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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Kapitel 1 - Die Neue Republik Bearbeiten

Es war ein sonniger Tag in Down Under.

Auf den Straßen der Ziegenhauptstadt herrschte das übliche rege Treiben, der zusätzliche Wochenmarkt verlieh dem Ganzen noch eine Spur von Zufriedenheit, sowohl bei Verkäufern als auch bei den Kunden.

Dagegen herrschte auf der Intensivstation des Krankenhauses Hektik und Eile, das Personal arbeitete auf Hochtouren. Grund dafür war Twilights schnell voran geschnittene Genesung und damit Heilung, sodass sie noch heute aus dem künstlichen Koma erwachen würde.

Obwohl noch längst nicht sicher war, ob sie wieder einen Anfall kriegen würde waren es Robert und der Ziegenbock, die direkt neben ihrem Krankenbett standen und gespannt auf den großen Moment warteten.

Auch Luna, Celestia und der Rest von Twilights Freundinnen war anwesend, allerdings vor dem Zimmer, immer noch unsicher, ob ihre Freundin auch wirklich geheilt war.

Pryne war noch nicht da... würde er aber auch nicht so schnell können - aus dem Kerker des Ziegenschlosses kam so schnell keiner raus.

Ungeduldig tippte der Ziegenbock mit seinem rechten Huf auf den Boden und raschelte mit den Flügeln, bis Robert genervt seufzte:

"Jetzt gedulde dich noch kurz, es kann eh nicht mehr lange dauern..."

"Ich kann mich kaum noch zurückhalten!", jammerte er, "wenn doch nur..."

In diesem Moment ertönte die Stimme des Stationsarztes aus den Lautsprechern des Zimmers:

"Sie wäre jetzt soweit... ich schalte nun alle Maschinen aus, den Rest schafft sie alleine... noch circa eine Minute, dann dürfte sie erwachen..."

"Na siehste!", grinste Robert zufrieden, "eine Minute maximal noch... also chill down!"

"Ich versuchs...", schnaubte der Ziegenbock und rieb sich die Nase, "verdammte Sonne, die blendet mich!"

"Na so verdammt ist die auch nicht...", kicherte sein bester Freund, "höchstens verdammt groß und verdammt gut im Bett..."

"Und du verdammt mutig, dass du das auch noch laut aussprechen musst, dass deine Freundin dir erlaubt hat, mit ihrer Schwester zu gehen..."

"Nein, sie hat mir erlaubt, sie glücklich zu machen...", korrigierte Robert ihn gut gelaunt, "na ja, das ist ja jetzt eh Schnee von gestern..."

"Stimmt, seitdem Hellje Stammgast in Canterlot ist...", kicherte der Ziegenbock, als er plötzlich einen Schatten bewegte und erschrocken herumfuhr.

Twilight hatte sich in ihrem Bett aufgerichtet und guckte die beiden müde an.

"W... was ist denn los...?", stöhnte sie, "oh man, mein Schädel dröhnt... was ist passiert...?"

Ohne auf die Frage einzugehen fragte Robert sofort gegen:

"Zu aller erst einmal... wie geht es DIR? - Und dann, wie fühlst du dich?!"

"Immer diese Fragen...", schnaufte sie matt, "na ja, den Umständen entsprechend... nicht so... und ziemlich schlapp..."

"Irgendwie böse?", wollte der Ziegenbock wissen und sie antwortete schwach:

"Nee... nicht gerade... nur müde... unendlich müde..."

Er warf einen sicheren Blick seinem König zu und dieser nickte versichernd.

"Gut Twilight... also, du wurdest vor knapp zwei Monaten niedergeschlagen und anscheinend mit irgendetwas unter starken Einfluss gebracht... jedenfalls hast du versucht ein Massaker in Canterlot anzurichten und wurdest von der Garde niedergeschossen... tja, und Pryne hat ihnen das sehr übel genommen und ist vollkommen ausgeflippt, hat erst Canterlot in die Luft gejagt, dann Ponyville abgefackelt, Oblivion überfallen und ja... sich an Down Under die Zähne ausgebissen. Jedenfalls... ist er derzeit in unserem Gewahrsam, und es tut mir leid, dass das so ist und dass ich es dir direkt erzählen musste, aber die Lage ist mehr als ernst, weshalb ich dich bitte Stillschweigen zu wahren, auch deinen Freundinnen gegenüber. Ist das für dich ok?"

Twilight glotzte ihr Gegenüber nur verwirrt und unsicher an, bevor sie stammelte:

"J... ja... ok... ich versuchs... heilige Celestia..."

"Und wir werden auch nicht weiter stören... falls du noch Fragen hast, sag dem Stationsarzt Bescheid, dann kommen wir noch einmal her... ansonsten viel Spaß mit deinem Besuch..."

Damit verschwanden die zwei durch die Zimmertür und Pinkie, Rarity, Rainbow Dash, Fluttershy und Applejack stürzten gefolgt von den Prinzessinnen Celestia und Luna zu ihrer sehnlichst vermissten Freundin.

---

Zusammen schritten der Ziegenbock und Robert auf das Ziegenschloss zu, betraten die Palasthalle und ließen sich dann von einer Wachgarde hinunter in den Kerker geleiten.

Vor Prynes Zelle blieben sie stehen und der Schlüsselwärter öffnete die quietschende Eisentür ein Stückchen, sodass die beiden Freunde eintreten konnten.

Innen war es dunkel und es dauerte kurz, bis sich ihre Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten und sie Pryne erblickten, der in der hintersten Ecke auf einer Pritsche lag und sich nicht rührte.

"Pryne...", begann Robert vorsichtig, "du musst jetzt mal kurz mitkommen..."

"Warum sollte ich?!", schnaubte der Anführer der Black-Ponys verärgert über die Ruhestörung, "was wollt ihr dieses Mal von mir?!"

"Dein altes Ich zurück...", meinte der Ziegenbock tonlos, "den gut gelaunten und glücklichen Pryne, den ich einst meinen Freund nennen konnte..."

"... und dem ihr das Liebste genommen habt, das, was ihm am meisten bedeutet hat, die Liebe seines Lebens!"

"Das haben wir nicht... und wenn du jetzt mitkommen würdest, kannst du dich davon überzeugen!", beteuerte Robert.

"Ihr verarscht mich doch bloß!", schrie Pryne wütend und sprang zornbebend auf, "dafür hau ich euch eins runter!"

"Lass den Mist, das bringt dir nix und uns ebenso wenig, als zeig dich bitte kooperativ..."

Weiter kam der Ziegenbock nicht, denn plötzlich machte Pryne einen Satz auf ihn zu und Robert einen Hechtsprung auf das Black-Pony und riss es kurz vor seinem besten Freund zu Boden, ehe er ihm Hufschellen anlegte und es wieder auf alle viere zog.

"Du machst es uns echt schwer...", grummelte Robert verärgert, "bitte, bleib jetzt ruhig und locker, es passiert dir nichts Schlimmes!"

"Ihr wollt mich eh exekutieren!", krakelte das Black-Pony und schüttelte sich hin und her, "dann macht das, dann bin ich endlich aus diesem Loch draußen und euch los!"

"Das bringt nix...", murrte der Ziegenbock sauer und stieß seinen Gefangenen vorwärts, "los, Marsch zum Krankenhaus!"

Dieses Mal schwieg Pryne ein wenig nachdenklich.

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Robert und der Ziegenbock führten ihren Gefangenen die Schlossallee herunter über die Hauptstraße direkt auf den großen weißen Bau mit dem roten Kreuz auf dem Dachgiebel zu.

Die Türen wurden ihnen schon von Weitem geöffnet und so erreichten sie schließlich die Intensivstation, die zu Prynes Verwunderung voller glücklich strahlender Ponys war - unter ihnen mehrere von Twilights Freundinnen...

Robert blieb vor einer Tür stehen und drückte sie auf.

"Also Pryne... rein da... und viel Spaß...", grinste er zufrieden, "wenn etwas ist, wir bleiben hier stehen und halten Wache..."

"Schönen Dank auch...", murrte das Black-Pony und schob sich langsam und vorsichtig in den abgedunkelten Raum.

Es war komplett still, als der Ziegenbock die Tür zu zog und man nur das Brummen der Heizung vernehmen konnte.

Unsicher tastete er sich vorwärts - als plötzlich und ohne Vorwarnung die Jalousien-Heber automatisch ansprangen und Sonnenlicht in den Raum fielen - und auch das Bett beleuchteten, in dem Twilight lag und lächelte.

In diesem Moment war es für Pryne, als wäre er neu geboren worden - tausende Glücksgefühle rasten von seinem Kopf in sein Herz und elektrisierten dabei seinen ganzen Körper.

Er war unfähig, die richtigen Worte zu finden, es war eigentlich auch egal... er hatte sie wieder, ER HATTE SIE WIEDER!!!!!!

Freudig stürzte er an das Bett und küsste sie ausgiebig, ehe er sich neben sie kuschelte und erst da seufzte:

"Ich habe dich so vermisst... ich dachte, ich sehe dich nie wieder..."

Sein glückliches Schluchzen ging in ihrer sanften Stimme unter:

"Ich habe immer gehofft und nie aufgegeben zu kämpfen... für dich..."

"Und ich schon aufgegeben... und deswegen sehr viel Dummes getan..."

"Egal wie schlimm es war...", säuselte sie, "es ist egal... denn ich habe dich wieder..."

"Und ich dich..."

Wieder küssten sie sich.

Lange und ausgiebig.

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Vor der Tür beziehungsweise hinter der verspiegelten Glasscheibe standen Robert, Luna, der Ziegenbock, mehrere Ärzte und etliche von Twilights Freundinnen und waren wunschlos glücklich, weil die beiden im Zimmer es auch waren.

Luna hatte sich schon längst an Robert und Applejack an den Ziegenbock geschmiegt und auch sie kuschelten - die Welt um sich herum ausblendend und nur ihren eigenen innersten Gefühlen alle Freiheiten gewährend.

Erst als es im Zimmer langsam heftiger wurde, verließen sie langsam aber sicher die Klinik und kehrten nach Hause zurück.

Einzig der Ziegenkönig blieb...

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Der nächste Tag war längst angebrochen und der Ziegenkönig ziemlich müde von der Wache, als Pryne vorsichtig an die Tür klopfte und ihm Robert öffnete.

"Na, habe ich zuviel versprochen?", lächelte er, "ich sagte doch..."

Da lag Pryne schon auf ihm drauf, aber keinesfalls etwas Böses wollend, nein, das Black-Pony drückte ihn herzhaft und heulte vor Glück und Freunde.

"Ich bin euch so tief dankbar... ohne dich und die anderen wäre ich..."

"Ist doch egal, was gewesen wäre... Hauptsache, es ist nicht so und sowohl Twilight als auch dir geht es wieder gut..."

"Gut ist gar kein Ausdruck...", schniefte Pryne und drückte Robert noch etwas fester, "ich fühle mich wie neugeboren... so gut einfach nur... ich kann es kaum beschreiben..."

"Immer gut, wenn einem einfach die Worte fehlen...", meinte der Ziegenkönig zufrieden, "dann weiß man, dass die Gefühle gerade echt sind..."

"Und...", begann Pryne schüchtern, "es... es tut mir so unglaublich leid für das, was passiert ist... ich... ich..."

"Schon ok...", lächelte Robert weise, "denn ich kenne die Problematik... du weißt... Cyro... und im Endeffekt muss ich sagen, dass dein Ausraster erstens nicht freiwillig war, zweitens Thire dabei mitgewirkt hat und drittens... na ja, habe ich deswegen zwei pubertierende Fohlen, einen neuen Freund und jede Menge Action im Haus..."

"Deine Kinder... wie ist das...?"

"Frag am besten mal den Ziegenbock...", grinste Robert, "und noch etwas: Wenn du dazu bereit bist, habe ich noch jemanden hier, der sehnlichst auf dich wartet..."

"Wirklich?", fragte Pryne erstaunt und erhob sich, "wer?"

"Das... finde am besten selbst heraus...", lachte sein Freund und rief: "Kannst kommen!"

Als Agais um die Ecke trat, gingen Prynes Gefühle erneut durch.

Das dritte Mal innerhalb der letzten 24 Stunden...

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Auch Agais wurde zuerst einmal zu Boden gerissen und dann von seinem sich immer wieder entschuldigenden und schluchzenden Freund gedrückt.

Robert lehnte lässig an der Wand und lächelte über diese herzliche Versöhnung.

Danach machten die drei sich auf zum Ziegenpalast, dort gäbe es noch eine Überraschung für Pryne, hatte Robert gesagt und dabei hoch erfreut geklungen.

Als sie das Schloss erreichten und in den Thronsaal traten, war Eross der erste, auf den Pryne sich dankbar stürzte - und dem armen Pegasus einen Schreck fürs Leben einjagte.

Erst als Robert die anderen beruhigte, dass alles in bester Ordnung sei und Pryne nichts Böses wolle nahmen auch der Ziegenbock und Stryker ihre Gewehre wieder runter - bevor auch sie von Pryne herzlich umarmt wurden.

Danach entschuldigte sie das Black-Pony noch kleinlaut bei Luna, Safira und Fluttershy für all die Widrigkeiten beziehungsweise seinen unkontrollierten Gefühlsausbruch und auch sie nahmen dies mit Freude an.

Anschließend waren noch die Kinder an der Reihe, erst Sonea, die nicht wusste, ob man, wenn man einfach so von einem wildfremden in Gefühlen schwimmenden Pony umarmt wird sich freuen und schreiend davon rennen soll und dann Schneemond, wobei Pryne ganz besonders vorsichtig mit dem keinen Monat alten Fohlen umging, um seine Eltern ja nicht gleich wieder zu verärgern. Doch Fluttershy blieb ganz locker und hauchte Pryne sogar noch ein Küsschen mit einem "Danke, dass du auch an ihn denkst..." auf die Wange, bevor Robert seine Stimmer erhob und etwas Sensationelles verkündete:

"Also... da Pryne sich ja jetzt bei allen hier offen und ehrlich entschuldigt hat und wieder ganz der Alte ist, wie wäre es dann, wenn er auch wieder seine alte Position als Anführer der Black-Ponys einnehmen soll?"

Das Black-Pony war vollkommen baff.

Er hatte weder damit gerechnet, dass Robert seine Entschuldigung angenommen hatte noch damit, dass ihn sein Freund und all die anderen ohne Weiteres wieder an der Spitze seines Volkes und seiner Armee regieren ließen...

"Ist... ist das dein Ernst?!", stotterte er erstaunt und unsicher, "aber wieso denn?! - Ich habe doch..."

"Du HAST, und das streitet hier keiner ab...", meinte Eross sanft, "aber ich habe gemerkt, dass deine Entschuldigung echt war und nehme sie deshalb als dein Freund an."

"Danke, vielen Dank dir!", schluchzte Pryne überglücklich und warf sich wieder auf den Pegasus, während er ihn ganz fest drückte, "danke für alles!"

"Du brauchst mir nicht zu danken...", lächelte sein Freund, "du musst denen danken, die Thire aus dir vertrieben haben... und dir selbst, weil du wieder normal bist, so wie wir dich brauchen!"

"Ja aber..."

"Nix aber!", strahlte Luna, "es ist absolut egal, was passiert ist, da sich doch alles zum Guten gewendet hat, und das ist die Hauptsache... weißt du, ich müsste eigentlich echt sauer wegen der ganzen Canterlot-in-die-Luft-jagen-Geschichte sein, bin ich aber nicht, weil ich weiß, dass du eigentlich nichts dafür kannst, und falls doch, dann hast du dich bereits in aller Form dafür entschuldigt!"

"Na ja...", bemerkte Robert, "zumindest bei uns, und genau das sollst du noch ändern... also raus auf den Balkon und es alle Bewohner Equestrias, Down Unders und Shadow Islands wissen lassen!"

"Eine Rede halten?", kombinierte Pryne und der Ziegenbock nickte zufrieden.

"Genau das sollst du machen, schließlich hat jeder das Recht zu erfahren, dass du wieder der gute alte Pryne bist!"

"Na gut!", lächelte nun auch das Black-Pony, "dann werde ich das tun, aber nur mit Agais an meiner Seite und euch hinter uns!"

"Gerne doch!", bejahte der Ziegenbock, "ich sollte eh erstmal was sagen... nicht dass noch eine Massenpanik ausbricht..."

Darüber musste sogar Pryne lachen.

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Das Ziegenvolk, etliche Ponys und viele extra angereiste Black-Ponys, die in größtmöglichem Abstand zu den Ziegen standen hatten sich auf dem Schlosshof unterhalb des Balkons ihres Königs oder zumindest Teilregenten versammelt und warteten ungeduldig auf dessen Erscheinen.

Was er genau verkünden wollte, war noch unklar, aufgrund der Eiligkeit der Ansprache musste es sich aber um etwas höchst Wichtiges oder wahnsinnig Tolles handeln.

Kein Wunder also, dass beim Auftauchen des Ziegenbocks ein genauso schnell auf- wie wieder abbrandender Jubel durch die Menge ging, bevor der General der Ziegenarmee sich räusperte und laut über die Köpfe der Bewohner Equestrias rief:

"Versammelte Ziegen, Ponys und Black-Ponys! Ihr hab euch heute hier zusammengefunden, um von jemandem, dem seine Taten in letzter Zeit sehr leid tun und der inzwischen reumütig eingesehen hat, dass man von Liebe blind werden kann, eine Entschuldigungsrede zu hören... ich bitte nach vorne: LORD PRYNE!!!"

Es flogen wütende Aufschreie, Buh-Rufe und lautes Krakele, als Pryne ganz klein an die Brüstung schlich und über der tobenden Menge stand.

Erst als Agais ihn einmal kräftig von hinten anstubste, begann das Black-Pony unsicher seine Rede:

"Also... Leute..."

Heftige Flüche schleuderten ihm entgegen und trieben ihn fast in den Wahnsinn.

Hilfesuchend drehte er sich zu Robert und Agais um, doch die nickten ihm beide nur auffordernd zu.

Okey, alles klar... , atmete er tief durch, jetzt zeigst du´s denen da unten... aber so richtig!

Mit starrem Blick und festen Schritt schob er sich wieder nach vorne und brüllte über die Menge hinweg:

"RUUUUUUHEEEE!!!!!!"

Augenblicklich verstummten alle und Pryne donnerte erst so richtig los:

"Also, da ich jetzt endlich eure volle Aufmerksamkeit habe und dazu noch eure Ohren, wollte ich etwas loswerden, und zwar, dass mir diese ganze Kriegsgeschichte, das mit Canterlot, das mit Ponyville, das mit Kelut, das mit Down Under und alles andere, was ich verschuldet habe unendlich leid tut und ich eingesehen habe, dass ich einen riesigen Fehler gemacht habe. Und ja, ich weiß, dass es Dinge gibt, dass es Wunden gibt, in euch, Wunden, die auch ich nicht heilen kann, weil sie zu groß sind... und ich weiß auch, dass ich sie verschuldet habe. Ich war blind und dumm vor Liebe, und weil mir diese Liebe mehr bedeutet hat als alles andere auf dieser Welt, und weil sie mir fast genommen worden wäre. Erst als ich erkannt habe, dass ich sie hätte von Anfang an retten können, ist mir klar geworden, wieviel ich wirklich zerstört habe... und es tut mir leid. Dafür stehe ich jetzt hier vor euch, ja, ich möchte mich bei euch entschuldigen, auch wenn ich weiß, dass viele das nicht anerkennen werden, ich tue es trotzdem. Denn ich habe etwas gelernt... wenn man einen Fehler macht muss man dafür grade stehen... also, wenn ihr mich verprügeln oder verbannen oder sonst was wollt, dann macht das ruhig, ich werde mich nicht dagegen wehren. Danke."

Eine Totenstille lag über dem Platz.

Keiner wagte auch nur ein Wort zu sagen, weil sie alle das gleiche dachten:

Er hatte sich bei ihnen entschuldigt... einfach so. Nur... reichte das aus? Und fanden die anderen das auch?

Diese Stille trieb Pryne fast in den Wahnsinn, ein Schweißausbruch nach dem anderen raste über seinen Rücken und ließ ihn jedes Mal aufs Neue erschaudern.

Die Sekunden verstrichen endlos langsam, verstärkt durch das Schweigen des Volkes noch einmal ausgebremster und zäher.

Endlich durchbrach jemand diesen Zustand und erhob seine Stimme:

"Ich nehme diese Entschuldigung an!"

Erstaunt drehten sich viele der Umstehenden zu einem alten Ziegenbock um, der sich auf die Hinterbeine gestellt hatte und seinen Blick starr auf Pryne gerichtet hatte.

Ihm war anzusehen, dass er es ernst meinte.

Erneutes Geflüster in der Menge.

Dann rief auch ein anderer:

"Ja, ich nehme das an!"

Ermutigt begannen auch andere ihre ehrliche Meinung über die Köpfe ihrer Stammesgenossen zuzurufen, immer lauter und immer mehr schlossen sich ihnen an und schließlich dröhnte ein "JA, WIR NEHMEN DIESE ENTSCHULDUGUNG AN!!!" über den Platz und in Prynes Ohren, der kaum fassen konnte, dass ihm fast niemand mehr so wirklich böse war.

Überglücklich begann er zu weinen.

---

Als sich die Menge wieder etwas beruhigt hatte trat Robert neben seinen Freund und ließ seine Königsstimme über den Platz erschallen:

"Es freut mich außerordentlich, dass die meisten von euch - ach was sage ich da - eigentlich ein Jeder von euch die Entschuldigung von Lord Pryne akzeptiert hat... und daher möchte ich euch fragen: Soll er wieder der Anführer der Black-Ponys sein, so wie damals? - Und bevor es Einwände gibt, ja, ich kenne die Problematik nur zu gut... darum schlage ich vor, dass auch die Republik wieder in Kraft treten muss, und zwar so wie sie einst war! WER IST DABEI?!?!"

Ein donnerndes "JAAA!!!" erhob sich aus der Menge und hallte von den Höhlendecken der Ziegenstadt wider, "FÜR DIE REPUBLIK!!!" und "MÖGE SIE DIESES MAL AUF EWIG BESTEHEN!!!".

Zufrieden drehte sich Robert wieder zu Pryne um und grinste:

"Ich glaube, dass du damit leben kannst, oder?"

Ohne Worte zu verlieren fiel das Black-Pony seinem Freund noch einmal um den Hals und schluchzte herzzerreißend:

"Danke... danke... für alles... ich..."

"Du brauchst auch einfach nichts zu sagen, einfach nur Knuddeln geht auch!", lächelte das große Alihorn weise.

Und so war es dann auch... während sich die Ponys, Ziegen, Zebras und Black-Ponys Freudentränen vergießend in den Armen lagen taten das oben auf dem Balkon auch Robert und Pryne.

Die Freundschaft war wieder auferstanden.

---

Zu gleichen Zeit war in Leipzig gerade die Sonne über den ersten Hochhäusern aufgegangen und ließ sie in einem goldenen Licht erstrahlen.

Die Stadt erwachte, Pendler machten sich auf den Weg zur Arbeit, Schüler auf den Weg in die Schule, Geschäftsleute waren auf dem Weg zu ihren Terminen, Ladenbesitzer wuselten ein letztes Mal hektisch kurz vor der Öffnung durch ihre Verkaufsräume, Straßenbahnen rumpelten wieder nach dem Tagesfahrplan durch die Stadt und Politiker fanden sich gerade im Rathaus ein.

Von diesem ganzen Stress unten auf den Straßen bekam Atlanas in der Penthousewohnung, in der er noch immer bis zum Bauch zugedeckt im warmen Bett lag überhaupt nichts mit.

Obwohl die Nacht mehr als nur gut gewesen war und er eigentlich kaum geschlafen hatte war er längst wieder wach, kuschelte sich erneut an seine Freundin heran und küsste ihr sanft auf die Nase.

"Oh Atlanas...", hauchte sie, "das war eine wundervolle Nacht... ich wünschte, dass ich jede Nacht mit dir so verbringen könnte..."

"Ich wünschte das auch, aber du weißt ja... ich... ja..."

"Ich weiß... aber immerhin habe ich dich manchmal, und gerade diese manchen Male sind immer wieder wundervoll!"

"Finde ich auch...", lächelte er und umschlang sie mit beiden Armen, "nicht nur das... hier ist einfach alles klasse, die Stadt, die Wohnung... du."

"Awww...", freute sie sich, "aber ohne dich... ja... was wäre ich da?"

"Wahrscheinlich jetzt nicht hier... zumindest nicht so lieb wie jetzt... aber lassen wir das, diese alten Geschichten sind vergangen und vergessen... nur der Moment zählt..."

"Und der Moment bist du...", strahlte sie, "nur du..."

"Und du..."

Sie küsste ihn wieder.

Dieses Mal auf den Mund.

Und er erwiderte diesen Kuss.

Diesen wundervollen langen Kuss.

Von ihr.

---

Als Pryne zusammen mit Agais, Redeye (den Robert inzwischen auch wieder aus seiner Zelle geholt hatte und danach fast von seinem Anführer vor Freude erdrückt worden wäre), Robert, dem Ziegenbock, Eross, Stryker, Fluttershy, Safira, Luna und Sonea die Hauptstraße hinunter zum Bahnhof von Down Under schlenderte, hatte die Ziegengarde größte Mühe die Meute, bei der noch nicht ganz klar war, ob sie Pryne nur danken oder ihn lynchen wollte zurückzuhalten.

Dementsprechend schnell erreichten sie auch ihren Zug - auch hier alles voller Black-Ponys, die ihrem Anführer freudig entgegen winkten und ihm den Huf schütteln wollten.

Doch nix war - der Fahrplan wartete nicht und so mussten Robert und Agais Pryne schließlich von der ihm applaudierenden Menge wegreißen und in einen der Waggons stopfen.

Zum Glück gab es Schiebefenster und Pryne winkte der Menge noch ein letztes Mal zu, bevor er mitsamt Zug und Freunden in einem der Tunnel verschwand.

---

Mit lautem Getöse raste der Zug wieder aus dem Tunnel - und gleich wieder hinein.

Pryne wusste, wo sie waren, als die Lok mit quietschenden Bremsen den Zug an einem prächtigen Bahnsteig stoppte.

Canterlot.

Anscheinend hatte man es schon wieder aufgebaut... mitsamt des Berges, auf dem das Schloss stand.

Jetzt wurde ihm mulmig, denn er wusste, warum sie hier waren... es gab noch jemanden, den er SEHR gut kannte und bei dem er sich noch entschuldigen musste.

Celestia.

Die anderen waren schon im Begriff auszusteigen, Sonea hatte zum Ärgernis ihrer Mutter den direkten Weg durch das Schiebefenster genommen und Robert war prompt hinterhergesprungen, während Eross und Safira den kleinen Schneemond vorsichtig behüteten, ehe seine Mutter aus dem Waggon gestiegen war.

"Na komm schon Pryne...", forderte Agais seine Freund auf und zog ihm am Arm, "dein Typ wird bei einer Audienz verlangt..."

"Das kann ich mir schon denken...", seufzte Pryne, "aber es muss... ich muss... meine Fehler wieder ausbügeln!"

"Das ist korrekt... also los..."

Zusammen schritten die beiden Freunde voran die Treppe zum eigentlichen Schloss hinauf.

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Bevor sie das Tor zum Thronsaal erreichten, stoppte Pryne noch einmal und atmete tief durch, ließ es sich jedoch nicht nehmen, als erster das sich wie von Zauberhand öffnende Portal zu durchqueren.

Die durch die bunten Glasfenster schillernde Sonne blendete ihn mit ihrem Lichtspiel, sodass er sich den Huf von die Augen halten musste, um Celestias Thron erkennen zu können.

Bis er auch die darauf sitzende Ponyprinzessin erkannte musste er sich noch etwas anstrengen und seine Augen noch ein Stückchen mehr zusammenkneifen.

Ihr Gesicht leuchtete warm in den Strahlen des Tageslichts und Prynes wieder etwas besser gewordenes Selbstvertrauen brach sofort wieder in sich zusammen.

Er hatte sie, dieses doch eigentlich vollkommen schöne und verletzliche Geschöpf mit Füßen getreten, es einfach an diesem Ort unfähig sich zu bewegen zurückgelassen und ihn anschließend gesprengt.

Dann überkam den Anführer der Black-Ponys ein nie dagewesenes Gefühl von Schuld und Reue und er begann hemmungslos zu weinen, während er vor Celestia auf die Knie fiel und schluchzte:

"Celestia... bitte... vergib mir... verzeih mir... ich... ich..."

Doch sie lächelte nur weise und stand von ihrem Sitz auf.

Mit eleganten Bewegungen schritt sie die kleine Treppe zu dem völlig in seinen Schuldgefühlen schwimmenden Pryne, setzte sich von ihn und schloss ihn zärtlich in ihre Arme.

"Mein lieber Pryne... ich habe nicht vergessen, was passiert ist, jedoch weiß ich, was sowohl dir als auch meiner Schülerin Twilight widerfahren ist... ich weiß um Thire, um Cyro und um alles andere... kurz gesagt, ich weiß auch, was Anlass für dein Verhalten war, und nun hast du mir gezeigt, dass du weißt, was du getan hast und dies dir unendlich leid tut... damit weiß ich auch, dass deine Entschuldigung echt ist... und somit werde ich sie annehmen!"

Noch immer wimmerte Pryne und das große weiße Alihorn drückte ihn nur umso fester an sich.

"Und ich weiß auch, dass du immer mein Freund warst... und du weißt, dass ich nie gute Taten vergesse... denke nur an das, was du..."

"... dir angetan hast!", heulte Pryne, "und deinen Untertanen, dem Volk von Equestria, den..."

"... wie du das Imperium besiegt hast, Twilight vor einem Mörder gerettet hast und und und... ach ja, und wie du mich aus der Kontrolle Daerons befreit und die Schreckensherrschaft der Schatten beendet hast!"

"Ja aber..."

"Da gibt es kein Aber...", flüsterte sie sanft, "du bist kein schlechtes Pony Pryne... ich habe das gewusst, nachdem ich dich zum ersten Mal gesehen und erlebt habe... du bist mein Freund und kein einfach Dahergelaufener..."

"Aber ich habe diese Freundschaft..."

"Du HAST, aber das WAR einmal...", lächelte Celestia weise, "das ist jetzt unwichtig... im Gegensatz zu deiner Entschuldigung aus tiefstem Herzen eben, die mich wirklich beeindruckt hat... obwohl ich wusste, dass du das tun würdest."

Pryne löste sich ein wenig von ihr und blickte ihr tief in die Augen, bevor er sie wieder umschlang und vor Freunde schluchzte:

"Danke... danke für alles... und dass du mir vergibst..."

"Das ist doch wohl das Mindeste, was ich dir schuldig bin...", strahlte die Ponyprinzessin glücklich, "denn du bist mein Freund... einer meiner besten..."

Danach sprach keiner von ihnen noch ein Wort, minutenlang lagen sich die beiden schweigend und Freudentränen vergießend in den Armen.

Um sie herum standen die anderen.

Und auch sie schwiegen.

Keiner wollten diesen gefühlvollen und so wunderschönen Moment zerstören...

Alle waren sie angetan von dieser Liebe, dieser wundervollen Freundschaft, diesen Bundes, dieses Glückes.

Pryne und Celestia sich emotional so nahe kommen zu sehen war für die umstehenden Freunde ein selten erlebter Zustand der Zufriedenheit.

Aber nur still dazustehen und sich zu freuen, wenn man seinen Liebsten doch direkt neben sich hat? - Fand Luna Schwachsinn, und so zog sie Robert zu sich heran, drehte seinen Kopf sanft zu ihn und lächelte ihn auffordernd an.

Diesem Blick konnte er nicht widerstehen - und küsste seine Freundin lang und ausgiebig auf den Mund.

Ermutigt schnappte sich auch der Ziegenbock seine Applejack und küsste sie - Safira stupste Eross an und auch er flog mit ihr zur Wolke sieben - Stryker wurde von Pinkie zu Boden gerissen und halb tot geküsst und... Agais und Redeye standen mit dem Rest der anwesenden Gardisten herum und genoss einfach nur diese Liebe, die wie feurige Blitze durch den Raum schoss.

Und weit darüber hinaus.

---

Es dauerte lange, bis sich Celestia und Pryne voneinander lösten und sich mit geröteten Augen in den Armen lagen.

Das Black-Pony machte einen Schritt zurück und verneigte sich noch einmal von seiner Freundin.

"Danke...", hauchte er noch einmal, "danke, dass du meine Freundin bist..."

"Dank nicht mir...", lächelte die Ponyprinzessin zufrieden, "danke dir... du hast heute Großes bewiesen, und ich bin stolz auf dich..."

"Nein, ich muss dir danken... weil ich..."

"Das ist doch eigentlich unwichtig, oder?", ertönte plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund und Pryne erblickte erstaunt ein fremdes Pony, welches in stark an Fluttershy erinnerte... nur... es war irgendwie männlich...

"Wo du recht hast hast du recht...", grinste Celestia, und dann an Pryne gewandt, "darf ich vorstellen? - Das ist Hellje, mein Freund..."

"Angenehm...", freute sich das Black-Pony, "mal jemand neues... und dann auch noch gleich Freund..."

"Auch ein Gott ist eben nicht gerne alleine...", lachte Hellje und meinte auf Prynes verwundertes Gesicht hin, "wer genau ich bin gibt´s jetzt mal in Kurzfassung..."

Er erzählte und Pryne lauschte gebannt.

"Und du hast..."

"Genau, ich habe sozusagen Equestria erschaffen... nur mich seitdem wenig drum gekümmert, was sich aber nach den letzten Ereignissen geändert hat. Und außerdem...", grinste er und zog Celestia an sich heran, "gibt es hier etwas, weshalb es sich mehr als nur lohnt mal vorbeizukommen..."

"Awww...", kicherte Celestia, "du bist mir aber auch einer..."

"Bin ich, nämlich deiner!", konstatierte Hellje gut gelaunt und zog seine Freundin zu sich herunter, "und weil ich der bin, habe ich auch was für dich..."

Damit küsste er sie.

Ein "Ohhhh..." tönte durch den Thronsaal und Pryne wischte sich heimlich eine weitere Freudenträne weg, bevor Hellje Celestia losließ und fröhlich verkündete:

"Also, weil alle hier so gut drauf sind habe ich Bock auf ne Party, und weil ich sowas mal fix machen kann, gibt´s das jetzt auch!"

Er schlug einmal mit seinem rechten Vorderhuf auf den Boden - und zack! - war das ganze Canterlot-Schloss farbenprächtig geschmückt, überall standen eimerweise Konfetti herum, eine ganze Bühne war da erschienen, wo normalerweise Celestia ihre Audienzen erwartete, es gab Essen, Getränke und Knabberzeug genug und... ein Haufen Ponys, Ziegen und Black-Ponys standen vor der Palasttür.

"Na denn... PARTY HAAARD!!!", johlte der Gott ausgelassen und der Bass aus den Mega-Boxen ließ den ganzen Berg erzittern.

Keiner der Freunde ließ sich das zweimal sagen und keine fünf Minuten später waren alle vollkommen ausgelassen mit den anderen Gästen am Tanzen, sich den Bauch vollschlugen oder einfach nur Spaß haben.

Und etliche bereits besoffen...

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Kapitel 2 - Verschwunden Bearbeiten

In der Menschenwelt war es gerade Abend geworden und Atlanas auf dem Weg zur Penthousewohnung seiner Freundin.

Einen selbstgepflückten Blumenstrauß hatte er ebenso wie eine Flasche guten Spätburgunder dabei um dem bevorstehenden Abendessen den krönenden Abschluss zu geben.

Sein Smoking saß tadellos - was würde sie sich wohl angezogen haben?, fragte er sich, während er in den Fahrstuhl stieg und den obersten Knopf betätigte.

Die Türen schoben sich beinahe geräuschlos zu und die Kabine ruckte nach oben an.

Eine klassische Fahrstuhlmelodie erklang und ließ Atlanas nervös auf seine Uhr linsen, er war noch immer pünktlich.

Der Zeiger oben in der Kabine bewegte sich langsam über die 22 und 23.

Atlanas zupfte an seiner Krawatte herum.

26... 27...

Bing!, machte es und die Türen öffneten sich auf der 19. Etage.

Atlanas stieg aus und stand schon direkt vor der Tür seiner Freundin.

Voller Vorfreude auf den bevorstehenden Abend klopfte er und wartete lächelnd.

Als nach einer halben Minute immer noch niemand aufmachte klopfte er erneut - klingeln war nicht drin, weil das Klopfen sein Zeichen war.

Aber auch jetzt blieb die Tür unverändert stetig und zu.

Verwundert wollte er es wieder versuchen, als ihm auffiel, dass die Tür nicht verschlossen war und einen Spalt offen stand.

Unsicher, ob er jetzt einfach so reingehen sollte siegte schließlich doch sein Mut, er wollte ja nur gucken, warum sie nicht kam und er schob die Tür vorsichtig auf.

Im Flur war es dunkel und er betätigte den Lichtschalter - und bekam den Schreck seines Lebens.

In der Wohnung sah es aus wie auf einem Schlachtfeld.

Klamotten lagen herum, Schubladen waren ausgekippt, mehrere Schränke umgestürzt und die Küche verwüstet.

Atlanas realisierte, dass aus dem gemeinsamen Abend wohl nichts werden würde... und dass er Hilfe brauchen würde... nur dass diese Hilfe nicht wissen durfte, dass ER schon hier gewesen war...

Bevor er wieder verschwand, durchsuchte er trotzdem das Chaos - stieß aber auf nichts interessantes.

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Die Sonne erhob sich zum neuen Tag in Equestria und ließ ihre ersten warmen Strahlen des Tages durch die großen Glasfenster direkt auf die noch dort herumliegenden sturzbesoffenen Partygäste fallen.

Mit schweren Kopf wachte Robert, der seine Nacht mit Luna im Arm verbracht hatte auf und erhob sich schwerfällig, der Alkohol machte ihm noch ganz schön zu schaffen.

Direkt neben ihm lag Hellje, noch immer mit der Krone, die Celestia gestern von einer der Statuen abgerissen und ihm lallend mit den Worten "Was... mein Freund... sssein will dasss musss auch sssso aussssehn..." aufgesetzt hatte, worauf der Gott erst so richtig in Stimmung gekommen war und zum Höhepunkt des Festes sich ein ganzes Fass Wein auf einen Zug genehmigt hatte.

"Moin du Säufer...", grinste Robert und rüttelte den dem gelben Pegasus, "ey, aufwachen, die Nacht is vorbei..."

"Mmmmhhh...", grummelte der Gott, "musssas schon sein?!"

"Muss, wer kann denn sonst die Schweinerei so schnell sauber machen wenn nicht du..."

"Dass kann mein Sohn auch...", murrte Hellje und drehte sich einfach wieder um, "ich will noch pennen..."

Ein leichtes Schnarchen verriet dem Ziegenkönig, dass es an der Zeit war Niben aufzusuchen... Hellje war heute Morgen einfach noch zu... besoffen (oder was auch immer).

So machte Robert sich zuerst ins Bad, in dem auch noch alles voller schlafender Partygäste lag, nahm Taladon aus dem Waschbecken und ließ ihn sanft neben Rainbow Dash schweben und klatschte sich erstmal eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht, das seine Lebensgeister wieder vollständig erweckte und ihn wieder in Fahrt brachte.

Er schüttelte sich das Wasser aus dem Gesicht und verließ das Bad durch das offene Fenster.

Immer ein kleines bisschen unsicher in der Luft umher taumenld glitt er mit dem frischen Aufwind zu Nibens Wolkenhaus hin.

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Die Celestia in der Menschenwelt hatte es sich gerade zuhause auf ihrer Couch mit einem Teller Obst und ihrer Schwester Luna vor der Glotze gemütlich gemacht als das Telefon schrillte.

"Ich geh schon!", rief sie, sprang auf, nahm den Hörer ab und meldete sich mit dem üblichen "Hallo, Celestia am Apparat..."

"Wer hier spricht spielt keine Rolle...", kam eine leise und seltsam klingende Stimme aus der Leitung, "es ist aber auch unwichtig..."

"Ich würde aber trotzdem gerne wissen was Sie..."

"Was ich will ist Sie warnen...", meinte der Anrufer ernst, "mir ist zu Ohren gekommen, dass sich im 29. Stockwerk des MDR-Hochhauses eine Bombe befindet..."

"UND WARUM RUFEN SIE MICH AN?!?! - DAS MUSS DIE POLIZEI WISSEN UND...!!!"

"Ich rufe Sie an, weil ich weiß, dass sie Kontakte haben... und dass diese Kontakte auf jeden Fall mehr Interesse an dieser Bombe haben dürften..."

"WAS FÜR KONTAKTE?!?!", verlor sie langsam die Fassung, während ihr immer mehr kotzübel wurde, woher zur Hölle wusste der Anrufer von ihrer Verbindung nach Equestria?!, "WENN SIE MICH NUR VERARSCHEN WOLLEN, DANN...!!!"

"Ich habe zwei Worte für Sie... ISB und Untergrundeisenbahner, reicht das um von Ihnen die volle Aufmerksamkeit zu kriegen?!"

Celestia brachte vor aufkommender Panik keinen Ton mehr heraus und der Anrufer fuhr fort:

"Da Sie anscheinend verstanden haben rate ich Ihnen jemand fähigen an die Sache ranzulassen... ach ja, und noch was... passen Sie in nächster Zeit gut auf ihre Schwester auf, ich glaube zu wissen dass sie nicht gerade viel von ihrer Doppelgängerin mit dem langen Horn weiß..."

Dann war die Leitung tot.

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Nibens Wolke mit dem darauf stehenden Haus aus Ebenholz zu finden war keine Schwierigkeit für Robert, nur die Landung wollte ihm nicht so recht gelingen.

Mit viel zu viel Karacho raste der Ziegenkönig im Beinahe-Sturzflug auf die Tür zu, schaffte es nur leider nicht mehr zu bremsen wie gewohnt und segelte hindurch - und geradewegs ins Wohnzimmer hinein... und dort in den Tassenschrank hinein, dessen Inhalt sich mit lautem Klirren über den Fußboden verteilte und Niben, der bis vor einem Moment noch ziemlich verschlafen mit einer Tasse Kaffee am Küchentisch gesessen hatte so erschreckte, dass der Gott rückwärts von Stuhl kippte, den Tisch dabei nach vorne katapultierte und seinen Kaffee quer durch den Raum verteilte, wieder aufsprang und auf den Eindringling zustürzen wollte aber auf dem glitschig-heißen Fußboden ausrutschte und quer durch den Raum schlitterte, sich dabei etliche Scherben einriss und dann auch noch zu guter Letzt den umkippenden Schrank auf den Kopf bekam, dessen Schrauben Roberts Aufprall nicht so ganz gut verkraftet hatten und ihren Dienst kurzerhand quittiert hatten.

"Auaaa...", stöhnte Robert aus den Trümmern und Niben rappelte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf, bevor er sich schüttelte und los brüllte:

"SACH MAL, HAST DU DEN VERSTAND VERLOREN?!?! BESOFFEN FLIEGEN, JA, SOWEIT KOMMTS NOCH!!!"

"Tsch... schuldige...", lallte Robert und kotzte erstmal ausgiebig auf den Boden, "aber... dein Vater ist... schon nen sturer Bock..."

"DAS GIBT DIR NOCH LANGE NICHT DAS RECHT MEIN HAUS ZU VERWÜSTEN!!!"

"Mensch... watt kann ich´n... ach egal... du s-s-sollst jedenfalls Canterlot aufr..."

"NEN SCHEIßDRECK MACHE ICH!!!", schrie der Gott sauer, "ZUERST MAL MACHST DU HIER SAUBER, DANN ENTSCHULDIGST DU DICH, TRINKST EINE KANNE MILCH UND DANN REDEN WIR WEITER!!!"

"Hab dich doch nicht so...", grummelte Robert beleidigt und schaute seinen Freund schief an, "hast du heute Nacht keinen hochbekommen oder was?!"

"OH DU KLEINER...!!!", brannten Niben auch die letzten Sicherungen durch, doch er schaffte es sich zu beherrschen und schnaubte wütend:

"Und ja, es liegt daran, dass ich Sunset schon seit zwei Tagen nicht mehr gesehen habe... und auch ein Gott hat mal hin und wieder Bedürfnisse..."

Das Grinsen des Ziegenkönigs wurde immer größer und verschwommener, ehe er der Länge nach zur Seite in den zertrümmerten Schrank kippte und das Holz erneut splittern ließ.

Niben machte sich erst gar nicht daran Robert aufzuheben, kopfschüttelnd verschwand er zuerst im Bad und rubbelte sich den Kaffee aus dem Fell, wusch sich das Gesicht und ließ nebenbei seine Magie alles wieder gerade biegen - ein Wischlappen wischte den Kaffee auf und beförderte ihn ins Spülbecken, ein Besen kümmerte sich um die herumliegenden Schranktrümmer, der Tisch und die Stühle richteten sich wieder auf, die Splitter der Tasse wurden von einer Tube Kleber bestrichen und klebten sich wieder zusammen, am Ende entsorgten Handfeger und Kehrblech den Müll in den passenden Mülleimer und... obwohl es ihm widerstrebte atmete er tief durch und ließ seinen Freund im Anschluss auf die Couch gleiten, bevor er aus seinem Haus trat, seine Flügel ausbreitete und in Richtung Canterlot durch die Wolken davon schwebte.

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Kaum war der Gott durch das offene Palasttor geflogen und auf dem vor lauter Alkohol klebenden gelandet kam Eross sturzbesoffen von hinten auf ihn zu getaumelt, warf sich um seine Schulter und fragte mit lallender Stimme:

"Na mein Sssüssse willsssste mir ein blasn?!"

"Bäh, Eross geh weg!", fauchte Niben und schubste den Pegasus zur Seite auf den schnarchenden Agais, der sich erschrocken umdrehte und versuchte den unliebsamen Verehrer, der ihm auf den Kopf sabberte von sich abzuschütteln.

Angewidert stakste der Gott durch die Reihen der anderen schlafenden Partygäste, vorbei an angebissenen Snacks, leeren Weinflaschen und Bierfässern, umgekippten Bassboxen und mit Farbe beschmierten Steinstatuen von den Prinzessinnen, bei deren Anblick Niben unwillkürlich grinsen musste - bis dieses Grinsen beim Anblick seines Vaters zu einem Lachen anschwoll.

Der gelbe Pegasus lag kopfüber quer auf seiner Freundin und schnarchte dass die Wände wackelten.

In diesem Moment überkam Niben eine Wut, noch stärker als die, die er vorhin bei Roberts Eintreffen verspürt hatte... sie war so stark, dass er seinen Vater an den Schultern packte und so lange schüttelte, bis dieser wach war und ihn kraftlos fragte:

"Menschhh Niben wassn losss?"

"NE MENGE IS LOS!!!", brüllte sein Sohn sauer, "DU BESÄUFST DICH HIER UND ICH WEIß MAL WIEDER VON GAR NIX!!!"

"Sch... schulligung...", stöhnte Hellje mit dröhnendem Schädel, "ich glaubich hab zuviel jetrunkn..."

"DAS AUF JEDEN FALL, UND DESWEGEN WIRST DU DEN GANZEN MIST HIER AUCH ALLEINE AUFRÄUMEN!!!"

"Hey du...", hörte Niben jemanden hinter sich grölen, drehte sich um und erblickte Lord Pryne, der wankend auf ihn zu getorkelt kam, "entspann dich mal..."

Ohne Vorwarnung traf den Anführer der Black-Ponys ein Schlag des Gottes mitten ins Gesicht und ließ ihn zu Boden gehen, stöhnend wälzte sich Pryne über den Boden und keuchte.

"ICH UND MICH ENTSPANNEN?!?!", schrie Niben zornbebend, "ICH GEBE EUCH GLEICH ENTSPANNEN!!!"

"Alter hör auf hier so laut rumzuschreien...", meckerte Sonea, die sich ebenfalls erhoben hatte und mit zerzauster Mähne auf die Streitenden zukam, "war´s denn nich jut gestern?"

"ICH WUSSTE JA NICHT MAL DASS HIER GEFEIERT WIRD!!!"

"Und deswegen gleich ausrasten?!", beschwerte sich das junge Alihorn und streckte seine Flügel aus, "hat Sunset etwa keinen Bock oder...?"

"DIE LIEGT BESTIMMT HIER IRGENDWO RUM UND HAT MICH KOMPLETT AUS IHREM GEDÄCHTNIS GESOFFEN!!!"

"Nö Mann...", meinte Sonea lässig und ließ ihr Genick knacken, "sie war jedenfalls nicht hier gestern Abend... und ihr Goldlöckchen habe ich garantiert nicht übersehen..."

"Du hast getrunken..."

"Nein, habe ich nicht, ich bin absolut clean!", stellte sie entschlossen klar, "und ich sag´s nochmal: Sunset war und ist nicht hier, ebenso wenig wie die Untergrundeisenbahner es waren!"

Niben starrte sie verblüfft an, denn ihre Gedanken sprachen die Wahrheit... absolut die reine Tatsache.

"Aber... wo ist sie dann?!"

"Hmmpf, kein Plan... finden wirst du sie schon... und ich hoffe, dass das deine Laune ungemein bessert..."

Er war drauf und dran ihr eine zu scheuern, aber das wäre nicht richtig gewesen... sie war noch ein Kind, und es stimmte, was sie gesagt hatte... seine Freundin Sunset war offensichtlich nicht hier... aber wo dann? Und warum?

In diesem Moment überkam den Gott ein Gefühl, dass er zuletzt in einer Lagerhalle in Brooklyn gespürt hatte:

Angst.

Blanke Angst.

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"Boar...", riss ihn eine bekannte Stimme aus den Gedanken, "was gehtn hier ab?!"

Celestia stand unmittelbar hinter ihm, seinem Vater, dem am Boden liegenden Pryne und Sonea, blinzelte verschlafen ins grelle Sonnenlicht und versuchte es mir ihren linken Huf aus ihren Augen zu halten, was aufgrund ihres Alkoholpegels im Blut nicht so ganz klappte und sie der Länge nach neben das Black-Pony krachte, das ihr einen belustigten Blick zuwarf und sie schief angrinste.

"Na meine Ssssüße? - Wie wärsss mit unsszwein?!"

"Ey...", raunzte Hellje und sabberte dabei Niben auf den Bauch, "dassis meine... Hufe wech... !"

"HALTET ALLE EURE FRESSEN!!!", donnerte Niben mit knallrotem Kopf, "ICH HAB DIE FAXEN DICKE!!! IHR HABTS ECHT GESCHAFFT MIR KOMPLETT DIE LAUNE ZU VERMIESEN!!!"

Er ließ seinen Vater los, der auf die Knie fiel und seinen Magen gründlich entleerte, öffnete seine Flügel und schnaubte tief beleidigt:

"Ich verschwinde... und komme so schnell nicht wieder!!!"

Mit Schwung hob er ab, beschleunigte und - kam genau drei Meter weit, bevor ihn ein Geräusch völlig aus der Fassung brachte.

Dieses Geräusch, er hasste es so sehr - dieses Bimmeln, das nie verstummen würde, wenn der Anrufer hartnäckig war und niemand abnahm.

Und er hasste jedes Telefon, dass genau dieses Bimmeln als Anrufton hatte.

Sein Gesicht verzog sich zu einer wütenden Fratze und er stürzte sich mit lautem Geheul auf Celestias Telefonstation, die ihr die Ziegen maßgefertigt gleich mit Computeranschluss und dem ganzen anderen aller neusten technischen Firlefanz vor nicht einmal zwei Monaten nach ihren Vorstellungen perfekt angepasst an die alte neue Bausubstanz ihrer Residenz eingebaut und angepasst hatten dass die Fetzen flogen, oder besser die Kabel und Microchips...

"MACH-DIESES-GERÄUSCH-AUS!!!", wütete Niben, schmiss zuerst den Computer aus dem Fenster und packte dann den endlich gefundenen Telefonhörer, "SONST WERDE ICH NOCH...!!!"

"Ähmmm... hallo? Celestia, bist du das?", hörte er es zaghaft aus der Leitung und behielt den Höher vorerst im Huf, "bitte, ich brauche eure Hilfe! Dringend!"

"Hier ist zwar nicht Celestia, aber ich kann helfen...", gab Niben freundlich zurück und wunderte sich über die Stimme, die ihm ziemlich bekannt vorkam, "wo brennts denn? - Und wer spricht da überhaupt?"

"Also, dasselbe könnte ich Sie fragen..."

"Hier ist Niben, seinerseits Schöpfer Equestrias und Sohn Helljes... noch Fragen?"

Stille aus der Leitung, bis sich die Anruferin (die Stimme hörte sich sehr weiblich an wie Niben fand) stotternd zurückmeldete:

"Ein... WAS?!"

"Ist auch egal... wenn Sie Celestia angerufen haben ist doch was Dringendes... und da sie gerade... nicht verfügbar ist..."

"Ich habe verstanden, eine Audienz, habe ich recht?"

"So ungefähr..."

"Ich brauche unbedingt ein Bombenentschärfungsteam!", bat die Anruferin mit zittriger Stimme, "und zwar schnell... im MDR-Hochhaus auf der 26. Etage soll sie liegen..."

Niben strengte seinen Kopf einen Moment an und hatte schließlich den Geistesblitz, er wusste wer die Anruferin war, was sie mit MDR-Hochhaus meinte und und und... Menschenwelt wäre das Stichwort gewesen.

"Wir kommen sofort!", nickte der Gott und unterbrach die Verbindung, drehte sich um und ließ seine Blicke über die Reihen der schlafenden Partygäste schweifen, bis er an Eross und Stryker, die friedlich nebeneinander lagen und schliefen hängen blieb.

Mit vier Sätzen war er bei ihnen und riss mit einem Schwall Magie sämtlichen Alkohol aus ihrem Blut und leitete einen Schwung Energie hinterher, der die beiden aufschreckte und in die Höhe schießen ließ.

Noch bevor sie wussten was Sache war schnappte Niben sie und raste mit ihnen zu Celestias Thron zurück, instruierte sie innerhalb von zehn Sekunden, drückte ihnen zwei Gewehre in die Hufe, öffnete das Portal und wandte sich noch einmal zu den beiden um:

"Noch Fragen?!"

"Ähm... könntest du uns bitte alles nochmal langsam und zum Mitschreiben erklären, weil ich bis jetzt nur Bahnhof verstanden habe...", räumte Eross ein.

"Er hatte irgendwas mit Hochhaus gesagt...", bemerkte Stryker grinsend, "aber den Rest... man, ich habe bis grad eben noch gepennt..."

"EIN GUTER SOLDAT FOLGT DEM RUF DER PFLICHT!!!", schrie Niben ihn an, "UND DEINE PFLICHT IST ES MIR JETZT ZU FOLGEN UND EINE BOMBE ZU ENTSCHÄRFEN, VERSTANDEN?!?!"

Eross war stinksauer, dass er sich hier so von Niben anbrüllen lassen musste, verzichtete aber auf einen bissigen Kommentar seinerseits und fragte stattdessen:

"Woher kam das mit der Bombe, und wo ist sie?"

"In der Menschenwelt...", war die knappe Antwort des Gottes, "und das andere spielt keine Rolle, also los!"

Bevor Stryker etwas erwidern konnte warf Niben ihn und Eross auch schon durch das Portal, ehe er selbst hinein sprang und die Verbindung auf ihrer Seite abriss.

---

Pryne, der sich inzwischen auf Sonea abstützen musste um nicht gleich wieder umzukippen beobachtete interessiert das Schauspiel da vorne am Thron.

Erst als sich das Blau des Portals wieder gelegt hatte kicherte er dem Alihorn unter sich ins Ohr:

"Würde mich nich wundern wenn Niben die andern beiden ganz ssschön rumssschubst so aggressiv wie der ist..."

"Kommt davon wenn man sich nen heißen Feger ins Haus holt und ihn normalerweise vollkommen ignoriert...", meinte Sonea, "zumal Sunset nie gerne alleine ist..."

"Meinssu etwa...?"

"Klar hat die sich nen Liebhaber besorgt, was glaubst´n du?!", kicherte das Alihornmädchen frech, "hätte ich an ihrer Stelle aber auch gemacht..."

"Du bisss schon ein ssschlimmesss Mächhhen...", lallte das Black-Pony, lehnte sich zu weit nach hinten und krachte der Länge nach auf Celestia, die so fest schlief, dass sie nichts davon mitbekam.

Sonea streckte sich noch einmal, öffnete ihre Flügel und flog aus dem Schloss hinaus... sie hatte noch was zu erledigen, und zum Aufräumen sowieso keinen Bock... sollten das die Erwachsenen schon machen... die würden das auch ohne sie schaffen...

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Niben brodelte innerlich.

Warum hatte er sich ausgerechnet DIE beiden Idioten ausgesucht die gestern so viel Bier gebechert hatte dass sie jetzt kaum noch laufen konnten?! WARUM?!?!

Dementsprechend hatte es eine knappe Viertelstunde gedauert, bis die beiden hatten ansatzweise gut laufen können, dazu einen Waffe halten nochmal mindestens genauso lange und bis er Stryker überzeugt hatte, dass ein Bus ihn nicht fressen würde und nur zur Fortbewegung von Menschen gedacht war verstrich ebenfalls die kostbare Zeit - Eross in einen Aufzug zu kriegen brachte ihn schließlich komplett zum Ausrasten, er schrie den Pegasus, der sie übrigens in einen großen Jungen mit dem klassischen Eross-Schnitt, T-Shirt, Jeans und Turnschuhen verwandelt hatte in der Eingangshalle des Hochhauses so an, dass Stryker Mühe hatte die beiden vor den Blicken der umstehenden Leute zu verbergen und in den Fahrstuhl zu stopfen.

Er selbst hatte fast doppelt so viele Haare wie sein Freund Eross auf dem Kopf, trug eine Art Pullover, den er schon jetzt nicht mochte, eine schwarze Hose und passende unauffällige Schuhe.

"Nur damit das klar ist...", schnaubte Niben in der Kabine wütend, "ihr beiden gehorcht mir ab jetzt absolut, und wenn was schief geht seid ihr dafür dran!"

"Das kann doch nicht..."

Der zutiefst böse Blick des Gottes, den er Stryker zuwarf brachte den besten Schützen der Equestria Army wieder zum Verstummen.

Wahrscheinlich hat meine Schwester es nicht geschafft dich glücklich zu machen..., grummelte er vor sich hin, oder einfach keinen Bock mehr dazu...

Er konnte froh sein, dass Niben in diesem Moment besseres im Sinn hatte als seine Gedanken zu lesen...

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Roberts Schädel dröhnte schon wieder und weckte den Ziegenkönig erneut, dieses Mal hielt er es nicht aus, hob sich schwerfällig aus dem Bett und schob sich in Nibens Bad, dort unter die Dusche, drehte das eiskalte Wasser voll auf und ließ sich auf den Boden sinken.

Nach zwanzig Minuten trat endlich der gewünschte Effekt ein.

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Eine Gottesdusche sollte man nie zu lange benutzen... das hätte Niben eigentlich an die Badezimmertür schreiben müssen.

Denn ihr Ausguss verwandelt das Wasser direkt in Regen, und je mehr Wasser in der Dusche, desto stärker der Regen... und da Robert sich die erste Viertelstunde lang abduschte und dabei wieder eingeschlafen war, lag es nahe, dass er aus Verstehen den Abfluss verstopfte.

Als ihm das Wasser buchstäblich bis zum Hals stand und er ein wenig davon in die Nase bekam musste er niesen - dabei drehte er sich so, dass das Wasser wieder abfließen konnte... und in Equestria einen sinnflutartigen Regenfall verursachte, der auch den Weg durch die offene Palasttür Canterlots fand und den ganzen Thronsaal komplett durchnässte, was auch den letzten Alki aus seinem Rausch weckte.

Kaum war Pryne so richtig wach und von der Toilette zurückgekehrt fielen ihm die herumliegenden Kabel um den Thron seiner Freundin auf.

Interessiert kam er näher und sah sich den Schaden an - bis er das Klingeln des Telefons hörte, den Hörer abnahm und sich mit "Ja, hier Schloss Canterlot, Lord Pryne am Apperat..." meldete.

Eine aufgebrachte Stimme, die er sofort der Schuldirektorin Celestia zuordnen konnte quietschte schrill und schnell durch die Leitung:

"Haben Sie die Bombe, ich meine..."

"BOMBE?!?!", war Pryne sofort hellwach, "WAS FÜR EINE BOMBE?!?!"

"Ich dachte... sie... sie..."

"Jetzt aber mal stopp!", bestimmte das Black-Pony, auch wenn die Nervosität in ihm schnell aufstieg, " zuerst mal... warum rufen Sie hier an Schuldirektorin? - Zweitens, was ist mit der Bombe? - Drittens, was stimmt nicht?!"

"Also...", stammelte sie zaghaft, "ich habe vorhin schon mal angerufen... da war ein Niben dran... der meinte, er würde sich um alles kümmern... aber..."

"Ja, den kenne ich... und er ist nicht hier, falls sie das beruhigt... weiter?"

"Na ja... er klang ziemlich wütend... daher wusste ich nicht..."

"Einen Moment mal bitte...", bat Pryne und ließ einen schnellen Blick durch den Thronsaal schweifen.

Dachte ich´s mir doch..., freute er sich in Gedanken, Robert, Eross und Stryker sind weg..., griff sich sein Headset, setzte es auf und ließ sich per Gedankensteuerung mit Robert verbinden.

Als dort keiner reagierte probierte er es bei Eross.

Auch da nichts.

Einen hast du noch..., schnaufte er und öffnete die Leitung zu Stryker.

Nach schier endlosen Sekunden meldete sich die bekannte Stimme seines Freundes mit "Ja, Stryker hier."

"Hier Pryne... sach mal, die Bombe..."

"Ach, schau an... ihr habt es also inzwischen auch auf dem Schirm... war falscher Alarm... aber... hier gibt´s was anderes höchst Interessantes..."

"Und was?", fragte das Black-Pony gespannt.

"Ob du´s glaubst oder nicht aber... Sunset hatte hier, im 26. Stockwerk des höchsten Hochhauses der Stadt Lepzig eine Penthousewohnung... und hier hat offenbar ein Kampf stattgefunden..."

Pryne war zu perplex um ein Wort herausbringen zu können weshalb Stryker fortfuhr:

"Tja... also Niben ist völlig ausgeflippt als er das hier gesehen hat... zumal..."

"Was?"

Ein Kichern sich nicht verkneifen könnend gab Stryker zu:

"Offensichtlich hat sie einen Liebhaber hier gehabt... in dieser saugeilen Wohnung... du müsstest echt mal die Aussicht sehen..."

"So gut?"

"Du hast je keinen Ahnung... von hier aus sieht man die ganze Stadt... einfach Hammer..."

"Schön, aber du sagtest was von einem Kampf?"

"Ach stimmt, ja, hier siehts aus wie auf einem Schlachtfeld... Schränke umgekippt, Schubladen geleert und so weiter... da außerdem niemand hier ist außer uns dreien..."

"Drei? - Mit dir oder...?"

"Jop, mit mir... wieso, an wen denkst du denn?"

"Robert oder Atlanas..."

"Nee, beide nicht hier... hier sind nur Eross und ein tobender Gott..."

"Kann ich einen von denen mal sprechen?"

"Ähm, schlecht... Eross hat vor knapp fünf Minunten einen dummen Spruch gerissen und der Niben zum Explodieren gebracht... mal wieder..."

"Ohoh..."

"Kannst du laut sagen... und ich muss denn auch mal Schluss machen... nicht dass Niben Eross gleich mit einer von Sunsets Hosen stranguliert..."

"Und du bleibst mit mir in Kontakt falls was ist, ok?"

"Mache ich... ach ja, wenn wir schon mal dabei sind... beruhig bitte mal die Menschen-Celestia... oder lass es jemand anderen machen... bitte..."

"Ich kümmere mich drum... und ihr euch um... na ja, Sunset..."

"Ich weiß, dass sich das bekloppt anhört aber... im Moment mache ich mir Sorgen um sie..."

"Du bis ihr Bruder, was ist daran bekloppt?!"

"Na ja, du weißt ja..."

Pryne hörte den Rest des Satzes schon nicht mehr, das PIEP-PIEP-PIEP aus der Leitung sprach mehr als nur eine deutliche Sprache.

Kopfschüttelnd griff er sich wieder das Telefon und meldete sich bei Schuldirektorin Celestia zurück:

"Da wäre ich wieder... Lage ist soweit unter Kontrolle..."

Ein erleichtertes Ausatmen auf der anderen Seite der Leitung, dann:

"Danke, dass ihr euch drum gekümmert habt... nur..."

"Nur was?"

"Na ja... das mit der Bombe... ich habe einen anonymen Anruf erhalten... der genau das meinte..."

"Würden Sie die Stimme wiedererkennen?"

"Schon möglich, das ist mir im Moment aber eher zweitrangig... Ich habe Angst. Angst um meine Schüler, Angst um meine Schwester, Angst um mich..."

"Sie meinen wegen des Anrufes?"

"Nicht wegen der Bombendrohung an sich, nein, weil der Anrufer genauestens über meinen Verbindung Bescheid wusste... er hat sowohl die ISB als auch die Untergr..."

"ER KENNT DIE ISB?!?!", schrie Pryne entsetzt ins Telefon und konnte sich kaum wieder fangen, "DAS IST WAHRHAFTIG BEUNRUHIGEND!!! UND SIE IN HÖCHSTER GEFAHR!!!"

"Hören Sie Pryne...", stellte die Schuldirektorin entschieden klar, "es geht mir nicht nur um meine persönliche Sicherheit, es geht mir mehr um meine Schwester und die ganze Equestria High! Und deswegen würde ich mir..."

"... Schutz wünschen?"

"Daran habe ich im Moment gar nicht gedacht, aber..."

"Wir haben wieder genügend freie Kapazitäten, dass wir Ihnen eine ganze Truppe vorbeischicken können... nein, noch besser, ich komme persönlich... und bringe Twilight mit!"

"Das hört sich gut an...", fand die Celestia, "aber falls es nicht..."

"Ich verspreche, dass ich Sie, ihre Schwester und diese Schule vor der ISB und allem anderen beschützen werde... koste es was es wolle!"

"Gut, dann verlasse ich mich auf Sie und ihre Männer... und bitte kommen Sie so schnell wie möglich!"

"Das werde ich!", nickte Pryne sicher und legte auf.

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"AGAIIIS!!!", brüllte er durch den Thronsaal, "WO STECKST DU VERDAMMT NOCH MAL?!?!"

Suchend ließ der Anführer der Black-Ponys seinen Blick durch den Raum schweifen, in dem sich immer mehr Partygäste zwischen den glitzernden Pfützen räkelten und versuchten aufzustehen, was des Öfteren mit Bodenküssen endete.

Dann endlich entdeckte er seinen Freund, der sich gerade zwischen Prinzessin Luna und Safira, die beide nach ihren Hengsten riefen hindurch quetschte und mit nahezu sicheren Schritten auf ihn zu gestakst kam, peinlichst darauf achtend nicht in Kotze oder etwas dergleichen reinzutreten.

"M... morgen...", brummte er verschlafen, "mensch, was schreist du denn hier so rum?"

"Wir müssen sofort in die Menschenwelt und..."

"Watt?!", war er mit einem Mal hellwach, "wieso zur Hölle...?!"

"Weil die ISB uns ausgerechnet jetzt mit Bomben droht und zu allem Überfluss höchstwahrscheinlich Sunset in ihrer Gewalt hat..."

"... als nix Wichtiges...", grummelte Agais und ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht, "ne Spaß... oh man, das ist natürlich mal echt wieder perfekt getimed!"

"Eben, und deswegen müssen wir sofort los..."

"Halt halt halt halt!", fiel ihm sein Freund energisch ins Wort, "wir brauchen zuerst mal nen Plan und dann..."

"Ich scheiß auf einen Plan, die Schuldirektorin Celestia hat mich gerade eben angerufen und klang höchst alarmiert, also sollten wir keine Zeit verlieren!"

"Du spinnst doch!", maulte Agais, "ohne Plan sind wir..."

"Das schaffen wir schon, zusammen!", munterte Pryne ihn auf, "und den Plan machen wir wenn wir da sind... also mach dich bereit..."

Pryne zog seinen Portalschlüssel aus der Tasche und ehe sein Freund hatte etwas erwidern können beförderte er ihn geradewegs ins Hauptquartier der Sword-Squards in Leipzig mitten in der Menschenwelt, richtete anschließend das Gerät auf sich und wollte den Knopf drücken als Prinzessin Celestia neben ihm mit schwacher Stimme fragte:

"Ihr... ihr wollt... meiner Freundin Celestia...?"

"Wir wollen nicht nur, wir müssen!", stellte Pryne klar, "und wir werden siegreich zurückkehren, das schwöre ich dir!"

"Ich weiß das...", lächelte sie weise, "und eins weiß ich auch..."

"Was denn?"

"Dass du ein verdammt guter Kerl bist Pryne und ich nie auch nur einen Moment an dir gezweifelt habe..."

Er wurde rot und teleportierte sich weg.

Zurück blieb nur die strahlende und immer noch ziemlich alkoholisierte Prinzessin Celestia.

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Twilight las gerade ein Buch über die Menschenwelt als ihr Freund mitten im Zimmer mit einem blauen Lichtblitz mitten aus dem Nichts auftauchte und lächelte.

"Mensch hast du mich erschreckt!", lachte sie freudestrahlend über seinen Besuch, "was führt dich zu mir, mein Liebster?"

"In der Menschenwelt ist gerade die Hölle los...", übertrieb er ein kleines bisschen, "und ich muss dort hin... so schnell wie möglich..."

"Das hört sich aber nicht sonderlich gut an...", fand sie mit schief gelegtem Kopf, "und du..."

"Ja, ich werde wahrscheinlich für die nächste Woche nicht da sein...", seufzte er theatralisch, "darum wollte ich mich verabschieden..."

"Nicht so schnell! - Ich brauche dich im Moment mehr als alles andere, aber ich weiß dass die Pflicht vorgeht - Also komme ich mit!"

"Wie bitte?!", schrie Pryne gekonnte erschrocken, year, fast hatte er sie, "das kann ich unmöglich zulassen!"

"Die Ärzte haben gesagt, dass ich soweit wieder ok bin und nach Hause kann... und mein zweites Zuhause ist diese Schule!"

"Aber du bist noch nicht ganz..."

"... gesund?!", lachte sie, "aber sich bin ich wieder gesund, nach zwei Monaten Durchpennen mit Sicherheit! Und außerdem lasse ich dich nicht wieder alleine, das gibt nur Ärger!"

Wie recht du doch hast..., freute er sich innerlich, ja...

"Na gut, überredet. Aber wenn´s brutal wird..."

"... habe ich den besten Beschützer dieser Welt, dich!", lächelte sie, sprang aus dem Bett und küsste ihn auf die Wange, "bitte, nimm mich mit und beschütze mich!"

"Das werde ich... so wie deine Freundinnen! Und dieses Mal werde ich Dargo Maximus kriegen, und wenn es soweit ist kann er sich auf was gefasst machen!"

"So gefällst du mir!", strahlte seine Freundin glücklich und umschlang ihn, während er den Portalschlüssel richtig einstellte und auf sich und seine Freundin richtete.

"Bis du bereit meine Süße?"

"Wenn du es bist..."

"... dann los!", reif Pryne entschlossen und löste sich mit Twilight im Arm vor den Augen der erschrockenen Ziegenärzte in einer bläulichen Wolke in Luft auf.

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Kapitel 3 - Die Suche nach dem Nordlicht Bearbeiten

"Und was machen wir jetzt?", fragte Stryker und atmete noch einmal tief durch um nicht die Beherrschung zu verlieren, "Leute, jetzt hört auf mit dem Scheiß!"

"Sag Niben er soll aufhören mich zu verfolgen!", beschwerte sich Eross von einem der vielen Kleiderschränke Sunsets aus, "ich habe ihm nix getan!"

"DU HAST MICH UND MEINE FREUNDIN BELEIDIGT UND...!!!"

"NIBEN HALTS MAUL!!!", explodierte der Sniper, "UND REAGIER DICH AB!!! DAS KÖNNT IHR ZWEI AUCH FRIEDLICH LÖSEN!!!"

"SCHÖNEN DANK AUCH!!!", keifte der Gott zurück, "DU BIST NICHT BESSER ALS DIESER ARSCH VON P..."

Weiter kam er nicht, denn in diesem Moment ließ Eross Angel und Death freien Lauf und die beiden griffen, obwohl es ihr Vater beziehungsweise Onkel war Niben ohne Vorwarnung frontal an und schleuderten ihn quer durch die Wohnung.

Ehe sich der alte Gott wieder hatte aufrappeln können waren sie bei ihm und pressten ihn zu zweit auf den Boden, Death drückte oben und Angel unten zu.

Stöhnend wand sich Niben hin und her, panisch versuchte er nach Luft zu schnappen doch die zwei ließen ihm keinen Millimeter Freiraum zum Atmen.

Erst als Eross "Es reicht!" schnaubte wandten sich die beiden ab und kehrten in seinen Körper zurück.

Noch immer lag sein Kontrahent japsend und kampfunfähig am Boden, dazu konnte er nicht fassen dass seine eigene Tochter in soeben fast außer Gefecht gesetzt hatte.

"So, du hörst mir jetzt mal gut zu!", donnerte Eross, der wutschnaubend über ihm stand, "du wirst mich nicht mehr herumkommandieren und dich nicht mehr wie ein Arschloch benehmen, sonst verschwinde ich hier, klar?! - Und falls du versuchst mich anzugreifen kenne ich zwei, die entschieden was dagegen haben..."

"Angel...", keuchte Niben schwach, "warum tust du mir das an?"

"Weil du mich angegriffen hast, nur weil ich einen Witz gemacht habe!", ertönte ihre Stimme aus Eross Mund, "und weil du dich nur am Aufregen bist und Eross dir nichts getan hat!"

"Er hat mich..."

"Das war ich...", erklang nun Deaths Stimme säuerlich, "und falls du´s noch nicht mitgekriegt hast, du bist ein Gott, also hör auf Eross zu ärgern und denk nach wo deine liebe Sunset sein könnte!"

"Habe ich doch schon..."

"Gar nichts hast du!", konterte sie wütend, "du pflaumst bloß deine beiden Freunde voll und lässt dich voll von deinen Gefühlen leiten!"

"Und das ist echt ätzend...", grummelte Stryker und schlug sich den Huf vor den Mund, hatte er grad wirklich...? - Oh nein...

Doch Niben lag unverändert da und stöhnte vor sich hin.

Kopfschüttelnd drehte Eross sich weg und stierte beleidigt aus dem Fenster.

Es liegt wohl mal wieder an dir..., stellte Stryker seufzend fest, also schön...

"Niben...", begann er vorsichtig, "du musst wirklich nen Gang runterfahren, auch wenn die Situation mehr als nur beschissen ist... Eross, du musst dich und deine Göttinnen etwas zügeln und etwas mehr Verständnis für Nibens Launen aufbringen... stell dir vor Safira..."

"Schon ok.", unterbrach Eross ihn, drehte sich zu dem am Boden liegenden Niben und reichte ihm die Hand, "wenn du versprichst nicht wieder gleich meinen Kopf abreißen zu wollen halte ich meine Zunge im Zaum, ok?"

"Ist gut...", brummte Niben einsichtlich und gab seinem Freund seinerseits die Hand, "ich werde es versuchen... ach mist..."

Dicke Tränen liefen dem Gott über die Wangen, seine zwei Freunde rutschten langsam neben ihn und legten ihm tröstend die Arme auf die Schultern.

"Hey man...", versuchte Stryker Niben zu beruhigen, "wir finden deine Freundin schon... ich werde dir jedenfalls suchen helfen..."

"Ich auch...", lächelte Eross verlegen, "und es tut mir wirklich leid... deswegen werde auch ich dir helfen..."

"Danke...", schniefte der Gott mit geröteten Augen, "ihr... ihr seid einfach wahre Freunde..."

"Und du mehr als nur ein Gott...", fand Stryker strahlend.

So lagen die drei Freunde da eine ganze Weile zusammen eng aneinander gekuschelt auf dem Boden mitten in dem verwüsteten Apartment und hatten alles um sich herum völlig ausgeblendet.

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"Das nächste Mal, bevor du mich durch das Raum-Zeit-Kontinuum schickst warnst du mich bitte vor, du Elch!", giftete Agais seinen Freund und Vorgesetzten wütend am, während er sich einen Eisbeutel an die Nase presste, mit der er bei seiner Ankunft aus dem Portal eine Spur zu hoch geraten war und einen der Türrahmen geküsst hatte.

"Ich versuchs...", grinste der, "doch jetzt lasst uns den Laden hier erstmal ausfegen und dann schnellstmöglich zur Equestria High aufbrechen!"

"DU willst HIER putzen?!", kicherte Twilight belustigt, "na wenn das so ist kannst du ja gerne mal deinen Palast ausfegen... das beschäftigt ne Zeit lang..."

"Also eigentlich..."

"Ist schon klar...", grinste sie, "denn macht ihr beiden mal los... ich komme nach wenn hier alles sauber ist..."

Sie schnappte sich einen herumstehenden Besen und Pryne sie.

"Nein nein... meine Braut ist keine Putze...", lachte Pryne vergnügt und drückte Agais das Putzgerät in die Hand, "das kannst du auch!"

Ehe der etwas erwidern konnte sausten sein bester Freund und Twilight auch schon aus dem Geheimquartier und flitzten die Straße hinunter.

Wieso passiert sowas eigentlich immer mir?!, murrte das Black-Pony sauer, aber wenns der Pflicht dient... soll nochmal einer sagen, dass man bei der Armee nicht lernt wie man ein Haus richtig zu putzen hat... hach ja...

Und so begann er tatsächlich zu putzen...

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In Canterlot hatte es Prinzessin Celestia endlich geschafft aufzustehen und nicht gleich wieder umzufallen, war ein paar Schrittchen herum getorkelt und hatte sich kraftlos auf ihren Thron sinken lassen, während auch in die anderen Partygäste langsam wieder Leben kehrte und sie das Schloss auf wackeligen Beinen zu verlassen versuchten.

Erst nachdem sich das dritte Pony alle vier Beine beim Sturz die Treppe herunter gebrochen hatte dämmerte der Prinzessin dass sie irgendwas tun musste - dummerweise war ihr Gehirn noch nicht dazu in der Lage einen halbwegs vernünftigen Plan zu fassen und sie dachte, dass die Treppe in eine Wasserrutsche zu verwandeln wäre gut... nur dass der Zauber etwas danebenging, versehentlich die ganze Palasthalle noch einmal flutete und auch den letzten schlafenden Partygast aus dem Schloss trug - die Treppe hinunter versteht sich, die sich leider nicht mit verwandelt hatte... bis die Sanitäter die Lage halbwegs im Griff hatten war es Mittag und Celestia endlich raus aus der Entgiftung, wo so eine wilde Ziege, wie sie im Anschluss vor Luna und Sonea prahlte, sie einfach so oft in kaltes Wasser getunkt hatte bis ihr Kopf so eiskalt wie dieses Wasser war... und der Alkohol in ihrem Blut komplett eingefroren.

Mutter und Tochter warfen sich nur belustigte Blicke zu - zumal sie den Ziegen-Doc mehr als nur kannten... und seine konventionellen Methoden zur Genüge... Celestia hatte diese Kleinigkeit auf dem Schlachtfeld vor dem Führerbunker wohl vergessen...

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Während die drei Prinzessinnen noch munter quatschten waren auch der Ziegenbock und Applejack aufgewacht und hatten sich Hellje geschnappt um mit ihm die Schweinerei aufzuräumen... oder eher zu beginnen die Spuren der Party von gestern zu beseitigen.

Da der Gott immer noch nicht nüchtern war und nur dumm in der Gegend herum sülzte stopften die beiden ihn in Celestias Dusche und der Ziegenbock schraubte, nachdem er zum zweiten Mal das Wasser wieder abgedreht hatte den Hahn ab und drückte mit seiner Freundin die Tür zu während der langsam wieder zu Bewusstsein kommende Gott seinerseits versuchte dem Eiswasser zu entkommen.

Nach geschlagenen zwanzig Minuten schliefen Applejacks Beine ein und sie konnte die Tür nicht mehr halten.

Bevor sie auf den Boden kippte fingen die starken Hufe des Ziegenbocks sie auf und ließen die Dusche für einen Moment los, das nutzte Hellje aus und entkam seinem Bad - bis zum Türrahmen des Badezimmers schaffte er es bevor ihn ein Stück auf dem Boden herumliegendes halb aufgegessenes Stück Seife außer Gefecht setzte.

Der Ziegenbock fackelte nicht lange und steckte ihn zurück unter die Dusche und endlich, nach weiteren zehn Minuten war der Gott wieder wach und wohlauf.

Zitternd kroch er aus der Dusche und ließ sich von Applejack ein Handtuch geben, während er mit den Zähnen klapperte:

"Brrr, man ist mir kalt... eis...k...k...kalt..."

"Dafür ist deine Rübe wieder frei und du kannst uns beim Saubermachen helfen!", grinste der Ziegenbock und knuffte ihm gegen die Schulter, "mannoman, du hättest dich mal erleben müssen... wenn du besoffen bist..."

"... mache ich nur mist, ja leider...", seufzte der Gott, "aber ich kanns wieder gutmachen - Schaut her!"

Mit einer einzigen ausholenden Hufbewegung machte er den ganzen Thronsaal in wenigen Sekunden wieder blitzblank sauber und so prunkvoll wie zuvor.

Die noch oder wieder im Saal stehenden Helfer und Partygäste klatschten begeistert und dieses einmalige Hellje-Grinsen schlich sich auf das Gesicht des Gottes.

Gut gelaunt schlenderte er zu seiner Celestia, schlich sich lautlos von hinten an sie heran und erschreckte seine Freundin halb zu Tode.

Wütend fuhr sie ihn an während sich ihre Schwester und Sonea vor Lachen auf dem Boden wälzten, er selbst hörte sich ihre Moralpredigt mit verkniffenem Grinsen an und küsste sie kaum dass sie geendet hatte so wild und feurig wie bei ihrem ersten richtigen Date.

"Oh Celestia...", flüsterte er ihr ins Ohr, "nimm mich als Entschuldigung an!" und küsste sie weiter.

Der Ziegenbock, Applejack, Luna und Sonea standen beziehungsweise lagen daneben und ließen ein lautes "Ohhhh..." verlauten, dass die beiden Liebenden sich nur umso mehr zeigen ließ wie stark ihre Zuneigung füreinander war.

Und gerade, als sie ihn hochgehoben, fest an sich gedrückt und auf ein Neues geküsst hatte war der Moment perfekt - bis das laute Bimmeln des Telefons sie alle aus ihren süßen Gedanken riss.

"Oh nö...", murrte sie sauer und griff sich den Hörer, giftig warf sie ein "Ja?!" hinein und kraulte ihrem Freund dabei sanft über die Mähne.

"Störe ich?", fragte eine Stimme zaghaft aus der Leitung, die das Gesicht der Ponyprinzessin sofort aufhellen ließ.

"Nein, keinesfalls... guten Morgen Celestia! - Wie geht es dir?"

"Ähm, schlecht... und... na ja, ich wollte mich erkundigen wo Pryne bleibt..."

"Wie bitte?"

"Sag jetzt nicht dass du von all dem noch nichts weißt!"

"Nein... wirklich nicht..."

Ihre menschliche Doppelgängerin konnte es kaum fassen, überwand aber schnell ihre Sprachlosigkeit und berichtet knapp was los war.

Kaum hatte sie geendet kreischte die Pony-Celestia entsetzt los:

"OH HEILIGE LUNA, ICH SCHICKE SOFORT JEMANDEN VORBEI DER DICH UND DEINE SCHULE BESCHÜTZT!!!"

Ohne lange zu überlegen wandte sie sich an den Ziegenbock:

"Du musst sofort an die Equestria High und dort auf die Schüler und die Schuldirektorin aufpassen, anscheinend ist Pryne auch schon da aber... keine Spur von ihm bis jetzt... oh nein..."

Bevor sie in Tränen ausbrechen konnte zog Hellje zart ihren Kopf zurück auf seine Augenhöhe und lächelte liebevoll:

"Hey, da ist schon nix Schlimmes passiert... du kennst das doch, wenn man sich ein bisschen verspätet..."

Darüber musste auch sie grinsen, denn seine letztliche Verspätung zu einem gemeinsamen Essen hatte aufgrund eines geplatzten Getreidesilos knappe drei Stunden betragen... allerdings hatte er es trotzdem geschafft einen schönen Abend mit ihr zu verbringen... dazu brauchte es nur eine kleine Zeitreise und... na ja... jede Menge Schnaps, ein geklautes Auto und etliche Verkehrsunfälle...

"Ich schätze du hast recht... wenn du was sagst hat es selten nicht gestimmt..."

"Meine ich doch...", strahlte er zufrieden, "und vor allem mag ich es nicht wenn du weinst... deswegen schlage ich vor, dass du...", er deutete auf den Ziegenbock, "und du...", Applejack war an der Reihe, "sofort in die Menschenwelt aufbrecht!"

"Jop.", stimmte der Ziegenbock zu, "ich bin dabei..."

"Ich auch...", nickte seine Freundin und schnappte sich aus Celestias Waffenschrank zwei Gewehre, "dann los... bist du bereit?"

"Wenn du es bist meine Liebste...", grinste er und legte seinen linken Arm um sie, während er mit seiner rechten Hand das Portal öffnete, "also los!"

Zusammen sprangen die beiden in den Strudel der Dimensionen.

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Warmes Sonnenlicht empfing sie vor dem Haupteingang der Equestria High.

"Man ist das schön hier... hatte ganz vergessen wie es in der Menschenwelt ist...", freute sich Applejack und strich sich ihren Rock gerade, "und erst diese Klamotten... hach... wundervoll..."

"Dinge mit denen man seine Zeit verschwenden muss...", kicherte ihr Freund und warf eine Blick auf sein neustes technisches Spielzeug, eine echte Rolex, die er sich damals in New York besorgt und inzwischen mit allerlei technischem Schnickschnack wie einem Laser, einem Portalschlüssel, einem GPS, einem Mini-Computer und vielem mehr ausgestattet hatte, "wir liegen gut in der Zeit, denn die Pause hat soeben begonnen..."

"Das heißt?"

"Na ja, wir können in die Schule rein ohne aufzufallen... wir zwei ganz normale Schüler eben... und die Celestia von hier suchen..."

"Na denn...", lächelte Applejack und spazierte los, die musternden Blicke ihres Freundes wohl merkend und genießend.

Sie verlangsamte ihre Schritte etwas und er holte mit zwei Sätzen auf, legte glücklich seinen Arm um sie und hauchte ihr ins Ohr:

"Du siehst wunderbar aus Schatz..."

"Awww...", freute sie sich strahlend, "dankeschön... mal gespannt was die anderen hier so sagen..."

"Das kann uns doch egal sein...", grinste er und öffnete ihr eine der Eingangstüren, "nach ihnen die Dame..."

"Ein Gentleman wie er im Buche steht... womit habe ich den nur verdient?"

"Mit deinem guten Herz und deinem guten Aussehen hast du den mehr als verdient... du hast ihn bekommen..."

"Habe ich das?"

"Aber sicher, ich habe doch..."

Applejack stoppte und hielt ihn hinten an seinem T-Shirt zurück.

Er guckte sie verwundert an und wollte fragen was los war als er die entsetzten Gesichter der umstehenden Schüler bemerkte, die panisch von ihm zurückwichen.

Ohoh..., schoss es ihm durch den Kopf, was hast du jetzt wieder vergessen? - Die Waffen? - Die Hörner? - Die Flügel?! - Dein...

Weiter kam er nicht, denn in diesem Moment öffnete sich die Tür hinter ihnen und Lord Pryne spazierte mit Twilight Hand in Hand in die Eingangshalle der Schule - und blieben ebenfalls zu zwei Eisklötzen erstarrt stehen.

Dann bekam die erste Schülerin einen hysterischen Anfall, Twilight realisierte den Ernst der Lage und riss Applejack von ihrem Freund weg, der folgte den beiden Freundinnen durch die Reihen der zurückweichenden und kreischenden Schüler zu Celestias Büro hin, durch die offene Tür hindurch und direkt in den Pokalschrank der Schulleiterin, Pryne schmiss die Tür mit einem lauten Krachen zu und fing dann geistesgegenwärtig das Möbelstück auf bevor es seinen verwirrten Freund zerquetschen konnte.

Auch die Schuldirektorin starrte ihn, als ihn sein Freund wieder auf die Beine zog an als käme er vom Mond, weshalb er unsicher fragte:

"Was... was habe ich falsch gemacht?!"

"Du... nicht...", keuchte Twilight erschöpft, "aber... Applejack..."

"Ich?", wunderte sich das Bauernmädchen erstaunt, "was habe ich...?"

"Wo soll ich anfangen?", schüttelte die Menschen-Celestia mit den Nerven am Ende den Kopf, "nein nein nein... mensch hast du mich erschreckt... du bist also die Pony-Applejack, richtig?"

"Jaaa... aber..."

"Also... wir hatten hier auch eine Applejack... die... ermordet wurde... und das hat so ungefähr die ganze Schule gesehen..."

"Ach du heilige Luna!", wurde sich der Ziegenbock bewusst, "deswegen die ganze Panik..."

"Ja...", seufzte Twilight, "und deswegen musst du jetzt sofort zurück nach Equestria, nicht dass noch jemand..."

"Ausgeschlossen!", stellte sich ihr Freund quer, "ohne sie bin ich nur die Hälfte wert, und außerdem haben wir keinen Ersatz für sie!"

"Aber sie kann hier nicht rumlaufen, weil sie tot ist!", versuchte Pryne seinem Freund energisch klarzumachen, "das ist nicht drin!"

"Wer sagt denn dass ich rumlaufen muss?", warf Applejack ein, "Ihr hattet doch um Personenschutz gebeten Prinz... ähm, Schuldirektorin Celestia, oder?"

"Hatte ich, aber..."

"Na also!", freute sich der Ziegenbock, "dann kann sie hierbleiben und euch in eurem Büro überwachen!"

"Und wenn ich mal ins Lehrerzimmer oder...?"

"Kein Problem! Ich bin Meisterin im Verborgenen zu bleiben... wenn Ihr wollt können wir das gerne testen..."

"Also schön... ich glaube und vertraue Euch...", seufzte die Schuldirektorin resigniert, "aber nur unter der Bedingung dass wenn dich jemand sieht und du nicht gleich wieder irgendwo verschwinden kannst du dich nach Hause zurück teleportierst, alles klar? - Nicht damit es nochmal Szenen wie gerade eben gibt..."

"Jop, mache ich, bei meiner Ehre als Soldatin!", salutierte sie vor ihrer neuen Befehlshaberin und die zuckte erschrocken zurück, "oh, Entschuldigung... Ihr kennt das nicht, oder?"

"Nein... ich war nie bei der Armee..."

"Um´s kurz zu erklären, Ihr habt jetzt das Kommando über sie...", erklärte der Ziegenbock, "und deswegen..."

"... auch der Soldatengruß an euch, Schuldirektorin...", beendete Twilight seinen Satz und erhob sich, "und ich kümmere mich mal um die Schüler auf dem Flur... Pryne?"

"Komme schon...", ließ er verlauten und folgte seiner Freundin aus dem Büro, "und dass du mir ja keinen Unsinn anstellst Ziegenbock!"

"Ich doch nicht...", grinste der ihm hinterher, "nein, ich werde mal in eine Klasse gehen... ähm, wartet Leute!"

Mit wenigen Schritten war er an der Tür, öffnete sie erneut und drehte sich noch einmal zu seiner Freundin um.

"Versprich mir dass du gut auf Celestia aufpasst... und ich hab dich lieb!"

"Ich dich auch... und werde ich...", lächelte sie ihm sanft hinterher, bevor er die Tür zuwarf und Pryne über den Flur folgte.

Applejack setzte sich auf den Schreibtisch der Schuldirektorin und schlug die Beine übereinander.

"Kann ich Euch bei irgendetwas helfen?", erkundigte sie sich höflich.

"Nein danke...", seufzte ihr Gegenüber matt, "ich versuche nur grad diese verrückte Situation zu verdauen..."

"Nicht alles ist immer so, wie es auf Anhieb scheint..."

"Nein, das wahrhaftig nicht... und... ihr Ponys schon gar nicht..."

Darüber musste sogar das Bauernmädchen schmunzeln...

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"Man Niben...", beschwerte sich Stryker, "wenn wir schon Sunset suchen, warum machen wir das nicht mit nem Auto?!"

"Weil sie uns damit sehen könnten wenn wir da zu nahe rankommen!", schnaubte der Gott energisch, "und deswegen lassen wir das!"

"Ich kann kaum noch laufen...", stöhnte Eross, obwohl das nicht unbedingt stimmte, er nur keinen Bock hatte hier durch sämtliche Straßen der Stadt Leipzig zu latschen, "lass uns ein Stück fahren, bitte..."

Niben wurde wütend, schaffte es sich aber zu beherrschen und blieb kopfschüttelnd stehen.

"Also gut... aber wir fahren nicht bis ganz ran, verstanden?!"

"Na endlich... danke deiner Einsicht...", freute sich Stryker, "nur... wie kommen wir jetzt an ein Auto ran?"

"Das lass mal meine Sorge sein...", lachte Niben, trat kurzerhand auf die Straße und stoppte einen Bentley, der mit quietschenden Reifen wütend hupend keinen Meter vor dem Gott zu stehen kam.

Der Fahrer riss seine Tür auf und kam wilde Flüche brüllend auf Niben zu, der in bis auf Armlänge an sich heran kommen ließ und ihn dann mit voller Wucht ausknockte.

Eross und Stryker verloren keine Sekunde, hechteten zu ihrem Freund, hoben den bewusstlosen Fahrer auf die Rückbank, warfen sich dazu und der Gott gab Gas bevor die ersten Passanten das Auto erreicht hatten, schnitt die Ampelkreuzung geschickt links durch die Kurve, entging damit knapp dem Zusammenstoß mit einem Müllauto, einem Möbellaster und drei anderen Autos und donnerte im zweiten Gang die Nebenstraße hinunter, während Eross sich nach vorne auf den Beifahrersitz fallen ließ und sich hastig anschnallte um nicht in der nächsten Kurve durch das Auto geschleudert zu werden.

"Meine Güte...", bemerkte Stryker japsend vom Rücksitz, "sag bitte das nächste Mal Bescheid wenn du ein Auto in aller Öffentlichkeit klauen willst..."

"Mache ich, auch wenn ich glaube, dass das nicht allzu oft vorkommt..."

"Das habe ich auch mal gedacht...", seufzte Eross von Vorne, "aber... Robert und Atlanas haben mir das genaue Gegenteil bewiesen..."

"Ich frag mich was die beiden grade ohne uns machen..."

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Atlanas hatte sein Schwert sicher in der Hand, sein Gewehr auf dem Rücken, sein Ziel klar vor Augen.

Er würde diese miesen Schweine kriegen... und seine Sunset zurück.

Und das ohne von den anderen entdeckt zu werden...

Mit diesen Gedanken im Kopf strich er weiter durch das dichte Laub der Büsche am Nordende des Leipziger Hauptbahnhofs...

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Roberts Kopf war so leer und klar wie schon lange nicht mehr.

Verwundert richtete sich der Ziegenkönig auf und fragte sich wie er in Nibens Haus gekommen war und wieso er wieder auf der Couch lag... war er nicht schwimmen gewesen?

Hmmm, offenbar nicht..., überlegte er und erhob sich langsam von seinem Schlafplatz, den die Mittagssonne in warmes Licht getaucht hatte.

Es fühlte sich so schön warm an als er durch die Haustür trat und seine Flügel öffnete, oh year, was ein geiles Gefühl!

Buchstäblich über den Wolken schwebend glitt er langsam in Richtung Down Under zurück, alle Zeit der Welt habend.

Noch...

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Twilight, Pryne und der Ziegenbock hatten sich mittlerweile in ihrer Klasse eingefunden und sich auf ihre Plätze fallen lassen, wobei Pryne seinem übereifrigen Ziegenfreund zuerst erklären musste dass man hier nicht das Tafelwasser aus dem Waschbecken trank und sich sein Mittagessen, dass es sowieso erst nach der Stunde gab nicht aus den Mülleimern erkämpfen musste.

Mussmutig saß er auf seinem Platz und spielte mit einem Bleistift während Twilight mit ihren Freundinnen über den "Geist Applejacks" quatschte, der jetzt schreckliche Rache und den Mörder suchte... alberner Weiberkram, grummelte er, und für mich interessiert sich mal wieder keiner...

"Hey Pryne, schau mal was ich gefunden habe!", riss ihn die nervtötende Stimme des Ziegenbocks aus den Gedanken und er drehte sich zu seinem Freund um, der... eine der Schuluhren abgerissen und an sein T-Shirt gehängt hatte, "weißt du was ich bin?"

"Nein, und es ist mir auch..."

"Ich bin einer, der die auf den Zeiger geht...", lachte der Ziegenbock über seinen eigenen viel zu flachen Flachwitz, "und weißt du..."

KLIRR! - zog Pryne dem Störenfried den Zeitanzeiger so fest über den Kopf, dass der Rand des Zifferblattes um seinen Hals hängen blieb und die Klasse sofort in wildes Kichern ausbrach.

Genau im selben Moment kam auch der Lehrer rein und wunderte sich bis zuletzt über diese seltsame Kette, die sein neuster Schüler da gerade trug.

Lange hielt er sich damit aber nicht auf und eröffnete den Unterricht.

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Robert erreichte seinen Palast nach einem wilden Sturzflug und Beinahe-Zusammenstoß mit dem Schornstein der Stahlhütte, benutzte den Haupteingang als Landebahn und legte eine Bruchlandung vom Feinsten direkt vor die Hufe Ferdis hin, der sich davon nicht im Geringsten beeindrucken ließ und meinte:

"Du hast Besuch... er wartet schon ne ganze Weile auf dich..."

"Eine Audienz?"

"Sozusagen, und... ich muss auch schon wieder... die Pflicht ruft... sehen uns heute Abend..."

"Jop, bis denne..."

Sein junger General verschwand und schloss die Tür hinter sich, öffnete sie dann doch wieder und ließ mit einer ausladenden Handbewegung verlauten:

"Bitte sehr die Dame..."

"Oh, danke...", hörte der Ziegenkönig eine zarte weibliche Stimme und erblickte zu seinem großen Erstaunen ein Einhorn, das mit nahezu lautlosen Schritten langsam auf ihn zu geglitten kam.

Sie mochte kaum älter als zwanzig sein, hatte komplett weißes Fell und eine hellgoldene Mähne mit dem dazu passenden Schweif, ihr Horn guckte nur ein kleines Stück daraus hervor und sie bewegte sich so fein und grazil auf ihn zu dass er mehr das Bild einer Prinzessin als eines stinknormalen Einhorn vor Augen hatte.

"Hallo.", begrüßte sie ihn mit sanfter Stimme, die ihm einen wohligen Schauer über den Rücken jagte, "ich habe um eine Audienz bei Euch gebeten, werter Ziegenkönig Robert. Können wir uns vielleicht setzen?"

"J... ja, gerne doch...", stammelte der leicht errötende Robert und bot ihr Lunas Sessel an, "bitte nehmt Platz?"

"Aber nein... ich bin niemand, der sich etwas aus Titeln macht...", lächelte sie, "ich heiße Mary, und so könnt Ihr mich gerne ansprechen."

"Ich... in Ordnung...", versuchte Robert wieder die Fassung zu bekommen, was ihm nur mäßig gelang, "dann einfach Mary... meinen Namen kennst du ja schon..."

"Wer kennt ihn nicht?", kicherte sie und brachte ihn noch ein bisschen mehr in Verlegenheit, "es ist ein schöner Name..."

Robert war kurz davor vor Selbstbeherrschung zu explodieren und versuchte das mit aller Gewalt zu unterdrücken, was sie anscheinend bemerkt hatte und in vollen Zügen genoss.

"Also... ich darf doch Robert sagen, oder?"

"J... ja sicher!"

"Gut... Robert, ich fasse es kurz, wir sind verwandt!"

Die Augen des Ziegenkönigs weiteten sich vor Erstaunen, bevor er auch nur ein einziges Wort herausbringen konnte fuhr sie auch schon fort:

"Ich habe eine alte Familienchronik gefunden... und allem Anschein nach ist meine Urgroßmutter die Schwester einer gewissen Arriva gewesen..."

Peng!

"Und laut des Stammbaumes ist diese Arriva verschwunden... unter bis heute ungeklärten Umständen... und dieses Verschwinden ist auf den 09.11.930 datiert..."

Nochmal Peng!

"Ich habe es mit der Ziegenchronik verglichen und..."

"Es ist alles absolut korrekt...", bestätigte Robert strahlend, "nur dachte ich nicht dass es noch Nachfahren von ponyseits gibt..."

"Meine Mutter hatte den Namen ihres Mannes angenommen... bevor er verschwunden ist und ihr das Herz gebrochen hat..."

"Oh, das tut mir leid..."

"Ach, nicht so schlimm...", wiegelte sie ab, auch wenn Robert merkte, dass ihr das ganz schön an die Nieren ging, "viel wichtiger ist, dass du sozusagen mein... Urgroßcousin oder etwas Ähnliches in der Richtung bist und ich mich freue doch noch einen Teil Familie zu haben!"

"Mich freut das auch!", freute er sich glücklich und nahm sie in die Arme, schon darauf wartend eine gescheuert zu kriegen, doch sie tat genau das Gegenteil und umarmte ihn ihrerseits, "noch mehr Familie... tja, vor zwei Jahren hätte ich noch nicht mal im Traum daran gedacht... aber jetzt... habe ich noch eine... ähm... Urkleincousinendingens oder so..."

"Du bist schon echt komisch, Robert...", grinste sie frech, "aber wenn du nichts dagegen hast können wir einfach Cousin und Cousine sein... ich glaube das erspart viel Erklärerei..."

"... und Zungenbrüche!"

"Das auch... mannoman bin ich glücklich..."

"Ich erst... am Anfang nur ich, der verwaiste Ziegenkönig... dann meine liebste Luna, meine Kinder, mein Bruder und jetzt..."

"Es gibt noch jemanden?!"

"Jop.", nickte er, "den Ziegenbock... er ist mein leiblicher Brüder, verrückte Geschichte sag ich dir..."

"Heilige Luna!", hauchte sie, "noch ein Urgroß... ähm, Cousin..."

"Tja... die Familie wächst und wächst..."

"Und wir mit ihr..."

"Ja, das finde ich wunderbar... noch wunderbarer wäre es jetzt aber zu wissen wie du das alles herausgefunden hast... das mit deinem Teil der Familie..."

"Und für mich wie sich deine so durchs Leben geschlagen hat..."

"Eine Tasse Tee und ich werde beginnen..."

"Ich werde deinem Wunsch nachkommen lassen..."

Fünf Minuten später saßen die beiden da zusammen vor dem Kamin, tranken Tee und unterhielten sich über längst vergangene Abenteuer und Tage aus ihrem Leben.

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Mittagspause!

Froh über die nette Unterbrechung ihres Unterrichts flitzten die Schüler zur Cafetaria - Pryne und Twilight ließen sich von der Menge mitreißen.

Ganz am Ende der Schülertraube tappte der Ziegenbock mürrisch mit.

Der Unterricht hatte ihm überhaupt keinen Spaß gemacht, sowas Blödes hatte er selten erlebt - mehr als dreiviertel der Klasse hatten entweder geschlafen, mit ihren Banknachbarn gequatscht oder etwas anderes gemacht, nur nicht dem Unterricht gefolgt, der Rest waren entweder Streber, die ihn schon nach fünf Minuten halb in den Wahnsinn getrieben hatten, Wichtigtuer oder Störenfriede, die so versuchten Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was eine Schule..., grummelte er vor sich hin als er den Schulhof erreichte, auf dem schon etliche Klassen versammelt waren und munter durcheinander quatschten.

Pryne hatte er die Stunde lang ignoriert, nun stand der Angeber auch noch um etliche Mädchen herum und riss Witze, wahrscheinlich noch über ihn...

Kopfschüttelnd wandte er sich von seinem ach-so-angesagten Freund ab und schlenderte beleidigt an den Trauben anderer Grüppchen vorbei, die auf die Öffnung der Kantine warteten.

Am Ende des Schulhofs ließ er sich neben zwei Mädchen auf eine niedrige Backsteinmauer fallen und grübelte vor sich hin.

Obwohl er es nicht wollte lauschte er ihren Lästereien auf seine Kosten und atmete tief durch.

Die zwei sind nicht besser als der Schlamm zu deinen Huf... äh, Füßen, versuchte er sich fest einzureden, lass sie reden... lass sie reden... solange sie nur zu zweit sind...

Da kam auch schon Nummer drei an und wurde von der mit den orangen lockigen Haaren sofort angeschnauzt:

"Was hat denn das so lange gedauert?! - Wir müssen los, und du weißt was alles auf dem Spiel steht!"

Ungewollt wurde er hellhörig.

"Ist ja schon gut...", murrte die Neue, deren violette Haare zu zwei ungeflochteten Zöpfen von ihrem Kopf nach links und rechts abstanden, "musst nur nicht gleich so ausrasten, Adagio!"

"Sie hat aber recht!", giftete die letzte im Bund ihre Schulkollegin an, "wir haben wenig Zeit und müssen alles genauestens machen, wenn was daneben geht könnte das böse ausgehen!"

Er spitzte seine Ohren noch einen Tuck mehr.

"Eben!", nickte Adagio knapp, "und deswegen müssen wir auch schon los... und hoffen, dass keiner unser Fehlen bemerkt... zumindest noch nicht..."

"Das werden sie nicht...", kicherte ihre Freundin, die der Ziegenbock bis jetzt nur von hinten gesehen hatte böse, "unsere zwei Deppen sorgen schon dafür..."

"Wehe denen wenn sie versagen!", fauchte die violetthaarige, "noch einmal kommen sie mir nicht davon, dieses Mal kratze ich ihnen die Augen aus!"

"Reg dich ab Aria...", kam es von Adagio, "freu dich lieber darauf, dass du sie bald mit Magie rösten kannst... mit viel Magie!"

Die Aufmerksamkeit des Ziegenbocks machte nochmal einen Satz nach vorne und er lauschte gebannt wie alle drei hinterhältig zu kichern begannen, jedoch kein einziges Wort mehr wechselten und schnellen Schrittes durch das Schultor zur Straße gingen, dort in einen wartenden grauen Van stiegen und dieser mit quietschenden Reifen davon rauschte.

Ohne zu zögern flitzte der Ziegenbock ihnen hinterher, überquerte die eine Fahrspur und bremste an der Straßenbahnhaltestelle ab, warf einen hastigen Blick auf den Fahrplan, freute sich dass gleich eine Tram kam, kaufte sich schnell eine Fahrkarte, stieg in den Zug und nahm die Verfolgung der drei Sirenen auf, die ihn nicht bemerkt hatten.

Unterwegs kontaktierte er Pryne und nahm ihm das Versprechen ab Applejack zu beschützen und ihr zu berichten, was er erfahren hatte und wo er sich gerade befand.

Sein Freund war erstaunt über den schnellen Erfolg und so erleichtert, dass er sofort aufsprang und Applejack aufsuchte, die er mit Schuldirektorin Celestia beim Schachspielen erwischte und alles mitteilte, bevor er wieder zu Twilight und ihren Freundinnen zurückkehrte.

Er bekam nicht mehr mit wie Applejack unter dem Tisch ihre Waffe entsicherte...

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Kapitel 4 - Die Jagd durch Leipzig Bearbeiten

Atlanas Atem ging langsam und gemächlich als er sich in Position begab und an sein Gewehr das Zielfernrohr schraubte.

Von seiner Position schräg oben am grün bewachsenen Bahndamm zwischen Büschen und Bäumen hatte er freie Sicht auf das stillgelegte V.E.B. Eisenwarenwerk Leipzig-Gohlis, dessen leerstehende und halb eingestürzte Dächer den Eindruck einer verlassenen und düsteren Gegend erweckten... einer Gegend der Junkies, des Bösen und der Obdachlosen - hier galten keine Gesetze, hier galt noch das Recht des Stärkeren.

Die bewaffneten Gang-Mitglieder unter ihm verstärkten das Bild noch eine Spur heftiger, um nicht zu sagen extremer... sie hatten vorgestern alle anderen aus diesen Mauern verjagt und hier ihr Lager aufgeschlagen, das vergammelte Fabriktor durch zwei Jeeps mit schwerbewaffneten Gorillas ersetzt, die einzig noch benutzbare Halle zum Waffenlager und Schlafquartier umfunktioniert und eine neue eiserne Kellertür eingebaut... da würde so schnell niemand rauskommen...

Atlanas schätzte die Anzahl der zu überwältigenden Gegner auf mindestens dreißig... wohl eher zwischen vierzig und fünfzig, wenn das reichte - aber es ging hier um Sunset, und egal wo sie sie hatten und wie sie sie hatten, er würde sich zu ihr kämpfen und sie sicher nach Hause zurückbringen.

Trotzdem war ihm unwohl bei dem Gedanken niemanden zu haben der einem selbst eventuell den Rücken decken konnte... aber das war in der Situation leider nicht zu ändern...

Siegessicher hob er seine Waffe und visierte den ersten Typen auf dem Dach an.

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"Ich spüre dass wir ihr näher kommen, nein, wir sind schon ganz dicht dran!", war sich Niben sicher und lenkte das Auto geschickt zwischen einer Straßenbahnhaltestelle und mehreren Mülltonnen durch, "das heiß wir halten gleich an und beeilen uns, damit..."

"Ja ja, ist ja gut...", murrte Stryker vom Rücksitz, "hier ist´s so schön gemütlich..."

Nibens Blick ließ ihn sofort bereuen, was er da von sich gegeben hatte und er sank auf der Rückbank neben dem bewusstlosen Autobesitzer zusammen.

Eross schwieg.

Ihm war unwohl zumute, was nicht nur an der gereizten Stimmung im Auto lag... nein, da war noch etwas... nur was es genau war konnte er nicht sagen... fest stand, dass es Angel und Death in ihm beunruhigte.

Und das war kein gutes Zeichen...

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"Und jetzt ist Lord Pryne wieder der Alte? - Das freut mich außerordentlich!", fand Mary vergnügt, "kannst du mir bitte nochmal ne Runde Tee einschenken?"

"Gerne doch...", lächelte Robert und kam ihrem Wunsch nach, "und ja, ist er... er hat sogar eine Rede vor den versammelten Ziegen, Ponys und Black-Ponys gehalten und sich darin mehr als nur entschuldigt... warst du da nicht dabei?"

"Nein... ich habe die letzten Tage in den Archiven von Ponyville und Manehatten zugebracht... sagte ich ja..."

"Ach stimmt ja...", lachte der Ziegenkönig, "ansonsten wärst du jetzt auch nicht hier..."

"Nein, das nicht... aber ich bin so froh dass..."

Der Rest ihres Satzes ging im Knall des aufgeschlagenen Eingangstores und dem darin stehenden Hellje, der "Da bin ich wieder!" munter krakelte unter.

"Na altes Saufhaus, wieder clean?!", kicherte Robert, sprang auf und gab dem Gott einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter, "dann kannste ja Canterlot saubermachen..."

"Habe ich schon...", erwiderte sein Freund gut gelaunt und bemerkte dann Mary, "hui, wen hast du denn da?"

"Ich bin Mary, angenehm.", strahlte sie und reichte Hellje ihren Huf, "und Ihr?"

"Das... ist Hellje, der Hellje... von dem ich erzählt habe..."

"DER Hellje? - Der Gott der...?"

"Genau der bin ich!", ließ der Gott verlauten und fläzte sich in Roberts Sessel und griff sich dessen Tee, "ahhh, tut das gut..."

"Ist ja auch meiner...", grinste Robert und ließ sich auf den Teppich vor dem Kamin fallen, "aber hier ist´s eigentlich am besten... natürlich nur wenn das Feuer an ist und dein Rücken mitmacht..."

Mit lautem Knacken machte er es sich zu Füßen von Mary und Hellje bequem und ließ sich den Rücken wärmen, während Hellje und Mary ein nettes kleines Schwätzchen begannen, dass Robert so langweilte dass er in Kombination mit dem warmen Gefühl im Rücken langsam aber sicher schwere Augenlider bekam und kurz darauf einschlief...

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Schnaubend stieg der Ziegenbock am Hauptbahnhof aus seiner Straßenbahn und war drauf und dran dem Fahrer eine zu scheuern, weshalb hatte dieser Depp auch an jeder Haltestelle stoppen müssen?! - Ganz klar dass er so den Van mit den drei Sirenen irgendwann aus den Augen verloren hatte und ihn hier wieder zu finden war ein Ding der beinahen Unmöglichkeit... also hatte er aufgeben und war hier ausgestiegen.

Missmutig betrat er die riesige Empfangshalle des Bahnhofs und bekam das Gefühl daheim in Down Under zu sein, die Ziegen hatte die Halle eins zu eins in ihrem Bahnhof nachgebaut - nur dass er dort jemand war den jeder kannte und hier nur einer unter Tausenden... er kam sich so klein und unbedeutend vor.

Und als Versager...

Traurig schlich er die Bahnsteige entlang und fragte sich ob er jemals wieder zu etwas nutze sein konnte...

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Niben hatte die Parkbucht schon längst anvisiert und wollte mit einer 180-Grad-Drehung gekonnt einparken als plötzlich ein Van die Straße hinunter geschossen kam und sie nur ganz knapp verfehlte.

"Blöder Idiot!", fauchte der Gott aggressiv und hupte, "solche geisteskranken Fahrer sollte man glatt einsperren!"

"Dich also auch?", kam es vom Rücksitz und der Gott brüllte ein "SCHNAUZE DU HACKFRESSE!!!" zurück.

Bevor die Lage eskalierte schritt Eross ungewollt ein, indem er Niben unsicher ansah und bemerkte:

"Du, da in dem Van grad eben... ich hätte schwören können dass das Adagio Dazzle auf dem Beifahrersitz war..."

Er erntete einen genauso unsicheren Blick von Stryker.

"Ist... ist das dein Ernst?! - Wirklich Adagio?!"

"Ich könnt´s schwören... und das gefällt mir nicht..."

"Mir auch nicht...", schnaubte Niben, "mit diesen Sirenen hat man nur Ärger!"

""Hey... wartet mal...", kombinierte Eross, "wenn die hier rumkurven und Sunset in der Nähe sein soll, dann..."

"... gibt´s mächtig Ärger! - Und den müssen wir verhindern, vor allem wenn es um Sunset geht!", schrie Niben panisch, legte den dritten Gang ein und raste los, vollzog ein erstklassiges Wendemanöver und nahm die Verfolgung des Vans auf, der soeben in eine Seitenstraße raste und dabei die Ampel umnietete.

Er selbst zog geschickt hinterher und die drei erkannten die Jeeps am Ende der Straße, die sich gerade wieder vor die Einfahrt schoben.

Die Insassen hatten offenbar bemerkt dass der Bentley zu ihnen wollte, richteten ihre Sturmgewehre auf den Wagen und eröffneten, gleichzeitig riss Eross die Panzerfaust, die ihm der Ziegenbock damals auf Shadow Island in den Huf gedrückt hatte hoch und drückte ab bevor der Rückstoß ihn mit Sitz nach hinten umklappte.

Du Kugeln der Gorillas durchschlugen die Frontscheibe des Autos zuerst und hätten die drei Freunde auch getroffen wenn die sich nicht im letzten Moment in den Fußraum geduckt hätten, die Panzerfaust verfehlte ihr Ziel zum Glück nicht und jagte beide Jeeps mit einem gewaltigen KA-BUMM!!! in den Leipziger Mittagshimmel.

Einer von ihnen segelte auf den Bahndamm und Nummer zwei in den Garten des Wohnhauses links der Straße über die Niben mit qualmendem Motor bis auf das Fabrikgelände preschte und dort eine aalglatte Vollbremsung hinlegte.

Er öffnete erst gar nicht seine Tür und ballerte mit seiner Uzi durch das Metall der Karosserie, Stryker nahm die Typen auf dem Dach ins Kreuzfeuer und Eross sprengte einen Truck mit Diesel in der Nähe in die Luft, der mit einem gigantischen Knall und einer riesigen Feuerwolke explodierte, die das morsche Holz in der Umgebung sofort in Flammen aufgehen ließ.

"EROSS!!!", kommandierte Niben aus seiner Deckung, "NIMM DIE AK, SONST FLAMBIERE ICH DICH!!!"

"LEICHTER GESAGT ALS GETAN...", kam es zurück, "ICH KANN SIE NIRGENDS FINDEN... HIER IST ÜBERALL RAUCH!!!"

"WIR BRENNEN!!!", schrie Stryker entsetzt, "RAUS AUS DER KARRE!!!"

"DAS BRINGT UNS UM!!!", brüllte Eross panisch, "WAS MACHEN WIR JETZT?!?!"

"WIR-MÜSSEN-HIER-SO-SCHNELL-WIE-MÖGLICH-RAUS!!!", machte Niben ihm klar, "ALSO LOS, ALLE MIR HINTERHER!!!"

Sie schmissen die Türen auf und rannten dem Gott durch den Feuersturm nach, nicht bemerkend dass ihnen jemand die gewünschte Rückendeckung gab und einen Gegner nach dem anderen aus sicherer Position erledigte...

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Atlanas war stinksauer dass NIBEN, ausgerechnet Niben hier war und offensichtlich weder einen Plan noch eine Ahnung hatte wie der Feind ausgerüstet war und wo er sich befand.

Blöder Idiot!, fluchte er wütend, jetzt kann ich mir den Überraschungsangriff abschminken, danke vielmals!

Eigentlich hatte er dem Gott nicht helfen wollen, aber als er Eross und Stryker in dessen Begleitung und sichtlich genauso überfordert bemerkte zögerte er nicht lange und erledigte Feind um Feind mit gezielten Kopfschüssen.

Sollte doch keiner sagen dass er das nicht auch konnte...

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"WIR MÜSSEN NÄHER AN DIE HALLE RAN!!!", brüllte Niben über den Schlachtlärm hinweg.

"LEICHTER GESAGT ALS GETAN...", hörte er aus dem dichten Qualm Strykers Stimme, "DAS DUMME IST DASS ICH NICHTS SEHEN KANN!!!"

"ICH AUCH NICHT!!!", schrie Eross verzweifelt hinter seiner Deckung hervor, "ICH WEIß NUR WO DER FEIND SO UNGEFÄHR IST!!!"

"DANN RÜCKEN WIR DAHIN VOR!!!", bestimmte Niben und machte sich zum Sturm bereit.

"BIS DU WAHNSINNIG GEWORDEN?!?!", versuchte Eross ihn entsetzt aufzuhalten, "IN DEM SPERRFEUER KOMMST DU UM, DAS IST..."

"... GENAU MEIN DING!!!", grölte der Gott kampflustig und stürzte los.

Im gleichen Moment gab es hinter ihnen eine mordsmäßige Explosion.

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Atlanas wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Er hatte den herumliegenden brennenden und seinen Freunden die Sicht versperrenden Dieseltank perfekt getroffen und in die Luft gejagt, damit war ihre Sicht hoffentlich frei.

Seine Vermutung bestätigte sich als er Niben voran stürmen und einen Gegner nach dem anderen mit wilden Feuerstößen wie ein blutrünstiges Monster zerfetzen sah.

Und bekam eine Gänsehaut...

Was er da sah erinnerte ihn so stark an Cyro dass er erschrocken zu seinem Funkgerät griff, schnell und ohne lange nachzudenken eine Taste drückte und schwitzend auf die Verbindung wartete.

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Er und Luna schwebten zusammen durch die Wolken dem Sonnenuntergang entgegen und...

Schrill!, riss Robert sein Funkgerät aus seinen süßem Träumen, verschlafen fuhr der Ziegenkönig hoch und meldete sich leicht säuerlich mit einem "Ja?!"

"Robert...", vernahm er überrascht die Stimme seines besten Freundes Atlanas, "Robert, du musst uns helfen!"

"Erstmal Tach... was´n los?"

"Schlacht, Anarchie, Gewalt, Gemetzel, Blut, Schießerei, das ist hier los!"

Mit einem Mal war der Ziegenkönig hellwach und fragte mit großen Augen in die Leitung:

"Wo?!"

"Leipzig man!"

"Du... du bist in LEIPZIG?!?!"

"Lange und komplizierte Geschichte... jedenfalls... verdammt!"

"Was ist denn los zur Hölle?!"

"Bitte, komm schnell und vor allem alleine und ich versuche dir zu erklären was los ist!"

"Na gut... ich komme... bis gleich..."

Kopfschüttelnd legte er auf, realisierte dann erst die Lage und schoss los, schnappte sich seine Waffen und wollte geradewegs durch das Portal verschwinden als sich ihm Hellje und Mary in den Weg stellten.

"Hey, wo willst du denn hin? - Ich denke wir wollte noch..."

"Dafür ist jetzt leider keine Zeit!", rief er energisch, "ein Freund braucht meine Hilfe..."

"Atlanas, habe ich recht?", konstatierte Hellje.

"Ja genau der!", bekam er die knappe Antwort, "und es bleibt verdammt wenig Zeit, also..."

"... also komme ich mit!", bestimmte der Gott grinsend, "ich will auch mal wieder Spaß haben..."

"Vergiss es!", fauchte Robert, "heute nicht, das muss ich alleine machen!"

"Das glaube ich dir nicht...", stellte Mary klar, "du hast, wie du mir erzählt hast IMMER Unterstützung von deinen Freunden gehabt und jetzt..."

"Es... es geht einfach nicht, glaub mir!", versuchte der Ziegenkönig Hellje weiß zu machen, "also... wünscht mir Glück Leute..."

"Ohne mich wirst du das brauchen...", brummte der Gott traurig, "tja denn..."

"Siehs nicht so tragisch...", versuchte Robert ihn aufzumuntern, "ich habe schließlich meinen Glücksbringer..."

Er zog das kleine Quadrat, dass ihm Jack vor einigen Wochen in den Huf gedrückt hatte aus der Tasche und meinte:

"Das wird mit helf..."

Mitten im Satz riss es den Ziegenkönig von den Füßen, Hellje hatte sich auf ihn gestürzt und ihm den Glücksbringer aus dem Huf gerissen, ehe sich Robert einen Reim darauf machen konnten schrie der Gott entsetzt:

"NEIN, NICHT DIESES DING!!! NICHT DAS!!!"

"Ähmmm... was ist denn?", kam es zögerlich von unter ihm und er antwortete hastig:

"Dieses... dieser Glücksbringer ist... er ist..."

Keuchend kippte der Gott ohne Vorwarnung nach hinten und blieb nahezu regungslos auf dem Teppich liegen, Mary erschrak und war sofort bei ihm.

"Alles ok bei dir Hellje? - Was ist mit dir?!"

"Hellje...", rüttelte Robert an seinem Freund, "was zur Hölle ist mit dir?! - Und was mit meinem Anhänger?!"

"Ich... ich... heilige Luna, das ist eine Katastrophe!"

"Was ist los?!"

"Also...", schnaufte der Gott mit zittriger Stimme, "passt auf... ich habe euch... etwas nie erzählt... es gab einst etwas, dass stärker als alles andere, ja stärker als ich war... ein Amulett, ein göttliches Amulett..."

"W... WAAAS?!?!"

"Ja... und... und dieses Amulett haben wir fünf zusammen erschaffen... also Niben, Cyro, Angel, Death und ich... damals als Cyro noch..."

Er stoppte, hustete kurz und fuhr mit schwacher Stimme fort:

"Dieses Amulett haben wir erschaffen, weil wir uns einig waren dass, wenn einer von uns böse und mächtiger als die anderen werden sollte man ihn aufhalten können müsse... das war die Grundidee, aber alles ging schief..."

Der alte Gott schniefte und Mary redete ihm beruhigend zu:

"Es wird sich alles aufklären, fahre bitte fort..."

"Also... also gut... ja, ihr wisst ja dass es eine siebentägige Himmelsschlacht zwischen meinen beiden Söhnen gab... und ich mich da rausgehalten habe... nun ja, am Ende waren beide erschöpft und kurz davor zu sterben... nur findet das Böse, gerade wenn es merkt dass das Gute genauso geschwächt es wie es selbst die Kraft, den Feind zu vernichten... weil es sich an dem unglaublichen Hass festhält und diesen zu seinem Vorteil nutzt... und genau das ist passiert..."

"Dass hieße aber Cyro hätte Niben..."

"Fast", seufzte der alte Gott betrübt, "doch ich konnte das nicht mit ansehen und habe das Amulett gegen meinen eigenen Sohn benutzt."

Stille legte sich über den Thronsaal, eine ungute trügerische Stille die Mary schließlich beendete:

"Du hast also das Böse besiegt... in Form deines Sohnes..."

"Ja... und als ich gemerkt habe was ich da gerade getan hatte ist mir klar geworden dass ich es war der Unrecht getan hat... und habe mich infolge dessen aus allem herausgehalten um nicht nochmal etwas derartiges geschehen zu lassen..."

"Und dieses Amulett?"

"Ich habe es einfach fallen gelassen als ich mir die Augen ausgeheult habe...", weinte der Gott jetzt und seine Freunde drückten ihn sanft, "und es ist zerbrochen..."

"Kann man dann noch seine magische Kraft benutzen?", fragte Mary unsicher.

"Das... das weiß ich nicht...", schniefte der Gott, "aber eines weiß ich... es... es reißt immer wieder Löcher in Raum und Zeit, weil seine Macht unkontrolliert ist..."

"Es reißt Löcher in... ?!"

"Das bedeutet dass zum Beispiel Tote wieder auferstehen und niemand das bemerkt... ein Beispiel dazu könntest vielleicht auch du sein Robert... wer weiß was damals in dem Moor passiert ist... oder andere... erinnere dich doch mal an Rarity oder Pinkie Pie... beide hast du umgebracht und doch..."

"... leben sie und sind wieder ganz normal...", stammelte Robert entsetzt, "heilige Luna... jetzt wird mir so einiges klar..."

Viele Erinnerungen schossen ihm in Sekundenbruchteilen durch den Kopf, er sah Sweetie Belles Leiche auf dem K5-Eisenbahngeschütz liegen und eine weinende Scootaloo daneben, dann Prinzessin Cadance, die von Cyro zerfetzt wurde, Pinkie Pie, deren Organe er aus dem Körper riss, Rarity in ihrem Keller... es waren so viele Male dass ihm schwindelig wurde.

Das nicht bemerkend fuhr Hellje unsicher fort:

"Ja... dieses Ding ist höchst gefährlich, und das schlimmste daran ist dass jemand gerade dabei ist es zusammen zu setzen!"

"Woher... ?!", versuchte Mary zu fragen wurde aber sofort wieder unwirsch unterbrochen, "weil dieses Teil...", er deutete auf Roberts Glücksbringer, "golden zu leuchten beginnt... und das passiert nur wenn die anderen Teile entweder in der Nähe oder gegenseitig dich beieinander sind..."

"Deswegen hat Jack es nicht sauber gekriegt... aber jetzt sag mal, wie sieht das Ding denn zusammengebaut aus..."

"Stellt euch einen Kreis vor. In diesem Kreis liegt dein Glücksbringer in der Mitte, rinsrum vier gleich große Dreiecke. Diese Dreiecke symbolisieren die vier Götter Niben, Cyro, Angel und Death, der Rand, ein Ring von etwa der Größe...", er zeigte es den beiden mit seinen Hufen, "stellt Equestria dar... und die Mitte mich, den der alles zusammen hält... oder besser halten sollte..."

Aus seiner Nase tropfte Schleim und Mary reichte ihm ein Taschentuch, "Danke...", schnäuzte der Gott geräuschvoll und fuhr mit schwacher Stimme fort:

"Wenn ich eines weiß, dann dass dieses Amulett den Träger so mächtig macht dass nichts und niemand ihn aufhalten kann... doch immerhin hast du das Mittelstück, und solange du es hast beschütze es mit deinem Leben Robert! - Und ihr zwei seid die einzigen die das von meiner Seite aus wissen, falls Niben und meine Enkelinnen das vergessen haben sollten - bitte bewahrt Stillschweigen darüber, es sei denn es ist unumgänglich!"

"Das werde ich... und da ich jetzt verstanden habe warum ich dich brauche nehme ich dich mit Hellje... Atlanas wird Verständnis dafür haben..."

"Ich auch... und wird er es auch verkraften wenn ICH mitkomme?", sprach Mary das aus was Roberts schlimmster Albtraum war.

"Er schon, ich nicht!", brummte er leicht säuerlich, "ich will nicht dass..."

"... mir was passiert?! - Ich sterbe?! - Meine Güte... habe ich dir nicht erzählt dass ich drei Jahre bei der Armee war?!"

Jetzt waren der Ziegenkönig und der Gott wirklich baff, mit allem hatte sie gerechnet, aber DAS... nein!

"Du warst... ?!"

"Genau so siehts aus... ich war nur dummerweise in Manehatten stationiert wo nie was los war... außer ein paar Piraten haben wir uns die meiste Zeit ziemlich gelangweilt... und deswegen will ich JETZT und HIER was mit EUCH erleben!"

"Na schön...", nickte Hellje bedächtig, erhob sich schwerfällig und testete die Funktion seiner Flügel, "ich bin einverstanden... und du Robert?"

"Meinetwegen...", grummelte der seine Angst um sie verbergend, "denn komm mit... ach ja, Waffen sind..."

"... im Schrank um die Ecke, ich weiß schon Bescheid!", rief sie im Laufen, kramte kurz im Inneren des alten Möbelstücks herum und kehrte mit Granaten, zwei AKs, einer auf den Rücken geschnallten Panzerfaust und einem US-Army-Helm zurück, "wir können!"

Seufzend öffnete Robert das Portal und seine beiden Mitstreiter stiegen zuerst hindurch, er selbst warf noch einen schnellen Rundumblick durch sein Schloss und folgte ihnen dann mitten ins Ungewisse.

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Eross rappelte sich auf und ließ seinen Blick schnell über das Schlachtfeld schweifen, doch nichts Feindliches näherte sich ihnen oder versuchte sie anzugreifen.

Eine trügerische Stille lag über dem brennenden Trümmerfeld das der Benzintank verursacht hatte.

Vorsichtig pirschte er sich an eine umgestürzte Mauer heran und erwartete schweres Gegenfeuer, doch nichts rührte sich - die Gorillas, die bis gerade eben hier gestanden hatten langen tot vor seinen Füßen, ihre Hemden brannten und ihre Gesichter spiegelten das Entsetzen ihre letzten Momente wider.

Er sah von ihren Leichen auf, erkannte den unbeschadeten Van, Adagios orangene Haare und definitiv etwas golden Schimmerndes vor ihr, riss seine MG hoch und - zu spät, Aria Blaze hatte ihn entdeckt und feuerte das ganze Magazin ihrer Pistole auf ihn ab, keine Sekunde zu früh ließ er sich hinter die sichere Mauer fallen, tastete im Trümmerstaub nach seinem Gewehr, bekam es zu fassen und versuchte eine gute Schussposition zu kriegen, doch kaum hatte sich ein winziges Stück hinter der Mauer hervor gelehnt und konnte das Feld vor sich wieder überblicken erhaschte er nur noch ein letztes Aufflammen der Rücklichter des Vans, der mit den drei Sirenen und höchst wahrscheinlich Sunset an Bord durch einen versteckten Hinterausgang aus dem Fabrikgelände rauschte.

Schon kamen Stryker und Niben an ihm vorbei gerannt und schossen den Flüchtenden hinterher - vergeblich.

Die Dazzlings waren schon zu weit weg.

Und mit ihnen Sunset.

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"Scheiße!", fluchte Niben lauthals, "na los, ihnen nach!"

Die beiden hatten verstanden und folgten dem Gott durch eine DDR-Garage ohne Rückwand und einen versifften Innenhof bis an die Hauptstraße, auf der sie erst in der Mitte stehen blieben und Stryker den Van als Erster in Richtung Stadtzentrum davon flitzen sah.

"Da sind sie!", rief er laut, "wir brauchen ein Auto, schnell!"

"Oder auch nicht...", grinste Eross und auch seine Freunde hörten nun das Bimmeln einer Straßenbahn, auf deren Gleis sie standen.

Erst kurz vor ihnen bremste der Stahlkoloss und der Fahrer brüllte ihnen wütende Flüche zu, Niben packte ihn mit seiner Gotteskraft lässig an den Schultern und beförderte den Mann durch die geschlossenen Türen aus seinem Fahrzeug, stieg dann selbst ein und ballerte zwei Kugeln durchs Dach, die die Fahrgäste überzeugten ihr Transportmittel so schnell wie möglich zu verlassen.

Eross ließ sich auf den Fahrersitz fallen und drehte, kaum dass der letzte Mensch draußen war den Fahrstufenschalter hoch, der Tramwagen ruckte an und hätte fast Stryker überrollt, der noch versucht hatte ihren Waggon vom Rest des Zuges abzukuppeln, Niben tat eine genervte Handbewegung und löste das Problem, Stryker war drin und die Straßenbahn rollte los, langsam aber sicher immer schneller werdend.

Als Stryker zu den beiden zurückkehrte grummelte er sauer:

"Wenn ich euch noch beim Ballern helfen soll dann brauche ich meine Finger noch!"

"Solange sie dran sind ist doch alles ok, oder?", konterte Niben gereizt und fuhr fort, "und tu alles drum dass sie dran bleiben... dein Gewehr, dein gutes Auge und deine Finger am Abzug werden wir mehr als alles andere brauchen..."

"Wieso?"

"Na ja... Sunset muss da unbeschadet raus und im Wagen ist mindestens ein Sturmgewehrträger, um den du dich kümmern musst... meine Magie ist da nur bedingt einsetzbar weil sie so stark ist und... mit ner AK da reinzuballern wäre..."

"... nicht allzu gut...", beendete Eross den Satz, "also gut, ich fahre und ihr feuert, ist das ein Wort?"

"Das ist es..."

"Na gut, dann alle auf Positionen und... viel Glück Leute...", wünschte Niben ihnen mit fester Stimme, "DANN LOS, SCHNAPPEN WIR UNS DIE SIRENEN!!!"

Eross und Stryker deuteten es beide richtig - er überspielte damit seine Todesangst - die Angst um seine Freundin.

Aber so ganz ohne Unwohlsein waren auch sie beide nicht... irgendwas lag in der Luft.

Nur was?

Hätten sie es zu dem Zeitpunkt gewusst hätte Eross vielleicht doch seine Panzerfaust auf den Van vor sich angelegt...

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Atlanas war gerade über einen Bahndamm gehechtet als sein Freund Robert in einer blau wabernden Nebelwolke aus dem Nichts neben ihm erschien und geblendet vom grellen Sonnenlicht in den Schotter kippte.

Gerade wollte er ihm aufhelfen als es plötzlich noch einmal zischte und aus einer größeren Wolke noch zwei Gestalten neben dem Ziegenkönig in der Menschenwelt landeten - einen davon erkannte er sofort, aber dieses Mädchen... sie hatte er definitiv noch nie zuvor gesehen, weil er sie sonst sofort gefragt hätte ob sie mit ihm gehen würde... ihre Ausstrahlung war mehr als nur der Wahnsinn, ihre langen Haare schimmerten Golden im warmen Sonnenlicht und ihr Gesicht wirkte so unendlich sanft und weich - fast schon wie das eines Engels.

"Sach mal, was ist denn mit dir los?!", grinste Robert und klopfte ihm sanft auf die Schulter, "gefällt dir etwa meine Cousine?"

"COUSINE?!?! - Wie zum... ?!"

"Erzähle ich dir später, erstmal bist du mir eine Erklärung schuldig!"

"Aber auch nur dir!", ärgerte er sich, "man, du solltest alleine kommen und nicht..."

"Warum denn nicht?", unterbrach ihn sein bester Freund unwirsch, "wo liegt das Problem, dass ich..."

"Komm mal mit...", grummelte Atlanas und zog Robert hinter den Bahndamm, "also... die Situation ist grade megamäßig mies und ich mache mir solche Sorgen um..."

Er stockte und Robert nickte ihm auffordernd zu.

"Egal was es ist ich werde es verstehen können und versuchen dir zu helfen!"

"Na ja...", druckste sein Freund mit roten Wangen, "auch wenn es um Freundschaft geht?"

"Gerade dafür ist ein bester Freund doch da, also schieß los!"

"Es ist... es ist nicht so einfach...", kam Atlanas nicht zum Punkt, "es ist..."

"Spucks endlich aus!"

"Sunset und ich sind zusammen!", löste Atlanas kleinlaut auf und erwartete ein Donnerwetter, doch Robert starrte ihn nur an und brachte kein Wort über seine Lippen, mit allem hatte er gerechnet, aber DAS...

"Ist... ist das jetzt dein Ernst?!"

"Ja, mein voller Ernst... und ich weiß dass du mich jetzt verpfeifen wirst..."

"Ich doch nicht...", beruhigte der Ziegenkönig seinen aufgelösten Freund, "das würde ich nie tun, du bist mein Freund... aber egal, ihr seid also zusammen? - Seit wann?"

"Knapp zwei Monaten...", gab Atlanas zu und begann zu schniefen, "und jetzt..."

"Und jetzt was?"

"... hat sie eine Gang in ihrer Gewalt..."

"Ach du..."

Dicke Tränen liefen Atlanas über das Gesicht und Robert drückte ihn ganz fest an sich, während er unentwegt murmelte "Alles wird gut... das sollte für uns doch kein Problem sein!"

"Doch...", heulte sein Freund, "denn Eross, Stryker und Niben sind..."

"Oh, das ist wahrhaftig ein Problem... gerade Niben..."

"Ja... ich kann mich vor denen nicht zeigen, und das Schlimmste ist dass die Entführer mit Sunset in einem Van geflohen sind... weil die drei alles vermasselt haben!"

"Sie haben das Versteck der Gangster gestürmt?"

"Mehr als das...", schniefte Atlanas und deutete auf die schwarzen Qualmwolken hinter sich, "die haben gleich was in die Luft gejagt, und wenn ich nicht gewesen wäre..."

"... dann wären sie jetzt nicht mehr?"

"Wahrscheinlich... und jetzt jagen sie diesen Van... und wir können..."

"... das auch!", fiel ihm sein Freund ins Wort und schnippte mit den Fingern, "und ich weiß auch schon wie..."

Aus den Augenwinkeln beobachtete Atlanas wie Hellje Mary aufhalf, die wahrscheinlich zum ersten Mal in der Menschenwelt war... die Arme, ausgerechnet hier und heute...

"W... wirklich?", kam es zaghaft zurück, "aber wie?!"

"Lass das mal meine Sorge sein und folg mir, IHR AUCH!!!", übertönte Robert den Lärm eines vorbei donnernden Zuges und die anderen beiden kamen angelaufen, "einfach mir hinterher!"

"Du hast einen Plan?", freute sich Hellje und kam neben Atlanas zum Stehen, "ich bin bereit!"

"Ich auch!", verkündete Mary, "nur... worum gehts eigentlich?"

"Wir müssen jemanden befreien...", erklärte Robert knapp, "und haben dazu nicht viel Zeit..."

"Aber einen Plan?"

"Jop, und jetzt los!"

Zusammen rannten die vier Freunde am Bahndamm entlang in Richtung Hauptbahnhof.

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"Stryker!", brüllte Niben über den Krach der Straßenbahn hinweg, "hol sie dir!"

"Verstanden!", ließ der Sniper verlauten und legte sein Scharfschützengewehr an, "dann kommt her ihr..."

Sie kamen, nur leider einen Tick zu schnell für ihn, es waren zwei Typen mit schweren MGs, die die Hecktüren des Vans aufstießen und das Feuer auf die Straßenbahn eröffneten.

Im letzten Moment riss Niben seine beiden Freunde mit sich zu Boden und bekam so nur den Splitterregen der Frontscheibe auf den Kopf, das Metall der Frontschürze hielt den Kugeln stand.

"VERDAMMT!!!", schrie Eross, "war das knapp... danke Niben..."

"SO EINE SCHEIßE!!!", fluchte der Gott zornig, "AUSGERECHNET JETZT MÜSSEN DIE BALLERN!!! - ZEIGS IHNEN STRYKER!!!"

"Ähmmm... ich kann nicht richtig zielen wenn ich unter Kreuzfeuer stehe... das geht schwer ohne getroffen zu werden..."

"ACH SCHEIßE!!!", brüllte der Gott zornbebend, "DIESE WIXXER HABEN ECHT AN ALLES GEDACHT, WENN ICH DIE ERWISCHE... !!!"

Eross bemerkte wie die Straßenbahn verlangsamte und tastete vorsichtig nach dem Fahrstufenschalter, bekam ihn schließlich zu packen und drückte ihn wieder nach vorne, der Wagen beschleunigte wieder... dummerweise konnte er absolut nichts sehen, dazu dröhnten noch die abprallenden Kugeln in seinen Ohren und Niben spie noch immer wilde Flüche in Richtung des Feindes...

Da bemerkte er einen der Frontscheinwerfer der Tram und hatte eine Idee.

"Stryker...", verschaffte er sich über den Lärm hinweg Gehör, "tritt die Lampe raus und versuch mal dadurch zu schießen!"

"Ich versuchs...", vernahm er gerade noch so, "dürfte aber schwierig werden..."

"MACH SCHON!!!", fuhr Niben ihn wütend an, "WIR MÜSSEN WIEDER WAS SEHEN KÖNNEN!!!"

"Ist ja schon gut...", murrte der Sniper, schlug mit dem Lauf seiner Waffe die Fassung kaputt, riss die Kabel aus der Lampe und steckte sein Gewehr hindurch.

Das Zielen war fast unmöglich, weil überall Kabel, andere brummende elektrische Bauteile und der Boden der Tram war doch irgendwie schaffte er es doch eine nahezu ruhige Liegeposition auf dem Bauch, halb auf der Einstiegstreppe und halb eingeklemmt unter dem Steuerpult der Tatra zu erreichen, die ihm erlaubte sicher durch den kaputten Scheinwerfer zu zielen.

Vorsichtig visierte er den ersten Gegner an und - Peng! - Volltreffer!

Nummer zwei suchte vergeblich nach ihm, er legte wieder an und - daneben, weil der Van gerade eine scharfe Rechtskurve um eine Straßenbahnhaltestelle und einige an einer Ampel wartenden Autos zog.

Eross realisierte als erster dass der Fahrer nach rechts abzubiegen versuchte, riss schnell seinen Raketenwerfer hoch und jagte einen Hydranten in die Luft, der die Straßen binnen Sekunden komplett unter Wasser setzte, der Van keinen Grip fand und gezwungenermaßen nach geradeaus weiter raste.

"Treffer versenkt!", fiel Strykers Anspannung für einen Moment von ihm ab, vor allem weil auch der zweite gegnerische Schütze den Schlag der Bordsteinkante nicht bemerkt und mit abgefedert hatte, aus dem Auto gestürzt war und von einem entgegen kommenden Bus überrollt worden war.

Dieser Bus schlitterte bis knapp über die erste Schiene ihrer Strecke und die Straßenbahn rammte ihn mit fast 60 km/h zur Seite, riss sich und dem Bus dabei einen Teil der Front auf und schmetterte ihn meterweit über die Kreuzung.

Hoffentlich ist da kein Zivilist zu Schaden gekommen, durchzuckte es Eross, der sich gerade wieder auf den Fahrersitz gehievt hatte, das wäre...

Als er sich zu seinen Freunden umdrehte bemerkte er ein zufriedenes Lächeln auf Nibens Gesicht und den auf allen vier Reifen quer auf der Kreuzung hinter sich stehenden Bus im Rückspiegel und hatte Gewissheit, dass der Gott das nicht zugelassen hatte.

---

Robert flitzte so schnell den Bahndamm hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter dass Atlanas Mühe hatte ihm zu folgen.

Mary und Hellje waren hinter ihm, auch ihnen schien das Tempo des Ziegenkönigs und die ungewohnten Beine Probleme zu machen, aber sie beschwerten sich nicht.

Keuchend erreichte er die Schienen und seinen Freund, der einige Bahnarbeiter und eine herumstehende E-Lok beobachtete.

"Die nehmen wir!", grinste er gut gelaunt, "damit kommen wir schnell und ohne Probleme bis zum Hauptbahnhof durch!"

"Wenn du meinst... aber da sind Eisenbahner, die..."

"... werden wir mit schlagfertigen Argumenten überzeugen wenn sie uns entdecken, also deswegen anschleichen und nur angreifen wenn uns nichts anderes übrig bleibt, verstanden?"

"Jo... verstanden.", nickte Hellje und auch Mary stimmte wortlos zu, ehe sie fragte:

"Also einfach da hin und dann in diese Lok rein oder was?"

"Jop... ich gehe als Erster und schmeiße sie an..."

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren schoss der Ziegenkönig weiter auf sein Ziel zu, schlich dann im Schatten zweier abgestellter Güterwagen vorsichtig an den Bahnarbeitern vorbei und gelangte zu der Lok, entriegelte mit einem Dietrich die Tür und half Mary beim Einsteigen, Hellje war mit einem Satz hinter ihr in der Lok und verschwand im Inneren.

In diesem Moment hörte Robert einen Knall und fuhr erschrocken herum - Atlanas war über einen Hemmschuhhalter gestolpert und hatte die schweren Metallklötze von ihrer Halterung gerissen.

Mindestens genauso überrascht wie er waren auch die Bahnarbeiter, deren Blicke sich jedoch schnell verhärteten und sie wütend "Hey, was machen Sie da?!?!" brüllend auf ihn und Atlanas zugerannt kamen.

Dann entdeckten sie auch Hellje in der Lok und ihre Gesichter wurden krebsrot vor Wut, ihre Schritte schneller und ihre Körpersprache eindeutiger: Eindringlinge auf Betriebsgelände!

Blitzschnell rappelte sich Atlanas wieder auf und flitzte zu Robert, der war über das Gleis gesprungen und hatte mittlerweile die ersten Angreifer erreicht, hebelte ihn ohne Mühe aus, gab des zweiten eine Kopfnuss, rammte Nummer drei ein herumliegendes Zugschlussschild in den Bauch und wehrte gleichzeitig die Schläge von Nummer vier und fünf ab, die mit ihren dreckigen Fäusten auf ihn eindroschen.

"RENN WEG, ICH SCHAFF DAS SCHON!!!", hörte Atlanas seinen Freund aus dem Kampfgetümmel und nahm seinen Ratschlag zu Herzen, entwischte drei Bahnarbeitern und kletterte einen Ausweg suchend auf die E-Lok, hielt sich geduckt um nicht von der Oberleitung gegrillt zu werden und robbte bis zum vorderen Führerstand, an dessen Türen mehrere Bahnmitarbeiter hämmerten und versuchten diese aufzuschließen während Hellje sie von Innen mit aller Gewalt zuhielt und Mary panisch zwischen all den Schaltern und Hebeln auf dem Steuerpult herumhantierte.

Er nahm den Weg durch das offene linksseitige Fenster und bekam sofort von Mary "Wie geht das Ding?!?!" entgegen geklatscht, fand zu allem Überfluss keinen Halt auf dem Boden und krachte in Hellje, der durch das zusätzliche Gewicht den Türgriff verbog und ihn schließlich komplett abriss, wodurch die Bahnarbeiter es schafften die Tür einen Spalt weit aufzuschieben und ihre Arme hineinzustecken, was der Gott mit einem Feuerlöscher als Rammbock zu verhindern versuchte.

"ATLANAS, DA KOMMEN NOCH MEHR, HILF MIR!!!", quietschte Mary panisch vom Lokführersessel, "WIE BEDIENT MAN DAS DING HIER?!?!"

"DA MUSS IRGENDWO EIN GROßES RAD ZUM DREHEN SEIN, DREH DAS AUF!!!", versuchte er den wütenden Rufe der Bahnarbeiter zu übertönen, "DANN SOLLTEN WIR LOSFAHREN!!!"

"IST GUT!!!", tönte es zurück und er vernahm das Klacken der Fahrstufen und überglücklich das Anfahren der Lok, doch...

"ANDERE RICHTUNG!!!", kreischte er, "DA IST SO EIN KLEINER HEBEL, DEN NACH VORNE DRÜCKEN!!!"

Wortlos folgte sie seinen Worten, fand ihn schließlich, drückte ihn nach vorne und...

RUMMS!!! - machte es und ihre E-Lok hatte die beiden abgestellten Güterwagen gerammt und dabei auch gleich Robert freie Bahn gemacht, weil seine Gegner panisch vor der heranrollenden Lok zurückgewichen waren und er in den zweiten Führerstand durchs Fenster hatte einsteigen können.

Während die Lok langsam vorwärts rollte riss er sein Funkgerät aus der Tasche und wählte hektisch die Nummer des Ziegenbocks... hoffentlich würde ser auch schnell genug sein...

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Das Klingeln seines Empfängers ließ den Ziegenbock von der Bank an Gleis 12 hochschrecken und nach dem Gerät greifen.

"Ja?", meldete er sich zaghaft.

"Hier Robert, und du jetzt schnell uns helfen?"

"Ich? - Aber..."

"Nix aber, komm so schnell es geht zum Leipziger Hauptbahnhof, stürm das EsTW (=Zentralstellwerk) und stell uns die Weichen, wir kommen gerade rein!"

"Wie bitte?", lachte er überrascht, "na denn... ich bin sofort da... und stehe grad an Gleis 12..."

"Nicht dein Ernst... wieso denn das?!"

"Lange und komplizierte Geschichte...", grinste er schon beim Laufen, "und wieso du?"

"Na ja, wir sind grade auf der Jagd nach Sunset..."

"Sunset?!", kam es erstaunt zurück, "ich bin auf der Fährte der Dazzlings gewesen..."

"Der Dazzlings?! - Ist das dein Ernst?! - Und wenn ja was haben die für ein Auto?!"

"Einen grauen Van, nur leider..."

"Das erklärt so einiges...", meinte Robert kopfschüttelnd, "man, anscheinend hat hier gar keinen nen Plan..."

"Du denkst dass..."

"Ja, pass auf: Die drei haben einen Van, den du verfolgt hast... und Atlanas hat..."

"Er ist bei dir?"

"Ja, und Hellje auch... wie auch immer, jedenfalls ist da Sunset auch drin, heiß also..."

"... dass die drei sie entführt haben!", kombinierte der Ziegenbock und wich einem einfahrenden wütend hupenden Zug aus, "nur warum?"

"Das wüsste ich auch gern, ist im Moment aber auch egal... ich versuche jetzt mal eben schnell Eross oder Stryker zu erreichen..."

"Die sind bei auch bei euch?!"

"Nein, bei uns sind nur noch Hellje und Mary... unsere Cousine, erkläre ich dir auch später... jedenfalls sind Eross, Stryker und Niben auch hier und jagen die Sirenen... und Sunset..."

"Kann ich von Nibens Position aus auch verstehen..."

"Eben drum, ich bin denn eben mal kurz wech und melde mich gleich wieder wegen der Weichen, ok?"

"Jop, is jut...", beendete der Ziegenbock das Gespräch und unterbrach die Verbindung, weil er soeben das Stellwerk erreicht hatte, zog noch im Laufen seine Panzerfaust vor sein rechtes Auge und sprengte die Tür auf.

Das konnte auch nur er, gleichzeitig rennen und mit der Panzerfaust hantieren... hat aber auch ewig gedauert das zu können, schwelgte er in Erinnerungen als die Treppe hinauf raste, zwei sich ihm in den Weg stellende Bahnmitarbeiter bewusstlos schlug und die obere Plattform erreichte, die dort verbliebenen Stellwerker mit Kopfnüssen und gezielten Schlägen außer Gefecht setzte, anschließend zum Zentralstellpult hetzte und erneut die Funkverbindung zu seinem Bruder und König aufbaute.

Lange ließ der nicht auf sich warten und meldete sich mit:

"EsTW unter Kontrolle?"

"Jop, is... und ihr, wo wollt ihr lang?"

"Stell alle Weichen vom Rangierbahnhof einschließlich der von unserem Gleis so, dass wir auf Gleis 8 in den Bahnhof kommen... und wenn nötig kümmere dich um andere Züge in dieser Relation!"

"Verstanden, und wird gemacht!", lachte er zufrieden, schaltete zuerst das gesamte Schnellwerk von Automatik auf Manuell und begann einen Knopf nach dem anderen auf dem Pult vor sich zu drücken... und noch einen... und noch einen... und noch einen...

Was das für ein Verkehrschaos zur Folge haben würde konnte er sich schon lebhaft vorstellen...

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Eross fiel fast aus allen Wolken als sich Robert aus Strykers Funkgerät meldete.

"Na ihr drei, seid ihr den Dazzlings dicht auf den Fersen?"

"Erstmal Tach... meine Fresse hast du mich erschreckt! - Und ja sind wir... nur woher... ?!"

"Ziegenbock...", konnte Niben es förmlich aus der Leitung grinsen sehen, "und ich weiß auch den Rest... wir kommen mit ner E-Lok und werden euch in der Innenstadt erwarten..."

"Das ist leider die falsche Richtung!", schrie Stryker, "die versuchen schon die ganze Zeit nach rechts unter der Bahn durch zu entkommen!"

"Dann werde ich das verhindern!", erwiderte Robert energisch, "wollen wir doch mal sehen..."

"DA VORNE!!!", platzte es entsetzt aus Eross heraus, "DA KOMMT EINE BRÜCKE UNTER DER BAHN DURCH!!!"

"Ich sehs... verdammt, wir sind zu weit weg... aber..."

Ohne Vorwarnung war die Verbindung tot und die drei warfen sich verunsicherte Blicke zu, bevor das Funkgerät nach kurzer Zeit wieder knackte und Roberts Stimme höchst zufrieden ertönte:

"So, da kommt gleich keiner mehr durch..."

Verwundert blickten die drei wieder in Richtung Brücke und ihn klappte der Mund vor Entsetzen auf.

Ein ganzer Doppelstockwagen krachte gerade von der vordersten schon lange abgebauten Brücke auf die Straße herunter von verbarrikadierte sie völlig, die nachlaufende E-Lok schob sich oben auf dem Bahndamm quer zu ihm und ließ die Oberleitung Funken sprühen als sie sie von den Masten riss.

Der Van vor ihnen hatte das offensichtlich auch schon bemerkt und drehte mit quietschenden Reifen wieder zurück auf die Fahrbahn in durch einen großen Bogen um den Rangierbahnhof Richtung Innenstadt, verfolgt von ihrer Straßenbahn.

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Der Ziegenbock hatte es tatsächlich noch geschafft, die Weichen so zu stellen dass die Regionalbahn nach Weißenfels einen kleinen unfreiwilligen Gleiswechsel vorgenommen und hatte die nicht vorhandene Brücke als gelungene Abwechslung zur sonst üblichen Route genutzt... nur war ihre Fahrt dann dummerweise keine Sekunde später an der gegenüber liegenden Backsteinmauer zu Ende... tja, eigentlich schade...

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Die E-Lok beschleunigte immer stärker und Atlanas bekam wieder dieses flaue Gefühl im Magen, das er immer bekam wenn er mit Robert in einem Zug unterwegs war...

Trotz warnender Geschwindigkeitbegrenzungs-Schilder griff er in Marys Fahrweise nicht ein und stand wider erwartend ganz ruhig neben Hellje, der seinen Kopf aus dem Fenster in den Fahrwind hielt und begeisterte Jauchzer ausstieß.

"Pass mir bloß auf die bösen Masten und Signale auf!", drohte Robert scherzhaft, "wenn du einen von denen gegen deine Rübe bekommst isse bestenfalls ab..."

Atlanas schluckte schwer und schwieg weiter vor sich hin, es passte ihm nicht dass sein bester Freund, wenn sie schon einmal zusammen etwas erlebten sich kein bisschen um ihn zu kümmern schien... in diesen Minuten kam er sich so einsam wie selten vor.

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Eross musste die Straßenbahn ein klein wenig abbremsen um sie nicht wieder fast aus der Kurve zu schmeißen wie er es gerade eben fast geschafft hatte... zum Glück hatte Niben gut reagiert und Schlimmeres verhindert.

Dummerweise hatten die drei Sirenen bemerkt dass ihre beiden Gorillas nicht mehr auf ihren Posten waren und noch drei weitere in petto, die die Straßenbahn nun wieder unter Dauerfeuer hatten - Stryker mühte sich einen von ihnen auszuschalten, hatte bis jetzt jedoch nur danebengeschossen.

Kraftlos ließ sich Eross neben Niben fallen und keuchte:

"Adagio hat ganz schön schwere Geschütze aufgefahren, dass muss ich ihr lassen... dumm ist sie nicht, aber das war sie noch nie..."

"Du kennst sie?"

"Ob du´s glaubst oder nicht, aber wir waren mal zusammen...", lachte Eross bitter, "tja..."

"Und die Beziehung ist in die Brüche gegangen weil..."

"... sie immer bestimmt hat, ja... und außerdem war sie etwas zu heftig für meinen Geschmack..."

"So eine Furie?"

"Glaub mir, wenn du mit der geschlafen hast spürst du gar nichts mehr, weil dir alles untenrum weh tut..."

"Ach du..."

"Ja, und außerdem ist sie ne hochnäsige Zicke, also lass lieber die Hufe von ihr..."

"Das sowieso... ich konzentriere mich lieber auf..."

"Ey, Ruhe ihr zwei!", murrte Stryker von seinem Posten, "mit fällt fast der Bauch ab, ich schwitze wie Sau und kann mich bei eurem Kaffeekränzchen nicht konzentrieren, also Klappe bitte!"

Eross und Niben schwiegen sofort und konzentrierten sich wieder auf die Straße vor sich und den immer dichter werdenden Verkehr, in dem der Van Mühe hatte seine Geschwindigkeit zu halten und immer wieder abbremsen musste.

Sie holten auf...

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Der InterCity 2151 von Düsseldorf Hauptbahnhof nach Leipzig Hauptbahnhof verkehrte heute aufgrund eines geänderten Fahrplans baustellenbedingt vier Stunden früher, kam von der Strecke aus Weißenfels und wollte auf Gleis 12.

Erst im letzten Moment erschien er auf dem Schirm des Ziegenbockes und dieser stellte die Weichen im letzten Moment so um dass es keinen Zusammenstoß gab.

Auch Robert hatte den Zug mit Entsetzen bemerkt und seinen Freund hektisch kontaktiert, damit dieser das Problem vor einer Kollision lösen konnte.

Erleichtert stellten er uns seine Mitstreiter fest wie sich kurz vor ihnen noch mehrere Weichen umstellten und den IC parallel zu ihrer Lok leiteten.

Der Lokführer des Schnellzuges bremste sofort den Zug auf Null herunter, ohne Anweisung wäre es eine Geisterfahrt gewesen... das durfte nicht geschehen!

Auch eine anrollende Regionalbahn zwang der Ziegenbock wenige Zentimeter vor der einfahrenden Lok seiner Freunde mithilfe eines Blocksignals zur Vollbremsung und verhinderte einen weiteren Unfall.

Während Robert, Atlanas, Hellje und Mary ihn bejubelten ging in der Polizeizentrale Hauptbahnhof Leipzig ein sehr unschöner Anruf ein...

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"Da müssen Terroristen im Stellwerk sein!", kreischte die diensthabende Stationsvorsteherin panisch, "es gab dort eine Explosion und ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Mitarbeitern!"

"Wir haben es bereits selbst gesehen...", versuchte sie ein Beamter zu beruhigen, "und das SEK hingeschickt..."

"Helfen Sie den armen Menschen in den davon betroffenen Zügen...", jammerte sie, "helfen Sie ihnen... bitte!"

"Wir tun was wir können...", gab der Beamte Auskunft, "und kümmern uns um beide... die Terroristen und die unschuldigen Reisenden..."

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Kapitel 5 - Die Revanche des Agenten Bearbeiten

Pryne saß mit Twilight wieder im Klassenzimmer und langweilte sich im Matheunterricht.

Kurz vor Ende der Mittagspause hatte er Redeye und Trapper über die Lage und den bisherigen Stand der Dinge informiert und sie gebeten mit einigen anderen Sword-Squard-Kämpfern und genügend Waffen vorbei zu kommen und unterwegs Agais am Hauptquartier einzusammeln, doch obwohl sie sich beeilen wollten war bis jetzt noch niemand auf dem Schulparkplatz vorgefahren.

Missmutig spielte er weiter mit seinem Bleistift herum und war dazwischen immer wieder sehnsüchtige Blicke aus den Fenstern... wo blieben die bloß so lange?!

Den Lehrer vorne ignorierte er völlig, ebenso die Streber, die fortwährend kichernden Mädchen und...

Da!, entdeckte er freudig den Lieferwagen, yes, da sind sie endlich! - Ich...

Weiter kam er nicht, denn in diesem Moment wurde von irgendwo in der Nähe eine Rakete auf das Auto abgefeuert und hätte es sicher mit einem Volltreffer zerlegt, wenn Trapper am Steuer das Lenkrad nicht kurz vorher bis zum Anschlag nach rechts gedreht hätte und damit den LKW in das Auto der Schuldirektorin Celestia jagte und es über zwei weitere schob.

Kaum dass er, Agais, Redeye und die anderen ihr Transportmittel in aller Eile verlassen hatte wurde erneut eine Rakete abgefeuert und Pryne sondierte den ungefähren Standort des Schützen:

Auf dem Schuldach!

Ohne langes Nachdenken raste er an seinen Klassenkameraden und -innen vorbei, achtete dabei weder auf Stühle die im Weg standen noch den Lehrer und schoss wie ein geölter Blitz die Treppe zum obersten Stockwerk hinauf, fand die offen stehende Dachluke auf Anhieb, kletterte schnell aber achtsam die Leiter hinauf und stürzte sich rücklings auf den Jungen mit dem schweren Geschütz, der gerade im Begriff war seine vierte Ladung in Richtung von Prynes Männern zu schicken.

Wütend prügelte der Anführer der Black-Ponys auf den Feigling ein und brach im die Nase, ehe er ihn am Hals packte und während er ihn langsam zudrückte mit größter Verachtung in der Stimme fragte:

"WER IST DEIN ANFÜHRER?!?!"

Sein Gegner wand sich wild hin und her, doch es war aussichtslos - Pryne war in seinem Element und dazu noch kurz vor einer inneren Explosion, sodass er die nicht bekommene Antwort als Schweigen interpretierte und kurzerhand dem Jungen das Genick mit einer einzigen Drehung brach.

Verächtlich spuckte er auf den Toten vor sich und warf dann einen kurzen Rundumblick vom Dach - um vor Angst fast in Ohnmacht zu fallen:

Unter seinen Füßen tobte der Kampf, irgendjemand IN der Schule hatte das Feuer auf die Sword-Squards eröffnet und die schossen mit geballter Kraft zurück.

In der Schule..., durchzuckte es ihn panisch, TWILIGHT!!!

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Applejack kniete hinter dem umgestürzten Spieltisch, Schuldirektorin Celestia hatte sich auf ihre Weisung hinter ihren Schreibtisch gekauert und verharrte dort geräuschlos.

Sie waren überrascht worden, doch die Angreifer waren weniger hell in der Birne gewesen und hatten zuerst das Türschloss aufgestemmt - kaum waren sie drin hagelte es blaue Bohnen von Applejack, die jetzt eine zweite Angriffswelle erwartete.

Vom Flur her drangen Schüsse und Schreie in das Zimmer und Celestia musste sich hart zusammenreißen um nicht sofort vor Angst und Bange um ihre Schwester und ihre Schüler laut los zu schreien.

Mit beiden Händen hielt sie sich den Mund zu und wagte nicht einmal zu atmen, während ihre Bewacherin sich schnell nähernde Schritte über den Flur hörte und sie fragte:

"Schuldirektorin, habt Ihr hier irgendwo eine Flasche Schnaps?"

Ohne zu zögern zog die Angesprochene eine Schublade ihres Schreibtisches auf und reichte dem Bauernmädchen eine volle Flasche Wisky mit Glas, diese schraubte den Deckel ohne sich lange damit aufzuhalten ab, stellte das Glas auf den Boden, spritzte dreiviertel des Flascheninhaltes vor sich auf die Türschwelle, schenkte anschließend das Glas bis knapp unter die Oberkante voll, goss den Rest als Rinnsaal bis vor ihren Tisch und reichte der Schuldirektorin Glas und Flasche mit Dank zurück.

Celestia leerte das Glas mit hastigen Schlucken und fragte sich was Applejack da gerade plante... in diesem Moment brüllte jemand "HIER SIND SIE!!! - ICH... AHHHHHHH!!!"

Das Aufblitzen des hellen Feuerscheins nahm sie noch wahr, dann explodierte ein gleißend helles Licht vor ihren Augen und ließ ihr schwindelig werden, reflexartig kniff sie die Lider zusammen und duckte sich tief hinter ihren Schreibtisch.

Und dieser Schrei... noch lange dröhnte er in ihren Ohren, bis etwas sie kräftig durchschüttelte und sie wieder zur Besinnung kam.

"SCHNELL, WIR MÜSSEN HIER RAUS!!!", schrie Applejack sie an, "DIE BUDE BRENNT!!!"

Sie hatte nicht mehr die Kraft zu denken, sie ließ sich von ihrer Leibwächterin einfach mitreißen... durch den brennenden Türrahmen, vorbei an einer brennenden Leiche, zwei erschossenen und weiteren drei auf einem Haufen liegenden, den Flur hinunter, die Treppe hinab, in die Empfangshalle und... ihr wurde schwarz vor Augen.

Und das letzte, was sie mitbekam war ein Geräusch, das sich wie das Auftreffen einer Kokosnus auf einem Kopf anhörte...

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Pryne kämpfte wie ein Löwe gegen die ISB-Kämpfer, die ihm feige als Gruppen auflauerten und versuchten ihn hinterrücks zu erschießen.

Einen nach dem anderen tötete er, nur Dargo Maximus konnte er nirgends entdecken.

Aber er war hier, das spürte Pryne.

Und dass er heute mit ihm abrechnen würde...

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Der Van bog mit quietschenden Reifen auf die Straße auf die Einertstraße ein, die direkt zum Bahnhofsvorplatz führte, die Straßenbahn donnerte ihm mit Karacho hinterher.

Und noch immer verminderte sich der Abstand zwischen den beiden...

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Stryker zielte jetzt schon zum siebten Mal, vorher war er immer verrutscht.

Dieses Mal musste es einfach klappen, es musste!

Er ließ sich ganz ruhig werden, zählte seine Atmung, blendete alles andere um sich herum aus.

Er würde es dieses Mal schaffen... er schaffte das...

Peng!

Und Treffer versenkt.

Nur Zurücklegen war jetzt nicht drin - das Gefecht wartete nicht... also lehnte er sich wieder nach vorne und fixierte den nächsten Gegner an.

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Adagio hörte seinen Präzisionsschuss laut und deutlich, atmete hastiger und verlor wieder die volle Fassung:

"DIESE VERDAMMTEN VERFOLGER, WARUM SIND DIE NOCH NICHT TOT?!?!"

"Wir sind zu wenige...", hörte sie einen ihrer Gorillas angstvoll winseln, "wir schaffen das nicht..."

"IHR SEID VERDAMMTE VERSAGER!!!", fauchte sie aggressiv und fuhr die neben sich sitzende Sonata Dusk wütend an, "TU DOCH WAS!!!"

"WIESO ICH?!?!", keifte die zurück und bekam sofort ein "WEIL DU SONST ZU NICHTS NUTZE BIST!!!" gegen den Kopf geknallt.

"ABER DU GANZ SICHER!!!"

"ICH BEWACHE SUNSET, DAS IST JA WOHL MEHR ALS GENUG!!!", schrie Adagio kochend, "RUF EINFACH VERSTÄRKUNG VERDAMMT NOCH MAL!!!"

"Wenns sein muss...", grummelte die Sirene beleidigt, schnappte sich aber doch das ins Auto eingebaute Telefon und befahl den Gangmitgliedern auf der anderen Seite sich um ihre Verfolger zu kümmern...

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Sunset konnte kaum atmen, ihr war kotzübel, nahezu taub von all dem Lärm um sie herum, total dreckig und klebte von Schweiß, wobei sie hoffte dass das wirklich nur ihrer war...

Dazu schmerzten ihr Rücken, Bauch und die Seiten, wozu Adagio noch immer ihren Teil beitrug und es verschlimmerte weil sie ihr Bein nicht von ihr herunter nahm.

Besonders beunruhigte sie ihr Bauch... und die Frage ob sie jemand befreien und retten konnte... und wer das sein würde...

Hoffentlich trafen dabei Niben und Atlanas nicht aufeinander, durchzuckte es sie, nein, das durfte nicht geschehen - ihr Freund würde das Atlanas nicht verzeihen, das wusste sie...

So lag sie da, gefesselt und geknebelt und auf Hilfe hoffend während ihre Entführer auf den Leipziger Hauptbahnhof zurasten.

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"AUFMACHEN, POLIZEI!!!", tönte eine scharfe Stimme mehrfach durch das EsTW, bis zwei schwerbewaffneten SEKs mit Deckung ihrer Kollegen die Tür aufbrachen und das Gebäude stürmten.

Oben angekommen versperrte noch eine Tür ihren Weg, kurzerhand schoss der voran stürmende Offizier das Schloss auf und betrat den Steuerungsraum - und sah gerade noch wie ihm der Ziegenbock grinsend salutierte und dann mit einem Kleiderbügel an eine der Stromleitungen sprang, an ihr hinab rutschte und hinter einem abgestellten Zug verschwand.

Die vor dem Stellwerk gebliebenen Männer rannten um den Zug ringsrum - doch von ihrer Zielperson fehlte jede Spur...

"Wir haben ihn verloren...", hörte der leitende Polizeichef oben im Stellwerk seinen Mann, "keine Spur von ihm... scheint als habe er sich in Luft aufgelöst..."

"Das kann nicht sein, sucht weiter, wir..."

Mitten im Satz stockte er entsetzt und glotzte entsetzt die in den Bahnhof rasende E-Lok an, die nicht so aussah als ob sie in nächster Zeit anhalten würde...

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"Robert... wir sollten bremsen!", versuchte Atlanas es noch einmal, "ich glaube nicht dass wir es sonst bis vor den Prellbock schaffen..."

"Habe ich das je behauptet?", grinste sein Freund übers ganze Gesicht, "nein... ansonsten schaffen wir das nicht mehr..."

Hellje und Mary starrten ihn mit offenen Münder ungläubig an, Atlanas verlor gleich die Fassung:

"HAST DU EIGENTLICH KOMPLETT DEN VERSTAND VERLOREN, DA IST ALLES VOLLER ZIVILISTEN!!!"

"Die werden vorgewarnt...", meinte sein Freund, als wäre das was er plante ein Sonntagsspaziergang, "und außerdem... wenn wir jetzt die Dazzlings nicht aufhalten kommen wir auch nicht an Sunset ran..."

"Verdammt, das kannst du nicht... man, das... das... machs einfach, ich halte mir die Augen zu, machs, MACHS EINFACH!!!"

"Ich... ich habe dem wenig hinzuzufügen...", schnaufte Hellje kopfschüttelnd und ging schon mal unter dem Steuerpult in Deckung, "nein, sowas fällt echt nur dir ein..."

"Tja, keine Zeit aber genügend Kraft... also mit dem Kopf durch die Wand..."

"Oder besser mit der E-Lok durch den Bahnhof...", murrte Atlanas und sackte langsam hinter den Fahrersitz, "ich will das nicht mit ansehen..."

"Was ist denn mit dir los?", kicherte sein Freund reizend, "wo ist denn der alte Atlanas der mit mir alles gemacht hat?"

"Der zerbricht an Sorge um seine..."

Er schlug sich die Hand vor den Mund, was Hellje und Mary nur umso hellhöriger machte und sie es als erste richtig zusammengesetzt hatte:

"Atlanas... du bist doch nicht etwa mit Sunset... ?!"

"Doch, ja bin ich...", gab er kleinlaut zu und hätte Hellje für dessen dämlichen Gesichtsausdruck erwürgen können, "UND ICH MACHE MIR VERDAMMT GROßE SORGEN, NUR DAMIT..."

"FESTHALTEN!!!", lachte Robert in diesem Moment wie wahnsinnig, "ALLE MANN FESTHALTEN, GLEICH WIRDS STEINIG!!!"

Atlanas presste sich fest an den Sitz, schloss seine Augen und hoffte, dass sie schnell durch sein würden.

Wie er sich täuschen sollte...

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Die Stationsvorsteherin, die Polizei und die Menschen im Bahnhof lauschten entsetzt der Durchsage, die der Ziegenbock mit größter Freude verkündete:

"Werte Bahnhofsbesucher, Fahrgäste, Einkäufer und -innen, wertes Personal, werte Bundespolizei! In Kürze wird eine wildgewordene E-Lok auf den Bahnsteig 8 rasen... höchstwahrscheinlich wird auch eine Vollbremsung nichts mehr bringen, darum bitte ich sie diesen Bereich schnellstmöglich zu verlassen und wenn nötig in Panik auszubrechen, wild im Kreis herum zu rennen und die Nerven zu verlieren... danke!"

Einige Sekunden war es völlig still in den Bahnhofshallen.

Dann brach Panik aus, Menschen stürmten aus den Geschäften, aus den Zügen, aus den Restaurants... einfach nur blind der Masse stampfend und sich gegenseitig niedertrampelnd aus dem Bahnhof fliehend folgend...

Warum verlieren alle grad die Nerven, fragte der Ansager sich grade von seinem Platz aus einem Kanaldeckel neben dem Stellwerk W1 aus, ich habe sie doch ausreichend informiert...

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Mit einem hässlichen Kreischen raste die E-Lok in den Prellbock hinein, doch anstelle sie abzubremsen war das Hindernis für diese Geschwindigkeit einfach nicht ausgelegt, glitt zwar ein Stück nach hinten, die fettigen Puffer der Lok rutschten jedoch nach oben weg und das ganze Gefährt machte einen Satz nach oben, schoss mit knappen 140km/h über den Prellbock hinaus, zerlegte die Würstchenbude am Ende des Bahnsteiges, donnerte tiefe Furchen in die Platten brechend über die Verbindungsbrücke, die die Promenaden überspannte in die linke Eingangshalle, brach durch die Sandsteinsäulen des rechten Tores, raste mit abatigem Getöse die Treppe hinunter und zermalmte den porösem Stein unter sich, meterte die Fliesen in ihrem Weg in kleine Splitter und krachte schließlich durch die Außenmauer des Bahnhofs, machte einen Satz über die Straße, überrollte dabei mehrere Autos und schoss geradewegs in die Straßenbahnhaltestelle, wo sie...

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Niben bemerkte als erster die drei Vans, die dem, den sie verfolgten bis auf die Kennzeichen haargenau glichen und sich jetzt auf ihre Fährte gesetzt hatten.

Einer von ihnen zog rechts über den Fußweg an ihnen vorbei und setzte sich vor die Dazzlings, der zweite schob sich zwischen sie und die Sirenen und Nummer drei blieb dicht an ihnen dran.

Seine Freunde zu warnen war sinnlos - sie hatten es längst bemerkt, Eross guckte ihn auffordernd an und Stryker konzentrierte sich wieder auf die neuen Ziele vor sich, er selbst verlor nur wenige Worte an sie:

"Leute, wir haben Gesellschaft bekommen... machen wir sie platt!"

Kaum hatte der den Satz beendet eröffneten ihre Gegner das Feuer auf ihre Straßenbahn, zerschossen sämtliche Scheiben und ließen die Scherben auf die Freunde prasseln, Eross ließ sich das nicht lange gefallen, zog eine Handgranate aus seiner Tasche, riss den Stift ab und schleuderte sie dem Feind entgegen.

Zu seinem großen Erstaunen verfehlte sie ihr Zeil nicht und jagte den sie von der Seite terrorisierenden Van mit seinen Insassen in die Luft, riss dabei noch ein großes Stück Seitenwand von der Straßenbahn ab, ließ den Wagen mehrfach hin und her tanzen und machte die anderen Angreifer für einen Moment lang unsicher, Niben nutzte diesen um sie mit seiner AK aus ihrem Fahrzeug zu schießen, zielte leider zu tief und traf nicht.

Er ging wieder in Deckung und erneut peischte der Kugelhagel über seinen Kopf hinweg.

"Was machen wir jetzt?!", stieß Eross ihn an, "ich hab keine Granaten mehr!"

"Und ich habe so langsam keine Deckung mehr!", quetschte Stryker hervor und schoss daneben, "verdammt, ich treffe einfach nicht mehr..."

"Wir könnten eigentlich auch echt gut Unterstützung gebr..."

In diesem Moment verschluckte ein Mordsknall den Rest des Satzes und ließ die drei Freunde herumfahren, und was sie da sahen war so surreal, dass nicht einmal Niben dachte, dass das da vor ihm echt war...

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... mitten in den ersten Van hinein donnerte und ihn an der Straßenbahnbahnsteigkante wie eine Briefmarke plättete, ihr Ende knapp vor dem Auto der Dazzlings von den Gleisen schlitterte und das Bahnsteigdach umnietete, dass zurück schnippte und den Van zwischen den Dazzlings und seitlich erwischte und ihn umwarf bevor es die E-Lok noch ein Stückchen mit sich schleifte und so den Weg für die Straßenbahn wieder freiräumte, der stählerne Koloss dadurch stark abgebremst wurde und auf dem zweiten Gleis hinter dem Bahnsteig funkensprühend und laut kreischend stehenblieb.

Die forderen Führerstandsfenster waren durch herumfliegende Trümmerteile der zerstörten Bahnhofseinrichtung in Splitter zersplittert worden und waren mit dem übrigen Regen aus Würstchen, Bodenkacheln, Metallteilen, mehreren Holzfragmenten der Tür und mindestens einem Ampelelement auf die Freunde in der Lok niedergegangen, Robert hatte es sich trotzdem nicht nehmen lassen die ganze Zeit aufrecht zu stehen und die einmalige "Sonderfahrt" in vollen Zügen zu genießen...

Vom Führerstand aus beobachtete er den Van der Sirenen wieder beschleunigen, dazu die verdatterten Gesichter seiner Freunde und ihre halb zerfetzte Tram, die Eross wieder hinter den Dazzlings her jagen ließ und den umgestürzten Lieferwagen, aus dem mehrere schwerbewaffnete Männer geklettert kamen und auf die E-Lok zu gestürmt kamen, natürlich nicht ohne auf sie zu schießen.

Ihr Deppen werdet´s nie lernen..., freute sich Robert auf das bevorstehende Gemetzel und machte seine Minigun klar... kurz bevor der Feind ihn und seine noch immer nicht aus ihren Verstecken gekletterten Freunde erreicht hatte - das Massaker an der Straßenbahnhaltestelle, dass er im Anschluss veranstaltete sollte noch lange für Gesprächsstoff in der Sicherheitspolitik und unter der Bevölkerung Deutschlands sorgen...

Die umstehenden Passanten beschrieben die Szene später als "reines Massaker" und "Blutbad ohnegleichen", etliche mussten mit Schocktraumata behandelt werden, andere verloren bei dem Anblick die Nerven und flüchteten in die Innenstadt, gleichzeitig versuchte die Polizei durch diese Massen zu den "Terroristen" durchzubrechen, was ihnen aber absolut misslang und Robert sich so langsam Gedanken macht, wie sie hier raus kommen sollten...

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Aria Blaze beschleunigte ihren Fluchtwagen wieder und wieder, Eross ließ sich nicht mehr von den unguten Geräuschen des Straßenbahnmotors beunruhigen und drehte immer weiter auf, Stryker jammerte nur noch zusammengesunken als kleines Häufchen Elend vor sich hin und Niben versuchte durchzuatmen, was ihm überhaupt nicht gelang und ihn noch mehr reizte.

Seine Sorge um seine Freundin beschäftigte ihn mehr als alles andere und die ganze Lage um sie herum machte alles nur noch schlimmer.

Warum passiert sowas ausgerechnet mir?!, fragte er sich seufzend, und warum ist mir im Moment irgendwie alles egal?! - Vielleicht weil alle am Ende sind, vielleicht weil du selbst nicht mehr die Kraft hast um zu...

"Halt stopp!", raffte er sich wieder auf und richtete sich an seine Mitstreiter, "Leute, wir sind ganz dicht dran, also lasst uns ein letztes Mal Kraft und Mühe aufwenden um unser Ziel zu erreichen! Ihr seid doch keine Versager, ich bitte euch... wer ist hier ein General, wer der beste Sniper der Equestria Army?! - Und sind diese beiden Schwächlinge?!"

Seine beiden Freunde guckten ihn unsicher an und schwiegen.

"Na was ist?!", knuffte Niben Eross freundschaftlich gegen die Schulter, "du wirst doch wohl nicht deine Ex-Freundin einfach so ziehen lassen?! - Und du Stryker, wann hast du jemals aufgegeben?!"

"Na ja..."

"ALSO!!!", freute sich Niben, "DANN SCHNAPPEN WIR UNS DIE DAZZLINGS JETZT, EROSS AN DIE STEUERUNG, STRYKER AUF POSITION UND ICH..."

"Und du?"

"... nehme ich meine AK und erwidere das feindliche Feuer..."

"Du schießt in Sunsets Richt... ?!"

"Ja... sonst kriegen sie niemals und ich... versuche... nicht sie zu treffen..."

"Das schaffst du schon!", munterte Eross ihn auf und rang sich ein Lächeln ab, "und jetzt haben wir dank Robert... ROBERT!!! - Ich hoffe nicht dass... !"

"Der ist in Ordnung...", meinte Niben sicher, "und das lass mal meine Sorge sein, kümmer du dich um unsere Geschwindigkeit und ich mich um Robert!"

Eross hatte verstanden und wandte sich in Richtung ihrer Verfolgten um, der Gott schnappte sich sein Funkgerät und versuchte den Ziegenkönig zu kontaktieren.

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Nach dem dritten Klingeln nahm sich Hellje ein Herz und kroch zu Roberts Empfänger, dessen Besitzer im Moment schwer mit seiner Minigun beschäftigt war und nahm das Gespräch an.

"Ja, Hellje hier..."

"Vater, schön dich zu hören! - Sag nicht dass du AUCH..."

"Doch, genau das... und Robert hat uns gerade demonstriert wie man eine astreine Bahnhofsdurchsfahrt hinlegt... und ich war so hungrig dass ich hier grad die hier rein geflogenen Würstchen esse..."

Diese Familie... oh man... , dachte Niben kopfschüttelnd, göttlich abgedreht... hach ja...

"Was macht Robert?", erkundigte er sich stattdessen und bekam sofort als Antwort:

"Der kümmert sich um die Typen in dem umgeschmissenen Van... oh, dahinten kommt schon die Polizei..."

Niben hörte, wie sich sein Vater vom Funkgerät entfernte und Robert mit einem Satz klar machte DASS SIE VEDAMMT SCHNELL VON HIER WEG MUSSTEN!!!

Der Ziegenkönig erwiderte nichts, griff sich den Empfänger und fragte Niben:

"Wo seid ihr?"

"Kurz hinter dem... ähm, großen Kaufhausdingensda..."

"Goerdelering!", schallte es von Eross, "wir sind beim Goerdelering!"

"Ok... wir kommen..."

Bevor Niben ihn fragen konnte wie war die Verbindung schon wieder unterbrochen.

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Etliche Passanten näherten sich bereits vorsichtig der E-Lok, Hellje half Mary aus ihrem Versteck hervor und auch sie konnte nur mit dem Kopf schütteln.

"Das war mehr als nur... NEIN!"

"Freut mich...", grinste Robert und trat ans Steuerpult, "denn habe ich mein Ziel ja erreicht..."

"Das mag sein, doch dummerweise kommt das die Polizei UND UNSERE FAHRT IST HIER ZU ENDE!!!"

"Nö du...", amüsierte sich Robert köstlich über die Panik seiner Freunde, "wir fahren weiter..."

Er betätigte einen Knopf und der hintere Stromabnehmer der Lok, der die kleine "Durchfahrt" unbeschadet überstanden hatte hob sich an die noch intakte Oberleitung der Straßenbahn, Strom durchfloss den Elektromotor und ließ ihn aufheulen, Robert legte den vierten Gang ein und die E-Lok ruckte zum größten Erstaunen von Hellje und Mary tatsächlich an und rumpelte durch die Trümmer langsam aber sicher der Straßenbahn hinterher.

Die Polizei und die anderen Menschen konnten sie nicht aufhalten.

Heute nicht.

Das hier war IHR Tag...

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"W... warum... warum du?!", keuchte Applejack durch mehrere Elektroschocks getroffen am Ende ihrer Kräfte, bevor es den nächsten Tritt ihrer Kontrahentin gab, der ihr fast das Bewusstsein raubte.

"Warum?!", lachte die laut und schrill auf, "ich will dir sagen warum - weil Freundschaft mir seid deinem Tod einen Scheißdreck bedeutet - um genau zu sein gar nichts mehr... oder ist es schön nach Strich und Faden betrogen zu werden und schließlich noch erfahren zu dürfen, dass die eigene Schwester angeblich über fünfzig schwerbewaffnete Typen bei einer wilden Zugverfolgungsjagd erschossen hat! - ERINNERT DICH DAS AN IRGENDWAS, DU MIESE SCHLAMPE?!?!"

Wieder trat sie zu und Applejack hasste sich dafür, dass sie versagt hatte und nun gefesselt auf dem Boden lag - so wie Twilight und Celestia auch, die keine zwei Meter entfernt an der Wand lehnten und von zwei ISB-Kämpfern bewacht wurden... ihre Schuld, sie hatte sie nicht beschützen können.

Der stechende Schmerz verfehlte seine Wirkung trotzdem nicht und ließ sie heftig zusammenzucken, so stark, dass es ihr beinahe die Sinne raubte, nur noch schwach vernahm sie ein Kichern und die anschließenden Worte:

"Und vergiss nie, liebste Pony-Applejack, Reichtum muss man sich erkämpfen... die Methoden dazu mögen etwas hart sein, sind es aber wert... und alles, was dazu im Weg steht, habe ich beseitigt..."

"Und... ich werde... dir... deinen Reichtum zum Verhängnis werden lassen...", schnaubte Applejack mit letzter Kraft, ehe sie ein erneuter Schlag in die Seite ins Reich der ewigen Dunkelheit schickte...

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Pryne hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit Elektroschockfallen, die ihn in Bruchteilen von Sekunden außer Gefecht gesetzt hatten.

Mit größtem Vergnügen hatte es Dargo Maximus nicht nehmen lassen seinem Erzfeind persönlich die Handschellen anzulegen und ihn anschließend dazu zu bringen auch die anderen noch kämpfenden Black-Ponys kapitulieren zu lassen indem er Twilight und die bewusstlose Applejack samt der gefesselten Schuldirektorin Celestia herbringen ließ und sie zu erschießen drohte, dabei erfuhr Pryne auch gleich noch dass sie die ganze Zeit einen Undercover-Spion der ISB in den eigenen Reihen gehabt hatten...

Wutschnaubend gab er seinen Männern den unliebsamen Befehl und beschimpfte im Anschluss den miesen Feigling von ISB-Agent, was dieser mit einem Schlag ins Genick seines Gegners erwiderte und kurz bevor dieser in Ohnmacht fiel noch dreckig in dessen Ohr höhnte:

"Ach ja, dein Ausraster in der Ponywelt neulich... es war mein Verdienst - ja, ich war es der deine Twilight im Wald überfallen und ihr ein Mittel verabreicht hat das ihren Geist böse gemacht hat... und willst du auch wissen warum?! - Tja, es ging mir um einen Anhänger... ich schätze du erinnerst dich... der Anhänger der Black-Ponys... sein Rand war es den mein Boss wollte... nichts sonst... ach ja, und dich!"

Pryne war in diesem Moment so geschockt und gleichzeitig entschlossen wie lange nicht mehr - einerseits überkam ihn wieder das Gefühl der alleinigen Schuld, vor allem weil er jetzt den wahren Schuldigen, der ihm und seiner Freundin all das Leid, den Schmerz und diesen sinnlosen Wahnsinn angetan hatte, anderseits wuchs seine Wut auf den verhassten Erzrivalen.

Und bevor er in das bodenlose schwarze Loch stürzte schwor er sich Dargo Maximus sobald er die Chance dazu hatte zu töten und leiden zu lassen - so wie er es ihn und seinen Freunde hatte tun lassen...

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Adagio kochte vor Wut über den Verlust ihrer Beschützer und ließ diese an ihrer Freundin Sonata aus:

"VERDAMMT, DIE HOLEN AUF!!! - TU WAS UND SITZ HIER NICHT SO TATENLOS RUM WÄHREND DIE UNSERE LETZTEN LEUTE ABNALLEN!!!"

"MEINE FRESSE, ICH BIN NICHT TAUB!!!", schnaubte die Angesprochene sauer, "HÖR AUF MICH HIER ANDAUERND ANZUPFLAUMEN!!!"

"JETZT HÖR DU HIER AUF HIER DIE NERVEN ZU VERLIEREN!!!", beschwerte sich Aria vom Fahrersitz, "ICH KANN MICH BEI EURER STREITEREI NICHT AUF DIE STRAßE KONZENTRIEREN!!!"

Sonata lagen böse Worte auf der Zunge, doch sie biss sich auf die Zunge und erledigte wortlos ihren Job.

Nachdem sie das Telefonat beendet hatte lehnte sie sich zurück und seufzte.

Langsam aber sich bekam sie erste Zweifel an Adagois Vorhaben...

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Der Ziegenbock rannte mit spritzenden Schritten durch die Abwasserkanäle unter den Hochhäusern der Leipziger Innenstadt.

Sein Ziel hatte er klar vor Augen, jetzt linksrum, gleich wieder rechts, zweimal geradeaus, nochmal links und... da war er auch schon, die Panzertür mitten in dem stillgelegten Kabelschacht war unverkennbar die nördliche Eingangstür zum Hauptquartier der Untergrundeisenbahner.

Ohne Umschweife öffnete sie sich, da sie ihn schon bei seiner Ankunft gescannt und für befugt zum Eintritt erklärt hatte, noch die zwei Riegel aufschieben und schon war er drin - überrascht blickte der Türposten von seiner Zeitung auf, bevor er ihn erkannte und freudig begrüßte:

"Mensch Ziegenbock, was machst du denn hier? - Und was ist da oben eigentlich los?! Du weißt doch bestimmt..."

"Na klar doch, das Chaos am Hauptbahnhof war mein Part, auch Robert und andere sind hier... wir verfolgen die Dazzlings, die Sunset entführt haben..."

"Mit diesen Sirenen hat man nur Ärger!", schnaubte Hannes wütend, "als würden wir die nicht schon genug überwachen, nein, diese Weiber müssen uns immer auf Trab halten!"

"Nein... heute nicht.", grinste der Ziegenbock schelmisch, "nein..."

"Aber ich denke..."

"Heute habt ihr offiziellen Abschussbefehl!", verkündete der alte General lachend, "also raus aus den Bunkern und rann an die Dazzlings!"

"Wieso ihr? - Kommst du nicht... ?!"

"Nein... ich muss nach Applejack sehen, irgendwie ist der Funk zur Equestria High gestört und..."

"Schon klar... dann will ich dich mal nicht lange aufhalten, nur bevor du verschwindest sag mir bitte noch wo wir sie finden können..."

Kurz berichtete der Ziegenbock, Hannes lauschte gebannt und musste sich stark zusammenreißen um nicht laut los zu lachen, salutierte am Ende der kleinen Besprechung und flitzte anschließend zu den Quartieren der anderen Untergrundeisenbahner davon um ihnen mitzuteilen, dass sie wieder etwas zu tun hatten, der alte General verließ das Hauptquartier genau so schnell wie er gekommen war und verschwand wieder in den Katakomben der Stadt Leipzig.

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Keine fünf Minuten später rasten seine Männer und Frauen den Spuren der Sirenen unter der Erde mit ihrer Bergwerksbahn hinterher, schnitten ihnen gekonnt den Weg ab und kletterten nahe bei der Equestria High durch ein einsturzgefährdetes Haus nach oben, postierten sich in dem dort befindlichen schon lange geschlossenen Geschäft, dem kleinen Grünstreifen dahinter, auf der gegenüberliegenden Straßenseite in zwei Hauseingängen und hinter einigen Mülltonnen, verteilten ihre Waffen oder stellten eine Stand-MG in dem Geschäft auf, besprachen sich ein letztes Mal untereinander, Hannes gab letzte hektische Befehle und alle gingen auf ihre Posten.

Noch war alles ruhig, doch wie lange noch?, fragte sich Hannes nervös, wie lange noch?!

Auch die anderen Untergrundeisenbahner beschäftigte diese Frage mehr als alles andere, zumal alles so plötzlich war... ohne Koordinierung, einfach nur ein Fahrzeug aufhalten und eine Geisel befreien... sie hatten schon Schlimmeres erlebt, aber auch schon besser Vorbereitetes...

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Der Van schoss um die nächste Kurve, die Straßenbahn raste mit Vollgas hinterher, in weiter Entferung kam Robert mit seiner E-Lok angeprescht - durch den Radius kam er damit jedoch nicht und donnerte mit Karacho geradeaus in eines der Reihenhäuser und brachte den maroden schon seit Jahren leerstehenden Bau unter lautem Getöse zum Einsturz.

Mit Entsetzen starrten Eross und Niben in den Rückspiegel und konnten es einfach nicht fassen - sie hatten Robert UND Hellje verloren, und selbst wenn er nicht tot war, dann musste er schwer verletzt sein... und dass das nicht gerade gut war, zumal sie schon die weit entfernten Polizeisirenen hören konnten... trotzdem verlor keiner von ihnen auch nur ein Wort und sie hielten sich umso verbissener an die Verfolgung vor sich, obwohl den beiden eigentlich zum Heulen zumute war... sie hatten einen ihrer besten Freunde verloren - wenn nicht sogar für immer.

Eross schluckte schwer beim Gedanken daran und war fasziniert von Stryker, der von all dem nichts mitbekommen hatte und sich komplett auf den nächsten Schuss fixiert hatte, der Schuss der sitzen musste.

So bekam er auch nicht mit wie sich zwei neue Fahrzeuge halb vor sie und links neben sie setzten und das Kreuzfeuer auf seine beiden Freunde eröffneten, die sich nur mit Mühe und größter Gefahr für sich selbst gegen diesen Feuersturm wehren konnten.

Fast schon automatisch feuerten Niben und Eross aus ihren Deckungen blindlings auf die Autos des Feindes, der sich nichts um seine eigenen Verluste scherte und seine Mitglieder wie Stalin nach vorne in die Schlacht trieb, und auch wie damals schon war es schier die Masse an Angreifern die die Freunde nicht schnell genug abschießen konnten wie er nachrückte - er erdrückte Eross und Niben schließlich, die ersten waren auf die Straßenbahn übergesprungen und lieferten sich dort das Gefecht mit ihnen - Sitz um Sitz eroberten sie und drängten die beiden immer mehr zurück, Stryker nahmen sie nicht einmal wahr, er war zu unauffällig... dagegen waren seine Freunde nun in echten Schwierigkeiten, hatten kaum noch Ausweichmöglichkeiten, schwammen im Blut der toten Gegner und hatten das qualmende Steuerpult im Nacken, dass zusätzlich noch Blitze um sich schleuderte und die beiden Freunde immer wieder eine wischte und sie umso mehr in die Knie zwang - bis Eross nicht mehr konnte und seine Waffe zu Boden fallen ließ.

Ensetzt starrte Niben ihn an - doch auch er realisierte in diesem Moment dass sie verloren hatten...

Gerade als er seine Waffe ebenfalls dem Feind entgegen werfen wollte gab brach die Hölle vor ihnen los und Stryker drückte ab.

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Kapitel 5 - Das Armulett der Götter Bearbeiten

Die drei MG-Schützen der Untergrundeisenbahner zerfetzten mit unzähligen wenige Millisekunden nacheinander abgeschossenen Kugeln die Holzbeplankung des Schaufensters und die Theke, erwischten den zwischen den Sirenen und der Straßenbahn befindlichen Van und verfehlte damit sein eigentliches Ziel nur knapp, jagten aber den Eross und Niben in Schach haltenden Angreifer mit einer gewaltigen Explosion in die Luft, wodurch auch der Wagen der Dazzlings leicht schräg gedrückt wurde und Stryker so jemanden in sein Zielfernrohr bekam und ihm gezielt eine Kugel in den Kopf jagte.

Die anderen Ziegenkämpfer feuerten auf beide noch verbliebenen Klein-LKWs und zerschossen die Front des zweiten Angreifers der Straßenbahn mit massiven Feuerstößen völlig, töteten dabei auch alle dort noch aufsitzenden Gangmitglieder und ließen ihn führerlos geradewegs in das Geschäft rasen, die dort befindlichen MG-Kanoniere hatten sich schon längst wieder zurück in ihren Schacht gemacht und blieben nahezu unbeschadet, einzig ein paar Backsteine polterten bis hinunter in die Abwasserkanäle und erwischten einen von ihnen leicht am Kopf... bei dem Dickschädel blieben zum Glück schwerere Verletzungen aus.

Eine der noch oben kämpfenden Ziegen erwischte den rechten Vorderreifen des Van der Dazzlings mehrfach und zerriss die Felge, durch Strykers Präzisionsschuss war auch der Fahrer außer Gefecht gesetzt und keiner der anderen Insassen konnte schnell genug reagieren und den Wagen in Position halten und das Auto überschlug sich mehrfach heftig, bis es schließlich kurz vor dem Eingangstor der Equestria High liegen blieb.

Niben hatte das alles mit Entsetzen beobachtet und riss sofort die Notbremse nach unten, Eross konnte sich gerade noch rechtzeitig an einer Haltestange festhalten, Stryker wurde mit dem Kopf voran unter das Steuerpult geschleudert und schlug sich Nase, Unterlippe und Stirn auf, blutend schob er sich gegen die Fliehkraft ruckartig wieder hinaus und hielt sich die schmerzenden Wunden, seine jammernden Wehklagen wurden vom Bremsenkreischen und dem sie umgebenden Schlachtlärm um ein Tausendfaches übertönt, Eross verlor fast die Nerven, sein Kopf drohte von dem Krach zu explodieren, seine Hände klebten nach wie vor an der Stange, Niben hielt nun nichts mehr auf seinem Sitz und der Gott sprang aus der zerschossenen Frontscheibe der Straßenbahn, sprintete ohne Deckung mit dem festen Gedanken an seine Sunset durch das peitschende Gegenfeuer des Feindes, doch es war nur einer, der aus dem Van schoss... das andere waren ISB-Kämpfer!

Miese Feiglinge!, keuchte er zornbebend, als Adagio Sunset in ihrem Feuerschutz auf die Equestria High zuschleifte, er selbst musste sich hinter den brennenden Van ducken um diesem Feuersturm zu entgehen, aus den Augenwinkeln erkannte er gleichzeitig noch Sonata und... die tote Aria Blaze, die am Steuer gesessen hatte und über deren Leiche ihre Freundin heulend lag und es nicht wahrhaben wollte.

Wütend hörte er Adagio brüllen:

"KOMM VERDAMMT SONATA, ARIA IST PASSÉ, LASS SIE IN FRIEDEN UND GIB MIR LIEBER DECKUNG, ICH MUSS BIS ZUM PORAL DURCHKOMMEN!!!"

Ihre Freundin erwiderte darauf nichts, ließ die tote Aria los und rannte ihrer Anführerin und Sunset hinterher, Niben nutzte den günstigen Moment und sprengte die in unter Beschuss haltenden ISB-Kämpfer mit einem gewaltigen Blitz in die Luft, schaltete die übrigen mit einem umstürzenden Baum aus und erreichte das Schultor - wo er mit Entsetzen stehen blieb:

Der Parkplatz war voller ISB-Kämpfer, vor ihnen knieten etliche als Geiseln genommene Schüler, vor der Statue am Eingang standen Dargo Maximus und Rarity, vor den Füßen des ISB-Agenten lag Lord Pryne im Staub und rührte sich nicht, zwischen ihnen stand die gefesselte Schuldirektorin Celestia und zitterte, vor ihr knieten Applejack und Twilight, diese hatte die Pistole von Rarity an der Schläfe, Adagio und Sonata waren kurz vor ihnen stehen geblieben, die Anführerin der Sirenen hielt Sunset ein langes Messer an die Kehle, ihre Freundin schwamm noch immer in ihren Gefühlen und kämpfte erneut mit den Tränen, was Adagio nicht im Geringsten zu interessieren schien und sie den Gott ankeifte:

"WAFFEN WEG UND HÄNDE HOCH, UND WAG ES JA NICHT DEINE MAGIE ZU BENUTZEN, EINEN SCHNITT UND DEINE FREUNDIN IST TOT!!!"

Widerstrebend gehorchte er und schleuderte ihr in hohem Bogen sein Maschinengewehr und die Granaten vor die Füße, riss sich den Munitionsgürtel von den Schultern und ließ auch sie fallen, schnaubend schob er sie ein Stück von sich weg und hob seine Hände.

"Gut so...", lachte seine Kontrahentin dreckig, "ist doch ein schönes Gefühl mal den großen Niben ganz schwach und erbärmlich zu sehen - und hingerissen zwischen seinen Gefühlen, seiner Kämpfernatur und seiner Freundin... zum Schreien komisch... fesselt ihn!"

Zwei ISB-Kämpfer kamen langsam auf ihn zu und legten ihm Handschellen an, drückten ihm anschließend ihre Gewehrläufe in den Nacken und zwangen auch ihn auf die Knie, er wehrte sich nicht - seine Angst um seine Freundin hielt ihn fest in ihren Klauen.

"WAS WILLST DU VON SUNSET?!?!", schrie er zornig, "WENN ES MEINETWEGEN IST DANN LASS SIE LAUFEN, ABER..."

"HALTS MAUL GOTT!!!", donnerte es zurück, "ICH WERDE NICHT ANGESCHRIEN!!! - Und es geht gerade um deine Sunset, aber ich glaube nicht dass es allein deine Sunset ist..."

Mit ihrem Messer fuhrwerkte sie leicht am Hals ihres geknebelten Opfers herum und brachte Niben an den Rand des Wahnsinns, nur mit Mühe konnte er sich beherrschen und schnaufte mit zusammengepressten Lippen:

"Was-soll-das-heißen?!"

"Oh, hat sie dir das nicht erzählt, dass sie hier eine hübsche sündhaft teure Eigentumsetage hat und warum sie diese Wohnung längst noch nicht aufgegeben hat und mit wem sie sich immer abends trifft?! - Nebenbei bemerkt kennst du ihn mehr als nur gut, ja, ich würde sogar vermuten dass ihr Freunde seid... tja, das ist wohl das Leben..."

Ihre linke Hand fuhr durch Sunsets langen Haarschopf und jagte ihr und Niben einen erneuten wahnsinnigen Schauer über den Rücken jagte, bevor sie fortfuhr:

"Aber das kannst du ja gleich aus erster Hand erfahren, ach nein... eure Freunde in der E-Lok sind ja außer Gefecht wie meine Männer berichtet haben... und da kommt ja auch schon mein Ex-Freund Eross... schau mal einer an..."

Niben würdigte seine beiden Freunde, die mittlerweile von ISB-Kämpfern umstellt worden waren und sich ebenfalls ergeben hatten keines Blickes, auch sie wurden mit erhobenen Händen und unter schärfster Bewachung ihrer Feinde auf Adagio zugeführt und mussten neben Niben stehen bleiben, während die Sirene vor ihnen höhnte:

"Ich wusste doch, dass wir uns eines Tages wiedersehen, Eross... und ich habe auch vorausgesehen dass ich dir dieses Mal überlegen sein werde... ein für alle mal!"

"Du hast mich noch nie besiegt, du hast es immer wieder versucht... aber nie geschafft...", konterte ihr Ex-Freund, "nur weil du immer den Ton angeben musstest!"

"Das ist doch logisch, ich bin eben die geborene Bestimmerin!", kicherte sie, "und jetzt hast du eine Neue... einen Schatten wie ich gehört habe... pfff, sowas Exotisches..."

"SAFIRA IST...", verlor Eross die Fassung, doch einer der Männer hinter ihm rammte ihm sein Gewehr in die Seite und ließ ihn schlagartig verstummen und sich unter starken Schmerzen zusammenkrümmen, sodass Adagio wieder freies Feld für ihre Beleidigungen hatte:

"Mir kann sie niemals das Wasser reichen, passt aber zu dir... Schwächling und Schwächling..."

"Du miese...", keuchte er mit schmerzverzerrtem Gesicht und bekam gleich den nächsten Schlag verpasst, der ihn zu Boden gehen ließ, "du... du... Miststück..."

"Oh, der Herr wird aufmüpfig?! - Ich sag dir mal was Eross - wer mich beleidigt lebt normalerweise nicht mehr lange... aber da ich im Moment wichtigeres zu tun habe als dich so lange zu foltern bis du von ganz alleine sterben willst hast du noch einmal Glück gehabt... außerdem vergreift man sich nicht an Schwächeren, ach ja, ich sehe das nicht so eng... also weiter im Text, Agent Maximus, die Stücke bitte!"

Dem ISB-Agenten böse Blicke zuwerfend, die ihn nicht im Geringsten störten machte sich Dargo Maximus daran die Panzerstahlkiste, das zwei seiner Leute kurz vorher aus einem gepanzerten Transporter vor seine Füße gestellt hatten mithilfe von zwei Schlüsseln und einem Zahlenschloss zu öffnen, bekam schließlich den Deckel auf, stemmte ihn nach oben und holte ein Kissen heraus, auf dem mehrere goldene Fragmente lagen.

Mit geduldigen Schritten stolzierte er zu Adagio, die Sunset losließ und in die Obhut von Sonata übergab, die kaum mit der Lage fertig wurde und mit dem Messer ihrer Freundin nervös herumfuchtelte, was Niben schon wieder an den Rande des Wahnsinns trieb.

"So... jetzt sind sie vereint!", dröhnte Adagio mit dunkler Stimme, "jetzt verbindet euch, so wie es geschrieben steht, verbindet euch, wenn ich es sage..."

Sie hob ihre Stimme um eine Oktave und sprach dann den Zauber:

"VEREINT EUCH, SO WIE ICH, EURE NEUE GEBIETERIN ES WILL!!! - Deorum enim simplex Amulet!"

Niben kapierte erst in diesem Moment erst worum es die ganze Zeit gegangen war... um seine Vergangenheit - und jetzt war es zu spät - die Bruchstücke des Amulett, dessen Existenz er schon lange für nicht mehr vorhanden geglaubt hatte lag da wenige Meter vor ihm und würde wieder so mächtig werden wie einst.

Und wenn das soweit war war alles aus... die Sirenen kannten keine Gnade.

Mit diesem letzten Gedanken schloss er weinend seine Augen.

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Die Sekunden der Stille verstrichen unendlich langsam und Eross Schmerzen drohten ihn zu zerreißen, mit aller Willenskraft und dem Rachegedanken an Adagio widerstand er allem Übel und schaffte es seinen Kopf in Richtung der verhassten Ex-Freundin zu drehen, deren Gesicht zum einen höchstes Erstaunen und zum anderen höchste Wut widerspiegelte.

Noch immer lagen die Teile des Amuletts vor ihr, nur vereinigen wollten sie sich nicht...

"WARUM... ?!?!", begann Adagio noch, bevor der Rest ihres Satzes in einem gewalten Knall und von einer Staubwolke verschluckt wurde, die alle und alles andere einhüllte.

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Um niemanden auch nur den Gedanken an eine Flucht verschwenden zu lassen schossen die ISB-Kämpfer wild in die Luft und ließen ihre Geiseln noch weiter in sich zusammen zucken.

Nichts und niemand regte sich, auch Niben harrte völlig bewegungslos auf seinem Platz, denn was er da vor sich sah konnte er einfach nicht fassen:

Da wo eben noch das Eingangstor zur Equestria High gewesen war steckte nun eine E-Lok umgeben von einem Trümmerhaufen bis zu den Puffern in der Erde, nein, es war DIE E-Lok, die E-Lok von...

Zack!, sprangen Robert, Atlanas und... sein Vater Hellje aus dem Führerstand, mit ihren Waffen im Anschlag und wilden Gesichtern... genau so lange bis Dargo Maximus seine Pistole an Schuldirektorin Celestias Kopf gefährlich knacken ließ und sie feststellen mussten dass das nicht die Ziegen waren, die die Schüler rechtzeitig evakuiert hatten...

Ohne ein Wort verlieren zu müssen krachten alle drei Gewehre vor den ISB-Agenten auf den Boden und dieser begann hämisch zu lachen.

"Ach guck an, da sind ja die restlichen ach-so-großen Helden aus der... anderen Welt, und alle drei unterwerfen sie sich mir ohne dass ich was sagen muss... gut so..."

"Ich unterwerfe mich dir nicht, mir bleibt schlichtweg keine andere Wahl...", knurrte Atlanas wütend, "ihr habt Geiseln..."

"... unter denen sich auch deine Freundin befindet, tja...", kicherte Adagio böse und Niben blieb vor unbändiger Wut die Luft weg, sein Atem wurde schneller, seine Augen verengten sich zu Schlitzen, seine Muskulatur spannte sich unwillkürlich an, in seinem Kopf drehte sich alles nur um Atlanas - Atlanas hier, Atlanas da, Atlanas in Leipzig, Atlanas mit Sunset...

Ohne Kontrolle über seine Gefühle warf sich der Gott gegen seine Fesseln und seine Bewacher, die ihn nur mit größter Mühe zu Boden ringen und dort halbwegs unter Kontrolle halten konnten.

"ATLANAS DU MIESES SCHWEIN!!!", brüllte er betrogen, "WENN ICH DICH ERWISCHE WERDE ICH DIR ZEIGEN WAS ICH MIT BETRÜGERN WIE DIR MACHE, DU ARSCH VON FREUND, DU MISTKERL, DU MIESES STÜCK SCHEIßDRECK, DU... !!!"

Atlanas sank immer weiter in sich zusammen und Sunset brach in bittere Tränen aus, was Adagio erst so richtig in Fahrt brachte:

"Wie rührend... sie heult, er will ihn umbringen... hach, diese Harmonie hier an dieser Schule... wie ich diesen Hass und diese Mordlust liebe... so muss eine gute Beziehung sein, nicht wahr Eross? - Und jetzt...", sie drehte sich zu Dargo Maximus um, "schuldest du mir eine Erklärung, warum..."

"Ich kann mir das auch nicht erklären!", stammelte er und blätterte hektisch in dem Buch herum, "eigentlich sollte..."

"ES FUNKTIONIERT ABER NICHT!!!", keifte die Sirene ihn an, "UND DA ES DEIN JOB WAR DICH UM DIE BRUCHSTÜCKE ZU KÜMMERN SOLLTEST DU JETZT SCHNELL DEN FEHLER FINDEN, ODER DU WIRST DAFÜR BEZAHLEN!!!"

"Z... zu Befehl!", zitterte er und fummelte hektisch an den Teilen des Amulettes herum, "warum zur Hölle geht das nicht?! - Hey, Momentchen mal..."

Er hielt mit zwei Fingern etwas hoch, das Atlanas und Niben zu gut kannten - es war Sunsets Lieblingsanhänger, der den sie immer bei sich trug und eigentlich nur zum Schlafen ablegte.

Erst jetzt fiel den beiden auf dass das Schmuckstück in Form einer Raute eigentlich aus zwei Dreiecken bestand... Hellje musste von Robert gestützt werden um nicht in Ohnmacht zu fallen und Adagio versuchte diese beiden Teile voneinander zu trennen.

"Wieso-kleben-diese-Mistdinger-schon-wieder-zusammen?!", schnaufte sie unter größter Kraftanstrengung, "warum-willst-du-nicht-auseinander...?!"

"Weil sie von den Kräften zweier Götter zusammengehalten werden...", ertönte plötzlich Angels Stimme aus Eross Mund, "und wir diese Verbindung nicht noch einmal trennen werden!"

Ungläubig starrten Adagio und Dargo den im Staub liegenden Hengst an, als dann noch Death "Wir lassen uns nicht mehr los, nicht um dem Bösen zu dienen!" aus seinem Mund verlauten ließ überkam sie ein ungutes Gefühl, doch Eross verstummte genauso schnell wieder wie er erwacht war.

"Scheint so als hätten wir ein unverhofftes Problem... Sonata, mach Sunset kalt wenn sich diese Stimmen aus Eross nicht schnellstens dazu entscheiden uns doch zu helfen..."

"NEIN!!!", schrie Atlanas entsetzt und versuchte sich auf die Sirene zu stürzen, im letzten Moment konnte Robert ihn festhalten und zu Boden reißen, mehrere ISB-Agenten waren sofort bei ihnen und packten Sunsets Liebhaber, stießen Robert zurück und richteten ihre Waffen auf den Ziegenkönig, während sich auf Atlanas einschlugen.

Auch Niben stemmte sich wieder gegen seine Gegner, dieses Mal viel stärker, doch auch dieses Mal schaffte er es nicht sich auch nur einen Millimeter vom Boden zu heben, Adagio beobachtete das einen Moment lang und bekam auch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, dass sie den Gott nicht bändigen konnte bevor das Amulett einsatzfähig war wusste sie nur zu gut...

"Ich habe lange genug gewartet...", zischte sie wütend, "Sonata, dein..."

In diesem Moment passierten zwei Dinge gleichzeitig.

Erstens, die Angesprochene ließ Sunset ohne Vorwarnung los, riss ihr mit einem Ruck das Panzertape vom Mund zerschnitt mit einer schnellen Handbewegung die Handfesseln ihres Opfers, schoss dann blitzartig nach vorne und riss das Schmuckstück, das Adagio noch in der Hand hielt aus deren Klammergriff und umschloss es mit ihrer eigenen Hand. Kaum hatte sie den letzten Finger geschlossen blitzte für Sekundenbruchteile ein gleißend helles Licht in ihrer Hand auf und ihr Atem beschleunigte extrem, gleichzeitig rammte Adagio ihr das Messer, mit dem sie eigentlich Sunset hatte in Schach halten sollen in die Seite und die Sirene brach kraftlos zusammen.

Zweitens, Mary hatte ihre Bewusstlosigkeit, die sie sich beim Aufprall auf das Steuerpult bei der "Hausdurchfahrt" zugezogen hatte überwunden und kam aus der Lok gehumpelt - und umhängen hatte sie noch immer den Glücksbringer Roberts, den er ihr kurz vor ihrem Aufbruch nach Leipzig noch mit den Worten "Er wird dich ganz bestimmt aus dem Schlamassel ziehen..." überreicht hatte, und dieser strahlte nun golden. Bevor Adagio, Dargo Maximus, Rarity oder irgendjemand anderes auf Seiten der ISB reagieren konnte erhoben sich die anderen Bruchstücke des Amulettes von ihrem Kissen, schossen magnetisch vom Mittelteil angezogen auf Roberts Cousine zu und setzten sich an ihren richtigen Platz - Nibens Stück nach oben, Cyros nach unten, Angels nach links, Deaths nach links und der Rand rings herum. Augenblicklich explodierte ein Licht mit der Stärke von tausenden Sonnen mitten in den Trümmern der Equestria High und blendete alles und jeden für einen Augenblick lang, einzig die, denen Hellje vorher mit Telepathie den Befehl die Augen zu schließen übermittelt hatte waren sofort kampfbereit und schnappten sich ihre Waffen vom Boden.

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Kapitel 6 - Die Schlacht um die Equestria High Bearbeiten

Eross war mit einem Mal hellwach und schneller bei Adagio als ihn jemand hätte ihn aufhalten können, rammte ihr sein Schwert durch den Hals und genoss den letzten angsterfüllten Moment ihres Lebens, ihren überraschten und gleichzeitig schmerzverzerrten Gesichtsausdruck und all ihr Blut dass ihn bespritzte.

Death hatte die volle Kontrolle über ihn übernommen.

"NEIIIIIIN!!!", schrie Dargo Maximus entsetzt und legte auf den Hengst an, doch Pryne warf sich mit voller Wucht gegen sein linkes Bein und brachte ihn zu Fall, warf sich auf den verhassten Widersacher und schlug ihm trotz gefesselter Hände mehrmals so heftig den Kopf auf den Asphalt, dass dem ISB-Agent die Sternchen vor den Augen flimmerten, auf einmal fiel der Druck seines Gegners von ihm ab und er rappelte sich wieder auf, suchte hastig nach seiner Pistole und - wurde in diesem Moment von seiner eigenen Waffe erledigt, die Pryne in den Händen hielt.

Stöhnend sank er im Todeskampf zu Boden, während sein Blut aus der Wunde strömte und seine Kleidung durchnässte.

Und das letzte was Dargo Maximus auf dieser Welt vernahm war Prynes höchst zufriedenes Lachen in seinen Ohren.

Es war das Lachen eines Siegers.

Gleichzeitig war Applejack trotz Handschellen mit zwei Sätzen hinter Rarity, warf ihre Arme über deren Kopfund schnürte ihr beim Zurückziehen die Luft mit ihren eigenen Handfesseln ab.

Twilight, die inzwischen längst in den Armen ihres Freundes Pryne lag und herzzerreißend schluchzte sah wortlos aus den Augenwinkeln zu und wischte sich die Tränen aus den Augen - auch sie hatte Raritys Tod gewollt so wie all die anderen die sich in der Beautyqueen getäuscht hatten - einer falschen Undercover-Spionin der ISB.

Das Bauernmädchen ließ sich nicht abschütteln - egal wie wild ihre Kontrahentin sich versuchte aus ihrem Würgegriff zu befreien es gelang ihr nicht, bis sie schließlich keine Luft mehr bekam, ihr Gesicht blau anlief (passend zu ihren Haaren) und sie tot zu Boden sackte.

Applejack wischte sich den Staub aus dem Gesicht und strich sich eine Haarsträne zurück.

Ihre Arbeit war getan.

Robert und Hellje eröffneten mit ihren AKs ohne Umschweife sofort das gezielte Feuer auf die ISB-Terroristen, dass die Geiseln vor ihnen knieten war ein Glücksfall ohnegleichen - kein Schüler wurde durch ihre schnellen Feuerstöße verletzt.

Auch die übrigen gefangenen Sword-Squards unter Agais hatten mittlerweile ihre Bewacher überwältigt, diesen die Sturmgewehre abgenommen und rangen nun verbissen mit den neuen Angreifern, was sich leider nur ohne Schießen bewerkstelligen ließ wenn man keine Zivilisten verletzen wollte.

Ihren Anführer hatten sie die ganze Zeit im Visier, doch anscheinend brauchte er keine große Hilfe - sowieso schien direkt vor dem Schuleingang überhaupt nicht gekämpft zu werden, in diesen Bereich schaffte es auch kein ISBler vorzudringen weil dort eine Art unsichtbare Wand zu sein schien die sie nicht durchließ, dafür aber alle Schüler und Lehrer, die von - ja, sie waren es, die Untergrundeisenbahner - schnellstmöglich durch die Schneise in der Schule in Sicherheit gebracht wurden.

Mitten in dieser Menge standen außerdem immer noch die Schuldirektorin neben ihrer Schwester, die noch weniger fassen konnte als sie selbst was hier eigentlich los war, Applejack, die versuchte die beiden aufs Neue zu beruhigen, Pryne und Twilight, die wie Atlanas und Sunset unter Freudentränen miteinander kuschelten und Niben und Eross, die beide irgendwie mit den Gedanken ganz weit weg zu sein schienen.

Keiner von ihnen konnte so recht fassen was in den letzten fünf Minuten alles geschehen war...

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Mary bekam alles was unter ihr passierte bei vollem Bewusstsein mit, war jedoch von der Macht und Kraft des Amuletts, dass um ihren Hals hing völlig unfähig ihrem Cousin oder jemand anderem von ihrer Seite zu helfen.

Wilde Blitze zuckten um sie herum während sie immer höher schwebte und schon knapp auf Wolkenhöhe flog und Magie durch sie hindurch floss - Magie in Dimensionen wie sie nicht einmal durch Götter fließt.

Das Amulett war es auch dass an ihrer Stelle kämpfte - ein Blitz nach dem anderen röstete einen ISB-Kämpfer nach dem anderen und gleichzeitig schützte der glühende Schild aus Magie die noch in der Gefahrenzone verbliebenen Schüler.

Und das letzte, was sie spürte war ein warmer Wind, der ihr um den Kopf strich und ihre Mähne wehen ließ bevor wieder ein gleißend helles Licht vor ihren Augen explodierte und sie das Bewusstsein verlor.

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Endlich war das Portal offen und die ersten rannten hindurch, nur vier blieben - Applejack, die sich - jetzt wieder mit freien Händen - eine Bazooka von einer Untergrundeisenbahnerin borgte und damit zu ihrem Freund flitzte, der die Meute Ziegen in die Schlacht geführt hatte und wieder mal im letzten Moment gerade rechtzeitig gekommen war um Seite an Seite mit ihm der ISB entgegen zu stehen, Pryne, der noch einmal zu seinem toten Erzfeind zurückgekehrte und Sunset mit Atlanas, die es aus ungeklärter Ursache zurück aufs Schlachtfeld zog.

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Der Lord der Black-Ponys schritt unbeachtet von dem Kampfgeschehen um sich herum zum toten Körper von Dargo Maximus hin und kniete sich vor ihn, atmete einmal tief durch und zog dann mit einem Ruck dessen Maske von seinem Gesicht.

Das Gesicht, das er da sah erschreckte ihn so sehr dass er sich erst mehrfach gegen den Kopf schlagen musste um zu merken dass es echt war - es war sein Gesicht.

Vor ihm lag der Pryne der Menschenwelt.

Er hatte die ganze Zeit gegen sich selbst gekämpft... und jetzt verstand er auch warum Twilight keinen Hilferuf aus dem Wald abgeschickt hatte... sie hatte ihn erkannt...

Da stand er, umgeben von der Schlacht, und konnte es immer noch nicht fassen.

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Atlanas war froh nicht mehr in Nibens Nähe sein zu müssen, und da der schon von zwei Ziegensanitätern in die Ponywelt verfrachtet worden war war ihm etwas wohler - aber nicht dabei noch hier durch das Kampfgeschehen rennen zu müssen.

Er verstand Sunset auch nicht - es war ihm im Moment auch egal, Hauptsache er war bei ihr...

"Da drüben!", rief sie plötzlich aufgeregt und zog ihn zu der am Boden liegenden und halb toten Sonata Dusk hin, "hier ist sie... bitte, nimm du sie!"

"Wieso willst du sie retten?!", fragte er sie entsetzt, "SIE HAT DICH ENTFÜHRT UND... !!!"

"Sie hat meine Fesseln zerschnitten und mich losgelassen - auch wenn vorher etwas anderes war ist das Mindeste was ich für sie tun kann sie hier raus zu bringen..."

"Das ist... also schön, ich will auch raus hier, also los!"

Verunsichert packte Atlanas die Sirene und raste hinter seiner Freundin her zum Portal und sprang ohne einen weiteren Gedanken an seine ihm den Rücken freihaltenden Freunde hindurch.

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Robert, der Ziegenbock, Applejack, Stryker, Hellje, Agais, Hannes und all die anderen Ziegen und Black-Ponys lieferten sich die Schlacht ihres Lebens, weil ausgerechnet jetzt das Portal streikte und ihnen den Rückweg nach Hause versperrte.

Selten hatten sie so viele führungslose aber zu allem entschlossene Gegner erlebt, doch genauso selten waren diese Feinde dümmer gewesen als sie es heute waren - ein Grund mehr für die Freunde so richtig die Sau rauszulassen.

Robert mähte eine Reihe ISBler nach der anderen um ("YEEEEEEAAAAAAR!!!"), sein Bruder und dessen Freundin feuerten Rücken an Rücken eine Panzerfaust nach der anderen ab ("FRESST ZIEGENSTAHL IHR MIESEN IMPERIALEN SCHWEINEHUNDE!!!"), Stryker hatte auch ohne Zielfernrohr und mit einem Sturmgewehr die Lage um sich herum im Griff ("FÜR PINKIEEE!!!"), Hellje flambierte alles was ihm vor die Hände kam ("ICH MACHE EUCH FEUER UNTERM ARSCH!!!") und Agais und Hannes lieferten sich an der Spitze ihrer kleinen Armeen ein Blutbad nach dem anderen mit den Imperialen Armisten ("LOS, VORWÄRTS MÄNNER, MACHEN WIR SIE PLATT!!!")... dummerweise waren die mehr als nur leicht in der Überzahl, dazu kamen erste schwerbewaffnete Polizeieinheiten, die zwar eine Zeit lang von der ISB aufgerieben wurden, dann aber erste Durchbrüche schafften und bald alles umstellt hatten.

Schließlich standen nur noch wenige Imperialisten zwischen ihnen und den Equestrianern und wurden schamlos niedergeschossen, als ihre toten Körper in den Staub sanken und die Freunde mit Entsetzen feststellen mussten dass sie umstellt waren und auch erste Panzer der Bundeswehr anrollten war es an Robert die Sache zu beenden bevor die Lage erneut eskalierte.

Seinen Dönerspieß hoch erhoben und unmittelbar in tausende auf ihn gerichtete Gewehrläufe blickend verkündete er lauthals:

"WIR KÄMPFEN BIS ZUM LETZTEN PONY!!!"

Bevor seine entsetzten Freunde ihre persönliche Kapitulation herausschreien konnten hörten sie ein lautes Brummen über ihren Köpfen und erstarrten vor Ehrfurcht zu Eisklötzen.

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Bestimmt hundert Doppeldecker der Ziegenarmee stürzten sich in diesen Sekunden wie ein Schwarm wütender Bienen auf die SEKs und die Bundeswehr, die zwar selbst Helikopter hatten aber niemals mit einem Luftangriff - woher denn auch?! - gerechnet hätten.

Im fordersten Doppeldecker erkannten die Freunde erfreut Prinzessin Luna und Sonea, die auch die erste Bombe mit einem "WIR KOMMEN UND HOLEN EUCH DA RAUS!!!" ausklinkten und gleich fünf angreifende Truppentransporter in die Luft sprengten ehe Jack und Applebloom hinterher geschossen kamen und mit mehreren Napalmgranaten ("JETZT MACHEN WIR EUCH DAMPF UNTER´M ARSCH!!!") die halbe Straße unter sich in Flammen aufgehen ließen.

Mit euphorischen Kampfschreien kam der Rest der Flotte hinterher - keiner ließ sich das große Schießen entgehen und jeder wollte mindestens einen Treffer landen.

Panisch erwiderten die Soldaten und SEK-Einheiten das Feuer ihrerseits, doch ihre massive Unterlegenheit und ihre viel zu späte Reaktion warfen viele von ihnen nieder.

Endlich war auch das Portal wieder funktionstüchtig und die letzten am Boden kämpfenden Equestrianer verschwanden hindurch - zurück nach Hause.

Kaum war das Portal wieder ausgeschaltet verebbte auch der Luftangriff - die Ziegen zogen sich unter Lunas Führung geordnet zurück und auch sie kehrten in ihren Lufthafen nach Down Under zurück, wo sie schon als Helden empfangen wurden.

Am glücklichsten strahlte dabei Robert, der seiner Freundin, seinen Kindern und seinen kleinen Schwestern mit Freundentränen in den Augen um die Hälse fiel und mit ihnen knuddelte als gäbe es kein Morgen - sie hatten es alle geschafft, gemeinsam als Team, so wie immer.

Doch genauso begrüßt wurde Mary, die urplötzlich mitten in Down Under auf dem Marktplatz wie aus dem Nichts erschien war und sich an Nichts mehr erinnern konnte. Als sie auf den Schultern ihrer Finder in den Ziegenpalast getragen wurde erkannte auch Robert sie im ersten Moment nicht wieder - sie hatte Flügel, ja Flügel UND ein Horn... was das bedeutete war jedem sofort klar - Mary war nun eine Prinzessin, mehr als das, sie war eine Göttin - das Amulett ließ sich nicht mehr von ihrem Hals abhängen, es schien an ihr zu kleben - so wie ihr endlich erschienener Schönheitsfleck auch, der auf ihren Flanken das Amulett noch zweimal zeigte.

Hellje sprach anschließend noch einmal mit Robert, Celestia, Luna, seinen Töchtern und ihr über alles weitere - wie sie mit der gewaltigen Kraft am besten umgehen sollte, was zu beachten war und wovor auch sie sich hüten sollte - zum Ende gelobten alle anwesenden Alihörner sie und ihre gewaltige Magie mit aller Kraft zu schützen falls es einmal soweit kommen sollte - hoffen tat es keiner von ihnen, die Aufregungen der letzten Tage hatten gereicht...

Als sie endlich fertig waren hatten sie alle keine Lust mehr auf diese Strapazen und beschlossen sie ein für alle Mal mit einem gewaltigen Fest vergessen zu machen.

Und zusammen feierten sie diese Freude mit allen Ziegen, Ponys und Black-Ponys bis spät in die Nacht, dieses Mal mit den beiden "schulischen" Schwestern aus der Menschenwelt, die so schnell keinen Bedarf daran sahen wieder nach Hause zurückkehren zu wollen.

Auch Lord Pryne und Twilight bekamen Medallien für besondere Dienste von Prinzessin Celestia höchstpersönlich überreicht - und wieder drückte das Black-Pony seine alte Freundin ganz fest und unter herzzerreißenden Schluchzern an sich, ehe es noch Auszeichnungen für den Ziegenbock, Applejack, Eross, der inzwischen wieder normal geworden war und seine Safira mehr als nur einmal überglücklich liebkost und ihr alles haarklein berichtet hatte, Stryker, der mit seiner Pinkie zusammen feierte, Agais, Hannes und all die anderen tapferen Kämpfer.

Als Robert und Hellje an der Reihe waren lehnten beide dankend ab - und von Atlanas und Sunset fehlte jede Spur an diesem Abend, jedoch hatte niemand ein Wort über die zwei in Fluttershys Nähe verloren - niemand wollte sie verletzen und so einigte man sich ihr zu erzählen dass ihr Freund noch in der Menschenwelt verbliebenen war und dort beim “Aufräumen“ half.

Und da waren noch die beiden menschlichen Pony-Schwestern... Robert hätte fast aus Versehen die falsche Luna geküsst, worauf diese erstmal in Ohnmacht gefallen war und nach ihrem Erwachen alles haarklein von den beiden Celestias (die sie ständig verwechselte) erzählt bekam... glauben konnte sie es nicht so recht, aber irgendwie sprach doch alles dafür... und irgendwie, jaaa, war das Leben als Pony gar nicht mal so mies... dch ihre Heimat war die Menschenwelt, und egal wie es dort gerade zuging, sie mussten zurück... also verabschiedeten sich die Freunde schweren Herzens von ihnen, die beiden Celestias drückten sich noch ein letztes Mal und versprachen auf ewig in Kontakt zu bleiben, bevor die beiden im waberigen Blau des Portals in ihr Zuhause zurückkehrten.

So verbrachten die Freunde und all die anderen eine Nacht, wie sie kaum hätte schöner sein können zusammen und glücklich unter dem Sternenzelt, über das der runde Vollmond wachte...

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Über den Köpfen von Atlanas und Sunset am Flussufer leuchtete zusätzlich noch das Licht des Mondes in den Blättern der alten Eiche und ließ ihr goldenes Fell in einem bläulichen Glänzen erstrahlen.

Er lächelte und küsste sie wunschlos glücklich.

Er hatte sie wieder, sein Sunset.

Und sie erwiderte den Kuss.

Denn es war sein Kuss.

Und auch sie war glücklich.

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ENDE

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Epilog Bearbeiten

Niben war nicht mehr ansprechbar.

Irgendetwas in ihm war zerbrochen, und dieses Etwas schien seine Psyche gewesen zu sein.

Nichts und niemand konnte ihm helfen, die besten Ärzte der Ziegen hatten ihn ständig unter Beobachtung und hofften darauf dass er eines Tages wieder aufwachen würde... woraus wusste niemand.

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Drei Tage später

Robert zupfte sich seine Krawatte zurecht und betrachtete sich noch einmal im Spiegel.

Er sah tadellos aus, fand er, mal gespannt was die anderen sagen...

Lächelnd verließ er das Zimmer und trat seinem Bruder, Atlanas, Eross, Pryne, Stryker, Hellje, Till, Ferdi und Jack unter die Augen, die ihn erfreut ansahen und ebenfalls lächelten.

"Mensch siehst du gut aus!", beglückwünschte ihn der Ziegenbock, "man... und ich dachte dich gibts nur in Schlammfarben..."

"Ich kanns kaum glauben...", freute sich Atlanas, "klasse Anzug... hätte nie gedacht dass du mal einen trägst..."

"Mein Vater in nem Anzug...", kicherte Jack belustigt, "tja... auch ich hätte das nicht für möglich gehalten..."

"Genauso wenig wie dich...", grinste Pryne, "was ich kaum glauben kann ist dass ausgerechnet du dich binden willst..."

"Also ich kann das nachvollziehen...", lachte Hellje, "du und Luna... ihr seid mehr als nur ein Traumpaar und kennt euch länger als wir alle anderen... dass dieser Tag kommen würde war mir mehr als nur klar..."

"Jaja...", wehrte der Ziegenkönig alles gut gelaunt ab, "ich habe mich entschieden, und auch wenn ich ab heute kein Junggeselle mehr sein werde werde ich der Alte bleiben... ganz bestimmt!"

"Spätestens wenn wir uns das nächste Mal eine wilde Verfolgungsjagd durch Leipzig liefern bin ich da ganz sicher...", johlte Eross ausgelassen und brachte die ganze Truppe, die gestern Abend den wildesten Junggesellenabschied seit Jahrzehnten in Down Under und Canterlot gleichzeitig gefeiert hatten zum Lachen, ja, diesen Abend würde keiner von ihnen vergessen, zumal Till mehr als nur ein Riesenfass Bier für den Abend frisch gebraut und das selbstverständlich nicht gereicht hatte... Jack hatte besoffen herum gepöbelt und Passanten mit gammeligen Fischen beworfen, sie hatten einen Zug geklaut und waren damit nach Canterlot durchgebrannt, hatten dort den Wasserfall umgeleitet und so das ganze Schloss überschwemmt, anschließend die Speisekammer geplündert und und und...

Da begannen die Glocken des neuen Ponyviller Doms zu läuten und die Freunde wussten, dass nun die Stunde der Wahrheit gekommen war, reichten Robert der Reihe nach die Hufe, wünschten ihm noch einmal Glück und alles Gute und traten dann hinter dem Ziegenkönig aus dem Nebenraum auf den Altar, auf dem schon Celestia, Granny Smith, Mary und Sunset Shimmer standen und mit all den anderen die Kirche füllenden Ponys, Ziegen, Zebras und Black-Ponys gemeinsam strahlten und dem soeben verstummenden Kirchenchor lauschten oder noch leise mitsangen.

Auch die menschlichen Ponyschwestern waren zur Feier des Tages eingeladen worden und saßen nun ganz vorne, zum Zerreißen auf das Erscheinen der Braut gespannt.

Leicht nervös wippte Robert mit seinem rechten Vorderhuf auf dem Boden auf und ab, das war er, sein Moment... jetzt und hier vor allen versammelten Bewohnern Equestrias, seinem Volk und seinen Freunden... sein Moment... ihr Moment...

Nahezu lautlos hatte sich das große Tor geöffnet und Luna schritt in einem wunderschönen Brautkleid herein, gefolgt von ihren Freundinnen - die Blumenmädchen setzten sich hinter dem Eingang vor sie und verstreuten Goldrauten, auch als Bahndammblumen bekannt von ihren glänzenden Hufen.

Sie ist so schön wie ein Engel, dachte er, wie mein Engel...

In der Kirche war es ganz still, nur das leise Schleifen der Schleppen auf dem Teppich hallte in der Kirche wider, hier und da raschelte etwas leise und man konnte den Atem des Ziegenkönigs laut und deutlich vernehmen - ruhig und gleichmäßig.

Dann hatte sie ihn erreicht und nahm seinen rechten Vorderhuf - er strahlte, sie strahlte.

Ohne weitere Worte eröffnete Celestia feierlich die Zeremonie:

"Verehrte versammelte Ponys, Ziegen, Zebras, Black-Ponys, Freunde und Freundinnen der Braut und des Bräutigams, Kinder und andere Anwesende... wir haben uns heute hier versammelt um das heilige Ehebündnis zwischen dem Ziegenkönig Robert dem Ersten und der Ponyprinzessin Luna zu schließen... und daher frage ich dich Luna, willst du mit diesem Alihorn den Bund der Ehe auf ewig schließen und ihm ewige Treue schwören?"

"Ja, ich will.", hauchte sie glücklich, "ich will ewig mit dir zusammen sein Robert!"

Seine Gesichtsfarbe nahm einen leicht rötliche Ton an während Celestia fortfuhr:

"Dann frage ich auch dich Robert... willst du... ?"

"Ja ich will!", verkündete er glücklich, "und vom langen Labern werde ich noch ganz verrückt, also lass uns nicht lange warten und..."

"... ich fange mal an...", lächelte Luna und küsste ihn.

Lange hielten die beiden zusammen an, rückten sich immer näher und ließen die tausenden wilden Liebesfunken auch bis in letzten Winkel der Kirche rasen und jeden anwesenden Bewohner Equestrias damit verzaubern.

Denn eines stand für sie beide, für Celestia, für die anderen umstehenden Freunde und alle anderen an diesem Tag, an diesem Ort, in diesem Moment fest:

Liebe war Magie.

Mehr als nur Magie.

Es war göttliche Magie.

Ewige nie zu Ende gehende Magie.

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Da standen sie beide auf dem Altar, die Kirche hallte vor lauten "Ahhhs!" und "Ohhhs!" wider, Celestia und Hellje rückten nahe zusammen und schmiegten sich eng aneinander, auch die anderen Freunde und -innen schlossen sich in die Arme und taten es den Heiratenden gleich, küssten sich und schmusten miteinander vor den Augen aller.

Doch auch wenn Robert etwas voreilig gewesen und Luna ihm den versprochenen Kuss gegeben hatte war die Zeremonie noch nicht ganz zu Ende, jetzt betraten der Ziegenbock und Applejack den Altar und der Bruder des Ziegenkönigs räusperte sich:

Ziegenkönigin Luna.jpg

"Nun denn, da diese Ehe nun geschlossen ist gibt es da noch etwas dass keinen Aufschub duldet... ich spreche hier von der Tatsache dass Prinzessin Luna nun nicht mehr Prinzessin der Ponys sondern Königin der Ponys und Ziegen, kurz Ziegenkönigin Luna ist... daher gebührt ihr auch eine neue Krone - bringt sie herein!"

Staunend blickten alle auf den Mittelgang, durch den zwei Ziegen ein Kissen mit einer Krone darauf trugen, einer prächtigen Krone aus Gold mit einem breiten aus braun-glänzendem Kupfer angesetzten Streifen mit darauf befindlichen Blutdiamanten und einem genau in der Mitte sitzenden Bergmannszeichen.

Luna war überwältigt von der Schönheit ihrer Krone und in diesem Moment so glücklich dass sie ihrem neuen Mann noch einmal um den Hals fiel und freudig jauchzte:

"Die... diese Krone ist wunderschön... danke... tausend Dank dafür!"

"Ach keine Ursache...", lächelte er zufrieden, "es ist die alte Krone meiner Mutter... ich habe sie oben auf dem Dachboden gefunden und ausgebessert... und die Diamanten habe ich selbst zusammengesammelt..."

"Das... das ist wundervoll... einfach nur wundervoll... danke... ich weiß gar nicht wie ich mich bedanken soll..."

"Indem wir uns jetzt gleich nochmal küssen...", grinste er und sie ließ sich einfach nur in seine Arme fallen, "ich will einfach nur dich..."

"Und ich dich...", hauchte sie ihm ins Ohr, während er ihr zart durch die Mähne streichelte, "und die Krone kann warten... zuerst bist du dran..."

Wieder küssten sie sich und blendeten alles andere um sich herum aus.

Und liebten sich.

Und alle anderen um sie herum schwiegen gerührt und der Ziegenchor schmetterte ein uraltes Hochzeitslied aus vollen Kehlen, in das auch die anderen bald einstimmten und den Dom mit tausenden Stimmen in einen Himmel auf Erden verwandelten... noch weit über die Grenzen Equestrias hinaus konnte man die Klänge vernehmen, und wer ihre Bedeutung verstand, war an diesem Tage wunschlos glücklich...

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In Sonatas Krankenzimmer fielen sanfte Sonnenstrahlen und streichelten ihr über das Gesicht, sie spürte es nicht, ihr Koma war zu tief.

Ihr Zustand besserte sich von Tag zu Tag, einmal täglich schaute Sunset vorbei und brachte ihr alle paar Tage ein paar frische Blumen, die in einer Vase auf dem Nachtschränkchen standen.

Das goldene Pony sprach mit ihr, erzählte ihr was sich in der Zwischenzeit ereignet hatte und erweckte nicht den Eindruck als würde sie ihr noch böse sein.

Und so lag sie da - bis sie ihre Augen aufschlug und leise Musik vernahm.

Ohne lange Nachzudenken schob sie sich aus dem Bett, schlich zum Fenster und schob den Vorhang beiseite.

Und was sie da sah ließ sie auch die letzten Zweifel gegenüber ihrem bisherigen Leben vergessen:

Die Straßen unter ihr waren voller glücklich feiernder Ziegen und Ponys, ausgelassen tanzten und sangen diese, hüpften herum und feierten die Hochzeit des Ziegenkönigs und der Ponyprinzessin.

Und in diesem Moment war auch sie glücklich.

---

ENDE

Creepybloom.png
2nd screamer in luna game x by voltaradragoness-d6xgbhl.png
Die PonyPasta Tag Z - Die letzten Sekunden wurde nach erfolgreicher Abstimmung der Community zur PonyPasta des Monats April 2015 ernannt! Sie ist nun in der Hall of Fame neben anderen besonderen PonyPastas gelistet.

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