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Kapitel I - Daylights End Bearbeiten

Lunas Sarkophag stand unbewegt inmitten der riesigen unterirdischen Katakomben Canterlots. Er fiel wegen seiner dunklen Färbung nicht so stark auf und wirkte mehr wie ein Stück Dunkelheit mitten im Raum als die Grabstätte einer Prinzessin. Und erst mittags, wenn die Sonne im Zenit stand und die unterirdischen, von den Ziegen inspirierten Spiegel das geballte Licht nach unten refkletierten, erkannte man die Schönheit des Sarkophages. An den Seiten schlängelten sich feine und detailreiche Reliefs entlang, die mit Darstellungen von Nightmare Moon oder auch sich vor dem Halbmond verneigende Ponys die Geschichte von Luna erzählten. Der Deckel des Sarkophages war mit einem Gesichtsabruck von Luna verziert, der auch in der Sonne pechschwarz und düster wirkte.

Kurzum, ein künstlerisches Meisterwerk.

Doch leider gab es kaum jemanden, der es je zu Gesicht bekommen hat. Nur die engsten Vertrauten Lunas konnten den Sarkophag bei der privaten Trauerfeier eine Zeit lang bewundern, bis er dann schlussendlich in die Katakomben verfrachtet wurde, um dort bei den anderen Särgen und Toten zu sein. Der Einzige, der sonst noch den Sarkophag kannte, war das Einhorn Letalis. Er war der Wächter der Katakomben, Konservator der Leichname und Nekromant ersten Grades. Und ja, man könnte ihn auch Tötenbeschwörer nennen, aber es würde nicht passen. Denn er erweckte nicht blindlings Tote, um ihnen seinen Willen aufzuzwingen oder sie für seine Zwecke einzuspannen.

Er sorgte dafür, dass die Toten ihre physische Form in aller Schönheit beibehielten und verzauberte ihre Särge und Körper mit speziellen Zaubern, um Nager und ähnliche Plagen abzuhalten. Ein simpler Leichenpfleger war er allerdings nicht. Er hatte weitaus stärkere Fähigkeiten als die, die er anwand. Er könnte mit einer Armee der Toten Canterlot angreifen oder die Seelen der Toten bündeln, um sich selbst unglaublich mächtig zu machen.

Aber solche Intentionen waren Letalis fremd. Er lebte für seinen Beruf und die Kunstfertigkeit, die er mit seinem Handwerk verband. Die Magie war dabei nur einer seiner Stützpfeiler für das allumafassende Verständnis des Todes. Er glaubte daran, dass ihn die stetige Arbeit mit Toten irgendwann auch zur Erleuchtung über den Tod und alle seine Facetten führen würde.

Sein größtes Ziel in diesem Leben.

Aber momentan war es allein seine Aufgabe, die Verwesung Lunas zu vertreiben und ihren Körper magisch zu erhalten. Also trank er seinen morgendlichen Kaffee aus, nahm den letzten Bissen von seinem Brot und schob mit einem gekonnten Magieschub den Deckel von Lunas Sarkophag zur Seite und ließ ihn sacht auf den Boden gleiten.

Als er sich dann jedoch über den Sarg beugte, blieb ihm der Atem stehen. Denn er fand weder Luna noch irgendetwas wieder, das ihr im Entferntesten ähnlich sah. Das Einzige, was er sah, war ein tiefes in den Boden gebranntes Loch, auf dessen Rand ein dunkler bläulicher Schimmer lag. Den Boden des Abgrunds konnte er auch erkennen, sodass er nun hektisch zu seinem eigenen kleinen Bereich innerhalb der Katakomben raste und hektisch ein Bücherregal durchwühlte, bis er ein kleines Buchlein mit rotem Ledereinband in der Hand hielt.

"Autonomiá", las er sich selbst den Titel vor und grinste, da er genau danach gesucht hatte. Hurtig blätterte er die Seiten durch und ließ seine Augen über den Seiten flugs hin und her huschen, bis er endlich die Seiten seiner Begierde entdeckt hatte.

Schnell lief er zurück zum Sarkophag und inspizierte ihn noch einmal ganz genau. Und als er hineinsah, blieb ihm erneut der Atem weg, er fiel wie gelähmt nach hinten weg und konnte sich trotz aller Anstrengung nicht mehr bewegen. Das Pony, das er kurz zuvor in der Grube erspäht hatte, schwebte nun über ihm und funkelte ihn diabolisch an. Es fühlte seine Angst.

Es zog schnell ein großes scharfes Messer, das es wohl direkt aus der Präparationswerkstatt von Letalis entwendet hatte. Du willst den Tod verstehen? sagte das Pony verzerrt. Letalis spürte jedes einzelne Wort wie einen Nagel, der in seinen Schädel gebohrt würde. Wenn du ihn erlebst, wirst du ihn verstehen.

Augenblicklich, nachdem das seltsame Pony geendet hatte, rollte es ihn auf den Rücken, schnitt binnen Sekunden seinen Rücken auf und bog seine Rippen mit einer Bewegung direkt unter seine ausgestreckten Arme. Letalis' Schreie hallten durch die ganzen Katakomben.

Aber wer außer ihm selbst würde ihn hören?

Nachdem das Pony noch Letalis' zwei Lungenflügel über dessen Rippen gelegt hatte und bemerkte, dass er durch den hohen Blutverlust und die beengte Luftzufuhr innerhalb der nächsten Minuten sterben würde, sodass es ihn noch schnell mit einer Kette so platzierte, dass er mit ausgestreckten Armen und Beinen über dem offenen Sarkophag hing.

"Ich weiß, wer du bist...", röchelte Letalis schon halb tot.

Das Pony schwebte direkt auf ihn zu und sah ihm direkt in die Augen. "Ich weiß. Aber alles, was du weißt, wird niemandem mehr nützlich sein", sprach es verzerrt, schwebte zurück in das Loch und schloss es hinter sich.

"So endest du also. Nicht als gefeierter Magier, weiser Gelehrter oder herausragende Persönlichkeit. Sondern allein als Machtdemonstration eines Dings, das du zu vernichten geschworen hattest...", schoss es Letalis durch den Kopf, bis er kurz darauf sein Leben aushauchte.

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Zum Verständnis:

Durch Celestias, Lunas und Twilights Tod war es an der Zeit, einen neuen Regenten aus den Beratern und engsten Vertrauten der Prinzessinnen zu ernennen. Zuerst wurden die überlebenden Freundinnen Twilights in Betracht gezogen, bis man feststellte, das weder Fluttershy noch Pinkie über die nötigen Fähigkeiten verfügten, um ein Land wie Equestria zu regieren.

Daher dezimierte sich der Kreis auf die Elite des Hofstaats in Canterlot. Magier, Geschäftsleute, Gelehrte, Offiziere, Bürgermeister und Adlige wetteiferten also um die Gunst des Inthronisierungsrates, der sich jedoch trotz aller Bestechungen neutral verhielt und schließlich einem Erdpony namens Amos, einem reicher Händler aus Manehattan, das Amt des Truchsess verlieh.

Er schwor auf das Grab der Prinzessinnen, Equestria zu schützen und nach bestem Wissen und Gewissen seine Macht auszuüben und versprach, seine große Macht unverzüglich wieder abzugeben, sobald diese Krise vorbei sei.

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Der Morgen dämmerte und Amos räkelte sich im Tiefschlaf versunken in ihrem Bett herum, bis sie von den lauten Rufen und Rütteleinlagen eines Gardisten aufwachte. "Was ist denn los?", lallte er dem grünen Pegasus ins Gesicht.

"Es geht um das Grab von Prinzessin Luna", erklärte er und Amos verlor augenblicklich jegliche Müdigkeit. "Ich bin heute morgen in die Katakomben reingegangen, weil ich Letalis noch etwas Geld geschuldet habe und na ja...ihr solltet besser mitkommen"

Das ließ sich Amos natürlich nicht zweimal sagen und raste mit dem Pegasus im Schlepptau in Windeseile zu Lunas Gruft. Die Tür stand sperrangelweit offen und die drei Schlösser waren zerflossen, so als ob man sie mit Säure beworfen hätte. Blaue Flüssigkeit tropfte von den Angeln und Einbuchtungen direkt auf den Boden und floss unter ihren Hufen herum.

Ihn aber interessierte es nicht. Er ging einfach stur weiter geradeaus und erstarrte, als er den noch tropfenden Blutadler über Lunas Sarkophag bemerkte. Ganze Scharen von Fliegen labten sich an dem ausgehöhlten Körper und Ratten rasten wie irre um den Sarkophag herum und stierten auf den triefenden, blutigen Leib.

Ohne Vorwarnung donnerte Amos einen Schwall Erbrochenes auf den steinernen Boden und sackte kurz in sich zusammen. "Was...ist das?", röchelte er dem Gardisten zu. Er blickte gleichgültig auf Letalis herab und antwortete: "Das ist...nein, war mal Letalis, der Katakombenwächter. Er hat doch für die Leichen gesorgt und sie konserviert oder sowas...na ja, egal, was meint ihr dazu?"

"Hatte er Feinde?", fragte Amos und stockte plötzlich, als er den offenen Sarkophag Lunas bemerkte, rammte den Gardisten zur Seite und schaute sich Lunas letzte Ruhestätte von innen an. "Er ist leer...", hauchte er langsam verzweifelnd. "Heilige Celestia..."

"Wer ist los?", fragte der Gardist gelangweilt und erntete einen bösen Blick von Amos. "Name und Dienstgrad!", zischte er ihn an.

"Hauptmann Tender, Exzellenz.", antwortete er ihr sarkastisch.

"Was für ein unpassender Name. Aber egal, holt euch einige Helfer aus der Kaserne und beseitigt das hier. Und kein Wort. Zu Niemandem!", befahl er, scheuchte ihn heraus und huschte selbst schnell wieder zurück in den Palast, um seinen persönlichen kleinen Kreis um sich zu versammeln.

Und niemand bemerkte das kleine rote Buch, das blutüberströmt am Boden lag. Weder Amos, noch Tender mit seinem späteren Vertuschungskommando. Nur der Ersatz für Letalis, der schnell auf die Beine gestellt wurde, entdeckte es beim Wischen des Gruftbodens. Aber er hielt es für nichts Besonderes, wie etwa ein simples Logbuch, in dem die Toten und ihre Todesdaten verzeichnet waren. Und da er angewiesen worden war, jegliche Spuren zu verwischen und das Buch über und über mit Letalis Blut beschmiert war, verbrannte er es im gegenüberliegenden Krematorium und schüttete die Asche später in die Kanalisation.

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Amos hatte indessen schon einen kleinen inneren Zirkel, bestehend aus seinem Marschall, dem Erzmagier Canterlots, Hauptmann Tender und Atlanas und Robert als seine besten Krieger, aufgestellt. Augenblicklich erklärte er ihnen leicht angespannt den Sachverhalt und sackte erschöpft auf seinen Stuhl zurück. "Was glaubt ihr ist das?", fragte er in die Runde und erntete nur leere, unwissende Blicke.

"Eure Exzellenz, bestimmt ist es ein Grabschänder, der von Letalis ertappt wurde und ihn daher umgebracht hat. Oder ein Nekrophiler oder sowas. Ganz simpel.", raunzte der bärtige Marschall und wurde jäh vom Erzmagier unterbrochen: "Solche "simplen" Aussagen können auch nur von euch kommen. Es steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr dahinter als so etwas. Und bei allem Respekt: Wenn es wirklich ein Grabschänder gewesen sein soll: Warum hat er dann keinerlei der Grabbeigaben mitgenommen? Und woher kommen diese blauen Flecken und Verätzungen in der Gruft, hä?!"

"Erzmagier Harlot, zügelt euch!" unterbrach ihn Amos und wandte sich Robert zu. "Du kanntest Luna besser als wir alle. Was glaubst du könnte passiert sein? Gibt es Dinge über Luna, die wir hier wissen sollten?"

Robert hob langsam seinen Kopf und antwortete:"Na ja, eigentlich wüsste ich da jetzt nichts...höchstens ihre dunkle Seite Nightmare Moon, aber ich meine, die ist doch in ihrem Helm versiegelt, oder nicht?"

"Ja...Augenblick! Du! Wache! Geh sofort nach dem Helm von Nightmare Moon sehen! Und zwar schnell!", brüllte er eine in der Nähe patrouillierende Wache an, die flugs salutierte und in Richtung Keller davonflitzte.

"Okay Leute: Wenn der Helm noch da ist, können wir uns sicher sein, dass es ein einfacher Mörder oder ein Leichenschänder oder was auch immer ist. Aber wenn der Helm nicht mehr da ist, müssen wir uns darauf einstellen...das Nightmare Moon zurückgekehrt ist", erklärte Amos und fuhr sich nervös durch die Haare.

"Das macht doch gar keinen Sinn!", schnitt Atlanas ein, "Luna kann sich ihren Helm doch nicht selber holen, solange sie tot ist!"

Amos starrte ihn jetzt direkt mit seinen glasigen grauen Augen an. "Dann, mein Freund, gibt es jemand weitaus Mächtigeres als Nightmare Moon, der sie nur als Werkzeug unseres Todes benutzen will. Und auch wird."

Und augenblicklich legte sich Stille über den Raum und die Sonne verschwand unter dem Horizont.

Kapitel II - Nightmare Night Bearbeiten

"Geh zur Garde Ruven haben sie gesagt. Es ist ehrenhaft und voller Glorie haben sie gesagt. Und was jetzt? Ich spiele Laufbursche für Truchsess Arschficker und muss ihm einen alten Helm geben. Halleluja", murrte der Gardist, den Amos soeben losgeschickt hatte, um nach Nightmare Moons Helm zu sehen, der dazu noch in der tiefsten Halle des Schlosses verstaut war, damit damit nichts Falsches geschehe.

Ruven fand es dämlich. Er glaubte zwar an die Magie, aber nicht daran, dass von einem simplen Relikt wie dem Helm Böses ausging. Er hielt ihn einfach nur für das Stück Altmetall, das sich Luna übergeworfen hatte, um ihrem Zorn maskiert freien Lauf zu lassen. "Blöde Schnepfen", flüsterte er vor sich hin und rief sich wie so oft zuvor seine Abneigung gegenüber den Prinzessinnen ins Gedächtnis. All diese Glofizierung und Heiligmacherei war ihm zuwieder, und das nicht erst, seitdem die ganze Geschichte Nibens mit den Missetaten der Prinzessinnen überall bekannt war. "Diese altkluge Hündin mit ihrem kleinen aggresiven blauem Boxsack...ein Glück, das sie tot sind!", grummelte er in sich hinein und klopfte an der Tür des "Reliktkäfigs", wie ihn gelangweilte Gelehrte getauft hatten, und erzürnte noch mehr, als ihm niemand öffnete. Auch auf laute zornige Zurufe reagierte niemand, bis er voller Wut auf die Archivare kurzerhand die Tür eintrat.

Seine Wut verflog jedoch augenblicklich, als er in die Kammer kam. Jegliche Apparate innerhalb des Raums waren bluverschmiert, Knochensplitter und Gedärme schwammen in roten Lachen auf dem Boden umher. Und in dem Käfig, in dem eigentlich der Helm hätte sitzen sollen, lagen vier Köpfe mit schmerzverzerrten Gesichtern. Einen von ihnen identifizierte er als den Magier Galen, der sich vor Wochen im Schloss niedergelassen hatte, um antike Relikte Equestrias zu untersuchen.

Sofort wandte er sich zur Tür und wollte davonrennen, jedoch stand dort jemand im Weg. Sein Fell war bluüberströmt und teilweise mit Haut und Haaren abgerissen, sodass man dort einen Blick auf verfaulende Muskelgewebe werfen konnte. Darüber trug er einen blutigen weißen Kitteln und schaute Ruven mit ausgehöhlten Augen an, bis er ihm urplötzlich einen langen Holzpfahl mit enormer Kraft in seine Stirn donnerte und zusah, wie Ruven nach Sekunden der Qual in sich zusammensackte und umfiel. Sein Tod war nun nur noch eine Frage der Zeit.

Und als das Kittelpony feststellte, dass er tot war, fiel es augenblicklich in sich zusammen, verlor jegliche Lebenskraft wieder, die ihm für diesen einen Auftrag gegeben wurde und rundete das Bild des Massakers perfekt ab.

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Amos wippte nervös auf seinem Stuhl herum und starrte stetig auf die Tür. Wilde Fantasien und Zukunftsängste zischten wie Pfeile durch seinen Kopf und ließen bei ihm den Schweiß ausbrechen. Er durfte jetzt nicht versagen. Nicht als Pony, nicht als Stratege und am wichtigsten: Nicht als Herrscher Equestria.

"Wo bleibt denn dieser Junge?", fragte ihn sein Marschall leicht angespannt und tickte den beinahe schon paralysierten Truchsess an. "Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn suchen würden, Exzellenz."

"Das machen wir, aber wir sollten als geschlossene Formation gehen. Denn wenn dem Gardisten das passiert ist, was ich glaube, sollte niemand aus diesem Rat hier allein verbleiben", wies sie Amos an, nachdem er sich wieder einigermaßen gefasst und sich flugs mit einem Schwert und seinen zwei ziegischen Leibwächtern bestückt hatte. "Schauen wir uns das mal genauer an!"

Und so begab sich die kleine Gruppe hinunter in die Katakomben des Schlosses, bis sie beim Reliktkäfig angelangt waren. Verwundert und etwas verängstigt über die bereits geöffnete Tür stapften leise hinein, bis sie die Blutorgie bemerkten und in sich zusammenzuckten.

"Bei allem Blut des Schattenkriegs..", hauchte Amos schockiert und deutete auf Ruvens Körper, in den etwas eingeritzt war. "Was steht da?"

Harlots Augen weiteten sich." N...M...E...was hat das zu bedeuten?", fragte er sich, bis auch sein Blick auf den mit Köpfen gefüllten Käfig fand und er das Fehlen des Helms bemerkte. "Nightmare Moon...Entkommen...wir müssen hier schleunigst weg!"

Wortlos stimmten ihm alle zu und rannten um ihr Leben nach oben, um so schnell wie möglich die Bewohner zu evakuieren und Nightmare Moon vorzubeugen. Doch all diese flüchtigen Pläne zerfielen zu Staub, als sie vom großen Balkon des Schlosses direkt auf Nightmare Moons Zerstörung herabsahen und ein Déjà-vu erlebten: Ponys rasten panisch durch die Straßen und warfen sich gegenseitig aus dem Weg, um so schnell wie möglich aus diesern Stadt herauszukommen. Egal ob Hengst, Stute oder Fohlen, niemand wurde bevormundet.

Doch das war nur der noch lebende Teil der Bevölkerung Canterlots. Unzählige Leichen pflasterten schon die Straßen, einzig und allein zusammengehalten von ihrem gerinnenden Blut. Und manche Toten standen wieder auf, umgeben von einer düsteren blauen Aura und mit fehlenden Augen, und begannen damit, alle Ponys zu massakrieren.

Köpfe wurden auf Zäuhne gepfählt, Blut als Bemalung getragen und Glieder zu morbiden Totems aufgebaut, die schließlich beinahe weihnachtlich mit den Innereien und Gedärmen behängt wurden. Und allem über schwebte lachend Nightmare Moon, erneut im Zenit ihrer Macht.

"Wir müssen weg und Hilfe von außen anfordern!", rief Amos, als er seine ohnehin schon durch Niben dezimierten Legionen im Gemetzel untergehen sah. "Wir müssen uns trennen, dann haben wir bessere Chancen! Robert und Atlanas, nehmt meine zwei Leibwächter mit, geht durch diesen Geheimgang, der euch nach Westen bringt, und schlagt euch nach Down Under durch. König Robert, ihr müsst dort so schnell wie möglich eure Truppen formieren und sie gefechtsbereit halten, bis ihr von mir Nachricht erhaltet! Und keine Heldentaten, das Volk von Canterlot ist eh schon vernichtet. Die Einzigen, die hier noch laufen, sind wir und diese untoten Dinger da unten. Ist das klar?"

"Jawohl, Exzellenz!", bestätigten Atlanas und Robert fast im Chor und stierten schon in Richtung Ausgang.

"Ich werde mit Harlot, Tender und Grazny nach Manehattan fliehen, um dort in der Staatsbibliothek nach Antworten zu suchen. Viel Glück!", verabschiedete er sich hastig und raste mit seinen Getreuen zum anderen Geheimgang.

Ebenso tat es Roberts Truppe und rasten durch die Höhlengänge, bis sie sich in Sicherheit fühlten. "Elender Müll. Da bringt man gerade mal eine große Bedrohung um und dann kommt schon die Nächste. Ich hasse das", grummelte Atlanas und ließ sich auf den erstaunlich warmen Boden fallen. "Es sind circa vierzig Kilometer von hier bis nach Down Under, das schaffen wir innerhalb von zwei Tagen, höchstens!"

"Da hast du Recht. Ich hoffe mal, dass Nighmare Moon sich vorerst andere Ziele sucht", sprach Robert und ließ sich ebenfalls auf den Boden sinken.

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In Canterlot brannten die letzten Feuer.

Der Boden des Thronsaal war übersät mit zerfetzten Ponyleichen. Blut tropfte von überall her und untote Ponies trotteten umher und zerfielen zu Fetzen aus Fleisch.

Und mittendrin saß Nightmare Moon, die in ihrer eigenen Pisse auf dem alten Thron Celestias saß. Sie lachte diabolisch, als sie sich die Entweihung und Schändung der Rasse der Ponies anhand von Canterlot immer und wieder vor Augen führte.

Doch dann stierte sie gierig aus dem Fenster nach Westen und schaute auf den nicht weit entfernten Berg. "Down Under", hauchte sie die Schatten hinter sich an, die augenblicklich mit der Aufrüstung und Befestigung Canterlots begannen.

Und Nightmare Moon lächelte. Denn sie war glücklich.

Kapitel III - Moonlight Bearbeiten

Tiefe Nacht.

Robert, Atlanas und zwei weitere Ziegen hatten ihr Lager in der Höhle aufgebaut und schwiegen sich an, bis Atlanas schlussendlich mit "Also Leute, wer von euch hat einen Plan, um Nightmare Moons Schreckensherrschaft zu beenden?" das Wort ergriff.

"Wir können sie nicht schlagen. Und ich will es ehrlich gesagt auch nicht tun", antwortete Robert tonlos und starrte weiterhin unbeirrt auf den feuchten Höhlenboden. "Aber du musst deine Liebe überwinden und sie besiegen! Du weißt, dass du der Einzige bist, der das kann!", erwiderte Atlanas leicht angespannt.

"Du sagst das so leicht. Und warum sollte ich der Einzige sein? Du kannst das genauso. Aber willst es einfach nicht, weil du Angst vor dem Tod hast. Wie ihr alle", hauchte Robert in den Kreis.

"Hör zu, ich weiß, dass es für dich schwer ist, aber du musst es für unser Volk tun! Für deine Ziegen! Für Equestria!", zischte Atlanas, während seine Augen langsam weiß zu glitzern begannen. Robert stand sofort entrüstet auf und brüllte los: "Luna ist mir mehr wert als alle meine Untertanen zusammen! Ich werde sie nicht töten!"

"Reg mich jetzt nicht auf. Du wirst es bereuen!", zischte Atlanas und schaute ihn mit seinen weißglitzernden Augen an.

"Du willst mir also drohen? Mir? Demjenigen, der die Situation als Einziger richten kann!?", grölte Robert und brach in verzerrtes Gelächter aus. Atlanas fasste sich schlagartig an den Kopf. Jetzt wirst du alles verstehen hallte es durch seinen Verstand. Und er begriff, was Niben gemeint hatte. "Hör....auf"

"Ich soll aufhören? Zwing mich doch!", donnerte Robert und kicherte weiter verächtlich, bis Atlanas auch zu lächeln begann. Und als er es bemerkte, war es schon zu spät.

"Hallo Freunde", sprach Niben diabolisch und ließ seine Augen flimmern. Augenblicklich donnerte er Robert mit einem Faustschlag kopfüber aus der Höhle heraus, direkt auf einen Felsvorsprung. Innerhalb einer Sekunde stand Niben neben ihm und donnerte ihm weiter ausgelassen lachend gezielte Schläge ins Gesicht und auf die Brust, bis er bald vollständig mit Blutspritzern bedeckt war."Du elende Made hast wohl gedacht, dass du mich los wärst und alle, die du liebst, in Sicherheit wären. Aber eins sag ich dir: Ihren Tod wirst du nicht mehr betrauern können!", lachte Niben, holte zum Todesstoß aus und verharrte.

Sein Gesicht verkrampfte sich und seine Augen wechselten rasch zwischen Grün und Weiß hin und her, bis Atlanas schlussendlich von einem gequälten Schrei Nibens begleitet die Kontrolle wiedergewann und kurz darauf in sich zusammensackte.

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"Wo... wo bin ich ?"

Er schaute sich um und erkannte, dass er wieder in der Höhle war. Ein Ziegenbock beugte sich gerade über ihn und verband einige Wunden. "Du hast gerade noch mal Glück gehabt. Hätten wir mich nicht, wärst du jetzt tot!", prahlte der Ziegenbock und klebte den Verband fest.

Links von ihm wartete schon Atlanas. "Alles okay? Niben hat dich mächtig zusammengeschlagen."

Niben? dachte Robert und erinnerte sich an nichts. Doch als er aufstehen wollte, fühlte er jeden einzelnen Knochen in seinem Leib schmerzen und erinnerte sich schlagartig wieder.

"Bleib lieber liegen, sonst gehen deine Knochen gleich wieder kaputt", ermahnte der Ziegendoktor.

"Ach was...", entgegnete Robert etwas gedrückt, "das wird schon wieder... ich bin ja nicht aus Pappe..."

"Ruh dich einfach aus, dann wird's schon besser...", riet ihm Atlanas, der inzwischen wieder eine ernste Miene aufgesetzt hatte.

Plötzlich rumpelte der Boden unter ihnen.

"Was zum... ", keuchte Atlanas erschrocken.

Der Boden bekam Risse, die immer größer und dicker wurden, bis nur noch ein Loch übrig blieb.

Atlanas hob vom Boden ab und hielt den Ziegendoktor fest, während Robert sich selbst nur mit Mühe in der Luft halten konnte. "Alter, lange halt ich das nicht durch!", keuchte er und ging in einen Sinkflug über und setzte nach der Landung vorsichtig den Doc ab. "Wo ist Robert?", fragte er und begann sofort, die Umgebung abzusuchen und Roberts Namen zu brüllen.

Jedoch keine Reaktion.

"Ähm, Leute, schaut mal nach vorne. Das sieht nicht gerade nach einer normalen Höhle aus...", hauchte der Ziegendoktor und zeigte nach vorn.

Atlanas Pupillen weiteten sich und er bemerkte Robert vor ihm in der Dunkelheit stehen.

Vor ihnen lag ein riesiger Raum, der mit Brücken und Säulen bis tief unter die Erde führte. Es war vollkommen beleuchtet und bot ein Panorama von Gebäuden, Stauen und Wohnhäusern aus einer Art grünem Marmor. Es war einfach nur pompös und überall standen alte Geschütze und Munitionskisten herum.

"Was ist das hier?", fragte Atlanas erstaunt.

"Das...", lachte Robert, "ist Capra, die erste Ziegenstadt. Die Legenden sind also doch wahr!"

Und so schritten sie durch das riesige Gemäuer und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Sie sahen Häuser, riesige Denkmäler in Form von Waffen, Ziegenkönigen und sogar eine Statue stellte Niben dar.

Er hielt eine Weltkugel in seinem Huf und auf dem Podest stand eine Inschrift. Als sich Atlanas vorbeugte, um sie zu lesen, donnerte ein verzerrtes Ich bin allgegenwärtig! durch seinen Schädel und er nahm augenblicklich Abstand von der Statue.

"Robert, die Ziegen kannten Niben? Ich dachte, er wäre nur den Prinzessinnen bekannt gewesen", fragte Atlanas und erntete ein selbstgefälliges Lächeln von Robert. "Weißt du, wir hatten einen eigenen Götterkult um Niben herum. Genauso wie die Schatten auch. Irgendwo hier lagern bestimmt auch die mystischen Chroniken der Sulvaren! Also der Zeit vor der Existenz unserer Art. Ihr Ponys seid eigentlich durch eure Regentinnen ziemlich unwissend, oder? Mit niemanden außer sich selbst verkehren...kann tödlich sein.", schloss Robert seinen kleinen Vortrag und grinste.

Atlanas starrte einfach nur und war fasziniert von der Architektur und der Gestaltung dieses Ortes. Er war erstaunt. Konnten die kriegerischen Ziegen wirklich so etwas Schönes schaffen?

Er begriff es nicht. Aber er sah es.

"Okay Leute, laut der Legende hat der rachsüchtige Diaron aus seinem rechten Arm eine riesige Streitaxt namens Chul-Serdin geschaffen, mit der er seinen Schatten die Macht geben wollte, Niben und sein ganzes Volk samt den Ziegen ausrotten zu können. Aber irgendwie sollen es die Ziegen unter König Hanrich II. geschafft haben, diese Waffe in ihren Besitz zu bringen und in Capra unter Verschluss zu halten..", erklärte Robert und führte die Gruppe weiter in den Berg hinein, bis sie zu einem Palast kamen. "Der Margaritturrem. Die Heimat des Königs...und auch seiner Waffen!", schwärmte Robert und schwebte nach vorn.

"Da willst du rein? Also wenn da Göttermörder drin sind, man die gute Waffenkenntnis der Ziegen in Betracht zieht und mal kurz nachdenkt, bemerkt man, dass da unter Garantie ein Haufen tödlicher Fallen drin ist. Also wäre es klüger zu... ach was, gegen Nightmare Moon verlieren wir eh, also was haben wir zu verlieren?", stellte Atlanas fest und rannte gegen die Eingangstür.

"Das bringt nichts, die ist magisch verstärkt. Da kommt man nicht mal mit nem K5-Eisenbahngeschütz durch...", erklärte Robert.

"Wie kriegen wir sie denn sonst auf?", zischte Atlanas verärgert.

"Da könnte ich euch helfen!", lachte eine Stimme und Atlanas wurde schwarz vor Augen.

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Als er aufwachte, fand er sich gefesselt an einer Wand wieder. Neben ihm hingen Robert, der Ziegendoktor und die zweite Ziege. Sie waren auch gefesselt.

"Na wenn das nicht der König der Ziegen ist!", krächzte eine Stimme.

"Wer bist du?!", brüllte Robert.

"Meinen Namen kennst du sicher nicht, aber... ich zeige mich dir mal..."

Ein kleines, buckliges Wesen kam herein. Sein Gesicht war durch zahllose Schwellungen und Narben stark entstellt, über denen schwarzes Fell wehte. Es war extrem dürr und trug eine beschmutzte grüne Robe, über der ein wuchernder Bart saß. Und auf seiner Stirn prangten zwei lange zur Seite abdriftende schwarze Hörner. "Mein Name... ist Ephial. Erzmagier der Könige von Capra und letzter Überlebender des Dunklen Zeitalters", sprach er und verbeugte sich spöttisch, "Und du bist Robert I., Herrscher der Ziegen, der Bezwinger der Schatten und König....unter dem Berge. Oh, ich vergaß, ihr habt ja gar keinen Berg mehr!"

"Natürlich haben wir einen! Kennst du nicht Down Under?!", donnerte Robert energisch.

"Natürlich tue ich das. Doch deine über alles geliebte Freundin hat es zerstört. An deiner Stelle würde ich mich hier nicht so rühmen. Landlos, lieblos...und freiheitslos!", lachte er hämisch und wandte sich Atlanas zu. "Und Kommandant Atlanas von Canterlot. Der Schöpferschlächter. Und Wirt des weißen Todes. Du willst gar nicht wissen, was gerade mit deiner ach so schönen Freundin gemacht wird..."

Er legte Atlanas seine klumpige Hand auf die Stirn und übertrug eine Vision.

Fluttershy lag dort wehrlos am Boden und wurde von den Schatten gefoltert und vergewaltigt, je nachdem wozu die Schatten gerade Lust hatten. Er kniff krampfhaft die Augen zusammen, doch Ephial hörte nicht auf, bis die Vision vorbei war.

Atlanas schreckte hoch und atmete schwer, als Ephial seine Hand von seiner Stirn nahm. "Diese... MONSTER!", brüllte er.

"Ganz ruhig, du bist nicht der, der gefoltert wird...", lachte Ephial noch lauter und krächziger als zuvor.

"Warte, ich kenne dich!", warf Robert ein, "du hast den Schatten Equestrias größte Geheimnisse verraten, sodass sie Burning Sun erwecken konnten. Das war dein Teufelswerk!"

"Ja. Aber ich kein Verräter. Denn meine Herren sind längst tot, sodass ich mich schon sehr lange meinen einzig wahren Leidenschaften widmen kann: Dem Opportunismus und der Schwarzen Magie!", lachte er weiter. "Ich bin mächtiger geworden als jeder andere Magier. Sogar mächtiger als ihr!", sprach er und schaute tief in Atlanas Augen und sprach Niben an.

Gib deinen Verstand auf! schallte durch Atlanas Kopf Ich werde das beenden!

Niben drückte erneut stark gegen die Gedankenmauer von Atlanas. Er versuchte krampfhaft, Niben fernzuhalten, doch der Zorn auf die Schatten war zu groß. Seine Augen begannen wieder weiß zu glühen und er sprengte seine Fesseln mit bloßen Hufen auf. Ephials Lachen wurde noch lauter und er verschwand in einer Wolke aus rotem Nebel. Zurück blieben nur die Schlüssel und eine kleine Notiz.

Als Atlanas wieder die Kontrolle über sich erlangt hatte, sprintete er sofort zu den Schlüsseln und las die Notiz vor, nachdem er die anderen befreit hatte. "Wir werden uns wiedersehen. Denn das hier ist erst der Anfang auf einer langen Reise, die ihr mit dem Tod beenden werdet!", las er vor und erntete ernüchterte Blicke von den Anderen.

Über die übertragene Vision bewahrte Atlanas vorerst Stillschweigen.

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Sie traten sie aus dem Berg heraus und fanden sich mitten im zerstörten Ponyville wieder.

"Das hier war Luna?! Also, das glaub' ich nicht... aber es ist ja da. Ich kann es nicht glauben. Ich kann es einfach nicht...", stotterte Atlanas.

"Ich auch nicht...", sprach Robert und schaute auf das zerstörte Ponyville.

"Bauen wir am besten hier unser Lager auf, bevor es Nacht wird!", schlug der Ziegendoktor vor und packte die Schlafsäcke aus. Atlanas stimmte ihm nickend zu und ließ sich auf den Boden sinken, "Aber was machen wir, wenn wir von Schatten angegriffen werden? Robert kann nicht kämpfen und die sind gerade hinter ihm her. Also... wer will freiwillig die erste Wache übernehmen?"

Keine Reaktion.

"Hey, das ist verdammt wichtig!"

Wieder keine Reaktion.

"Na gut, ich übernehm' die erste Wache. Aber ihr bleibt gefälligst in Alarmbereitschaft!", zischte er die beiden Ziegen an, die nickten und ihre Waffen in die Hand nahmen.

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Einige Minuten später.

"Hat zufällig einer von euch Karten mit?", gähnte Atlanas.

"Wenn du pokern kannst...", antwortete der Ziegendoktor grinsend.

"Ja, das kann ich aber... worum spielen wir denn?", fragte Atlanas und bekam ein entrüstetes "Um Geld natürlich! Oder um was denn sonst?!" vom Ziegendoktor gedrückt.

"So viel hab' ich nicht dabei, aber... wird schon reichen...", seufzte Atlanas und setzte sich zu den Ziegen. Und so vergingen Minuten und Stunden, bis das letzte Geld im Pott lag.

"The Flop", sprach der Doc und deckte die ersten drei Karten auf. Atlanas schaute entschlossen den anderen Ziegenbock an und erhöhte um zwei Münzen. Der Ziegenbock zögerte kurz, legte dann aber auch zwei Münzen auf den Boden.

"The Turn", sagte der Doc und deckte die nächste Karte auf.

Atlanas schaute skeptisch auf seine Karten, blieb aber standhaft und setzte wieder ein Pokerface auf. Der Ziegenbock schwitzte schon, aber wollte nicht schwach wirken und konzentrierte sich wieder auf sein Blatt.

"The River", sagte der Doc und deckte die letzte Karte auf.

"High Card mit Karo-König und Herz-Vier", hauchte der Ziegenbock und legte seine Karten auf den Boden.

Atlanas lachte. "Full House, mein Freund. Ich glaube, dass gehört jetzt mir", lachte er und grabschte nach dem Pott.

"Na toll, und was spielen wir jetzt?", fragte der Doc gelangweilt.

"Wie wärs mit einer Ru... Moment mal, was war das ?", fragte Atlanas angespannt und drehte sich um.

Der Doc legte den Huf auf den Mund und zückte seine MG. Atlanas und der andere Ziegenbock taten es ihm gleich und duckten sich.

Eine Truppe Schatten trabte den Weg entlang und stoppte abrupt ab. Der Anführer drehte sich zum schlafenden Robert und hob ihn auf einen schwarzen Karren. Doc hob die Hand und wies Atlanas an, die Hinteren zu erstechen. Atlanas stand auf und schlich sich an die beiden hintersten an, legte ihnen sein Schwert an die Kehle und zog es zu sich heran.

Blut spritzte auf ihn, die Schatten fielen leblos zu Boden, ein Schatten drehte sich um und brüllte: "Alarm! Hier sind Feinde!"

"JETZT", brüllte der Doc und eröffnete das Feuer. Der andere Ziegenbock kam von der anderen Seite und schoss auch auf die Schatten.

Plötzlich kam ein kleiner Blitz auf ihn zugeschossen und er konnte sich nicht mehr bewegen. Atlanas und der Doc wurden auch abgeschossen und fielen auf die Erde. Die Schatten hoben sie in eine aufrechte Position und lehnten sie und Robert an eine Wand. Der war inzwischen aufgewacht und versuchte sich zu befreien, aber vergebens. Was auch immer diese Blitze waren, sie erfüllten ihren Zweck.

Der Anführer stellte sich jetzt vor Robert und setzte seine Kapuze ab. Robert schaute nun in die selben kalten blauen Augen, die er nur zu gut kannte.

"Atmosphäre!", schrie Robert, "Du müsstest tot sein!"

"Nein, müsste ich nicht.... ihr dummen Ziegen habt damals nur auf die Zerstörung meiner Fabrik geachtet, sodass ich problemlos entkommen konnte. Und als ich von Luna's neuer Gestalt hörte, habe ich mich ihr angeschlossen. Sie will euch gern sehen, also kommt mit. Falls es euch interessiert, diese Lähmungsblitze sind meine Erfindung. Toll, oder?", lachte Dr. Atmosphäre voller Verachtung und wies die Schatten an, die Gefangenen mitzuschleifen.

---

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen sie am zerstörten Canterlot-Schloss an.

Nightmare Moon erwartete sie bereits.

"WO BIST DU GEWESEN, ATMOSPHÄRE?!", brüllte sie Atmosphäre wütend an.

"Auf der Suche, und ich bin fündig geworden", sprach er und warf ihr Robert vor die Hufe.

Kapitel IV - Moonlight Shadow Bearbeiten

Nightmare Moon starrte zuerst Robert und dann Dr. Atmosphäre an.

"DU hast...?!", stotterte sie.

"Richtig, so wie ihr es befohlen habt, meine Königin!", schmeichelte Atmosphäre, "und ich habe auch Atlanas dabei..."

Zwei Schatten stießen ihn nach vorne und zwangen ihn, sich hinzuknien.

Doch Nightmare Moon interessierte sich nicht für ihn.

"Gut, schön... dann bringt sie in den Kerker... ich möchte mit Robert ungestört sein!"

Die Schatten und Dr. Atmosphäre verließen mit ihren Gefangenen die Halle und stiegen die Stufen zum Kerker hinab.

Hier stank es fürchterlich und Atlanas musste mit Entsetzen feststellen, dass der Kerker voller Ponys war, denen Körperteile und Organe fehlten, die überall auf dem Boden lagen. Ihm wurde bei dem Anblick kotzübel, doch er schaffte es sich nicht zu übergeben.

Eine der Ziegen rutschte auf einer Niere aus und fiel hin, worauf drei Schatten gleichzeitig auf sie einprügelten.

Atlanas war kurz davor zu platzen, aber er konnte sich immer noch nicht bewegen und musste mit ansehen, wie er und die Ziegen gefesselt und an die Wand gehängt wurden.

Dr. Atmosphäre kam zu ihm, sah ihm direkt in die Augen und grinste.

Dann schlug er Atlanas mitten ins Gesicht.

"Lasst den Spaß beginnen... !", lachte er hämisch.

Die umstehenden Schatten kamen immer näher.

---

"Wa... rum? Luna bitte... ", keuchte Robert, der sich immer noch nicht rühren konnte.

"WARUM?! WEIL DU EIN SCHWÄCHLING BIST!", brüllte Nightmare Moon und trat ihn in die Seite.

Die Schmerzen waren gigantisch, aber er schrie nicht.

"DU HAST KEINE AHNUNG WIE ES IST, SOVIEL MACHT ZU HABEN UND SIE ZU BENUTZEN!"

"Doch, habe ich... zum Guten!", krächzte er.

"DU WAGST ES MIR ZU WIDERSPRECHEN?!", schrie Nightmare Moon und schlug ihm gegen seinen Hals, "DAFÜR WERDE ICH DICH GANZ LANGSAM TÖTEN, ICH ZERFETZE DICH, DOCH TÖTEN WERDE ICH DICH NOCH NICHT, DU SOLLST QUALVOLL STERBEN!"

Damit schlug sie ihm auf den Kopf, wandte sich ab und ging zu einem Tisch.

Mit einem langen Messer kam sie zurück und lachte schallend:

"BEREITE DICH AUF HÖLLENQUALEN VOR... !"

Mit letzter Kraft röchelte er:

"Du bist so dumm... ich dachte du kennst mich... seit wann lasse ich mich von EINER Truppe Schatten gefangen nehmen? Warum glaubst du, habe ich das getan?! - Um hier REIN zu kommen... !"

"UND WAS JETZT, DU HELD?! DU KANNST NICHT KÄMPFEN, DU BIST HALBTOT, UND ICH GEBE DIR DEN REST!"

Sie hob das Messer.

In dem Moment explodierte das riesige Glasfenster und Nightmare Moon drehte sich erschrocken um.

Scherben prasselten auf sie und Robert herunter.

Durch das Loch in der Wand sah sie auf DREI K5-Eisenbahngeschütze und Ziegen, die sich auf das Schloss zugestürmt kamen.

Sie drehte sich zu Robert um.

"WIE...?!"

"Tja... sie wissen immer, wo ihr König ist..."

Dann stach sie zu.

Robert schrie nicht, ein letztes Zucken ging durch seinen Körper.

Dann war er tot.

Nightmare Moon drehte sich wieder zum Fenster um und spannte ihre Flügel auf.

Der Kampf beginnt!, freute sie sich, und ICH werde siegen!

---

Atlanas spürte seine Glieder wieder.

Er stemmte sich gegen seine Fesseln, doch sie hielten ihn an Ort und Stelle.

"Oh, du kannst dich wieder bewegen? - Schön, dann...", lachte Dr. Atmosphäre, "... bringt sie rein!"

Atlanas riss an seinen Fesseln, als zwei Schatten Fluttershy hinein schleppten und vor ihn warfen.

Dr. Atmosphäre schlug ihm wieder ins Gesicht, nahm ihn am Kinn und sah ihm in die Augen.

"Deine Freundin ist schön... sie gefällt mir... für dich ist sie viel zu schade... aber ich... "

Atlanas schrie, als Dr. Atmosphäre auf Fluttershy zu ging und sie an ihrer Mähne nahm.

Er warf sich mit aller Kraft gegen seine Fesseln und zwei Schatten rasten zu ihm und hielten ihn fest, während Dr. Atmosphäre Fluttershy ins Gesicht hauchte:

"Dein Freund hat's dir bestimmt noch nie besorgt, oder? - Ach, hatte ich ja vergessen, das kann er ja gar nicht... egal, ich werde dir zeigen, wie es ist, richtig durchgenommen zu werden..."

Fluttershy konnte sich nicht wehren und er drehte sie zu sich um.

Atlanas brüllte:

"LASS SIE IN RUHE, DU BASTARD! WENN DU IHR EIN HAAR KRÜMMST, BRINGE ICH DICH UM!!!"

"Na dann... viel Spaß... wenn du dich befreien kannst... ", lachte Atmosphäre und brachte sich in Position.

Fluttershy keuchte.

"NEEEEIIIINNNN!!!", schrie Atlanas, den die Schatten nur mit Mühe halten konnten.

Dr. Atmosphäre lachte schallend.

Plötzlich gab es einen Riesenknall.

---

Atlanas lag auf dem Boden.

Seine Fesseln waren zerstört.

Er blickte sich um.

Schatten versuchten verzweifelt zu entkommen, doch die durch ein großes Loch in der Wand stürmenden Ziegen schlachteten sie regelrecht ab.

Das Blut der gefolterten Ponys vermischte sich mit dem der Schatten und spritzte gegen die Wände, als würde man eine Wasserpistolenschlacht machen.

Atlanas wuchtete sich vom Boden hoch und war mit einem Satz bei Fluttershy.

"Fluttershy!", keuchte er, "alles in Ordnung bei dir?!"

Dann sah er ihr Blut auf dem Boden.

"A... At... Atlanas...", schluchzte sie, "er wollte... heilige Celestia..."

Dann war sie bewusstlos.

Er bemerkte das Schattenpony im letzten Moment und schlug ihm seinen Eisenhuf mitten ins Gesicht, wodurch seine Nase brach und Blut durch die Gegend spritzte.

Er holte wieder aus und schlug so heftig zu, dass es quer durch den Kerker flog und gegen die gegenüberliegende Wand krachte.

Er nahm Fluttershy auf seine Schultern und sah sich um.

Nein, die Ziegen brauchen wirklich keine Hilfe... , dachte er, während er amüsiert zusah, wie sie den Schattenponys bei lebendigem Leibe die Organe herausrissen und den noch kämpfenden entgegenwarfen.

Manche Ziegen waren vor Blut nicht mehr zu erkennen, andere trugen schon die verletzten Ponys hinaus.

Er schloss sich ihnen an.

Draußen tobte die Schlacht.

Die Schattenponys versuchten die Ziegen mit allen Mitteln, die sie hatten, aufzuhalten, doch es gelang ihnen nicht.

Die Ziegen rückten immer weiter vor und rissen ihre Feinde in Stücke.

Blut, Gedärme und Körperteile flogen herum und die Schattenponys hatten keine Chance gegen die Übermacht, die ihnen mit Feuerwaffen zu Leibe rückte.

Ein K5-Geschütz feuerte los und die Granate fetzte ein riesiges Loch in die Menge der verteidigenden Schattenponys.

Doch Atlanas interessierte es im Moment nicht.

Zusammen mit den Ziegen erreichte er das hinterste Eisenbahngeschütz und den dahinter stehenden Lazarett-Zug.

Auf einem freien Bett legte er Fluttershy behutsam ab und flüsterte:

"Es wird alles gut, Fluttershy. Jetzt bist du in Sicherheit..."

Sie öffnete ihre Augen und hauchte ihm entgegen:

"Danke... du... du... du bist ein richtiger Freund..."

Dann schlief sie ein.

Atlanas betrachtete sie, wie sie da lag.

Sie war wunderschön.

Er begann zu verstehen, warum Robert Nightmare Moon nicht bekämpfen wollte.

Robert!, schoss es ihm durch den Kopf, dieses Monster hat ihn immer noch in ihrer Gewalt!

Er lief aus dem Waggon und hob vom Boden ab.

Dann flog er geradewegs auf das halbzerstörte Schloss zu.

---

Eines der Geschütze feuerte wieder los und Atlanas wich der Granate aus, die das Schlachtfeld unter ihm um einen Krater und einen Haufen Schattenponyleichen mehr bereicherte.

Er flog durch das Fenster und landete direkt vor Nightmare Moon.

"ICH HABE DICH ERWARTET! DOCH DU KOMMST ZU SPÄT...!"

Dann sah er es auch.

"NEIN!", schrie er, zog sein Schwert aus der Scheide und griff Nightmare Moon blind vor Wut an.

Das konnte, das DURFTE einfach nicht wahr sein... Robert war TOT!

Er drosch auf Nightmare Moon ein, die jeden seine Schläge mühelos parierte und dann ihrerseits angriff.

Er wehrte ihre Schläge ab, doch sie brachte ihn mehr und mehr in Bedrängnis, bis sie ihn schließlich in eine Ecke getrieben hatte.

Dann machte sie eine schnelle Links-Rechts-Kombination und schlug ihm sein Schwert aus der Hand.

Sie griff ihn an der Kehle und schlug ihn gegen die Wand.

Er versuchte ihrem Griff zu entkommen, doch sie war zu stark.

Er röchelte und sie lachte schallend:

"DU BIST ERBÄRMLICH... NOCH ERBÄRMLICHER ALS ROBERT... UND SO WAS NENNT SICH ANFÜHRER DER PEGASUSGARDE... ERBÄRMLICHER SCHWÄCHLING!!!"

Er wurde wütend, so wütend, dass er nicht bemerkte, dass Niben wieder hinauswollte... doch Wut macht blind, wie man so schön sagt.

Seine Augen begannen weiß zu leuchten und dann brach er Nightmare Moons Klammergriff.

Sie wich zurück und starrte ihn an.

"WAS ZUM...?!", keuchte sie entsetzt.

Dann brach Niben aus Atlanas Körper.

---

Niben schlug mit einem einzigen Schlag Nightmare Moon quer durch den Thronsaal.

Sie krachte auf die Fliesen vor ihrem Thron und schaffte es nicht, aufzustehen.

"HAHA! NUN BIN ICH FREI! UND ICH WERDE ALLES LEBEN IN EQUESTRIA VERNICHTEN!!!", lachte Niben und nahm sich die Magie des Mondes, die letzte Magie, die er noch brauchte, um wieder so mächtig zu sein, dass er von niemandem besiegt werden konnte.

"ENDLICH!", freute er sich, "UND LOS...!"

Er verwandelte sich in einen riesigen Drachen und brach durch die Decke des Palastes.

Dann stieß er ein markerschütterndes Brüllen aus.

Die Schatten und Ziegen starrten ihn entsetzt an.

Niben stampfte auf die Schattenponys und zerquetschte sie.

"FEUERT MIT ALLEM WAS IHR HABT!", brüllte der Ziegenbock.

Alle Ziegen feuerten zu gleich los.

Doch Niben störte das wenig.

Er machte noch einen Schritt auf die Ziegen zu.

"RÜCKZUG!", schrie der Ziegenbock panisch.

Innerhalb von Sekunden rannten die Ziegen zu den Zügen, sprangen hinein oder auf die Dächer und die Züge rasten davon.

Niben verfolgte sie, doch sie verschwanden in den Eisenbahntunneln in den Bergen.

Er überlegte, ob er die Berge sprengen sollte.

Nein, dachte er sich, zuerst Ponyville, dann der Rest dieser Welt..., dachte er sich, das beste zuerst!

So stampfte er zurück auf Ponyville zu.

Kapitel V - Sunrise Bearbeiten

Niben kam wieder in Ponyville an, doch die Stadt lag in Trümmern und war verlassen.

Er knurrte.

Dann wandte er sich dem brennenden Canterlot zu.

Das würde er zuerst tun, die Residenz seiner Erzfeindinnen zu zerstören, den Geburtsort der Ponyschwestern.

Dann würde er sie töten, dann ihr Volk und zum Schluss die Ziegen und anderen Tiere.

Er stampfte auf Canterlot zu und schlug mit einem Schlag die komplette Seitenwand des Thronsaals ein.

In diesem Moment traf ihn ein Lichtblitz.

Er taumelte zurück und schnaubte.

Dann sah er, wie Nightmare Moon auf ihn zugeflogen kam.

"DU DACHTEST, DU KANNST DICH MEINER MAGIE BEMÄCHTIGEN?!", brüllte sie, "TJA, FÜR SO EINEN NOTFALL HABE ICH MIR EINEN NEUEN VORRAT AN MAGIE VERSTECKT... UND NUN WERDE ICH DICH VERNICHTEN!!!"

Niben brüllte und warf einen gewaltigen Feuerball nach Nightmare Moon, die jedoch auswich und das Feuer den Wald hinter dem Schloss anzündete.

Sie schoss ihm wieder einen Energieblitz entgegen, Niben wehrte ihn gelangweilt ab und knallte ihr einen gigantischen Feuerball entgegen, dem sie wieder auswich und ihrerseits einen Blitz entgegenschoss.

Der Kampf der Giganten hatte begonnen.

---

Die Ziegen hatten den Bahnhof von Down Under erreicht.

Die Soldaten waren unruhig und schnatterten wild durcheinander.

Der Ziegenbock ergriff das Wort.

"Leute... ich weiß, dass die Situation mehr als beschissen ist, aber..."

"WAS ABER?!", brüllte eine Ziege, "NIBEN GRILLT UNS, WENN WIR NICHTS UNTERNEHMEN!!!"

"Ich weiß das... aber wir haben ein ganz anderes Problem... wir haben keinen..."

"KEINEN WAS?!"

Mist!, fluchte der Ziegenbock innerlich, ich hab´s verbockt! Na ja, dann eben die bittere Wahrheit...

"... keinen Anführer. Robert ist tot."

Die Ziegen starrten ihn an.

Dann brach Panik aus und sie rannten schreiend herum, fielen übereinander oder blieben einfach wie erstarrt stehen.

"RUHE VERDAMMT!", brüllte der Ziegenbock, "JA, DAS IST SEHR TRAURIG ABER WIR DÜRFEN NICHT AUFGEBEN! WAS HÄTTE UNSER KÖNIG DENN GESAGT, WENN WIR EINFACH NUR AUF DEN TOD GEWARTET HÄTTEN?!?!"

Die Ziegen verstummten und sahen ihn erwartungsvoll an.

Na toll!, dachte er sich, jetzt lass dir was einfallen!

"Also gut... ich werde euer neuer König sein und euch in diesem Krieg gegen Niben führen! Wir werden kämpfen, mit allem, was wir haben, mit jedem den wir haben, egal ob Ziege oder Pony, und wir werden Niben zeigen, dass wir uns nicht kampflos geschlagen geben! Denn WIR wurden von ihm erschaffen um zu kämpfen, und genau das werden wir jetzt auch tun, wir werden für das kämpfen, für was er uns erschaffen hat: FÜR DEN FRIEDEN IN EQUESTRIA! WER IST DABEI?!?!"

Lauter Jubel brandete ihm entgegen.

Die Menge nahm ihn auf ihre Schultern, ließ ihn über ihre Köpfe gleiten und brüllte kampflustig:

"HOCH LEBE DER NEUE KÖNIG! TRETEN WIR NIBEN IN SEINEN HINTERN!"

Der Ziegenbock war überglücklich.

---

Die Magie knisterte in der Luft, so geladen war die Umgebung der zwei Kämpfenden, die sich mit immer heftigeren Energieblitzen beschossen.

Und Magie bewirkt manchmal Wunder - so auch jetzt.

Atlanas schlug die Augen auf.

Er spürte die Schmerzen, die ihn fast wieder ohnmächtig werden ließen, doch er widerstand dem Drang und richtete sich langsam an der Wand auf.

Er nahm die herumfliegende Energie wahr und spürte, wie sie ihn durchdrang und seine Schmerzen hinfort riss.

Dann waren sie weg.

Er rieb sich seine Augen und sah das Kampfgeschehen mit Entsetzen.

Niben war aus seinem Körper ausgebrochen und wollte nun Equestria zerstören!, schoss es ihm durch den Kopf, doch Nightmare Moon... wieso kann sie ihn aufhalten?!

Als er seinen Blick von den Kämpfenden los riss, bemerkte er Robert, der leblos halb von Trümmern bedeckt mitten im Saal lag.

"Nein... bitte nicht...", keuchte Atlanas und ging wie in Trance auf seinen toten besten Freund zu.

Um ihn herum krachten Steine von der zerbrechenden Decke und Magie zischte pfeifend durch den Raum, doch er nahm es nicht wahr. Sein Blick ruhte auf seinem erstochenen Freund und trübte sich dann.

Er sank auf seine Knie.

"N... nein..."

Dann begann er hemmungslos zu weinen.

---

In diesem Moment landete Nightmare Moon einen Treffer.

Niben traf der Blitz zwischen seine Augen und er taumelte rückwärts.

Nightmare Moon setzte zum finalen Schlag an und jagte Niben einen Blitz in die Brust.

Niben stand da und rührte sich nicht.

Dann kippte er nach hinten und riss die noch stehende Wand des Thronsaals mit zu Boden.

Nightmare Moon lachte schallend:

"ICH HABE IHN BESIEGT, DEN GROßEN SCHÖPFER DER WELT! UND JETZT WERDE ICH MEIN IMPERIUM NEU ERRICHTEN... HAHAHA!!!"

Plötzlich vernahm sie ein Schluchzen.

Sie drehte sich um und sah Atlanas am Boden knien, vor dem toten Robert.

In diesem Moment passierte etwas mit Nightmare Moon.

Ihr sausten Stimmen durch den Kopf, Stimmen von Ponys, die sie getötet hatte oder die vor ihr gestorben waren.

Gewissensbisse.

Sie fasste sich an den Kopf und schlug dann mit aller Gewalt dagegen.

Doch die Stimmen verschwanden nicht, im Gegenteil, sie wurden immer lauter und intensiver.

"GEHT AUS MEINEM KOPF!!! BITTE... !!!", kreischte sie.

Dann stürzte sie ab und krachte auf den Boden.

Atlanas blickte verwundert auf und sah, wie sie zuckend und kreischend am Boden lag und sich wand, als gäbe es etwas, dass sie umklammert hielt.

Er sah überrascht, wie sich Magie in sich hinein zog und anfing blau zu schimmern.

"NEEEEIIIIINNNNNNN!!!", war das letzte, was er hörte, bevor vor seinen Augen ein gleißend helles Licht explodierte.

---

Als Atlanas wieder etwas sehen konnte, tanzte der Staub im Sonnenlicht vor seinen Augen.

Sonnenlicht?!, fragte er sich verwundert, als er das Alihorn bemerkte, dass dort lag, wo Nightmare Moon explodiert war.

Er traute seinen Augen nicht:

Luna lag auf den zerbrochenen Steinen, ihre blaue Mähne schimmerte im Wind.

Er sprang auf und rannte zu ihr und stupste sie vorsichtig an.

"Pr... prinzessin Luna?!", stammelte er verwirrt.

Dann schlug sie die Augen auf und sah ihn überrascht an.

"Atlanas... was ist passiert?"

"Ähhh... also..."

Luna stand auf und sah sich überrascht um.

"What the..."

Dann bemerkte sie Robert.

"HEILIGE CELESTIA!!! ROBERT!!!", schrie sie laut und flitzte zu ihrem Freund, "NEEEEIIIINNN!!!"

Sie fiel auf ihn und begann hemmungslos zu weinen.

"NEEEEIIIIINNNN!!! WIESOOO?!?! WAS IST HIER PASSIERT?!?!", heulte sie, "WAAAS?!"

Atlanas wusste nicht, was er antworten sollte.

---

So stand er da, eine am Boden zerstörte Luna vor sich, ein völlig zerstörtes Ponyville neben sich und seinen besten Freund tot vor sich.

Noch schlimmer kann's ja nicht werden... , dachte er, als er plötzlich ein markerschütterndes Brüllen hörte.

Er fuhr herum und sah Niben, der wieder aufgestanden war und seine Faust hoch erhoben hatte.

"BEREITET EUCH AUF EUREN UNTERGANG VOR!!!", brüllte Niben und seine Faust raste auf ihn und Luna zu.

Doch er stand bewegungsunfähig einfach nur da und starrte dem Tod entgegen.

Das war's also, dachte er, das war's dann...

In diesem Moment trafen Niben mehrere Explosionen und warfen ihn ein Stück rückwärts.

Er richtete sich auf und - da traf ihn schon die nächste Salve, abgefeuert aus acht K5-Eisenbahngeschützen, die von einer gigantischen Ziegenarmee begleitet wurden.

Zornig wollte er sie mit einem Feuerstrahl rösten, doch dann spürte er etwas, was er noch nie gespürt hatte:

Er hatte keine Kraft mehr, um sich zur Wehr zu setzten.

---

Der Ziegenbock blickte durch sein Fernglas und sah, wie Niben taumelte.

Euphorisch brüllte er seiner Armee zu:

"FEUERT WEITER! BALD HABEN WIR IHN!!!"

Die Ziegen luden wieder nach und die Geschütze feuerten die nächste Ladung ab.

Diesmal traf es Niben so hart, dass er stürzte.

Und bevor er starb, merkte er, dass ER das Unrecht begangen hatte, er allein.

Atlanas blickte ihn vom zerstörten Thronsaal aus an.

"Es... tut... mir... leid...", keuchte Niben, "bitte... Atlanas... verzeih... mir..."

Dann war der Schöpfer Equestrias tot.

Atlanas starrte den toten Niben lange an und dachte nach.

Ja, ich verzeihe dir... , dachte er sich, ich verzeihe dir...

---

Die Ziegen stürmten Canterlot und befreiten die letzten gefangenen Ponys.

Doch als auch die letzten im Thronsaal ankamen, verstummte auch ihr Siegesgeheul.

Alle standen um ihren toten König und Prinzessin Luna herum und trauerten mit ihr.

Die besten und härtesten Ziegenkämpfer nahmen ihre Helme ab und begannen zu weinen.

Der Ziegenbock und Atlanas standen nebeneinander.

Der Ziegenbock weinte hemmungslos und Atlanas legte ihm seinen Eisenhuf auf die Schulter.

"Du musst jetzt stark sein... so wie wir alle... er wird schließlich weiterleben... hier drin... "

Er fasste sich an die Brust und legte seinen Huf auf sein Herz.

Der Ziegenbock schniefte.

"Aber er... er war doch noch so jung... und jetzt... ist er tot..."

"Ja, das ist leider so... aber er hat sich für uns alle geopfert, damit wir in Frieden weiterleben können, vergiss das nicht..."

Der Ziegenbock schwieg und weinte.

Atlanas weinte mit ihm.

---

Plötzlich donnerte es über ihren Köpfen und die Ziegen sahen auf.

Eine kreisende Wolke schwebte über dem zerstörten Schloss.

Wind kam auf und zerzauste Atlanas Mähne.

"W... was passiert hier?!", fragte er verwirrt.

Der Ziegenbock trat einen Schritt nach vorne.

"Was passiert eigentlich, wenn der Schöpfer einer Welt stirbt? Wird er dann nicht wieder neu geboren?!"

Atlanas starrte ihn an.

"Aber das hieße ja..."

"... genau. Eine neuer Niben wird gerade geboren."

"EIN NEUER NIBEN?!", schrie Atlanas panisch.

"Ja.", meinte der Ziegenbock tonlos, "aber ein GUTER Niben!"

"Woher willst du... ?"

"Er hat gemerkt, dass ER einen Fehler gemacht hat... und nun wird er ihn wieder ausbügeln!"

Atlanas starrte ihn an.

Du fantasierst doch!, dachte er, du spinnst! Niben kommt zurück und macht hier alles platt!

Doch in diesem Moment zuckte ein Lichtblitz vom Himmel herab und traf Robert.

Luna sprang auf und war sofort kampfbereit, doch der Ziegenbock hielt sie fest.

"Bleib stehen, Luna. Niben wird Robert nichts tun... nicht mehr..."

Luna starrte ihn ungläubig an.

"Glaub mir, Niben wird keinen Fehler zweimal begehen... und er wird sich bei uns entschuldigen... für alles, was er getan hat... mit der Sache, die wir uns am meisten wünschen..."

"Woher...?!", keuchten Luna und Atlanas.

"Er hat es mir gesagt...", meinte der Ziegenbock seelenruhig.

Sie starrten ihn entgeistert an.

Dann hob Robert vom Boden ab und begann zu schweben.

Ponys und Ziegen traten einen Schritt zurück und sahen dem unglaublichen Schauspiel zu.

Robert wirbelte immer schneller durch die Luft.

Dann explodierte ein gleißend helles Licht vor den Augen der Umstehenden und sie fielen zu Boden.

---

Als Luna wieder aufwachte, spürte sie jemanden neben ihr liegen.

Jemand warmen.

Sie schlug ihre Augen auf und er lag neben ihr - Robert.

Mit einem Freundenschrei sprang sie auf.

"ER LEBT!!!", jauchzte sie über die am Boden liegende Menge hinweg, "ER IST WIEDER DA!!!"

Sofort wuchteten sich auch die ersten Ziegen vom Boden auf und kamen erwartungsvoll näher.

Auch Atlanas rappelte sich auf, zog den Ziegenbock nach oben und blickte dann in Lunas Richtung.

Dann endlich schlug Robert seine Augen auf.

Und blickte direkt in Lunas vor Freude strahlendes Gesicht.

"W... was ist...", keuchte er.

"DU LEBST VERDAMMT!!!", quietschte Luna mit Freundentränen in den Augen, "ICH DACHTE SCHON, ICH SEHE DICH NIE WIEDER!!!"

"Na sooo schlimm war's doch gar nicht, oder?!"

"Ach nö, überhaupt nicht...", lachten Atlanas und der Ziegenbock.

"Ey, so wie ihr ausseht..."

"Na gut, wenn du unbedingt willst..."

Und Atlanas begann zu erzählen.

Als er geendet hatte, starrte Robert ihn verblüfft an.

"Okeyyy...", war das einzige, was er erwidern konnte.

Dann drehte er sich zu Luna um.

"Oh, ich verstehe... ich war tot... HEILIGE CELESTIA, ICH WAR TOT! Und du... deswegen..."

Ohne weiterzusprechen zog er sie zu sich heran.

Und sie küssten sich.

---

Man hatte alles Essbare zusammengetragen, was man noch fand und feierte ein riesiges Fest.

Der Stress und die Angst fielen von den Bewohnern Equestrias ab und sie sangen, tanzen und lachten ausgelassen miteinander, es war fast schon so, als hätte es keinen Krieg gegeben.

Robert saß zwischen Luna und Atlanas und quatschte mit ihnen.

Doch er wusste, dass irgendwer - irgendwas fehlte...

Nur was?

Plötzlich fiel es ihm siedend heiß ein:

CELESTIA!

Er wollte es laut verkünden, doch er sah in die glückliche Menge und dachte sich, nein, das kann ich ihnen auch morgen sagen... sie haben heute wirklich genug erlebt...

Und so schwieg er und rückte näher an seine Freundin heran.

Doch während unten AUF der Erde ihre Bewohner fröhlich feierten, sah einer zu und freute sich, dass er das alles erschaffen hatte, dass er diese Geschöpfe erschaffen hatte.

Niben.

Und er war glücklich.

---

ENDE

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