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WWZ: Kapitel 9 - Die Festung Harz und Kriegsende (The Battle of the Harz and Warover)

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

WWZ: Kapitel 9 - Die Festung Harz und Kriegsende (The Battle of the Harz and Warover) ist mehrteilig! Der vorherige Teil der Reihe ist WWZ: Kapitel 8 - Die Brücke von Remagen (The Ludendorff Brigde), und der nächste Teil der Reihe ist WWZ: Kapitel 10 - Berlin und Heimkehr (Berlin and Return Home).

Bad Lauterberg am Harz, 15. April, 9:30 deutsche Zeit

Die Stadt glich einer Wüste, kaum ein Einwohner zeigte sich, die meisten waren längst in die naher Hochharzdörfer geflohen. Und doch waren zwischen den Ruinen mehr Menschen den je - Soldaten, Volkssturm, Kanonen, Panzer.

Die Festung Harz machte von sich reden.

Schützengraben der Deutschen Infanterie, zweiter Zug: "Warten bis Sie in Reichweite sind, dann Feuer eröffnen!"

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Die Lage der US-Armee war nicht die allerbeste: Nur eine noch einigermaßen intakte Straße führte direkt hinein in den Talkessel mit seiner Odertalsperre, doch eine gesprengte Brücke erschwerte das Durchkommen von Fahrzeugen, wenn es nicht ganz unmöglich war. Und wenn Bodentruppen sich auf den beschwerlichen Weg machten...

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Deutsches Hauptquartier in der Kummelbergbaude, Aufklärung und Posten auf dem Bismarckturm

"Truppenführer, wenn die Panzer die Oder (ein Bach) durchqueren alle Geschütze Feuer frei!"

"Auf die rechte Flanke aufpassen!"

Karabiner klackten, ein letzter Schluck Schnaps aus dem Flachmann, ein "Sieg Heil!", dann waren sie bereit - und da kam er auch schon, der Feind von Übersee! "Let's go, go, go go!", gellte es über die Köpfe der Yankies hinweg, "this time we'll get 'em!" Die Oder war durch die Schneeschmelze schon reißend genug, für Jeeps und LKWs kein Durchkommen, nur die Shermans schafften es... und die deutschen Geschütze erwarteten sie schon: "FEUER!!!" Fiiiiii... KA-WUMM!!! - Erde und Steine peitschten durch die Luft, erste Boys gingen schreiend zu Boden, ihre Kameraden versuchten den eigenen Kopf so gut es ging zu behalten, BA-RUMMS!!! - WÄNG!!! - ZERFETZ!!!

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"Herr Oberst, sehen Sie, da in der Mitte, die amerikanischen Panzer!"

"Die helfen ihnen nicht, Feuer!"

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Von einer Anhöhe beobachteten die amerikanischen Offiziere die Schlacht: "Scheiße, es ist wie immer, diese verfluchten deutschen Kanonen!"

"Was ist mit unseren Panzern?"

"Drei völlig zerstört, einer beschädigt, noch zwei...", WA-DOMM!!!, ... einer im Rennen, es ist zum Verrücktwerden!"

"Geben Sie den Befehl zum Rückzug, wir kommen so nicht weiter!"

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"Rückzug, Rückzug!"

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"Truppenführer, die Amerikaner ziehen sich zurück, gut abgewehrt, der Führer dankt Ihnen und Ihrem Männern in seinem Namen! Stellung beziehen und halten, mit einem neuen Angriff ist jederzeit zu rechnen!"

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Abend, amerikanischer Befehlsstand im "Deutschen Hof", Osterode/ Harz

"Wir machen nicht den geringsten Fortschritt, die Deutschen haben sich zu tief eingegraben!"

"Und die Geschütze?"

"Hör mit bloß auf mit diesen scheiß Geschützen, die sind es ja! Wenn wir mit unseren nahe genug ran kämen... für ein Bombardement reicht es vermutlich nicht, und außerdem können wir momentan keine Unterstützung bekommen, die Stadt sei ja schon fast komplett zerstört!"

"Das ist... verflucht, wir brauchen jemanden, der uns aus der Patsche zieht, am besten einen, der sowas sein täglich Brot nennt!"

"Denken Sie da nicht auch an wen?"

"Doch, an die Goat Brigade!"

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Einbeck, Urbock-Schenke am Markt, gleiche Zeit

Gestern waren sie hier eingezogen, und seit dem Zeitpunkt köpften sie ein Fass nach dem anderen... Fronturlaub vom Allerfeinsten, zwischen Göttingen und Hildesheim gab es keine Kämpfe mehr, der Harz wartete schon in der Ferne - aber der konnte warten! Das Bockbier war aber auch Spitzenklasse, und dank der ausgelassenen Stimmung hatten sich auch einige Deutsche, hauptsächlich junge Frauen und Mädchen, in das Gasthaus gewagt und umgarten die Befreier - allen voran ihr oberster Captain, Robert. Ach ja, und ich war auch dabei - also ich, der Ziegenbock, und wollte gar keine Deutsche so recht... meine Liebesgedanken hingen noch in Paris... aber hey, das Bier war super, also warum jammern! Und wenn der Krieg mich eins gelehrt hatte dann immer guter Laune zu sein, wenn es Grund dazu gibt... es könnte dein letztes Mal sein.

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"Meine Fresse, das ist ja unglaublich - RUHE HIER!!!" Die fröhliche Musik verstummte, Hemden wurden in Sekunden zugeknöpft, Humpen schnell weitergereicht - es half nichts, Major Banton, ein alter und von allen nicht besonders gemochter Brite, hatte uns erwischt: "WAS GLAUBEN SIE EIGENTLICH WER SIE SIND?!?!"

"Hey... hey hey... jetz' hab'bich mal nich' so...", lallte natürlich ausgerechnet Robert und wankte auf seinen Vorgesetzten volltrunken zu, "dasss is doch hier... voll'ie gute Schtimmmun..."

"UND WAS GLAUBEN SIE EIGENTLICH WER SIE SIND CAPTAIN?!?!", explodierte die olle Spaßbremse völlig und wir wurden ganz klein, "SIE GLAUBEN DOCH NICHT ALLEN ERNSTES DASS DIE US-ARMY DIESES BENEHMEN GEGENÜBER EINEM VORGESETZTEN UND ÜBERHAUPT TOLERIERT!!! SIE SIND EINE VERSOFFENE DRECKSAU, MIR SCHEIßEGAL WER SIE SIND!!!"

"Sch... schulldi..."

"DIE KÖNNEN SIE SICH SONSTWO HIN SCHIEBEN!!!", keifte es aggressivst, "VON MORGEN AN ÜBERNEHME ICH DIE FÜHRUNG ÜBER DIE GOAT BRIGADE, UND WEHE SIE PFUSCHEN MIR DAZWISCHEN, DANN STELLE ICH SIE VOR'S KRIEGSGERICHT UND LASSE SIE ERSCHIEßEN!!!"

Heiliger Edwart!

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Der nächste Morgen

Ich erwachte mit flauem Gefühl im Magen, Jeff neben mir ging es nicht besser. Vor unserem Zelt trafen wir auf Paul und Peter, die beide nicht besser drein sahen: "Sagt mal, hat einer von euch Robert gesehen?"

"Nee, nich... ach ja, in zehn Minuten ist Antreten in Reihe und Glied, der Tommy meint's wohl ernst..."

Na das konnte ja heiter werden!

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Acht Uhr, am Zelt des "Tommys", Fahnenappell

"BRIGADE STILLGESTANDEN!!!"

Selbst Robert tat es, und er sah noch schlimmer aus als wir alle... was der für einen Kater haben musste... "CAPTAIN, NEHMEN SIE HALTUNG AN!!!"

"Schon gut...", murrte es sauer, und Edwart sei Dank war Banton damit zufrieden: "Also, für alle die, die gestern Abend ihrer Pflicht nachgegangen sind und sich nicht wie die Ochsen besoffen haben - ich führe von heute an die Goat Brigade!"

Gemurre, na war ja klar: "WENN DAMIT JEMAND NICHT EINVERSTANDEN SEIN SOLLTE IST MIR DAS HERZLICH EGAL, IHR GELIEBTER CAPTAIN HAT SICH VON SEINER BESTEN SEITE GEZEIGT!!!" Seinen Helm hatte er nicht auf, sein StG 44 nicht umhängen - oh man, dem ging's wirklich dreckig! "Jetzt zu den wichtigen Neuerungen: Ich habe zwei neue Capains für Sie, Hawkins und Jolliet, Captain Robert folgt ihnen untergeordnet...", die Stimmung war auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, "und wir brechen in einer halben Stunde von hier auf nach Osterode am Harzrand, der Urlaub wurde verkürzt, aufgrund der Ereignisse letzter Nacht!"

Okey, es hatte doch noch schlimmer kommen können... und Banton hatte es sich auf Anhieb mit allen verscherzt.

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12:30 Ortszeit, "Deutscher Hof", Osterode/ Harz, Stabsquartier der US-Army

"Banton, Sie sind WAS?!"

"Ja, neuer Befehlshaber der Goat Brigade - haben Sie damit ein Problem Captain Spring?!"

"Nein, eigentlich nicht... also... ja, was schlagen Sie vor?"

"Wir müssen diese Brücke instand setzen - koste es, was es wolle!"

"Das wird kaum möglich sein, ich..."

"Haben Sie Zweifel an mir?!"

"N-nein!"

"Nein?!"

"Nein Herr Major!"

"Gut, das will ich Ihnen auch nicht geraten haben!"

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Vor dem Gasthaus

Der Ort hatte ganz schön was abbekommen, und wir warteten... nachdem sich die Besprechung schon länger als eine Stunde hinzog beschlossen wir schonmal vorzufahren nach Scharzfeld bei Herzberg im Harz... an der Front angekommen erwartete uns ein grausiges Bild: Ein maßlos überfülltes Lazarett, überall Panzerleichen, und ein Friedhof so groß wie ein Weizenfeld - oh scheiße, und jetzt sollte Banton... nie im Leben!

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Am Lagerfeuer (der Tommy war immernoch nicht da, wahrscheinlich hatte der "Deutsche Hof" noch ein gutes Zimmer "frei") unterhielten wir uns mit den hier fast heimisch gewordenen Jungs: "Also... die Krauts haben Geschütze, und die einzige Brücke ist hinüber?"

"So in etwa - na ja, es gibt noch eine intakte Straße, aber die ist mit Minen nur so gespickt, und daneben liegen Gleise... da kommt kein LKW so leicht drüber..."

"Aber ein Zug!", konstatierte Paul, "und das könnte..."

"Vergiss es, da haben die Krauts Sprengladungen dran gesetzt, wenn da ein Zug fahren sollte... Bumm!"

"Und wenn man die irgendwie außer Gefecht setzt?"

"Dann wären da immer noch die Geschütze, und ein normaler Zug ist zu langsam!"

"Ein normaler Zug, das ist es! - Ich meine, ein schneller Zug würde das schaffen?!"

"Hm, vermutlich, ja! Aber wer kennt sich mit Zügen aus?"

Alle grinsten sich an: "Da gibt's nur einen - Robert!"

"Und wo steckt der?"

"... gute Frage..."

"Ich geh ihn mal suchen."

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Ich fand meinen Bruder auf einem Baum am Ende des Lagers: "Hey Robert, alles klar?"

"Och, mir ging's nie besser, erst Bantons Geplärre, dann kein Anführer mehr und als nächstes diese Blutmühle - aber ohne mich, ich kratz diese Nacht die Kurve!"

"Mensch Kerl...", ich pflanzte mich neben ihn und legte ihm einen Hand auf die Schulter, "mag mies gelaufen sein, aber Banton ist nunmal nen britisches Arschloch mit Stock im Hintern - keiner will ihn, und die Jungs überlegen zu desertieren - kannst du das zulassen?!"

"Eigentlich nicht... aber..."

"Nix aber, und weißt du noch was?!"

"Hm?"

"Der einzige Weg nach Bad Lauterberg führt über eine Eisenbahnstrecke!"

"Ist nicht wahr!"

"Doch, und sie liegt noch - man, das ist deine Chance allen zu beweisen..."

"Bullshit, das ist nicht meine Art - wenn dieser Spast von Major morgen früh immer noch nicht hier ist gucken wir mal was sich machen lässt, alles klar?!"

"Ja, so gefällst du mir schon viel besser!"

"Jo, ich mir auch!"

Da mussten wir beide lachen.

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Nächster Morgen, 6:30 Uhr

"Morgen Jungs!", begrüßte uns Captain Gent, der Freund von Cpt. Spring, "na, gut geschlafen?"

"Jo, haben wir, danke - sag mal, hat Banton schon Pläne?"

"Ja, genügend...", er senkte die Stimme, "... genügend hirnrissige, Gordon hält ihn hin, ihr könnt euch heute das Gelände in aller Ruhe mal anschauen, mal sehen ob ihr eine Lücke findet!"

"Ganz große Klasse, aber... ich müsste nach Nordhausen heute - ginge das?"

"Wozu denn das?"

"Wir brauchen eine schnelle Dampflok, und dort ist ein Bahnbetriebswerk - vielleicht können die uns helfen!"

"Na ja... gut, wenn einer fragt, ihr wart auf Patroullie, den ganzen Tag, alles klar?"

"Jo, und vielen Dank dir, bis denne!"

"Keine Ursache - hinter dem Offizierszelt steht ein fahrbereiter Jeep, nehmt den, und passt auf euch auf, in den Hügeln könnten noch ein paar versprengte Krauts sein!"

"Machen wir - schönen Tag dir und schönen Gruß an Fred!"

"Mache ich, und euch viel Glück!"

"Danke!"

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Und so machten wir uns auf den gefährlichen Weg - ich fuhr wie ein Irrer, sah überall Stahlhelme und musste zweimal eine Zwangspause machen, um nicht völlig die Nerven zu verlieren...

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An einem Schlagbaum stoppten uns zwei Posten: "Halt, wer da?"

"Captain Robert und Lieutnant Jox von der Goat Brigade!"

"Etwa die Goat Brigade?!"

"Ja, genau die!"

"Dann habe ich schon viel von Ihnen gehört - und... ja, Sie können natürlich sofort weiter!"

"Keine Hektik!", scherzte mein König bester Laune, "wir wollen ja nur nach Nordhausen..."

Im Gesicht des Marines zuckte es, ich bemerkte es: "Was haben sie, Soldat?"

"Dort... halten Sie mal in Niedersachswerfen an, da haben unsere Jungs vor ein paar Tagen etwas gefunden..."

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Eine halbe Stunde später

Wir hielten am Mittelbau Dora und standen vor diesem Tor... "Arbeit macht frei". Im Inneren... Baracken über Baracken... überfüllt... überall das Rote Kreuz, Marines... und diese... lebenden Toten... diese Haufen... dieser Gestank... die Massengräber, die Stollen, die Menschen.

Es waren Bilder, die ich nie vergessen werde... niemals sollte so etwas zu Hause in Equestria geschehen!

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In Nordhausen angekommen erwartete uns eine gähnende Trümmerwüste, überall Gestalten, die dazwischen herum huschten, und die Reste eines amerikanischen Korps, von dem nur einige Verletzte zurückgeblieben waren und trotzdem freundlich mit uns Mittag aßen. Weiter ging es zum Bahnhof, und auch wenn die Anlagen eine Menge abbekommen hatten schein ein Teil des großen Lokschuppens noch intakt - ein paar Deutsche in zerschlissenen Eisenbahneruniformen gammelten auf einem Schutthaufen vor sich hin. "Hey ihr da!", sprach Robert sie an, "sagt mal, habt ihr noch eine funktionierende Dampflok hier, vielleicht auch etwas Schnelles?"

Sie waren sichtlich über das gute Deutsch und die Frage überrascht: "Eine Dampflok?"

"Ja, wir brauchen eine - ein General kommt zu Besuch mit dem Zug!"

"Nein, unsere Bestände wurden alle bei dem Bombenangriff vernich...", Roberts Blick sprach Bände: "Jungs, ich lege euch nichts nahe, aber wir waren heute schon in Niedersachswerfen, und da scheint mehr als nur ein Zug hingefahren zu sein, wa?"

Die Männer wurden noch kleiner und brachten kein Wort mehr heraus, die Miene meines Königs verfinsterte sich umso mehr, sein Sturmgewehr rutschte in Zeitlupe von seiner Schulter und nach vorne: "Ich habe in diesem Krieg schon so viele Krauts erledigt dass ihr paar Schweine gar nicht ins Gewicht fallt!"

"Ja, es stimmt ja, wir haben diese Züge gefahren!", jammerte einer von ihnen und fiel vor Robert auf die Knie, "bitte erschießen Sie uns nicht!"

"Im Tausch gegen eine Dampflok."

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Unter eine Plane versteckt enthüllte sich ihre wahre Schönheit erst auf der Drehscheibe - wir pfiffen anerkennend durch die Zähne - eine Lok der Baureihe 03, ihrer Schilder und dem Adler beraubt, aber nach wie vor ein eleganter schwarzer Schwan... woaaar! "Das ist unsere letzte... ja, jetzt gehört sie Ihnen - brauchen sie einen Lokführer und Heizer?"

"Nein, danke - und wir bringen Sie ihnen zurück, sobald wir können, versprochen! Haben Sie vielen Dank und... frohes Aufräumen hier!"

Die Eisenbahner lächelten, und dieses Lächeln war ehrlich.

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Gegen Abend erreichten wir unser Lager - und Banton war außer sich: "ALLE MANN ANTRETEN!!!" Selbst Robert war pünktlich und mit Helm an seinem Platz, der Major natürlich schon längst da: "Captain, wo waren Sie und ihr Lieutnant eigentlich heute?! - Wie ich hörte auf Patrouille?!"

"Natürlich!", bekräftigte ich, "wir..."

"ICH HABE IHREN CAPTAIN GEFRAGT, HALTEN SIE DIE SCHNAUZE!!!"

"Nun, wir haben eine Dampflok für einen Durchbruch besorgt..."

"AHA, UND SIE SIND NOCH SO DREIST UND LÜGEN MIR INS GESICHT?!?!"

"Nein, wir waren auch noch im KZ Mittelbau Dora - das hätte Ihnen sicherlich gefallen..."

"MIR SCHEIßEGAL WO SIE WAREN, SIE HABEN MEHR ALS NUR IHRE PFLICHT VERLETZT!!!"

"Haben Sie mir befohlen den ganzen Tag hier rumzusitzen?"

Nein, hatte er tatsächlich nicht, und die ganze Truppe war sich darüber im Klaren! "Sie... SIE HÄTTEN DAS NICHT DÜRFEN!!!"

"Hätten ist nicht haben." Bantons Kopf war jetzt so rot wie Adolfs Arsch: "JETZT REICHT'S MIR MIT IHNEN!!! Wissen Sie, Sie spielen ein gefährliches Spiel!"

"Zum Spielen gehören immer zwei - einer gewinnt, einer verliert!"

"Sie sind ganz schön frech für einen Briten!"

"Und Sie ein ganz schönes Arschloch!"

Mit blieb die Luft weg: "ICH GLAUBE DASS WIR BEIDE UNS BALD VOR DEM KRIEGSGERICHT WIEDERSEHEN WERDEN!!! TRETEN SIE VOR!!!"

Robert trat vor. "SIE WERDEN MIR JETZT SOFORT IHRE SCHULTERSTÜCKE, IHREN KRAGEN UND IHR GEWEHR AUSHÄNDIGEN, HABEN SIE DAS VERSTANDEN?!?!"

Jeff trat vor. "ZURÜCK IN DIE REIHE!!!"

"Ich weigere mich ohne Captain Robert weiter der Goat Brigade zu dienen, es ist eine freiwillig rekrutierte Brigade."

"ICH SAGTE WIEDER IN DIE REIHE!!!" Paul trat vor, Peter auch, Phil, und all die anderen. "HALTET IHR DAS HIER FÜR EIN SPIEL?!?! GLAUBT IHR IHR KÖNNT MICH AUF DIE PROBE STELLEN?!?! GLAUBT IHR ICH KÖNNTE EUCH NICHT ALLE ERSCHIEßEN LASSEN?!?! BEI GOTT DAS WERDE ICH, JEDEN EINZELNEN VON EUCH... UND BEI DIR FANGE ICH AN!!!"

Alle hoben die Gewehre, und jedes einzelne zielte auf den Major - und meine Luger auf seinen Kopf: "Nehmen Sie die Waffe runter, das ist keine Bitte!"

Die beiden neuen Captains taten gar nichts, nur betreten zugucken - Banton senkte tatsächlich seine M1911: "Sie werden alle vor einem Erschießungskommando enden, ohne Ausnahme."

"Das werden wir sehen."

Robert stand da, die Ruhe selbst - er wusste, auf was er sich verlassen konnte.

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22 Uhr, gleicher Abend, inoffizielle Lageplaung und Besprechung

Alle waren anwesend, und alle waren beunruhigt - alle bis auf Robert: "Jungs, ich bin so verflucht stolz auf euch, das könnt ihr wissen!"

"Und wir auf dich!", sprudelte es aus Tim, einem recht neuen Mitglied, "du hast Ahnung, Banton nicht, ich vertraue dir blind!"

"Ein bisschen soll auch der Blinde sehen können...", lächelte mein König freundlich, "aber danke, und auch danke an die anderen - ja, also, Bad Lauterberg - wir haben eine Dampflok, ein paar Waggons und eine Überraschung für die Krauts, die leider erst morgen kommt... Banton wird uns keine Zeit lassen, deswegen setze ich den Angriff auf das Morgengrauen an!"

Begeistertes Nicken, ein paar grinsten breit: "Da wird der alte Tommy aber Augen machen!"

"Eben, und die Artilleristen sind auf Position und geben uns Deckung, wenn wir durch sind kommt Gent mit seinen Shermans, und Banton guckt doof in die Röhre!"

Die Stimmung wurde ausgelassener, ich rief zur Ruhe auf: "Also, das Hauptproblem sind die Minen, aber da kümmert sich Jox drum...", ja ein Irrer musste ja den kreuzgefährlichen Schüsselakt durchziehen, "und wir kommen mit Karacho an!"

"Und die deutschen Geschütze, was ist mit denen?"

"Keine Sorge, da habe ich vorgesorgt! - Noch Fragen?"

"Keine!"

"Gut, dann schlaft gut, es geht hier um Punkt 3:15 Uhr in der Frühe los!"

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Roberts "Überraschung" kam tatsächlich noch in der Nacht an, und Cpt. Springs Männer machten sich mit der Mächtigkeit dieses Babys vertraut... bei Edwart, das war aber auch ein starkes Stück!

"Wo hast du die denn aufgetrieben?!", wollte ich staunend von Robert wissen und der lachte nur: "Nen kleines Geschenk von 'nem alten Freund!"

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17. April 1945, Lager der US-Army in Scharzfeld/ Harz, 4:15 Uhr

"Alle Ziegen an Bord?"

"Alle drauf, ich hab gezählt!"

"Gut, dann Abfahrt!"

"Viel Glück euch - möge Gott euch beistehen!"

"Jo, und vor allem ihr mit euren Geschützen! - Ist das Riesending schon einsatzbereit?"

"Fast, aber das haben wir gleich - und jetzt seht zu dass ihr diesen verdammten Krauts den Arsch voll Blei pustet!"

"Das ganz sicher!"

"Na denn - bis später!"

"Bis denne!"

Robert kletterte in die Lok und gab Volldampf... und so rumpelte der Zug voller Amerikaner auf wackligen Gleisen auf eine Fahrt mitten hinein in das Herz des Harzes.

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Zur gleichen Zeit robbte ich auf die alles entscheidende Stelle zu und schaltete mit zwei Schüssen die beiden unaufmerksamen Posten aus, zwei Kabel durchtrennte meine Zange - ich hatte es geschafft, verflucht noch eins!

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Kummelbergbaude

"ALAAARM!!!"

"WIE WO WAS?!?!"

"SIE KOMMEN, DIE VERDAMMTEN AMERIKANER!!!"

"Wie, eine Offensive?!"

"Nein, mit einem Zug!"

"Einem... ZUG?!"

"Ja doch!"

"SPRENGT DIE SCHIENEN!!! WENN SIE AUSSTEIGEN FEUER FREI!!!"

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Doch die Sprengladungen gingen nicht hoch, ich positionierte mich nahe des Bahndammes - Robert kam mit ordentlich Tempo an, ich sprang auf: "GIB VOLLDAMPF!!!"

"Nichts lieber als das - ATTACKE!!!"

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"DIE LADUNGEN SIND NICHT HOCHGEGANGEN!!!"

"SABOTAGE!!! GESCHÜTZE FEUER FREI!!!"

KA-BUMM!!! WUMM!!! BÄNG!!!

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Fiii... KA-RUMMS!!!

Die Artillerie konnte sich sehen lassen, aber uns erwischten sie nicht! "BEI FEINDKONTAKT FEUER FREI!!!"

"JAAA!!!", erschallte es von hinten, "HEUTE MACHEN WIR SIE FERTICH!!!"

Die Goat Brigade war voll in ihrem Element.

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Zur gleichen Zeit wurde Banton unsanft vom Geschützdonner geweckt: "WAS GEHT HIER VOR?!?!"

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"Dreitausendfünfhundert Meter! Dreitausenddreihundert Meter!"

"Reichweite verkürzen!"

"Sie kommen zu schnell auf uns zu!"

"Dreitausend Meter, zweitausendneunhundert Meter!", mit Volldampf preschte der Zug immer näher. "Zweitausendsechshundert, zweitausendfünfhundert Meter!"

"Wir schaffen es nicht mehr!"

"FEUER!!!" - BÄNG!!! - WUMM!!! - WONG!!!

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Captain Gent und seine Artilleristen standen auf ihrem Hügel und senkten die Ferngläser: "Diese Teufelskerle haben es geschafft, die Kanonen schießen zu weit!"

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"SPRING, ICH VERLANGE EINE VERFLUCHTE ERKLÄRUNG, WAS GEHT HIER VOR?!?!"

"Sie schreien den falschen Panzer an...", hüstelte es von drinnen, "der Captain ist schon unterwegs, und Sie treten bitte zur Seite, ich habe einen Befehl zu befolgen!"

Und auch wenn der Major das nicht tat rumpelte der Sherman einfach rechts an ihm vorbei und ließ den Tommy seinen Staub schlucken - oh dieser Robert konnte sich auf was gefasst machen!

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Vorderste Schützengräben in Bahnhofsnähe

"FEUER!!!"

Mauser knallten, Patronen tanzten durch die Luft, MP40 ratterten, MG34 mähte - die Yankies ballerten aus allen Rohren zurück, Robert musste dem Zug Geschwindigkeit nehmen, Panzerfäuste zischten gefährlich nahe an der Lok vorbei. Ich hatte alle Mühe mich am Abspringen zu hindern - das wurde verflucht eng!

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"Da ist schweres Maschinengewehrfeuer von der linken Flanke, die schlachten unsere Jungs ab!"

"Verflucht noch eins! - Alle Mann an die Kanonen, ich will diese Maschinengewehre!"

Die Kanoniere machten alles bereit und rissen die Plane von dem "Riesenbaby" - einem K5-Eisenbahngeschütz!

"Fünfunddreißig Grad, viertausenddreihundert Meter, Granate laden!"

"Alles bereit!"

"Warten... FEUER!!!"

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KA-WUMM!!!

Selbst wir vernahmen den Abschuss hinter uns und die Granate über uns, die Deutschen wohl auch, denn sie schreckten hoch - und eine riesige Detonation machte in Bruchteilen von Sekunden die Schützengräben dem Erdboden gleich - na ja, nicht ganz, denn sie hinterließ ein verdammt großes Loch! "Das waren Gent und Spring, wir sind gleich durch!"

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Ein letzter Güterwagen stand unserer 03 im Weg, sie fetzte ihn zur Seite, Robert machte die Bremsen dicht: "JETZT GEHT'S LOOOS, ATTACKE!!!"

"YEAR!!!", sprangen die Jungs wildes Kriegsgeheul grölend ab und verpassten dem Volkssturm und den letzten Wehrmachtverbänden ein ganz dickes blaues Auge - und eine nächste Explosion riss mehrere Häuser bis auf die Grundmauern nieder: "NIEDER MIT DEM DRITTEN REICH, JETZT KOMMEN WIR!!!"

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Robert und ich kämpften uns durch das Bahnhofsgebäude und über den Vorplatz, mit einem großen Bogen um die verminte Straße, wo wir ein intaktes Geschütz fanden: "Du sage mal, siehst du da oben auf dem Berg auch den deutschen Befehlsstab?"

"Ja?"

"Weißt du was ich denke?"

"Ich glaube schon!"

"Dann sollten wir, wa?"

"Aber hundertpro!"

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"Herr Oberst, die Männer... sie... wir schaffen es nicht, es sind zu viele, und jetzt kommen die Panzer!"

"ICH WEIß SIE VOLLIDIOT, UND WAS SOLL ICH DA JETZT TUN?!?!"

"Wir sollten schleunigst von hier verschwinden, hier können die uns..."

KA-WUMM!!!

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12:00 Uhr, Mittagszeit

Wir speisten wie die Könige, einen ganzen Ochsen hatten wir gefunden und geschlachtet - stückchenweise von unseren Bajonetten zerging das köstliche Fleisch wie Butter in unseren Mündern, und in einer Schenke waren tatsächlich noch Fässer voller Bier im Keller gewesen - was hatten wir bloß für ein Glück! "Hey Peter, nicht da hinsetzen, sonst sprengt die Addolf den Arsch weg!"

"Verflucht ja, ich habe die Minen ganz vergessen - Jeff, neben dir noch einer frei?"

"Jo... oh ist das gut!", schwärmte der, "heiliger Edwart, so gut habe ich seit Langem nicht mehr gegessen!"

"Meine Rede!", lachte Phil und nahm einen Schluck Bier, "ein Hoch auf unseren geliebten Captain!"

"EIN HOCH AUF UNSEREN GELIEBTEN CAPTAIN!!!"

Eine Freudenträne konnte der sich auch nicht verkneifen: "Danke euch Jungs, ich bin so stolz auf euch!"

"UND WIR AUF DICH!!!"

"CAPTAIN ROBERT!!!"

Nein, bitte nicht der!

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Doch, genau der, und dazu noch mit seinen Kettenhunden: "CAPTAIN, DAS WAR IHR LETZTER FEHLTRITT!!! UND SO WIE ICH BANTON HEIßE WERDEN SIE DAFÜR BEZAHLEN!!!" Die Jungs griffen in Anbetracht der drei gezückten Revolver nach ihren Waffen - ich auch - Robert hielt sie zurück: "Alles klar, ich stelle mich meinen "Verbrechen, aber ich möchte bitte einen letzten Schluck trinken."

"NICHT GEWÄHRT!!!"

"Auch gut, aber meine Jungs sollten beiseite treten, sonst treffen sie womöglich noch den Falschen."

Was machte der da?! "Was macht Robert da?!"

"Keine Ahnung, aber er scheint genau zu wissen, was er tut..."

"Ich treten nicht zurück, auf keinen Fall!"

"Ähm, Jeff, solltest du aber, und zwar mehr als zehn Meter, bevor der Tommy nen falschen Schritt macht!"

"Wies... oh fuck, schnell weg!" Alle machten sich in Windeseile weg, Robert tänzelte ruhig ein paar Meter zurück, bis er mit dem Rücken am Empfangsgebäude stand: "Hier endet also unser Weg... tja, schade, war nett Sie kennengelernt zu haben, Banton."

"Die Freude ist ganz meinerseits!", lachte der Brite dreckig und legte an, "darauf habe ich schon viel zu lange gewartet!"

"Aber ich bitte Sie, Sie stehen viel zu weit weg von mir, treten Sie doch bitte einen Schritt näher, sonst treffen Sie mich wohlmöglich gar nicht richtig!"

"Worauf Sie sich verlassen können - nichts tue ich für mein Leben lieber!"

Und er machte den Schritt nach vorne.

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KA-BUMM!!! Eyupp, es ist ziemlich eklig, wenn man einen ganzen Arm abbekommt, und dazu noch mit ansehen zu müssen wie drei Menschen in ihre Einzelteile zerfetzt werden muss ich auch nicht unbedingt ein zweites Mal mit ansehen - dennoch, dieser spektakuläre "Abgang" des Tommys setzte dem ganzen Tag nochmal die Krone auf! … oder wie Robert es treffend formulierte: "Na aber Banton, wer wird denn da gleich in die Luft gehen..."

Jeff prustete los, und auch wir anderen konnten uns vor Lachen kaum mehr auf den Beinen halten... und so floss keine fünf Minuten später das Bier in Strömen!

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Tja, und so brachen wir nach einem großen Fest am Abend und einer ruhigen langen Nacht in den Oberharz auf, und nicht einmal hielten uns die paar versprengten Krauts länger als nötig auf... bis wir am 20. April auf dem Brocken ankamen und dort erst einmal unseren wohlverdienten Urlaub genossen.

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