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WWZ: Kapitel 7 - Die Schlacht um die Eifel (The Battle of the Eifel)

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Deckung, KRIEEECH!!!

Panzerschild.png
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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

WWZ: Kapitel 7 - Die Schlacht um die Eifel (The Battle of the Eifel) ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist WWZ: Kapitel 6 - Dillingen und der Westwall (Dillingen and the Westwall), und der nächste Teil der Reihe ist WWZ: Kapitel 8 - Die Brücke von Remagen (The Ludendorff Brigde).

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Februar 1945

Wir ließen Dillingen also hinter uns, zwei Monate danach, ihr wisst schon, und keinen Meter Boden gewonnen. Ich war nicht der Einzige, der an einen baldigen Sieg glaubte, ja, es schien gar, als hätten die Deutschen sich mit dem Wettergott verbündet - dazu würden sie für ihren ach-so-glorreichen Führer kämpfen bis zum letzten Mann... wo sollte das bloß enden? Auf jeden Fall hatten wir in Orscholz deutlich mehr Glück, und trotz Panzersperre durchbrachen wir den Riegel am 21. Februar dank eines wie immer recht unkonventionellen Plans meines Königs, die verbliebenen Verteidiger ergaben sich widerstandslos. Weiter ging es die Saar hinab, wir halfen bei kleineren Gefechten, errichteten eine Pontonbrücke bei Saarburg und stießen gen Trier vor, in welches wir am 2. März einrückten und die versprochene Woche Fronturlaub eingelöst bekamen.

An der Mosel sitzend und die geschäftigen Bewohner beim Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser und Wohnungen beobachtend machte sich in mir ein Gefühl der Genugtuung, andererseits aber auch Scham und Mitgefühl breit - diese Menschen hatten alles verloren, weil sie falschen Versprechungen blindlings gefolgt waren, oder auch nicht waren... sich geweigert, oder gar offene Augen gehabt und es einfach zugelassen! "Sach ma Jox, pennst du jetzt schon im Sitzen oder willste noch nen Tropfen Wein?", stieß mich Jeff lachend an und ich hielt ihm wortlos mein Glas hin, "hey, was ist eigentlich los mit dir?"

"Nix."

"Komm schon, man sieht dir an, dass du etwas mit dir rumschleppst!", munterte mich Terry Hill, ein Fallschirmjäger und seit Neustem bei der Goat Brigade, auf, "wir können dir sicher helfen!"

"Schön, denn... ich komm nicht drauf klar, dass die Deutschen alles daran setzen, uns solch einen schweren Weg nach Berlin bereiten zu müssen, und wenn wir dann mal da sind, werden wir als Befreier empfangen und jeder tut so, als wäre nichts gewesen!"

"Ich denke, dass es Schutz vor sich selbst ist - und ich bin mir sicher, dass sie ein Gewissen mit sich rumtragen, dass sie am liebsten nie gehabt hätten... die sind schon echt gezeichnet hier, einerseits "Heil!" schreien, auf der anderen Seite von unseren Jungs bombardiert werden, das vergisst du dein Lebtag nicht, aber du versuchst es mit aller Kraft."

"Uhhh, Terry wird noch Dichter!", witzelten Paul und Gerry, ein Soldat der 10. Panzerdivision, "fahr am besten gleich nach Berlin und erwärme Adolfs kleines Herz mit deinen Versen, dann ist der Krieg morgen zu Ende!"

Nicht auf den Spott eingehend legte der Afroamerikaner mir seine rechte Hand auf die Schulter und sah mir tief in die Augen: "Versteh mich nicht falsch, aber ich bedaure diese Menschen... sie hätten es besser wissen können und müssen."

Das gab mir für den Rest des Tages schwer zu denken...

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Robert kehrte gegen Abend zurück in unser Lage, und wie immer war er der Held des Tages - gut, ich muss zugeben, Fliegen wie er können nur wenige, und die deutschen Jagdmaschinen lieferten sich immer haarsträubendere Verfolgungsjagden mit der Spitfire mit den durchgestrichenen Hakenkreuzen auf den Tragflächen... solch ein schönes zurückgeklautes Maschinchen aber auch! Lächelnd wartete ich schon auf ihn: "Na, wie war's?"

"Och geil war's!", grinste er zufrieden, "ich habe fünf Stukas, eine Hornisse und zwei Volksjäger vom Himmel geholt, dazu noch anderes Alteisen, das ich aber nicht genau habe sehen können!"

"Na denn, ich ziehe meinen Helm vor dir - du sag mal, wie sieht's in der Eifel aus?"

"Von oben immer besser - nee, kleiner Scherz, recht gut - wieso?"

"Weil wir nach dem Urlaub dort mit einer Hilfsoffensive starten sollen."

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"Wo sollen wir lang?!"

Diese Frage hing lange im Raum, und dennoch wusste sie nicht einmal unser Captain recht zu beantworten, oder besser gesagt, er antwortete lieber nicht, weil dann der Rest der Truppe einstimmig desertiert hätte - ich selbst fand es zwar wie üblich komplett hirnrissig, andererseits war das typisch er und klappte im Normalfall einwandfrei... im Normalfall, das war es ja - war das hier der Normalfall?

Ganz sicher nicht!

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Ein erbeuteter Tiger, frisch angepinselt mit schönsten Reichsfarben - einheitsgrau und, nicht zu vergessen, Hitlers Lieblingssonne, rumpelte also mitten durch Feindesland, auf seinem Kurs nach Köln, wo er bei der Operation Lumberjack für die nötigen Sabotagen und Durchbrüche an besonders harten Stellen sorgen sollte - die Goat Brigade sollte einen Einsatz vor sich haben, der sie weit über die US-Army bekannt und berühmt machen sollte... aber dazu später. Erstmal, es war der 5. März, erreichten wir Mayen.

Und das sollte ein Spaß werden!

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Frühmorgens, es mochte halb Acht gewesen sein, war es arschkalt, und ohne rechte Heizung wird ein Panzer zum Eisschrank. Finn war die Nacht durchgefahren, wir hatten trotz des dröhnenden Motorenlärms wenigstens einen Helm voll Schlaf bekommen und standen nun in einem kleinen Vordorf namens Kehrig, in dem sich keine Wehrmachtsverbände außer uns falschen Fuffzigern aufhielten: "Wer von euch weiß, wie wir nach Mayen kommen?"

"Guck ma nach Schildern!", brummte Jeff unwirsch aus dem hinteren Teil unserer Sardinenbüchse heraus, "muss doch irgendwo dranstehen!"

"Tut es aber nicht!"

"Lass mich ma sehen...", meinte Robert und erhob sich, schob Paul beiseite und entriegelte die Turmluke, "bin gleich wieder da!"

Die deutsche Uniform war ihm zwar zwei Nummern zu groß, aber auf sein Klopfen öffnete sich auch schon eine Haustür und eine alte Frau trat heraus: "J-ja?"

"Entschuldigen Sie bitte die Störung am frühen Morgen, aber wir möchten nach Mayen und haben uns verfahren!"

"Sie... Sie sollten besser nach Koblenz, die Amerikaner sind schon auf dem Weg hierher!"

"Befehl des Führers, wir müssen die Stadt halten, koste es was es wolle!"

"Diese Ruinen, was bringt das noch?!", empörte sie sich sichtlich und Peter pfiff durch die Zähne: "Wow, die hat ganz schön Mut, die Alte!" - "Pssscht, halt die Klappe!" - "... ich begreife das alles gar nicht, Sie sind doch noch so jung, warum da so ihre Leben aufs Spiel setzen?!"

"Gute Frage, aber die kann ich Ihnen leider nicht beantworten - leben Sie wohl."

"Nach Mayen geht's den Berg runter, immer der Straße nach!"

"Danke."

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Missmutig setzten wir unseren Weg fort, Robert fuhr und verlor kein einziges Wort mehr... wie recht sie doch gehabt hatte, aber was half's, wir mussten da jetzt wohl oder übel durch... schon kamen die ersten noch mehr oder weniger intakten Häuser in Sicht, je dichter die Bauten wurden desto schlimmer sah es aus: "Oh scheiße, hier muss es gewütet haben!" - "Wann wurde das hier bombardiert?" - "Gute Frage, nächste Frage." - "Sind hier noch Krau... fuck!"

Peter war käseweiß im Gesicht, und auch wir sahen es jetzt - Leichen, gehängt, geschändet, die Gesichter eingefallen, manche schon Gliedmaßen beraubt, baumelten da an Straßenlaternen und von Balkons... das verschlug jedem von uns die Sprache, jedem außer Robert: "Wenn ich den Verantwortlichen erwische dann gnade ihm Hitler!"

Mit flauem Gefühl in der Magengegend ging es weiter den Weg hinab durch die zerstörte Innenstadt, ein Gasthaus schien noch ganz intakt zu sein, aber durch den dichten Nebel war das schwer zu erkennen... "HALT, WER DA?!?!"

MG-Feuer flammte auf, wir quetschten uns in Windeseile auf unsere Positionen - die waren aber auch blöd, ihren eigenen Panzer unter Beschuss zu nehmen! - "FEUER!!!"

KA-WUMM!!!, fetzte es ein großes Loch in die Hauswand, Rat-ta-ta-tata schaltete Jeffs Frontmaschinengewehr die gegnerischen Schützen aus, Trümmerteile der beschädigten Ruine begruben andere unter sich: "Nicht schießen, wir ergeben uns!"

PENG!!! - "HIER ERGIBT SICH KEINER, IST DAS KLAR?!?!"

KA-WUMM!!!

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Sie ergaben sich, einer nach dem anderen: "Get the fuck out, we'll shot everyone of you who trys to fool us!"

"Rauskommen, die Waffe über dem Kopf, und keine Dummheiten!"

Langsam schob sich die Schlange unserer Gefangenen aus dem Nest und hinaus auf den Vorhof, wo wir sie mit gezückten Gewehren zusammen scheuchten und in Schach hielten, Finn und Peter prüften das Haus, Robert musterte sie eingehend... die meisten waren Kinder, bestimmt nicht älter als wir... wie krank war das bitte?! "Wer von euch hat die Zivilisten hingerichtet, wer von euch war das?!"

Unserer Suchtrupp kam zurück und erstattete ihm Bericht: "Fünfzehn Krauts sind tot, zwei schwer verletzt, da ist nichts mehr zu retten, Panzerfäuste und Munition liegt im Keller, einer von denen hat nen erstklassigen Kopfschuss kassiert."

"Kopfschuss, soso...", brummte mein König und trat ein einen von oben bis unten dreckigen Hitlerjungen heran, "sag mal, wie ist dein Kamerad gestorben, so ganz plötzlich da, wo wir gar nicht geschossen haben?"

"D-das... war unser L-leutnant... er... er wollte sich d-doch b-bloß er... ergeben..."

Ungerührt trat Robert vor den SS-Mann und zog seine Luger: "Fuck you!"

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Ich habe ihn noch nie einen Gefangenen erschießen sehen, aber dieses eine Mal werde ich niemals vergessen... es war... so eiskalt, und doch so wutgeladen, wenn wir in ihn hätten blicken können, wir hätten die Hölle gesehen.

Und das, obwohl er Cyro damals noch nicht in sich trug.

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"Schafft die Waffen auf einen Haufen und steckt ihn an - und danach geht ihr nach Hause, von euch spielt keiner mehr Krieg, ist das klar?!"

Die Jugendlichen taten wie ihnen geheißen, die Greise vom Volkssturm wirkten fast dankbar: "Und eure Uniformen gleich dazu, die Helme auch, wenn einer von euch abhauen sollte kann er was erleben!"

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Zum Abend rasteten wir unter einer alten Eiche, die bestimmt schon viele Soldaten in ihrem langen Leben unter ihren knorrigen Ästen zu Gast gehabt hatte... und ich kam nicht drumherum, ich musste mit ihm sprechen: "Robert, ich..."

"Hm?"

"... ich wollte... mir dir sprechen."

"Verstehe."

"Du... du bist mir nichts schuldig, du..."

"Doch, du bist mein Bruder - frag ruhig!"

"Also gut... warum... hast du den Offizier einfach so erschossen und die anderen laufen lassen? - Wir hätten sie an unsere Nachfolger übergeben müssen und..."

"Mag sein, aber das hätte uns zuviel Zeit gekostet... und der SS-Mann, ich musste es einfach tun."

"Aber warum?!"

"Hast du seine Augen gesehen?"

"Nein, wieso?"

"Augen lügen nicht, sagt man, und ich sehe, wenn einem die Angst ins Gesicht geschrieben steht und wenn nicht - diese Kinder und anderen armen Schweine vom Volkssturm, hast du gesehen, welche Angst sie hatten? - Mag sein, dass sie sich zuerst mutig gegeben haben, aber als sie merkten, dass sie keine Chance mehr hatten, haben sie sich ergeben... und das hat ihrem Kameraden das Leben gekostet, sinnlos, weil es eh schon viel zu spät war! Deswegen habe ich dieses Zeichen gesetzt - ich hasse es selbst, Unbewaffnete erschießen zu müssen, aber seine Augen... sie waren voller Hohn, starr nach oben gerichtet - er wird nie ein schlechtes Gewissen gehabt haben, wenn er gemordet hat oder morden lassen hat, er war im Recht... und deswegen habe ich ihm dieses Recht genommen, was vielleicht nicht ganz rechtens war, aber schwer umgänglich - stell dir mal vor unsere Truppen wären hier aufgelaufen und irgendwo sind noch Waffen versteckt..."

"Schon gut, verstehe... danke."

"Nix zu danken, eher danke für's Nachfragen, das hat mich nachdenklich gemacht."

"Jo."

Und so saßen wir Ziegen noch lange zusammen, bis uns vor Erschöpfung die Augen zu fielen... vielleicht einige der wenigen Augen, die noch vermochten die Wahrheit zu sehen in diesem abscheulichen Krieg.

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