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Guten Abend,

zu allererst... ich hasse es, Dinge niederschreiben zu müssen, um mein Gewissen zu beruhigen, ich hasse es überhaupt, dass mein Körper so gegen meinen Kopf rebelliert, aber ich glaube, dass ich da nicht darum herum komme... auch wenn das, was ich hier verfassen werde NIEMAND jemals lesen darf oder wir sind alle am Arsch!

... eigentlich ist meine Sorge unbegründet, denn die Fabrik gibt es nicht mehr, Dr. Atmosphäre auch nicht... aber das Dumme daran ist, dass ich als ehemaliger Vorarbeiter nach wie vor für alle, die die beiden Massaker überlebt haben... der Codex verlangt es, und die Fabrik auch.

Sie wird auf ewig über allem für mich stehen, selbst meiner Familie... und auch wenn mein Leben im Moment gut ist, sehne ich mich doch an die Tage zurück, wo ich mich an dem Leid und der Folter erfreuen durfte, an diesen wehrlosen schwachen Ponys, die wir zu der edelsten aller Substanzen in Equestria verarbeitet haben:

Spectra.

Es ist das reinste und klarste Elixier, welches ich kenne, und seine Schönheit und Macht übertrifft alles - es verleitet geradezu zu seiner Gewinnung, und ich kann behaupten, dass mir die einfachste persönlich die meiste Freude bearbeitet hat...

Es waren so schöne Zeiten in der Fabrik, in die ich eintrat, als mein Vater starb - ihn mussten sie aus dem Verkehr ziehen, und er war der Erste, den ich persönlich habe zerreißen lassen.

Kennt ihr die große Regenbogen-Maschine eigentlich noch? - Sie war das Herzstück der Fabrik, so wie die Zunge einer Weiche... ohne sie entgleist der Zug, und ohne die Maschine dauerte die Spectra-Produktion unendlich lange - Dr. Atmosphäre hatte es gehasst, wenn Wartungsarbeiten anstanden... eines Tages war er mal so wütend, dass es so lange gedauert hat, dass er die Maschine einfach wieder eingeschaltet hat und die drei Mechaniker in ihrem Inneren zerquetscht wurden...

Trotzdem mochte ich ihn, ja, ich würde sogar sagen, dass wir etwas wie Freunde waren, ganz im Gegensatz zu Miss Dash, sie war immer so... angespannt, und ich habe direkte Konversation mit ihr auch tunlichst vermieden... sie war einfach so... unberechenbar... ich würde sagen, dass ihre Emotionen ihr auch zum Verhängnis geworden sind... so wie der ganzen Fabrik...

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Er weinte.

Er hatte sie verloren, sein Ein und Alles, sein Lebenswerk.

Und das alles wegen eines weißen Einhorns...

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Eines Tages wird er dafür bezahlen, dass er seine Leute hat zweimal die Fabrik zerstören lassen, dass sie Gewehre hatten und wir und Schwerter, dass sie uns zerrissen haben, dass sie uns niedergemetzelt haben!

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Es war der perfekte Plan, wie wir endlich zu der Macht gekommen wären, die uns zustand!

Wir hätten Equestria gezeigt, wer wir sind, und wir hätten ihnen eingebläut, dass wir ihre wahren Herren sind!

Alles war so gut durchdacht... wir hätten Celestia getötet, anschließend mit allen Arbeitern Canterlot überrannt, die Schlampe von Mondprinzessin ebenfalls in einen Regenbogen verwandelt und über dem Land erstrahlen lassen - Atmosphäre wäre neuer König geworden, ich sein höchster Lord... und Daeron hätte den perfekten Vasallenstaat gehabt, so wie es abgesprochen war... aber dann mussten diese verdammten Ziegen kommen und...

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Dr. Atmosphäre konnte unser Glück kaum fassen, dass die zweite Prinzessin nebst "Freund" uns persönlich in der Fabrik aufgesuchen wollte... der Angriff auf Canterlot wurde kurzerhuf nach hinten verschoben und wir Arbeiter gingen in Stellung, versteckt in den düsteren Ecken der Maschinen.

Die Überraschung war perfekt, und wir waren so dicht dran - und da kommen diese tollwütigen Gestalten aus den tiefsten Löchern der Hölle gekrochen und sprengen unser Tor auf, ist das zu fassen?!

Und sie hatten diese verfluchten Gewehre dabei, die so viele meiner treuesten Kumpanen in ihrer Unwissenheit das Leben gekostet haben - wie ich sie verabscheue!

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Er hatte wie die anderen da gestanden und auf den Explosionskrater geglotzt, den die Granate des Ziegengenerals hinterlassen hatte - und trotzdem auf den Befehl Dr. Atmosphäres angegriffen.

Ein fataler Fehler.

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Ich war gegen ein Maschinengewehr angerannt, ohne zu wissen, wozu solch ein Werk Cyros instande ist - wir waren schlappe dreiundzwanzig, die auf zwei Ziegen losgestürmt sind, und nur zwei haben dieses Gefecht überlebt... es war grauenvoll, von unserer Belegschaft haben nach meinen Schätzungen weit über die Hälfte in weniger als einer halben Stunde ihr Leben gelassen... und die Fabrik auch...

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Die Ziegen wussten genau, dass wir nicht wussten, was ihre wahren Waffen an diesem Tag waren - Feuerwaffen, etwas, das ich sonst nur von den Schatten kannte, und das leider nur zu schemenhaft... sonst hätte ich so viele von uns retten können... so viele...

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Er weinte wieder.

Die Erinnerungen an all das vergossene Blut seiner Treuesten, seiner Freunde, seiner... Familie, sie waren ihm so klar vor Augen wie schon lange nicht mehr...

Er musste seine Feder zur Seite legen und brach in bittere Tränen aus, Tränen des Schmerzes.

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Leise klopfte es an der Tür.

"John, alles in Ordnung bei dir?"

Meine Frau...

"Ja... ja Schatz, mir geht es nur... etwas schlecht..."

"Darf ich reinkommen zu dir und dich trösten?"

Sie ist wirklich ein Angel, achtet sie doch so meine Bitte nach Anklopfen und nicht gleich Reinstürmen...

"Ja, komm nur rein.", antworte ich tonlos und wische mir die Tränen weg.

Zögernd schiebt sie sich neben mich: "John, ist es wegen deiner Freunde?"

Sie kennt die Geschichte natürlich anders, meine abgeschlachteten Brüder aus der Fabrik sind im Schattenkrieg umgekommen...

"Ja, Melinda, und ich... ich kann sie nicht vergessen, ich kann es einfach nicht!"

"Das musst du doch auch gar nicht...", lächelt sie sanft, "aber du darfst dich deswegen nicht verrückt machen, das Leben geht weiter, und eines Tages wird es dir besser gehen... und ganz bestimmt wirst du neue Hengste kennen lernen, die gerne so wie du kämpfen und ständig solch verrückte Ideen haben!"

"Ich glaube, da hast du vollkommen recht...", muss ich lächeln und streichele ihr durch die Mähne, "ja, eines Tages werden wir wieder so groß sein wie wir es mal waren..."

"Das ganz bestimmt, und jetzt komm, das Abendessen ist fertig!"

Als ich hinter ihr die Treppe hinunter steige, spiele ich mit den Gedanken, alle Überlebenden zusammenzutrommeln... und eine neue Fabrik zu gründen... eine bessere, die auf ewig bestehen wird!

Und niemand wird mich aufhalten können!

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Drei Tage später wurde John H. Miller von Aurora ermordet. Er hinterließ eine Stute und zwei Fohlen, die bis heute nicht wissen, warum ein psychopathisches Fohlen ihren Mann und Vater bestialisch umgebracht hat.

Aber eines Tages werden sie es wissen...

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ENDE

Rainbow Factory (Übersicht)

Das Original
Rainbow FactoryRainbow Factory - The End
Sequel
Pegasus Device (Kapitel 1) (unvollendet)
Die Neue Reihe (Teil I)
Rainbow Factory - ErwachtRainbow Factory 2 - Die Schlacht
Die Neue Reihe (Teil II)
Rainbow Factory III - Die RückkehrRainbow Factory IV - New TechnologyRainbow Factory V - The EmpireRainbow Factory VI - The Fall
Weiteres
AuroraRainbow Factory - MemoriesZimtschneckenRegret

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