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The Cough

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In der Dunkelheit hörte man ein Pony husten.

"Wer war das?"

Stille regierte.

"Wer?!"

Ein mattes violettes Licht glomm auf. Twilight Sparkles Horn beleuchtete den engen fensterlosen Raum und die sechs Ponys kaum. Eine Welt aus dunklen Lilatönen und starkem Schwarz erschien, die die Farben mit einer monochronen Aura verzerrte. Schatten lauerten in den Ecken, die außerhalb der Reichweite des Zaubers lagen.

Rainbow Dash sah Twilight zu, wie sie jede ihrer Freundinnen nach der Reihe betrachtete. Keiner sprach ein Wort. Umrisse tanzten an den Wänden entlang, als das Einhorn seinen Kopf bewegte, was die Lichter wackeln und zittern ließ. Pinkie Pie saß zusammengekauert neben der verbarrikadierten Tür, die Augen, die kalt in die Ferne starrten, weit aufgerissen. Die Bäckerin zitterte etwas und presste ihren Beutel voller Mehl dichter an ihre Brust. Auf dem einzigem Bett des Raumes lag Rarity gleich neben Applejack, ihren Kopf in die Schulter des Bauers versenkt. Die Schneiderin zitterte und schluchzte leise. Dash wusste nicht, ob es sich beim Kummer des Einhorns um die Situation oder um ihre Hygiene handelt. Der Raum roch nach ungewaschenen Körpern, und Raritys Mähne, wie die von den restlichen Ponys, war zerzaust und verknotet und hing voller Dreck. Applejack für ihren Teil starrte bloß stoisch zurück zu Twilight als der Blick der Bibliothekarin sich zu ihr wendete.

Aber dann wendete sich der Blick zu Dash und Fluttershy. Die beiden waren starr in einer Umarmung, der einzigen Beruhigung, die sie in diesem Raum hatten. Das Wetterpony fand ihre Stimme wieder als der andere Pegasus anfing zu zittern. "Warum ist es so wichtig?"

Twilight Sparkles Augenbrauen runzelten sich, "Bleibe ernst, Dash. Es ist besser wenn wir alle hier durch kommen als keiner. Husten ist die einzige Warnung die wir bekommen."

Fluttershys Flüstern war gerade noch so im engen Raum zu hören, "Könnten wir nicht... abwarten und sehen was es ist? Es könnte bloß Staub oder eine Erkältung sein. Bitte?"

"Ich wünschte wirklich wir könnten das riskieren, Fluttershy", sagte Twilight, der spitze Ton ihrer Stimme wurde langsam weicher, "Aber es gibt kein Zurück mehr, sobald es die letzte Stufe erreicht hat. Du hast gesehen was dort draußen passiert ist. Möchtest du das wirklich hier drinnen haben?"

Applejack seufzte und sprach danach auch ein Wort, "Sie hat recht Süße. Es ist nicht ansteckend bis zum Ende. Wir haben jetzt die Wahl. Ein Tod... oder sechs"

Rainbow Dash knirschte mit ihren Zähnen "Gibt es nichts was wir tun können? Kann nicht deine Magie es heilen? Es stoppen? Es verlangsamen?" Sie pausierte, fügte dann ein heiseres Flüstern hinzu, "Irgendwas?"

Das Einhorn schüttelte den Kopf, "Nicht ein mal die Prinzessin könnte es heilen. Und nur sie kann überhaupt Ausbrüche verhindern. Jeder Erkrankte muss sterben. Das ist der einzige Weg, den Rest von uns zu retten. Den Rest Equestrias zu retten. Das weißt du, Dash. Die Zeit entscheidet hier... warum würgst du?"

Der Mund des Wetterponys funktionierte aber keine Worte drangen heraus. Fluttershys Stimme, welche aufeinmal selbstsicher war, füllte die Leere. "Ich habe gehustet. Ich war es." Rainbow Dash keuchte, ihre Augen weit aufgerissen. Sie war gefüllt mit Erschütterung und Schrecken. Die Stute mit der pinken Mähne sah sie an und sprach etwas zögerlich: "Es ist gut. Es wird alles wieder gut. Ich könnte selber nicht mehr leben, und wenn einer von euch sterben würde... ich es aber hätte verhindern können. Es ist besser so."

Dash schüttelte ihren Kopf und flüsterte ein leises "Nein."

Applejack's Stimme war grimmig, "Es ist eine schwere Entscheidung, aber Fluttershy hat die Stärke von einem Ochsen in ihrem Inneren."

"W... wie können wir... wie wird sie...?" Der Pegasus verstummte.

Twilight Sparkle seufzte und sackte zu Boden. "Wir haben keine Waffen und ich bin nicht trainiert in Kampfmagie. Selbst wenn ich es wäre, ich kann es nicht sein. Du musst es tun, Dash."

"Was? Warum ich?"

Das Einhorn schaute weg, "Ich kenne dich gut genug um zu wissen, dass du niemals einfach zur Seite gehen würdest damit einer von uns einen Huf an deine Freundin legt. Vielleicht weißt du ja in deinem Herzen, dass es getan werden muss, aber deine Gefühle leiten dich. Frage dich selber, wenn es irgendjemand von uns ist, würdest du dann wollen dass irgendein Pony außer dir selbst es... es..."

Rainbow Dash erhob sich zu ihren Hufen. "Du hast Recht." Die Stimme der Stute war leer und kalt. Sie trat einen Schritt zurück von dem anderen Pegasus.

Applejack sprach: "Fluttershy, setz dich grade hin und lehn deinen Kopf gegen die Wand. Es wird ein bisschen... ein bisschen..." die Stute wischte ihre Tränen weg, "...schneller."

"Es tut mir so leid Rainbow Dash. Ich wünschte nur, es gäbe irgendeinen anderen Weg...", wisperte Twilight.

Der Pegasus mit der Regenbogenmähne schaute über ihre Schulter um in die Augen der Stute zu sehen, die sie liebte. Fluttershy folgte dem Ratschlag des Erdponys. Sie starrten sich gegenseitig für einen Moment lang wortlos an. Nur Dash fand noch Worte, obwohl so wenige gesagt werden konnten. "Es tut mir leid. Ich liebe dich. Es tut mir so leid..."

Der andere Pegasus antwortete mit zitternder Stimme: "Ich liebe dich ja auch. Und ich vergebe dir. Es ist alles besser so. Aber... sorg bitte dafür dass sich jemand um die Tiere kümmert wenn das alles vorbei ist... Wenn alles wieder normal ist."

Rainbow Dash flüsterte: "Ich verspreche es." Sie setzte sorgfältig am Ziel an. Ein Stoß. Es würde schnell sein. Fluttershy verdiente zumindest das. Als sie sich sicher war, dass sie treffen würde, mit Sicht oder nicht, sagte sie, "Mach das Licht aus, Twilight. Kein Ponys sollte das hier sehen." Das Glühen des Horns verschwand.

Jahre voller Rennen und Treten von Wolken hatten Dashs Muskeln trainiert. Sie zog ihre Hinterbeine ein, sammelte ihre ganze Kraft und schlug aus. Ein dumpfes Aufprallen war zu hören, dazu fielen kleine Tropfen auf ihre Flanke. Ein hochgezerrtes Stöhnen kam vom gequälten Pony hinter ihr.

Rainbow Dash reagierte auf Fluttershys Leiden ohne zu Zögern. Sie zog die Beine wieder ein und trat sie zum wiederholten Male, beruhigte sich selbst, indem sie Kraft durch das Flattern ihrer Flügel hinzufügte. Bei ihrem vierten Tritt verstummte die Totenklage der gelben Stute mit einem ekelhaften Knirschen.

Die Hufen des Wetterponys traten wieder auf den Boden auf. Sie stand da, zitternd, ihre Augen weit geöffnet und ihr Herz klopfen sprengte beinahe ihren Brustkorb. Ihre Fesselgelenke waren überzogen mit klebrigem Blut und sie konnte fühlen wie es anfing zu gerinnen. Sie fragte sich, ob diese Unordnung befleckt bleiben würde, wie ihr Fell für immer den Rückstand des Geschehens behalten würde. Sie weinte leise.

Stille regierte. Bis ein Geräusch die Stille zerschnitt.

In der Dunkelheit hörte man ein Pony husten.

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