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Regen auf Ziegisch

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Es war Vorweihnachtszeit im Saarland.

Eine besinnliche und gleichzeitig stressige Zeit für die Menschen, die sich einerseits auf den heiligen Abend freuten und andererseits im Geschenke-Shoppen-Wahnsinn versanken und sich durch die überfüllten Innenstädte wühlten, um auch wirklich das perfekte Geschenk für sich oder die Liebsten zu finden.

Aber nicht alle.

Tief unter den Häusern Saarlouis saßen in einem der vielen unterirdischen Kammern, die noch aus der Zeit der Festung Ludwig des XIV. stammten, fünf Ziegen und froren sich die Hintern ab.

Ihre Wache und gleichzeitige Spionage-Mission verlangte zu dieser Jahreszeit selten soviel von ihnen ab, denn normalerweise hatten sie eine funktionierende Heizung und so schön warm, da kaum Kälte an die Umgebung verloren ging.

Aber da eine Fernwärmeleitung zwischen Roden und Saarlouis geplatzt war, kam nicht mehr genügend Wärme bei ihnen an, und die Kälte kroch durch alle Ritzen in das alte Gemäuer.

Zitternd und in dicke Jacken eingepackt versuchten sie sich abwechselnd mit Skat spielen und durch die Gänge patrouillieren warm zu halten, aber es wurde nur umso schlimmer.

Schließlich reichte es dem Befehlshaber, einem älteren Ziegenbock, und er rief seine Ziegen zusammen.

„Hört mal her!“, begann er vor Kälte mit den Zähnen klapperd, „so kann das nicht weitergehen! Wenn wir nichts unternehmen, erfrieren wir hier unten! Und daher schlage ich vor, dass wir jetzt auf eigene Faust handeln und den alten Ofen in Betrieb nehmen... um den Rauch mache ich mir keine Sorgen. Aber...“

„... wir brauchen Brennstoff...!“, warf ein junger Soldat ein und wurde sofort von seinem Offizier gelobt.

„Richtig, den brauchen wir! Und darum werdet IHR euch kümmern!“

Er deutete lächelnd auf den jungen Ziegenbock und seinen rechts neben ihm stehenden Kameraden, der entsetzt zusammenzuckte.

„Aber....“, versuchte er sich zu verteidigen, „draußen ist es NOCH kälter!“

„Kälte härtet ab!“, lachte der Offizier, „und einer muss es ja machen! Also los, und beeilt euch! - Ich will nicht hier unten zum Eisklotz erstarren!“

Murrend machten sich die beiden „Auserwählten“ auf den Weg nach oben, während ihre Kameraden den Ofen reinigten und zitternd auf ihre Rückkehr warteten.

---

Oben angekommen kletterten die Freunde aus einem Gullydeckel in einer Seitenstraße und standen keine Minute später mitten im Getümmel auf dem Weihnachtsmarkt.

„Toll... und wo sollen wir jetzt was zum Heizen herbekommen?!“, beschwerte sich der Freund des jungen Ziegenbocks.

„Hmmm... ich weiß auch nicht so recht... bingo!“, freute sich sein Freund, „wir sind doch hier mitten auf einem Markt, das muss es auch irgendwo einen Kohlehändler geben!“

„Du hast recht! Komm, lass uns suchen!“, freute sich der andere und sie begannen getrennt, jede einzelne Bude abzusuchen.

Eine Viertelstunde später trafen sie sich unverrichteter Dinge wieder.

„Es gibt hier einfach keine Kohle!“, jammerte der junge Ziegenbock, „das habe ich auf einem Markt dieser Größe noch nicht erlebt!“

„Aber einen Sack mit was drin habe ich gesehen!“, meinte sein Freund, „aber ich weiß nicht...“

„Egal was drin ist, Hauptsache es brennt!“, freute sich der junge Ziegenbock, „den holen wir uns, und dann ab durch die Mitte!“

Gesagt, getan.

Keine Minute später rasten die zwei mit dem geklauten Sack durch die Menge und verschwanden wieder in ihrem Gullydeckel.

Niemand hatte etwas bemerkt.

Erst als der Budenbesitzer den Verlust des Sackes bemerkte, waren die Diebe schon über alle Berge.

Oder besser, zurück bei ihren vor Freunde strahlenden Kameraden.

„Dann rein damit und Ofen an!“, rief der Offizier glücklich und eine Ziege schüttete den ganzen Sack auf das bereits brennende Reisig im Ofen.

Klappe zu und alle Hände gegen den Ofen.

Ein zufriedenes Stöhnen ließen die Ziegen verlauten, als sich die Wärme den Weg in ihre Finger bahnte und sie auftauen ließ.

---

„Wir hätten gern zwei Packungen frischgebackene Plätzchen!“, bestellte dir Frau, doch der Budenbesitzer schüttelte traurig den Kopf:

„Mir wurde der Teig gestohlen, und ich muss erst auf neuen warten!“

„Oh, das tut mir leid... egal, wir kommen später nochmal vorbei, wenn Sie frische gebacken haben!“

„Danke für ihre Geduld... hach, das ist wirklich ein Jammer...!“

---

Der Ofen begann, komische Geräusche von sich zu geben und die Ziegen wichen vorsichtig einen Schritt zurück.

„Was ist denn mit dem Ofen los?!“, fragte der Offizier entsetzt, „was hab ihr beiden da für Brennstoff reingekippt?!“

„Ähmmm... keine Ahnung...“, stammelten die beiden kleinlaut.

„WAAAS?!“, brüllte der Alte wütend, „ICH WERDE EUCH...!!!“

Weiter kam er nicht, denn in diesem Moment explodierte der Ofen mit einem lauten Knall und schoss heiße kleine Dinger auf die umstehenden Ziegen.

Und durch das Kaminrohr nach oben.

---

Die Passanten bemerkten den komischen Dampf aus dem Gully als erstes, konnten sich jedoch keinen Reim darauf machen.

Erst der enorme Knall, der den Deckel in die Höhe katapultierte und einen gigantischen Schwall brauner kleiner Dinger aus dem offenen Loch schoss, lenkte die Aufmerksamkeit aller auf diesen Punkt.

Staunend blickten sie die durch die vielen durch die Luft fliegenden – ja, was war es denn nun eigentlich? - an.

Dann kamen die ersten Flugobjekte zurück auf die Erde und klatschen vor die Füße der erstaunten Weihnachtsmarktbesucher.

Die Kinder unter ihnen erkannten es zuerst:

ES WAREN KEKSE, DIE DA VOM HIMMEL FIELEN!

Auch wenn viele zuerst zögerten griffen andere schon zu und auch die Unsicheren überwanden sich und griffen nach den frischen Plätzchen, die nur regelrecht vom Himmel prasselten.

Und alle freuten sich.

---

Unter der Erde hatten auch die Ziegen entdeckt, was da nun eigentlich aus dem Ofen gekommen war und waren fleißig dabei, die Kekse zu vertilgen.

Glücklich schmatzend lobte der Offizier seine beiden jüngsten Soldaten:

„Männer, ihr habt großen Mut bewiesen und zwar nicht ganz euren Job gemacht, aber ein guter Soldat muss auch manchmal andere Wege gehen, um sein Ziel zu erreichen! Und das habt ihr zwei heute getan – ich bin stolz auf euch!“

„Danke!“, freuten sich auch die beiden Freunde, die ganz unverhofft zu Helden einer ganzen Stadt geworden waren.

Und die der Zeitungen, deren Meldungen über den „Plätzchenregen“ und den „Kekssturm“ noch lange durch die Medien geisterten.

ENDE

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Die PonyPasta Regen auf Ziegisch wurde nach erfolgreicher Abstimmung der Community zur PonyPasta des Monats Dezember 2014 ernannt! Sie ist nun in der Hall of Fame neben anderen besonderen PonyPastas gelistet.

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