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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Tag Y - Es wird knapp ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist Tag X - Die Zeit läuft..., und der nächste Teil der Reihe ist Tag Z - Die letzten Sekunden.

"VERDAMMTE KINDER!!!", brüllte die Bäckerin knallrot vor Wut, "WENN ICH EUCH ERWISCHE!!!"

"BIST JA EH ZU FETT DAZU!!!", krakelte Jack laut und flitzte hinter Applebloom und Scootaloo her in eine der engen Gassen Ponyvilles. Über zwei Mülltonnen hasteten sie auf eine Mauer, von dort aus auf einen Baum und dann über die Dächer der Stadt davon. Alle waren höchst ausgelassener Stimmung, kicherten und rannten.

Ihr fluchende Verfolger hatte schon vor der Mauer aufgegeben...

---

Erst vor den Toren der Stadt stoppten die vier auf einem umliegenden Hügeln und Sweetie Belle kicherte sofort los: "Mensch, das war der Knaller, soviel Spaß hatte ich schon ewig nicht mehr!"

"Ja... das war... spitze...", schnaufte Applebloom erschöpft, aber begeistert, "wahnsinn..."

"Das war absolut unglaublich!", jolte Scootaloo ausgelassen, "mensch Jack, wie du einfach so da reingegangen bist und die drei Pakete Hefe in den Teig gekippt hast..."

"... und... und dann hat sie sie in den Ofen geschoben... und dann..."

"KA-BUMM!!!", jauchzte Sweetie Belle in den höchsten Tönen und formte die Explosionswolke mit ihren Hufen nach, "und die ganze Küche im Arsch!"

"Und alles voller Backpulver, Teig und Dreck! Und mittendrin die Bäckerin..."

"Deren Gesicht war echt die Krönung!", quietschte Scootaloo, "wie die da sitzt und einfach nix mehr checkt, der Hammer!"

"Bestes...", grinste Jack, "und du kriegst voll den Lachflash Sweetie!"

"Ich konnte mich einfach nicht mehr beherrschen! - Das... das ging einfach nicht mehr!"

"Ist ja auch nicht schlimm!", wiegelte Applebloom ab, "die fette Kuh hätte uns eh nicht gekriegt!"

...

"Ganz meine Meinung!", stimmte Scootaloo ihr zu, "und wenn doch..."

"... hätte ich ihr eins auf die Nase gehauen!", gab Jack zum Besten, "und wir wären weg gewesen!"

"Stimmt!", grinste Sweetie Belle, "und sie hätte noch als Andenken ein blaues Auge gehabt!"

"Ja, das war echt zu geil... aber leider zu kurz!", fand Scootaloo, "wie wär´s, wenn wir noch jemanden verarschen?!"

"Gute Idee, aber... wen oder was?", fragte Jack und bemerkte, "wenn, dann müsste es jemand sein, den mein Vater sowieso nicht leiden kann, dann freut der sich auch!"

"Hmmm...", machte Sweetie Belle und dachte angestrengt nach, auch die anderen überlegten mit, bis Scootaloo mit einer Bomben-Nachricht herausrückte:

"Leute, ich hab´s!", frohlockte sie, "wir klauen uns einen Wagen oder sowas und rasen in die Stadt - und die Fahrt endet ganz zufällig in irgendwas oder jemanden, der deinen Vater nicht leiden kann, Jack!"

"Also... ein Rennen?", freute sich Jack, "ich bin dabei!"

"Ein Rennen ist auch ne gute Idee!", stimmte ihm Applebloom freudig zu, "da mache ich mit!"

"Ich auch!", grinste Scootaloo zufrieden, "das machen wir!"

"Auf jeden Fall!", kicherte Sweetie Belle, "und am besten in Zweier-Teams!"

"Genau, so machen wir´s!", bestimmte Jack und sprang auf, "und ich weiß auch schon, wo wir zwei Wagen herkriegen... kommt mit!"

Ohne lange darüber nachzudenken flitzten die drei Freundinnen der jungen Alihornziege in Richtung der Steinbrüche hinterher.

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Derpy Hooves war heute zum Einkaufen nach Ponyville gekommen, um ihrem Mann ein ganz besonderes Abendessen zuzubereiten.

Mit einem Korb und einigen Bits bewaffnet landete sie in der Einkaufsmeile der Stadt und begann, ein Geschäft nach dem anderen abzuklappern und Eier, Milch, Butter und andere Dinge zu kaufen, die sie brauchte.

Es war noch nicht viel los und sie kam überall ohne langes Warten dran.

Ein Schwätzchen hier und eins da haltend verstrich die Zeit etwas schneller, und schließlich stand auf ihrer Einkaufsliste nur noch eines:

Orangen.

Seit die Ziegen regelmäßig Waren und Güter aus der Menschenwelt anschleppten, gab es die herrlichsten und wohlschmeckendsten Früchte auch hier - zum kleinen Preis, versteht sich.

Der Obst- und Gemüseladen lag gleich neben der Bäckerei und so schlenderte sie auf das neu errichtete Haus zu, gut gelaunt und ein kleines Lied pfeifend.

Plötzlich bemerkte sie, wie einige Ponys, die die Straße hinauf gegangen beziehungsweise sich dort aufgehalten hatten sich innerhalb von Sekunden von der Straße stürzten, sich eng an die Häuser pressten oder gleich panisch in die Geschäfte stürmten.

Hinzu kam noch ein immer lauter werdendes Rumpeln und Kreischen, dass ihr unwohl werden ließ.

Doch ihre Neugier war einfach zu groß und sie versuchte, etwas zu erspähen, aber durch die herumstehenden Stände vor den Geschäften und ein etwas weiter in der Straße stehendes Haus blieb ihr die Sicht versperrt.

Das Rumpeln hatte sich derweil in ein aufkommendes Donnern verwandelt und auch sie hielt nun nicht mehr wirklich viel auf der Straße.

Hektisch mit ihren Flügeln schlagend hob sie vom Kopfsteinpflaster ab - und blieb entsetzt mitten in der Luft stehen:

Die abschüssige Straße kamen zwei Feldbahnloren aus den Steinbrüchen gedonnert, anstelle von Steinen saßen jedoch jeweils zwei kleine Ponys darin - und johlten vor Begeisterung.

Die erste der beiden Loren zog geschickt an der zweiten vorbei und legte sich dann in eine Kurve, doch Nummer zwei schaffte das nicht so ganz und raste mit vollem Karacho mitten in das Schaufenster der im Weg stehenden Bäckerei hinein.

Es klirrte einmal hässlich, dann rummste es mehrfach im Gebäude und eine Mehlwolke schoss aus der geborstenen Glasscheibe.

Anschließend kreischte es noch einmal heftig, was dieses Mal jedoch von der anderen Lore kam, weil der hintere Mitfahrer sie mit der Handbremse auf dem Pflaster stoppte.

Er und Nummer zwei sprangen aus ihrem Gefährt und rasten zum Ort des Geschehens, kletterten durch das Schaufenster und kamen kurz darauf weiß vom Mehlstaub und mit ihren zwei Freunden wieder heraus und flitzten die Hauptstraße hinuter.

Kurz hinter ihnen schoss eine im Gesicht krebsrote Pinkie Pie aus ihrem zerstörten Haus und rannte den vier jungen Ponys wilde Flüche brüllend hinterher.

Derpy landete wieder und auch andere Ponys kamen wieder aus ihren Verstecken.

Ihre Gesichter verrieten alle die gleiche Verwirrung und Unsicherheit, ob sie sich das alles nicht vielleicht nur eingebildet hatten.

Erst als sich der Mehlstaub durch den immer noch brennenden Ofen in der Bäckerei so weit aufgeheizt hatte, dass er mit einem gigantischen Kanll und einer Feuersäule detonierte und das gesamte Haus zu Kleinholz zerlegte, wusste auch das letzte Pony in der Stadt, dass das gerade eben der Schönheitsfleckenclub gewesen sein musste...

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Jack und Applebloom hatten Sweetie Belle mehrere Meter hinter sich gelassen, von Scootaloo fehlte bis jetzt jede Spur, sie war abgehoben und durch den Himmel davongezischt.

Die junge Alihornziege war auch der erste, der einen der Schächte nach Down Under erreichte, den Deckel aufstemmte und nach seinen beiden Freundinnen hinein sprang, schnell die Luke von unten verriegelte und sich von der unterirdischen Strömung bis in die Ziegenstadt treiben ließ.

Hier kletterten die drei klitschnass aus dem Kanal und hetzten durch einen Geheimgang ins Ziegenschloss.

Kaum, dass sie im verwaisten Thronsaal angekommen waren, gaben Sweeties Beine nach und sie krachte auf den blanken Marmorfußboden, schnaufte und keuchte:

"Oh man... ich glaube, jetzt stecken wir in richtigen Schwierigkeiten..."

Applebloom war zwar noch nicht ganz am Ende ihrer Kräfte, konnte aber auch kaum noch stehen, ließ sich theatralisch nach hinten direkt in Jacks Arme fallen und seufzte:

"Sieht mal ganz danach aus... so ein Pech aber auch, dass ihr die Kurve nicht gekriegt habt..."

"Jop, das war echtes Pech...", grummelte Jack, "aber jetzt ist es eh zu spät... wir haben es zu weit getrieben..."

"Ich will gar nicht wissen, wie meine Schwester ausflippen wird... die wird mich zuhause im Keller einsperren und mich vor Weihnachten nicht mehr rauslassen!", jammerte Sweetie Belle, "ich will das nicht!"

"Ich will auch keine Ärger!", stimmte Applebloom ihr zu und wandte sich dann an Jack, "hast du nicht ne gute Idee, wo wir uns erstmal verstecken könnten?"

"Hmmm...", grübelte die Alihornziege, "das Problem ist, dass mein Vater und mein Onkel so ziemlich jeden Platz, Ort oder Tunnel in Equestria kennen... da..."

In diesem Moment klirrte es gewaltig und Scootaloo legte eine fast schon zu perfekte Bruchlandung mitten in einem Scherbenregen direkt vor ihren Freunden hin, ehe sie panisch und schrill los quietschte:

"DIE KOMMEN NACH DOWN UNDER!!!"

Applebloom war in diesem Moment absolut egal, wer die waren, der Ärger war sowieso schon vorprogrammiert, wenn sie nicht... aber wo sollten sie hin?! - In Equestria würde man sie mit Sicherheit finden...

"Ich hab´s!", jauchzte sie glücklich, "wir verstecken uns in der Menschenwelt, da findet uns niemand!"

"Mensch Applebloom, das ist ne super Idee!", freute sich Sweetie Belle und sprang auf, "nur... wie kommen wir da hin?"

"Das ist kein Problem...", grinste Jack, "mein Vater hat ein Portal direkt hier in seinem Thron verbaut, das nutzen wir!"

"Dann los... bevor uns jemand findet!", flötete Scootaloo und rappelte sich wieder auf, während Jack zum Thron seines Vaters hechtete, die geheime Abdeckung in de rechten Armlehne öffnete und begann, auf den Knöpfen herumzudrücken.

Keine Sekunde später begann es in der Palasthalle zu brummen und mitten darin baute sich ein blau schimmerndes Portal auf.

Ohne weiter nachzufragen geschweige denn zu denken nahm Sweetie Belle Anlauf und hechtete in das Loch zwischen den Dimensionen, dicht gefolgt von Scootaloo.

Applebloom stand nach wie vor neben Jack, der nur den Kopf schütteln konnte.

"Sie hätten erstmal warten sollen, oder?", fragte sie unsicher und er nickte: "Jop, jetzt sind sie irgendwo in der Menschenwelt... aber egal, wir müssen hinterher, aber nicht ohne das hier!"

Er drückte seiner Freundin einen Portalschlüssel und einen Sender in den Huf, bevor er sich selbst einen Kommunikator (eine Art Funkgerät, mit dem man durch die Dimensionen kommunizieren kann) umhängte und gemeinsam mit Applebloom durch das Portal trat, das sich hinter ihnen wieder in Luft auflöste.

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Als eine wütende Meute Ponys, angeführt von Pinkie Pie, Einlass in die Residenz des Ziegenkönigs und seiner Familie verlangte, wusste der Torwächter zuerst nicht, ob er sie passieren lassen sollte.

Er rief den diensthabenden Offizier und der wollte erst einmal wissen, warum die Gruppe denn unbedingt in den Palast wollte.

Das "Wir wollen den Schönheitsfleckenclub verdreschen!" kam weniger gut bei ihm an, aber er erlaubte den Ponys in Begleitung mit einigen Wachen den Thronsaal zu betreten, weil er sich schon denken konnte, dass, wenn Jack Ärger drohte, der junge Prinz sich schon längst aus dem Staub gemacht haben musste.

Damit behielt er recht...

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Das erste, was Jack spürte, war Gras in seiner Nase.

Grünes saftiges Gras, das offenbar oft gegossen wurde und eine gewisse Höhe erreicht hatte... eine ziemlich geringe, wie er fand.

Dann schlug er seine Augen auf und hob sich in die Horizontale.

Dass er Hände hätte, störte ihn weniger, gemeinsam mit seinem Onkel war er schon mehrfach in der Menschenwelt gewesen... im Gegensatz zu seinen drei Freundinnen, die sich verblüfft anguckten und einen Kreischer nach dem anderen ausstießen.

"Ey, das ist ganz normal, so wie ihr ausseht!", versuchte er sie zu beruhigen, "ihr seid jetzt Menschen!"

"Voll krass!", fand Applebloom und musterte Scootaloos graue Jacke mit größtem Interesse, "man, ihr zwei seht echt voll gut aus!"

"Du aber auch!", kicherte Sweetie Belle, "heilige Luna, ich glaube, hier haben alle Klamotten an!"

"Stimmt!", erklärte Jack gut gelaunt, "immer und vor allem immer was anderes!"

"Wahnsinn!", freuten sich die drei, "das heißt, man sieht immer verschieden aus?!"

"Genauso ist´s...", grinste Jack und strich sich sein schwarzes T-Shirt glatt, zu dem er eine kurze Armee-Hose und feste Turnschuhe trug, "das ist das gute an den Menschen... sie können ihr Äußeres ändern..."

"Das müssen wir unbedingt...", begann Scootaloo begeistert, als plötzlich eine ihr sehr bekannte Stimme über ihre Köpfe schallte:

"Hey, bewegt endlich eure Hintern hier rüber, wir wollen los!"

Applebloom konnte die Stimme als erstes Silver Spoon zuordnen und wollte schon etwas erwidern, doch Jack war schneller:

"Ja, sofort!"

Er zog die drei der Reihe nach auf die Füße und raunte ihnen zu:

"Ich weiß nicht, was sie oder andere von uns wollen... aber das hier hinter uns ist eine Schule, und an der sind... menschliche Doppelgänger von euch, und um nicht aufzufallen müssen wir jetzt so tun, als wären wir sie, ok?"

"Aber wenn diese Doppeldinger..."

"Doppelgänger, und ich glaube kaum, dass die grade hier irgendwo rumlaufen... wenn doch, dann sind wir schnell wieder durch´s Portal weg, ok?"

"Also müssen wir uns..."

"... unauffällig verhalten, ja, ansonsten... wäre doch Mist, wenn wir wieder zurück nach Equestria müssten, oder?"

"Verstanden!", grinsten die drei, "wir passen auf!"

"Gut... und bitte, wenn ich was sage, was unser Tarnung dient, macht das bitte!"

"Für dich doch immer!", kicherte Scootaloo, "denn los... ab zu Spoon!"

Vereint ging der Schönheitsfleckenclub, zwar noch ziemlich unsicher auf den neuen Beinen, aber mehr als nur gut gelanunt in Richtung von Silver Spoon, in deren Nähe eine Straßenbahn voller Schüler wartete.

"Los, beeilt euch!", brüllte sie herüber, "wir warten nur noch auf euch!"

"Jack...", kam es von Sweetie Belle, doch ihr Freund übernahm sofort das Wort:

"Unauffällig lautet die Devise, also steigen wir da jetzt ein, wahrscheinlich ist das ein Schulausflug oder sowas..."

"Na gut, ich vertraue dir und bin dabei!", schlug sich Applebloom auf seine Seite, "denn auf ins Abenteuer!"

"Jawoll!", freute sich auch Scootaloo, "nix wie rein da!"

"Rate ich euch auch!", motzte Silver Spoon, "wenn´s nach mir ginge, wären wir schon längst abgefahren!"

"Geht aber nicht nach dir, Zicke!", grinste Jack boshaft, "an deiner Stelle würde ich mich mal mit neuer Farbe einschmieren, könnte sein, dass ich dich aus Versehen umrenne, du vor einen Zug fällst und der dich zu Hackfleisch verarbeitet! So, und jetzt... Ladys first..."

Mit einer ausladenen Armbewegung bedeutete er seinen drei Freundinnen doch bitte zuerst in die Straßenbahn zu steigen, während Silver Spoon ihn nur blöd anglotzte.

"Das galt eigentlich auch für dich...", kicherte Jack auf ihr dummes Gesicht, "aber... wohl in deinem Fall eher Alter vor Schönheit..."

Dann sprang er in die Tram und fläzte sich grinsend in die letzte Sitzreihe neben den Schönheitsfleckenclub.

Die drei begannen sofort zu glucksen, und als dann auch noch Silver Spoon total bedeppert als letzte hinein geklettert kam und Jack wie eine es Donnern hörende Kuh anglotzte, konnten sie sich vor Lachen kaum noch auf ihren Sitzen halten.

Auch etliche andere Schüler hatten die kleine Auseinandersetzung vor der Tram mitbekommen und so tobte kurz nach der Abfahrt schließlich der ganze Wagen über Jacks Witzeleien.

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Da auch die Klassenlehrerin, die die vier sofort als Miss Cheerilee wiedererkannten, offensichtlich bemerkt hatte, dass Jack gar nicht in ihre Klasse gehörte, stand sie auf und kam zu den Vieren nach hinten.

Ernst fragte sie Jack:

"Du bist doch gar nicht in meiner Klasse... was machst du dann hier?"

"Ähm, das ist mein Cousin!", unterbrach Applebloom sie, "und... meine Eltern sind nicht da und ich konnte ihn nicht alleine zuhause lassen!"

"Hm, das mag wahr sein, aber wir fahren auf eine Klassenreise, und er hat weder..."

"Überhaupt kein Problem!", warf Scootaloo ein, "Klamotten für ihn haben wir, und schlafen..."

"... kann er in meinem Bett, und ich teile mir eins mit Applebloom!", beendete Sweetie Belle den Satz.

"Ja aber...", versuchte die Lehrerin aufs Neue zu beginnen, ehe Jack einfach drauflos redete:

"Wenn es um Geld geht, kein Problem, ich habe genug dabei, wenn es um Essen geht, kein Problem, ich..."

"Na gut...", seufzte Miss Cheerilee resigniert, "ich merke schon, dass du unbedingt mitkommen beziehungsweise mitgenommen werden möchtest und musst. Daher ist das ok für mich, aber du musst dich, wenn es Probleme wegen dir gibt selbst darum kümmern und mir zumindest mal deinen Namen verraten."

"Also, ich bin Jack... einfach nur Jack..."

"Nachname? - Ach ja, Bloom... ich vergaß... also denn... will ich euch nicht mehr stören, begrüße dich auch noch recht herzlich auf der Reise und... möge es auch dir viel Spaß machen..."

"Danke Miss Cheerilee!", grinste Jack gut gelaunt, "denn... wo geht´s eigentlich hin?"

"Wir wollten in den Harz... wandern und die Natur erkunden..."

Jacks Grinsen wurde nur umso breiter und die Lehrerin verzog sich wieder nach vorne auf ihren Platz neben dem Fahrer.

Applebloom war die erste, die es sich zu fragen traute:

"Jack, warum so gut gelaunt?"

"Weil der Harz der Hammer ist...", schwärmte er, "und ich glaube, dass wir uns grade ziemlich bekannt gemacht haben... und das auf die gute Art..."

"Du hast Spoon aber auch göttlich verarscht!", kicherte Sweetie Belle, "oh man, das musst du unbedingt wiederholen!"

"Dann bitte aber auch noch Tiara...", bat Scootaloo glucksend und Jack zog ihren Kopf nahe an sich heran.

"Du wirst dich noch wundern meine Liebe...", flüsterte er ihr belustigt ins Ohr, "ihr alle werdet das noch..."

Und so rollte die Straßenbahn mit dem Schönheitsfleckenclub und den anderen Schülern auf den Hauptbahnhof zu.

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Derweil kam der echte menschliche Schönheitsfleckenclub aus dem Haupteingang der Equestria High und wunderte sich, wo die Straßenbahn mit ihren Klassenkameraden abgeblieben war.

"Ähm, wo sind die?", fragte die Menschen-Applebloom ihre Freundinnen, die beide ebenso perplex wie sie selbst waren.

"Ich weiß auch nicht... die wollten doch warten!", stammelte Scootaloo, "was jetzt?!"

"Hmmm...", überlegte Sweetie Belle laut, "das ist gar nicht mal so übel..."

"Wieso?", fragte Applebloom unsicher, "was hast du vor?"

"Also... passt mal auf... wenn die denken, dass wir auf der Klassenfahrt sind, weiß doch keiner, dass wir eigentlich noch hier sind... das heißt..."

"... wir können jederman Streiche spielen und keiner kann sie uns zuordnen!", jauchzte Scootaloo begeistert.

"Genau das!", konstatierte Sweetie Belle glücklich, "und da meine große Schwester nicht da ist..."

"... können wir solange bei dir unterkommen!", freute sich Applebloom, "yay, dann ist das abgemacht!"

"Ganz großes Ehrenwort!", riefen die drei im Chor, bevor sie sich auf den Weg zu Raritys Wohnung machten.

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Am Hauptbahnhof hielt sich Silver Spoon möglichst nahe bei Miss Cheerilee auf, was die anderen Schüler nur umso mehr zum Lachen brachte.

Jack wurde fast schon gefeiert - selbst im Zug riss man Witze über Silver Spoon und Tiara, meistens noch dümmere als der ursprüngliche.

Schließlich verließ Miss Cheerilee nur kurz den Waggon um sich den Kopf in einem ruhigeren Abteil etwas abzukühlen und es brach erst recht die Hölle los - Papierschnipsel, Flaschen und belegte Brote flogen kreuz und quer durch die Sitzreihen, und als Applebloom es auch noch schaffte, mithilfe eines Schlüssels, den sie dem Schaffner geklaut hatte die Schiebefenster aufzuschließen hielt es keinen der Schüler mehr auf seinem Sitzplatz.

Alle hielten sie die Köpfe aus den Fenstern und ließen sich dabei vom Fahrtwind die unmöglichsten Frisuren formen, über die Silver Spoon und Tiara sich halb totlachten, was Jack so auf den Keks ging, dass er in das Gepäcknetz über ihnen kletterte und die Koffer, die ihm dabei im Weg lagen auf die beiden schmiss.

Es kam noch besser, als Tiaras Koffer aufplatzte und sich ihre Klamotten durch den Waggon verteilten oder durch den starken Luftzug gleich aus den Fenstern gesaugt wurden.

Danach versuchten die beiden Jack hinterher zu schmeißen, doch der schloss sich auf der Zugtoilette ein, kletterte von dort aus durch das offene Fenster zurück ins Abteil und schubste die beiden, die die Tür mit Silver Spoons Nagelfeile geknackt hatten von hinten in das Klo und schloss dann von außen unter großem Gejohle der anderen Schüler die Tür mit Appleblooms Schlüssel ab.

Als der Zug schließlich in Wernigerode ankam, waren die beiden noch immer in der Toilette eingeschlossen und wären das wohl auch geblieben, wenn Sweetie Belle nicht so freundlich gewesen wäre und den Schlüssel von außen aus dem Schloss gezogen hätte... allerdings so, dass der Zug schon im Bahnhof stand und sie es kaum noch schafften, wenigstens ein paar von Tiaras Klamotten wieder in ihren Koffer zu stopfen und dann noch rechtzeitig aus dem Zug zu springen - mitten in eine Colapfütze hinein, die Jack und Scootaloo mithilfe von zwei Litern des klebrigen Zuckersaftes mitten auf dem Bahnsteig geschaffen hatten...

Wütend, nass, klebrig und verschwitzt hatten die beiden keine Lust mehr, Jack und den anderen eins auszuwischen... das konnte auch noch warten...

Dachten sie.

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Die Koffer nahm ein Zubringer mit zum Hotel - die Schüler erwartete noch eine große Überraschung:

Miss Cheerilee eröffnete ihnen, dass sie sofort mit dem Dampfzug auf den Brocken fahren würden und nicht wie geplant morgen, was auf allgemeine Begeisterung unter den Schülern stieß, nur Silver Spoon und Tiara maulten herum, weil sie in ihren dreckigen Outfits unmöglich auf den Brocken fahren könnten, wie sähe das denn aus?!, wollten sie empört wissen.

"Wie zwei blöde Schnepfen eben!", grölte es aus der letzten Reihe und die Klasse wiehrte sofort wieder los.

"Und du wie der letzte Assi!", fauchte Tiara zurück und bekam sofort eins von ihrer Klassenlehrerin auf den Deckel.

"Also wirklich, wer wird denn da gleich ausfallend? - Das gehört sich aber nicht gerade für eine junge Dame, die sonst immer versucht, sich besser als die anderen aufzuführen... also mach das bitte auch jetzt und lass dich davon nicht ärgern!"

Das Gelächter wurde nur umso lauter und die Gesichter von Silver Spoon und Tiara noch einen Tick röter.

Dann stiegen sie auch schon in den Dampfzug ein und es ging los - über Westerntor, Kirchstraße, Hasserode, Steinere Renne, Drei Annen Hohne und Schierke hinauf auf den höchsten nördlich gelegenen Berg Deutschlands, den Brocken.

Jack und die anderen Mitglieder des Schönheitsfleckenclubs hatten sich den besten Platz des ganzes Zuges erkämpft und standen nun hinten auf der Bühne des letzten Waggons.

Unter ihnen huschten Kilometer um Kilometer Gleis vorbei, neben ihnen die dichten Wälder mit ihren Harzbäumen und im Wagen die tief beleidigten zwei Freundinnen, über die nach wie vor gelästert wurde.

"Jack...", seufzte Applebloom sehr zufrieden, "eins muss ich dir lassen... du hast die beiden heute so oft auf´s Korn genommen wie ich selten in einem Jahr... und ich danke dir dafür..."

"Ach, für irgendwas muss ich doch gut sein...", grinste er, "und ich denke, sie haben es verdient, mal gemobbt zu werden..."

"Irgendwie ja...", hauchte Applebloom glücklich, "und dafür will ich dir ein Geschenk machen..."

"Was denn für...?"

Er spürte es sofort und sämtliche Haare seines Körpers stellten sich auf, als sie ihn auf die Wange küsste.

Lange und ausgiebig.

Es war wie ein Feuer, das ihn durchfloss, ein Feuer, wie er es noch nie vorher gespürt hatte.

Ein gutes Feuer.

Ein warmes Feuer.

Ein Liebesfeuer.

Die "Ohhh!!!" und "Ahhh!!!"-Rufe der Klasse überhörte er gekonnt.

Für ihn gab es in diesem Moment nur eines auf dieser Welt:

Applebloom.

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Als der Zug schließlich den Brocken erreichte, verließen die beiden als letztes die Plattform.

Scootaloo und Sweetie Belle standen mit einigen anderen Schülern etwas abseits und quatschten - und auch sie waren in diesem Moment irgendwie glücklich, warum auch immer... wahrscheinlich, weil sich Glück unter besten Freunden überträgt.

Arm in Arm schlenderten Jack und Applebloom anschließend über das Brockenplateau zu dem Stein hin, der den höchsten Punkt des Berges mit 1142 Metern über Normalnull markiert, dicht gefolgt von ihren beiden Freundinnen und einigen anderen Schülern, die ihre kurze Freizeit vor dem Besuch des Brockenmuseums nutzen wollten, um ein wenig auf dem Berg umher zu spazieren.

Vor diesem Stein blieben sie ehrfürchtig stehen und studierten die gusseiserne Tafel, die hineingesetzt worden war.

"Brocken... 1142 Meter... heilige Luna!", staunte Applebloom, "ganz schön hoch!"

"Tja...", seufzte Jack zufrieden und wurde schlagartig wieder normal, "hey, wie wär´s, wenn wir ein Foto zusammen machen?"

"Gerne... aber wie?"

"Da habe ich so eine Idee...", grinste Jack und rief dann "Sweetie, Scoo, kommt mal rüber!"

Die beiden flitzten zu ihm und Applebloom und Jack begann zu erklären:

"Also, ich will ein Foto machen, dazu brauchen wir eine..."

"Ihr wollt ein Foto?", fragte plötzlich Miss Cheerilee hinter ihnen, "wartet, ich mach euch Vieren eins..."

"Aber... wie können wir das Foto möglichst schnell bekommen?"

"Das ist kein Problem!", lächelte die Lehrerin, "hier im Brocken-Café gibt es einen Fotodrucker... dort kann ich euch das Bild gleich ausdrucken!"

"Sehr gerne!", jubelte Sweetie Belle und Scootaloo raunte Jack zu: "Immerhin musst du jetzt keine Kamera klauen..."

Die vier mussten laut loslachen und bis sie sich gefasst hatten und in Fotoposition standen, dauerte es ein wenig.

"Uuuunnnd... bitte recht freundlich!", meinte Miss Cheerilee und drückte auf den Auslöser ihrer Kamera.

"Und fertich!", freute sie sich, "ich geh´s euch dann gleich ausdrucken und gebe es euch, wenn wir Mittagspause machen, ok? - Und bitte, seid in fünf Minuten unten an der Gaststätte!"

"Ja, vielen Dank... und sind wir!", kam es noch von den vieren, bevor die Lehrerin zufrieden lächelnd wieder verschwand, um nach dem Rest der Gruppe zu sehen.

Und der Schönheitsfleckenclub war glücklich, so glücklich wie lange nicht mehr.

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"Und was machen wir jetzt?", fragte Sweetie Belle erwartungsvoll, nachdem sie vom Felsen geklettert war, "irgendwas Streichmäßiges?"

"Ach lass mal...", winkte Scootaloo ab, "du merkst doch, dass der Moment gerade einfach zu perfekt ist, um Unsinn anzustellen..."

"Irgendwie hast du Recht...", sah Sweetie Belle ein, "als denn... was machen?"

"Wie wär´s...", schlug Applebloom vor, "wenn wir jetzt einfach zum Café schlendern und es uns dort bequem machen?"

"Gar nicht mal so übel...", fand Jack, "als gut, dann... gib mir deine Hand, und ich helfe dir herunter!"

"Was ein Gentleman...", kicherte Scootaloo, "aber ich glaube, das schafft die Gute auch alleine..."

"So könnte man es auch ausdrücken...", grinste Applebloom und glitt von ihrem Podest, "aslo gut, dann kommt Leute, wir..."

"Halt!", kam es plötzlich von Jack, "wartet mal..."

Er kniete sich vor den großen Stein und begann im körnigen Boden etwas mit den Fingern freizukratzen.

Die drei Mädchen sahen ihm nur erstaunt zu, während er langsam aber sicher ein kleines im Sonnenlicht schimmerndes Quadrat freilegte, dass er schließlich ganz aus der Erde zog und es betrachtete.

"Kann mir einer sagen, was das ist?", fragte er sie unsicher.

"Hmmm... wenn ich Rarity wäre, würde ich sagen, dass es Schmuck ist...", meinte Sweetie Belle.

"Ziemlich vergammelter Schmuck...", fand Scootaloo, "und außerdem sehr quadratisch..."

"Also, ich finde ihn gut... sieht wie ein Anhänger aus...", lächelte Applebloom, "und auch wenn er schon alt ist, schön ist er doch!"

"Wenn du ihn schön findest...", grinste Jack zufrieden und kramte aus seiner eine Art Kette hervor, meinte belustigt "Die habe ich auf dem Boden des Waggons gefunden...", brachte seine Freundinnen erneut zum Kichern, verband mit geschickten Handbewegungen das Band mit dem Schmuckstück und hängte es schließlich der strahlenden Applebloom um den Hals.

"Ist zwar noch etwas dreckig, aber das ändere ich auch gleich noch...", lächelte er und nahm die Hand seiner Freundin, "und jetzt kommt... auf zu den anderen..."

---

Keine fünf Minuten später hatten sich alle Schüler und die Lehrerin im Brocken-Café eingefunden und bereits ihre Getränke vor sich stehen.

Aufgeregt warteten die drei weiblichen Schönheitsfleckenclubmitglieder auf Jack, der Appleblooms neuen Anhänger auf der Toilette säubern wollte und schlürften dabei ungeduldig ihre Säfte.

Endlich kam er zurück - und die drei konnten ihren Augen kaum trauen:

Jack legte ein blankes Stück Gold auf den Tisch und grinste über sein ganzes Gesicht.

"Das nenne ich mal einen Schatz, den ich da ausgegraben habe... und ein perfektes Geschenk für die Freudin eines Ziegenprinzen!"

Applebloom stahlte wieder wie ein Honigkuchenpferd und Jack legte das Schmuckstück behutsam auf eine Serviette.

"Hey, da steht ja was drauf!", bemerkte Scootaloo neugierig, "das ist... ein großes H, umgeben von etlichen schönen Mustern..."

"Das könnte vielleicht mal ein Teil von einem großen Anhänger gewesen sein!", platzte Sweetie Belle heraus, "und das H war Teil eines Wortes, und die eingekerbten Linien hier Teil eines großen Musters!"

"Das glaube ich eher nicht...", grübelte Jack, "aber nichts ist unmöglich, also..."

"Ist mir auch egal!", beendete Applebloom das Gespräch und hängte sich die Kette wieder um, "solange sie mit gefällt und es ein Geschenk von Herzen ist, gefällt es mir..."

Jack lief vor Freunde leicht rötlich im Gesicht an und obwohl Sweetie Belle und Scootaloo eigentlich wieder laut loswiehren wollten, ließen sie es lieber - der Moment war einfach mal wieder zu perfekt.

Na ja, fast...

---

"Entschuldigung...", riss die Freunde plötzlich eine ihnen unbekannte Stimme aus ihren Gedanken, "ich hätte da eine Frage..."

Jack blickte erstaunt einen Jungen, den er vielleicht drei oder vier Jahre älter als sich selbst schätzte an und erwiderte fröhlich:

"Nur zu, was möchtest du wissen?"

"Nun, deine... Freundin...", druckste er herum und deutete schüchtern auf Applebloom, "hat einen interessanten Anhänger an... und ich interessiere mich für alten Schmuck..."

"Dann würde ich dir vorschlagen, sie selbst zu fragen...", grinste Jack, "sie kann auch reden!"

"Verzeihung...", stammelte der Junge nervös und wandte sich an Applebloom, "darf ich ihn mal näher betrachten?"

"Hmmm...", überlegte sie, "also eigentlich... möchte ich das nicht..."

"Es wäre auch nur kurz... weiß du, ich..."

"Na gut, hier bitte...", grummelte Applebloom genervt und reichte ihm ihren Anhänger, "aber wirklich nur kurz, ok?"

"In Ordnung...", antwortete der Junge sicher und drehte das Schmuckstück zwischen seinen Fingern, "ich glaube, es ist genau das, was ich mir gedacht habe..."

"Was bitte?", schnaubte Jack, "das war jetzt lang genug, also gib ihr den Anhänger wieder zurück!"

"Das werde ich ganz sicher nicht!", kicherte der Junge, "denn endlich habe ich das gefunden, wonach ich schon so lange gesucht habe!"

"Willst du Stress?!", donnerte Jack wütend, "ich habe gesagt..."

In diesem Moment zog der Junge etwas aus einer Innentasche seiner Jacke, das ganz klar eine Pistole war.

Scootaloo reagierte als erste, packte ihn am Arm und riss ihn zu sich, durch ihre Ausbildung zur Agentin durch Robert hatte sie eine enorme Kraft entwickelt, die man ihr kaum ansah, ihren Freundinnen und Jack ebenso wenig.

Der Junge krachte auf den Tisch und Jack schlug sofort zu - gezielt in seine rechte Seite, worauf dieser sich vor Schmerz zusammenkrümmte und seine Waffe losließ.

Sweetie Belle zögerte nicht und griff zu - Applebloom auch, sie schnappte sich ihren Anhänger und ließ ihn blitzschnell in ihrer Tasche verschwinden.

Plötzlich sprangen vom Tresen fünf Typen auf, die schon so aussahen, als würden sie notfalls über Leichen gehen, wenn das von Nöten war und griffen sich in die Mäntel.

Sweetie Belle zögerte nicht und schoss ein-, zwei-, dreimal, bevor sie Scootaloo mit sich auf den Boden zog, während Jack Applebloom schnappte und mit ihr rückwärts hinter die Garderobe hechtete.

Keinen Moment zu früh, denn jetzt schossen drei der Männer zurück - Sweetie hatte den anderen beiden mit zwei perfekten Schüssen zu Cyro geschickt.

Die anderen Gaststättenbesucher warfen sich schreiend auf den Boden und hielten sich die Hände über den Kopf, ein paar schafften es auch durch den Not- oder Hauptausgang nach draußen, die beide dummerweise hinter der Theke und damit in der Schussbahn der Männer lagen.

Sweetie Belle ließ jedoch nichts unversucht, zielte durch eine Lücke zwischen mehreren Stühlen und Tischen hindurch und jagte einem der Angreifer ihre Kugel mitten in den Schritt.

Schreiend brach er zusammen und sein Kollege passte für einige wenige Sekunden nicht auf - ein gut gezielter Schuss und auch er klatschte tot auf den Boden.

Der letzte verbliebene Angreifer feuerte verbissen weiter und hielt Sweetie Belle in Schach, doch durch Appleblooms präzisierter Wurftechnik bekam er eine volle Weinflasche so heftig gegen den Kopf, dass seine Stirn wie das Glas splitterte und er ebenfalls tot zu Boden sank.

Aus den Augenwinkeln und durch die Spiegelung der Glasscheibe bemerkte Jack weitere Männer, die von außen auf das Café zugestürmt kamen und entschloss sich zum Frontalangriff:

Er nahm Anlauf, sprang über die teils umgekippten Tische und warf sich hinter die Theke.

Keinen Moment zu früh, denn plötzlich hagelte es Dauerfeuer in die Gaststätte - mindestens einer der Angreifer hatte ein Sturmgewehr, konstatierte Jack und griff sich eine der herumstehenden Wodkaflaschen.

Eigentlich zu schade..., dachte er kopfschüttelnd, ein 1973er... aber sei´s drum, Kriech is Kriech!

Den herumliegenden Putzlappen zog er einmal durch die bereits ausgelaufene braune Flüssigkeit auf dem Boden, steckte den Lappen in die Flasche und zündete ihn mit einem herumliegenden Feuerzeug an, bevor er "JETZT GIBTS NE RUNDE AUFS HAUS!!!" brüllte und den Angreifern die Flasche entgegen schleuderte.

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Die Explosion fetzte die Glasscheiben aus ihrer Verankerung und zündete den ganzen Eingangsbereich des Cafés inklusive der Männer an, die, wenn sie nicht schon durch die herumfliegenden Splitter getötet worden waren jetzt bei lebendigem Leib geröstet wurden, schreiend aus dem Feuer rannten und sich draußen auf dem Boden wälzten, um die sich in sie hinein fressenden Flammen zu löschen.

Jack ließ sich davon nicht aufhalten, im Gegenteil, er feuerte gleich noch zwei Flaschen mitten in die Flammen, die sie sofort auf das dreifache vergrößerten.

Da war Applebloom bei ihm und schrie panisch:

"WIR MÜSSEN SOFORT RAUS HIER, SONST VERBRENNEN WIR MIT!!!"

Er zögerte keine Sekunde und folgte seinen Freundinnen, die sich jede eine der herumliegenden Pistolen geschnappt hatten durch die Hintertür des Gasthauses hinaus auf den Hinterhof, auf dem ein Jeep parkte.

Sweetie Belle saß schon am Steuer und rief ihnen entgegen:

"LOS REIN HIER UND AB WEG!!!"

Das ließ sich keiner zweimal sagen, und als Jack als letzter in das Auto sprang und Scootaloo die Tür hinter ihm zuschlug, raste Sweetie auch schon los - eine Betonstraße mit vielen Löchern hinunter.

Es dauerte nicht lange, da nahmen drei andere Jeeps ihre Verfolgung auf...

In einem saß der zornbebende Junge und hielt sich noch immer seine rechte Seite.

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Die vier Mitglieder des Schönheitsfleckenclubs hatten mittlerweile die Rangerstation Scharfenstein links neben sich am Wegesrand liegen gelassen, waren über die Eckertalsperre gebrettert und dann den Schildern in Richtung Molkenhaus gefolgt.

Doch ihre Verfolger ließen sich nicht abschütteln, auch nicht, als die vier auf Bad Harzburg den Berg hinunter donnerten und dann die "Abkürzung" quer durch die Altstadt nahmen.

Bis...

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Das Motorengeräusch hatte Jack auf Anhieb nicht gefallen, und als schließlich der Jeep auf der Kreuzung vor dem Hauptbahnhof stehen blieb, wusste er auch warum:

Sprit war alle... und die Tankanzeige kaputt...

"Leute...", begann er, "ich will jetzt keine Panik auslösen, aber mit dem Ding kommen wir nicht mehr weiter... also... NEHMT EURE BEINE IN DIE HAND UND DANN SCHNELL DARÜBER ZUM BAHNHOF, IN DEN NÄCHSTBESTEN ZUG UND WEG HIER!!!"

Sie sprangen aus dem Auto und rannten - quer durch die Bahnhofshalle direkt auf Gleis 5 zu, auf dem ein Sweetie Belle sehr passender Zug stand.

"DEN NEHMEN WIR!!!", schnaufte sie, "ODER IST DER SCHLECHT?"

"DER IST PERFEKT, ABER NUR, WENN WIR BIS GANZ VORNE RENNEN, ANSONSTEN SCHAFFE ICH ES NICHT MEHR, UNS SCHNELL GENUG AUS DEM BAHNHOF ZU BRINGEN!!!"

"VERSTANDEN!!!", kam es zurück und die vier rasten über den Bahnsteig mit den sich bereits auflösenden Bodenplatten bis nach vorne zum Steuerwagen des Zuges, Applebloom riss die Tür auf, Scootaloo stürzte dicht gefolgt von Jack und Sweetie Belle hinein, der Ziegenprinz schoss das Schloss des Führerstandes auf und legte im Inneren schnell einige Hebel um.

Die drei Freundinnen hörten den Maybach-Motor der Diesellok noch durch die offene Tür anlaufen und schließlich losröhren, bevor der Zug sich langsam aber sich in Bewegung setzte.

"Yay!", freute sich Sweetie Belle fix und fertig, aber glücklich, "wir haben es geschafft!"

"Ähmmm... würde ich nicht sagen...", keuchte die aus einem der Schiebefenster guckende Scootaloo, "die springen auf den Zug auf!"

"Verdammt!", fluchte Jack und drosch wütend auf einen Knopf ein, "der verdammte Türblockierer hat nicht ausgelöst! So ein Scheißding!!! - Jetzt haben wir ein großes Problem mehr im Zug!"

"Und noch eins...", merkte Applebloom an, "keine wirklich guten Waffen..."

"Dann... besorge ich die euch!", bestimmte Jack und stand vom Zugführersitz auf, "Scoo, Sweetie, gebt mir eure Waffen, ich werde euch dafür zwei MGs zurückbringen!"

"Jack!", mischte sich Applebloom ein, "ich lasse dich nicht alleine gehen, niemals!"

Die Alihornziege warf ihr einen belustigten Blick zu, ehe sie gelassen antwortete:

"Na gut, wenn du magst... und ich weiß das jetzt schon, denn los! Ab mir hinterher!"

"HALT!!!", schrie Scootaloo noch rechtzeitig, um Jack zurückzuhalten, "was sollen WIR machen?!"

"Passt auf... ihr versteckt euch in der Toilette und passt auf, dass hier keiner durchkommt! Der Zug wird von ganz alleine fahren, macht euch da mal keine Sorgen, allerdings nur, wenn ihn niemand abbremst! Also gilt das Motte: On ne passe pas, verstanden?! - Zur Not...", er gab Scootaloo eine Pistole zurück, "ich komm auch mit einer klar, falls was ist..."

"Verstanden!", salutierten die beiden grinsend und Jack nickte Applebloom zu, auch sie hatte anscheinend nichts mehr einzuwenden.

Dann flitzten die vier los, dem Feind entgegen.

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Sweetie Belle hatte die Toilette weder bemerkt noch nach ihr gesucht und nur ein herzhafter Griff am Kragen von ihrer Freundin Scootaloo hielt sie zurück, noch weiter zu rennen durch den Zug zu rennen.

Immernoch ziemlich platt ließ sie sich auf den Klodeckel sinken und schnaufte laut, was Scootaloo zum Kichern brachte.

"Sweetie, du müsstest dich mal sehen... mit knallrotem Kopf!"

"Und du dich...", grummelte sie beleidigt, "was kann ich dafür, dass ich nicht so gut laufen kann wie du?!"

"Ne ganze Menge...", gluckste Scootaloo, "zum Beispiel nicht zum Unterricht zu erscheinen, wenn wir mit Robert und dem Ziegenbock einen Geländelauf machen wollen!"

"Haha... ich war krank!"

"Von wegen!"

"Ach, vergiss es einfach..."

"Nein... für dich nicht!"

"Du mich auch..."

Schließlich diskutierten die beiden nur noch und ziemlich lautstark über ihre "Probleme"... und vergaßen dabei ihre eigentliche Aufgabe...

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Lautlos und sich von einer Sitzreihe zur nächsten vorarbeitend schlichen Jack und Applebloom vorwärts, peinlichst darauf achtend nicht gesehen beziehungsweise gehört zu werden.

Bis jetzt hatten sie noch keinen der Angreifer ausmachen können, obwohl sich beide sicher waren, dass diese schon längst hier im dritten Waggon sein mussten...

Vorsichtig wagte Jack sich noch eine Sitzreihe nach vorne und presste sich an den weichen blau-schwarz gepunkteten Stoff, als plötzlich die Tür zwischen diesem und dem nächsten Waggon aufsprang und zwei Männer hindurchtraten.

Er schoss nicht - sie standen schlecht und so, dass eventuell nachfolgende ein gutes Schussfeld und eine Deckung hatten - aber Applebloom überlegte nicht lange und drückte zweimal durch ihren Sitz ab.

Der Knall der abgefeuerten Kugeln war trotzdem mörderisch laut und die Angreifer fuhren noch herum, bevor sie beide durchlöchert wurden und leblos zu Boden sanken.

Jack bemerkte eine weitere Regung aus Feindesrichtung und schoss ebenfalls - einen weiteren Angreifer riss es im hinteren Waggon zu Boden, bevor die anderen reagierten und ihre AKs in die Richtung der beiden Freunde richteten.

Applebloom warf sich schützend unter ihren Sitz, Jack griff ans Gepäcknetz und zog sich schleunigst nach oben, keinen Moment zu früh, denn kaum lag er oben knapp unter dem Dach zerfetzten die Kugeln ihrer Gegner sämtliche Sitzreihen des Waggons und ließen die herausgerissenen Schaumstoffflocken wild umher tanzen.

Die Nerven behaltend schoss er sein ganzes Magazin leer - mit Erfolg: Zwei der Angreifer lagen blutüberströmt auf dem Boden und regten sich nicht mehr.

Ihre Waffen waren das, worauf er scharf war und was er unbedingt erreichen musste.

Schnell robbte er nach vorne und verlagerte auf Höhe der Toten sein Gewicht weiter nach rechts, sodass die Halterungsschrauben des Netzes aus der Decke rissen, er es mit sich hinab riss und auf dem Boden schützend vor sich schob.

Die Kugeln der Angreifer droschen wütend auf das Metall ein, doch es hielt stand, Jack schaffte es sich eines der Sturmgewehre zu schnappen und erwiderte den Beschuss - womit niemand gerechnet hatte.

Mit dem Blut des Feindes tapezierte er die Decke und den Boden des Waggons vor sich neu, ließ den Abzug los ein und winkte Applebloom grinsend zu sich.

Als sie neben ihm lag, kicherte er amüsiert:

"Wenn das so weitergeht, beginnt mir diese Verfolgungsjagd echt Spaß zu machen..."

"Mir eher weniger...", grummelte Applebloom sauer, "und wenn das so ist, dann kommst hier im Moment doch bestimmt gut alleine klar und ich bringe Scoo schnell mal die versprochenen Gewehre..."

"Jop, mach des... und pass auf dich auf!"

"Mache ich, mache ich!", rief sie ihm noch zu und rannte durch den Übergang in Richtung Steuerwagen.

Jack grinste noch immer und lud seine AK nach.

Der Feind konnte kommen...

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Scootaloo und Sweetie Belle gaben keinen Mucks von sich.

In der Toilette war es totenstill, einzig und allein das Rattern des Zuges hallte von den Wänden wider und übertönte ihr leises Atmen.

Sweetie Belle hatte sich auf den Klodeckel gesetzt und wippte nervös mit ihrem linken Fuß, was Scootaloo fast in den Wahnsinn trieb.

Mehr als nur versucht, es nicht soweit kommen zu lassen, bemerkte sie auch die leisen tappenden Geräusche auf dem Dach nicht...

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Applebloom hatte den zweiten Waggon fast schon komplett durchquert, als sie plötzlich einen Mann durch die Glastüren vor sich im Steuerwagen sah.

Geistesgegenwärtig warf sie sich auf den Boden und robbte zwischen den Sitzen hindurch bis zu einem der Schiebefenster, schob es auf und fasste an die Dachkante.

Hastig suchte sie Halt - und bekam etwas festes zu fassen, doch bevor sie wusste, was es genau war, riss es sie nach draußen auf das Dach, ihre Waffe ließ sie in Panik los und das Gewehr fiel den Bahndamm hinunter.

Ehe sie kapiert hatte, was überhaupt Sache war, drückte sie einer der Männer vom Dach zu Boden und ein anderer zielte mit seinem Gewehr auf ihren Kopf.

"Na, wen haben wir denn da?!", lachte er dreckig, "sieht mal ganz nach einem der Bälger aus, die uns entkommen wollten!"

"Aber nicht mit uns!", freute sich der andere böse, "jetzt haben wir das perfekte Druckmittel, um den Rest zur Aufgabe zu zwingen!"

Applebloom wollte schreien, doch der auf ihr kniende Angreifer hatte seine Hände um ihren Hals gelegt und entzog ihr die dazu nötige Luft.

Wild wand sie sich hin und her, was auch nicht viel half, ihr Gegner war einfach zu schwer.

"Lass es...", meinte er süffisant, "es wird dir nicht viel helfen, ich wurde dazu ausgebildet, andere kampfunfähig zu machen... und ich will dir nicht unnötig weh tun..."

Nur noch ein kleines Stück... , dachte sie fieberhaft, bitte... beweg dich, du verdammtes Ding!

"Pass auf...", warnte Nummer zwei, "bei so einem Kind weiß man nie..."

"Ach, ich habe sie schachmatt gesetzt, was kann da noch passieren?!"

In diesem Moment rutschte Applebloom endlich ihr Messer aus seinem Geheimfach im Ärmel, sie griff zu und rammte es ihrem Feind mit aller Kraft in den Hintern.

Augenblicklich ließ dieser jaulend von ihr ab und versuchte, dem höllischen Schmerz ein Ende zu setzen, sein Kumpane packte sein Gewehr nur umso fester, doch sein Schussfeld war noch durch seinen Freund versperrt.

Applebloom hatte derweil ihren rechten Arm freibekommen und schlug ihrem Widersacher zweimal heftig ins Gesicht, wodurch dieser zurücktaumelte, schaffte es dann, sich vollständig unter ihm hervorzuziehen und trat dann mit voller Wucht zu.

Die Kraft warf ihn rückwärts auf seinen Kameraden und riss diesem das Gewehr aus der Hand, doch er rappelte sich so schnell wieder auf, dass Applebloom keine Zeit für noch einen Angriff hatte und rannte schreiend mit erhobenen Fäusten auf sie zu.

Sie wich den ersten Schlägen geschickt aus und landete selbst mehrere Treffer, die ihn zittern ließen, aber nicht gut genug waren, um ihn auszuschalten.

Dann traf er sie mit der flachen Hand an der Schulter und schleuderte sie zu Boden, bevor er sich seine Pistole aus dem Gürtel riss und anlegte.

"So, jetzt ist Schluss! Entweder du bleibst jetzt liegen, machst die Hände auf den Rücken und lässt dich widerstandslos fesseln oder ich vergesse, dass der Boss dich lebend wollte!"

Obwohl sich alles in ihr dagegen strebte, wagte sie es nicht, sich erneut zu bewegen geschweige denn anzugreifen.

Auch der andere Mann, der vorhin auf ihr gesessen hatte war nun wieder aufgestanden und taumelte sich den Kopf haltend auf seinen Freund zu, während er stöhnte:

"MEIN ARSCH VERDAMMT!!! AUA!!!"

"Du darfst ihr gleich selbst da reintreten!", lachte sein Kumpan dreckig und fesselte Applebloom mit einem Paar Handschellen, bevor er sie zu sich hochriss und sie seinem Freund hinhielt, "na los, mach schon!"

Er zielte und versuchte es, doch Applebloom wich dem Schlag aus und wurde daraufhin von ihrem Peiniger an den Haaren gepackt und geschüttelt, während er brüllte:

"IHR VERDAMMTEN SCHEIßKINDER, IHR MACHT IMMER GENAU DAS, WAS IHR NICHT SOLLT!!! JETZT HALT STILL UND ERGIB DICH DEINEM SCHICKSAL, MIESES GÖR!!!"

Geht auch schlecht anders, dachte sie kochend vor Wut, wenn du mich so fest hälst, du feige Sau...

Wieder holte der andere Mann aus und...

KLATSCH!!!

Das Blut traf sie mitten ins Gesicht.

FLATSCH!!!

Dieses Mal riss es sie nach hinten und ihr Peiniger ließ sie unerwartet los.

Sie machte einen Überschlag rückwärts und landete gekonnt auf zwei Beinen, bereit zum Kampf.

Doch beide Männer waren tot - Nummer eins hatte gar keinen Kopf mehr, der von Nummer zwei war vorne irgendwie komisch eingeschlagen worden und hatte sich komplett deformiert.

Verwirrt drehte sie sich um - und sah ein Signal, das auf einer Halbbrücke stand und seine Flügel gerade nach unten klappte.

Dieser Eisenträger hatte ihre Widersacher ausgeschaltet... einfach durch ihre Körpergröße... und sie selbst war noch klein genug, um...

In diesem Moment war sie so froh, einmal kleiner als Applejack seien zu dürfen... und die kleine Schwester zu sein.

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Der Stellwerker auf dem Fahrdienstleiter-Stellwerk Oker Oof hatte sich gestern Abend auf einer Party etwas zu voll laufen lassen und trotzdem beschossen, heute zum Dienst zu erscheinen, obwohl ihm seine Frau dringend abgeraten hatte, auch sein Kollege hatte gemeint, er solle sich lieber wieder ins Bett legen, aber was echter Mann ist, lässt sich nicht umstimmen!

Und so saß er jetzt an seinem Fensterchen und starrte den durch den Bahnhof donnernden völlig außerplanmäßigen Regionalexpress an, weil er nicht wusste, ob das alles nur Einbildung oder DOCH irgendwie echt war.

Als er dann noch Applebloom auf dem Dach stehen sah und ihre Blicke sich trafen, gaben seine Hirnzellen endgültig ihren Geist auf und er krachte hinterrücks auf den Betonboden seines Arbeitsplatzes.

Hätte ich bloß mal nicht soviel gesoffen..., war sein letzter Gedanke, bevor er in Ohnmacht fiel.

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Auch sein Kollege im 300 Meter entfernten Stellwerk Ow riss vor Erstaunen und Entsetzen Mund und Nase gleichzeitig auf, als der RE an seinem Häuschen vorbei preschte und nicht an dem vorgesehenen roten Signal hielt.

Da auf der gesamten Strecke bis Hildesheim beziehungsweise Kreiensen oder Nordhausen noch kein einziger PZB-Abschnitt (punktförmige Zugbeeinflussung, heißt im Klartext Magnete, die einen Zug bei Gefahr automatisch abbremsen können) gab, war im auch klar, was passieren würde, wenn ein vorausfahrender Zug nicht schnellstmöglich ausweichen konnte...

Reflexartig griff er zum Telefon und wählte die Nummer der Bahnzentrale in Braunschweig.

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ihm jemand glaubte... und als das geschehen war, brach sofort die Hölle los - und in der Leitstelle Goslar gab es einen sehr unschönen Anruf...

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"WAAAS?!?!", schrie der Fahrdienstleiter entsetzt, "EIN FÜHRERLOSER ZUG MIT... EINEM MÄDCHEN AUF DEM DACH?!?!"

"Das ist leider kein Scherz!", beteuerte der anrufende Abteilungsleiter der Zugmeldestelle aus Hannover, "und aus diesem Grund müssen sie diesen Zug durch den Bahnhof lassen, ohne dass er Schaden anrichtet und ihren Stellwerkern Bescheid sagen, dass die Weichen in Richtung Salzgitter-Ringelheim gestellt werden, weil es dort..."

"ICH WEIß!!!", brüllte der Fahrdienstleiter fassungslos, "DA KOMMT IRGENDWANN PZB..."

"Ja, und deswegen..."

"DANN HALTEN SIE MICH NICHT LÄNGER AUF!!!"

Weiß vor Angst knallte er den Hörer auf die Station, um ihn sich erneut zu schnappen und seinen Stellwerkern zu sagen, was da gleich kommen würde... und das auch noch zur Rush-Hour am Bahnhof Goslar, also der Zeit, in der es gerade Zugkreuzung gab...

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Scootaloo und Sweetie Belle wagten nicht zu atmen, als einige der Männer, die vorher über das Dach gekommen und durch ein Fenster in den Steuerwagen geklettert waren direkt vor ihrer Toilette in Jacks und Appleblooms Richtung rannten.

Scootaloo hatte zwar eine Waffe, aber was wenn der Feind aus beiden Richtungen kam?

Aber was, wenn er ihren Freunden von hinten in den Rücken fiel und sie erschoss?

Sie wusste, dass beides böse enden konnte und überlegte fieberhaft, was sie tun sollte.

Tun musste.

"Sweetie...", flüsterte sie, "wenn ich das nicht überleben sollte, sag Rainbow bitte, dass ich sie immer geliebt habe..."

"Was hast du...?!", wollte ihre Freundin noch schnell fragen, als Scooaloo schon die Tür aufriss, in den Gang trat und das Feuer auf die Männer eröffnete.

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Mit einem so erwarteten Klick! sprangen Appleblooms Handfesseln endlich auf, es hatte ewig gedauert, bis sie den Schüssel in der Jackentasche des toten Mannes, der mit seinem Gewehr auf sie gezielt hatte gefunden hatte und dann nochmal schier endlos, bis das verdammte Ding seinen Weg in das dazu passende Schlüsselloch gefunden hatte und umgedreht worden war.

Sie rieb sich ihre schmerzenden Gelenke und schnappte sich die immer noch herumliegende MG ihrer Widersacher, stürmte damit über das Waggondach bis nach ganz vorne zum Steuerabteil, denn sie wusste, dass einige der Männer es bis nach ganz vorne geschafft hatten und den Zug höchstwahrscheinlich abbremsen wollten, um sie leichter einfangen zu können.

Das Seil, mit dem sie durch eines der Fenster hinein geklettert waren hing noch an Ort und Stelle und kam Applebloom sehr gelegen.

Mit ihrer rechten Hand schnappte sie es sich, wünschte sich Glück und schwang sich mit einem lauten Kampfschrei durch das kleine Seitenfenster des Steuerwagens.

Den Mann, der gerade versuchte, etwas, dass ganz stark nach Sprengsatz aussah auf dem Schaltpult zu positionieren, riss sie noch im Flug von den Füßen, während sie bereits in das Innere des Wagens auf dessen Kumpanen feuerte.

Keiner von ihnen hatte mit einem Angriff von dieser Seite gerechnet, zufällig hatten sie einen Augenblick vorher Scootaloos Schüsse gehört, sich deswegen umgedreht und auf sie angelegt - und wurden nun von der wieder anderen Seite her durchsiebt.

Applebloom landete und trat sofort dem letzten noch lebenden Feind unter ihr einmal heftig in die Seite, sodass auch er sich von Schmerzen übermannt zusammenkrümmte.

"So, du Schweinehund!", schnaubte sie wütend über ihre eigenen Schmerzen und den ganzen Ärger auf ihrem Ausflug, "ich mach dir nen einmaliges Angebot: Entweder ich leg dich hier an Ort uns Stelle um, oder du bekommst von mir nen Arschtritt und die Sache ist für mich gegessen!"

Der Mann wagte nicht zu antworten.

"Na los, wenn du leben willst, steh auf!", brüllte Applebloom sauer, "sonst macht ich kurzen Prozess, und glaub ja nicht, dass ich scherze!"

Ganz langsam und mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte er aufzustehen, was nur mit Zuhilfenahme des Lokführersessels gelang und hob anschließend seine Hände so gut es ging nach oben.

"Recht so!", scheuchte Applebloom ihn auf zittrigen Beinen aus dem Führerstand und bis vor die nächste Doppeltür, an der sie meinte:

"Stehenbleiben und ja nicht abhauen, sonst werde ich ernstlich böse!"

Selbst wenn er gekonnt hätte, hätte er es nicht gewagt - mittlerweile war ihm klar geworden, dass das keine normalen Kinder waren...

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Der Fahrdienstleiter schwitzte, wie er noch nie geschwitzt hatte.

Zitternd griff er zum Telefon und rief ein drittes Mal in beiden Stellwerken an, die ihm beruhigend versicherten, dass alle Signale richtig standen und alle anderen derzeit im Bahnhof stehenden Züge außer Kollisionsgefahr waren.

Beruhigen tat es ihn nicht gerade - wieder trieb es ihn zum Fenster, durch dessen trübe Scheiben er einen hastigen Blick hinaus auf die Strecke in Richtung Oker warf.

Und dieses Mal vor Entsetzen erstarrt stehen blieb.

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Applebloom kehrte in den Führerstand zurück und schmiss die Bombe oder das, was es auch immer war aus dem Fenster, bevor sie wieder zu ihrem besiegten Feind zurück schlenderte und böse grinste:

"Türen aufmachen, und ja keine Mätzchen!"

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Am Bahnhof Goslar stand neben etlichen anderen Reisenden auch eine Schulklasse aus Bad Harzburg, die auf ihren Zug nach Hause wartete.

Doch obwohl der Zug längst hätte einfahren sollen, stand er keine 50 Meter vor dem Bahnsteig und wartete.

Nur auf was?, fragte sich einer der Jungen, Signale sind doch alle grün...

In diesem Moment ertönte eine sehr eigenartige Bahnhofsdurchsage:

Werte Reisende, bitte treten sie alle drei Meter von den Bahnsteigkanten an Gleis 3 und 4 zurück... dort fährt gleich ein Zug mit etwas überhöhter Geschwindigkeit durch! BITTE leisten sie dieser Anweisung unbedingt Folge!!!

"Wie bitte?!", begann eine seiner hinter ihm stehenden Klassenkameradinnen, "seit wann dürfen Züge denn zu schnell unterwegs sein?! - Ich glaube, da hat sich grade einer einen großen Scherz..."

Der Rest ihres Satzes ging in einem aufkommenden Donnern unter, denn da kam der Zug auch schon mit seiner etwas überhöhten Geschwindigkeit in den Bahnhof gefahren - oder besser, gerast.

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Jetzt wusste er, was kommen würde und verharrte regungslos auf seinem Platz.

"WIRDS BALD?!?!", donnerte Applebloom wütend, "JETZT MACH SCHON, ODER ES KNALLT!!!"

"Dann lass es knallen, na los, mach schon, erschieß mich!", keuchte der Mann, "das ist besser als aus einem fahrenden Zug geworfen zu werden..."

"ICH SAG´S NICHT NOCH EINMAL!!!", schrie Applebloom wütend und plötzlich begannen ihre Augen dunkelrot anzulaufen, "MACH DIE TÜREN AUF!!!"

"Was zum...?!", stotterte der Mann panisch, als er Appleblood vor sich sah, doch da war es schon zu spät.

Mit voller Wucht trat sie zu und katapultierte ihn damit so fest gegen die Türen, dass die Halterungsstifte der Schließanlage aus dem Boden rissen und der Mann aus dem fahrenden Zug flog.

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Mit schlappen 160km/h und einem gewaltigen Windhauch bretterte zuerst der Steuerwagen auf dem Gleis neben ihnen vorbei - und etwas kam aus ihm hinaus auf sie zugeflogen.

Kreischend stoben die Schüler auseinander, als das Etwas direkt vor ihnen auf den Bahnsteig klatschte - und sich als Mensch entpuppte.

Der Junge hingegen blickte dem Mädchen mit den feuerroten Augen hinterher, welches in der zerstörten Waggontür stand und ihn angrinste.

Drei Schüler und zwei weitere Personen auf dem Bahnsteig bekamen bei dem Anblick und dem ganzen Blut sofort einen Ohnmachtsanfall, mehrere weitere Personen wurden später in die Klinik Goslar mit schweren Traumata eingeliefert.

Den Jungen brachte man ebenfalls dorthin, Verdacht auf schweren Schock war vorhanden.

Die Polizei sprach später von einer "gewaltigen Sauerei" und einer "Kaltschnäuzigkeit, wie man sie selten erlebt habe".

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Derweil machten sich elf Männer an dem kleinen Röbel-Gleiskraftwagen, welcher auf seinem Abstellgleis weitab von den Bahnsteigen des Bahnhofs Goslar vor sich hindümpelte heran, schlossen ihn kurz und flitzten, nachdem einer von ihnen dem Stellwerker mit seiner Pistole freundlich klar gemacht hatte, doch bitte die Gleissperre und die Weichen so zu stellen, dass sie ausfahren konnten dem Regionalexpress auf seiner führerlosen Fahrt nach Hildesheim Hauptbahnhof hinterher.

Folgen taten ihm auf der Bundesstraße zwei Vans mit abgedunkelten Scheiben...

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Scootaloo stand mitten im Gang und drehte sich vorsichtig um, jederzeit damit rechnend, erschossen zu werden.

Doch der Waggon hinter ihr war menschenleer, dafür der Boden von lauter Leichen bedeckt und die Luft voller Schaumstofffetzen, die durch den Luftzug herumgewirbelt worden und auch den Weg in ihre Lunge fanden.

Hinter ihr schielte Sweetie Belle vorsichtig aus der Toilette und musste ebenfalls husten.

"Scoo, alles ok bei dir?!"

"Ja ja... hier ist´s nur so staubig...", hustete sie und schnappte sich zwei der am Boden herumliegenden AKs, von denen sie eine ihrer Freundin zuwarf und dann fragend murmelte:

"Wieso ist hier alles zerschossen worden, es wird doch nicht..."

Dann erkannte sie Applebloom durch den Staub.

"Applebloom, wir sind hier!!!", quietschte sie glücklich und lief auf ihre Freundin zu, "wir haben..."

In diesem Moment bemerkte sie deren rote Augen und erstarrte.

Sie hatte diese Augen schon einmal gesehen.

Appleblood, schoss es ihr durch den Kopf, das war Appleblood!!!

Panische Angstsschreie rannte sie davon, packte Sweetie dabei am Arm und riss sie mit sich in den nächsten Waggon, Jack entgegen.

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Jack war unterdessen im vierten Waggon angelangt und lieferte sich hier ein Gefecht mit den im Zug verbliebenen Angreifern.

Eine Zwischenwand aus Metall war seine Deckung, hinter der er kurz hervor zuckte und einmal in den Gang feuerte, bevor er sich wieder dahinter fallen ließ.

Das Problem dabei war die schlechte Sicht durch den umherwirbelnden Staub, er verdeckte nahezu alles, auch den Feind.

Wenn doch nur jemand eines der Fenster oder die Tür aufmachen könnte, dachte er noch bei sich, als plötzlich Scootaloo und Sweetie Belle durch diese Glastür gekracht kamen und sich neben ihm warfen, bevor die Gegner wieder das Feuer eröffneten.

"Scoo, was schnaufst du so?", grinste Jack, "so ein kurzer Stück gerannt und schon außer Atem?!"

"Leider nicht nur das...", keuchte sie, "Applebloom... ihre dunkle Seite hat vollständig Besitz von ihr ergriffen!"

Er starrte sie entsetzt an.

"Und das erzählst du mir erst jetzt?!", quieckte Sweetie Belle entsetzt, "das ist... heilige Celestia, das ist ein riesiges Problem! Wir müssen was tun!"

"Na...", schmunzelte Jack, "das ist zwar nicht gerade super, aber wenn sie gerade im ersten Wagen unterwegs ist, kommt da auch keiner rein... weder wir noch der Feind..."

"Das stimmt auch wieder...", musste Scootaloo feststellen, "aber wenn sie auf der Suche nach mehr Blut hierher kommen sollte..."

"... dürfte das böse enden, es sei denn..."

"Es sei was?!"

"Na ja...", lächelte Jack zufrieden, "ich weiß, wie man sie aufhalten kann..."

"Woher?!", kam es erstaunt von seinen beiden Freundinnen und er fuhr ganz gechillt fort:

"Also, nach Applebloods "Party" haben mein Vater und der Ziegenbock sich um sie gekümmert... warum? - Ja klar, immerhin konnten sie frei mit ihr experimentieren... konnten ist das Stichwort, denn sie fanden schon nach kürzester Zeit heraus, wie man den Dämon in ihr wieder unter Kontrolle bekam: Mit süßen roten Flüssigkeiten, je süßer desto besser... also sowas wie Kirschsaft oder Rote Grütze oder so..."

"Moment mal, das hat man dir einfach so erzählt?!", platzte Scootaloo wütend heraus, "aber WIR hätten das eher wissen müssen, schließlich sind wir fast immer mit ihr zusammen unterwegs!"

"Ja, ich kann gut verstehen, dass du sauer bist... und du auch Sweetie... aber das war noch nicht alles, was sie so herausgefunden haben... und das darf und werde ich euch auch nicht erzählen, einfach, weil es unsere Vorstellungskraft um Längen übersteigt... irgendwann werde ich es vielleicht mal verstehen, wenn nicht, na ja... ist auch im Moment unrelevant, jedenfalls... ja, brauchen wir was zuckrig-klebrig Rotes!"

"Tja... dumm nur, dass es in diesem Zug wahrscheinlich nix derartiges gibt...", bemerkte Sweetie Belle, "das dürfte ein großes Problemchen werden..."

"Dann besorgen wir das Zeug einfach von uns zuhause!", bestimmte Jack und zog sein Dimensionsfunkgerät aus der Tasche, "ich weiß auch schon, wer uns helfen könnte..."

---

Sonea lag auf dem Bauch in der großen Ziegenbücherei und las einen alten Liebesschmöker, den sie aus einer der hintersten Ecken hervorgezogen hatte.

Es wurde immer spannender und sie konnte ihre Augen kaum noch von den Zeilen heben.

Die Heldin des Buches hatte gerade ihren zukünftigen Partner und Hengst an ihrem Lieblingsplatz, es wurde Abend, die Sonne ging blutrot vor ihnen unter und...

Das laute Bimmeln ihres Funkgerätes riss sie so heftig aus ihrer Lektüre, dass sie vor Schreck einen Stapel anderer herumstehender Bücher touchierte und dieser über ihrem Kopf zusammenbrach.

Als sie es endlich geschafft hatte, sich aus dem stinkenden Haufen der auf sie gekippten Werken von längst verstorbenen Ziegen und Ponys zu wälzen, piepte der Empfänger noch immer und sie ging leicht säuerlich dran.

Dann direkt die laute Stimme ihres wenige Sekunden älteren Bruders ins Ohr gequäkt zu bekommen hob ihre Stimmung nicht wirklich...

"Sonea!", kam es aus der Leitung, "wir bräuchten mal deine Hilfe!"

"Warum?", fragte sie sauer zurück.

"Weil Applebloom durchgedreht ist und wir sie nicht bändigen können!"

"Na super... und warum nicht?!"

"Weil wir..."

"Weil ihr was?!"

"Weil wir in der Menschenwelt gerade in einem Zug voller Spasten liegen, die uns wegen eines Schmuckstückes, das ich gefunden und Applebloom geschenkt habe umlegen wollen!"

Eine Zeit blieb es still, bevor Sonea ausflippte:

"DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN, ERST DAS IN PONYVILLE UND JETZT DAS!!!"

"WAS KÖNNEN WIR DAFÜR?!?!", donnerte jetzt Scootaloo zurück, "WIR SIND VÖLLIG UNSCHULDIG DA REINGERUTSCHT!!!"

"JA KLAR, SICHER!!!", schnaubte Sonea, "UND NATÜRLICH HAT MEIN BRUDER DEN GANZEN SCHÖNHEITSFLECKENKLUB DABEI, ICH HÄTT´S WISSEN MÜSSEN!!!"

"Das ist doch jetzt vollkommen unrelevant...", versuchte Sweetie Belle die erhitzten Gemüter etwas zu kühlen, "was wichtig ist, dass du uns was besorgen kannst, womit wir Applebloom wieder normal bekommen!"

"Das ist mir sowas von wurstegal...", grummelte Sonea sauer, "besorgt´s euch doch selber!"

"DAS KÖNNEN WIR NICHT!!!", schrie Scootaloo panisch, "UND WENN APPLEBLOOD UNS ERWISCHT, SIND WIR HACKFLEISCH!!!"

"Umso besser... dann geht ihr mir wenigstens nicht mehr auf den Keks...", kicherte Sonea boshaft, "und wenn das alles war, dann unterbreche ich jetzt die Verbindung..."

"... und wenn wir dann tot sind, bringen dich Vater und der Ziegenbock gemeinsam um!", unterbrach Jack sie wütend.

"Warum sollten sie?!"

"Weil sie die nächsten sind, die ich anfunken werde, wenn du..."

"Also schön... du hast mich!", seufzte Sonea resigniert und schlug gegen eines der Bücherregale, "soll ich sofort kommen oder...?"

"Pass auf...", instruierte Jack seine Schwester, "das Problem ist folgendes: Erstens, der Feind ist vor uns, also in Richtung Lok. Appleblood steht zwei Waggons hinter uns an der Spitze des Zuges... und wir stecken voll in der Klemme!"

"Aha!", konstatierte Sonea, "also soll ich euch da rausholen?!"

"Nicht grad...", murrte Jack beleidigt, während der Schönheitsfleckenklub im Hintergrund zu kichern begann, "eigentlich..."

"Schon kapiert...", grinste sie, "ich komme... aber ein bisschen müsst ihr noch aushalten, ok?"

"Aber lass es nicht zu lange werden!"

"Mache ich nicht... versprochen! - Ach ja... bleibt egal was passiert in eurem Wagen, keinesfalls in Richtung von Appleblood stürmen und keine Heldentaten, verstanden?!"

"Ist es... aber wieso...?!"

"Warte es einfach ab, Brüderchen..."

Damit war die Verbindung unterbrochen.

---

Gut gelaunt schnappte sich Sonea ihr Funkgerät und flitzte nach nebenan in den Thronsaal, öffnete dort mithilfe der versteckten Armaturen in den Sitzlehnen des Thrones ihrer Eltern erst eine große 3D-Landkarte, die den derzeitigen Standort des Schönheitsfleckenklubs und die Umgebung zeigte, suchte kurz herum, wurde fündig, öffnete anschließend ein Portal, schnappte sich noch einen Munitionsgürtel und zwei MGs, überprüfte alles noch einmal - ihr korrekt eingegebenes Ziel, ihre Bewaffnung und die Armeebüchse mit Kirschsaft, bevor sie noch einmal tief durchatmete und in den Strudel der Welten trat.

---

Appleblood hatte Blut geleckt.

Auf dem Boden und an den Wänden des Steuerwagens fand sich kein Spritzer mehr.

Sie hatte alles getrunken.

Doch ihr Durst war noch lange nicht gestillt...

---

Derweil hatte der Zug den Bahnhof Salzgitter-Ringelheim passiert und sollte als Nächstes eigentlich durch eine brandneue PZB-Anlage endlich abgebremst werden, doch... alte Fahrzeuge und neue Anlage... klappt leider nicht immer.

Jedenfalls fuhr der Zug ziemlich unbeeindruckt weiter, auch von der umstehenden Hundertschaft an Polizei störte ihn nicht wirklich dabei...

---

Das warme Sonnenlicht des Tages und eine seichte Brise empfingen Sonea in Derneburg direkt neben einer Tankstelle mit Gasthaus, in dem im Moment die ganze Kompanie Panzergrenadiere aus Sarstedt logierte und sich den Bauch vollschlug.

Ihre Fahrzeuge standen direkt vor der Tür.

Sie freute sich, dass die Informationen, dass diese Männer heute mit ihren Maschinchen eigentlich nach Salzgitter zu einem Übungstreffen oder etwas anderem in der Art fahren wollten richtig gewesen waren und sie somit das perfekte Fahrzeug für sich gefunden hatte.

Also los... , dachte sie gut gelaunt, wie gut, dass ich schon Panzer fahren kann...

Hin zu den Panzern, auf den ersten drauf, obere Luke mit ihrem eigenen Panzerschlüssel (die Ziegen habe die gleichen Schlösser) geöffnet, rein in die Kiste, Motor an und...

Ach Mist, bemerkte sie, als sie schon mitten im Gasthaus steckte, ich Trotteline habe vergessen, den Rückwärtsgang einzulegen...

Also schalten und zurücksetzen - die angerannt kommenden Soldaten einfach ignorieren, die machen schon von ganz alleine Platz und ab auf die B 6 Richtung Hildesheim.

Nochmal schalten und dann mit Vollgas die Allee runterbrettern - ach wie nett, dass alle Autos sofort an den Rand fahren und mir die Bahn frei machen... endlich mal Platz auf der Straße.

Noch zweihundert Meter und dann... links rum, über dieses Flüsschen da - ach schau, da kommen die anderen ja auch schon...

Oh, diese Brücke sieht aber nicht sonderlich stabil aus, egal, drüber... super, hat gehalten... mal sehen, ob... nein, natürlich nicht, aber solche Brücken sind normalerweise auch nicht für zwei Panzer hintereinander konzipiert... erst muss man denken, logisch denken und dann losfahren, ihr Freaks! Und jetzt auch noch umkippen... nein...

Jetzt noch schnell den halben Kilometer bis zum Bahnübergang und... stehenbleiben.

Und abwarten, bis der Zuch kommt...

---

So lag Sonea also oben auf ihrem Panzer und ließ sich von der Sonne bräunen, während die sie verfolgenden Soldaten nach dem zweiten in dem Bach stecken gebliebenen Panzer aufgaben und zumindest versuchten, die Bahn wieder frei zu kriegen.

Sie hatten es sich allerdings nicht nehmen lassen, die Polizei mit mehreren Einsatzwagen von der anderen Seite in Richtung ihres geklauten Panzers zu ordern...

---

Appleblood war mittlerweile im zweiten Waggon angelangt und schlabberte alles Blut von den Böden.

Jack und Scootaloo hatten derweil beide Waggonübergänge geschlossen, was sie hoffentlich aufhalten würde... zumindest für eine Weile, bis Sonea mit dem Gegenmittel kam.

Das Gegenfeuer schwächte hingegen merklich ab, was Jack schon längst bemerkt hatte und sich auch denken konnte, warum...

Wieder versuchte der Feind, über das Dach zum Steuerwagen vorzudringen... und wenn Appleblood nicht da war, dann...

In diesem Moment spürte auch Scootaloo, dass der Zug langsam aber sicher an Geschwindigkeit verlor.

"Jack, wir...!"

"Ich weiß!", unterbrach er sie ungehalten, "aber wir können nix tun... wir können nur abwarten und hoffen, dass Sonea..."

Weiter kam er nicht, denn plötzlich kreischte Sweetie Belle entsetzt los:

"DA DRÜÜÜBEN!!!"

Ihre Freunde fuhren herum und starrten entsetzt mehrere bewaffnete Männer an, die anscheinend auf einem anderen Eisenbahnfahrzeug rechts von ihnen standen und mit mehreren schweren Gewehren durch die teils geborstenen Scheiben auf sie zielten.

Keiner von ihnen sprach es aus, aber die Freunde hatten verstanden, dass es keinen Ausweg für sie gab, standen vorsichtig auf und ließen ihre Gewehre fallen.

Das war der Moment, in dem der Junge, der auf dem Brocken im Café die Schießerei ausgelöst hatte hinter den Männern hervortrat und süffisant lachte:

"Ihr seid schon nicht ohne, ihr vier... tja schade, dass es nun zu Ende ist..."

---

Sonea vernahm das leise Zischen der Gleise und begab sich auf Position zurück in ihren Panzer.

Das Rohr hatte sie bereits auf die Bahnstrecke ausgerichtet, jetzt hieß es bloß noch Volltreffer in den Steuerwagen, dann reinspringen und so weiter...

Zur Sicherheit behielt sie nur den Fuß über dem Feuerknopf und stellte sich so hin, dass ihr Oberkörper aus der Luke guckte, schnappte sich eine ihrer MGs, steckte ein Zielfernrohr dran und linste hindurch.

Die Sekunden verstrichen so langsam und still, dass sie zu leicht zu zittern begann.

Dumme Ziege!, fluchte sie und schüttelte sich, nicht mal ruhig stehenbleiben kannst du, wenn jetzt...

Da kam er angedonnert - wobei gedonnert etwas übertrieben war... der Zug schlich nur noch über das... LINKE Gleis?!

Und rechts... da kam ja auch was... ein Gleiskraftwagen mit... BEWAFFNETEN MÄNNERN DRAUF, DIE WAHRSCHEINLICH GRADE AUF IHREN BRUDER ZIELTEN!!!

Sie tippte leicht auf den Feuerknopf und der Panzer feuerte den Schuss gerade nach vorne ab.

Noch bevor es mörderisch knallte, legte sie ihre Waffe an, jagte dem Feind, der gerade den Steuerwagen abbremste zwei Kugeln durchs Hirn und ließ sich wieder in den Panzer fallen.

---

Die Explosion des Röbel-Gleiskraftwagens war gigantisch und fetzte ihn über den anderen Zug in das Weizenfeld auf der anderen Seite.

Trümmerteile und zerfetzte menschliche Überreste durchlöcherten die Waggons drei und vier, erledigte einige der darin kämpfenden Männer und löste einen Brand am Anfang von Wagen vier aus.

Jack hatte keine Sekunde vor der Detonation den Knall vom Abfeuern der Granate gehört, seine beiden Freundinnen schützend zu Boden gerissen und sich auf sie gerollt.

Als er vorsichtig wieder aufstand, fehlte die komplette rechte Seitenwand das Waggons, ein Teil des Boden schleifte auf den Schwellen mit und... sie bremsten immer noch!

Dafür schien kein einziger Angreifer in ihrem Waggon mehr zu leben, dadurch, dass sie gestanden hatten, hatte sie der Splitterregen volles Rohr erwischt und zerrissen.

"Scoo, Sweetie, alles in Ordnung bei euch?!", fragte er besorgt und zweitgenannte murmelte immer noch etwas geschockt durch die Explosion:

"Könnte besser sein... heilige Luna, was war das?!"

"Ich schätze mal Sonea...", konnte sich Jack nicht verkneifen und schnappte sich eine herumliegende AK, "sie dürfte jetzt da sein..."

"Hätte uns auch vorwarnen können...", grummelte Scootaloo, "aber egal, wenn sie da ist sollten wir uns um Applebloom kümmern, oder sehe ich das anders?"

"Nein... aber einer von uns sollte auch den Zug wieder beschleunigen... ich schlage vor, dass ich das übernehme und ihr hier auf meine Schwester wartet, ok?"

"Jack, ich lass dich ungern alleine...", meinte Sweetie Belle besorgt, ehe sie sofort wieder unterbrochen wurde.

"Ich weiß das, aber wir können´s ja so machen, dass ich, wenn ich Hilfe brauche, euch rufe, ok?"

"Also ich weiß ja nicht...", schüttelte auch Scootaloo den Kopf, "wenn du..."

Da sprang Jack schon ein aus der Decke ragendes Metallband, zog sich daran bis zur Dachkante und war keine fünf Sekunden oben auf dem Dach.

Scootaloo seufzte resigniert und Sweetie Belle schnaubte:

"Hengste!"

---

Sonea öffnete ihre Luke und zog sich aus dem Panzer.

Neben ihr donnerte der Steuerwagen, in dessen Führerstand niemand mehr auf dem Fahrersitz saß vorbei, der zweite, dritte, vierte und fünfte Wagen - erst dann sprang sie - und bekam den Haltegriff hinten an der Diesellok zu fassen, wurde mitreißen und kletterte anschließend aufs Dach.

Hier war es menschenleer - na ja, hier... ein ganzes Stück vor sich erkannte sie Jack, der sich gerade mit drei Männern zu prügeln schien.

Es ging ihr dezent am Arsch vorbei, zuerst sollte sie sich schließlich um Appleblood kümmern, und auch sie war der Ansicht, dass das im Moment etwas wichtiger war und Jack ganz gut alleine auf sich aufpassen konnte... bei seiner Ausbildung auf jeden Fall...

Nachdenken war also überflüssig und so nahm sie Anlauf, zuerst den Spalt zwischen Lok und Waggons, dann die Dachkante in die linke Hand, klemmte sich ihre zweite MG unter den rechten Arm und schwang sich durch die Fensterscheibe in den ersten Wagen.

Kaum gelandet war sie kampfbereit - und die Männer, die noch in diesem Waggon auf weitere Befehle warteten potenzielle Gegner - was sie schamlos ausnutzte und alle über den Haufen ballerte.

Kaum lag der letzte durchlöchert auf dem Boden, setzte sie sich ihre Sonnenbrille auf und stürmte ihre zwei MGs vor sich haltend und dauerfeuernd los.

Der Spaß hatte erst so richtig begonnen.

Und so schnell würde sie nichts bremsen können...

---

Jack duckte sich unter einem Hieb des einen Mannes hinweg, machte dann einen geschickten Satz nach vorne und erwischte Nummer zwei mit der flachen Hand an der Kehle.

Der Angreifer bekam keine Luft mehr und sein Kontrahent trat gleich nochmal zu - mit dem Ergebnis, dass der Mann nach links taumelte und vom Dach stürzte.

Sein Kumpane stieß einen wilden Schrei aus und raste wilde Flüche brüllend wieder auf Jack zu, der wich aus und verpasste seinem Gegner einen Schlag ins Kreuz, der diesem zu Boden gehen ließ.

Der nächste Angriff ließ nicht lange auf sich warten - diesem Mal war es der Junge, der mindestens eine Kampfkunst perfekt beherrschte und ein würdiger Gegner war, wie Jack fand.

Ihre Fäuste droschen aufeinander ein, keiner wollte dem anderen auch nur einen Meter Freiraum und damit den entscheidenden Vorteil liefern.

Dummerweise konnte Jack das nicht zulassen, wenn er den Zug wieder beschleunigen wollte...

---

Unterdessen hatte Applebloom blutrünstig wieder den Weg in den Steuerwagen gefunden und war dort über die letzten beiden Überlebenden hergefallen, die beide überhaupt nicht mehr mit etwas derartigem gerechnet hatten... für wen das das größere Glück war brauche ich an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen.

Nachdem sie also beide getötet und ausgetrunken hatte blieb ihr noch eine Leiche - die des Mannes, der versucht hatte, den Zug abzubremsen und von Sonea einen perfekten Doppelkopfschuss bekommen hatte.

Mühelos stemmte sie die Tür zum Steuerabteil auf und zog ihn vom Steuerpult - und dabei zufällig den Fahrstufenschalter wieder nach vorne, sodass die Diesellok wieder beschleunigte und den ganzen Zug wieder Fahrt aufnahm.

Ihr genüssliches Schmatzen wäre wohl von Scootaloos und Sweetie Belles überglücklichen Schreien übertönt worden, wenn sie im gleichen Waggon gewesen wären.

---

Unter Soneas Feuer fiel ein Gegner nach dem anderen - sie hatten keine Chance gegen das Dauerfeuer, keiner in den Waggons fünf, vier oder drei - bis sie schließlich einen Satz über Scootaloo und Sweetie Belle machte und gegen den heruntergelassenen Waggonübergang rannte, bevor sie die beiden zu sich auf den Boden rissen und erleichtert jubelten:

"Da bist du ja! Endlich... danke... vielen Dank!"

"Hey, da seid ihr zwei ja!", grinste sie zufrieden, "und der Rest?!"

"Appleblood einen oder zwei Waggons weiter da runter... und Jack im Steuerwagen, um uns wieder Fahrt zu verschaffen..."

"Ich sagte doch, der soll warten!", schnaubte Sonea wütend, "der kann sowas von nicht hören, der Knallkopp! - Aber egal, beschleunigen tun wir ja im Moment wieder, also kümmern wir uns jetzt zuerst mal um Appleblood, ok?"

"Wir sind dabei...", riefen die beiden Freundinnen im Chor, "aber... was sollen wir machen?"

"Schön hinter mir bleiben... den Rest erledige ich, kapisch?!"

"Schon verstanden..."

"Gut, denn Klappen auf und mir nach!"

"Ja Madame!", kicherten die beiden und Sonea verleierte genervt die Augen.

Das kann ja heiter werden, dachte sie kopfschüttelnd, das kann ja heiter werden...

---

Jack hatte längst gemerkt, dass sein Kontrahent bedingt durch sein Alter und seine Größe ihm leicht überlegen war, Aufgeben kam für ihn trotzdem nicht infrage, vor allem nicht hier auf einem fahrenden Zug, der gerade durch den Bahnhof Hildesheim Ost schoss.

In diesem kurzen Moment passte er nicht auf - sein Gegner aber schon und zog ihn über seine Schulter.

Jack krachte auf den Boden und bevor er sich wieder aufrappeln konnte, hörte er das Entsichern einer Pistole.

"Wie sagt man doch so schön...", lachte der Junge böse, "das beste kommt immer zum Schluss... und hier ist Endstation für dich! - Also her mit dem Schmuckstück oder dein Leben bleibt hier auf der Strecke!"

Jack drehte panisch seinen Kopf in alle Richtungen und suchte etwas, das ihm hätte helfen können, aber es gab einfach nichts hier oben.

Dabei bemerkte er ein Schild aus den Augenwinkeln und schöpfte wieder ein bisschen Mut.

"Warum ist dieser verdammte Anhänger überhaupt so wertvoll für euch?!", schrie er gegen den Fahrtwind, "du wirst mich eh umlegen, also verrats schon!"

"Gut geraten, ja das werde ich... aber gut, wenn´s sein muss... dieses Ding ist ein Steinchen, dass zu anderen Steinchen passt und diese zu einem riesigen Felsen machen können, wenn du verstehst, was ich meine... und damit habe ich eigentlich schon zu viel gesagt und auch zu viel Zeit mit dir verschwendet... also sprich dein letztes Gebet und heul nicht rum, wenn ich abdrücke..."

"Nein...", grinste Jack siegessicher, als der den ersten Mast an sich vorbei rasen sah, "ich werde über deine Unkenntnis von Bahnstrecken lachen!"

Der Junge verstand nicht und Jack deutete hinter sich.

Zu spät verstand der Junge, dass das die Stelle war, an der die Oberleitung für den E-Lok-Betrieb begann.

Jack drehte sich in letzter Sekunde auf den Rücken und hielt sich die Augen zu.

Dann gab es einen mörderischen Knall mit einem gleißend hellen Lichtbogen, als 15.000 Volt aus der Oberleitung durch den Jungen und den Zug in den Boden schossen und ihn komplett rösteten.

---

Im Umspannwerk flogen gleichzeitig alle Panzersicherungen aus ihren Fassungen und setzten damit den gesamten Bahnstrom in und um Hildesheim außer Gefecht.

---

Jack drehte sich wieder um und musste beim Anblick der auf dem Dach festklebenden verkohlten Leiche seines Feindes unwillkürlich grinsen:

"Tja... man sollte nie illegal Bahn fahren und die Schilder an der Strecke nicht lesen können..."

Dann packte er die Dachkante und schwang sich durch die von Appleblood herausgetretene Tür wieder zurück in den Wagen.

---

Sonea, Sweetie Belle und Scootaloo kamen Appleblood, die immer noch an einer Leiche herum knabberte langsam und vorsichtig näher.

Ihre Schritte waren lautlos und ihre Gesichter angestrengt, jetzt ja keinen Laut von sich zu geben.

Keiner wollte den Dämon jetzt auf sich aufmerksam machen, um nicht auch noch im seinem Magen zu enden.

Die Büchse mit Kirschsaft hatte Sonea in der linken Hand, eine MG in der rechten.

Nur noch wenige Meter... komm, das schaffst du... das schafft ihr...

In diesem Moment schoss Jack johlend in den Wagen - aber durch die Außentür und damit direkt in Appleblood hinein.

Der Dämon zischte wütend, als er sich aufrappelte, doch Jack hatte auch geschnallt, was nun zu tun war und riss Appleblood zu Boden, bevor der Rest der Truppe bei ihm war und ihn unterstützte, den sich windenden Dämon nicht vom Boden kommen zu lassen, während Sonea die Dose aufriss und den ganzen halben Liter Inhalt ihm in den Mund kippte.

Der Schluckreflex tat sein Übriges - und der Zucker auch, er vertrieb den Dämon wieder in Appleblooms Unterbewusstsein und ließ ihre Augen wieder normal werden.

Erschöpft aber glücklich sanken die anderen Freunde neben sie und Jack zog sie vorsichtig auf seine Augenhöhe, gleichzeitig vorsichtig fragend:

"Applebloom? Alles in Ordnung dei dir?"

"Ja ja... könnte besser sein... mensch, was ist denn passiert?"

"Ich sach nur Appleblood...", schnaufte Scootaloo platt, "und jetzt... ab nach Hause, würd ich sagen..."

"Ich auch... mir reicht´s... keine Böcke mehr auf Menschenwelt...", stöhnte Sweetie Belle, "bitte Sonea..."

"Na gut... ich kann zwar noch, aber ihr... na ja, egal..."

Sie griff sich ihr Funkgerät, in dem auch ein Portalschlüssel eingebaut war und schaltete es an.

"So, denn bitte Ladys first..."

Schwach lächelnd kletterten zunächst Sweetie Belle, Scootaloo und dann Applebloom hindurch, bevor Jack an der Reihe gewesen wäre, seiner Schwester aber den Vortritt lassen wollte.

"Du weißt doch, Alter vor Schönheit, mein liebes Brüderchen... also hopp!"

"Irgendwann werde ich dir das noch heimzahlen!", grummelte er und sie konterte:

"Ich dir ebenso, also los jetzt oder ich trete dich durch!"

Mit einem "Grrrr..." hopste Jack in den blau-wabernden Nebel.

Sonea hob noch ihre zweite MG vom Boden auf, drehte sich ein letztes Mal um und verschwand - wie das Portal.

Der Zug bleib - und donnerte mit knappen 140 Sachen über Gleis 15 mitten in den Hildesheimer Hauptbahnhof...

---

In Down Under war es mittlerweile Abend und die vier Freunde lagen übereinander gekugelt wieder auf dem Marmorfußboden des Thronsaals.

"Endlich daheim...", freute sich Sweetie Belle, "irgendwie habe ich es doch vermisst, unser Zuhause!"

Dann kam schließlich auch Sonea als Letzte an - auf allen vier Hufen und mehr als nur gut gelaunt.

"So, ihr seid gerettet und in Sicherheit... was wollte ihr mehr?"

"Keinen Ärger...", kicherte Applebloom, als plötzlich das Licht anging und durch das Tor etliche Ponys, allen voran Pinkie Pie, Applejack, Rarity und Luna traten.

"Ohoh...", konstatierte Jack, "ich glaube, jetzt haben wir ein neues Problem..."

"... bei dem ich euch leider nicht helfen kann...", grinste Sonea und trat zwei Schritte zurück, "aber ich werde euch moralisch zur Seite stehen und lachen, in Ordnung?"

"Vielen Dank...", murrte Jack, "wenn du´s nicht lassen kannst, dann tu dir keinen Zwang an..."

Dann brach auch schon der Donner los.

---

Die Erwachsenen waren stinksauer wegen der kleinen Verfolgungsjagd durch Ponyville, Pinkie hätte die vier vermutlich gelyncht, wenn die anderen sie nicht abgehalten hätten, auch Rarity kochte und war kurz davor, ihrer kleinen Schwester den Kopf abzureißen.

Die einzigen, die halbwegs cool blieben waren Luna und Applejack, die der Ansicht waren, dass, wenn ihre Kleinen etwas angestellt hatten, sie es auch wieder ausbügeln mussten.

Schlussendlich wurden die vier dazu verdonnert, Pinkies ganze Bäckerei allein und nur mit ihren Hufen wieder aufzubauen - und auch die anderen entstandenen Schäden wieder auszubessern.

Ansonsten hagelte es noch Hausarrest für Sweetie und ein Fast-Flugverbot für Scootaloo, aber Taladon stimmte Rainbow Dash milde und sie überlegte es sich noch einmal anders.

Somit waren die vier in nächste Zeit sehr beschäftigt und hatten auch keine große Zeit, sich weiter die Köpfe über das Schmuckstück zu zerbrechen, dass die ganze wilde Verfolgungsjagd eigentlich ausgelöst hatte.

---

Erst tief in der Nach kehrten Robert, Atlanas und der Ziegenbock aus Tills Kneipe zurück, nachdem dieser einfach auf dem Tresen eingeschlafen war und auch Eross sich verabschiedet hatte, gemeinsam in den Ziegenpalast zurück.

Atlanas lag besoffen auf Roberts Rücken und der Ziegenbock taumelte ebenfalls stark alkoholisiert hinter seinen beiden Freunden her, einzig Robert hatte noch einen fast ganz klaren Kopf, auch wenn er heftig gebechert hatte.

Nachdem er Atlanas in einem der Gästezimmer und den Ziegenbock in dessen Bett platziert hatte, machte er noch seinen abendlichen Rundgang durch das Schloss und schaute bei seinen Kindern in die Zimmer ob auch wirklich alles ruhig war.

Als er Jacks Tür leise öffnete, fiel ihm sogleich ein helles Funkeln ins Auge und er schlich auf Hufspitzen zum Schreibtisch seines Sohnes.

Unter einem Buch guckte eine Ecke eines Medaillons hervor und spiegelte das Mondlicht im Zimmer.

Er zog es heraus und betrachtete es.

Irgendwie kam ihm das Ding bekannt vor... nur woher?

Aber er war schon zu müde, um sich noch lange den Kopf darüber zu zerbrechen, schob es wieder an seinen alten Platz zurück und verließ das Zimmer seines Sohnes.

---

Müde schob er sich durch die Palasthalle zu seinem und Lunas Schlafzimmer hin.

Er freute sich schon auf ihren Duft und ihre Wärme, als er das Blinken an seinem Thron bemerkte, was bedeutete, dass ihm jemand eine Nachricht aus der Menschenwelt geschickt hatte.

Morgen, dachte er müde, morgen kümmer ich mich drum...

Und das war auch gut so.

---

ENDE

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Epilog

Drei Wochen später kehrte der Junge, dem in Goslar einer der Männer vor die Nase geklatscht war, nach Hause zurück.

Die Ärzte sprachen von einem schweren Trauma, bei dem er die Stimme verloren hatte, kaum noch auf irgendetwas oder jemanden reagierte und geistig sehr weit weg zu sein schien.

Seine Eltern sorgten den ganzen Abend für ihn, waren sie doch froh, dass ihr Sohn endlich wieder zuhause war, aßen mit ihm zu Abend und brachten in dann ins Bett.

Nachdem sie sich selbst hingelegt hatten, stand er wieder auf, schaltete seinen Computer an und begann zu schreiben.

Viel zu schreiben.

Über das Mädchen, dessen Blick ihn nicht mehr los ließ.

Und anschließend zeichnete er sie...

---

(jetzt aber wirklich!) ENDE

---

Ach ja... was den menschlichen Schönheitsfleckenklub erwartete, lasse ich an dieser Stelle besser raus... ich glaube, das dürfte viele Nerven schonen... und dass es ihn auch wirklich traf, tja... da gab es so ein Bild vom Brocken...

Creepybloom.png
2nd screamer in luna game x by voltaradragoness-d6xgbhl.png
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