder das Führerstandsfenster auf und brüllte zu ihrem König herüber: "HIER IST KEINE SCHWARZE KISTE UND AUCH KEIN PORTAL, DAS IST EINE FINTE!!!"

"Scheibenkleister... LYRA, KOMM ZURÜCK ZU UNS, ICH HABE EINE IDEE!!!"

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Lautlos schlich sich Applejack über die stillen Flure der Kristallakademie zum Büro von Abacus Cinch hin - sie musste da rein, koste es was es wolle!

Doch schon im Gang kurz davor entdeckte sie einen Lichtschein unter der Tür, die dazu nur angelehnt war... von innen drangen Stimmen bis zu ihr, denen sie lauschte, dicht an eine Reihe Spinde gepresst:

"Habt ihr sie?" - Cinch

"Wir haben sie..." - ein Mann mit rauem Hals - "aber das war kein Kinderspiel, zumal unser Helikopter abgeschossen wurde! Dafür kriegen wir mehr als ausgemacht!"

"Kein Problem, sobald es alle wissen... ihr sollt reich belohnt werden, wie versprochen."

"Gut, dann warten wir draußen!"

Die Equestrianerin hielt den Atem an, als die Männer an ihr vorbeistampften und dabei lachten... es fielen Worte wie "... diese Stuten da... mal sehen wie hübsch die sind!" oder "Süße Kleinpferdchen, besser als jede Ehefrau!" ... NEIN, DAS MUSSTE SIE VERHINDERN, CINCH HATTE DAS PORTAL!!!

Kaum dass diese ekelhaften Kerle weg waren trat sie die Tür des Studierzimmers ein, ihre Glock aus dem Ärmel fest in der Hand und brüllte: "HÄNDE HOCH SIE SCHLAMPE, UND SCHÖN VORSICHTIG MIT DEM PORTAL, SONST KNALLTS!!!"

Die Direktorin der Kristallakademie blieb gelassen: "Oh, die erste Abhandlung von euch... und ausgerechnet die Vertretung für die liebe Lemon... hach, die eigene Cousine... Mädchen, so blöd bin nicht einmal ich."

"MIR SCHNUPPE, HÄNDE HOCH SAGTE SICH, UND DAS PORTAL AUF DEN SCHREIBTISCH, ABER VORSICHTIG!!!"

"Jaja, schon gut... hier...", die schwarze Kiste wanderte auf den Tisch, "aber das mit den Händen mache ich nicht, das ist mir echt zu albern..."

"ICH SCHIEßE IHNEN IN IHRE SCHULTER, SIE..."

"Lasst doch einmal diese dämlichen Beleidigungen, das hilft nichts und ist nur rüpelhaft - aber was erwartet man schon von unzivilisierten Tieren?!"

Ein Schluss löste sich und ging in das Wandmosaik: "JETZT REICHTS, HALTEN SIE DIE KLAPPE!!!"

"Alles klar, ich bin still... ach ja, du bist zu spät, wie deine Freunde auch... sieh nur hinter dich..."

Applejack spürte warmen Atem im Nacken, dazu gesellte sich ein ungutes Hissen... und Adagio schlug zu.

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Die E-Lok war bereits weiter hinter ihnen zurückgefallen, als Helljes Funkgerät piepte und er ranging: "Jop?"

"Hier ist Luna, die Menschen-Luna... und ich habe..."

"Ja?"

"Also, meine Schwester ist nicht aufzufinden, und Applejack wollte sie suchen gehen... jetzt ist auch sie seit einer halben Stunde verschwunden!"

"Oh nein, das ist nicht gut - passen Sie auf: Bleiben Sie unter den Leuten, gut sichtbar für alle, dann passiert Ihnen nichts! Wir kommen sofort!"

"Ja, bitte... wenn hier etwas nicht stimmt, dann ganz gewaltig nicht!"

"Das denke ich auch - over!"

"Over."

"Hellje, watt los?"

"AJ und Direktorin Celestia sind nicht aufzufinden - dabei ist gleich die große Bekanntgabe des Gewinners, die Bundesministerin hält gleich ihre Rede!"

"Oh Scheibenkleister, das hat uns grade noch gefehlt... egal, dann hilft's ja alles nichts!"

"Wie meinst du das?"

"Wir müssen nach Nietleben, alle Hengste und Stuten festhalten, es wird ruckelig!"

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Luna hatte für Sonata schnell ein zweites Bett in Soneas Zimmer aufstellen lassen und rund um die Uhr eine Extrawache Ghost Rider in ihrer und Lemon Zests Nähe postiert, nur für den Fall der Fälle.

Die Sirene war schon den ganzen Tag unruhiger als sonst, und auch jetzt beim Abendessen wirkte sie abgelenkt und mit den Gedanken ganz woanders.

Jack schmeckte es sichtlich, Lemon aß mit mäßigem Appetit, und die Ziegenkönigin selbst wusste auch nichts so recht mit dem mulmigen Gefühl anzufangen, das ihr seit gestern Sorgen bereitete... was hatten Robert und Sonea da bloß wieder angestellt?!

Ohne Vorwarnung blitzte das Dimensionsportal am Thron ihres Mannes auf und Silver landete auf dem Marmonboden: "Luna, wir haben ein gewaltiges Problem!"

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Die Weichenstraßen waren gestellt, der Triebwagen schnitt einige von ihnen locker um das Doppelte bis Dreifache der Richtgeschwindigkeit zu schnell, was die Achsen und Radlager gefährlich knirschen und kreischen ließ - Robert fuhr wie ein Irrer, und doch mit Bedacht.

Lola war schlecht, Hellje krallte sich links und rechts an einer Sitzlehne fest, Sonea und Lyra beobachteten die Strecke vor ihnen, die sich in wenigen hundert Metern in den Bahnhof Halle-Nietleben öffnete, hinter dem die Kristallakademie lag.

Hoffentlich waren sie noch nicht zu spät...

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Abacus Cinch übernahm das Mikrofon von Johanna Wanka, der Ministerin für Bildung und Forschung, trat unter jautem Applaus der Schüler und anderen Gäste an das Rednerpult, räusperte sich und sprach: "Versammelte Schüler und Schülerinnen, werte Gäste aus ganz Deutschland, Vertreter der Ministerien und... bitte einen ganz großen Applaus für den Ehrengast des heutigen Abends, Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel!"

Eine schwarze Limousine hielt vor dem roten Teppich zum Schuleingang hin... der Jubel war unbeschreiblich, als die CDU-Politikerin ausstieg und sich mit ihrem Mann auf den Weg zum Rednerpult machte, wo sie zu allen Richtungen in die Runde winkte und die Rede übernahm: "Vielen Dank Frau Cinch, vielen Dank auch allen Schülern und Schülerinnen, dass ich heute Abend hier bei dieser bislang einmaligen Verleihung des deutschen Schulpreises anwesend sein und diesen auch überreichen darf! Ihr habt das beste aus euch rausgeholt, euer Wissen gezeigt und damit euer Schule bewiesen, was ihr dort erlernen durftet!"

Vizedirektorin Luna lauschte den Worten gebannt wie alle anderen, als sie plötzlich etwas von hinten am Saum ihres Kleides zupfte: "Luna, wo stecken die anderen?"

Erschrocken fuhr sie herum und erkannte Aurora: "Aurora, ich weiß es nicht, ich weiß es beim besten Willen nicht, und ich mache mir solche Sorgen um Celestia, so etwas macht sie nicht!"

"Meine Mum...?"

"Deine Mutter habe ich auch nicht mehr gesehen, es tut mir so leid..."

"Dann ist etwas passiert! - Ich muss sie suchen!"

Und verschwunden war sie, wie sie gekommen war... die bewusstlosen Bodyguards zwischen den Bühnen gaben Luna Gewissheit, dass sie wenigstens noch einen wahrer Beschützer hatte... die Polizisten in der Nähe hingegen schienen ihr nicht ganz geheuer... warum nur?

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"HALT!!!", schrie der Polizist noch, bevor er sich schützend vom Bahnsteig hechtete und der luxemburgische Triebwagen alle Sicherheitsabsterrungen durchbrach.

Seine Kollegen feuerten ununterbrochen - keine Chance, das Gefährt donnerte mit unvermindertem Karacho weiter... zu gerne hätten die Equestrianer den Angriff erwidert, aber diese armen Hunde da draußen konnten nichts für ihre Notlage und stellten dazu keine große Gefahr dar...

"Dad, ich sehe die Schule!", rief Sonea laut, "du musst bremsen, BREMSEN!!!"

"Zu spät, hier bremst heute nur einer - der Boden!"

Lola warf einen Blick hinter der Tür hervor - und erkannte einen Prellbock: "DA IST DAS GLEIS ZUENDE!!!!!!"

"Deswegen ja - FESTHALTEN ALLE MANN, WIR MACHEN NEN KLEINEN ABFLUG!!!"

"UAHHHHHHHHHHHH!!!"

KA-RUMMS!!!

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"... so gebe ich das Wort wieder an Abacus Cinch, der Direktorin der Kristallakademie und... ja, wo ist denn Ihre Kollegin Celestia?"

"Das wüsste ich auch gerne, schließlich ist das auch ihr großer Abend... aber na ja, wenn sie verhindert ist... ich bitte ihre Schwester und Vize Luna auf die Bühne!"

Langsam und aufmerksam trat diese zu Cinch hin und musterte einen günstigen Augenblick lang den Auftritt der Hallenserin... die musste doch etwas mit Celestias Verschwinden zu tun haben!

"Guten Abend.", grüßte sie die Menge knapp und erntete freudigen Applaus, "tja, wo meine Schwester steckt wüsste ich auch gerne... nicht so schlimm, ich bin ja da!"

Gelächter, sie zeigte sich belustigt: "Na ja, wie dem auch sei... es war ein spannender Wettkampf, und ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt - hoffentlich zu unseren Gunsten!"

"Das hoffe ich natürlich auch...", lachte Cinch und drängelte sich an ihr vorbei, "aber vorher habe ich noch eine Überraschung für alle Anwesenden hier, etwas, das mir schon jahrelang auf der Seele gebrannt hat und nie recht gelungen ist - ich spreche von der Wahrheit hinter der Equestria High, nichts als der puren Wahrheit!"

Luna war zu geschockt, um etwas entgegnen zu können, sodass Abacus freie Bahn hatte und sie anblaffte: "Sie wissen es nicht minder gut als ihre Schwester, sie beide stecken da tiefer drin als keine anderen - doch heute ist es endlich soweit: ICH PRÄSENTIERE IHNEN UND DER GANZEN WELT NUN ETWAS, WAS VOR IHNEN NOCH NIE EIN MENSCH GESEHEN HAT - EIN PORTAL IN EINE ANDERE DIMENSION!!!"

Aufgebrachte Stimmen wurden laut, lautes Raunen ging durch die dicht besetzten Reihen, andere schüttelten fassunglos oder ablehnend die Köpfe... Cinch störte das wenig, ebenso wenig den konfusen Blick der Gäste aus Berlin beziehungsweise der Bundeskanzlerin, die sie mit offenem Mund anstarrte... ein schwarzes Paket reichte einer der Securitymänner auf die Bühne, aus welchem die Hallenser Direktorin ein schwarzes Tuch entnahm und eine Statue auswickelte... eine Statue der beiden Ponyschwestern.

Und das letzte, was Luna hörte, war ein zufrieden-diabolisches Lachen von Abacus Cinch - und einen mörderischen Knall, dem ein ohrenbetäubender Lärm folgte...

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Panik brach aus, Menschen versuchten in heller Panik zu flüchten, doch keine Chance, das ganze Gelände war abgeriegelt... na ja, bis auf die Stelle, an der eben noch das Auto der Kanzlerin gestanden hatte... ein ganzer Zug brach durch alle Absperrungen des Sicherheitspersonals, plättete die Nobelkarosse in Grund und Boden und rutschte Funken sprühend durch die Gasse in der vor Angst schreienden Menge bis kurz vor die Bühne, wo er mit einem Ruck endlich seine Geisterfahrt beendete.

"WER WAGT ES HIER MIT EINEM ZUG... n-nein, das... das gibt's nicht!"

Robert zog sich vollständig aus dem zerborstenen Seitenfenster und stand nun gut sichtbar für alle Anwesenden auf dem Zug, seinen Raketenwerfer auf Abacus Cinch gerichtet: "DAS PORTAL GEHÖRT IHNEN NICHT, DIESES PORTAL IST EIGENTUM EQUESTRIAS - NEHMEN SIE IHRE HÄNDE VON DER STATUE, SONST PULVERISIERE ICH SIE!!!"

Etliche schwere Sturmgewehre wurden aus allen Himmelsrichtungen auf den Ziegenkönig angelegt, die Menge starrte ihn sprachlos an... die anderen Equestrianer witterten ihre Chance, sprangen aus ihren Verstecken und präsentierten den Securitys ihre eigenen Waffen, was die Situation in ein Patt änderte, das Robert Zeit zum Handeln gab: "ICH WIEDERHOLE MICH UNGERN, TRETEN SIE WEG VON DER STATUE!!!"

"Warum sollte ich?", fragte Cinch gefährlich gelassen, "meinst du, dass du mich töten könntest? Ich kenne dich, Ziegenkönig Robert... du würdest niemals eine unbewaffnete Frau niederschießen... oder sollte ich besser Stute oder Ziege sagen?!"

"Ich halte mich an meine Prinzipien - es sei denn, diese Frau ist drauf und dran, das Gleichgewicht der Dimensionen zu zerstören! Dieses Portal hat das Potenzial diese und unsere Welt zu zerstören - DAS DARF NICHT GESCHEHEN!!!"

"Als hätte ich davor Angst... ihr Kleinpferde und sonstige Kreaturen glaubt wohl, dass ihr besonders clever seid?! Mir könnt ihr nicht drohen, ich habe lange genug auf diesen Augenblick gewartet, und keiner wird ihn mir mehr nehmen... SICHERHEIT, DAS PROBLEM LÖSEN!!!"

Die Gewehre der Männer senkten sich - und zeigten nun auf die unbewaffneten Menschen vor den Freunden, die entsetzt zurückwichen... diese miesen Schweine!

"Und nun... ich warte nur ungerne, also werde ich..."

"Moment noch!", unterbrach Robert sie und senkte seine RPG, "wer hat uns verraten?"

"Ist das wirklich so schwer?", lachte sein Gegenüber schallend, "sie hat schon einmal versucht, euch zu ihren Untertanen zu machen... solch eine Stimme hätte ich auch gerne..."

Hellje und Robert klappte die Kinnlade herunter, als Adagio auf die Bühne trat und selbstgefällig kicherte: "Guck an, der Gott und der Irre... das letzte Mal als ich euch gesehen habe wart ihr gesprächiger... schade, dass ihr Eross zu Hause gelassen habt, mit ihm habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen... aber wie sagt man doch so schön: Rache zu ihrer Zeit!"

"Wie... wie hast du...?!"

"Wie ich überlebt habe? - Och, das war gar nicht mal schwer... eine Sirene kann man nicht einfach so töten... dazu muss man ihr schon den Kopf abschlagen oder das Gehirn zerschießen... WAS IHR BEI ARIA AUCH GESCHAFFT HABT, IHR DRECKIGEN HURENSÖHNE!!! ... aber auch hier, Rache zu ihrer Zeit... wie bei Sonata..."

"WIE BEI MIR?!?!"

Adagio fuhr herum - und eine Faust krachte mitten auf ihre Nase.

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Die Sirene taumelte und kippte wie ein Sack Mehl von der Bühne, schlug mit dem Kopf voran auf dem Pflaster des Platzes auf und regte sich nicht mehr.

"NEIN!!!", schrie Cinch entsetzt und riss sich ihre Pistole aus dem Halfter, doch im gleichen Moment brach das Portal hinter ihr auf und zwei Gestalten flogen heraus, krachten in die Direktorin und begruben sie unter sich - Lemon Zest und Silver erhoben sich und reckten ihre Fäuste gen Himmel: "ATTACKE!!!"

Und da waren sie - Ziegen über Ziegen.

Sie kamen aus dem Wald, aus dem See, zwischen den Häusern Nietlebens hervor - sie waren eine ganze Armee.

Eine Armee, die sich zum Schutz der Welten auf die angeheuerten Söldner warf und aus allen Rohren feuerte.

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"ALLE MANN AUF DEN BODEN!!!", brüllte Sonea und setzte in dieses Orchester aus Schwarzpulver und Messing mit ihrer LMG ein, rasierte umstehenden Männern die Köpfe von den Schultern, Lola, Lyra und Hellje stimmten ein, befreiten Schüler um Schülerin, Gast um Politiker, Lehrer um Hausmeister.

Die Söldner hatten keinen Plan mehr, von welcher Seite sie stärker attackiert wurden und ballerten bloß noch blind um sich - Luna auf dem Dach der Kristallakademie hatte größte Mühe, einen Schutzschirm nach dem anderen in die Breschen zu werfen und die Unschuldigen zu schützen... so schlecht wäre Jack an ihrer Seite jetzt gar nicht gewesen...

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Sonata sprang von der Bühne und landete vor Adagio, die sich die gebrochene Nase mit einem Ruck einrenkte und vor ihre Schwester auf den Boden spuckte: "Du dreckige Schlampe, wie kannst du es wagen, mich noch einmal stoppen zu wollen?! DU HÄTTEST DAVONLAUFEN SOLLEN SOLANGE DU ES HÄTTEST KÖNNEN, JETZT IST ES ZU SPÄT!!!"

Die Sirene griff an, hieb nach Sonata aus, ein Stützpfosten der Tribüne zersplitterte, um ihre Hufe kochte Magie: "SPÜRE MEINEN ZORN DU MIESE VERRÄTERIN!!!"

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Silver sah sie da oben stehen und wünschte sich an die Seite ihrer Freundin... Robert war sowieso gerade anderweitig beschäftigt und jagte einen Transporter nach dem anderen in die Luft und...

Etwas packte sie am Bein und riss sie von den Füßen - Cinch schlug ihr in die Seite und griff nach der herumliegenden Glock, doch ein Stiefel trat ihr aufs Handgelenk und brach den Knochen: "AHHH!!!"

Von pochenden Schmerzen übermannt trat sie nach Lemon Zest aus, die die Gelegenheit am Schopf packte und ihre Direktorin am linken Fuß erwischte, was diese für einen Moment völlig bewegungsunfähig machte: "Sie sind solch eine falsche Schlange, und ich habe Ihnen noch bis zuletzt vertraut!"

"Du bist tot, Lemon, ich hatte dich gewarnt, du hast versagt!"

"Das würde ich nicht sagen, ich habe die Wahrheit entdeckt und weiß den wahren Wert des Portals zu schätzen! Die Menschheit ist noch nicht bereit dafür, das ist eine Tatsache!"

"Du naive kleine Kröte!", keuchte Cinch und hielt plötzlich einen im Ärmel versteckten Derringer in der Hand, "leb wohl in deinen Träumen!"

"UND SIE NICHT MINDER!!!"

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Vizedirektorin Luna schüttelte sich den Haargummi aus dem blauen Schopf und wirkte mit AK-47 in den Händen wahrlich gefährlich... "Lassen Sie die Waffe fallen oder ich durchsiebe Sie!"

"Luna...", schnaubte die Hallenserin unter Schmerzen, "Sie und ihre Schwester... SIE KÖNNEN MICH MAL!!!"

Und sie fuhr herum und schoss.

Zwei Kugeln trafen Lemon Zest in die Brust.

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Die Männer nahmen das als Angriffsbefehl und eröffneten erneut das Feuer, die Ziegen legten zurück.

Luna drosch mit ihrem Gewehr auf Cinch ein, die Pony-Luna verstärkte verbissen die Schilde, Lola und Lyra schossen Schulter an Schulter, Robert erstach Angreifer rund um die Gäste aus Berlin, Silver schrie und führte hektisch Wiederbelebungsmaßnahmen durch, doch der Atem des getroffenen Mädchens wurde immer schwächer...

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Sonata wich einer erneuten Attacke Adagios aus, rote Blitze zerrissen einen ganzen Baum.

"VERSUCH NICHT VOR DEINEM SCHICKSAL WEGZULAUFEN!!!", lachte diese und holte wieder aus, Magie röstete einen VW Golf, "ICH BIN DEIN ENDE!!!"

"DAS WAGE ICH ZU BEZWEIFELN!!!", fauchte die Sirene in Blau und blockte die nächste Welle ab, "LASS... ES...!!!"

"OH, DU WIRST MÜDE?!?!", lachte Adagio hinterhältig und atmete tief ein, "WOLLEN WIR DOCH MAL SEHEN WIE GUT MEINE STIMME NOCH IST!!!"

Und sie sang - nein, sie schrie.

Sonata hielt verbissen mit dem Ziegenmarsch dagegen, ihr Rubin leuchtete.

"IST DAS ALLES, WOZU DU FÄHIG BIST?!?!", spie es ihr höhnisch entgegen, "DANN SCHAU MAL HER!!!"

Und mit größtem Entsetzen erkannte Sonata einen zweiten Rubin in Adagios Hand... den von Aria... nein... nein!

Eine brutale Welle aus glühenden Tönen krachte auf ihre, verschob das Gleichgewicht gegen sie, Feuer umschlang ihre Haaren und versengte ihr Gesicht... und dazu dieses Lachen... nein... NEIN!!!

"NEIN!!!"

Und sie vollendete den zweiten Vers.

---

KLIRR!!!

Aus dem Haupteingang brach ein Jeep, Aurora riss das Steuer scharf herum, Applejack erledigte mit LMG nahe Feinde, Trommelfeuer gellte vom See auf und...

KA-WUMM!!!

... wieder Stille.

Alle Augen ruhten auf der Kristallakademie, deren Mauern Stein für Stein in Zeitlupe auseinander brachen, Dachziegel um Dachziegel sich von den Latten löste, der Mörtel aus den Ritzen bröselte.

Die Menge erstarrte, selbst die noch kämpfenden Männer senkten ihre Waffen und starrten mit offenen Mündern zum Eingang der Schule hin, von dem ein hellweißes Licht den Abend zum Tag machte.

Erzeuger dieses Spektakels war ein schwebendes Pferd mit krachbunter Mähne, die in den Regenbogenfarben glänzte... es trug ein großes Horn auf der Stirn, um das gelbe Blitze tanzten... Luna rang nach Fassung, Angela Merkels Hände zeigten keine Raute.

Jugendliche wie Erwachsene glotzten gleichermaßen, so surreal und echt war es doch gleichermaßen... ein fliegendes Einhorn!

Und als wäre das nicht genug trug es auch noch den Anzug von Schuldirektorin Celestia...

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"Haltet ein, alle miteinander!", rief es laut, "Gewalt ist keine Lösung, schon gar nicht mit Waffen! Ich spreche hier nicht nur für mich, ich spreche auch für meine Freunde aus Equestria - ja, sie kommen aus einer anderen Dimension, und ja, in meinem Büro befand sich ein Eingang zu dieser einzigartigen Wert der Harmonie und Freundschaft, einer Welt, die solch wunderbare Geschöpfe wie Einhörner und Pegasi beheimatet, Wesen, die miteinander und füreinander in Frieden und Liebe leben, ganz anders als wir Menschen! Gerade deswegen ist es so wichtig dieses Land mit all seinen Bewohnern vor uns, die wir nich nicht so weit gekommen sind, zu schützen und zu bewahren, ohne uns selbst Schaden zufügen zu wollen... auch wenn es nicht ganz nachvollziehbar zu sein scheint, so ist es nunmal. Ich bitte daher alle Anwesenden diesen Abend bis zu diesem Zeitpunkt zu vergessen, und Frau Merkel...", Celestia landete neben dem hohen Besuch aus Berlin, hob ihren rechten Huf und reichte ihn Angela, "schlagen Sie ein, und ich garantiere Ihnen, dass niemand etwas von diesem kleinen Zwischenfall erfährt... auch wenn es anders sein sollte, aber Sie verstehen das wahrscheinlich besser als ich... in Ordnung?"

"In... in Ordnung, auch wenn... wenn das... für mich... Neuland ist."

"Das macht nichts, das kriegen wir schon hin! Und jetzt...", das Regenbogen-Alihorn erhob sich in die Lüfte, "... machen wir Party!"

Ein gleißend helles Licht hüllte die Anwesenden ein, die Menschen waren gebannt - die Ziegen nahmen die Waffen ihrer Gegner in Gewahrsam, die Equestrianer beseitigten die Schäden... so lange stand die Zeit still.

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Applejack trat betrübt neben Silver, deren hemmungslose Tränen auf die tote Lemon Zest tropften: "Ich... habe versagt, ich habe sie nicht beschützen können..."

"Mach dir keinen Vorwurf, du konntest es nicht verhindern, sie..."

"Boar...", keuchte das Mädchen mit verzogenem Mund, "aua... das war so eine Schnapsidee... von mir... fuck das tut weh!"

"Das... ist alles meine Schuld, ich... DU LEBST?!?!"

"Ja, warum... denn auch nicht?", lächelte Lemon, "dieses Schutzwestending hat anscheinend gehalten... trotzdem, das tut schweineweh!"

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Sunsets Mil Mi-24 landete neben Lyra und Lola, die erregt mit Mellis und einem Untergrundeisenbahner schwatzten, Luna stand daneben und hielt Sonea am linken Ohr fest gepackt: "Sooo... und nun verrätst du mir mal, wo du und dein Vater euch die letzten vier Wochen rumgetrieben habt! Und außerdem hat da ein Terra noch ein Hühnchen mit euch zu rupfen, weil seine Cousine..."

"Anwesend!", lachte da eine Stimme und die junge Stute kletterte aus dem Kampfschiff, "es... ich kläre das mit ihm, keine Sorge!"

"Kannste knicken, so leicht könnt ihr euch da nicht rausreden, ich bin fast gestorben vor Sorge um..."

"Später - jetzt müssen wir hier erst einmal aufräumen!", brummte Captain Ryder energisch und stieß einen geblendeten Schüler beiseite, "zumal hier diese ganzen Freaks rumstehen... na ja, egal, mein Job ist mein Job."

Lola sah ihr nur kopfschüttelnd nach: "Sie wird es nie lernen, schätze ich... na ja, trotzdem, das heute war gar nicht mal so schlecht!"

"Freut mich für dich!", klopfte ihr Sonea freundschaftlich auf die Schulter, "und ich wünsche euch beiden nach wie vor viel Spaß zusammen... na ja, ja!"

"Wird schon werden!", grinste Mellis und beobachtete zufrieden, wie seine Leute im großen zentralen Dimensionsportal verschwanden, "aber eins muss ich euch lassen, die Sache mit der Brücke gestern war astrein - wie seid ihr überhaupt so schnell hierher gekommen?!"

"Erzähle ich dir wann anders...", rief ihm die Alihornprinzessin noch zu, bevor sie im Gewühl der Helfer verschwand... säuerlich blickte ihre Mutter ihr nach: "Was ein Kind... und dummerweise noch meins dazu..."

Das dumme Gekicher der anderen (Sunset eingeschlossen) überhörte sie dann mal eiskalt... hach, diese Familie!

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Hannes kam außer Atem durch das Portal geschossen und krachte der Länge nach in Silver, die fluchend stürzte und motzte: "Hey hey, jetzt mal halblang hier, wer auch immer...!"

"WO IST SONATA?!?!"

"Bei den Sanis... Hannes, fahr runter, sie ist okey..."

Doch das hörte der junge Ziegengeneral schon gar nicht mehr... neben Lemon Zest, die mit einer dampfenden Tasse Tee an der Mil Mi-24 lehnte und still vor sich hin lächelte, lag Sonata und hatte die Augen geschlossen, ihre Wange zierte ein langer Schnitt.

"Sonata, oh Sonata!"

"Ihr geht es gut, keine Sorge!", beruhigte ihn der Ziegen-Doc, welcher mit dem Pilot über den weltbesten Wodka stritt, "sie braucht nur etwas Ruhe... sonst nichts."

"Was ist passiert?!"

"Ich weiß es nicht, wir haben sie an der Bühne gefunden... bewusstlos und neben einer Leiche..."

"Einer Leiche?"

"Adagio hieß sie, glaube ich..."

"War sie auch!", bestätigte die aus dem Nichts aufgetauchte Sonea anerkennend, "mannoman... irgendjemand hat der die Birne weggesprengt - ist schätze ich aber auch besser so."

"Kopflose Sirene ist eher gesangsneutral...", konstatierte Robert und lieh sich die Flasche des Russen, "von daher yolo, aber ja... stehen mir, diese Kristalle!"

"Dad, nimm die Dinger vom Hals!", wies ihn seine Tochter zurecht und legte Hannes eine Hand auf die Schulter, "komm schon, es gibt viel zu tun... deine Liebste braucht viel Ruhe..."

"Aber ich komme nicht runter!", schrie der und umklammerte die Hand seiner Freundin etwas fester, "sie ist einfach weg von zuhause, ich habe mir solche Sorgen gemacht! Und dazu ihre Schwangerschaft, also weißte!"

Jetzt glotzten sich Vater und Tochter noch bedepperter an als zuvor: "Hannes, was...?!"

"Ja watt glaubt ihr denn?! - Dritter Monat, da sollte sie sich eigentlich längst ausruhen und einen Gang runter schalten, aber nee, mitten in den Kampf ziehen und... und...!"

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Siebzehntes Kapitel - PARTY HARD!!!Bearbeiten

"Mein König, wir sind feddisch mit Putzen!", meldete Mellis gut gelaunt mit Shadow und Aurora an seiner Seite, "ich würde sagen die Party hier kann steigen, oder?"

"Und ich kümmere mich um den Sound!", grinste Hellje mit Joint im Mund, "also... PARTY HARD!!!"

"Das mach, und bitte... Freibier und Gras für alle!", lächelte Schuldirektorin Celestia strahlend, hob die Hufe und beendete das die Menschen in seinem Bann haltende Spektakel, verwandelte sich zurück in sich selbst und landete zwischen den beiden Lunas, "na dann... wollen wir mal - AN ALLE ANWESENDEN, ICH WÜRDE MAL SAGEN, DER SIEGER STEHT FEST: DIE HALLE-LEIPZIG-EQUESTRIA-AKADEMIE!!! VOM HEUTIGEN TAGE AN WIRD ES KEINEN WETTSTREIT ZWISCHEN DEN STÄDTEN MEHR GEBEN, DENN WOHIN DAS FÜHRT WISSEN WIR JA JETZT... UND UM DIESEM TAG SEINEN GEBÜRTIGEN ABSCHLUSS ZU VERPASSEN ÜBERREICHE ICH DEN SOUND AN HELLJE, DEN GÖTTLICHEN DJ!!!"

"HAU WECH DIE SCHEIßE!!!", lachte der und kloppte sein Lieblingslied auf die Anlage, "ALLE MANN FEUER FREI!!!"

Und die Boxen röhrten los - SMOKE WEED EVERYDAY!!!

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Warum auch nicht?!, hatten sich die Helden des Tages gedacht und waren in den Massen abgetaucht... Blackjack feierte mit ihren neuen Freundinnen, Aurora tanzte ausgelassen mit Sonea und den Gleichaltrigen, Sunset mit Lea, Luna mit Silver, die andere Luna mit Angela Merkel... ja, selbst die Berliner dachten sich "Yolo!" und ließen mal so richtig die Sau raus, oh year!

Hellje ließ es nebenbei noch einen Tick mehr krachen... es war zwar die "falsche" Celestia, aber was sollt's, die beiden unterschieden sich ja nicht im geringsten und quietschten beim Orgasmus sogar gleichermaßen - also wenn das mal kein Zufall war!

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Lemon Zest war zurück, Schulter an Schulter mit Applejack... oh je!

"Cousinchen, hau raus - danke für deine Vertretung!", jubelte stattdessen das Mädchen hingerissen von der Musik und knuffte sie freundschaftlich in die Seite, "und einen schönen Gruß von Jack und Applebloom, sie warten schon ungeduldig auf euch - das müssen wir unbedingt wiederholen! Yippie!"

"Unbedingt!", kreischten die anderen Hühner begeistert, "schade, dass du zurück an die Weiße musst, aber du bist jederzeit herzlich willkommen bei uns an der... ja, an der..."

"An der HALEIA!", platzte Indigo heraus, "an der HALEIA!"

"AN DER HALEIA, AN DER HALEIA!!!" (ausgesprochen HA-LE-I-A^^)

Der Ruf der Hallenserinnen hallte freudig durch die Nacht - und verkündete den Beginn einer großartigen gemeinsamen Zeit der Freundschaft und Zusammenarbeit.

Der Krieg der Schulen waren beendet, der Frieden eingekehrt.

Ein Frieden für immer und ewig.

Ein Frieden der Städte.

---

Epilog

Abacus Cinch schleppte sich mühsam durch den Wald, bloß weg von dem Fest... ihre Wunde brannte wie die Hölle, dazu kamen die anderen Verletzungen... der Waldboden vor ihren Augen war verschwommen, die Blätter wurden eins mit der Erde, die Bäume...

Vier weißte Hufe versperrten ihr den Weg, auf denen sich ein großes weißes Einhorn aufbaute... das war das Ende...

"Abacus Cinch?"

Sie nickte schwach.

"Sind Sie heute Abend einen Schritt zu weit gegangen?"

Erneutes Nicken, dazu füllte sich ihr Blick mit Tränen... der Ziegenkönig hatte sein Sturmgewehr auf sie gerichtet.

"Meinen Sie, dass ich Sie dafür bestrafen werde, jetzt und hier?"

Sie weinte kraftlos... es war aus, es war...

"Dann wäre ich nicht ich, der ich keine unbewaffnete Frauen niederschieße... von daher, ziehen Sie ihres Weges - auf das er Sie in Zukunft recht führen werde."

Damit war Robert verschwunden... Cinch lag eine ganze Zeit fassungslos vor Glück an Ort und Stelle, ehe sie sich an einem Baum empor hievte und langsam durch das Unterholz davon stolperte.

---

Epilog 2

Sonata erwachte in einem schneeweißen Kissen... huch, wie... was...

Ihren Huf streichelte jemand sanft - Hannes!

"Hannes... oh Hannes... Ich..."

"Schon in Ordnung, ich weiß Bescheid... oh Liebes, was machst du nur für Sachen?"

"Tut mir leid, aber als ich Adagio gesehen habe... sind bei mir alle Sicherungen durchgebrannt... ich musste sie stoppen... ich musste einfach... aber... ich..."

"Das ist dir auch gelungen, und frag nicht wie!"

"Sie... sie ist...?!"

"Ja, sie ist besiegt... kopflos."

"Kopflos?! - Aber... aber wie kann das sein?!"

"Lyra sagt, dass sie zwei Sirenensteine hatte und dich in die Enge getrieben hat, doch dann hast du laut "Nein!" geschrien und angefangen zu leuchten... dein Gesang hat Wände gesprengt!"

"Aber... aber... wie habe ich so singen können?!"

"Weil du noch eine kleine Sirene in dir trägst, schätze ich...", lächelte ihr Freund glücklich und beschrieb einen Kreis auf ihrem Bauch, "unser Kleiner oder unsere Kleine hat dich beschützt."

"Wenn das wahr ist... dann haben wir bald wieder mehr als eine Sirene..."

"Und selbst wenn - ihr seid meine beiden Sirenen, und für nichts in der Welt gebe ich euren schönen Gesang her!"

"Oh Hannes..."

"... oh Sonata..."

"... ich... ich liebe dich..."

"... und ich dich..."

Ihre Lippen berührten sich, die Magie der Musik durchflutete sie beide... und das kleine Fohlen in Sonatas Bauch, welches sich im Takt mit seinen Eltern im Einklang bewegte.

---

ENDE

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Die PonyPasta Krieg der Schulen wurde nach erfolgreicher Abstimmung der Community zur PonyPasta des Monats April 2016 ernannt! Sie ist nun in der Hall of Fame neben anderen besonderen PonyPastas gelistet.

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