Fandom

PonyPasta Wiki

WWZ: Kapitel 1 - Die Fallschirmspringer von Dover (Dover Paracuters)

383Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare29 Teilen
WWZ: Kapitel 1 - Die Fallschirmspringer von Dover (Dover Paracuters) ist mehrteilig! Der nächste Teil der Reihe ist WWZ: Kapitel 2 - D-Day.

Diese Menschen.

Immer zetteln sie Krieg gegeneinander an, immer schlagen sie sich auf ihrer kleinen Erde gegenseitig die Köpfe ein, egal ob in Afrika oder Asien, sie lernen nichts dazu. Und es scheint mir, als hätte EIN verdammter Weltkrieg nicht gereicht, nein, prompt zwanzig Jahre später geht der nächste los - und natürlich (wer hätt's gedacht?!) von Deutschland, vom großen "Führer" Adolf Hitler höchstpersönlich... na ganz große Klasse. Und mal wieder werden Millionen von Menschen sterben... Schuldige und Unschuldige... ich mag gar nicht dran denken... ach ja, und es wäre ja nicht so, als hätten die Ponys da ihre Hufe nicht drin... was sich Celestia erlaubt geht einfach zu weit!

---

Robert hing lustlos auf seinem Thron herum, als ich in den Thronsaal trat - na klar, ihm lag das nicht minder schwer im Magen als uns allen, aber als König der Ziegen... schon beschissen gerade, die Situation. "Hey, wie gehts?", versuchte ich ihn etwas aufzumuntern und öffnete meine Umhängetasche, aus der ich ein paar Blechgleise samt Waggons fischte, "wollen wir nicht einen fahren lassen?"

"Ach lass mal...", seufzte er traurig, "Scheibenkleister, kannste alles vergessen!"

"Hach, ich weiß doch... es tut mir ja auch leid für dich, aber... du bist der König."

"Das ist es ja... ich habe sowas von keinen Plan, was wir tun sollen... und niemand ist mir eine Hilfe, weil jeder was anderes von mir will."

"Nachvollziehbar...", nickte ich und setzte mich zu ihm, "ich selbst bin mir ja auch unschlüssig - klar, wenn wir Equestria angreifen und besiegen, solange hier nahezu keine Nazis sind, haben wir mehr als nur gute Karten... aber zu riskieren, eine zweite Niederlage hinzunehmen, die die Ziegen... ja..."

"Eben drum... eigentlich müsste man diesen ganzen Haufen Schweine in ihrem eigenen Land erwischen und abknallen, so wahr ich Ziegenkönig bin, bei meinem Vater!"

"Gar keine üble Idee... aber da wir keine Untergrundeisenbahner mehr da haben, weil die sich nicht in einen Krieg, der sie nix angeht, einmischen sollen, haben wir..."

"DU, ICH HAB'S!", jauchzte mein bester Freund plötzlich, sprang auf und grinste mich mit dem Robert-Grinsen an, bei dem ich schon von vorne herein wusste, dass er eine Bombenidee haben musste, "WIR ZIEHEN IN DEN KRIEG, NUR WIR ZWEI!"

---

Okey. Mit allem, wirklich allem, hätte ich gerechnet, aber nicht damit! "Na, watt hältst du davon?"

"Ich... du hast Ideen!"

"Also gut!?"

"Robert, du... du kannst doch nicht einfach in einen Krieg gehen, der dich eigentlich nichts angeht, und du bist Ziegenkönig, dein Volk braucht dich! Und...!"

"Wofür gibt's eigentlich den Generalsrat?", grinste mein bester Freund bestgelaunt und nahm meinen Huf, "na komm schon, sowas erlebt man nicht alle Tage, und dazu haben wir mit unserer bisherigen Ausbildung einen riesigen Vorteil gegenüber allen anderen!"

"Ich... selbst wenn wir dort hin gehen sollten, keine Armee dieser Welt wird uns aufnehmen, wir sind vierzehn!"

"Aber so sehen wir nicht aus - sei nicht so ein Schisser, und selbst wenn sie uns nicht nehmen, wir haben es versucht! Außerdem glaube ich kaum, dass ein Krieg gegen die Nazis lange dauern wird, wenn die Alliierten erst einmal Europa erreicht haben!"

"Haben sie aber noch nicht..."

"Werden sie aber bald, die Landung in der Normandie läuft auf vollen Touren, und in England suchen sie noch Freiwillige - da fallen wir nicht auf!"

"Aber... wenn du weg bist, was passiert dann hier?"

"Ach, da mache ich mir keine großen Sorgen - ist doch auch nicht für lange, und wie gesagt, ich vertraue den Generälen, die sind schließlich länger mit Beraten und Regieren vertraut als ich!"

"Na gut, du hast mich überzeugt - ich komme mit, als dein bester Freund und persönlicher Beschützer... und sonst, nicht noch wer?"

"Keiner, das wird zu viel, zu auffällig und mir zu unsicher - damit alles klar?"

"Ja... alles ok."

"Gut, dann los!"

---

Die Portale zur Menschenwelt sind schon eine erstklassige Erfindung... tja, jedenfalls kamen wir mit den letzten Sonnenstrahlen des dritten Juni 1944 auf den im Abendlicht leuchtenden schneeweißen Kreidefelsen von Dover in Großbritannien an. Die Wellen auf dem Ärmelkanal gingen ruhig, nur eine leichte Brise zog über meinen Kopf hinweg... bei Arriva, an das Menschsein musste man sich erst einmal gewöhnen! Die ersten Schritte waren schwer wie immer, bis ich Robert locker auf einem Grasbüschel liegend vorfand, genüsslich einen Halm kauend: "Ist was?"

"Nee, aber du hängst hier so... gemütlich rum - wolltest du nicht so schnell wie möglich in den Kampf?"

"Aber doch erst morgen, da ist auch noch ein Tag - setz dich, lass uns ein Feuer machen und schlafen, den werden wir brauchen."

"Hast du keinen Hunger?"

"Doch - organisier mal bitte was!"

Na ganz große Klasse...

---

Die blöden Karnickel waren mir einen Tick zu schnell, sodass ich mich in einem Baum über ihrem Loch versteckte und wartete, bis sie sich sicher fühlend hinaus kamen und... ZACK!, hatte ich drei auf einen Streich! Zurück bei Robert klappte mir die Kinnlade runter - der Kerl hatte doch tatsächlich ein Feuer gemacht, und darüber hing ein Stock voller Fische! "Wo hast du die denn her?!"

"Aus'm Gartenteich vom Grafen, hier gleich umme Ecke – ich hoffe doch schwer, der verzeiht uns zwei ärmsten hungerleidenden Straßenkindern das!“

"Kerl, du gehst Risiken ein... und ich quäl mich derweil mit den blöden Hasen ab!"

"Ach, so daneben war das gar nicht... ich habe nämlich echt Hunger!"

"Ich auch!"

Und so saßen wir an diesem Abend noch lange vor der glimmenden Glut und beobachteten das dunkle Meer, das unsere erste Hürde sein würde...

---

Der Morgen graute, als mich die Tautropfen des Grases in der Nase kitzelten und sanft weckten... mannoman, ich hatte gut geschlafen! Robert neben mir döste noch, und so entschloss ich mich schon einmal die Umgebung zu erkunden - ein Stück die Klippen Richtung Dover befand sich eine Küstenbatterie Geschütze, in die andere Richtung nur weite Wiesen. Zurück bei meinem besten Freund musste ich feststellen, dass er sich um das Frühstück bemüht hatte - Pilze, Beeren und ein paar Karotten. "Moin!", begrüßte ich ihn gut gelaunt, "na, schon hungrig?"

"Du nich?"

"Doch, doch, deswegen ja... wo hast du das Zeug her?"

"Die Möhren ausŽm Acker, die Pilze und Beeren aus den Büschen - ein Brot habe ich zwar auch gesehen, aber das habe ich lieber der Mutter mit ihren sieben Kindern gelassen... sie hat mir erzählt, dass ihr Mann heute nach Dover aufgebrochen ist."

"Als Soldat?"

"Mhm."

"Na denn... guten!"

"Jo!"

---

Die St. Mary the Virgin-Church schlug halb Elf, als wir beide voller Erwartung vor dem großen Tor, welches die Hafeneinfahrt versperrte, ankamen und der Torwächter auf uns aufmerksam wurde: "Ja, was wünschen die Herren?"

"Wir möchten uns bei den Streitkräften für den Angriff auf Europa einschreiben, geht das hier?"

Er guckte uns leicht verdattert an: "Ihr seht sehr jung aus, aber das hat der Captain zu entscheiden - lasst eine Leibesvisitation durch die Posten über euch ergehen, tretet ein und geht in die zweite Baracke von rechts, da fragt ihr nach. Wenn nicht kommt bitte umgehend zurück und verlasst das Gelände wieder."

"Ok!"

---

Der Blick des Captains (dt. Hauptmann) war fast schon zum Schreien komisch, aber wir schafften es ernst zu bleiben: "Wie bitte, ihr beiden wollt den britischen Streitkräften beitreten?!"

"Oder den amerikanischen oder den französischen, Hauptsache wir kommen rüber nach Europa und dürfen Hitler den Arsch voll Blei pumpen!"

"Jungs...", winkte er resigniert ab, "ihr seid lange noch keine sechzehn, auch wenn ihr so ausseht - kommt, geht nach Hause, ich habe keine Zeit für solche Spielchen!"

"Wir wollen aber mitkämpfen!"

"Und ich will, dass ihr zu euer Familie geht und euch schämt!"

"Unsere Familie ist tot." Damit hatte Robert nicht ganz unrecht, aber wie er das ausgesprochen hatte... da lief selbst mir ein Schauer den Rücken herunter! "Tot?", erkundigte sich jetzt auch unser Gegenüber, "wie... ich meine, entschuldigung, das geht mich ja gar nichts..."

"Bombenvolltreffer auf unser Haus, wir waren im Garten beschäftigt... unsere Eltern, Schwestern, Tiere, alle tot."

"Ihr wisst nicht wohin?"

"Ich weiß es - nach Deutschland, Vergeltung üben."

"Mhm, ich verstehe... na gut...", er öffnete seinen Schreibtisch und zog zwei Papiere heraus, "wenn ihr möchtet, dann unterschreibt, ich werde nicht wegen Alter oder anderen Dingen fragen - God save you two."

"Thanks!", nickte Robert und unterschrieb.

---

Unsere Uniformen gab es gleich nebenan, ehe es sofort zum Training ging. Der Corporal (dt. Gefreiter), der uns zum 5000 Meter-Lauf antrieb, wirkte fast schon lakonisch: "Dass sie jetzt noch Würstchen wie euch nehmen..."

Sein Spott verging erst, als wir beide locker an ihm vorbei zogen und schließlich zwei Runden eher ins Ziel kamen...

---

Die Nachricht von den zwei Frischlingen, die ihren Trainer um Längen abgehängt und auch bei allen späteren Übungen vollkommen blamiert hatten, verbreitete sich natürlich wie ein Lauffeuer... beim Abendessen waren Robert und ich die Sensation, erzählten bestimmt tausendmal unsere traurige Geschichte und bekamen von allen Seiten größten Mut und höchsten Respekt zugesprochen. Auch in unserer Unterkunft auf einem umgebauten Schiff ging die gute Stimmung nicht unter, und mindestens die halbe Nacht verflog nur mit Witzen, Parolen gegen die Nazis und Lebengeschichten all unserer neuen Kameraden.

---

Der nächste Morgen hingegen war grauenvoll, denn um sechs Uhr morgens schmiss uns ein Sergant (dt. Feldwebel) mit "MORGEN IHR LUSCHEN, ZEIT ZUM AUFSTEHEN!!!" aus den Kojen und trieb uns mit anderen zum Antreten auf dem kleinen Paradeplatz an, wo er vor mir und Robert stehen blieb und loslegte: "ALSO, WIR HABEN MELDUNG ERHALTEN, DASS NOCH FALLSCHIRMSPRINGER FÜR DIE 6. LUFTLANDEDIVISION BEZIEHUNGSWEISE DIE 82. UND 101. AMERIKANISCHEN FALLSCHIRMJÄGER GESUCHT WERDEN, EGAL OB VON DENEN ODER VON UNS!!! WER SICH DAZU BEREIT ERKLÄRT UND KÖRPERLICH FIT SOWIE NICHT HÖHENKRANK IST UND MINDESTENS EINMAL BEI EINER ÜBUNG MIT DEM FALLSCHIRM TEILGENOMMEN HAT, MÖGE JETZT VORTRETEN!!!"

Tuscheln ging durch die Reihen, erste traten vor.

Robert auch.

---

Darauf schien der Sergant nur gewartet zu haben: "SOLDAT, SIE AUCH?!?!"

"Ja, ich auch."

"SIE SIND GESTERN DEN BRITISCHEN STREITKRÄFTEN BEIGETRETEN UND HALTEN SICH WOHL FÜR BESONDERS SCHLAU?!?! WOLLEN SIE MIR ETWA WEIß MACHEN, DASS SIE SCHONMAL FALLSCHIRM GESPRUNGEN SIND?!?!?!"

"Das möchte ich nicht, aber soll der Zug nicht erst heute Mittag gehen?"

"WAS SOLL DAS DENN HEIßEN?!?!"

"Na ja, solange ist noch Zeit zum Üben... und wir mir bekannt ist fehlen noch etliche Fallschirmjäger..."

"DAS IST DOCH...", setzte der zornbebende Unteroffizier schon an, ehe sich sein Gesicht zu einem fiesen Grinsen verzog und er lachte: "Also schön, Sie wollen sich wohl wirklich beweisen, wie ich gehört habe?!"

"Wenn Sie nichts dagegen haben?"

"So soll es sein - KOMPANIE, WIR MACHEN EINEN TRAININGSMARSCH AUF DIE KREIDEFELSEN, CORPORAL TOMSON, SIE UND DIESE ZWEI SPEZIALISTEN KOMMEN MIT MIR!!!"

Heilige Arriva, jetzt saßen wir aber in der...

---

Man gab uns zwei Fallschirme, und ich ahnte schon, was uns erwartete.

Wir mussten vor allen im Laufschritt traben, und die paar Minuten bis zu unserem Ziel wollte ich dann doch noch nutzen: "Robert, hast du nen Knall?!"

"Du kennst mich doch!", hechelte er locker, "und außerdem können wir Fallschirm springen, das haben wir schon mit sechs gekonnt!"

"Ja gut, auch wieder wahr, aber du kannst dich nicht mit Offizieren anlegen, damit musst du leben!"

"Alles klar, mache ich schon nicht..."

"RUHE DA HINTEN!!!"

---

Oben angekommen fanden wir uns nahe bei den Küstengeschützen, die wir heute Morgen von unserem Lager gesehen hatten... Sergant "Brüllaffe", wie Robert ihn so schön getauft hatte, stellte sich breitbeinig vor uns und verkündete: "SO, JETZT WIRD UNS DAS GEMÜSE ZEIGEN, WIE GUT ES FALLSCHIRM SPRINGEN KANN!!! BEGRÜßEN WIR ALLE DIE DOVER PARACHUTERS!!!"

Raunen ging durch die Reihen, keiner klatschte, ein paar Proteststimmen wurden sofort an der Wurzel anbrasiert: "PRVATES (dt. Soldaten) ROBERT UND JOX, VORTRETEN!!!"

Ich trat vor, mein König auch.

"BEREIT MACHEN!!!"

Unter uns das Meer und das kleine Boot, was uns einsammeln würde...

"FERTIG!!!"

... das wir genau treffen mussten...

"SPIRNGT!!!"

---

Abspung weit nach vorne, fünf Sekunden Fall, Schirm auf und... Aufwind!

Wir beide wurden nach oben gerissen und rasten an unseren Kameraden vorbei... die Wiesen wurden immer kleiner, die Klippen auch.

Ich warf einen Blick zu Robert - und wusste, dass er seine Huf- ähm, Hände im Spiel haben musste.

---

Der Wind zauberte Wirbel, die nur ein Einhorn zu schaffen vermochte, und mit ihnen trug es uns durch die Luft... ein wahnsinnig schönes Gefühl so frei zu sein...

Es mochten ein paar Momente, vielleicht auch Minuten oder gar eine Stunde gewesen sein, als wir beide elegant in dem uns erwartenden Boot landeten und nur so von Jubel überschwemmt wurden. Zurück im Hafen war die Stimmung famos, unsere Mitstreiten hoben uns über ihre Köpfe und trugen uns beiden Glückspilze und nie enden wollenden Glückwünschen und Hochachtung vor den Major, der dem ganzen Schauspiel per Fernglas ebenso erstaunt beigewohnt hatte: "Bei der Königin, Sie sind zwei Teufelskerle, meinen höchsten Respekt!"

Er schüttelte uns die Hände und sah dann den Captain, den wir schon von gestern kannten, erwartungsvoll an: "Simpson, was meinen Sie, bekommen Sie zwei Orden aufgetrieben, bevor wir die beiden zu den Amerikanern geben?"

"Ja natürlich, einen Augenblick!"

---

Distinguished Flying Cross.jpg

Am Bahnhof war der kurze Zug schon voll besetzt - einzig wir fehlten noch, die wir jetzt ein nicht so ganz offizielles, aber doch verdientes Distinguished Flying Cross an unseren Revers trugen... der nette Major hatte sogar die Militärkapelle spielen lassen und kam nur schwer zu den Abschiedsworten: "Es ist aber auch wirklich ein Jammer, da haben wir einmal sowas wie Sie beide und da... geht ihr zu den Amerikanern... na ja, wenn Sie Hitler von uns allen einen netten Gruß ausgerichtet haben, schreiben Sie uns dann?"

"Aber sicher!", lachte Robert und gab ihm zum Abschied die Hand, "auf ein Wiedersehen, Major Tippet!"

"Auf bald!"

Wir stiegen in den Zug, die Lok pfiff, das Signal klappte auf grün, es ging los... Europa entgegen.

---

Ende des ersten Kapitels

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki