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Schattenblues

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Schattenblues ist mehrteilig! Der nächste Teil der Reihe ist GTA Leipzig.

Kennt ihr das auch, dieses Gefühl, wenn man eigentlich todmüde ist, seine heißersehnte Stute neben sich liegen hat, ihren Atem auf seiner Brust spürt und eigentlich nichts lieber machen würde, als eine heiße Nacht mit ihr zu verbringen, es aber einfach nicht kann, weil einem an diesem Tag etwas widerfahren ist, das man noch nicht verarbeiten konnte? - So gehts mir öfter... heute war wieder so ein Abend... selbst stundenlang unter der Dusche zu stehen hatte nicht wirklich viel gebracht, und ich fürchte, dass ich nicht mehr länger schweigen kann...

---

"Applejack?"

"Hm?"

"Du... ich... ich kann grad nicht..."

Ein Grunzlaut kam aus ihrer Richtung: "Schon wieder nich?"

"Ach... das war mal wieder..."

"... ein Tag heute?"

"Absolut... und irgendwie... würde ich gern..."

"Ja?"

"... mir die Seele frei quatschen..."

"Hey, du weißt doch...", sie streichelte mir über den Bauch, "mir kann man alles erzählen, ich bewahre Stillschweigen darüber, versprochen!"

"Hm... also gut, ich versuch's..."

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Alles hatte in Down Under begonnen. Robert hatte mich zu sich bestellt und erwartete mich schon ungeduldig, saß aber trotzdem gleichzeitig mit Sonea an einem Schachspiel und war hochkonzentriert.

"Da biste ja endlich...", begrüßte er mich und schon seinen rechten Turm nach C-1, "setz dich zu uns, wir sind gleich fertich..."

"Denke ich auch, Dad...", grinste Sonea und machte ihn in drei Zügen matt, "yay, gewonnen!"

"Hast gut gespielt, danke, hat Spaß gemacht!", grinste mein Bruder, "und du wirst immer besser, Kleine - bald machst du jeden platt!"

"Pfff, dass ich nicht lache... na ja, mal sehen..."

"Du hast mich herbestellt...", verschaffte ich mir Gehör, "watt jibt´s?"

"Ah, stimmt... also, pass auf: Safira hat mich vor knapp ner Stunde angerufen und mich um Hilfe gebeten, um dringende Hilfe!"

"Das hört sich ja irgendwie ungut an..."

"Ist es auch - also, so nen paar Heil-schreiende Daeron-noch-immer-vergötter-Freaks haben ihre Krone gemopst und sind damit in die Menschenwelt abgezischt... dummerweise gibt Safira morgen Abend ein Fest in Oblivion, zu dem auch Vertreter der Yamne´es eingeladen sind... Black Snow will höchstpersönlich vorbeischauen, und da kann Safira natürlich schlecht ohne ihre Schattenkrone auflaufen!"

"Au Backe!", keuchte ich, "das ist wahrlich eine verkrazte Situation - und was... oh nein, bitte nicht DAS...!"

"Doch, genau das!", grinste jetzt meine Nichte frech, "wir drei ab zu den Menschen und Party hard!"

"Robert, du hast nen Knall!", versuchte ich ihn noch abzubringen, "du weißt selbst, dass die halbe Menschenwelt nach dir sucht, und du willst TROTZDEM da hin!"

"Ja, aber hier kommt unser vierter Hengst im Bunde ins Spiel!"

"Wer soll das sein?"

"Caydan!"

"Du spinnst doch!", meckerte ich lauthals los, "das ist ja wohl der letzte, den ich fragen würde!"

"Nur weil er ein Gangsterboss ist?", kam es unerwartet von Sonea, "och, so übel ist der gar nicht..."

"Woher willst ausgerechnet du das wissen?!", fuhr ich sie lauter als gewollt an.

"Sagen wir's mal so... seit mein Ferdi Wache unter dem Kopfsteinpflaster von Leipzig schieben darf...", sie warf ihrem Vater einen giftigen Blick zu, "muss mein Hormonhaushalt eben anders ausgeglichen werden..."

Ich antwortete nicht, ich konnte gar nicht antworten, weil das... mal wieder typisch diese bekloppte Familie war. Und zu allem Überfluss gehörte ich da dazu...

NEIN!!!

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"SONEA, DAS GLAUBE ICH JETZT NICHT!!!", machte ich meiner Fassungslosigkeit Dampf, "DU BIST MIT CAYDAN IM BETT GEWESEN?!?!"

"Aber sicher doch...", nickte Sonea gut gelaunt, "und er war nicht mal schlecht... verdammt gut sogar!"

"ROBERT, HAST DU JETZT KOMPLETT DEN VERSTAND VERLOREN?!?!", schrie ich meinen Bruder an, "DU KANNST DOCH NICHT ZULASSEN, DASS DEINE TOCHTER...!!!"

"Meine Tochter ist fünfzehn und kann besser als manch erwachsener Hengst auf sich aufpassen, hat schon zweimal bewiesen, dass sie Celestia geradewegs ablösen könnte und ist halt schon reif - was soll ich da machen?"

"ICH... Ich... ich hau dir aufs Maul...", gab ich auf, "ich leg dich um... irgendwann mal... also, was ist jetzt mit Caydan?!"

"Der kommt mit, nicht mehr und nicht weniger...", kicherte Sonea, "und wir werden ihn gut unter Kontrolle haben, verlass dich drauf Onkel!"

"Dazu sach ich jetzt nix...", grummelte ich und erhob mich, "macht doch wie ihr wollt - ich bin weg!"

Und ehe Robert noch etwas sagen konnte, hatte ich den Raum auch schon verlassen und verzog mich sauer ins Labor.

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Prof. Dr. Fisch und Dr. Schinken waren voll mit ihrem Dauerpatienten beschäftigt, als ich zu ihnen stieß und mich auf einen Stuhl fallen ließ.

"Moin!", begrüßte mich der nicht mehr ganz so junge Doktor, "na du, wie geht's... oh, welcher Schatten ist dir denn über den Weg gelaufen?"

"Meine dämliche Verwandtschaft mal wieder, die geht mir sowas von gegen den Strich mit ihrer bekloppten Dauergeilheit!"

"Ah, es geht also um Sonea...", kicherte er belustigt, "ja, das ist auch so eine böses Fohlen... mich hat sie auch schon gefragt..."

"Diese Familie...", grinste nun auch Allen Fisch und besah sein Klemmbrett, "aber was soll's, ich bin lieber froh, dass Sonea schon so reif ist... in dem Alter hätte ich mich an keine älteren Ziegen rangewagt..."

"Dafür hast du jetzt eine fürs Leben gefunden, das ist doch auch schonmal was wert...", lächelte Dr. Schinken, "und jetzt sag nicht, dass sie nicht die ist, die du immer wolltest..."

"Schon, nur... sie ist wirklich verdammt alt inzwischen, aber das ist mir egal - viel jünger bin ich ja auch nicht gerade..."

"Eben!", knuffte ihm sein Freund gegen die Schulter, "also sieh's lieber positiv und freu dich, dass deine Dame noch für dich da sein kann und dich lieb hat!"

"Gegen ein bisschen Liebesspiel hätte ich jetzt auch nix gehabt, aber ich will ihr nichts brechen... sach mal Ziegenbock, was hältst du davon?"

"Wenn es dich glücklich macht, soll's dein Himmelreich sein...", murrte ich ungehalten, schon wieder Sex und Liebe, musste das sein?!

"Ey, was ist eigentlich los mit dir?", fragte mich der alte Professor verärgert, "du bist mal wieder super drauf, und wir..."

"WEIL ES MIR VERDAMMT NOCHMAL KEINE RUHE LÄSST, DASS MEINE NICHTE MIT FÜNFZEHN JAHREN SCHON MIT MEHR HENGSTEN IM BETT WAR ALS ICH IN MEINEM GANZEN LEBEN MIT STUTEN UND OFFENSICHTLICH NICHT KAPIERT, DASS DAS ECHT GEFÄHRLICH SEIN KANN!!!"

"Ach, daher weht der Wind...", konnte sich John Schinken nicht verkneifen, "heilige Arriv... ähm, Luna, ist das denn so schlimm?"

"JA!!!"

"Finde ich nicht...", meinte Fisch gut gelaunt, "ich denke, dass jedes Fohlen für sich selbst entscheidet, wann es reif genug ist, um seinen ersten Sex zu erleben, und wenn Sonea das eben mit älteren Hengsten tun möchte, wäre ich der Letzte, der sie davon abhalten würde... und du solltest dir wirklich keinen Kopf deswegen machen..."

"Mache ich aber!", schnauzte ich ihn an, "vor allem, wenn dieser Jemand derjenige ist, der derzeit die Bevölkerung Equestrias am meisten terrorisiert und sämtliche Polizei auf Trab hält!"

"Du sprichst von Caydan?!", wollte Dr. Schinken wissen und ich nickte knapp, "na ja, das mag sein... er ist nicht unbedingt ein Held, aber wenn Sonea das möchte..."

"WENN SONEA DAS MÖCHTE, WIE SICH DAS ANHÖRT!!!", verlor ich endgültig die Nerven, "HEILIGE ARRIVA NOCHEINMAL, DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN, UND ES IST MIR UNVERSTÄNDLICH, WIE IHR ALLE NAIV GLAUBEN KÖNNT, DASS ER IHR NICHTS TUN WÜRDE!!! ICH MACHE MIR SOLCHE SORGEN UM IHR WOHLERGEHEN UND IHR ALLE... ACH VERGESST ES EINFACH!!!"

Wutentbrannt rauschte ich aus dem Labor, bloß weg von all diesen Fachidioten! - Die gehen einem nur auf den Keks, und ihre dämlichen Kotzsprüche... nein, es reichte hin!

So verschwand ich endgültig aus dem Ziegenschloss und kletterte kurzerhuf in die stillgelegten Bergwerke hinab, da, wo ich hoffentlich meine Ruhe haben würde...

Im Endeffekt hatte ich genau 45 Minuten, bevor mein Funkgerät aufjaulte und ich nicht daran vorbeikam, das Gespräch anzunehmen... und sofort wieder nach oben raste.

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"Währenddessen in der Menschenwelt... das hat mir Ameli vorhin erzählt, weil Hannes... na, du weißt ja."

"Mhm... aber eine Frage habe ich da doch... sache mal, warum hat dich das mit Sonea überhaupt so aufgeregt?"

"Liebste Applejack, ich... ich weiß es nicht... jetzt im Nachhinein komme ich mir so blöd vor, dass ich sie versucht habe abzuhalten... sie selbst muss für sich entscheiden, so wie die anderen es gesagt haben... was bin ich doch für ein sturer Bock..."

"Hey, so schlimm bist du gar nich - und denn erzähl ma weiter, ich brenne darauf!"

"Also schön..."

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Hannes hatte sich gelangweilt.

Langeweile war für ihn gar kein Ausdruck mehr, so schlimm war die Wache in der Menschenwelt mittlerweile geworden.

Kaum zu glauben, dass ich jede verdammte zweite Woche mir hier den Arsch absitzen und mich langweilen darf!, beschwerte er sich innerlich, und die schönen Ziegen gehen derweil mit den glücklichen Böcken, die daheim in Down Under stationiert sind...

Noch besser hatte es wohl die getroffen, die es in die equestrianischen Städte oder gar ins Schattenreich verschlagen hatte... mannoman, die Schattenstuten seien solch schönen Exemplare, hatten bereits manch seiner Kameraden bei seiner Rückkehr geschwärmt, und feurig sollen sie sein... und doch gewillt, ein Leben mit einem Ziegenbock in Down Under zu führen... hach ja...

Unwillkürlich musste er an Sonata Dusk denken, die ihm... eine Nacht beschert hatte, wie er sie noch nie erlebt hatte - sie war irre gewesen, und auch wenn ihr Dienst nicht ganz umsonst gewesen war, hatte er Hannes ein Erlebnis hinterlassen, das seine Meinung über Equestriastuten deutlich geändert hatte.

Und die Tatsache, dass er mit einer Sirene geschlafen hatte, hatte sogar seinen besten Freund Ferdi vor Neid erblassen lassen... oh ja, sein zutiefst erstauntes Gesicht war zum Schreien gewesen! Aber momentan... ja...

"Hannes!", weckte ihn da die Stimme von Rothen Warz aus seinem Tagtraum, "es gibt Ärger, und zwar ziemlichen! - Die Russkis und Mafiosi scheinen sich massenhaft in Gohlis zu versammeln, und wie Willisch meldet haben mehrere teils schwere Feuerwaffen dabei - wir müssen eine Eskalation unbedingt stoppen!"

"Oh fuck!", entfuhr es dem jungen Ziegenbock und Oberst, der die Untergrundeisenbahner in Leipzig befehligte, "ich wusste, dass dieser Tag schneller kommen würde, als es uns lieb ist - na gut, dann machen Sie die Männer klar Warz, ich kümmere mich um die Logistik - in fünf Minuten müssen alle abmarschbereit am Ausgang Gohlis sein, haben Sie verstanden?!"

"Jawohl, Oberst Hannes!", brüllte der Ghost Rider und raste zu den Unterkünften der Soldaten, Hannes selbst hinterließ eine Nachricht auf dem Funkkanal der Kaserne von Down Under (er erreichte komischerweise niemanden), bevor er sich sein Maschinengewehr und die Ausrüstung schnappte, sich blitzschnell bereit machte und in Richtung des Krisenherdes rannte.

Unterwegs dachte er noch darüber nach, ob sie wohl Urlaub kriegen würden, wenn sie wie immer siegreich aus der Schlacht heimkehren würden.

Doch dieses Mal täuschte er sich gewaltig...

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Ferdi befand sich zu diesem Zeitpunkt in Dresden und inspizierte dort den Fortschritt der Bauarbeiten zum neuen Untergrundeisenbahnerhauptquartier unter dem Rangierbahnhof.

Er würde erst am nächsten Morgen in Leipzig eintreffen und dort der Erste sein, dem sich das ganze Desaster voll offenbaren würde...

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"Seid ihr bereit?", fragte Robert über seine Schulter, "denn dann sollten wir ma losmachen!"

"Ich bin bereit... auch wenn ich nicht so ganz glücklich mit Eurer Tochter bin, Ziegenkönig...", brummelte Caydan, an dessen Schulter Sonea wie eine Klette klebte und sich an ihn drückte, "... sie..."

"Sonea, dann lass doch Caydan, wenn er nicht flirten will, man soll schließlich niemanden zu seinem Glück zwingen..."

"Haha, das war nicht witzig!", murrte der Black-Pony-Hengst sauer, "mal im Ernst Sonea, ich will nix von dir, und dass wir mal hin und wieder Sex haben heißt nicht, dass du meine Freundin bist!"

"Solange du in meiner Nähe bist, will ich dich einfach mit Haut und Hufen fressen!", grinste sie zurück und ließ von ihm ab, "oh Kerl, du bist einfach klasse!"

"Können wir jetzt bitte los?!", murrte es zurück, "ich habe wirklich keinen Bock mehr auf diese Schleimerei, ich will meinen Gefallen einlösen und gleich wieder in meinem Ghetto verschwinden!"

"Kannste ja auch gleich wieder!", rief Robert schon halb im geöffneten Portal stehend, "aber jetzt beweg deinen Hintern hier rein - und begleite uns in die Menschenwelt!"

Ohne sich noch länger über Soneas Anmachversuche zu ärgern nahm er Anlauf und sprang in den Strudel der Dimensionen.

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Hannes Truppe war bereits auf Positionen, die dreizehn Ziegen hatten sich perfekt in die Ecken und Winkel der Häuser und deren Dächer positioniert, fünf als Späher und der Rest mit je einer schweren MG und mindestens einer Panzerfaust.

Er selbst hatte sich in einen dreckigen Hauseingang zurückgezogen und erwartete von dort aus die Konfrontation der beiden Gangs... über ihm im Haus wachten zwei MG-Posten, auf der anderen Straßenseite auch, der Rest...

Zisch!, zog eine rote Leuchtrakete in den Himmel und verblasste wieder - sie kamen also!

Hannes entsicherte seine AK, duckte sich hinter die vor ihm liegenden Sandsäcke und wartete auf den ersten Schuss.

Quälend langsam verstrichen die Sekunden, seine Hände begannen leicht zu zittern, sein Atem ging stoßweise, sein Zeigefinger kam dem Abzug gefährlich nahe...

KA-WUMM!!!!!!

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Sonea war die Letzte, die in dem dunklen Park aus dem Nichts auftauchte und sich zu allererst einmal vorsichtig umsah, ob ihr Auftauchen auch niemand bemerkt hatte.

Offensichtlich nicht, musste sie feststellen, denn ihr Vater war bereits ins Licht einer Straßenlaterne gewandert und betrachtete den darunter hängenden Straßenbahnfahrplan... typisch!

Caydan war nirgends zu entdecken, perfekt mit der Dunkelheit verschmolzen hatte er sich unter einem Busch positioniert und sicherte ihren Vater... als ob der nicht für sich selbst sorgen konnte!

"Die Tram kommt in drei Minuten!", rief er jetzt so laut quer über den ganzen Platz, dass es wahrscheinlich noch die feiernden Studenten im fünften Stock des Hauses auf der anderen Straßenseite hören mussten...

Wie unauffällig..., konnte sie nur den Kopf schütteln, oh man, und trotzdem... ja, schaffte ihr Vater es immer, alles, was er sich in die Rübe setzte, perfekt hinzukriegen - na ja, fast...

"Sonea, Caydan, kommt ihr?"

Sie konnte das Black-Pony aus dem Gebüsch leise fluchen hören, selbst fiel ihr dazu auch nichts mehr ein... oh man...

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"Hannes?! HANNES?!?! WACH AUF!!!!!!", schrie jemand von ganz weit weg, wie es dem jungen Ziegengeneral schien... und warum musste der so schreien? - Es war doch nichts hier um ihn herum... nichts... nur dieses Licht... dieses Licht... dieses...

"HAAANNES!!!!!!", riss es ihn endgültig wieder in die Wirklichkeit zurück, "SCHWERSTER BESCHUSS VON ALLEN SEITEN, WIR MÜSSEN SOFORT WEG VON HIER!!!!!!!"

Unklar bekam er das Gesehen um sich herum mit, die Explosionen, die schnellen Feuerstöße aus Sturmgewehren, die herumfliegenden Molotov-Cocktails, die vermummten Gestalten, die auf alles schossen, was sich bewegte...

"AN ALLE ZIEGEN, SOFORT RÜCKZUG, HANNES HAT´S AUCH ERWISCHT!!!!!!"

KA-BUMM!!!!!!

---

"Dad, ging das vorhin nicht vielleicht etwas... weniger auffällig? - Und dein Bart sieht einfach nur bescheuert aus, ich hätte den mir schon längst abrasiert!"

"Tja, eigentlich haste ja recht, meine Kleine... der Bart kratzt und is mist... auch wenn's ne gute Tarnung ist, oder?"

"Die beste Tarnung wäre gewesen, wenn Ihr gar nicht erst mitgekommen wärt, werter Ziegenkönig...", brummte Caydan und vergewisserte sich, dass die Beretta an seinem Gürtel auch nicht zu sehen war, "Ihr riskiert hier Euren Hintern ganz schön, wenn ich Euch daran erinnern darf, was das letzte Mal passiert ist, als Ihr hier wart..."

"Was haben eigentlich alle so eine Angst um mich?!", wollte Robert amüsiert wissen, "ich meine doch, dass..."

"Nächster Halt: G.-Schumann-/Lindenthaler Straße. Übergang zur Linie 4 Richtungen..."

"Hier müssen'wr umsteigen, gell?"

"Nein Dad, es sei denn, wir wollen zu Hannes, aber ich schätze mal, dass er und die anderen die Lage mehr als im Griff haben..."

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Hannes Gehirn nahm nur verschwommene Schatten wahr, hier und da etwas heller.

Er roch nichts, er hörte nichts, er schmeckte... Blut.

Wieso Blut?

Und er bewegte sich... das Licht verblasste, die Dunkelheit wurde mehr... jetzt war das Licht blau... und es wurde mehr...

HELL!!!, und es flackerte rot-orange auf, ehe die Schwärze der Nacht sich wieder in die Straße legte.

Was geschah hier?

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Caydan war der Erste, der ihn sah - und vor Entsetzen seine Waffe umklammerte:

Ein gewaltiger Feuerball erhob sich links von ihnen aus dem dichten Wald der Häuser und über die Dächer der Stadt, erhellte die Nacht und loderte weit sichtbar über das Land.

"WHAT THE FUCK!!!", entfuhr es Robert, "waren das von uns?!"

"DAD!!! - Nich so laut!"

"Tschuldige, ich hab doch nur..."

Die Straßenbahn machte eine Vollbremsung, die die Freunde gegen die Sitze vor ihnen schleuderte, es kreischte laut und der Wagen stand still.

Die Durchsage knackte an: "Werte... Fahrgäste... bitte bewahren Sie... OH MEIN GOTT!!!"

Caydan stand längst im Mittelgang und sah noch, wie der Fahrer aus dem Führerstand gerannt kam und aus der Straßenbahn stürzte, als sei Cyro persönlich hinter ihm her.

Robert überlegte nicht lange, kletterte einfach über die nächsten Sitzreihen und war noch vor seiner Tochter und ihrem Freund an der offenen Tür angelangt - und erstarrte.

Nicht einmal mehr 500 Meter vor ihnen stürmten hunderte Gangmitglieder die Straße hinunter - geradewegs auf sie zu.

---

Der Ziegenkönig zögerte keinen Moment, schmiss sich auf den Fahrersitz und gab Vollgas - Caydan und Sonea drängelten sich hinter ihn und machten ihre AKs scharf.

"Was auch immer da gerade passiert ist...", übertönte Robert den Lärm des Motors, "es sieht nicht gut aus - also haltet euch fest und feuert, wenn wir nahe genug dran sind, verstanden?!"

"VERSTANDEN!!!", riefen die beiden im Chor und positionierten sich links und rechts des Steuerpultes.

Die Fronten trennten jetzt vielleicht noch etwa 150 Meter, und trotzdem waren die Schienen nach wie vor nicht frei!

Robert entsicherte seinen Raketenwerfer und drehte die Leistung der Tram auf volle Pulle.

"FEUER FREI UND FESTHALTEN!!!"

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Von weit her schallte ein Polizeisirene und etwas anderes, das Hannes nicht zuordnen konnte, als seine Sinne allmälich zurückzukehren begannen.

Neben sich erkannte er jetzt eine herumliegende Beretta M1938, eine... nein, seine?

Unmöglich, die müsste er noch am Gürtel tragen und...

"Hannes? - Hannes, sag doch was!"

"Uhhh...", quälte er sich heraus, "wo ist meine Knarre?"

"Hannes!", keuchte die Stimme erleichtert, "du bist wieder bei uns, so ein Glück!"

"Was... wieso?"

"Oh Hannes... Hannes..."

Die Stimme jammerte jetzt, und der junge Ziegengeneral strengte sich mit all seiner vorhandenen Kraft an, um die Person erkennen zu können... es war einfach zu dunkel, sie hätte alles sein können, nur...

"A... ameli, bist... bist du das?"

"Ja...", schniefte sie und beugte sich zu ihm runter, "scheiße man, wir sind total am Arsch..."

Neben die Untergrundeisenbahnerin kniete sich noch ein bekanntes Gesicht - es war Michel, ein älterer Ziegenbock, der der Truppe derzeit als Arzt diente und Hannes nun besorgt ansah.

"Hannes, Hannes?"

"Er ist wach und spricht...", meinte Ameli tonlos, "immerhin er..."

"Hannes? Hast du Schmerzen?"

"Ich... ich spüre meinen Körper nicht... was... was ist überhaupt... passiert?"

"Hannes, du musst jetzt ganz stark sein, versprichst du mir das? - Ansonsten werde ich dich lieber betäuben und hier raus schaffen lassen, ehe du alles erfährst..."

"Nein... nein... erzähl..."

"Also schön...", nickte der Doc bedächtig und holte Luft, "Hannes, der Angriff... er war eine Falle!"

"Was?!"

"Nicht für uns, aber für eine der beiden Gangs... sie hatten in dem Haus, in dessen Eingang du dich postioniert hattest... eine Bombe, höchstwahrscheinlich ein gasgefüllter Keller oder etwas dergleichen..."

Amelis Schluchzen wurde lauter und Hannes wurde eiskalt - in dem Haus hatten zwei MGs gestanden, und auf dem Dach...!

"Wo... wo sind die anderen?", krächzte er schwach und schmeckte wieder das Blut in seinem Mund.

Unter einem Hustenanfall beförderte er es aus dem Rachen und Michel blickte Ameli ernst an.

"Wo bleiben die so lange?! - Wir haben hier nichts, und unser General schwebt in akuter Lebensgefahr!"

"Ich... ich weiß es doch auch nich, und... und...", sie brach in Tränen aus und schlug die Hände vor ihr Gesicht, "und Rothen... er... er ist..."

"Nichts ist er, solange wir ihn nicht gefunden haben oder er uns!", beschwor der alte Ziegenbock sie, packte sie an den Schultern und schüttelte sie, "sieh du lieber nach Tom und mach Hannes nicht nervös, noch mehr Tote können wir ganz sicher nicht gebrauchen!"

"T... tote?"

Michel senkte den Blick und sprach leise weiter: "Hannes... die Explosion hat mindestens vier von uns erwischt... du hattest so ein Glück, dass es dich weit weggeschleudert hat, bevor das Haus in sich zusammengebrochen ist... es... es tut mir so leid..."

Den Rest hörte der junge General nicht mehr, weil das Blut seinen Hals nun fast vollständig aufgefüllt hatte und er um sein Leben zu husten begann, Michel reagierte sofort, drehte ihn auf die Seite und tat alles, angefangen von Beatmen bis zur Herz-Kreislauf-Massage, um ihn nicht aus dem Leben scheiden zu lassen.

"Atme! VERDAMMT ATME HANNES!!!"

Doch der Puls des Verletzten wurde immer schwächer...

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Die Tram bohrte sich in die Menschenmenge und zog wie eine Dampfwalze über die ersten Körper des italienischen Kartells, sie wie reife Tomaten zermatschend.

Das Blut spritze bis durch die geborstene Frontscheibe und traf größtenteils Robert, der jetzt verbissen mit seiner MG auf die Angreifer vor sich schoss - auch wenn sie nicht wirklich angriffen... nein, sie wichen ja nicht mal vor der Straßenbahn aus, also... flüchteten sie... aber wovor?

Ein Knochen auf der rechten Schiene reichte, um die Tram zum Entgleisen zu bringen - niemand konnte mehr rechtzeitig reagieren, als sich das tonnenschwere Fahrzeug nach links neigte und quer in die Masse der Italiener stürzte... es war ein unglaubliches Blutbad und endete erst, als die trampelnden Reihen aufbrachen und die umgestürzte Straßenbahn kurz vor den Fenstern eines REWE-Supermarktes funkensprühend auf der Seite liegend zum Stehen kam.

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Sonea entkam dem Wrack als erste - dicht gefolgt von Caydan, der aus einer Fleischwunde im Arm schwer blutete... ihr Vater hatte den Weg aus dem rechten, jetzt oben liegenden Fenster genommen und guckte dort hinaus, seine Waffe sichernd im Anschlag.

"Dad... Dad... komm da runter, wir sind durch!", japste Sonea und sah nach Caydans Wunde, "oh shit, das sieht brutal aus - tut´s dolle weh?"

"Ich werd's schon überleben...", stöhnte er, "aber... ohne Verband verliere ich viel Blut, wir brauchen einen Sani!"

"Haben wir nur nich!", kam es von Robert, der jetzt auf der Straßenbahn stand und sich einen Rundumblick verschaffte, "aber im Führerstand... OH FUCK!!!"

Die Frage blieb Sonea im Hals stecken - denn die heranrückenden Blaulichter waren nicht zu übersehen...

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Das Alihornmädchen suchte fieberhaft nach einer Fluchtmöglichkeit - und blieb an dem Supermarkteingang hinter sich hängen.

"CAYDAN, REIN DA!!! DAAAD, IN DEN SUPERMARKT!!!"

"KOMME SOFORT!!!", KA-WUMM!!! - Raketenvolltreffer, 1:0 Robert gegen Polizei.

"DAD, JETZT SOFORT!!!"

Mit einem Sprung war er unten, mit zwei Sätzen bei der Schiebetür und mit dem nächsten hindurch, dicht gefolgt von ihr und Caydan.

Die Einbruchssirene jaulte los und für einen Moment ging das Licht an, aber Sonea zerschoss mit wenigen Feuerstößen den Hauptschaltkasten und verschwand im Dunkel der Regale.

Keine Minute später stürmte die Polizei den Laden.

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"Sie können noch nicht weit sein, los, aufteilen in Zweier-Teams und Zugriff!", gellte die Stimme eines Kommissars durch den finsteren Supermarkt, "hopp hopp!"

Mit Lampen an ihren Gewehren und Pistolen schlichen die Beamten in die Gassen, allzeit schussbereit...

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Sonea hatte Caydan bis zur Gemüseabteilung geschleift, hinter der sie auch endlich einen Verbandskasten gefunden hatte und seine Wunde versorgen konnte.

Er stöhnte mit schmerzverzerrtem Gesicht und sie grinste bloß: "Halt still du großer Krieger, das ist nur ne Fleischwunde, und dein Arm ist und bleibt dran!"

"Tut trotzdem schweineweh!"

"Glaub ich dir ja, aber..."

"Sie müssen doch hier sein!"

"Fuck, Sonea die Bullen! Wir müssen weg hier!"

"Caydan, nein! - Du bleibst hier liegen, die mach isch feddisch!"

Bevor ihr Macker noch etwas erwidern konnte war sie schon wieder zwischen den Kisten mit Kartoffeln und Mohrrüben verschwunden... und ihr kam eine geniale Idee...

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Drei Polizisten pirschten sich aus zwei Regalreihen an die Gemüsekisten heran und versuchten den Überblick zu behalten.

"HÄNDE HOCH!!!", brüllte einer von ihnen schonmal zur Sicherheit, "SCHIEBEN SIE IHRE WAFFEN VOR UNSERE FÜßE UND KOMMEN SIE MIT ERHOBENEN HÄNDEN RAUS, ODER WIR SCHIEßEN!!!"

Die Stille war wahrlich beunruhigend, und die drei Beamten waren nass vor Schweiß - wer waren ihre Gegner, die anscheinend nicht nur einen Raketenwerfer dabei haben mussten?

"ICH WIEDERHOLE MICH NICHT!!! GLEICH KOMMEN WIR REIN UND..."

Bonk!

Der Polizist flog rückwärts und krachte der Länge nach auf den Boden, seine Kollegen warfen sich in Deckung.

Im fahlen Modlicht erkannten sie, was ihren Mitstreiter umgehauen hatte: Ein kopfgroßer stinkender Kohl!

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Robert war unterdessen in der Getränkeabteilung gelandet... und wo es so viel Gratis-Bier gab konnte er schlecht Nein sagen...

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Die beiden noch verbliebenen Polizisten entschlossen sich trotz ihres bewusstlosen dritten Mannes zum Angriff und schossen je um ihre Ecke - der eine rutschte sofort auf dem Inhalt dreier ausgekippter Sonnenblumenölflaschen aus, der andere bekam auf den am Boden liegenden Walnüssen keinen Halt - und kaum am Boden traf beide ebenfalls ein Kohlkopf von Sonea, der auch sie ins Reich der Träume schickte...

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Zwei Beamte aus anderer Richtung hatten nicht minder Glück es mit Bananenschalen und Kiwis zu tun zu kriegen, und als die letzte Truppe aus vier Mann vorbei kam hagelte es neben Äpfeln und Birnen Mairüben, die sich als sehr große Geschosse entpuppten... gerade mal einer von ihnen entkam dem Gemüsebombardement und erblickte Caydan - verlor aber direkt den Halt auf den feuchten Shitakée-Pilzen frisch aus der Dose... ein Schlag von dem Mafiaboss und auch er brauchte nachher eine gute Ausrede, wieso Gemüse ihn besiegt hatte.

Und Caydan konnte nicht ohne, als er zu Sonea, die siegessicher einen Kohlkopf schwenkte, zurückkehrte... er musste einfach lachen.

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Vereint erledigten die beiden in der Konservenreihe noch schnell drei Polizisten, die sich schworen, nie wieder in ihrem Leben Dosenfraß zu sich zu nehmen... Dose gegen Schädel macht sich auch nicht so gut...

"Mein Dad muss in Richtung der Getränke sein!", war sich Sonea sicher, doch zwischen den Bierkästen fanden sie zu ihrem Erstaunen nicht Robert sondern schlappe zwölf Beamte, die strack besoffen waren!

"Das glaube mal einer...", konnte Caydan es nicht fassen, "alter, wenn jetzt schon die Bullen im Dienst saufen..."

Lange Zeit sich dort aufzuhalten hatten sie trotzdem nicht, denn es waren immer noch Stimmen aus den Regalreihen zu hören, und die beiden beschlossen die Fleischertheke als Stellung zu nutzen.

"HÄNDE HOCH!!!"

Die Stimme war direkt aus der Dunkelheit vor ihnen gekommen, und die beiden taten, wozu sie aufgefordert waren - schon schaltete der Polizist das Licht an seinem Sturmgewehr ein und präsentierte ihnen ein Paar Handschellen.

"DEM KERL ANLEGEN, ABER GANZ VORSICHTIG!!! WENN MICH AUCH NUR EINER ZU VERARSCHEN VERSUCHT, DANN..."

Rumms!, traf ihn etwas von hinten voll auf die Zwölf und brachte ihn zu Fall - es war... ein gefrorener Schinken!

Und diesen hielt Robert in beiden Händen und grinste so wie immer.

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Inzwischen hatte die böse Nachricht auf Ferdi erreicht, und dieser war sofort in einen Eilzug nach Leipzig gestiegen, um sich selbst ein Bild der Lage zu verschaffen...

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Das Kühlhaus hinter dem REWE-Markt lag im Dunklen, da die spärliche Beleuchtung durch eine Jugendgang vor einigen Tagen demoliert worden war... Robert fand das gar nicht mal schlecht, als er mit Sonea und dem verletzten Caydan hinter den dort geparkten Autos und gammeligen Mülltonnen vorbei schlich und sich in das Dickicht der Gohliser Seitenstraßen vorkämpfte... und der Schinken war köstlich, ja geradezu zum Anbeißen!

"Dad, jetzt wirf datt Ding endlich wech, das hält uns nur auf!"

"Quatsch, der ist lecker! - Und außerdem sind wir ja eh nicht so fix..."

"Du könntest auch einfach mal den armen Caydan tragen, der hat nämlich Schmerzen wie Sau und will´s partout nicht zugeben!"

"Stimmt gar nicht, mir geht's...", die Schulter des Gangsterbosses streifte eine unverputzte Hauswand, "AHHH FUCK!!!"

"DAD, JETZT MACH!!!"

"Jaja, sofort... Caydan, halt du meinen Schinken, und ja nicht fallen lassen!"

Sonea übergab kopfschüttelnd ihren Freund an ihren Vater, der erst nach gelungener Sicherung seines neuen Lieblings den Verletzten mühelos auf seine Schultern lud und sogleich das Tempo erhöhte - Sonea spürte, dass er ahnte, dass die Polizei nicht mehr lange auf sich warten lassen würde - doch wo sollten sie hin?! Wo sich verstecken?! ... hm, hatte ihr Dad etwa einen Plan? ... egal, zum Nachdenken hatte sie später noch genug Zeit, jetzt zählte erstmal bloß Rennen...

Ungefähr zwanzig Blocks weiter bremste Robert unvermittelt ab und deutete auf einen Hinterhof mit schwacher Leuchtreklame über einer Tür: "Da machen wir jetzt rein und tauchen unter... meine Schultern werden lahm und ich hoffe mal, dass die Hanseln da nicht reingucken werden... also los!"

Durch den Hintereingang arbeiteten sie sich durch einen düsteren Flur in ein etwas helleres Zimmer vor, das mit einem großen Vorhang vom Barraum abgetrennt war. Robert lehnte Caydan an die Heizung und besah die Wunde, während Sonea einen flüchtigen Blick durch einen Spalt des Stoffes warf und sich kreidebleich zurück zu ihren Mitkämpfern drehte: "Die Polizei ist da, die ganze Bar voll - was machen wir jetzt?!"

Ihr Vater blickte besorgt sie, dann Caydan an: "Er kann hier nicht weg, die Wunde ist tief und eitert wie Sau, und uns hier rauszuschießen ist definitiv auch nicht so knülle, weshalb ich vorschlage, dass wir..."

Rumms!, flog eine der Türen auf und ein kleiner hektisch mit den Armen herum wedelnder Mann stürzte hinein - als er die erschrockenen drei Equestrianer sah, hörte das Gewusel schlagartig auf und er rief erleichtert: "Da sind Sie ja endlich, und ich dachte schon, dass Sie wegen der Schießerei nicht haben kommen können!"

"Ähm... wie bitte?"

"Na Ihren Auftritt, legen Sie schon los, die draußen warten schon - und es ist die Polizei anwesend, also bitte nicht allzu wild!"

"Tja... also..."

"Na was? - Greifen Sie sich doch nur Ihre Instrumente und hauen den Blues raus, den alle hören wollen!"

"Blues?"

"Ja watt denn sonst?!"

"Dann Blues, wir sind gleich fertich!"

"Sehr gut!" - und weg war er...

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"Was sollen wir jetzt machen?!"

"Blues, Sonea - die Musik Blues!"

"Is mir schon klar Dad, aber ich bin total unmusikalisch - da müsste man Vinyl oder Lyra ranlassen und..."

"Käse, das können wir genauso gut - haste schonmal gesungen?"

"Dad, ich hasse Singen!"

"Und das immer unter der Dusche, ist das etwa kein...?"

"DAD!!!"

"Schon klar - also keine Ausrede und raus da... und ich hab ne Idee, wie die uns nich erkennen werden - erinnerst du dich noch an die Blues Brothers?"

"Na aber hallo, so viele Autos wie die zerlecht haben..."

"Also pass auf, ich habe da hinten ne Garderobe gesehen... wir ziehen uns solche Outfits an und machen die Show, bis die netten Grünhemden eingeschlafen sind oder keinen Bock mehr haben und hauen dann ab, alles klar?"

"Und... und ich?", wollte Caydan wissen.

"Du auch, wir brauchen schließlich einen für's Klavier, das kriegste doch auch mit einem Arm hin, wenn dich keiner sieht, oder?"

"Grade so..."

"Denn is gut, also los, der Plan steht!"

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Fünf Minuten später machte sich der Barbesitzer, der kleine Mann aus dem Hinterzimmer, mit der viel zu großen Fliege und der schiefen Sonnenbrille daran, den Kabelsalat seines Mikros zu entwirren und das wartende "hohe" Publikum zu beschwichtigen: "Werte Liebhaber des Blues... werte... Polizei, heute wird für sie eine kleine Bluesband exklusiv und live hier auftreten und ihre Musik zum Besten geben! Ich wünsche Ihnen viel Spaß und hoffe auf hohe Melancholie - begrüßen Sie bitte die Blues!"

Wenig Applaus folgte, die Gesetzeshüter harrten gespannt - würden es die gesuchten Flüchtigen sein, die den Supermarkt verwüstet und einen ihrer Einsatzwagen in die Luft gejagt hatten?

Drei Gestalten traten aus dem Dunkel hinter der Bühne, doch sie trugen Sonnenbrillen... na ja, mal sehen, wie sie spielen würden...

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"Verdammt, ich bin voll nervös!", raunte Caydan von hinten, als er sich schon vor das Klavier gepflanzt hatte, "und... und das kann ich spielen?"

"Wenn du doch sagst, dass du früher Klavierunterricht mit Pryne bei dessen Mami gehabt hast!"

"Ja, aber das ist mir erstens saupeinlich und zweitens ewig lange her..."

"Schaffste schon, und wir fangen mit was Einfachem an... LADYS UND GENTLEMAN, VERSAMMELTE POLIZISTEN UND BLUES-BEKLOPPTEN, trotz der angespannten Lage heute Abend haben wir uns nicht umstimmen lassen, euch heute Abend in eine bluesige Stimmung zu schaukeln, und das nicht zu wenig! - Wie ihr sehen könnt stehen wir voll im Motto der Blues Brothers, auch wenn meine Partnerin eher weiblich anstatt dick ist... whatever, lasst uns loslegen, und wenn schon mit der Liebe - GIMME SOME LOVIN!!!"

Und sie spielten...

"When my temperature is rising and my feet on the floor, twenty people rockin' and they'nt wanna go home..."

Die Menge stieg ein, auch wenn Sonea nicht ganz richtig beim originalen Text blieb...

"Helping you baby I dunno what you've got, but you rather take it easy cause this place is hot!"

... und die Refrains flogen nur so dahin...

"Gimme some loving - Gimme some loving... Gimme some loving - Gimme some loving... Gimme some loving - Hellje!"

... Robert am Saxophon konnte sich aber eben so sehen lassen, und auch wenn Bass und Trompete nahezu improvisiert waren, erklärten sich zum nächsten Stück sofort weitere Fans bereit, die drei mit ihrem Tatendrang zu unterstützen.

Von der Lage der Untergrundeisenbahner ahnten sie zum Glück nicht das Geringste...

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"VERDAMMTE SCHEIßE, WIE HAT DAS PASSIEREN KÖNNEN?!?!", schrie Ferdi entsetzt und musste sich setzen, um nicht zu kollabieren... das, das war der Supergau!

Sie hatten noch nie einen ihrer Leute verloren! - Und... und jetzt...

"Ferdi, es tut mir so leid...", sprach Michel gefasst, obgleich er ebenfalls kurz vor den Tränen stand, "aber... sie sind tot, wir haben ihre Leichen geborgen... es besteht leider kein Zweifel..."

"ABER DOCH NICHT ACHT BEI EINER SO EINFACHEN MISSION, HEILIGE ARRIVA!!!!!!"

Jetzt liefen dem jungen General die Tränen sturzbachweise das Gesicht herunter und der Doc kam zu ihm, legte ihm einen Huf auf die Schulter und flüsterte fast tonlos: "Ja, es ist eine verdammte Scheiße, aber da müssen wir leider durch... so hart das auch klingt, und... hoffen, dass Hannes durchkommt..."

"WENN DIESE BASTARDE IHN MIR NEHMEN, DANN WERDE ICH SIE ALLE EIGENHUFIG AN DIE WAND STELLEN UND ERSCHIEßEN, EGAL WAS MICH DAS KOSTET!!! UND IHRE FAMILIEN WERDE ICH AUS IHREN HÄUSERN BOMBEN UND..."

"... am besten gleich noch all die unschuldigen Umwohner töten und Leipzig mit Napalm fluten, jetzt bleib mal auf dem Teppich, so beschissen die Lage momentan auch ist, und mutiere nicht zu Crota!"

"IS DOCH WAHR VERDAMMT NOCHMAL, ICH..."

Endlich hatte die Konzentration des heimlich gespritzten Beruhigungsmittels eine Konzentration erreicht, die Ferdi schummerig werden ließ... nachdem er eingeschlafen war lief Michel zu zwei wartenden Sanis, die den jungen General auf eine Trage luden und nach Down Under abtransporierten.

Hier war die Lage schon schlimm genug, und da brauchte er keinen, der nur rumbrüllte und damit alle dulle machte... zumal Robert, Sonea und Caydan noch irgendwo da drin waren... ohne Kontakt...

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"Acht Tote, das ist echt bitter, vor allem weil ich sie alle gut gekannt, wenn nicht sogar selbst ausgebildet habe... ganz besonders Willitsch und Warz... und die anderen drei Ghost Rider."

Ich spürte Applejacks Nicken an meiner Schulter: "Das tut mir auch leid... aber so ist das Leben, manchmal ein ganz schönes Arschloch."

Mir war klar, worauf sie anspielte, und diese Wunden wollte ich um keinen Preis der Welt jemals wieder aufreißen... also zog ich sie zu mir ran, fuhr meine Hufe in weiten Kreisen über ihren wunderschönen Körper und meinte: "Da hast du verdammt recht - na ja, und jetzt habe ich ihre Nachfolger am Hals!"

Mein Freundin musste glucksen: "Du Armer... aber sooo schlimm sind die doch gar nicht..."

"Hast du ne Ahnung!", knurrte ich zurück, "vor allem der neue Anführer der Truppe und der zweite Unteroffizier... die sind... einfach NEIN!"

"Och... könnte schlimmer sein, oder?"

"... prinzipiell ja, aber..."

"... na also, und damit Ende der Diskussion und weiter im Text, oder biste etwa zu müde mein schöner Kerl?"

"Eigentlich..."

"Angebot: Nach der Gesschichte darfst du mich so richtig schön dreckig fertich machen - nach allen dir bekannten Regeln der Kunst!"

Woar, das saß allerdings! ... heiliger Hellje hatte meine Freundin manchmal Argumente... "Also schön, du hast mich."

"Das dachte ich mir!", lachte sie, "also hopp, ich höre!"

"Jaja, sofort... jaaa... öhm, sacht dir das Computerspiel GTA was?"

"Hat das nicht Aurora und tut immer so, als wüsste sie nix davon?"

"Genau!", konnte ich mir ein Wieren nicht verkneifen, "na ja, kurz gesagt es geht um..."

"... mit Autos rumfahren und Leute abknallen, ja mir schon klar, Luna hat sich bei unserem letzten Kaffeekränzchen lange genug darüber ausgelassen... Jack und Sonea spielen das auch, und rate mal wer noch!"

"Robert natürlich... sowohl hier als auch in Leipzig..."

"WIE BITTE?!?!"

"... ja gut, unfreiwillig, aber du kennst ihn ja... sie haben ihn jedenfalls dazu gedrängt, und dann..."

"... typisch?"

"So ungefähr - immerhin hatten wir so genug Zeit unsere Leute aus der Stadt zu holen, die Toten zu bergen und nebenbei noch nen paar Mafiaverstecke auszuräuchern..."

"Und die Krone?"

"Bin schon dabei..."

"... uhhh, der Bock ist bockig..."

"... wenn er ständig unterbrochen wird..."

"... dann hält die Stute eben die Klappe!", konterte Applejack und warf sich auf die Seite, "also los, ich warte!"

"Na denn... pass mal auf... also..."

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ENDE (des ersten Teils)

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Weiter geht's mit GTA - oder besser: GTA Leipzig

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