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Moons

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Luna.

Die Stimmen um ihn herum waren für Robert nur Schall und Rauch, nichts Halbes und nichts Ganzes... sein Blick war trüb, seine Hufe lagen umhüllt von seinem Königsmantel schlaff auf dem Tisch, sein Atem hatte sich beruhigt.

Luna... mein Schatz, bitte werde wieder gesund, hörst du?

Schatten tanzten vor dem Nebel, hektisch und ungeduldig, wollten ihn verschlingen, verschlucken.

Luna... bitte... ich will dich nicht noch einmal verlieren!

Jemand schüttelte ihn kräftig durch und brüllte in sein rechtes Ohr: "SACH MAL ROBERT, PENNST DU HIER?!?!"

"Aua, nicht so laut, ich... ich bin wach!"

Kichern hinter vorgehaltenen Hufen, selbst Black Snow gluckste leicht... na toll, melancholisch geworden mitten in der Sitzung!

"Ich glaub es hackt!", grollte Eross und schob sich auf seinen Stuhl zurück, "Kerl, gerade du solltest hier aufpassen und dir nicht einen wegratzen!"

"Schon gut, hab dich nicht so...", murrte der Ziegenkönig sauer und sog etwas Luft ein, "na dann, da sich nun alle beruhigt haben - das muss auch so wahnsinnig witzig gewesen sein - wo waren wir stehen geblieben?"

"Bei der ZGP, diesem Hallodriverein... deinem Hallodiverein."

"Stimmt ja... mist."

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Kapitel Eins - Die ParteiBearbeiten

Ja, die BZGDPDZ oder eben kurz ZGP war seit Wochen ein echtes Problem auf den Straßen Down Unders, nur dummerweise eine legale Partei, die zwar nur einen Sitz im Ziegenrat hatte, dafür aber umso lauter auf die Straße ging und mit ihren dreckigen Parolen die Luft der Stadt regelmäßig verpestete.

Sie war vor allem gegen eins - die Ponys, und ganz besonders gegen jene, die es gewagt hatten, sich häuslich in der Ziegenhauptstadt niederzulassen - eine Schande, ja, die gehörten rausgeschmissen, zurück in ihre Heimat, aber nicht hier!

Besorgte Ziegen gegen die Ponyfizierung des Ziegenreiches schrien sie sich, schmierten ihre Lügen an Wände und Züge, warfen Scheiben ein, verprügelten in der Gruppe unschuldige Bewohner Equestrias, die entweder keine zwei Hörner hatten oder sich ihnen in den Weg stellten.

Und die Ziegenarmee war machtlos, da sie entweder niemanden erwischten oder nicht eingreifen durften, weil die Kundgebungen gerade am Rande der Gesetzgrenzen schwebten... und trotzdem wurde es immer bunter!

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Erst kürzlich war auch das Ziegenschloss mit Steinen attackiert worden, die zwar keinen Sachschaden angerichtet hatten, dafür die Königin aber umso schwerer getroffen hatten... mit hochrotem Kopf war sie aus dem Tor geeilt und hatte die Meute wüst beschimpft, Blitze zucken lassen, der Mond hatte vor blauer Energie geglüht... und dann war ihr Fell immer dunkler geworden, bis es schwarz glänzend auch ihre Flanken erfasst und sich gänzlich gelegt hatte - Nightmare Moon hatte da gestanden, die Flügel ausgebreitet, die gespaltene Zunge zischte, fuhr über Reihen messerscharfer Zähne, um ihr Horn knisterte pures Böses.

Ein schauriges Lachen brachte auch die hirnloseste Ziege zur Flucht ohne Rücksicht auf Verluste, es gab in dem Getrampel etliche Verletzte... nach wenigen Sekunden war das Monster in sich zusammengebrochen, getroffen durch einen Betäubungspfeil Mellis Marlins, der geistesgegenwärtig reagiert hatte.

Robert war keine Stunde später daheim im Schloss, küsste seine bewusstlose Stute liebe- und kummervoll, lauschte fassungslos dem Bericht seines Freundes und konsultierte Prof. Dr. Fisch, der nach langer Untersuchung nichts Gutes diagnostizierte: "Mein König, Eure Stute, sie... sie ist schwer ohnmächtig, gelähmt von unbändigen wilden Kräften... sie könnte jederzeit wieder zu Nightmare Moon werden, wenn sie erwacht."

"Und... und können Sie ihr nicht helfen?!"

"Schon, aber das braucht etwas Zeit - ich habe eine Idee, aber sie umzusetzen ist schwer... solange müssten wir abwarten, so leid mir das tut."

"Gibt es keine andere Möglichkeit, keine bessere?!"

"Ich wünschte, es wäre so... aber die Königin hat etwas Dunkles in sich, etwas tief Inneres, was wir nicht kontrollieren können. Und es ist erwacht."

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"Wir müssen diese Partei unverzüglich verbieten, koste es was es wolle!"

"Ja genau!"

"Volle Zustimmung!"

"Dagegen habe ich nichts einzuwenden!"

"Nicht das geringste - Robert?!"

"Ja, ihr habt natürlich alle Recht... aber..."

"Aber was?!"

"... ich kann schlecht einfach das Recht auf Demonstrationsfreiheit, so dumm der Grund auch ist, außer Kraft setzen, weil das in unserem Grundgesetz steht."

"Dann verbiete diese Radikalität!"

"Das kann ich auch nicht alleine, das braucht eine öffentliche Volksabstimmung, weil..."

"Lass die Ausflüchte, TU ES EINFACH!!!"

"DAS IST GEGEN DAS GESETZ!!!"

"DIESE VERSAMMLUNG VON SCHWACHKÖPFEN AUCH, BEENDE DIESEN WAHNSINN, SOFORT!!!"

"SCHREIB DU MIR NICHT VOR WIE ICH ZU REGIEREN HABEN!!!"

"DU BIST JA OFFENSICHTLICH NICHT GANZ FÄHIG DAZU, WENN ICH HIER DER KÖNIG WÄRE WÜRDE ICH SOFORT..."

KLIRR!!!

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Der Ziegelstein schlug mit einem dumpfen Donk! auf dem Mamorboden auf und schlitterte bis vor Roberts Hufe... die Anwesenden waren augenblicklich verstummt, die Wachen alarmiert. Langsam trat der Ziegenkönig ans Fenster und spähte durch die zerborstene Scheibe - und was er sah gefiel ihm gar nicht.

ZPG-Ziegen überall.

Auf dem ganzen Schlossplatz.

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"KOMMT RAUS, ZEIGT EUCH IHR FEIGES PACK!!!"

Tief seufzend schob sich Robert auf den Balkon und hob die Stimme: "RUHE AUF DEM PLATZ!!!"

Tatsächlich klang das erregte Gebrüll etwas ab... jetzt bloß nix Falsches sagen: "Leute, ich weiß ja, dass ihr sauer seid, dass ihr eigentlich keinen Bock habt Down Under für Fremde zu öffnen, dass ihr lieber unter euch sein wollt, so wie ihr es alle gewohnt wart... so leid mir es tut, aber diese Zeiten sind vorbei. Ihr, nein WIR müssen lernen, auch Neues zu akzeptieren, und vor allem dürfen wir keine Angst davor haben! Wer sagt denn, dass alle Ponys schlecht und böse sind und nur von dem profitieren wollen, was ihr geschaffen habt? Wer behauptet denn, dass sich in tausend Jahren nichts geändert hat?! Ich tue es nicht, und ihr seht es an keinem besser als an mir - ich, euer aller König, bin ein Einhorn, schon mein ganzes Leben lang. Und obwohl ich ein Pony bin habe ich die Krieger des Roten Oktobers geführt, ja gesiegt haben wir über das Böse, über die Generäle! Heute müssen wir erneut siegen - über unseren eigenen Schatten, der uns weiß machen will, dass wir die besseren sind - aber das stimmt nicht, es gibt kein Besser und kein Schlechter, es gibt nur uns, die Bewohner Equestrias! Und selbst die Schatten, ausgenommen die, die es nicht begriffen haben, haben uns gezeigt, dass sie nichts Böses mehr wollen, sie wollen Freiden, Freude und Wohlstand! Und ihr seid keine dummen Nazis, die nicht begreifen wollen, dass man nur als Gemeinschaft funktionieren kann - Ziegen und Ponys vereint! NA, WER IST DABEI?!?!"

Schweigen über den Köpfen... ich hab's geschafft!

"SCHNAPPT EUCH DIE VERRÄTER IM PALAST!!!"

Und die Steine flogen.

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Mellis riss seinen König nach hinten, ein Geschoss verfehlte dessen Kopf nur knapp: "RUNTER UND BEFEHLE!!!"

"DIE ZA SOLL SICH DRUM KÜMMERN - JETZT HABEN SIE SICH WAS ZUSCHULDEN KOMMEN LASSEN, KEIN GESETZ SCHÜTZT SIE MEHR - ABER ES DARF NICHT GESCHOSSEN WERDEN, UM KEINEN PREIS - UND VOLLE DEFENSIVE!!!"

"VERSTANDEN, ICH GEB'S DURCH!!!"

Robert robbte zum Versammlungstisch und traf unter der Platte Terra, Eross und Safira an, die sich eng aneinander schmiegten: "Okey Leute, das kam jetzt selbst für mich überraschend..."

"ZU CYRO MIT DER ÜBERRASCHUNG!!!", explodierte der Schattenkönig, "MEINE FRAU IST SCHWANGER UND DU KRIEGST ES NICHT AUF DIE REIHE EIN PAAR RADIKALE ZIEGEN ZU BÄNDIGEN!!!"

"Eross, ich...!"

"SIE HABEN DAS HAUPTTOR DURCHBROCHEN!!!", meldete Mellis entsetzt und entsicherte sein Gewehr, "JETZT IST SCHLUSS!!!"

"MELLIS, ICH VERBIETE DER WACHE ZU SCHIEßEN!!! HIER WIRD NICHT GESCHOSSEN, DAS SIND UNBEWAFFNETE DEMONSTRANTEN!!!"

Eine Explosion nahe des Portals, eine Feuerbrust erfasste ein Grüppchen Wachen, aus dem sich auch Nora und Max in letzter Sekunde in Sicherheit bringen konnten - ihrem Mentor und Freund Eross platzte endgültig der Kragen: "ROBERT, DIE WOLLEN UNS UMBRINGEN, DICH VIELLEICHT NICHT, ABER UNS!!! UND DAS LASSE ICH MIR NICHT GEFALLEN - WÄCHTER, SCHATTENSOLDATEN, FEUER FREI!!!"

"EROSS NEIIIN!!!"

Zu spät - die ersten Schüsse krachten, ZGP-Anhänger gingen zu Boden, Blut spritzte herum - auch die Ziegensoldaten ballerten jetzt aus allen Rohren, der Mob prügelte blindlings nieder, was ihm vor die Hufe kam, stampfte sich gegenseitig in Grund und Boden oder wich in andere Räume aus, in denen randaliert wurde... Robert kauerte unter dem Tisch und wünschte sich ganz weit weg, weiter als weit.

"Robert? Robert, wo steckst du?!"

Cintinyas Stimme... einen Würgereiz unterdrückend schob er sich aus seinem Versteck und sah die ganze Verwüstung auf einen Haufen... Scheibenkleister, verdammter, das hätte nicht passieren dürfen - jetzt war erst recht was los!

"Robert, da bist du ja!", Vight kam auf ihn zu galoppiert und schüttelte ihn an den Schultern, "Robert, die... die Wachen kommen nicht zu Lunas Gemach durch und da ist alles voller...!"

KA-WUMM!!!

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Ohoh.

Eine meterhohe Staubwolke schoss aus dem Treppenhaus, verschlang den Thronsaal fast völlig in sich und legte sich quälend langsam... die Wachen waren aufs höchste in Alarmbereitschaft, doch eine völlige Stille hatte sich über das beschädigte Schloss gelegt - was zum...?!

Ein Schatten, ein Blitz, ein Knall, Glas splitterte, Blitz und Donner krachten hernieder, Schreie, panische Hufschläge, hunderte, tausende - Robert stürzte zum Balkon... und sah sie, die lachend auch den letzten Großmäulern Beine machte.

Nightmare Moon war zurück.

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Déjà-vu, der Ziegenkönig fand sich neben Mellis auf dem Boden wieder, der hektisch an seinem Funkgerät fummelte: "Los doch du Mistding, ich brauche Kanal P!", kaum drin: "Fisch, wir brauchen deine Maschine SOFORT IM THRONSAAL!!!", und eben aufgelegt: "Der Professor ist unterwegs, er hat die Kanone fertig!"

Robert erwiderte nichts, zu ergriffen und hingerissen war er von der dunklen Seite seiner Stute... umwerfend schön und doch kreuzgefährlich, strahlend schillernd und doch scharf wie eine Klinge, tückisch und geheimnisvoll - Nightmare Moon.

Um sich herum alles ausradierend wütete sie durch den Schlossgarten, Leichenteile flogen umher, mächtige Energiewellen zerschmetterten die in alle Winde flüchtenden Horden, Bäume und Büsche brannten längst, der Zaun war zu einem einzigen Metallklumpen deformiert... die Stute raste vor unbändigem Hass, ihre Augen ruhten nur auf dem Geschehen vor ihr...

"HEY, NIGHTMARE MOON, HIER DRÜBEN, NA LOS, KOMM UND HOL MICH DOCH!!!"

Ihr Kopf drehte sich in Zeitlupe, umso rasanter stürzte sie auf Mellis los, doch der warf sich im letzten Moment zur Seite und die dunkle Stute vollzog einen astreinen Looping mit Ladung auf allen vier Haufen vor dem Thron der Ziegenherrscher: "IHR SEID DEM UNTERGANG GEWEIHT, IHR NARREN!!! SPÜRT DEN ZORN..."

"Jaja, du mich auch!", brummte Dr. Schinken und hob die Waffe, die wie ein Granatwerfer mit integriertem Laser aussah, "aber jetzt wirst du HALBIERT!"

Die Spitze der Wumme explodierte in einem gleißend hellen Licht, welches Nightmare Moon einhüllte und immer heller wurde: "Nein! Nein! NEIN!!! NEIIIN!!!"

ZAWOSCH!!!

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Kapitel Zwei - ZweiBearbeiten

Die Wolke zerbarst in Strahlen, Luna segelte nach links, Nightmare Moon nach rechts. Alle Elektronik im Umkreis überlud sich doppelt und dreifach, auch die des Dimensionsportals flammte ungedrosselt empor und riss alles in ihrem Umkreis stehende mit sich in den Strudel - auch die dunkle Seite des Mondes.

"Die schnapp ich mir!", versicherte Robert seinen Freunden und war ehe das auch nur einer hatte Protest einlegen können mit drei Sätzen im blauen Nebel verschwunden.

WAMM!!!, zerfetzte es den Generator, die Hauptsicherungen quittierten ihre Dienste, aller Strom fiel aus, das Portal verschwand so schnell wie es gekommen war.

Stille legte sich über das verwüstete Schloss.

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Nasses Laub in Kombination mit blanken Hufen gab eine erstklassige Rutschbahn ab, und der Ziegenkönig schlitterte einen Hügel hinab, ehe er endlich auf allen Vieren zum Stehen kam und die Verfolgung Nightmare Moons aufnahm... komisch, wieso hatte der Gestaltwandler nicht gefunzt?! Vier Hufe waren dennoch besser und vor allem schneller, die vielen Bäume wurden zu üblen Hindernissen, und trotzdem galoppierte er schneller - sie durfte um keinen Preis entwischen!

Eine kurze heftige Hetzjagd weiter erwischte er sie am Schweif, stob nach links und riss ihre Flanke gegen einen in der Bahn stehenden Baum, der eindeutig der Stärkere war - ihre Hinterhufe hoben ab, die Vorderhufe versagten, ein quer liegender Ast tat sein Übriges... mit einem Matsch! klatschte das dunkle Alihorn auf den Boden, Robert nahm Anlauf und machte einen Hechtsprung auf sie, schlang seinen rechten Huf um ihren Hals und drückte zu: "Eine falsche Bewegung und ich brech dir das Genick!"

"Lass... lass mich los!", jammerte es kläglich, "lass... lass mich... los... bitte..."

Bitte? Bitte?! BITTE?!?!

In Trance lockerte er seinen Griff, seine Gefangene fiel zu Boden und rollte schlaff auf den Rücken... Robert stockte der Atem.

Das war keine Sie!

Das... das war ein ER!!!

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Vight war der erste bei Luna, Mellis und Ameli die nächsten - "Puls da, soweit ok... ihr geht's gut!"

Die anderen wagten sich nur langsam näher, während sich die Königin langsam und mit Huf an der schmerzenden Stirn aufrichtete: "Ahhh... oh fuck, wo bin ich denn gegen gerannt?!"

"Luna, alles ok bei dir? Keine Nightmare Moon oder so in der Nähe?"

"Nee, ich glaube sogar... die ist ganz wech!"

Safira atmete erleichtert auf und knuddelte ihre Freundin ganz fest: "Oh bin ich - sind wir - froh, dass du das... den kleinen "Eingriff" so gut überstanden hast!"

"Und ich erst...", meldete sich der Doktor von hinten, "das hätte auch voll daneben gehen können und..."

"Nicht so wichtig, Hauptsache Luna ist Luna und Nightmare Moon ist Nightmare Moon! Und damit ist das Problem ein für alle Mal gegessen!"

"Das stimmt!"

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"Was zur heiliegen...?!"

"Bitte... bitte nicht schlagen, ich ergebe mich!", heulte die männliche Nightmare Moon bitterlich und wirkte mit den Hufen vor dem Gesicht hilflos wie ein kleines Fohlen, "du hast gewonnen, ich werde alles tun, was du befiehlst! Bloß nicht mehr schlagen, bitte nicht!"

"Hey hey, jetzt bleib mal locker... ich... ICH KRIEG NOCH DIE KRISE, DU BIST EIN KERL!!!"

Kraftlos sank der geschockte Ziegenkönig gegen eine feuchte Buche... seine vermeidliche sein vermeidlicher Gegner erhob sich schüchtern und rückte seinen Helm zurecht: "Ähm, ich... ich weiß es nicht, aber... aber eigentlich müsste ich doch... eine Stute sein? Und... und... ich fühle mich so... so freundlich und hilfsbereit!"

"Das... das ist nen Ding - halt stopp, na klar, die Maschine!"

Der Seelenreiniger... ein Gerät, welches Gut und Böse trennen kann, eine Maschine, instande, ein Wesen in zwei zu spalten, in seine gute und seine böse Hälfte - zwei voll lebensfähige Organismen, zwei Körper... zwei identische Gehirne, und doch ein unterschiedliches Äußeres und Betriebssystem... einmal lieb, freundlich, nett, hilfsbereit, das andere Mal böse, gemein, hinterhältig, sadistisch, fies.

Robert kannte nicht alle Funktionen dieser Kiste, aber er war sich in einem Punkt im Klaren: Der Apparillio war definitiv defekt oder hatte einen Defekt - und der hatte für... DAS gesorgt!

Aber...

"... wenn du hier bist, ein Hengst und... lieb..."

"... ja?"

"... dann... dann ist Luna... in Equestria, Stute und... und böse!"

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Canterlot, gleiche Zeit

Atlanas gammelte lustlos auf seinem Posten... Wache war zum Kotzen, vor allem weil der König in seinem Schloss sowieso rundum sicher war und hier niemand einfach so rein spazierte - aber Job war Job und Befehl Befehl, da gab es kein Drumrum...

Das Tor öffnete sich knarzend und Eross trat Seite an Seite mit Ziegenkönigin Luna ein - nanu, was gab es denn Wichtiges zu besprechen?

Noch mehr wunderte es ihn aber, dass Roberts Stute auf ihn selbst zusteuerte und ihn herzlich umhufte: "Oh Atlanas, ich hab dich echt vermisst heute, du hättest das Ziegenschloss verteidigt wie kein anderer!"

"Habe schon gehört... es soll mächtige Ausschreitungen gegeben haben - Robert sollte sich wirklich mal um diese ZGP kümmern..."

"Das habe ich schon - sie sind seit einer Viertelstunde offiziell verboten!", hauchte ihm die Ziegenkönigin verführerisch ins Ohr und schmiegte sich eng an ihn... holla, was sollte das denn werden?!

"Ähm, Luna, meinst du nicht, dass das genug Begrüßung ist?"

"Ach was, du starker Hengst...", säuselte sie sanft, "hab dich mal nicht so...", ihr Huf fuhr zart über seinen Rücken und ließ sein Fell zu Berge stehen, ahhh...

Sein Schwert glitt langsam aus der Scheide und ehe er es bemerkt hatte, riss sie ihn herum, drückte ihm ein Knie in den Rücken und balancierte den scharfen Stahl direkt an seinem Hals: "So, jetzt ist Schluss mit lustig - Eross, Terra, die Waffen weg, sonst mache ich euren Freund um einen Kopf kürzer!"

"LUNA, WAS IST IN DICH GEFAHREN?!?!"

"WAFFEN AUF DEN BODEN, GLAUBT JA NICHT, DASS ICH SPAßE!!!"

Terras Colt Python fiel mit einem hellen Kling zo Boden, Eross Schwert glitt fast lautlos bis vor Lunas Hufe... verdammt, was wurde hier gespielt?! Andere Wachen waren nicht im Raum... sie waren alleine... "Eross, deine Huffesseln an Terras Hufe, danach das zweite Paar an deine, zur Kerkertür und runter da, schön langsam und immer vor Atlanas her... und vergesst nicht, ihr entscheidet, ob ich ihn am Stück lasse oder abserviere!"

---

"Fischs Erfindung muss eine üble Macke haben - Mellis, Mellis?! Verdammt, keine Verbindung!"

"Das... das müsste an den Gewitterwolken liegen, die..."

"WEIß ICH!!!", fauchte der Ziegenkönig und sein Gegenüber zuckte erschrocken zusammen, "das Dumme ist nur, dass meine Luna in ihrer normalen Gestalt zum Monster mutiert ist und wahrscheinlich vor niemandem Halt machen wird!"

"Nightmare... Nightmare Luna?"

"Ja, ungefähr so - und wir müssen schnellstmöglich ein Portal erreichen, ein funktionierendes!", wütend pfefferte Robert sein kaputtes gegen einen Baum, "meins hat die Überladung zerlegt!"

"Ich... ich... es tut mir leid..."

"Da kannst du weniger für als ich, der kein neues wollte - und jetzt weiß ich nicht mal wo in der Menschenwelt wir gestandet sind?"

"Ich... ich auch nicht..."

"Dann komm, lass uns ein Dach suchen, bevor der Himmel es sich anders überlegt... und wo ein Dach ist, sind meistens auch Häuser!"

"Ein Dorf?"

"Genau - und da müssen wir hin, sofort! Folge mir Nightmare Moon, und versuch bloß nicht mich zu überlisten!"

"Ich... okey... ja gut."

"Dann Aufbruch!"

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"Wo hat er ihn bloß versteckt?!", zischte derweil Nightmare Luna und fegte einen ganzen Aktenberg geradewegs in den Kamin, "VERDAMMTE UNORDNUNG HIER!!!"

"L... luna? Suchst... suchst du etwas Bestimmtes?"

Die düstere Königin drehte dem Kopf und erblickte Lea, die sich an das Holz des Türrahmens drückte und knallrot im Gesicht angelaufen war: "Aber natürlich doch, meine Kleine... den Vertrag, den meine Schwester König Terra vermacht hat!"

"Ach der... ja der... ist..."

"WO IST ER?!?!"

"Im... im Safe... der... der ist hinter... dem großen... Regal..."

"Vielen herzlichen Dank, kleine Närrin!", lachte sie und riss den ganzen Koloss aus der Wand, Lea nahm vor Angst ihre Hufe in die Hufe und rannte, doch mehrere besonders dicke Schinken trafen sie am Kopf und schickten die junge Stute ins Reich der Träume... Albträume!, grinste Luna in sich hinein und fand, eingerahmt und durch mehrere Hochsicherheitsschlösser und Codes gesichert das gesuchte Schriftstück:


Dem Inhaber dieses Dokumentes steht die alleinige Herrschaft über Equestria zu, sofern dieses ein sicheres Land ist...

Blablabla, Hochachtungsvoll, Prinzessin Celestia


Na geht doch!

Ein paar Zeilen strich sie, sog die uralte Tinte aus dem Papier, entfernte Terras Unterschrift und unterzeichnete selbst.

Ein diabolisches Lachen hallte durch Canterlot.

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Der Regen blieb aus, stattdessen wurde es frisch und die Dämmerung setzte ein, und noch immer war kein einziges Haus in Sicht, nur Bäume über Bäume!

An einer Wegekreuzung mit einem kleinen Brunnen stoppte Robert und studierte die Schilder, sein Begleiter hatte Durst und probierte sich an der Tränke, in der jedoch drei Kästen mit Glasflaschen schwammen und sie versperrten.

"Wer schmeißt hier depperten Müll rein?", beschwerte sich die männliche Nightmare Moon und zog eine der Kannen aus dem Eiswasser, "weg dam..."

Obstler stand auf dem Etikett.

"Hey Robert, das ist ein Schnapsbrunnen!"

"Ja klar, und ich bin Celestia - Kopp zu, du redest nur, wenn du gefragt wirst!"

"Du willst keinen...?"

"NEIN!"

Bleibt mehr für mich!, freute sich das Alihorn begeistert von den ersten Schlucken, und von den Kisten waren noch zwei voll!

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Kapitel Drei - Fledermäuse und DrosselBearbeiten

Hollow Shades

Die örtliche Krankenstation glich eher einem Schlachtfeld, in den Mülltonnen im vermüllten Innenhof stapelten sich bis aufs Mark abgenagte Knochen. Ein Drecksladen!, fluchte der Bote, und warum muss ausgerechnet immer ich solche Aufträge ausführen?!

Hungrige Augen beobachteten ihn aus dunklen Gassen, warteten nur darauf, ihn mit ihren Klauen zu zerreißen - wie er diese Fledermäuse hasste, aber Dienst war Dienst, und König Terra... der hatte doch nicht mehr alle Latten am Zaun, diese Stute auf den Thron zu setzen! Aber wenn der Vertrag das rechtmäßig sagte...

"Kann ich Ihnen helfen, hisss?", wollte die Empfangsstute wissen und kam ihm mit ihren rasiermesserscharfen Zähnen einen Tick zu nah, "oder melden Sie sich hier als freiwilliger Organspender an?"

"Terr... Luna bewahre nein! Ich bin hier, um mit... Dice zu sprechen! Ich habe eine wichtige Nachricht von meiner Königin für ihn!"

"Sie meinen wohl D-Ice...", brummte das Batpony sichtlich enttäuscht, "aber Ihnen ist schon klar, dass er Ihnen den Kopf abreißen und sie aussaugen wird, wenn es nichts Wichtiges ist, weswegen Sie ihn stören!"

"Es ist immens wichtig, ich bin hierher gerast, damit er die Nachricht so schnell wie möglich erhält!"

"Gut, dann folgen Sie mir."

Der Bau, auf dem ein knorriger Baum wucherte und das Gebäude fast vollständig unter sich verdeckte, war nicht sonderlich groß und brechend voll... überall Kranke, die nicht gut aussahen... eine Tür am Ende dieses Elends schien der Lichtblick zu sein. Falsch gedacht!, dahinter erwartete ihn ein monströser Vampir mit rot glühenden Augen, die ihn wütend anstarrten - wenn das mal kein Boss war!

"Wer wagt es, meine Ruhe zu stören?!", kreischte er, "EIN EQUESTRIAPONY?!?!"

"Ich... ent... entschuldigung..."

"ICH FRESSE DICH BEI LEBENDIGEM LEIB!!!"

"Das... das... wird meiner Königin nicht gefallen!"

"EUER KÖNIGIN?!", der Kranke war sichtlich überrascht, "WIE DAS?! SEIT WANN HAT DIESER SCHWACHKOPF EINE STUTE?!"

"Er... er hat seinen Thron abgetreten... an... an..."

"AN WEN?!?!"

"An... Königin Nightmare Luna."

"WIE BITTE?!?!"

"Und... und ich soll Euch ausrichten, dass Ihr... dass die Batponys... eine Audienz im Palast haben! Noch heute!"

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Der Bach brachte Nightmare Moon keine klaren Gedanken - die hatte der Alkohol vollkommen außer Gefecht gesetzt.

"WACH AUF DU SAUPREUßE, VERDAMMTER!!!", brüllte ihm Robert ins Ohr, "SONST TUNKE ICH DICH SO LANGE, BIS DU WIEDER NÜCHTERN BIST!!!"

Statt einer Antwort rülpste das gleich doppelt blaue Alihorn, woraufhin der Ziegenkönig seinen Kopf länger unter Wasser drückte... vergeblich, die Pappnase hatte sich zu sehr abgeschossen! Resigniert warf Robert den schlaffen Körper beiseite und sank gegen einen Felsen... sie waren am Arsch, gefangen im Bayrischen Wald, abgeschnitten von Equestria, wo Luna wahrscheinlich längst Amok lief, und dazu verdammt die Nacht hier verbringen zu müssen... warum hatte er nicht auch einen Schluck Schnaps genommen?!

Sein Begleiter schnarchte unlängst... auch gut, dann hielt er eben Wache... nur dass das mal geklärt war!

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D-Ice konnte nicht fliegen und nicht galoppieren, sodass seine Abordnung einen Zug nehmen musste - einen stinknormalen Zug!

Schon von Weitem wusste der inoffizielle Bürgermeister Hollow Shades, dass Nightmare Luna diejenige war, für die die Batponys sie hielten - einen Nightmare, so düster wie eine wolkenverhangene Nacht, so hinterhältig wie eine Schlange, so abgrundtief böse... das war ihr Tag, auf den sie so lange gewartet hatten!

In silberner Rüstung und mattschwarz glänzendem Fell empfing die neue Regentin Equestrias ihren Besuch: "Nun, da seid ihr ja, meine treuen Batponys, die all die langen Jahre in Hollow Shades auf meine Rückkehr gewartet haben! Nun ist es soweit, ich bin zurück, gewissenlos und gnadenlos - ich werde Equestria unterjochen, und dazu brauche ich eine Armee! Ihr sollt sie sein, denn ihr wart mir stets treu, ihr wurdet von den anderen Völkern geknechtet und vertrieben, ihr habt gelitten und wurdet verachtet! Vom heutigen Tage an wird das anders sein, man wird euch fürchten, euch zu schätzen wissen, euch mit dem Respekt behandeln, der euch gebührt! IHR WERDET MIT MIR ÜBER EQUESTRIA HERRSCHEN!!!"

Der Saal explodierte von Zustimmung, D-Ice konnte sein Glück kaum fassen - das war die Erfüllung aller Träume!

Seine neue Königin trat auf ihn zu, er verneigte sich höflich: "Meine Königin, ich bin D-Ice, zu Euren Diensten!"

"Ich weiß, Ihr seid der Anführer Eurer Leute... aber es kann nur einen König geben!"

Ihr Schwert durchbohrte seinen Kopf, kraftlos und mit weit aufgerissenen Augen sank der Hengst zu Boden, eine Blutlache bildete sich um ihn.

"NOCH EINER, DER MICH INFRAGE STELLT?!?!", die Anwesenden schwiegen betreten aber nicht unglücklich, "GUT! JEDES BATPONY, DAS EINE WAFFE HALTEN KANN, TRAGE SICH ZUR ARMEE EIN, DER REST BLEIBT HIER AUF CANTERLOT UND WIRD MEIN HOFSTAAT!!!"

"Und wo sollen wir wohnen?", fragte es aus der Menge.

"DA FRAGT IHR NOCH?! SUCHT EUCH DIE SCHÖNSTEN HÄUSER UND KÜMMERT EUCH UM DIE BEWOHNER, VERSKLAVT SIE ODER FRESST SIE AUF, ES LIEGT IN EUREM HUF!!!"

Jubel überflutete den Saal, bevor die wilden Bestien auf die Jagd gingen... die Königin erließ einen Erlass und zwei Rassengesetze, die den Batponys alle nötigen Freiheiten gaben... mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen trat sie ans große Fenster des Palastsaals und erfreute sich an dem Massaker in der Stadt... bald wird ganz Equestria mein sein!

---

Robert erwachte erschrocken am nächsten Morgen und umklammerte schon seinen Dönerspieß, aber Nightmare Moon ratzte nach wie vor friedlich vor sich hin, ihre... seine Ohren zuckten, seine Zunge spielte mit einer Hufspitze... wie süß...

KLATSCH!, fand er sich im Bach wieder und kreischte entsetzt auf - "AUFSTEHEN DU PENNER!!!", murrte Robert und zog ihn auf die Hufe, "du hast gestern viel zu früh schlappgemacht, und wer viel säuft kann auch früh aufstehen - auf auf, bis Wiesenfelden sind's noch sechs Kilometer!"

Das Alihorn zitterte: "Mir... mir ist kalt... und... das war nicht nett!"

"Dei Mudda is nett!", kam die nette Antwort, "und jetzt Kopp zu und mitkommen, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!"

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Ponyville fiel um Zehn, Manehatten und Baltimare ergaben sich um Elf, Fillydelphia, Vanhoover und Applewood hissten die weiße Fahne zum Mittag, der Rest ließ die Waffen zuhause und ergab sich kampflos, nur das Kristallkönigreich und Down Under hatten die Tore verriegelt und machten dicht... einzig Sweet Apple Acres ergab sich der Übermacht an Batponys nicht, aber die hatten keine Eile und errichteten Stellungen für eine Belagerung. Längst waren in der Ziegenhauptstadt die Straßen von Flüchtlingsströmen überfüllt, Sonea hatte mehr als alle Hufe voll zu tun, ihre Tante Celestia unterstützte sie dabei so gut es ging... wo steckte ihr Vater bloß?!

"Oblivion ruft DU, Down Under, hört mich jemand?"

"Safira, bist du dran?"

"Oh Sonea, euch geht's gut - wie ist die Lage bei euch?"

"Alles voll Schutzsuchender, der ZA räumt ihre letzte Kaserne - und bei euch?"

"Soweit alles ruhig, die Grenzen sind sicher... nur Eross ist... Gefangener deiner Mutter - wir schicken euch Hilfe sobald wir das können!"

"Geht schon und lass mal, das kriegen wir hier schon auf die Reihe - ihr werdet da kaum durchkommen, die Batponys haben alles unter ihren Hufen und zu viele Geiseln... Mum muss komplett den Verstand verloren haben!"

"Das befürchte ich auch - oh Sonea, ich würde dich so gerne drücken und dich trösten, es tut mir so leid... ich vermisse Eross so schrecklich... hach ja... du bist eine starke junge Prinzessin, du schaffst das, du musst das schaffen!"

"Werde ich, und auch du... du schaffst das auch, Ende und over."

"Danke... und over!"

Seufzend lehnte sich das junge Alihorn im Thron seines Vaters zurück... oh man, warum ausgerechnet Mum?! Und einmal wünschte sie sich mehr, dass ihre Freunde in Ordnung waren...

---

"Meine Königin, ich melde ganz Equestria unter unserer Kontrolle, von der kleinen Farm abgesehen, die Combine verziehen sich nach Euer Drohung!"

"Gut so, diese Aliens sollen ruhig verschwinden - die werden mir die Suppe nicht mehr versalzen!"

Mit ihrem Zepter schlug sie gegen die Stäbe des Käfigs rechts ihres Throns: "HEY, SPENDE MIR GEFÄLLIGST BEIFALL!!!"

"Oh Luna, du bist die allerbeste...", gnaulte Terra und bekam den Stab gleich unsanft auf den Kopf geschlagen: "DAS GEHT FRÖHLICHER UND BEGEISTERTER!!!"

"Und wenn nicht?"

Ihre Stimme senkte sich gefährlich: "Dann verfüttere ich deine süße Cousine an die hungrigen Soldaten... UND EROSS UND DICH DAZU!!!"

"Luna, du...!"

"MEIN NAME IST NIGHTMARE LUNA!!! UND SEI HÖFLICH, ICH BIN DEINE GEBIETERIN!!!"

"NIGHTMARE LUNA, IHR SEID DIE MÄCHTIGSTE, BÖSESTE UND HINTERHÄLTIGSTE HERRSCHERIN EQUESTRIAS!!!"

"Gut so - und beim nächsten Mal vergiss das allmächtigste nicht!"

"Verstanden, ALLMÄCHTIGSTE Herrscherin Equestrias Nightmare Luna!"

---

Im Orbit Equestrias

"Dad, das kannst du nicht machen, das darfst du nicht!"

"Shadow, habe ich eine andere Wahl?!"

"Equestria ist unser Verbündeter, den du nicht einfach im Stich lassen kannst! Denk an all unsere Freunde!"

"Shadow, ich habe schon genug Combine in sinnlosen Kriegen verloren - dieses Mal mische ich mich nicht ein, und damit basta!"

"Du bist echt ein Arschloch!"

Weinend galoppierte Shadow durch den Kreuzer davon... aber was sollte Overlord tun?

Die einzige, um die er sich wirklich Sorgen machte, war Destiny... aber bei Arriva würde sie vorerst sicher sein... hoffentlich. Und sie nicht abholen zu können war hart, aber die Drohung Nightmare Lunas war eindeutig - er würde nicht riskieren, dass Zivilisten für seine Tochter geopfert wurden... das war hart, aber auch eine Sache, die er Equestria schuldig geblieben war.

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Der Ziegenbock spielte den Beobachter, und das zu seinem größten Leidwesen - nur blieb ihm als einziger Flugfähiger nicht viel anderes übrig, und Aurora ließ er hier schon gar nicht hoch, lieber er selbst!

"Dad, was siehst du?"

"Batponys, und das ne janze Menge - watt machen eure Sandsackverhaue?"

"Soweit feddisch, Down Under hat uns Ziegen und Waffen geschickt, die montieren gerade Geschütze zusammen - regt sich was?"

"Nee nee, die warten... und das macht mir Sorgen..."

"Jut, ich geb's durch, bis nachher!"

"Bis gleich - und pass gut auf dich auf, Schätzchen!"

"Du auch auf dich, Dad!"

Und weg war sie.

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Kapitel Vier - Wir ham ne Party!Bearbeiten

Aus dem Wald heraus beobachtete Robert das Treiben in Wiesenfelden: "So ein Drecksmist, da ist natürlich ausgerechnet heute ein Volksfest!"

"Und... und wenn wir um den Ort...?"

"Vergiss es, wir dürfen keine Zeit verlieren - bis München ist es noch ewig weit, und dazu noch ohne Aufzufallen! Lass mich kurz überlegen, ich... HEY!"

Sein Mitstreiter hatte einen alten Schuppen entdeckt und wühlte in einem ramponierten Schrank herum: "Sieh mich an!"

Ein bayrischer Trachtenhut wackelte auf seinem Kopf, der Gamsbart erkannte man neben dem vorne durchgestochenen Horn fast gar nicht... trotzdem, das sah sehr schräg aus! "Ähm... du siehst... leicht bescheuert aus?"

"Ach was, ich mag das! Und jetzt erkennt mich auch keiner mehr als Einhorn, ich bin einfach ein Pferd mit Hut!"

"Hast aber noch Flügel..."

Eine alte Decke, schon war das Problem gelöst: "JETZT bin ich ein echtes Pferd, hüüüüü!"

"Jaja, du falscher Fuffziger... aber mal im Ernst, das ist keine schlechte Idee!"

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"Mylady, alle Grenzen sind dicht, niemand kann uns angreifen!"

"Gut, gut - sind die Festungen des Equestrianischen Heeres allesamt unter Kontrolle?"

"Bis auf die letzte Kanone!", grinste der Batponyoffizier schadenfroh, "und wir haben Fabriken, Häfen, Schlachtschiffe, Eisenbahn - wir haben Equestria!"

"Das wollte ich hören! Und nun - bereitet meine Ansprache in Ponyville vor, ich habe viele Dinge zu ändern!"

"Jawohl meine Königin!"

"SPENDE BEIFALL, LAHMER SKLAVE!!!"

"Ihr habt es wahrlich geschafft, oh meine Gebieterin - bald wird Euch die ganze Welt zu Hufen liegen!"

"OH JA, JAAA!!!"

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Robert trat hinter dem Schuppen hervor, einen Eimer über das Horn gestülpt und eine alte Deutsche-Bahn-Plane übergeworfen - Nightmare Moon konnte nicht mehr vor Lachen: "DU siehst vielleicht bescheuert aus!"

"Sagt der mit dem bayrischen Hut auf der Rübe!"

"Wir sind in Bayern, schon vergessen?!"

"Ja, und gleich mitten im Dorf - also halt die Klappe!"

"Ok!"

Einträchtig schritten die beiden Fremden in das dichte Reigen der Dörfler, die tanzten, sich ein Bier nach dem anderen hinter die Binde kippten oder einträchtig beisammen saßen und dem Orchester lauschten, wenn nicht mitsangen oder es zumindest versuchten.

Robert zog seinen Begleiter langsam die überfüllte Hauptstraße hinunter, vorbei an herrlich duftenden Semmeln und Haxen, Dampfnudeln und Zwetschgendatschi... wie gut das alles roch! Nightmare Moon hatte einen Kohldampf, aber fragt nicht, da musste was in den Magen, zerfix noche'ma!

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Sonea war fix und foxi, dafür hatte sich die Lage auch etwas entspannt, alle Flüchtlinge waren untergebracht... dass dafür sogar das Hauptquartier der ZGP hatte herhalten müssen war fast schon Ironie des Schicksals... Türklopfen: "Prinzessin, ich störe Euch nur ungern, aber wir brauchen Euren Rat!"

"Ich komme schon!", brummte sie, streifte sich Mantel und Hufschuhe über und folgte der Wache... was war denn nun noch?! Im Thronsaal angekommen traute sie ihren Augen nicht - vier Ziegenarmisten umringten ein Batpony, Mellis überwachte das ganze und kam gleich zu Wort: "Prinzessin, dieses Batpony hat um Asyl in Down Under gebeten!"

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Der Marktplatz war vor Volksmassen und Bühne kaum noch zu erkennen - der Tanzwettbewerb der Solisten tat sein Übriges, alle waren abgelenkt! "Nightmare, ich..."

WO STECKTE DER?!?!

Bei Robert schrillten alle Alarmglocken, zwei Leute stieß er grob beiseite - wo hatte der sich hin verdünnisiert?! Wenn... halt, da war er ja! AUF DER BÜHNE!!! UND ER TANZTE!!!

Tatsache, und wie er tanzte! Der Hut wackelte lustig umher, die Hufe flogen, und die Zuschauer flippten aus, die Kamera vom BR hielt voll drauf, die anderen Tänzer traten beiseite... Herrschaftszeiten noche'mo, das Pferd war der neue Star! Die Performance war astrein, das Holz des Bodens knarrte - egal, das war sein Tag!

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"ASYL?!"

"Ja, Asyl...", hechelte der Gast, "denn ich habe so ein paar Probleme mit der neuen Königin..."

Sonea musterte die Stute... graues Fell, violette Augen, kecker Blick... ihr Mund verzog sich zu einem Grinsen: "Sag bloß, dass du diese Rising Starlight bist?!"

"Exakt, und ich glaube den Ziegenkönig in dir erkennen zu können - du bist seine Tochter, habe ich nicht recht?"

"Allerdings, aber du bist ein Batpony - und die mögen wir grade nicht so... andererseits hast du was gut bei meinem Dad, andererseits hat meine Mum ihn deswegen halb tot geprügelt... die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist dich in den Kerker zu werfen."

"Das ist nicht schön!"

"Such's dir aus, das oder zurück nach oben!"

Die Stute überlegte nicht lange und zischte: "Ich bleibe hier, aber das verzeihe ich dir nicht!"

"Brauchst du auch gar nicht - sei einfach froh, dass ich nen guten Tag habe!"

"Wenn das ein guter Tag ist, dann ist dein Leben ganz schön armselig!"

"Deins von nun an umso mehr - schafft sie mir aus den Augen, in die Zelle ganz hinten, und holt sie da nicht eher raus, bis sie sich bei mir entschuldigt hat!"

"Vielen netten Dank, Eure Hoheit!"

"Nix zu danken, für Bettgeschichten meines Vaters immer wieder gern!"

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"Shadow? Shadow meine Kleine, ich möchte mit dir reden."

Kein Laut drang aus dem Zimmer, zögerlich klopfte Overlord erneut an: "Shadow mein Kind, ich..."

Die Tür war nicht verschlossen... und der Raum leer! Einzig das Blinken einer Leuchte verriet, dass eine Rettungskapsel abgefeuert worden war - Shadow war auf unmittelbarem Kurs zurück nach Equestria!

"Oh nein!"

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Einen der Ehrenkränze hatte nach dem letzten schnellen Hufgetrappel und einem Mordsende des Aufritts seinen Weg um Nightmare Moons Hals gefunden, der sichtlich überwältigt war - und selbst Robert stand auf seinen Hinterbeinen und klatschte ihm begeistert Beifall.

"Wem auch immer dies unglaubliche Tier gehört mög sich s'fort hier bei uns melden, beim Kruzifix!", teilte der Fernsehmoderator dem ganzen Freistaat enthusiastisch mit, "so ein oinzigortiges Pferd hab i noch ni g'sehn! Mei, und doa ischt'er, der Pfundskerl!"

Alle wollten ihn streicheln, mit ihm schmusen, ihn ganz für sich alleine haben... über Wolke sieben schwebend trug es den Sieger durch die Menge, dazu klang der Jubel in seinen Ohren als wunderschöne Sonate wieder... frohen Mutes und mit trockener Kehle erreichte er den Bierstand und erkundigte sich guten Mutes: "Sagst mal, habt ihr auch nen Erdinger Urweißn für mi? Wenn ja, dann nehme ich eina und dazu zwei schöne Paar Weißwürschtl, bitte!"

Die ausgelassenen Menschen froren ein... hatte das Pferd da gerade gesprochen?!

"NIGHTMARE, LAUF!!!"

Und das tat er auch, bäumte sich auf, panisch stoben die Bayern zur Seite, ein großer Sprung und mit Karacho hinter Robert her, hinaus aus dem Dorf, zurück in den sicheren Wald, Straubing entgegen.

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In Quantom wusste Vight weder aus noch ein. Einerseits musste er Equestria helfen, andererseits hatten die Batponys Grenzsperren aufgebaut und buddelten an Schützengräben... das sah nicht gut aus.

Wie es wohl Sonea gerade erging?

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Sonea war todmüde.

Was ein beschissener Tag, das konnte ja wohl kaum schlimmer kommen... und dazu war Ferdi im Dauereinsatz, Caydan abgetaucht und sonst niemand da, mit dem sie gerne ihr Bett geteilt hätte - Mellis vielleicht, aber Shadow war vor zwei Stunden überraschend vor den Toren Down Unders aufgetaucht und hatte den Ghost Rider fast vor seinen Kameraden mit Haut und Haaren gefressen, Aurora auf Sweet Apple Acres... auch gut, dann pennst du eben alleine...

Gegen ein bisschen Sex hätte sie nicht das geringste gehabt, nach diesem ganzen Ärger... ein Huf streichelte plötzlich zärtlich ihre Wange, vor Freude schloss Sonea die Augen und schnurrte - hatte sich Ferdi etwa doch heimlich in ihr Zimmer geschlichen, der Schlawiner?!

"Du siehst ja völlig k.o aus... du brauchst sicher etwas zum entspannen... komm... ich geb dir was du brauchst, mein große, starke Prinzessin!"

Sonea kannte die Stimme, aber woher bloß? - Egal, das war es, was sie wollte, und wer sie da verwöhnte war doch wohl zweitrangig... ihr Partner schob sich auf sie und schlabberte über ihr Bauchfell - himmlisch! Seine Hufe umschlangen sie, massierten ihre Seiten, brachten sie in eine erste Extase... oh ja, das war die Erlösung! Ihre Hufe drückte er zart nach oben, fixierte sie mit einem Paar Fesseln am Kopfende, ihre Hinterbeine folgten, sanft band er ihr einen Knebel um - und jetzt geht's richtig los!

"Oh, du bist mir vielleicht erregt... ganz der Papa!"

Sonea fror das Lechzen ein - das durfte doch nicht... Rising Starlight knipste die Nachttischlampe an und grinste schadenfroh: "Tja, dumm gelaufen Kleine, würde ich mal sagen... und die Schlösser im Keller sind Spielzeug, da könntet ihr ruhig mal neue einbauen!"

"MMMPF!!!"

"Ach sooo... ja... also, weswegen ich hier bin: Dieses Loch ist eine Beleidigung für mich, und außerdem ist dein Vater selbst schuld, dass er so doof war und mein Halsband um seinen Hals einfach vergessen hat! Deswegen schlage ich dir nen Deal vor - ich besorge euch Infos über deine durchgeknallte Mutter und du lässt mich hier frei rumlaufen, besorgst mir eine anständige Unterkunft und Logie, und ich sorge desweiteren dafür, dass dein liebes Volk nicht spitzkriegt, dass du sogar mit Batponys ins Bett hüpfst!"

Sonea stöhnte schwer... na ganz toll, aber was blieb ihr anderes übrig?! Seufzend nickte sie.

"Hervorragend!", freute sich Starlight ganz aus dem Häuschen und sah die Prinzessin herausfordernd an, "und jetzt... wenn du nichts dagegen hast, kann ich dich gerne noch etwas verwöhnen!"

Das ließ sich Sonea nicht zweimal sagen!

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Die Sonne stand tief über den Baumwipfeln, als zwei Einhörner an einem Waldrand mitten in Bayern stoppten und erschöpft ins weiche Moos sanken, schwer atmend pausierten und einfach nur froh waren den Menschen entwischt zu sein.

"Mannoman...", japste Robert, "datt war ma heftig... aber... wir ham's jeschafft, die sind wir los!"

Keine Antwort seines sonst so gesprächigen Begleiters... huh? Platt brachte der Ziegenkönig einen Augenblick, bis er sich einigermaßen aufgerappelt hatte und bei dem blauen Alihorn war... das weinte: "Hey, was hast du denn?"

Unter Schniefen kam es zögerlich: "Ach... ich... ich mach doch alles falsch... ich... ich..."

"Meinst du wegen deiner Tanzeinlage oder was?"

"J... ja..."

"Ach was, das war doch mal der Hammer!"

"Wie... wie bitte?! Du... du fandest das... gut?"

"Das war nicht gut, das war klasse! Und außerdem...", Robert nahm Nightmare Moons rechten Huf, "habe ich festgestellt, dass du ein verdammt guter und netter Kerl bist! Mag sein, dass du äußerlich Nightmare Moon bist - bis auf die Weiblichkeit vielleicht - aber im Inneren bist du anders, du bist mein Freund, und ich habe das vor lauter Sorge um Luna nicht wahrhaben wollen, ich habe immer nur dieses Böse gesehen... ich hätte dich nicht beurteilen sollen, bevor ich dich richtig gekannt habe... es tut mir leid."

Der Bläuling war sichtlich überrascht: "Aber Robert... ich habe dich doch in Gefahr gebracht und..."

"Von wegen, die paar Menschen hätten mich wohl kaum aufhalten können - und zur Not hätte ich dich auf meinen Rücken geladen und Vollgas gegeben... dein Auftritt heute hat mir gezeigt, dass dein Äußeres täuschen kann, und die Tatsache, dass du den Hut immer noch auf der Rübe hast, ist so ungefähr das letzte bisschen Gewissheit, was ich gebraucht habe - du hast mich nicht angelogen und würdest mich auch nicht belügen, du wirst mich nicht nachts im Schlaf töten, du bist nett und aufgeschlossen, ein Kamerad und Kumpel, einer, mit dem ich auch durch ganz Bayern rennen würde!"

"Ist... ist das wahr?!"

"Aber hallo - und ich schätze mal, dass du nicht minder fertich als ich bist... am anderen Waldrand steht ein Haus, da sollten wir die Nacht verbringen."

"W... wir?"

"Ja, nur wir zwei... du, Nightmare Moon, und ich, Robert."

"Ich... du... ich... kann ich dich um etwas bitten?"

"Klar, hau raus!"

"Könntest du... ich... ich mag das Nightmare nicht, ich bin kein Albtraum! Ich möchte Herr Moon sein!"

"Na hallo - Herr Moon, willkommen im Team!"

Überglücklich schlug der Neue mit dem Bayernhut in Roberts Huf ein.

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Atlanas Rücken war nur noch ein einziger pulsierender Schmerz.

Seine Augenlider waren bleischwer und gehorchten ihm kaum noch, seine Hufe fühlten sich an wie abgestorben, seine Mähne durchtränkte sein Blut... diese dreckigen Schweineblutsauger! Eross neben ihm war bewusstlos geworden, so hatten sie irgendwann von ihm abgelassen... und ihn dafür umso härter gefoltert. Informationen wollten sie nicht, diese Bestien labten sich bloß an seinen Schreien und leckten das Blut aus seinen klaffenden Wunden! Immerhin hatten sie mit der Abenddämmerung von ihm abgelassen und waren verschwunden, er auf dem Tisch gefesselt alleine zurückgeblieben... schutzlos und machtlos, seine Liebsten zu schützen... unfähig Eross beizustehen.

Flutters, Sunset, bitte seid mit den Kleinen in Sicherheit!, war sein einziger Wunsch, seid gesund und...

Die Zellentür flog auf und Nightmare Luna stand in voller Größe im Rahmen: "Guten Abend Atlanas, ich hoffe doch, meine Leute haben dich nicht zu gut behandelt!"

"Was willst du hier?!"

"Oh, der Hengst ist aufmüpfig!", stichelte sie und trat neben ihm, "mal sehen wie lange noch..."

Ein Huf legte sich auf seine Stirn und drückte seinen Kopf auf die Tischplatte, sein Atem wurde schneller - was hatte sie vor?!

"Ahhh, ich spüre deine Angst... deine Hoffnung... wenn ich es nicht besser wüsste würde ich behaupten, dass sie alle vier tot sind, aber das lasse ich morgen in Erfahrung bringen... und dennoch, du scheinst wild auf eine heiße Nacht zu sein!"

"N... nein!"

"Oh doch!", grinste sie schadenfroh und drückte ihm die Luft ab, "und weißt du noch was?! Ich mag es hart, so wie du auch... nur mit dem Unterschied, dass ich da noch ein SEHR davorsetze! MUHAHAHAHAHA!!!"

Sie zog einen Knebel hervor und band ihm ihrem Opfer um, schob sich auf ihn und zischelte mit ihrer Schlangenzunge über sein Gesicht: "Und jetzt wollen wir doch mal sehen, wie geil du großer starker Hengst bist und wie glücklich du deine Herrscherin machen kannst!"

Atlanas sträubte sich mit aller Kraft, es war zwecklos... und schon nach fünf Minuten schwor er sich nie wieder das Wort hart in den Mund zu nehmen - das war die Hölle auf Erden, diese Mordsviech!

Bitte Niben, lass mich diese Nacht überstehen!, schrie er stumm in die Stille hinein, wenn es sein muss werde ich nie wieder Sex haben wollen, ich schwöre dir alles!

"Warum flehst du bei den Göttern um Hilfe, HAST DU WOHL IMMER NOCH NICHT GENUG?!?!"

Und sie steigerte sich um ein Vielfaches... dankbar fiel er in die erlösende Ohnmacht.

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Eine kleine Kapelle duckte sich unter die knorrigen Eichen, die Tür stand weit offen.

"Na komm, datt is genau datt richtige!", gähnte Robert und knallte sich auf den Teppich vor den Altar, "uh, bin ich müde... wenn du Guter nix mehr hast... jutt Nacht!"

"Gute Nacht, Robert... hab dich gern!"

"Ich dich auch, schlaf schön, Herr Moon!"

"Du auch!"

Stille hob sich über das kleine Gotteshaus, Nebel zog über der Wiese auf, nichts deutete auf die beiden Fremden inmitten dieser himmlischen Idylle hin...

"Du Robert?"

"Hm?"

"Kann ich... kann ich mich zu dir legen?"

"Klar, mit ist sowieso kalt..."

"Oh vielen Dank dir!", quietschte es und Herr Moon kuschelte sich an seinen neuen Freund, "danke... und gute Nacht dir!"

"Ja, gutt Nacht dir auch!"

Die Eichen raschelten leise im Wind, man konnte das Gras wachsen hören, Nachtfalter und Glühwürmchen summten umher...

"Du Robert?"

"Ja?"

"Kannst du mir... einen Gute-Nacht-Kuss geben, bitte?"

"Na aber sicher, mein Lieber..." *schmatz* "... na denn..." *gähn* "... jutt Nacht..."

"Nacht!"

Und dieses Mal schliefen sie beide glücklich, Huf in Huf, ein.

Rund und voll wachte über ihnen der Mond.

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Kapitel Fünf - Die Spinnenkartoffeltruppe an der DonauBearbeiten

Am nächsten Morgen

Sonea schmeckte das Frühstück gut, nur schade, dass sie alleine aß... Sunset war bei ihrer Oma im Kristallkönigreich (immerhin da in Sicherheit), Tante Applejack und Onkel Ziegenbock hatten genug eigene Probleme um die Ohren und Celestia traute sich nicht aus ihrem Turmzimmer... was die bloß wieder hatte...

"Reichst du mir bitte die Blutwurst rüber?", fragte der einzige Gast am Tisch, der nach wie vor äußerst misstrauisch von den Ziegenwachen beobachtet wurde, "die ist so lecker!"

"Das war schon die zweite, und du hast sie komplett aufgegessen!"

"Oh, Verzeihung! - Habt ihr vielleicht noch eine?"

Kopfschüttelnd wandte sich Sonea an Hannes: "Guck mal bitte in die Speisekammer... nochmal dasselbe!"

Wortlos verzog sich der Ghost Rider mit dem Superauftrag, während sich die Prinzessin seufzend mit einem Stück Käse befasste... na das konnte ja heiter werden heute... im gleichen Moment flog das große Eingangstor auf und ein Bote stürmte hinein: "Prinzessin, uns wurde eine Nachricht aus Canterlot übermittelt!"

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Straubing.

Durch das geklaute Fernglas beobachtete Robert von einer Anhöhe aus die Innenstadt hinter der Donau... und machte ein erstklassiges Pokerface: "Na wir ham ein Glück, datt jibt's nich!"

"Warum?"

"Da unten läuft das nächste Volksfest - und da springen nen paar mehr Menschen rum als gestern in Wiesenfelden!"

"Kommen wir da unerkannt durch?"

"Tja, wenn ich das wüsste... dummerweise kommen wir nicht drumrum..."

"... also Augen zu und durch?"

"Nee, gib mir fünf Minuten, ich überleg mir was!"

"Okey!"

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Die Handschrift ihrer Mutter brachte Sonea zum Weinen - warum tat sie bloß solche grausamen Dinge?! Die Worte waren schneidend genug und hinterließen einen bitteren Klang, so wie sie ausgelegt waren... schweren Herzens wandte sich die Prinzessin an Hannes: "Ist meine Tante zu sprechen?"

"Zu Sweet Apple Acres haben wir gestern den Kontakt verloren, ich müsste einen Eilboten schicken."

"Hannes, ich meine Celestia!"

"Oh, tja, ich schätze nicht... sie hat sich in ihrem Zimmer verschanzt und die Tür verriegelt..."

"Immer noch?!"

"Ja... sie hat auch noch nicht gefrühstückt, die Wachen davor können sich kaum zurückhalten!"

"Jetzt reicht's, egal ob sie ihre Tage oder sonstwas hat, ich geh da jetzt rein!"

Und ohne ein weiteres Wort zu verlieren erhob sich die erregte Prinzessin und galoppierte die Treppe hoch.

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Es war dunkel, muffig und schlimmer als ein Gasangriff - die uralten waren wahrscheinlich noch nie gereinigt worden, und selbst die Ratten nahmen vor dem krassen Gestank Reisaus - Robert kämpfte sich verbissen um Ecke für Ecke, Herr Moons Gesicht war grün angelaufen: "Boar, ich... ich kotz gleich, so stinkt das hier!"

"Tut mir echt leid Kerl, aber oben trampeln sich die Massen tot... bin ich froh, dass die Untergrundeisenbahner hier kein Quartier haben... die Armen!"

Weiter ging es vorsichtig an der düsteren Plörre vorbei... das nachtblaue Alihorn konnte kaum noch etwas sehen und trat prompt daneben, rutschte ab und bekam gerade noch Roberts Griff zu fassen: "Uahhh!" - "Hab dich!"

Zurück in den Armen seines Freundes streichelte der ihm sanft über das Nackenfell: "Es geht nicht mehr, stimmt's?"

"Ja, ich... ich kann nicht mehr... bitte..."

"Ich schau nach, ob wir hier raus können, du wartest hier, ok?"

"Okay!"

Und Robert verschwand in einem senkrechten Schacht - nur Sekunden später rief er freudig: "Kannst kommen, alles frei!"

---

"Tante Celestia, bist du da?! Wenn ja mach bitte die Tür auf und rede mit mir, ich möchte dir helfen!"

Keine Reaktion, Sonea seufzte: "Tantchen, bitte!"

"Macht sie nicht auf?", fragte Rising Starlight - woher sie auch immer so schnell gekommen war - neugierig.

"Siehste doch, die ist störrisch wie ein alter Esel!"

"Lass mich mal ran...", zack, *rüttel*, zieh, *finger*, klick!, "offen!"

"Wow, alle Achtung!", staunte die Prinzessin und trat ein... doch der Raum war leer! Einzig unter der Tür zum Bad lugte ein schwacher Lichtschein hervor... na dann wollen wir mal!

---

Trotz Tageszeit war es recht dunkel, tiefgraue Wolken hatten den Himmel erobert, hielten aber dicht... sie fanden sich hinter der großen Festbühne wieder, Robert tauchte in einen Busch ab und kundschaftete die Lage aus, sein Freund blieb zurück...

"Hey, do sind's ja!"

Erschrocken fuhr Moon herum und erkannte einen Menschen mit Headset vor sich: "Na mei, schwingen's Ihren Hinter auf die Bühn', aber zackig, die Leut' warten scho'!"

"Ja mei... ich?!"

"Wer'dn sonst, und jetz' hopp!"

Na gut!

Gespannt folgte der Hengst dem Mann und schob sich durch einen Riss im Vorhang auf den großen Bretterboden, vor dem sich eine schier endlose Besuchermenge versammelt hatte und ihm zujubelte - und wenn das schon gestern so gut geklappt hatte, würde das auch heute was werden!

"Mei Jungs, watt spiel'n w'ar denn?"

"Den Klassiker, Schickeria von den Spider Murphis, so wie immer!"

"Alles klar, haut raus!"

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Robert war halb krank vor Sorge um seinen Freund und wühlte sich ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menschenmassen - wo war sein Freund abgeblieben?!

"Grüß Gott Straubing und oall die ondarn, die heut' g'komm sind, um hier das Wiesn z'feiern! Unser erschter Hit für häut ischt die SCHICKERIA!"

Das gab's doch gar nicht!

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Doch, das gab's!

Herr Moon stand mitten auf der Bühne, auf den Hinterhufen, und legte los:

"Ja in Straubing gibt's a Fescht, noa des muss ganz was B'sonders sein - doa lassen's alle Leite wie uns'beid auch gern hinein - ins Straubing Wiesn, ja ins Straubing Wiesn! Jeder Depp ischt Superschtar und sauft e'n Weißes an der Bar beim Straubing Wiesn!"

Eines musste man ihm echt lassen, gab der Ziegenkönig stolz zu, Talent hat er und singen kann er, und wie!

"Ja mei wie kommst'n du doa her, ein wenig ausg'flippt musst scho' sein, sonst lassen dich die Schinkens an der Eingangstür nit nei, ins Straubing Wiesn, ins Straubing Wiesn!"

Unglaublich! ... hatten wohl die anwesenden Polizeikräfte auch schon festgestellt und gingen in Position... na wenn das mal nicht wie gerufen kam...

"Ja gestern ham'mer 'kifft und heut' hau'n wir uns unter'n Tisch - doch moarg'n sin'mer nach zwei drei Aspirin schon wieder frisch für's Straubing Wiesn, für's Straubing Wiesn! Jeder kippt sich mächtig voll, na das könnt'er aber toll, ihr auf'm Straubing Wiesn!"

Eine Maschinenpisole ballerte los, die Festbesucher warfen sich schreiend zu Boden - "MOON, LAUF!!!"

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"Tante Celestia, mach auf!"

Von Innen klang nur das motone Plätschern des Wassers: "Soll ich aufmachen?"

"Irgendwas stimmt hier ganz gewaltig nicht!", wurde Sonea sich mit Schrecken bewusst, nahm Anlauf und trat die Tür auf - und erstarrte.

Celestia lag in der Badewanne, die fast überlief, ihre Augen waren geschlossen... und ein Dolch steckte ihn ihrer Brust.

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Die Polizisten parierten kein Gegenfeuer, zu groß war die Gefahr Festbesucher zu treffen - Moon war durch die Rückwand der Bühne gedonnert und preschte dicht hinter Robert parallel zu einem kleinen Graben davon: "Wieso hast du geschossen?!"

"Weil ich einen im weißen Kittel vom Tierschutz gesehen habe - der hatte nen Betäubungsgewehr dabei und hat dich nur ganz knapp verfehlt!"

"Was, ernsthaft jetzt?!"

"Dafür hat's deinen Bassisten erwischt!", grinste der Ziegenkönig über seine gemopste MP5 hinweg, "und uns erwischen die auch noch, wenn wir nicht schnell ein Transportmittel zum Abhauen finden - hey, der Bus da!"

Moon überholte Robert und stellte sich auf den Hinterhufen mitten auf die Straße, den rechten Huf zur Sperre erhoben: "ANHALTEN!"

Der Fahrer ging vor Schreck voll in die Eisen, nur Zentimeter vor der Hufspitze des Einhorns kam das Ungetüm zum Stehen, das Menschlein an Bord zitterte wie Espenlaub - und jetzt bedrohte in das andere Monoceros mit einer Maschinenpistole: "RAUS AUS DER KARRE, BÜTTEL!"

Ohne zu zögern griff er seine Jacke, entriegelte die Türen und sprang von der Schlossbrücke in die Donau - Moon guckte ihm verwundert hinterher, sein Freund packte ihn am Rücken und stopfte ihn in den Bus: "Halt dich gut fest, das wird holprig!"

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Ungeduldig und zutiefst besorgt schritt Sonea vor dem Krankenzimmer auf und ab - was bei Hellje lief hier eigentlich alles schief?! Warum versuchte sich jetzt ihre Tante umzubringen?! Warum...

Der Ziegen-Doc trat aus dem Raum: "Ihr könnt eintreten, Prinzessin, Eure Tante ist wieder bei Bewusstsein."

"So schnell - seid ihr Wunderheiler?"

"Nicht ganz...", lachte der Arzt trocken, "sie hatte einfach nur doppeltes Glück im Unglück - zuerst mal, weil sie sich nur links unterhalb der Schulter getroffen hat, wo keine wichtigen Organe sitzen, und zweitens, weil sie in dem warmen Wasser sofort bewusstlos geworden ist und die Wunde so nicht viel Blut verlieren konnte... da muss mehr als nur eine Angel am Werk gewesen sein!"

"Danke für Ihre Hilfe, ich melde mich, falls ich Sie noch einmal brauche, Doc."

"Schon recht... ach und ja... wir mussten sie ans Bett fesseln, weil sie ständig wilde Anfälle hat - der Raum ist kameraüberwacht, wenn also was sein sollte wissen wir sofort Bescheid."

"Gut, danke!"

"Keine Ursache, das ist mein Job."

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Der MAN-Linienbus fetzte mit Höchstgeschwindigkeit über die engen Landstraßen, Robert fuhr ohne Rücksicht auf Verluste, sein gehörter Freund mit Hut klammerte sich an einer der Stangen fest, um nicht weg zu fliegen: "ROBERT, WIR SIND VIEL ZU SCHNELL!!!"

"Mir schon klar, aber... ALTER, VERPISS DICH MIT DEINEM SCHEIß TREKKER!"

"DU BRINGST NOCH JEMANDEN UM, WENN NICHT UNS!"

"SORRY, ICH KANN KEIN BUS FAHREN, UND HINTER UNS IST HALB BAYERN HER, ICH..."

"VORSICHT!!!"

Zu spät - der Ziegenkönig riss das Lenkrad herum und glitt nur Millimeter an einem Mofa vorbei, dafür rauschte er umso heftiger in den Straßengraben, hob ab und versenkte den Bus astrein in der Scheune eines örtlichen Bauers.

"Na großartig - Endstation, wir müssen weiterlaufen!"

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Celestia weinte bitterlich, als Sonea eintrat... die Wunde war zugepflastern, die Hufe ihrer Tante lagen still - jetzt bloß nichts Falsches sagen... "Tantchen, was machst du bloß für Sachen?! - Und verkauf mir das nicht als Unfall, das kaufe ich dir nicht ab!"

Das weiße Alihorn sah sie durch einen verschleierten Wasserfilm am Ende seiner Kräfte an "S... sonea... bitte... ich... ich kann nicht mehr... ich... ich will... sterben..."

"Ja du mich auch - WAS IST IN DICH GEFAHREN, BEI HELLJE NOCHEINMAL?!?!"

"Ich... ich... bin... an allem... schuld..."

"Du bist nicht an allem schuld, aber dich deswegen gleich umbringen zu wollen ist auch keine Lösung des Problems, sondern schafft nur neue - was ist passiert?!"

"Deine... meine... Schwester... sie... sie will mich..."

"Nee is klar, die will jeden, der sie aufhalten könnte in diesem Wahnsinn!"

"... nein... es... ist... anders..."

"Und wie?!"

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Moon wagte nicht zu atmen, Robert drückte sich flach neben ihn in das Maisfeld... irgendwo in der Nähe kreiste ein Helikopter, der durfte sie um keinen Preis finden!

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"Alles... alles begann... bei ihrer Geburt... ich... ich hatte einen Verdacht..."

"Nämlich?!"

"... sie... sie ist nicht... meine Schwester... nicht meine kleine Luna..."

"W-WAS?!?! - Aber... das... das kann doch nicht..."

"Sie ist... meine Halbschwester... unsere Mutter, Galaxia... starb bei ihrer Geburt..."

Sonea musste sich setzen und abstützen, um diese Nachricht verkraften zu können - wie konnte das möglich sein?!

"Sie... ich habe sie geliebt... und... und gehasst..."

"Aber warum, WARUM?!?!"

"... ich... ich gab ihr... die Schuld am Tod unserer Mutter... und... ich dachte, es sei rechtens..."

"Du hast Mum das gesagt?!"

"Nein, das konnte ich nicht... aber... ich... ich habe..."

"WAS HAST DU?!?!"

"Ich... ich habe sie... sie benutzt..."

"ZU WAS BENUTZT?!?!"

"... zu... zu meinem... persönlichen... Vorteil... und... und..."

"UND WAS?!?!"

"... Vergnügen!"

Damit war es raus, Sonea wurde schlecht: "DU... du hast sie nicht ernsthaft...?! - SAG MIR, DASS DAS NICHT WAHR IST, SAG ES MIR!!!"

"Ich... ich wünschte es wäre so... ich habe... sie... betäubt... und... und..."

"Ich will es nicht hören, ICH WILL ES NICHT HÖREN!!!", schrie ihre Nichte und raufte sich die Mähne, "UND WIR HABEN DIR ALLE VERTRAUT UND DIR VOM HUF GEFRESSEN, GANZ EQUESTRIA HAT DEINE LÜGEN GEGLAUBT!!!"

"Ich... ich bin eine Lügnerin... eine dumme Kuh... eine, die alles... die alles versaut hat..."

"NA SCHÖN, DASS DIR DAS JETZT AUFFÄLLT, DA MUM DURCHGEDREHT IST!!! ABER VERLANGE BLOß KEINE VERGEBUNG VON MIR, DIE WIRST DU GANZ SICHER NICHT KRIEGEN, ICH BIN SO WÜTEND UND ENTTÄUSCHT, WIE ES NOCH NIE VON JEMANDEM WAR!!! DIE WELT BRICHT ZUSAMMEN, DIE DUNKELHEIT REGIERT MIT BRUTALER WILLKÜR, UND DIR FÄLLT ENDLICH AUF, DASS DU DIE GANZE ZEIT BESCHISSEN REGIERT UND OBENDREIN NOCH DEINE EIGENE SCHWESTER GE... HAST!!! FÜR MICH BIST DU GESTORBEN, UND ES WERDEN ALLE FOLGEN!!! AM BESTEN WÄRE ECHT, DU BRINGST DICH UM!!!!!!"

Sonea rannte aus dem Raum und brach in Risings Hufen zusammen: "Scheiße!"

"Hab schon gehört... oh je, da ist die Kacke aber mächtig am Dampfen!"

Über den Witz konnte die Prinzessin nicht im Geringsten lachen und heulte nur noch bitterlicher... warum... warum das alles?!

"Prinzessin, wir haben ein Problem!"

... auch das noch...

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Kapitel Sechs - (Un)Gebetene Gäste von weitherBearbeiten

Es dämmerte, und dunkle Wolken verdeckten die sonst noch so kraftvolle Abendsonne - ein Glück für die beiden Einhörner, die sich durch das mannshohe Gras nahe der ersten Häuser eines kleinen Dorfes pirschten: "Robert?"

"Ja?"

"Was wollen wir in dem Dorf, sind da nicht ganz viele Menschen?"

"Nein, es ist Abend, und außerdem müssen wir uns so richtig verstecken - die werden denken, wir wagen im Schutz der Dunkelheit die Weiterreise!"

"Ach so, also suchen wir was zum Schlafen?"

"Indirekt ja, und ich glaube schon die richtige Bleibe gefunden zu haben!"

"Au geil!"

Das Häuschen stand tatsächlich etwas abseits, und noch besser, das Garagentor war offen! An einem BMW vorbei quetschten sie sich durch einen engen Durchgang und fanden sich im geräumigen Keller neben allerlei Kisten, Konserven und... "Bier, mensch hier ist alles voll Bier!" wieder - "Na watt ein Glück, dann ham wir ja watt zu tun heut' Nacht!"

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Krisensitzung im Ziegenpalast, Sonea ließ auf sich warten, und auch wenn es Mellis widerstrebte wandte er sich schließlich doch an Rising Starlight: "Sag mal, weißt du wo Sonea so lange steckt oder...?"

"Nein, sie ist auf ihr Zimmer, und das war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe... dennoch, wir sollten allmählich beginnen, unsere Freunde werden ungeduldig..."

"Aber nicht ohne Sonea!"

"Wenn du meinst..."

"Na, einer muss das Gespräch führen!"

"Das kann ich auch!"

"Vergiss es, du bist ein Batpony, ja momentan eigentlich sogar zum Abschuss freigegeben!"

"Dann du!"

"Ich?! - Nee nee, das kann ich nicht!"

"Ich würd's versuchen... sonst lege ich los..."

"Untersteh dich!"

"... fang du an!"

Also schön... "Versammelte Ponys, Ziegen, Schatten und andere, ich bitte euch um Ruhe! Wie ihr alle wisst hat Nightmare Luna mit ihren untergebenen Batponys ganz Equestria unter ihre Kontrolle gebracht und regiert diktatorisch mit eisernem Huf, interessiert sich weder für Recht noch für die Schwachen, begeht grausame Verbrechen an freien Völkern und ermordet jeden, der ihr im Weg steht! Viele von euch haben das sichere Down Under erreicht und erreichen es noch heute, aber wir wollen nicht vergessen, dass unsere Brüder und Schwestern, die es nicht geschafft haben, Gefangene dieses verachtenden Regimes sind! Daher ist es unsere Pflicht, ihnen zu helfen - im Namen von Prinzessin Sonea frage ich euch, versammelte Bewohner Equestrias, ob wir zum Schlag gegen Nightmare Luna ausholen wollen - WER IST DABEI?!?!"

Viele jubelten, andere warfen Fragen auf: "Aber wie machen wir das, so ganz ohne Anführer?" - "Können wir das überhaupt schaffen?" - "Werden sie dann nicht die Geiseln töten?"

"Zum Ersten, wir überlegen noch, zum Zweiten, auf jeden Fall, wir sind den Batponys locker um das Zehnfache überlegen, falls wir noch Unterstützung aus dem Schattenreich und Quantom sowei von den Combine bekommen wird das ein Klacks, und zum Dritten... ich weiß es nicht recht, und deswegen zögere ich persönlich auch noch, die Ziegenarmee angreifen zu lassen... wir müssen wohl noch etwas abwarten."

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Drei Flaschen bestes Weizen später waren die beiden Hengste auf Betriebstemperatur, und etwas unvorsichtig kippte Moon einen Stapel Kartons um, dass es nur so schepperte: "Oh, upps!"

"Ach macht nix!", grinste sein Freund und drückte ihm die nächste Flasche in die Hufe, "hier, das bringt auf andere Gedanken!"

"BEI DER MUTTER GOTTES!"

Die beiden fuhren herum - und standen Angesicht in Angesicht mit einem jungen Mann, der seinen Augen nicht traute.

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Seine allmächtige Gebieterin hielt nach der gestrigen Nacht ein Nickerchen, Wachen waren nicht anwesend - ohne den kleinsten Mucks tastete sich Terra an die Lehne ihres Trohns heran, drückte den geheimen Schalter an der linken Armstütze und bekam das von ihm versteckte Notfallfunkgerät zu fassen - ein Hoch auf meine Vorsichtigkeit!

"Terra ruft Down Under, Down Under bitte kommen!"

Knistern, er änderte die Frequenz und versuchte es erneut: "Down Under, bitte melden!"

"Hier Down Under, verbunden mit Ameli, Ghost Riderin - was gibt's?"

"Ameli, hier ist Terra aus Canterlot!"

"Bei Hellje, König Terra, seid Ihr das wirklich?!"

"Ja, so wahr meine Cousine Lea heißt - ich sitze in einem Käfig neben Nightmare Lunas Trohn und muss mit ansehen, wie diese Furie mein Equestria mit Hufen tritt! Ihr müsst uns unbedingt hier rausholen, wir..."

"SKLAVE, WAS TUST DU DA?!?!"

"Oh scheiße!"

"Terra? TERRA?!?!"

Die Verbindung war unterbrochen.

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"W-was seid ihr?!"

"Zwei Einhörner mit Flügeln, das sehen Sie doch!"

Etwas verblüfft über diese schlagkräftige Antwort brauchte der junge Mann einen Moment, bis er sich wieder gefasst hatte und herausplatzte: "Ich hätte... Alihörner gesagt..."

Herr Moon sah ihn erstaunt an: "Woher wissen Sie das?!"

"Na weil... ihr... ihr seid doch Ponys, oder nicht?!"

"Ja, ja doch... aber... aber wie...?!"

"Oh man, ich glaub ich spinne!"

"Ja, datt glaub ich auch!"

"Ihr... ihr seid ECHT!!!"

"Ja, zum dritten Mal, WIR SIND ECHT UND STEHEN VOR DIR!!!"

"Ich... das... ihr seid Ponys aus My little Pony!"

"Woraus?!"

"Ach nee?!"

"Das wisst ihr nicht?!"

"Equestria?!"

"Ja, ähm ich meine nein und... und du siehst fast aus wie Prinzessin Luna, nur in männlich!"

"Ich bin Luna, nur eben... ja!"

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Mellis und Rising hatten es sich gerade in der Zentrale bequem gemacht, als Ameli hereingestürzt kam: "MELLIS, WIR MÜSSEN SOFORT DIE GEFANGENEN AUS CANTERLOT BEFREIEN, LUNA KÖPFT TERRA!!!"

"WAAAS?!?!"

"SOFORT!!!"

"OKEY!!!"

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Total hibbelig führte der Bayer seine beiden verwirrten Gäste nach oben ins Erdgeschoss... My little Pony, was sollte das denn sein?! Eine junge Frau stand in der Küche und ließ vor Schreck die Pfanne mit Weißwürsten fallen: "FLORIAN, HINTER DIR!!!"

"Bianca, darf ich vorstellen - zwei Alihörner aus Eqeustria, das eine ist Prinzessin Luna als Hengst und..."

"SAG MAL HAST DU JETZT VÖLLIG DEN VERSTAND VERLOREN?!?! DAS SIND DOCH DIE BEIDEN AUS DEM FERNSEHEN GESTERN, DA AUS WIESENFELDEN!!!"

"Oh, stimmt ja - na ja... und ihr beißt nicht?"

"Ich dir gleich den Kopf ab.", brummte Robert sarkastisch, "nee mal im Ernst, woher willst du uns kennen?"

"Na aus der Sendung - wartet, ich zeig's euch!"

"Florian, was im Himmel läuft hier schief?!"

"Keine Ahnung, aber besorg mal bitte drei Bier, ich glaube wir haben eine lange Nacht vor uns... ihr bleibt doch?"

"Bei dem Grünhemdenaufgebot bei euch im Dorf auf jeden Fall, wenn das geht."

"Aber sicher - schmeißt euch schonmal auf die Couch, ich komme sofort!"

Und obwohl Bianca der Ansicht war, dass sie entweder ihre Pfanne auf den Kopf bekommen hatte oder einfach nur träumte, machte sie sich auf den Weg in den Keller und besorgte das Bier nebst zwei großen Flaschen Schnaps - falls das doch kein Traum war...

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"Rot vier, Rot sechs, ihr gebt mir Deckung, ich muss da unbeschadet rein!"

"Verstanden Mellis, sind in Position!"

"Batponys von oben, haltet euch bereit!"

"Hab sie!"

Eine Salve von Hannes, die fünf Angreifer waren außer Gefecht, Ameli direkt hinter ihrem Anführer: "Mellis, wo sind die Zellen?"

"Gleich hier bei uns, wir sind fast da!"

Sie waren achtzehn Ziegen, drei Ponys, ein Schatten, und hatten ein Ziel vor Augen - die Gefangenen aus Canterlots Kerker zu befreien: "Hier Blau drei, werde beschossen von Flak, brauche Unterstützung!"

"Bin dran!", bestätigte Shadow und versenkte eine RPG ins Schwarze, "jo, die sind wech - noch welche?!"

"Bei den Haupttürmen, aber die nerven nicht allzu sehr - Mellis, wie weit seid ihr?!"

"Sind drin, Zycrash haben wir, Atlanas und Terra sind bewusstlos, Eross und andere brauchen medizinische Versorgung, der Lazarettzug muss so nahe wie möglich ran!"

"Verstanden, wir halten die Stellung!"

"Jo, Ende und over!"

"Over - bis nachher!"

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Robert und Herr Moon glotzten wie die Goldfische auf den Bildschirm, auf dem Equestria zu leben schien - nur ohne sie und die Ziegen und Waffen und... "Da leck doch einer ne Ziege, menschenskind!"

"Glaubt ihr mir jetzt?", erkundigte sich ihr Gastgeber und nahm einen Schluck Kitzmann Bier, "ihr seid Ponys, aus My little Pony, und ich LIEBE die Serie!"

"Junge, das... das sieht bei uns aber völlig anders aus, ich meine... ja, das ist nicht halb so gut wie bei uns zuhause!"

"Wie das?!"

"Hier fehlen meine Ziegen und der ganze andere geile Scheiß!"

"Ja, aber die Mane 6 habt ihr doch auch, oder?"

"Mane 6?!"

"Twilight, Rarity, Applejack, Fluttershy, Pinkie Pie, Rainbow Dash?"

"Rainbow Dash und Rarity sind tot, Pinkie depressiv, Twilight ausgestoßen, Fluttershy Mutter und Applejack meine Schwägerin - sonst noch irgendwelche Fragen?!"

"J-ja... wieso... wieso bist du ein Hengst und keine Stute?!"

"Weil ich geteilt wurde, sozusagen!", grinste Moon, "und ich bin die gute männliche Seite von Nightmare Luna!"

"Woar, das ist ja nen Ding!"

"Nein, das ist Magie!"

Jetzt lachten alle drei - und Bianca nahm einen großen Schluck Birnenschnaps... das durfte doch einfach alles nicht wahr sein!

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"WIE, SIE GREIFEN AN?!?!", schrie Sonea Ferdi an, "WIE KONNTET IHR DAS ZULASSEN?!?!"

"Mellis hat es entschieden, aufgrund akuter Lebensgefahr für König Terra... ich war dagegen, aber es war sein Befehl - ich soll auf dich aufpassen..."

"IHR HÄTTET MICH WECKEN MÜSSEN, ICH WAR TOTAL AM ENDE, ABER DOCH NICHT EINFACH ANGREIFEN, WENN SICH TAUSENDE UNSCHULDIGE GEISELN IN MUMS GEWALT BEFINDEN!!!"

"Tut mir leid."

"ICH... ich... ich kann einfach nicht mehr...", schluchzte die Prinzessin und brach zusammen.

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"Das heißt, bei euch ist alles viel cooler als in der Show?!"

"Aber sowas von, bei uns gibt's Orgien, Feste, Stuten, Kriege, verrückte Abenteuer und so viel mehr, was da fehlt... dennoch, ich hätte nicht gedacht, dass ihr... das ist eine astreine Kopie, wenn nicht sogar... Moon, könnte das die Zeit sein, als du zurück in Equestria warst, aber bevor wir die Regenbogen-Fabrik zerstört haben?!"

"Das... das... hm... ja, JA DOCH, DAS IST ES!!!"

"Das heißt, hier weiß jemand Bescheid - wer hat das gemacht?!"

"Eine Amerikanerin, Lauren Faust heißt sie..."

"Ich lasse es die Untergrundeisenbahner wissen, wenn wir wieder Verbindung haben, danke - sagt mal, habt ihr hier Telefonkabel?"

"Nur eine alte Leitung, sie wollen demnächst eine Hochgeschw..."

"Mist, das reicht nicht - egal, habt ihr Internet?"

"Aber sicher! Wartet hier, ich hole meinen Laptop!"

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"WIE, SIE GREIFEN AN?!?!"

"Ja meine Königin, es sind nicht viele, aber sie setzen unseren Truppen schwer zu - sie haben Flugzeuge!"

"DANN HOLT SIE VOM HIMMEL!!!"

"Jawohl, zu Befehl, ich gebe es durch!"

"DAS REICHT NICHT, MACHT SIE PLATT, ICH REISE SOFORT ZURÜCK NACH CANTERLOT!!! JETZT REICHT ES, ABER WENN DIE ZIEGEN KRIEG WOLLEN, DANN SOLLEN SIE IHN BEKOMMEN!!!"

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Mit der Menschentastatur so ganz ohne Finger kam Robert schwer klar, also tippte er mit Magie, was Florian total verzückte - seine Schwester klammerte sich umso stärker an die Flasche - Google Maps, Oberschneiding, Niederbayern, ein Wald südwestlich des Dorfes, eine Wegekreuzung: "Jo, da müssen wir hin!"

"Wieso ausgerechnet dahin, hast du nicht vorhin von München gesprochen?"

"Ja, aber da gibt es einen kleinen Außenposten, dessen Besuch sich lohnt! - Wir brechen sofort auf!"

"Schlechte Idee, draußen suchen sie nach euch, schon vergessen?"

"Oh, stimmt - Moon, was meinst du, sollen wir hier noch ein zwei Bierchen kippen und diese... Sendung gucken?"

"Aber klar, ich bin dabei!"

"Na denn!", freute sich ihr Gastgeber und stupste Bianca an, "hey, könntest du uns vielleicht ein paar Brote schmieren, bitte? Die beiden haben sicher Hunger und zu viel Schnaps tut dir gar nicht gut!"

"Gell!", pflichtete Robert ihm bei und opferte sich, ein Zug und kein Tropfen war mehr drin, "ich könnte hier das Sofa fressen!"

"Bloß nicht, das brauchen wir noch - und ich zeige euch denn mal was im Internet..."

Und während der Bayer den beiden Fremden aus der anderen Dimension Bronies.de und andere Seiten zeigte (das ging so lange gut, bis Robert ein ...bild von Luna sah und die obere Ecke des Bildschirms abbiss), kam die Essensfee erst richtig in Gang... na wenn sie schonmal solchen Besuch hatten und die Nacht heute Party war, warum dann eigentlich auch keine gute bayrische Küche dazu?!

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Zycrash traute seinen Augen kaum, als er Rising Starlight auf einem Haufen Batponyleichen sitzen und sich das Blut von den Zähnen lecken sah: "Sag mal, tritt mich einer oder ist das wirklich Rising!"

"Bin ich, bin ich!", lachte sie und musterte den Agenten kritisch, "und du, hat dir Mellis auch den Arsch retten müssen?"

"Ähm, nicht direkt... ich hatte mich versteckt... und... auf nen günstigen Moment gewartet - aber was nun?"

"Komm mit nach Down Under, woanders ist man nicht mehr sicher."

"Ich mag die Ziegen nicht, das weißt du!"

"Musst du aber...", meinte sie spitz, "ach und ja...", mit vier Schüssen aus ihrer MP erledigte sie einen heimlichen Angreifer, "du hast die Wahl zwischen Sonea und Luna!"

"Dann nehme ich lieber erstere!", entschloss er sich schnell und folgte ihr in den Ziegentunnel, der wenige Augenblicke später in die Luft flog und den anstürmenden Batponys das Tor für immer verschloss.

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Kapitel Sieben - Waldspaziergang mit FolgenBearbeiten

Nach einem deftigen Schweinsbraten mit Semmelknödeln und Sauerkraut meldete die große Standuhr im Wohnzimmer zwei Uhr morgens, perfekte Zeit zum Aufbruch! Auf Schuh- beziehungsweise Hufspitzen schlichen die vier (Bianca begleitete sie tatsächlich; nachdem sie Herr Moon als Dank für das vortreffliche Mahl ganz der Gentleman zart gedrückt und ihr ein Küsschen gegeben hatte, waren ihre letzten Zweifel endgültig weggeblasen gewesen) zur Hintertüre hinaus und am Rand Oberschneidings entlang auf das kleine Wäldchen am Südende des Örtchens zu, Florian führte die kleine Truppe per Taschenlampe: "Und was genau wird uns da erwarten, ich meine dieser Unterschlupf?"

"Versprich dir nicht zu viel, das ist... na ja, wirst du gleich sehen, es sind noch knappe sechshundert Meter!"

Die Bäume warfen gespenstische Schatten auf den Weg, die kleine Holzhütte für Wanderer unterstrich die schaurige Atmosphäre, die junge Bayerin fröstelte es: "Ich war noch nie hier um diese Zeit, es ist alles so dunkel und unheimlich!"

"Keine Angst, wir sind ja bei dir!", beruhigte sie Herr Moon und schob sie sanft ins lichte Dickicht hinein, wo Robert nach etwa fünfzig Metern stoppte und sich den Spaten von seinem Rücken zog: "Hier ist es, nun heißt es buddeln!"

Sein gehörnter Freund unterstützte ihn mit Magie, Florian übernahm bald die Schippe und half den beiden beim Schachten, Bianca leutete die Grube aus, bis ihr Bruder mit einem Plonk! auf etwas Hartes stieß: "Hey, hier ist was!"

"Zeig ma her... jo, das ist sie!"

Mit einem Ruck riss der Ziegenkönig eine große Metallkiste aus dem Erdreich, die er neben dem Loch abstellte und den Deckel mit einem Wink Magie abfegte - Eigentum der Untergrundeisenbahner stand drauf: "So... und nun nur noch den Code..."

Das Zahlenschloss klickte bei 17-10-09-45, der Kasten sprang auf und offenbarte seinen Inhalt - die beiden Menschen staunten beim Anblick der Waffen und anderen Ausrüstung nicht schlecht: "Wow, das ist ja irre, und das habt ihr hier mal vergraben?!"

"Ja!", erklärte Robert, "alle fünfundzwanzig Kilometer so eine Kiste, bei dichterer Besiedlung - Großstädten, andere Arten - auch auf allen zehn, gefüllt mit Zeugs, was man als Ziege zum Überleben gebrauchen kann!"

Herr Moon angelte sich vorsichtig eine Lee Enfield und prüfte die Waffe: "Die ist gut, die nehme ich!"

"Alles klar, und ich die PPsh-41 und die RPG - wir brauchen Granaten, was zu kauen und... wo ist es denn?! - ahhh, das Funkgerät, Jackpot!"

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Mellis hörte Sonea schon aus der Ferne toben... na da konnte er sich auf was gefasst machen! Etwas gedanklich abwesend riss ihn das Bimmeln seines Funkempfängers in die Wirklichkeit zurück, zögernd hob er ab: "Ja, hier Mellis Marlin?"

"Hier Robert - Mellis, ich melde mich und Herr Moon gesund und munter!"

"ROBERT, DIR GEHT ES GUT!!!"

"Aber hallo, haste was anderes erwartet?"

"Bei dir weiß man nie - oh Kerl, du bist... ja, hier ist der Schatten am Brennen, Luna macht uns mächtig Dampf unter'm Hintern... wo steckst du und was macht Nightmare Moon?"

"Im tiefsten Bayern, haben grad eine von den Notfallkisten ausgebuddelt, und er ist kein Nightmare mehr, der Schinken, und hat eben nen Lörris - irgendwas an der Maschine muss defekt gewesen sein, aber so ist er mir jedenfalls um Längen lieber als die Furie, mit der ihr euch rumschlagen müsst!"

"Hör uff, wir haben grad Terra, Eross und Atlanas aus ihren Hufen gerettet - der blaue ist total rot, der rote total blau... die müssen gefickt worden sein bis zum Gehtnichtmehr!"

"Aua, die Armen - gute Besserung, und euch gutes Gelingen, wir schlagen uns jetzt bis München durch, Vorräte und Waffen haben wir, außerdem zwei Ortskundige!"

"Ich sach den Untergrundeisenbahnern vor Ort Bescheid, hier auch allen - wir sind so froh, dass..."

"Ja, ich weiß - also, noch viel Glück euch!"

"Danke, das werden wir brauchen, Ende und over!"

"Over, und schönen Grüß daheim... und drück Sonea bitte ganz dolle von mir, hörst du?"

"Mache ich, und over."

"Over!"

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Zufrieden beendete Robert das Gespräch und wandte sich dann an seine Begleiter: "So, die Ziegen wissen Bescheid und holen uns vor München ab, bis dahin müssen wir aber noch laufen!"

"Nicht unbedingt...", empfahl Florian, "im Tal unten gibt's ne Bahnlinie, wenn ihr da einen Güterzug erwischt wäre das doch viel einfacher, oder?"

"Ja natürlich, danke, vielen Dank dir!"

"Keine Ursache, wir helfen doch gerne... na ja... ihr werdet wohl ohne uns weiterziehen, gell?"

"Wir müssen, es tut mir leid, ihr seid echt vernünftig, ihr beiden!"

"Ja, schade... und auch von mir danke!"

Die Kiste war schnell zurück unter der Erde, etwas Laub drüber und fertig: "Sodella, damit... ja, verabschieden wir uns denn mal, ne? - Und vielen Dank nochmal für alles, eure Gastfreundschaft und das leckere Essen werden wir nie vergessen!"

"Keine Ursache, immer wieder gerne!"

Frohen Mutes marschierten die beiden Alihörner los, etwas traurig, aber doch glücklich, die RPG auf dem Rücken, den Hut auf dem Kopf - "Und wir schulden euch was, das bringen wir noch vorbei!"

"Bis bald!"

"Tschü-hüs!"

Einträchtig blickten die Geschwister ihren Freunden nach, Florian hatte die Mauser, die Robert ihm geschenkt hatte, neben sich fallen lassen und drückte seine Schwester fest an sich: "Das war... das war der Wahnsinn heute Nacht, der Wahnsinn, zwei Einhörner aus Equestria bei uns zuhause!"

"Und ich dachte die ganzen Jahre, du verarscht mich mit deiner Liebe für diese erfundene Kleine-Mädchen-Sendung... aber das... das ist so viel besser... und echter!"

"Das kannst du laut sagen!"

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Sonea kam gar nicht mehr zum Schimpfen, Mellis überfrohe Botschaft schüttelte allen Frust von ihr ab - na das waren ja mal bombige Nachrichten, ihr Dad und... dieses andere Vieh gesund und munter und auf dem Nachhauseweg!

Und solange würde sie das hier noch schaffen... hoffentlich...

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Der nächste Morgen, Landau an der Isar

"Werte Eisenbahnfreunde und Freundinnen, Mitreisende und Frauen an Bord, im schönen Landau erwartet sie heute das Frühstück im... hey, was ist denn da vorne los?!"

"Robert, gib Volldampf!"

"HALTEN SIE SOFORT DIE LOK AN!!!"

"Und tschüss ihr Pfosten!", lachte der Ziegenkönig bester Laune und winkte den erzürnten Eisenbahnern noch lange nach, "eure Lok bekommt ihr heile wieder zurück, nur keine Sorge!"

Ein Lokalreporter war zur Stelle und interviewte Zeugen: "D-da war ein Einhorn auf der Lok!" - "Ja, ein echtes Einhorn mit Flügeln!" - "I hoab's g'nau g'sehn, beim Kruzifix!" ... wenn das mal keine gute Story geben würde!

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"IHR UNFÄHIGEN VOLLIDIOTEN, IHR SEID DOCH ECHT ZU BLÖD ZUM KÄMPFEN!!!"

"M-meine K-königin..."

"HALT DIE SCHNAUZE, SONST STECKT MEIN HUF GLEICH BIS ZUM KNIE DRIN!!!", tobte die Herrscherin der Finsternis über diese bodenlose Frechheit dieses hinterlistigen und dazu noch erfolgreichen Angriffs auf ihr Schloss, "IHR HABT VERSAGT, UND DAS AUF GANZER LINIE!!! NOCH HEUTE WERDEN WIR DOWN UNDER ANGREIFEN, UND WENN ES DAS LETZTE IST WAS IHR TUT, IHR EROBERT DIESE STADT UND DIE APFELFARM DAZU, UND WENN NICHT, DANN SCHWÖRE ICH EUCH, DASS ICH EUCH ALLE FRESSEN WERDE, MIT FELL UND HUFEN!!!"

Diese Drohung nahmen alle Batponys ernst genug und machten sich bereit.

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"Nächster Halt: München Hauptbahnhof!"

"Juchuuu, bald sind wir zu Hause und... oh..."

"Hey Moon, du... ich wollte eh mal mit dir reden, weißt du?"

"Ja... ich kann es mir denken...", das blaue Einhorn ließ betrübt den Kopf mit Hut hängen, "meine Zeit läuft ab, je näher wir Equestria kommen..."

"Ach was, das wäre ja noch schöner!", wehrte Robert ab, "nee nee du, ich mag dich, du bist ein prima Kerl, und ich will dich um nichts in der Welt verlieren!"

"Auch nicht für... Luna?"

Eine kurze Denkpause, dann wie aus der Kalaschnikow geschossen: "Nein, und wenn es sein muss nicht mal Luna! - Aber ich denke mal, dass das unsere beiden bekloppten Professoren schon irgendwie hinbekommen, datt kann ja nich allzu schwer sein aus zwei zwei zu machen!"

"Aber aus ganz böse... normal..."

"Auch das denke ich ma is keine große Sache, und wenn ich mir dafür nen Huf abhacken muss, ihr beiden seid es mir wert, aber eben nur ihr beide!"

Überglücklich fiel Herr Moon seinem besten Freund in die Hufe und küsste ihn herzlich... und Robert hielt den Kuss.

So fühlt sich das also an..., fand der Oberschinken erstklassig, Wahnsinn, einfach Wahnsinn!

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Sonea steckte voll in den Verteidigungsplanungen und schwatzte schon seit gefühlten Stunden mit ihren Generälen und Majoren, als Rising Starlight in den Besprechungssaal schaute: "Könnte ich dich mal kurz sprechen, bitte?"

"Eigentlich... ja, schon okey - Ferdi, du machst hier weiter?"

"Sicher, bis gleich!"

Draußen schleppte die Batponystute die Prinzessin bis hinter eine kleine Baumgruppe und sah sie besorgt an: "Sonea, ich wollte es dir schon länger sagen, aber ich hatte nicht den Mut dazu..."

"Hm, okey, dann raus damit!"

"Also, ich meine, klar, ihr müsst eure Heimat und Equestria gegen meine Leute verteidigen, die euch ja wirklich auch ans Leder wollen, aber... das ist nicht fair."

"Nicht fair?!"

"Nein, ich meine..."

"Aber du sagst es ja selbst, sie wollen uns töten, unsere Zicken und Fohlen, und eine Gewaltherrschaft durchsetzen! Daran müssen wir meine Mum hindern, um jeden Preis, und wenn es sein muss auch ihre Armee, egal wer ihre Kämpfer sind!"

"Versteh mich bitte nicht falsch, aber die Batponys waren schon immer Sündenböcke... und... ja, von der falschen Idee überzeugt, aber das auch nur, weil die meisten es nicht anders kennen! Für mich gab es noch NIE Demokratie, ich musste zusehen wie ich zurecht kam, egal ob in Hollow Shades oder in den Wäldern, mir hat nie einer geholfen, ich war mir immer die Nächste! Und das sind die meisten Batponys auch - sie wissen gar nicht, wie gut es ihnen gehen kann, weil sie es nie gespürt haben!"

Sonea nickte nachdenklich: "Da hast du verdammt recht... aber wie können wir sie überzeugen?"

"Gar nicht, wir müssen sie zuerst stoppen."

"Ja, aber das wolltest du doch nicht..."

"Doch, aber eben nicht auf die herkömmliche Art und Weise - dein Vater hat doch zwei helle Wissenschaftler, die so schlau sind, dass ihnen sicher was auf die Schnelle einfällt! - Komm, lass sie fragen!"

"Na ja, eigentlich..."

"Komm schon, was hast du zu verlieren und was zu gewinnen?!", grinste die Stute frech, "stell dir mal vor du rettest unzählige Batponys vor dem sicheren Tod - ganz Equestria wird dich hochleben lassen!"

Das stimmte... und das war gar nicht mal schlecht! "Also gut, ab zu Prof. Dr. Fisch und Dr. Schinken!"

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"Hier Nitan, König Vight an der Leitung, wie kann ich helfen?"

"Vight, hurra, wir haben Verbindung!"

"Habt ihr, und hallo liebste Applejack! - Wie steht's bei euch?"

"Geht so, Sweet Apple Acres ist zur Festung erklärt worden, auch wenn hier nur nen paar Gräben gebuddelt wurden und nen paar Sandsäcke übereinander gestapelt wurden... egal, das schaffen wir schon, keine Sorge!"

"Kann ich euch trotzdem nen bisschen Hilfe vorbeischicken?"

"Das wäre wunderbar, bitte ja!"

"Gut, ich schicke meine erste und dritte Armee, dazu meine Grenzsoldaten und Waffen, Munition sowie Vorräte jetzt gleich mit dem Flugzeug... reicht das?"

"Vight, du bist Equestrias Rettung!"

"Ach, nicht dafür - schönen Gruß daheim und bis gleich!"

"Vielen tausend Dank dir, mach du auch und bis gleich!

"Over!"

"Jo!"

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"Prof. Dr. Fisch?", rief Sonea durch das leere Labor, "wo stecken Sie?!"

"Auf Sweet Apple Acres!", lachte sein jüngerer Kollege Dr. Schinken und trat aus der Küche hervor, einen Kaffee in den Hufen, "Sonea, was führt dich... oh Verzeihung, euch hierher?"

"Wir brauchen eine Waffe, die Batponys auf einen Schlag außer Gefecht setzt, aber nicht tötet!"

"Ach du heilige... na, hm, aber ich glaube, da kann ich helfen - wann braucht ihr die?"

"Sobald wie möglich, am besten für alle Ziegenarmisten!"

"Unmöglich, aber... nicht ganz, ich guck, was sich tun lässt - aber ich brauche Chemikalien und einen sehr großen Bottich, am besten einen ganzen See!"

"Da kenne ich was - lass das meine Sorge sein, sack dein Zeug ein und komm zur Stahlhütte, wir sind auch sofort da!"

"Alles klar, bis gleich!"

"Die Batponys danken dir!"

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Roberts Funkgerät piepte und Mellis war dran: "Robert, wo steckt ihr grade, ihr zwei Bekloppten?"

"Auf der Hauptstrecke nach Landshut, mit geradem Kurz auf München!"

"Da braucht ihr nicht hin, aber ich muss zu euch kommen - und uns läuft die Zeit davon, das BKA, der BND und die Bundeswehr erwarten euch schon!"

"Heiliger Hellje, wo?!"

"Ja Landshut Hauptbahnhof, aber es gibt ne Möglichkeit das zu umgehen - drossel dein Tempo, ich erwarte euch am Bahnhof Wörth/ Isar, alles klar?"

"Jo, ak - und du hast nen Plan?"

"Habe ich!"

"Gut, bis gleich!"

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Stahlhütte Down Under

Zendaya hatte nicht überzeugt werden müssen, dass das Absetzbecken für den Rest Hochofenschlamm sofort für die Produktion eines Chemiegebräus gebraucht wurde, und so konnte Dr. Schinken unverzöglich loslegen, dank des großen Ofens in der Nähe konnte das Gemisch außerdem schnell perfekt erhitzt werden und durchkochen - jetzt das ganze bloß noch in die neue Gewehrpatone (wie gut, dass davon vorsorglich schonmal genug hergestellt worden war), in Granaten und Minen... fertig, verteilt und bereit - die Batponys konnten kommen!

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Kapitel Acht - Kriiiech!Bearbeiten

Ziegenschloss Sonea und Rising Starlight vertrieben sich die Zeit mit Schach, bis Mellis außer Atem in den Thronsaal gerast kam und rief: "Sie greifen an, die Batponys kommen!"

Die Prinzessin sprang auf: "Dann ist es höchste Zeit - Mellis, du holst Dad heim, wir halten hier die Stellung, alles wie besprochen!"

"Jo, bis gleich, und passt auf euch auf!"

"Das machen wir, und du auf dich!"

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Sie kamen von überall, aber die Ziegen gaben alles, mussten sich aber bald zurückziehen... was war denn hier los?!

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Sweet Apple Acres

"SIE KOMMEN!!!"

"FEUER FREI!!!"

Die vierte Schlacht um Equestria hatte begonnen.

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Canterlot

Nightmare Lunas Augen waren geschlossen, sie versuchte die Anspannung in ihrem Inneren zu lösen, die Wut solange zurückzuahalten, bis der Sieg ihrer war, es gelang ihr kaum... vier Batponywachen traten in den Thronsaal und warfen einen Hengst vor ihre Hufe: "Meine Königin, wir haben einen Hengst gefangen genommen, der gestern bei der Befreiung der Gefangenen versprengt wurde und sich bis vor kurzem gegen all unsere Ergreifungsversuche wehren konnte!"

Sie musterte den Hengst auf dem Boden vor sich, er blutete aus mehreren Schnitten, seine schwarze Mähne strahlte trotz ihrer Zerzaustheit etwas Magisches aus, seine Rüstung glänzte matt silber, sein Fell dunkelblau... "Meine Königin, was sollen wir mit ihm machen?"

"Lasst ihn hier und verschwindet, ich werde mich höchstpersönlich um ihn kümmern!"

"Ja Eure Hohheit!", und weg waren sie... nun gut, das würde ein Spaß sein!

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Aurora gab ihrem Vater volle Breitseite, der Angreifer um Angreifer mit seiner LMG 25 niedermähte - diese neue Munition übertraf alles!

Arbeiter Sweet Apple Acres, Equestriaponys, Ziegen, andere, sie alle wichen keinen Schritt zurück, und auch wenn die Batponys von überall einfielen, so gelang es ihnen doch gemeinsam, ihre geliebte Farm gegen den Sturm zu halten.

Unzählige der Fledermauskreaturen lagen bereits am Boden und regten sich nicht mehr...

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Der Stationsvorsteher von Wörth drückte wieder und wieder verbissen auf die Knöpfe seines Stellwerks - es half nichts, die blöden Signale stellten sich jedes Mal von alleine zurück auf grün!

Und jetzt überquerte da auch noch ein Irrer die Gleise! "HEY SIE DA, BLEIBEN SIE STEHEN, HIER RAST GLEICH EINE..."

TU-HU-UT!!!

Und gar nicht mal so schnell rollte die Lok durch die kleine Station, der Bekloppte nahm Anlauf und... sprang auf... das... das gab's doch alles gar nicht! 

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... und schnarchten friedlich...

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Der Hengst erwachte und konnte sich nicht bewegen: "W-wo bin ich, bei Luna?!"

Die dunkle Königin stellte die Ohren auf... er hatte sie verlangt, na das konnte er haben! 

"Hallo mein Schöner!", grinste sie böse, "wie du siehst bist du schon bei mir, weil du es gewagt hast, meine treuen Soldaten anzugreifen und zu töten!"

"Aber... aber sie wollen mich beißen und aussaugen, ich musste mich verteidigen!"

Das war gar nicht mal unwahr... "Stimmt, aber trotzdem, das ist Prinzip, du..."

"Wenn das Eure Prinzipien sind, dann seid Ihr leider nicht die, für die ich Euch zu halten glaubte!"

"Wie das?"

"Nun...", er wurde rot, "Ihr seid hübsch, klug und eigentlich... ja, vielleicht sogar nett... im Sinne von böse... ich... ich weiß nicht, aber Ihr strahlt etwas aus, was mich magisch angezogen hat, ich wollte gar nicht mehr fliehen, ich wollte Euch sehen!"

"Hm... und du... du hast auch etwas... du..."

"Moon Shield, mein Name ist Moon Shield."

"Nightmare Luna, angenehm - irgendetwas hindert mich daran dir Schmerzen zuzufügen, so gerne ich das auch tun würde... nein, du bist etwas Besonderes, etwas Einzigartiges!"

"Wirklich?"

"Schon... und ich, bin ich auch einzigartig?"

"Es kann nur einen Mond geben, dich."

Unwillkürlich beugte sie sich über ihn und küsste ihn auf den Mund - und es war ihr, als würde für diesen Moment der Mond heller als die Sonne strahlen, so feurig war ihre erste Liebkosung.

Viel feuriger als bei Robert.

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"DURCHBRECHT DIE TORE!!!", brüllte der führende Batponygeneral über den Schlachtlärm hinweg, "WIR MÜSSEN...", das tonnenschwere Metallblatt öffnete sich langsam, "NA GEHT DOCH, UND JETZT REIN NACH DOWN UNDER, SAUGT SIE AUS!!!"

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"DAD, ES SIND SO VIELE!!!"

"VIGHT KOMMT GLEICH UND HILFT UNS, HALT DURCH AURORA!!!"

"ALLEN, ICH BRAUCH NEN NEUES MAGAZIN!!!"

"HIER GRANNY, FANG!!!"

"ZIEGENBOCK, DOWN UNDERS SÜDTOR WURDE DURCHBROCHEN!!!"

"ICH WEIß, DAS GEHÖRT ZUM PLAN, KEINE SORGE UND DRÄNGT SIE ZURÜCK, DIE BEKOMMEN UNSERE FARM NICHT!!!"

"JAWOHL MEIN GENERAL!!!"

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"Robert, ähm..."

"Herr Moon!"

"... Moon, schön euch zu sehen - seid ihr in Ordnung?"

"Mehr als das, wir sind in Bestform... und, wie steht's daheim?"

"Nicht gut, aber heute entscheidet sich alles - ihr müsst so schnell wie möglich nach Hause, damit wir aus zwei Lunas wieder eine machen können!"

Das Gesicht des Alihorns mit Bayernhut verzog sich und es brach schluchzend in Roberts Armen zusammen, der seinen Ghost Rider zurechtwies: "Machen wir gar nicht, wir machen zwei aus ihnen, zwei normale Ponys, das muss doch zu schaffen sein!"

"Das ist... na ja, wenn es klappt, warum nicht, aber ein Nightmare..."

"Er ist kein Nightmare, er ist mein Freund, und er ist der liebste und netteste Hengst, den ich in meinem ganzen Leben kennen gelernt habe - Moon, wir finden eine Lösung, das wird schon werden!"

"Ich denk auch...", brummte der Ghost Rider und schaltete das Portal ein, "wir..."

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... ein Batponypanzer erreichte die Haupthöhle Down Unders und feuerte einen einzigen Schuss ab, bevor die Blauen Büchsenöffner die Fahrzeugsperre hochjagten und alle folgenden Vehikel unschädlich machten.

Neben einem schlafenden Batpony landete Frank Gorleben mit zwei Bier und drückte seinem betäubten Gegner eins in die Hufe: "Hau wech den Mist, bevor... er... noch... schlecht... wird..."

Ohne Gasmaske ratzte auch er sich einen weg... das brennende Elektrizitätswerk der Stadt sah er selbstverständlich auch nicht mehr...

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"... fuck, ich habe keinen Saft für das Dreckding!"

"Das ist allerdings Mist...", wurde Robert mit Schrecken klar, "und wenn man uns schon erwartet - was machen wir jetzt?!"

"Na, wie bekommen wir die Möhre zum Laufen?"

"Durch Strom... oder... ich hab's, Geschwindigkeit!", freute sich Herr Moon und holte etwas weiter aus, "na, dadurch dass das Portal theoretisch schon da ist, aber eben nur nicht eingeschaltet, müssen wir es nur aktiviert bekommen, dann können wir durch!"

"Das ist... genial, ja sicher, das funktioniert!"

"Und wie kriegen wir... oh, ja, stimmt ja!"

"Mellis...", grinste Robert und auch sein Freund zeigte Zähne, "gib Volldampf, alles was aus dem Ding rauszuholen ist!"

"Nichts lieber als das!"

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Nightmare Luna trat zurück in ihren Thronsaal und leckte sich die Lippen - das war verboten gut gewesen, zu gut! Er, Moon Shield, war es, er würde es sein, komme was wolle!

"Mein Königin, der Angriff verläuft bislang nach vollem Erfolg!"

"SEHR GUT - UND NUN HOLT MIR DIE GEFANGENE, ICH WILL SIE HIER!!!"

"Ja, zu Befehl!", salutierte das Batpony und verschwand... soso, die letzte Equestriastute aus dem alten Hofstaat, die nicht befreit worden war...

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Silver schlug ihre müden Augen auf... und fand sich in einem weißen weichen Krankenbett wieder... das... das musste ein schöner Traum sein, nicht...

"Doktor, die Patientin Scar ist aufgewacht!"

"Gut, dann sind alle wieder bei vollständigem Bewusstsein - Silver, hören Sie mich?"

"Mhmmm...", lallte die Polizistin schwach, "was... was ist passiert?"

"Sie wurden die letzten Tage im Kerker Canterlots festgehalten und gefoltert, ein Spezialkommando hat sie und die anderen da rausgeholt - Sie hatten Glück und sie nahezu unverletzt..."

"L... luna...", weinte sie laut auf und selbst der Doc erschrak, "meine... ich... sie... hat... ich... ich... ohhhh!"

Ihr Kopf sackte zurück in das Kissen, wilde Zuckungen rasten durch ihren Körper - "WIR BRAUCHEN SOFORT EINE BETÄUBUNG, DIE STÄRSTE DIE WIR HABEN!!!"

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Die Batponywache der ersten Linie vor Canterlot war viel zu hibbelig um auch nur ansatzweise richtig ihren Posten sichern zu können, und das hohe Gras tat sein Übriges - in seinem Schutz pirschten sich Sonea und Starlight dem Gemäuer näher und näher, zwei MPs, ein Horn und zwei spitze Reißzähne, zwei Stuten, ein Ziel - Nightmare Luna stürzen, bevor es zu spät war.

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An alle Einheiten, die außer Kontrolle geratene Dampflok steuert den Bahnhof Landshut an, in Position gehen und mit allen verfügbaren Mitteln stoppen!

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Dragunov, Kalaschnikow, Makarov, Tommy Gun, Suomi, Beretta, Winchester, Maxim, Mosin Nagant, Mauser, Steyr, STEN, Schmeisser, Enfield, Madsen und viele andere - Patronen bedeckten die Äcker, überall abgefertigte Batponys, die Verteidiger kontrollierten noch den ganzen Hof, die beiden Schützenlinien wollten einfach nicht brechen!

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"Allen, ich hab's!"

"Du hast was?!"

"Der Seelenreiniger, er ist repariert und einsatzbereit!"

"Das glaub... heilige Arriva, du kannst den Laden hier bald alleine schmeißen, ich bin wohl zu gar nix mehr nütze!"

"Ach was, dich brauch ich noch - doch das bequatschen wir ein andermal, wir müssen sofort nach Canterlot!"

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Hundertzwanzig, hundertvierzig, hundertsechzig... die Dampflok zischte aus allen Rohren, Robert wusste, dass das nicht mehr lange gut gehen würde: "Leute, ich will euch ja nicht beunruhigen, aber datt Dingen ist nen brodelner Vulkan, der jeden Moment hochgehen kann!"

"Schon klar, aber das Portal ist noch nicht Saft genügend da!", schrie Mellis über das Dröhnen des stählernen Rosses hinweg, "wir brauchen mehr Geschwindigkeit!"

Angestrengt zerbrach sich der Ziegenkönig zum gefühlt dreitausendsten Mal den Kopf ohne einen einzigen Splitter - wie zur Hölle...?! - NA ABER KLAR DOCH, DIE HÖLLE!!!

"Mellis, Moon, tretet beiseite, ich heize uns mal so richtig ein hier!"

Gespannt räumten die beiden die Bahn, ihr Freund positionierte sich auf dem Blech zwischen Lok und Tender, hob die Hufe und murmelte angestrengt: "Cyro, erwache und gib mir deine Kraft, dein Reich und dein Feuer, sei mein, mit dir bin ich ein!"

Die Mähne straffte sich und legte sich mattschwarz glänzend auf seine Schultern, die Augen schimmerten rot - mit beiden Hufen formte der Ziegenkönig eine glühende Kugel zwischen seinen Hufen und schleiderte die mitten hinein in den Kessel... noch bevor die Lok das nahe Einfahrsignal des Bahnhofs Landshut passieren konnte zerbarst sie in einem gewaltigen Feuerball, der so gewaltig war, dass selbst die Untergrundeisenbahner in München ihn sahen und sich sicher waren, dass ihr König mit all seiner Beklopptheit und samt Gefolge einen klassisch-bombigen Abgang hingelegt hatte und sicher zurück zu Hause angekommen war.

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Das gespritzte Beruhigungsmittel beruhigte Silvers Muskeln, aber ihr Inneres war zerrissen - Luna... Luna! Das... das... sie hatte... nein, n-nein!

Aber sie hatte.

Und die Polizistin verlor endgültig das Bewusstsein.

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Durch das Gitter eines Lüftungsschachtes in der Schlossküche, zwei unaufmerksamen Posten die Kehle aufgeschlitzt und ein Bissen Apfel getätigt pirschten sich die beiden ungleichen Stuten vorwärts zum Allerheiligsten hin: "Sonea, pass bloß auf, unsereins hängt gerne auch mal an der Decke und fällt dich aus dem toten Blickwinkel an!"

"Danke, ich pass auf mich auf!", schnaufte die Prinzessin leicht außer Puste und schielte um eine Ecke, "jut, alles frei - wir stehen kurz vor dem geheimen Wachengang, schwer zu sagen ob da noch einer lauert!"

"Ich check das ab, warte hier!"

Sonea hielt gespannt den Atem an, Starlights Hufe gaben keinen Laut von sich, dann ein unterdrücktes Flatsch! und wieder Stille: "Ist alles frei jetzt, kannst kommen!"

Was hatte sie doch für ein Glück gehabt ausgerechnet an dieses Batpony gekommen zu sein!

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"PANZER!!!"

Das kam von Granny!, schoss es dem Ziegenbock durch den Kopf und er schoss um die Scheune - es war ein moderner Equestriatank, und er hatte ihre Linien schon fast vollständig durchbrochen, sein Rohr zeigte auf die Farm!

"DAD, PANZERFAUST!!!"

Fiiiii - KA-BUMM!!! - Rumms!

"Vorstoß gestoppt, haltet drauf, sie versuchen die Lücke zu stopfen!"

Aurora landete neben ihm, die Abschuss-PF-44er auf ihrer Schulter: "War das ein Volltreffer oder war das einer?"

Was hatte er doch für ein Glück ausgerechnet diese einmalige Tochter zu haben!

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Kapitel Neun - Hölle, Hölle - Hölle!Bearbeiten

Herr Moon schlug seine Augen auf und schloss sie gleich wieder - uhhh, was war das hier so heiß?! In Equestria war doch Sommer und nicht Hochofen... "R-robert, bist... bist du da?"

"Moon?", das war Mellis, "bist du das?"

"Ja, ich bin es, ich kann... dich bloß nicht sehen, meine Augen brennen so!"

"Meine auch, ich... ah, mit Sonnenbrille geht es... HEILIGE ARRIVA!!!"

"Was ist los?!"

"Ich... wir... warte... das glaubst du mir sonst nicht!"

Etwas berührte seine Nase, er blinzelte - und fand sich in einer gigantischen Höhle wieder, umgeben von Feuer und Lava! "WHAT THE FUCK?!?! W-was ist mit Equestria passiert?!"

Fassunglos machten die beiden erste Schritte... bis zum sichtbaren Horizont nur... 

"Hölle!"

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Terra erwachte benommen: "H-huh?"

Eine freundliche Krankenziege beugte sich über ihn: "Oh König Terra, Ihr seid endlich erwacht, welch Freude!"

"Hm... hmmm?"

"Ihr wart lange bewusstlos, Euch hat jemand schlimm verprügelt!"

"Oh... ja, stimmt... wo... wo sind... die anderen?"

"Alle in Sicherheit und hier, keine Sorge!"

"Und... und Lea?"

"Lea, Lea... hm, da muss ich mal nachsehen... n-nein, keine Lea."

"Oh nein!"

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Die Tür war verschlossen, Starlight schon da: "Du oder ich?"

"Du klopfst an, ich geh rein!"

"Verstanden - auf drei?"

"Auf drei! Eins, zwei, drei!"

WÄNG!

KA-RACKS! "HUFE HOCH UND ALLE WAF... Waffen f-fallen... lassen..."

"SO IST'S RECHT!!!", lachte Nightmare Luna und drückte der geknebelten Lea Atlanas Schwert umso fester gegen den Hals, "WÄRE DOCH JAMMERSCHADE WENN ICH EURE KLEINE FREUNDIN DAFÜR OPFERN MÜSSTE, MUHAHAHA!!!"

UMP und Win '87 schlugen gleichzeitig auf dem schwarzen Obsidian des Saalbodens auf.

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"Rooobert! Wo steckst du?!", unsicher trabten der Ghost Rider und Herr Moon durch die Endlosigkeit dieses brennenden Meeres, vorbei an bizarren Gebilden aus glutrotem Stein, leuchtenden Felsen, kochendem Magma - heiß und heiß rann ihnen der Schweiß literweise durch Fell und Mähne, ohne Ausweg waren sie verloren, verdammt für die Ewigkeit! "Ich hätte nicht mal im Traum gedacht, dass es solch einen Ort des Grauens überhaupt geben könnte!"

"Ich... ich... hey, einen Augenblick mal, ich sehe was!"

"Und was?!"

"Da... da ist wer!"

"Tatsächlich, wir... heilige Arriva!"

Durch die dichten Rauchschwaden stürmte eine lebende Fackel auf sie zu, ein Pony, welches schrie, wie kein lebendiger Artgenosse zu schreien vermag, brach wenige Meter vor ihnen zusammen und wälzte sich unter Höllenqualen auf dem Boden, sein Fell schälte sich vom Körper, seine Knochen traten aus dem geöffneten Brustkorb - buähhh! Und als wäre das nicht schon das Schlimmste trat eine Ziege mit glühender Mähne über das wehrlose Geschöpf und lachte hämisch: "So sieht man sich wieder - versuch erst gar nicht zu entkommen, unser Spiel währt ewig, und nur einer gewinnt - ICH! MUHAHAHAHA!!!"

Ein Spieß machte dem Spuk qualvoll ein Ende, verbrannte Fleischfetzen flogen überall herum, Organe zerplatzten im Feuer, Knochen brachen, Muskeln zerfledderten... zu guter Letzt pfählte der Dämon die geschundene Hülle und bemerkte belustigt: "Wir sehen uns in drei Stunden wieder - viel Spaß im Hochofen!"

Moon übergab sich, und das bekam die Kreatur selbstverständlich mit: "WER... oh, hallo Freunde - meine Fresse, grüß dich Mellis! Genosse, wie lang ist's her?!"

Dem Ghost Rider war die Schnauze wie zugeklebt, aber als des Cyros Schmied näher trat wollte er seinen Augen nicht trauen: Das war ja sein Onkel Richard! "Onkel Rich, was zur Hölle machst du hier?!"

"Mellis, dass ich dich hier treffe, als freien Bock, das... das... Wahnsinn!", keuchte der Dämon und drückte seinen Neffen fest, "wie bist du denn hierher gekommen?!"

"Das frage ich mich auch... und du, wie bist du... in die Hölle gekommen?!"

"Na ja... also...", der Kommandant a.D. grinste und offenbarte makellose weiß glänzende Zähne wie schon zu Lebzeiten, "nach meinem Tod stand ich an einem merkwürdigen Bahnhof mit lauter anderen Ziegen und Ponys und Schatten und anderen, als zwei Züge einfuhren - für einen hatte ich eine Fahrkarte. Da landeten zwei Gestalten auf dem Signal in der Mitte und eröffneten uns, wir seien Equestria entschieden, doch das Leben nach dem Leben liege noch vor uns - dazu sollten wir in den Zug einsteigen, der auf unserem Ticket stünde... taten wir also, und kaum dass wir losgefahren waren kam die Durchsage, dass es gradewegs zum Ewigen Himmelreich ginge, wo all unsere Wünsche und Träume endlich und unendlich in Erfüllung gehen würden! Ich sage dir, da war was los in unserem Wagen!"

"Nicht übel, und ich unterbreche dich auch nur echt ungern, aber weißt du, wo Robert steckt?"

"Der Boss? Och jo, das weiß ich zufällig - soll ich dir den Rest auf dem Weg erzählen?"

"Ja sicher, gerne, wenn es nicht zu lange dauert..."

"Glaub mir, kleiner Mellis, hier in der Hölle braucht alles seine Zeit, und zum Paradies ist es nen Stückchen - folgt mir!"

Was für eine Hölle ist das hier eigentlich?!, fragte sich Mellis, als er Herrn Moon stützend neben seinem Onkel her dackelte, mitten hinein in die wabernden Schwefeldämpfe dieser endlosen Weite...

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Zwei Batponys hielten Sonea fest, zwei hatten ihre M4er auf ihren Kopf gerichtet, zwei weitere schleiften Rising Starlight vor Lunas Hufe und zwangen sie vor der dunklen Stute auf die Knie: "Da schau an, die abtrünnige Schlampe ist zurückgekehrt!"

"Fick dich!"

"Na, wie unfein...", lachte es schallend und zwei Hufe trafen das gefesselte Batpony in den Bauch, welches unter Schmerzen Blut spuckte, "du kannst dich in meiner Anwesenheit ruhig gewählter ausdrücken, aber ja, du hast gefickt... UND ZWAR MEINEN HENGST DU DRECKIGES MISTSTÜCK!!!"

Tritte setzte es, die Handlanger ließen Starlight los, Luna ließ Hufe sprechen - ihr wehrloses Opfer konnte sich nicht verteidigen, Sonea sträubte sich mit aller Kraft gegen ihre Fesseln und Bewacher, es half nichts, da mussten Worte ran! "HÖR AUF SIE FÜR DEIN VERSAGEN VERANTWORTLICH ZU MACHEN!!!"

Ihre Mutter hielt wütend inne: "WIE WAR DAS?!?!"

"Ich wiederhole mich äußerst ungerne, aber bitteschön: Für dein Versagen kannst du niemanden außer dir verantwortlich machen!"

Tatsächlich ließ der Albtraum von Rising ab und trat vor Sonea, packte sie am Kinn und schüttelte sie, bebend vor Zorn: "WAG ES JA NICHT DEINEN MUND WEITER AUFZUREIßEN ALS DASS ES DIR LIEB IST!!!"

"Ich rede wie ich will, das sagte mir einst eine Mutter, die ich geliebt habe, aber von dieser Mutter ist nichts geblieben, GAR NICHTS!!!"

WATSCH!!!

Und Sonea flog.

Flog weit weg.

Weg aus Canterlot, weg aus Equestria, weg von der Welt, weg aus dem Universum.

Weg von ihrer Mutter.

Weit weg.

Weit weit weg.

Weiter, als ein Fohlen es jemals hätte sein können.

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"... ja, und so kam das, eines Tages stand er einfach da, mitten auf dem Strand, und fragte uns, ob wir nicht nen feurigen Job wollen - erstmal auf Probezeit!"

"Ähm... verstehe schon... aber mal unter uns, macht dir das echt Spaß Seelen zu quälen?"

"Machst du Witze, warum sollte ich das sonst machen?! - Mag vielleicht aus deiner Sicht gar nicht gehen, aber ich sehe was jeder von denen hier unten verbrochen hat und welchen Gefallen er daran hatte... der Typ vorhin war zeitlebens Fohlenschänder - und ma ganz ehrlich, da habe ich null Mitleid."

"Hätte ich vermutlich auch nicht... nein, als Vater schon gar nicht!"

"Du bist Vater?! Oh, das freut mich aber für dich - hast du... endlich die Richtige für dich gefunden?"

"Mehr als das, meine Potenz ist wieder auf altem Niveau - und Shadow und Melia sind mein Ein und Alles!"

"Shadow?"

"Ja, du hast richtig gehört - Schattenstute vom Allerfeinsten!"

"Junge, du hast Geschmack!", frohlockte der alte Ziegenmajor und schlug seinem Neffen anerkennend auf die Schulter, während Moon etwas abseits trappelte und sich mit diversen Foltermethoden und anderen Dämonen vertraut machte - oft waren es ehemalige Soldaten, und trotz dem Geschrei der Opfer des Fegefeuers herrschten überall gute Laune und Spaß unter den schwarzen schattenhaften Kreaturen, was wohl nicht nur an unzähligen seltsamerweise nicht verdampfenden offenen mit Eis gefüllten Kuhlen voller perfekt gekühlter Bierflaschen lag... oh man, das war ja ein Laden hier!

"So, wir sind gleich da, da vorne seht ihr es schon!"

Und tatsächlich, von ihrer Anhöhe erblickten die zwei staunenden Freunde eine riesige Anlage voller Häuser, dampfender Schlote und Magmafällen: "Willkommen im Paradies, Freunde!"

"Heilige Arriva, was für ein Schuppen!"

"Da staunt ihr, was?", lachte ihr Führer, "tjaja, und alles hat der Boss gebaut - ist echt nett hier, und nach Schicht dürfen wir sie benutzen, so lange wir wollen - und das beste: Das Bier wird nie alle!"

---

Gefühllos schlug Sonea auf dem Obsidian auf, schlitterte ein Stück über den blank polierten Boden und blieb dann regungslos liegen, Nightmare Luna ergötzte sich schaurig: "OH JAAA, SPÜRE MEINE MACHT KLEINES ALIHORN, HAHAHAHAHA!!!"

Lea zitterte am ganzen Körper - wenn dieses Biest nicht mal vor seiner Tochter Halt machte, vor wem dann?!

"Hey...", vernahm sie eine schwache Stimme und entdeckte Rising Starlight, um die sich eine Blutlache auf dem Boden ausgebreitet hatte, "du... hilf... hilf Sonea... komm... näher... zu mir..."

In Zeitlupe und ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen schob sich die Jungstute Stückchen für Stückchen dem Batpony näher, erreichte es schließlich und blickte es auffordernd an: "Dreh... dich... um."

Hoffentlich saugt sie mich nicht aus!, wurde ihr mit Schrecken bewusst, oh Terra, mach... Ritsch! - ihre Vorderhufe waren frei! "Rette... Sonea...", hauchte es noch schwach, dann erschlaffte der Körper ihrer Retterin - verflucht, Sonea durfte nicht auch noch sterben! Die Wächter waren immernoch unaufmerksam und viel zu sehr am Leiden der Prinzessin ergötzt, mit einer schnellen Hufbewegung drückte sie gegen den Ring an ihrem Horn und - ab!

Ding, ding, ding!

Nightmare Lunas Ohren standen senkrecht, schon fuhr sie herum: "WAS ZUM...?!"

KA-SPRATZEL!!!, hob sie ein gewaltiger Lichtblitz von den Hufen und klatschte die Königin der Finsternis an die gegenüberliegende Wand des Saales, wo sie die Wucht des Aufpralls ein Stück ins Mauerwerk drückte und einen richtigen Abdruck hinterließ - Sekunden völliger Totenstille krochen wie Tage dahin, ehe sie sich langsam löste und mit dem Kopf voran gen Boden stürzte - KRACHS!!!

"Aua!"

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Das Flugzeug war eine [Mjassischtschew M-4 https://de.wikipedia.org/wiki/Mjassischtschew_M-4], flog tief und trug als Hoheitszeichen die Krone Vights - Aurora erspähte es zuerst: "DA KOMMT DIE VERSTÄRKUNG!!!"

"Na endlich!", schnaufte Applebloom neben ihr und gab zwei Mitstreitern Feuerschutz, "das wäre sonst verdammt knapp geworden!"

"Gar nicht!", lachte der Ziegenbock, welcher ohne mit den Augenbrauen zu zucken mitten ins offene Feld marschierte und einen Gurt nach dem anderen durch eine MG 34 verballerte, "es wird doch grade erst spannend, yippie!"

Und wirklich, die angreifenden Batponys verloren in Anbetracht der übermächtigen Luftschläge völlig die Kontrolle über sich und ihr Umfeld, versuchten panisch dem Inferno zu entkommen - und dabei hatten Vights Fetur-Soldaten nur ganz wenige echte Knaller abgeworfen, der Rest waren Attrappen gefüllt mit Knallfröschen und Blendpulver... für die Verteidiger ein Leichtes, diesem Spuk endlich ein Ende zu setzen!

"HUFE HOCH, SONST MACHEN WIR HACKFLEISCH AUS EUCH!!!"

Die Schlacht war geschlagen, der Sieg errungen.

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Das Paradies war ein Paradies, und das lag nicht nur daran, dass überall superscharfe Schnitten herumliefen und kellnerten, nein, es war wie eine Tropeninsel, mit Sand, Palmen, Wasser, Kokosnüssen, Liegen, Sonnenschirmen, bunten Fischen, Melonen - Herr Moon und Mellis waren schwer beeindruckt, Richard Marlin quatschte ohne Punkt und Komma weiter und musste zweimal von seinem Neffen zur Eile angetrieben werden, nachdem er sich nicht von einem besonders schönen Hintern oder ein paar Kumpels hatte abwenden können... oh man, was für ein Schuppen!

Und da sahen sie ihn auch schon, ihren Freund und König - im Dampfbad mit mindestens drei heißen Stuten und einem fetten Drink in den Hufen genoss Robert seinen Geschäftsbesuch in vollen Zügen... hach, schade dass sie stören mussten: "Hey Robert, hier steckst du, verflucht noch eins!"

"Ach, ihr seid's - ähm, ja, sorry, aber... irgendwie hat das Porten wohl nicht ganz richtig geklappt, ich war hier und ihr weg!"

"Schön, dass dir das auch aufgefallen ist - und jetzt komm raus da und bring uns zurück nach Equestria, dort ist grade die Hölle los!"

Dämliches Gekicher der drei Feger, die Umstehenden warfen sich weg vor Lachen, Mellis schlug sich den Huf vor die Stirn und hätte sich am liebsten an Ort und Stelle erschossen, aber das hätte wohl nicht grade mehr gebracht... dafür war Robert schon bei ihnen, fassten ihnen an die Schultern und konzentrierte sich.

Mit einem blauen Blitz verschwanden sie gen Heimat.

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"VERSCHWINDET BLOß, SONST ZERSCHMETTERE ICH EUCH ALLE!!!"

Die verbliebenen Batponywachen rannten um ihr Leben, Lea hastete zu Sonea hin - oh heiliger Terra, bitte lass es ihr gut gehen! "Sonea, Sonea?!" Puls, hat sie Puls?! - Ja, Puls war da, wenn auch schwach... oh die Arme, oh die...

KA-WUMM!!!

Fliegen hatte sie sich schon immer gewünscht... aber nicht so... nicht so... gegen... die... Wand... aua...

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Nightmare Luna schüttelte sich, ihr Kopf war zinnoberrot vor Zorn, Speichel tropfte aus ihren Mundwinkeln: "ICH WERDE EUCH ALLE TÖTEN, VERSKLAVEN, UNTERJOCHEN, ZERFETZEN, VERSTÜ...

WOSCH!!!, schoss eine leuchtende Kugel umgeben von wild zuckenden Blitzen empor, beleuchtete den ganzen Thronsaal und deformierte in einem Spektakel aus bunten Lichtern - zurück blieben ein Ziegenkönig, ein Ghost Rider und ein Mond: "Oh verfluchter Dreck!"

"BEREITET EUCH AUF EUREN UNTERGANG VOR!!!"

"ROBERT TU WAS!!!"

"GEBT FERSENGELD JUNGS!!!"

Ein gierig zischender Strahl purer Energie detonierte an der Stelle, wo sie eben noch angekommen waren, jetzt teilte Luna ihre Kraft und nahm Robert und Moon sowie Mellis unter Beschuss, der Hengst mit Bayernhut war wenige Hufschritte vor Robert, als es plötzlich hinter ihm krachte und etwas laut schepperte - oh nein! Panisch wendete er und stellte mit Entsetzen fest, dass es seinen Freund erwischt hatte und dieser sich kaum noch bewegen konnte: "Ahhhh... aua..."

"HABE ICH DICH ENDLICH DU GEILER BOCK, DU ARSCHLOCH!!! UND DIESES MAL WERDE ICH DIR NICHT VERGEBEN, DIESES MAL BIST DU FÄLLIG!!!"

"DA MUSST DU ZUERST AN MIR VORBEI!!!", erschallte Moons Stimme, der sich breitbeinig vor ihrem Opfer aufbaute, "UND DAS WIRST DU NICHT SCHAFFEN, NUR ÜBER MEINE LEICHE!!!"

"NUN DENN - SO SEI ES, MUHAHAHAHAHA!!!"

Und eine Mordskanone krachte auf den blauen Hengst und verschlang ihn.

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Kapitel Zehn - Wieder ZweiBearbeiten

Mellis hatte den Notruf abgesetzt und Sonea und Lea aus der Gefahrenzone gebracht, aber nach Down Under schien keinerlei Funkverbindung zu bestehen - so ein verfluchter...

Dann sah er den Blitz.

Zunächst war es ihm, als würde Moon strahlen, dann als würde er brennen, hinunter bis auf die Knochen, dann zu Staub zerfallen, und Robert hinter ihm... nein... nein, NEIN!!! Er plumpste wie ausgesaugt auf seinen Hintern und wohnte den Flammen bei... das... das durfte doch nicht das Ende sein...

Und dann drehte sich Nightmare Luna zu ihm herum, einen neuen Energieball zwischen ihren erhobenen Hufen formend, das Gesicht zur teuflischen Fratze verzogen: "ICH WERDE EUCH ALLE VERNICHTEN, MUHAHAHA!!!"

Shadow, Melia und Ameli waren seine letzten Gedanken, bevor er seine Augen schloss und nur einen dumpfen Knall verspürte... Onkel Rich, ich komme.

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DUMPF!!!

Luna taumelte und krachte auf den harten Obsidian, überschlug sich mehrfach und kam schließlich auf dem Bauch zum Liegen - noch bevor sie sich aufrappeln konnte trafen sie zwei Ohrfeigen links rechts, die ihr fast die Sinne raubten und sie einige Meter nach hinten warfen. Mit wildem Schrei stürzte Moon auf sie zu und versenkte seine Rechte tief in ihrem Bauch, mit dem linken Ellenbogen gab er ihr eine Kopfnuss, die sich gewaschen hatte: "NIEMAND VERLETZT MEINE FREUNDE!!!"

Da waren die wertvollen Sekunden der Unachtsamkeit, sie umschlang seine Hinterhufe und brachte ihn zu Fall, warf sich auf ihn, prügelte blindlings drauflos und kreischte: "STIRB DU ELENDER BASTARD!!!"

Doch er war stärker und hatte sie im Nu von sich geschüttelt, trat ihr gegens Schienenbein und dann mit Schmackes gegen den Brustpanzer, dass sie nur so segelte und sich nur mühsam am anderen Ende vor dem großen Eingangsportal wieder aufrichten konnte: "DU... du... ich... ICH BRINGE DICH UM!!!"

"NA DANN KOMM MAL HER!!!", brüllte es und sie nahm Anlauf, gab alles im Sturm auf ihn, doch ein simpler Hacken brachte sie aus der Konzentration, eine schnelle Kombination von Hufen, die Königin der Finsternis stürzte erneut mit dem Gesicht voran auf den harten Stein und schlug sich die Lippe auf - was stimmte hier nicht?!

Alle Kraftreserven mobilisierte sie schäumend vor Wut, spannte jeden Muskel an, ihre Augen spiegelten blanken Hass wieder, Magie knisterte um ihren Körper: "MACH DICH AUF DEINEN UNTERGANG GEFASST, ES KANN NUR EINEN MOND GEBEN - MICH!!!"

Und sie preschte los, sprang ab und...

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... durch das Tor traten die beiden Ziegenwissenschaftler, Dr. Schinken hatte den reparierten Seelenreiniger auf der Schulter: "JOHN, GIB ALLES!!!"

"ZU BEFEHL!!!"

ZAWOSCH!!!

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Nur langsam legte sich der Staub, helles Sonnenlicht fiel durch die zerborstenen Fensterscheiben und ließ die feinen Körner im gebrochenen Licht der Scherben glitzern und flimmern, Mellis hatte Mühe etwas zu erkennen - war das nicht Allens lange weiße Mähne?

"Allen, John?"

"Mellis! Mellis wo steckst du?"

"Direkt beim Thron - hier ist Sonea, verletzt, aber stabiler Zustand - wir brauchen Sanitäter!"

"Keine Sorge, die sind gleich da, wir sind nicht alleine!"

Und wirklich, da kamen sie, die ganze Armada, ein ganzes Battalion Ziegen mit Sturmgewehren und Helmen sicherte bereits weite Teile Canterlots, ein nicht unbeachtlicher Teil schwemmte nun auch in den Thronsaal, unter ihnen auch der Ziegen-Doc, der mit aller Fachkundigkeit und üblichem morbiden Herumgesimpel alle Wehwehchen schnell und umkompliziert behandelte: "Jaja, so ist das, erst ist der Parter der Esel, danach der Ochse und dann das Schwein, welches zu guter Letzt geschlachtet und aufgegessen wird - na ja, kennt man ja, kaputt ist auf jeden Fall der linke Vorderhuf, drei Brüche und angeknackster Ballen, das muss genagelt werden und tut weh!"

"Sie machen mir echt Mut, Doktor!", lachte sein König schon wieder etwas und hustete etwas Blut, "oh Dreck, ich fühle mich wie gegen eine Betonmauer geklatscht..."

"War zum Glück nur Granite.", beruhigte ihn Mellis und sprach dann mit einem Offizier, "ja, Luna ist schon wech, ihr Zustand scheint normal und stabil zu sein, das haben Fisch und Schinken bestätigt..."

"Und Moon auch..."

"... lässt du mich einmal im Leben ausreden?!"

"J-ja?"

"Nee, das nächste Mal vielleicht!", grinste sein Freund schelmisch und trat beiseite - und da lag er, mitsamt seinem bayrischen Schlapphut und dem neckischen Gamsbart, und lächelte, ganz der Alte.

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Noch am selben Tag

In Down Under hatte man bereits ein riesiges Feuer aufgetürmt, welches zur Feier des Sieges als Zeichen der Ungebrochenheit der Freiheit und des Sozialismus entzündet werden sollte - doch vorher musste der König noch was sagen: "Ziegen und Böcke, Ponys und Fetur-Ponys, Schatten und... ach-was-weiß-ich, ihr alle Anwesenden Daseier, wir haben diese Schlacht geschlagen heute, der Frieden in Equestria ist zurück und wird von heute an gewahrt wie nie zuvor! Wir alle haben ihn gemeinsam errungen, und ich bin stolz auf euch, so stolz euch und die euch Umgebenden zu haben! Nun lasst uns nicht länger quatschen, aber noch zwei Kleinigkeiten: Erstens, die ZGP ist ab sofort offiziell verboten, da sie für diesen Krieg verantwortlich ist, und zweitens werden die Batponys von nun an in die Gesellschaft Equestrias eingegliedert...", lautstarkes Gemurmel, Rufe, erhobene Hufe, Unfassbarkeit, Sprachlosigkeit, "... jaja, ich weiß, was ihr jetzt alle denkt, aber sie werden nicht mehr die todbringenden Blutsauger sein, wie ihr sie kennt, und sie werden euch und eure Leben respektieren wie ihr das ihrige - wir haben ein Verfahren am Laufen, welches ihnen dank neuer medizinischer Möglichkeiten den Blutrausch nimmt und hemmt - dieses Mittel wurde bei dem Angriff den Gasen beigemischt und ist also bereits in den meisten angekommen. Nun noch eins - es wird nicht einfach sein, aber auch für sie ist es nicht einfach, ja gar noch schwieriger - ihre Heimat Hollow Shades war bis zuletzt eine Diktatur, in der unterdrückt und gemordet wurde, ja dadurch sind sie zu dem geworden, der sie waren, aber dies ist jetzt ein für alle Mal vorbei! Auf den Frieden, auf die Völkerfreundschaft, auf Equestria, auf die Republik!"

Und trotz mancher Unsicherheit wussten die meisten doch, dass diese Geschichte ein gutes Ende nehmen würde, so wie immer - und stimmten Robert laut jubelnd zu.

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Terra war schwach auf den Hufen, aber es ging, und noch gab es Formalitäten zu klären - ach ja, Celestia, das war schonmal das erste Problem: "Alsooo, du hast also Dinge verbrochen, die gegen jegliches damals schon bestehendes Gesetz sowie gegen die Unantastbarkeit des Individuums und anderer wichtiger Grundsätze waren? - Du hast sogar... ich-will-es-gar-nicht-aussprechen?!"

Kraftloses Nicken, die Wachen hielten die gefallene Ex-Prinzessin aufrecht: "Nun denn, da du also auch meinem Staat zuwider gehandelt hast verbanne ich dich hiermit für alle Zeit aus der Republik! Verschwinde und komme mir nie wieder unter die Augen - Wache, lasst sie gehen!"

Die Hengste lockerten den Griff, Celestia bewegte sich keinen Millimeter: "WIRD'S BALD?!?!"

Und wie ein geprügelter Hund schlich die einstige Sonnenkönigin still und heimlich davon, auch Roberts Miene blieb hart: "Wenn das stimmt ist das nur gerecht."

"Meine Rede, und nun zum schwierigen Part des Ganzen."

"Ich will es nicht mit ansehen müssen, bitte!"

"Du musst aber, das bist du uns schuldig, das bist du Sonea schuldig - du hast sie doch vorhin gehört!"

"Ja... ja gut, ich tu's, für Sonea!"

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Im Nebenzimmer warteten schon Vight, Safira und Overlord: "Und?"

"Ich habe sie auf Lebenszeit verbannt."

"Harte Entscheidung, aber nachvollziehbar."

"Danke Overlord, ich weiß das zu schätzen."

"Können wir dann anfangen?", murrte es unwillig, Lunas Blicke zeigten keine Reue, ihr Mund hatte sich zu einem schmalen Schlitz verengt, "ich warte nicht gerne."

"Verstehe - Luna, was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?"

"Was soll es da schon zu sagen geben?! - Nichts!"

"Das heißt, du siehst dich schuldig an diesem Krieg?"

"JA!!! UND JETZT LASST MICH ENDLICH GEHEN!!!"

"Schatz, du bist... du musst nach Hause, zurück ins..."

Robert stockte, weil Overlord ihm eine Hand auf die Schulter gelegt hatte, und dann bemerkte er es auch - seine Stute grinste höhnisch: "Robert, ich habe meine Zeit lange genug mit dir und diesem dämlichen Leben verschwendet - weißt du was, du bist der größte Idiot in ganz Equestria, der mit jemals unter die Augen gekommen ist, und glaub mir, mit dir will ich nie, aber auch nie wieder etwas zu tun haben! Deine bescheuerte Art, immer dieser Wahnsinn, immer dieses Fremdgehen - mir reicht es, ich will dich nie wieder sehen! Ich habe schon längst einen Neuen gefunden, der dich um Längen übertrifft, und glaub mir, du wirst deines Lebens nicht mehr froh!"

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Wie betäubt saß der Ziegenkönig noch lange auf einem Güterwaggon am Ende des Güterbahnhofs - weinend war er herausgestürmt aus dem Schloss, hatte alles andere vergessen, nur ihren Namen, den nicht.

Luna.

Luna.

Luna.

"Hey, da steckst du!"

Moon mit einer Eisenbahnerlaterne: "Geh weg, lass mich alleine."

"Robert, ich..."

"Schon gut, ich freu mich, dass du noch da bist."

"Nein, das meine ich nicht - es tut mir leid, das mit Luna!"

"Verstehe schon... danke."

"Robert...", der nachtblaue Hengst kletterte zu ihm und umhufte ihn fest, Tränen rannen dem Ziegenkönig über das Gesicht und nässten seinen Bauch, "egal was passiert ist, die Hauptsache bist du und deine Fohlen - euch geht es gut, ihr lebt und habt alle vier Hufe, der Frieden ist zurück und trotz der Taten der Batponys sind alle wieder Freunde! Das warst du, DU hast das geschaffen und geschafft, all das hier! Ist es wert das nur für eine Stute aufzugeben?!"

"Aber... sie... sie ist... einmalig... gewesen..."

"Komm schon, was hatte sie, was andere nicht haben?"

"*schnief* ... eine... kuschelweiche... Sternenmähne...", an Moons Mähne wischte er sich die Tränen ab... so weich, so voller Sterne..., "... so zartes, blaues Fell...", Moons Fell war auch blau und angenehm, "... ein schönes Horn, geschmeidige Flügel, strahlend blaue Augen und...", Moons Horn war auch schön, seine Flügel glitzerten im Licht der Nacht, seine Augen noch stärker, "... so köstliche Lippen..."

Sie küssten sich, lang und liebevoll.

Und über ihnen leuchtete der runde Mond.

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ENDE

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P.S.: Hollow Shades wurde doch nicht abgerissen wie ursprünglich geplant - die Stadt wurde neu gegründet und besiedelt, allen voran...

"Wie jetzt, ich bin Bürgermeisterin?!"

"Na eine muss das doch machen, und ich denke mal keiner kennt sich da besser aus als du!"

"Aber... doch nicht ich!"

"Ja, doch du, Rising Starlight, Beinahe-Märtyrerin ihres Volkes - wenn nicht du als gutes Beispiel, wer dann?!"

"Okey, auch wieder wahr - aber nur unter zwei Voraussetzungen: Erstens, mein Gehalt wird erhört..."

"Drin!"

"... und zweitens, wir treffen uns mal wieder!"

"Das ist nen Deal!"

"Wird dein Neuer da auch nicht neidisch?"

"Ach iwo, das ist so ein Lieber, der sacht da nix, wenn ich ihm vorher Bescheid sage."

"Na dann - morgen Abend, zehn Uhr?"

"Bei dir?"

"Na logo!"

"Ich bin da!"

"Was ein Hengst!"

"Was eine Stute!"

"Du änderst dich auch nie, oder?"

"Habe ich das je behauptet?"

"Nicht dass ich wüsste."

"Na denn ist's ja jut!"

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Epilog

Um ihn herum war es stockdunkel, seine Hufe konnte er nicht bewegen. Fuck..., gleißendes Licht durchflutete den Raum, er musste die Augen zusammenkneifen um nicht geblendet zu werden. Unsicher blinzelte er in die Neonröhren - und bemerkte die Stute vor sich: "Hallo Zycrash, lange nicht mehr gesehen!"

"Starlight?! Was ist hier los, wo bin ich, und was...", Robert lehnte lässig im Türrahmen, "DU!!!"

"Jo, ich!", grinste der überfreundlich zurück, "welche Ehre das doch war, den großen und mächtigen Zycrash in Down Under zu beherbergen - andererseits, ich habe gehört, dass er die Zeche geprellt haben soll, also wirklich!"

"Und deswegen sperrst du mich ein?! Das ist lächerlich!"

"Na, eben - nö du, es ist viel banaler... mir hat ein Batpony geflüstert, dass du oberster Geheimagent von Celestia warst und von Terra bist... gewesen bist."

"STARLIGHT!!!"

"Was denn?", lächelte sie scheinheilig, "war doch nichts dabei, und außerdem hast du mich verarscht!"

"Ich wollte bloß nicht mit dir schlafen, geht davon gleich die Welt unter?!"

"Ja, vor allem wenn du kurz darauf mit einer anderen Stute verschwindest..."

"Du bist ein eifersüchtiges Miststück!"

"Und du nicht nett... na jedenfalls hast du damit bei mir verspielt, weshalb ich auch Robert was geflüstert habe..."

"Eben, und weißt du, Wissen ist Macht, und die Mächtigen dieser Welt haben voreinander so viele Geheimnisse - die wüsste ich auch gerne!"

"Vergiss es, ich sage euch gar nichts!"

Risings Huf streichelte seine Brust und fuhr tiefer, sie beugte sich zu ihm herunter und zeigte ihre scharfen Reißzähne: "Dann werde ich sehr böse werden, falls du verstehst was ich meine! Und schrei ruhig, das wird hier unten sowieso keiner hören... und Zeit ist relativ... mach dich auf viel Blutverlust gefasst, ich bin Vieltrinkerin!"

Resigniertes Seufzen, sie hatten ihn: "Also schön, ich mach den Mund auf... was möchtest du wissen, Robert?"

"Alles, also lass dir Zeit - muss auch nicht heute sein, keine Hektik, keine Hast!"

"Dann fange ich mal vorne an..."

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Jetzt aber ENDE!

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