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Zimtschnecken

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Deckung, KRIEEECH!!!

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Die folgende Ponypasta enthält Abschnitte mit kriegerischen Auseinandersetzungen, massiver Gewalt und viel Blut; lies sie dir also nur durch, wenn du dir der Inhalte bewusst bist und nicht gleich in Ohnmacht fällst, wenn du dir das Knie aufschlägst!

Es war Morgen in Equestria.

Ein neuer Tag brach an, und mit den ersten Sonnenstrahlen wachte Applebloom aus einem schönen Traum auf.

Verschlafen rieb sich das Erdpony die Augen und streckte sich, setzte sich auf und warf einen schläfrigen Blick aus ihrem Zimmerfenster nach draußen auf den ponyleeren Hof.

Sie ließ ihre Arme knacken und schob sich nach rechts aus ihrem Bett, wobei ihr sofort das zweite Bett in ihrem Zimmer ins Auge fiel, dessen Bewohnerin immer noch tief und fest schlief.

Applebloom musste bei diesem Anblick ungewollt grinsen - Aurora sah wirklich zu köstlich aus, wie sie da in der halb aufgeschnittenen ausgemusterten Bombe mit Decke und Matratze lag - ein Geschenk ihres Vaters, der es sich hatte nicht nehmen lassen, seiner Tochter ein Bett nach ihren Vorstellungen zu bauen.

"Guten Morgen...", kicherte sie, "hey Aurora, aufstehen! Gibt gleich Essen!"

Wie zu erwarten, kam keine Regung durch ihre Halbschwester, sodass Applebloom es noch einmal versuchte und dann kopfschüttelnd den Raum verließ, ins Bad trabte und sich dort eine Ladung Wasser ins Gesicht klatschte, um auch die letzten Spuren der Nacht aus ihrem Kopf zu befreien.

Nachdem die erwünschte Wirkung eingetreten war, schlurfte sie die Treppe hinunter und in die Küche, wo ihre große Schwester Applejack bereits am Herd stand, etwas darauf brutzelte und gut gelaunt ein Liedchen pfiff.

"Moin!", begrüßte sie ihre kleine Schwester ohne sie anzusehen, "na, gut geschlafen?"

"Ziemlich...", gähnte Applebloom übertrieben laut und pflanzte sich auf einen der Küchenstühle, "Aurora hat mal wieder geschnarcht ohne Ende! Und bei dir?"

"Gut soweit...", grinste Applejack zufrieden und wandte sich wieder ihrem Herd zu, "hätte kaum besser sein können..."

"Bei dem Krach, den ihr veranstaltet habt glaube ich das auch!", bemerkte Applebloom belustigt, "es hat sich angehört, als würdet ihr erst euer Schlafzimmer und dann die ganze Farm auseinander nehmen... mal gespannt ob ich bald Tante werde..."

Der Kopf ihrer großen Schwester lief knallrot an, sie versuchte sich trotzdem nichts anmerken zu lassen und entgegnete deswegen gespielt gereizt:

"Dann brauchst du dich auch gar nicht zu wundern, warum du morgens immer so müde bist! Und was wir abends tun hat dich nichts zu interessieren!"

"Oh, es ist also was Wahres dran?!", konnte sich Applebloom nicht verkneifen, "na ja, mir auch egal... ich habe schließlich wichtigeres zu tun als über deine Bettgeschichten nachzudenken..."

"Ach, was denn?"

"Sweetie Belle hat uns eingeladen... mich eingeladen...", gab das Fohlen traurig zu und Applejack seufzte tief, "ja, ist leider so... egal, jedenfalls gibt es bei ihr Zimtschnecken und einen Mode-Tag, Rarity hat..."

"Rarity hat...", grummelte das Bauernmädchen ungehalten zurück, "toll dass sie hat... blöde Zicke!"

"Man, müsst ihr euch immer noch streiten?!", murrte Applebloom und verleierte genervt ihre Augen, "das stresst echt... und der Grund für diesen Streit ist absolut Quatsch!"

"Das sehe ich anders...", knurrte Applejack sauer, "und Ende der Diskussion!"

Ihre kleine Schwester seufzte resigniert - Erwachsene haben doch Probleme..., dachte sie sich, egal... sind nicht meine.

So grabschte sie sich die Equestria Daily vom Küchentisch und begann zu lesen.

---

Der GmP (=Güterzug mit Personenbeförderung) nach Apple Loosa rollte wie gewöhnlich um 9:03 Uhr aus dem Bahnhof von Ponyville und in Richtung Süden, heute mit einem zusätzlichen Kurswagen nach Kelut.

In ihm befanden sich etliche Ziegen-Armisten, Pegasi und Einhörner aus der Equestria Army und deren Offiziere, die sich mit gemischten Gefühlen auf den gefährlichen Weg machten. Noch immer war die Lage im Schattenreich angespannt, Banden machten die weitestgehend unbewohnten Landteile unsicher und vergriffen sich immer wieder an Hilfsgutlieferungen, weshalb Schattenkönigin Safira auf Rat ihrer Amtskollegin Celestia zusätzliche Verstärkung aus dem verbündeten Equestria erhalten sollte – sie, die neu zusammengestellte Fremdenlegion.

Unter ihnen waren auch der Ziegenbock und Ferdi, die sich beide auf ihren "Auslandseinsatz" freuten, wenn auch teils mit gemischten Gefühlen.

Der Ältere vermisste seine Applejack, der Jüngere seine Sonea... trotzdem waren sie gut drauf, hatten das Schiebefenster ihres Abteils offen und genossen voller Erwartung auf Abenteuer den frischen Fahrtwind.

Ein Abenteuer sollten sie bekommen... ob es ihnen gefallen würde war die andere Sache...

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"Applebloom ist da!!!", flötete Rarity gekünstelt freudig und Sweetie Belle kam sofort angeschossen.

"Yay, endlich bist du da! - Komm rein, Scoo ist schon da und probiert grade das erste Kleid an..."

"Man, halt doch mal die Luft an!", grinste das bestürmte Erdpony, "lass mich doch erstmal reinkommen..."

"Ach, du kannst dir ja gar nicht vorstellen wie ich mich freue, dass ihr heute alle kommen konntet und...", schwatzte ihre Freundin unbeirrt weiter und zog sie die Treppe hoch in Richtung ihres Zimmers, "hach, du kannst dir ja gar nicht vorstellen..."

"Ja ja, kann ich wie immer nicht...", seufzte Applebloom resigniert und freute sich schon auf Jack, der hoffentlich bald kommen und die Lage in den Griff kriegen würde... wenn nötig wie das Mal, wo sie Sweetie Belle gefesselt und geknebelt und dann in den Schrank gestopft hatten, weil sie wie ein Wasserfall ununterbrochen gelabert hatte... hach, war das ein angenehmes Mal gewesen...

In Gedanken versunken bekam sie kaum mit, wie Sweetie ihr eine Tasse Tee in den Huf drückte und wieder verschwand um nach den Zimtschnecken zu sehen, während Scootaloo sie mit einem knappen "Hi!" begrüßte und gleich wieder im Kleiderschrank verschwand, um nach einem neuen Kleid zu suchen, "mensch Applebloom, du musst auch unbedingt mal gucken kommen, hier drin gibt´s..."

Ja ja..., lächelte das Erdpony vor sich hin, hier gibt es alles... fast alles...

Und wieder drehten sich ihre Gedanken nur um Jack.

Ihren Jack.

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Rarity stand in der Küche und warf einen Blick in den Ofen, in dem gerade die Zimtschnecken für den Schönheitsfleckenclub gebräunt wurden, vergewisserte sich, dass keines der vier Fohlen gleich hinein gestürmt käme, öffnete die Ofentür und entnahm das Blech, stellte es auf den Küchentisch und schnappte sich die Flasche mit Zuckerglasur.

Einer ganz besonderen Zuckerglasur...

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"Daaa bin ich!", krakelte Jack lauthals, als er durch Sweeties offenes Fenster geklettert kam und sofort von Applebloom zu Boden gerissen und wild geküsst wurde, "oh Applebloom, wie sehr habe ich dich vermisst..."

"Alter Schleimer!", kicherte Sweetie Belle und Scootaloo knuffte sie in die Seite, "und du bist ne alte Lästerschwester, die ihre Klappe nicht mal für fünf Sekunden halten kann!"

"Ich hasse dich glatt, Scoo!", beschwerte das Einhornfohlen sich und stürzte sich auf ihre Freundin, "na warte, jetzt kitzele ich dich aus!"

"Ahhh, nein Sweetie, ich..."

"KINDERS, ZIMTSCHNECKEN SIND FERTIG!!!", rief da Rarity und die vier Fohlen hörten sofort mit ihrer Balgerei auf und versuchten alle auf einmal die enge Treppe ins Erdgeschoss runter zu rennen... und kugelten schließlich alle kichernd unten auf den Teppich.

"Na na, so schnell hättet ihr nicht kommen brauchen...", seufzte Rarity theatralisch, "die Zimtschnecken sind noch heiß und müssen zuerst noch ein wenig abkühlen, bevor..."

Keines der Fohlen hatte ihr zugehört, die Crusaders hatten sich einfach jeder zwei der köstlichen Kuchenteile geschnappt und war damit johlend in den Garten gestürmt... egal, jetzt mussten sie sie auch wirklich nur noch essen...

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Keine Viertelstunde später lagen sie alle vier bewusstlos auf der Wiese.

Rarity verschwand für einen Moment im Haus und telefonierte. Als sie wieder auf die Veranda trat, waren die Fohlen verschwunden.

Gut so, lächelte sie zufrieden bei sich, der erste Schritt ist getan...

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Jack schlug seine Augen als Erster auf.

Verwundert blickte er sich um und erspähte seine Freundinnen, die noch schlafend in seiner Nähe lagen... mühsam richtete er sich auf und... verspürte einen Drang, einen starken Drang.

Einen Drang nach Blut.

In seinem Gesicht zuckte es gefährlich, und hätte ihn jemand so gesehen, wäre er wahrscheinlich schreiend davon gerannt... Jacks Augen waren blutrot, sein Fell hatte einen schwarzen Unterton bekommen, seine Mähne hatte sich geglättet.

Vor Equestria stand Jock.

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Applejack gammelte lustlos auf dem Windrad von Sweet Apple Acres herum und tat sich selbst leid.

Warum musste sie sich eigentlich immer mit einer ihrer Freundinnen verkrachen und sich dann mit einer Entschuldigung so schwer tun?! - Die würde eh fällig werden, und...

"NEIN!", schimpfte sie mit sich selbst und stemmte sich auf ihre vier Hufe, "du hast lange genug gejammert, jetzt mach´s wie die Soldatin, die in dir steckt und reiche Rarity als Erste den Huf zu Versöhnung! AUF DER STELLE!!!"

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Silver Spoon war gerade auf dem Weg zu ihrer besten Freundin Diamond Tiara, als sie die vier Crusaders entdeckte, die alle etwas ziellos an einer Wegekreuzung herum standen oder lagen und seltsam schweigsam waren.

Das sah so dämlich aus, dass sie etwas näher trat und einfach eine Beleidigung loslassen musste: "Was ist denn in euch gefahren, habt ihr eure Schönheitsflecken endlich bekommen oder seid ihr komplett verblödet? - Ich..."

Der Spott blieb ihr im Halse stecken - nicht nur weil sie nun die Aufmerksamkeit der drei jungen Stuten hatte, nein... Jock war hinter einem Busch hervor getreten und stand nun unmittelbar vor ihr... und seine Augen... waren... rot!

Sie kapierte zu spät, dass dies keine normale Erscheinung war, und ehe sie ihn fragen konnte, was mit ihm nicht stimmte lagen seine Hufe an ihrem Hals und drückten zu.

Das Fohlen wand sich panisch hin und her und versuchte sich zu befreien, aber die Hufe der Alihornziege lagen wie Stahlträger um ihre Kehle und schnürten ihr die Luft ab - Silver trat und schlug blind um sich, es half nichts.

Jock verlagerte lässig sein Gewicht etwas nach hinten, nahm den rechten Huf vom Hals seines Opfers und packte es stattdessen mit Magie am Genick, kramte derweil seelenruhig ein Messer hervor und rammte es Silver Spoon der Länge nach in den Bauch.

Der Stahl ging mehrfach durch den Darm und zerriss das Zwerchfell, und Jock zog es langsam nach oben, einmal quer durch ihren Körper.

Blut schoss literweise aus dem klaffenden Schnitt, und Silver blieben die Schreie im Hals stecken, nicht nur weil Jocks anderer Huf jetzt in ihrem Mund steckte... knapp unter dem Hals ließ er das Messer fallen, packte ihren Kopf mit seinem wieder freien Huf und schlug ihn auf den harten Weg, so lange, bis ihr Schädel riss und nach hinten aufplatzte...

Als ihr Gehirn auf dem heißen Boden in der prallen Sonne brutzelte, besah Jock sein Werk und lachte dabei düster aus vollem Hals.

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Raritys Haustür war nur noch zwei Huflängen von Applejack entfernt, die Klingel wartete nur auf ihre Benutzung...

"Auf was wartest du eigentlich?!", meckerte das Engelchen auf ihrer linken Schulter, "jetzt reiß dich mal zusammen, bis hierher hast du es ja auch schon geschafft!"

"Warum beeilen?", grinste das Teufelchen schadenfroh, "sie hat doch genauso verletzt, und wenn ich mich recht entsinne hat sie mit dem Streit angefangen!"

"Das spielt doch überhaupt keine Rolle!"

"Tut es wohl!"

Die beiden Knallköppe sind ja mal wieder ne große Hilfe, wobei der linke recht hat..., grummelte Applejack, also schön, dann... auf in den Kampf...

Zögernd hob sie den Huf bis kurz vor den Messingknopf, als sie eine Stimme von drinnen vernahm und lauschte.

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"Sie sie auf dem Weg?"

"Sie sind es, und sie haben bereits zugeschlagen."

"Als Test?"

"So ungefähr, ja. Wann darf ich mit der Nachricht rechnen?"

"Wenn sie schnell sind heute Abend, wenn nicht morgen früh - das wäre am besten, weil wir die Dunkelheit der Nacht auf unserer Seite als Verbündeten hätten."

"Allerdings, dann erwarte ich Ihren Anruf, Ende."

"Heil Daeron!"

"Heil Daeron!"

Ein diabolisches Lächeln umspielte Raritys Lippen, als sie auflegte... im gleichen Moment trat Applejack die Tür ein und brüllte:

"DU MIESE NAZISCHLAMPE, ICH WUSSTE ES DOCH!!!"

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Canterlot Police Departement, Ponyville, 12:36 Uhr Ortszeit

Atlanas hatte Mittagspause und Silver sich dazu breitschlagen lassen die Telefonwache zu übernehmen... hach, und wie immer würde ihr Vorgesetzter zweiten Grades erst um Vier zurückkommen und ihr in allen Einzelheiten erzählen, wie sein Mittagessen mit Fluttershy und Sunset verlaufen war... ja, vielleicht war es ja ganz toll, dass er jetzt mit zwei Stuten unter einem Dach lebte, wenn Sunset nicht gerade in Down Under weilte, aber das interessierte sie herzlich wenig.

Dabei war ihr letzte Nacht mit Luna der Hammer gewesen, vor allem weil sich die Ziegenkönigin nicht wie sonst üblich den Kopf darüber zerbrochen hatte, wo ihr Ehemann sich herum trieb - den hatte sie in Obhut Soneas gelassen, und auf die war Verlass! ... das teilte sie selbst zwar nicht, aber...

DRIIING!!!

Silver kippte vor Schreck fast von ihrem Stuhl, verhedderte sich beim Abnehmen im Telefonkabel und riss es fast aus der Wand, ehe sie den Höher endlich zu fassen bekam und ein "Ja?!" keuchte.

"Hier... hier ist Fluttershy, und... und in Raritys Haus sind Einbrecher! HILFE!!!"

"Bin unterwegs!"

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Rarity tobte.

Warum hatte diese dumme Kuh von kommunistischer Bauerntussi ausgerechnet JETZT vorbei kommmen müssen um sich zu entschuldigen?! - Jetzt würde es eine Leiche mehr geben, und sie selbst hätte die Ehre am Hals, diese zu entsorgen... und wehe das würde den Plan gefährden, dann Gnade Cyro der Apple-Familie!

"KOMM RAUS, SONST WIRD ES SCHMERZHAFT FÜR DICH!!!", schrie sie fuchsteufelswild, "ODER ICH ORDERE EIN SPEZIALKOMMANDO, WAS DEINE GANZE FARM DEM ERDBODEN GLEICH MACHT!!!"

Wo steckte diese Schlampe bloß?! - Rarity konnte vor lauter Staub, der bei ihrem Feuergefecht aus allen Einschusslöchern gepufft war, kaum noch etwas erkennen... die Pistole vor ihr gab ihr Sicherheit, schließlich hatte Applejack keine Waffe dabei und...

RUMMS!!!, erwischte sie das Bauernmädchen mit einem Hechtsprung von hinten und rangelte mit ihr über den Boden, den ein oder anderen Hufschlag sicher ins Ziel landend.

Mit aller Gewalt versuchte Rarity sie von sich abzuschütteln, was ihr aber nicht wirklich gelang... wo blieb ihre Unterstützung verdammt?!

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Appleblood öffnete ihre blutroten Augen und sah Jock stumm an, während er ihre Wange abschleckte.

Er stellte keine Gefahr da, das wusste sie auch so.

Er war jetzt einer von ihnen.

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Applejack hatte sich hinter der Spüle verschanzt, ein Küchensieb als Helm auf dem Kopf und zwei große Küchenmesser in den Hufen, als plötzlich drei Gestalten in Raritys Haus gerauscht kamen - die Polizei!

Ein Schuss verfehlte sie nur um Haaresbreite und zerlegte eine Wandfliese, ein anderer prallte an ihrem Helm ab - das war keine Hilfe, das waren Schatten!

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Sour Belle.jpg

Sour Belle und Shizoo waren nun ebenfalls erwacht und hatten sich mit Appleblood und Jock über die Leiche Silver Spoons hergemacht... nun marschierten sie mit vollen Bäuchen und blutbeschmiert weiter... geradewegs auf Apple Loosa zu.

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Die Schatten ließen das Dauerfeuer im Takt auf die kleine Küche prasseln und zerfetzten alles - nach drei leeren Magazinen pro Nase waren sie der Meinung, dass die Kontrahentin tot sein musste und schoben sich nacheinander in den zerstören Raum, doch von Applejack keine Spur.

Stattdessen war das Gas an allen vier Herdplatten voll aufgedreht und in der Mikrowelle lag der Inhalt beider Besteckkästen...

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Rarity humpelte mit schmerzendem rechten Hinterlauf die Straße hinunter, als sie die Explosion ihres Hauses fast von den Hufen riss.

Sie schaffte es sich aufzurappeln und versuchte zu rennen, es gelang ihr nicht, der Knochen war gebrochen, wenn nicht zersplittert... verdammte Applejack, die hatte ganz schön Kraft... gehabt, denn dieses Inferno konnte sie unmöglich überlebt haben!

Und sie selbst war frei, wenn auch verletzt in Stolz und Körper, aber fr...

KRACH!!! segelte etwas Riesiges nur Millimeter hinter ihr zu Boden und erwischte ihr verletztes Bein, begrub es unter sich und zerquetschte das letzte bisschen Knochen.

Von brutalem Schmerz erfüllt schrie sie auf und brach auf der Stelle zusammen, kämpfte gegen das schwere Ding, das ihr die Kraft raubte, doch es war zwecklos... der Telefonleitungsmast lag da wie eine gefällte Eiche und bewegte sich kein Stückchen.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte sie Hilfe auszumachen, doch das Einzige, was sie direkt vor sich sah, waren vier gesunde orangene Hufe.

Und eine Applejack auf ihnen.

"Ich sehe schon, dass Freundschaft für dich etwas ist, was sich mit Hufen treten lässt, aber ich hätte niemals von dir Schlampe gedacht, dass du eine von denen bist, die Unschuldige ermorden, weil ihnen diese großartige geeinigte Welt nicht passt! - Und dafür wirst du sterben!"

Das Bauernmädchen hob einen Huf und holte aus.

"Stirb du mieses Stück Nazischeiß!"

"HALT!!!"

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Silver stand mit erhobener Waffe in den Hufen hinter Applejack und zielte auf ihren Kopf.

"HUFE DAHIN WO ICH SIE SEHEN KANN, ABER NEN BISSCHEN PLÖTZLICH!!!"

"SILVER, ICH BIN DIE FALSCHE!!!", versuchte das Bauernmädchen auf die missliche Lage aufmerksam zu machen, doch es war der Polizistin egal: "ICH WIEDERHOLE MICH UNGERN, ALSO BEWEG DEINE HUFE, SONST SEHE ICH MICH GEZWUNGEN ZU SCHIEßEN!!!"

"SILVER, SIE IST EIN NAZI!!!"

"SIE LIEGT AM BODEN UND DU WOLLTEST SIE TÖTEN, DAS HABE ICH KLAR UND DEUTLICH GEHÖRT!!!"

"Ich... ich bin unschuldig!", jammerte jetzt das "Opfer" gespielt hysterisch, "mein... mein Haus wurde in die Luft gesprengt, und... und Applejack steckt mit denen unter einer Decke!"

"DAS IST NICHT WAHR!!!"

"APPLEJACK, MACH ES NICHT SCHLIMMER ALS ES IST!!!"

Wutschnaubend lenkte die "Böse" ein und hob die Hufe über den Kopf, die Silver sogleich mit einem Paar Huffesseln hinter dem Rücken des Bauernmädchens fixierte.

"Silver, du begehst einen großen Fehler... OH FUCK!!!"

Applejack schaffte es nicht mehr die Polizistin zu warnen und warf sich eine Sekunde vorher aus der Schussbahn von Rarity, die eine versteckte Pistole gezückt und damit Silver erschoss.

Die Augen des Erdponys weiteten sich unnatürlich, als das Blut aus ihrer Brust zu rinnen begann... mit beiden Hufen auf der Wunde krachte Silver zu Boden und regte sich nicht mehr.

"NEIN!!!", kreischte Applejack und versuchte ihre gefesselten Hufe schnellstmöglich zu befreien, während Rarity nun auf sie anlegte und dreckig lachte: "Nun wirst du Schlampe für meine Schmerzen bezahlen!"

WATSCH!!!

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In Apple Loosa wunderten sich die Ponys, warum Ziegenprinz Jack I. so urplötzlich mit seinen Freundinnen auftauchte, einmal quer durch das Dorf marschierte und wortlos wieder verschwand... in Richtung Schattenreich wohlgemerkt.

Aber die Bewohner hatten Wichtigeres zu tun als sich über so etwas die Köpfe zu zerbrechen und gingen stattdessen ihren Gewohnheiten nach.

Dass irgendwas mit den vier Fohlen nicht stimmte war niemandem aufgefallen...

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Applejack starrte regungslos den halb zerfetzten Herd an, den Rarity voll auf die Zwölf gekriegt hatte... heilige Luna hast du ein Schwein!, durchzuckte es sie, das war Rettung in letzter Sekunde, aber echt!

Ihr Dietrich hatte mittlerweile auch seine Aufgabe erfüllt und das Bauernmädchen leistete Silver erste Hilfe - Puls war da, wenn auch schwach, sie schien nicht lebensgefährlich verletzt zu sein, nur bewusstlos.

Ich sollte meinem Engelchen echt danken..., musste Applejack anerkennend feststellen, das hat sich heute seinen Rat verdient, aber wie!

Und von Weitem waren schon die Sirenen der übrigen CPD zu hören...

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Atlanas lauschte Applejack gebannt und gleichzeitig fassungslos, während er energisch die Sanitäter zur Eile antrieben, die seine beste Mitarbeiterin in einen Rettungswagen verfrachteten.

"Heilige Celestia, dass diese Schweine es jetzt sogar geschafft haben, einige Idioten aus unserem Equestria zu ködern ist echt die Höhe - ich muss mal mit Eross reden, die müssen diese Schwanzlutscher allesamt an die Wand stellen und...!"

"Hast ja recht...", brummte sein Gegenüber, "aber zu aller erst will ich von der Schlampe wissen, was sie... HEILIGE ARRIVA, DER SCHÖNHEITSFLECKENKLUB!!!"

"Was ist denn mit ihm?"

"SIE HATTEN EINE MODENSCHAU BEI RARITY GEPLANT UND APPLEBLOOM IST DA AUCH HIN!!!"

"Oh Scheiße, das darf doch nicht wahr sein! - Wer werden sofort...!"

Den Rest des Satzes fand seinen Weg nicht mehr in Applejacks Kopf, weil dessen Zentrale den Dienst soeben quittiert hatte... und wäre Atlanas nicht gewesen, hätte Silver die in Gewahrsam genommene Daeron-Fanatikerin wahrscheinlich einen Kopf kürzer gemacht, ohne auch nur eine Frage zu stellen.

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Ein Anruf bei Sunset genügte, die informierte Celestia, und die wiederum rief all ihre Soldaten dazu auf, die Augen nach den Cutiemark Crusaders offen zu halten... keine fünf Minuten später erreichte sie die Nachricht, dass die vier in Ordnung waren - oder auch nicht, denn sie hatten den Grenzübergang in den MacIntosh-Hills ziemlich gewaltsam überwunden und waren weiter in Richtung Kelut marschiert - mit feuerroten Augen, alle vier.

Die Ponyprinzessin überlegte nicht lange und informierte Down Under.

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Robert fiel fast ein Panzer auf den Kopf, an dem er gerade herumschraubte, als ihn die Nachricht erreichte - auch ihm entfiel das Überlegen, ein Anruf beim Ziegenbock in Oblivion genügte, sodass auch Ferdi und die Fremdenlegion Bescheid wusste und sich sogleich auf den Weg machen wollte.

Doch Safira verhinderte dies entschieden, weil sie die Truppe brauchte - ihre Wache war dummerweise in die momentanen Unruhen verwickelt, und dafür hätte sie die Equestrianer ja auch bestellt, behauptete Eross steif und fest... yolo, fand der Ziegenbock, denn eben hier rumsitzen und warten... Jack würde sich schon zurecht finden, da war er sich ganz sicher.

Fast schon etwas zu sicher...

Wütend knallte der Ziegenkönig das Telefon auf die Gabel.

"Und, was is?", wollte seine Luna wissen, die mit überschlagenen Hufen auf ihrem Thron chillte und las.

"Jack is gerade ins Schattenreich marschiert, ohne Garde, nur mit Applebloom, Sweetie Belle und Scootaloo, und hat bei ihrer Einreise die Grenzer verdroschen! - Das stinkt kilometerweit zum Himmel, aber Safira weigert sich den Ziegenbock loszuschicken, weil sie Angst um ihren Hintern hat! DABEI GEHT ES UM JACK!!!"

"Heiliger Hellje, das hört sich wirklich böse an!", nickte die Ziegenkönigin erschrocken, "dann schlage ich vor, dass wir beide da sofort hinterher machen und uns die vier schnappen, bevor ihnen noch etwas passiert!"

"Sehe ich genauso, also los!"

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Silver war schon längst wieder wohlauf, die Wut machte sie rasend - dieser falschen Schlange würde sie es zeigen, und außerdem wollte Atlanas Infos von ihr haben, doch bis jetzt verweigerte dieses sture Einhorn jegliche Konversation und hatte sogar geknebelt werden müssen, weil es unentwegt "HEIL DAERON!!!" durch die Wache geschrien hatte.

Nun standen sie sich gegenüber - Silver stand, Rarity war mit Ring auf dem Horn an einen Stuhl gekettet, und Atlanas stand mit zwei jungen Hengsten draußen vor der abgedunkelten Scheibe.

Doch von denen würde sie sich erst recht nicht von ihrer ganz persönlichen Befragung abbringen lassen...

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Raritys Blick verriet Verachtung und Hohn gegenüber der Polizistin, weswegen die nicht lange fackelte und die Vernehmung startete:

"Sie wissen sicher, weswegen Sie hier festgehalten werden, und Sie wissen genauso gut wie ich, dass diese Vernehmung nicht eher beendet ist, als dass Sie mich über Ihr kleines Geheimnis aufklären!"

"Mmmmpf!"

"Ach ja, und wenn Sie nochmal das Wort "Heil" oder "Daeron" in den Mund nehmen, dann knallt´s, haben Sie das verstanden?!"

Kopfnicken.

"Gut, dann haben Sie schonmal Bedenkzeit - wer sind Ihre Kontaktpersonen?"

Der Knebel war ab, und Silver beugte sich ganz nahe an Raritys Mund, doch statt der erhofften Antwort regnete es Spucke - und Silvers Huf, mit voller Kraft, der die Gefangene samt Stuhl rückwärts auf den Boden katapultierte.

"JETZT REICHTS DU KLEINE SCHLAMPE!!!", brüllte Silver und drosch hemmungslos mit voller Kraft auf das Einhorn ein, das es ein zweites Mal gewagt hatte, sie anzugreifen - und wie Luna immer so schön sagte: Rache ist Blutwurst!

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Vor der Scheibe erschraken die jungen Beamten, Atlanas selbst sprang auf und rannte zur Tür des Vernehmungsraums, um Silver zu stoppen, doch die hatte sicherheitshalber vorsorglich die Tür von Innen blockiert - scheiße, schoss es ihm durch den Kopf, wir brauchen Rarity lebendig!

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Jock und seine dämonischen Freundinnen marschierten derweil unbeeindruckt an Kelut vorbei und immer tiefer ins Schattenreich herein...

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Luna sah ihren Soldaten zu, die in den Zug mit Sack und Pack einstiegen, so als ginge es an die Front... dabei mussten sie doch bloß den Schönheitsfleckenclub finden, Hellje im Himmel nocheinmal! - Und mussten es denn unbedingt so viele sein?! Ja gut, Jack hatte offensichtlich ein bisschen über die Stränge geschlagen und hatte sich mit erwachsenen Grenzern geprügelt, aber bei diesem Fohlen kein Wunder... nur... trotzdem!

"Ziegenkönigin, ich habe da etwas für Euch...", unterbrach ein Ziegenbock in Botenuniform ihre Gedanken, "frisch aus Ponyville vom CPD, scheint sehr wichtig zu sein."

Luna überflog die Zeilen und hielt vor Schreck die Luft an.

Ein Fohlen war grausam abgeschlachtet worden, und die Crusaders waren blutverschmiert an Kelut vorüber gelaufen.

Jetzt hatte auch sie keine Zweifel mehr, dass etwas ganz gewaltig nicht stimmte.

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Silver hatte sich kein Stückchen mehr unter Kontrolle, und es war ihr egal.

Wo sie hinschlug war ihr schnuppe, Hauptsache es verursachte Schmerzen.

Höllische Schmerzen.

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"SCHLAGT DIE TÜR EIN!!!", schrie Atlanas seine Leute an, die selbst nicht mehr weiter wussten, "WIR MÜSSEN SILVER STOPPEN!!!"

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"Aurora?"

"Ziegenkönigin Luna, welch unerwartete Ehre - kann ich Euch weiterhelfen oder meiner Mutter etwas ausrichten, die ist nämlich nicht da und..."

"Die brauche ich auch nicht, du allein genügst."

"Oh, das... freut mich - wie kann ich Euch dienen?"

"Kannst du bitte Jack, Applebloom, Sweetie Belle und Scootaloo folgen? - Die vier haben... etwas Schlimmes getan und versuchen nun im Schattenreich... ich weiß nicht, was ich tun soll! Mein kleiner Jack soll ein Mörder sein, und seine Freundinnen auch, und mein Mann jagt die Ziegenarmee auf sie los! Bitte, finde sie und bring sie zur Vernunft, egal was sie getan haben, und führe sie sicher nach Equestria zurück, bitte!"

"Ach du heilige... jawohl, ich mach mich sofort los! - Und wo soll ich sie suchen?"

"Sie laufen in Richtung Oblivion... nein... ich... ich bin so eine schlechte Mutter..."

Luna weinte auf der anderen Seite des Telefons, und Aurora sprach ihr Mut zu:

"Ziegenkönigin, ich glaube nicht, dass Jack oder einer von den anderen dreien jemanden umgebracht haben soll, und wenn bestimmt nicht freiwillig - Ihr dürft jetzt nicht weinen, das hilft weder Euch noch dem Schönheitsfleckenklub... ich werde so schnell wie möglich fliegen und die vier finden, alles klar?"

"Ja... ja danke... dank dir Aurora... auf dich... ist Verlass... ich..."

"Luna, alles ok?"

Robert, stellte das Pegasusfohlen fest und legte schonmal auf, na denn... auf gehts, ihr Onkel würde das schon hinkriegen, dass Tantchen nicht mehr weinen musste, und ihren Vater würde sie auf dem Flug kontaktieren, vielleicht war es jetzt sogar gut, dass man ihn mit der Fremdenlegion so weit weg von zuhause stationiert hatte...

---

Die Tür wollte nicht, und von drinnen hörte Atlanas die immer lauteren Schreie von Rarity, deren Kopf Silver immer wieder auf den Betonboden schmetterte... und er war ihr Vorgesetzter, ihn würden sie dafür zur Rechenschaft ziehen, ihn, den Vater von zwei Fohlen!

Er wusste nicht mehr aus noch ein.

---

"UND, WILLST DU MIR ENDLICH WAS SAGEN?!?!", spie Silver ihrem Opfer höhnisch ins Gesicht, "ODER SOLL ICH DIR ALS NÄCHSTES DIE TISCHKANTE NÄHER FÜHREN?!?! NA KOMM SCHON, REDE MIT MIR, UND ICH SETZE MEINER RACHE EIN ENDE, AUCH WENN DU DAS NICHT VERDIENT HAST, DU MIESES STÜCK NAZI-SCHEIßE!!!"

Rarity spuckte Blut und Zähne aus, ihr Gesicht bestand nur noch aus blauem Fleisch und blutenden Wunden, von denen etliche bereits eiterten... lange würde sie das nicht mehr durchhalten, und Silver wusste das.

Auf die schuldige Antwort hin packte die Polizistin ihren Computer, der noch einen Röhrenbildschirm besaß, hob ihn über ihren Kopf und knallte Rarity mit voller Wucht in die Fresse, was ihre Nase nicht verkraftete und brach.

Eine so brutale Welle aus Schmerzen explodierte in ihrer Brust, doch das letzte bisschen an Standhaftigkeit hielt, obwohl sie schrie, so laut, dass man es sogar vor der CPD-Wache noch hören konnte, und das reichte nicht einmal.

Atlanas überkam es eiskalt, und Silver stoppte ihren Wahnsinn, kniete sich zu Rarity nieder und lachte böse: "So, du wirst jetzt reden, oder ich lass dich hier drin qualvoll verrecken... stundenlanger Todeskampf, das ist doch genau das Richtige für eine Verräterin wie dich, oder?!"

"Ich... ich sterbe lieber, als dir... oder deinen Freunden etwas zu verraten... Schlampe!"

"Na schön... DU HAST ES SO GEWOLLT!!!"

"... dann wirst du niemals erfahren, was ich mit dem Schönheitsfleckenklub gemacht habe..."

Augenblicklich stoppte Silver und ihr kamen schwere Zweifel, vor allem, weil sie Rarity so einiges zutraute - nur um ihr wieder mit voller Kraft den Huf ins Gesicht zu donnern, so wie dieses Miststück es verdient hatte!

Der Knochen brach, und mit ihm der Hochmut des Einhorns.

In den höchsten Tönen jammerte es jämmerlich gefesselt am Boden liegend: "Ja... ja... bitte... nicht mehr schlagen, bitte! Ich... ich sage alles!"

"DAS WILL ICH FÜR DICH AUCH HOFFEN, SONST MACHE ICH DICH KALT, UND GLAUB NUR NICHT DASS ICH SCHERZE!!!"

"N... nein..."

"ALSO HERAUS DAMIT!!! - WO SIND SIE?!?!"

---

Die Fremdenlegion aus Equestria hatte derweil ihren Spaß in Oblivion... die meisten Ziegensoldaten hatten gut aussehende Schattenstuten abgeschleppt, andere sogar schon geheiratet und der Ziegenbock saß mit Ferdi gemütlich im Schlossgarten von Safiras Palast, hatte vor sich einen Kasten Bier im kühlen Wasser eines Springbrunnens stehen und ließ sich die warme dunkle Schattensonne auf das Fell brutzeln.

"Ahhh... so muss das Leben sein...", genoss auch sein junger General den Tag, "... zumal ich eher gedacht hätte, dass wir uns mit den Daeron-Freaks herumschlagen müssten, aber von wegen, das machen ja schon unsere Freunde von der Schattenarmee, und wir dürfen hier chillen und Bier trinken..."

Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich Eross vor ihnen auf und glotzte sie dumm an: "Wie, ihr sitzt hier und sauft Bier?!"

"Etwa nich?", wollte der Ziegenbock wissen und nahm einen großen Schluck, "hier gibt´s eh nix zu tun, und die Männers sind inner Stadt..."

"Danke, das weiß ich auch schon, weil´s ne huffeste Schlägerei gab! - VERDAMMT, IHR SOLLTET IN ALARMBEREITSCHAFT BLEIBEN!!!"

"Ja, wenn doch eh nix..."

"DOCH, IN DEN WÄLDERN NORDWESTLICH VON HIER HABEN SICH DIE LEUTE DES SCHATTENPRINZEN VERSCHANZT, UND NICHT GRAD WENIGE!!! - TROMMELT EURE LEUTE ZUSAMMEN, IHR MÜSST LOS!!!"

"Jetzt mach nur keinen Stress..."

"ICH MACH DIR GLEICH STRESS, ABER FRACH NICH!!!", keifte der Pegasus sauer, "EUCH HERZUBESTELLEN WAR EINE DUMME IDEE, ABER NEIN, SAFIRA MEINTE JA, DASS AUF DIE ZIEGEN VERLASS SEI, VON WEGEN!!! - UND WENN ICH NOCH EINMAL SEHE, DASS DEINE SOLDATEN SCHATTENHENGSTE VERPRÜGELN, WEIL DEREN STUTEN LIEBER MIT IHNEN ALS MIT IHREN VERHEIRATETEN HENGSTEN GEHEN, DANN SORGE ICH PERSÖNLICH DAFÜR, DASS IHR BEIDE DEGRADIERT WERDET UND HIER DIE KLOS PUTZEN DÜRFT, HABT IHR DAS VERSTANDEN?!?!?!"

"Jaja, schon gut...", grummelten die beiden und rafften sich auf, ihre Soldaten einzusammeln.

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Jock, Appleblood, Sour Belle und Shizoo hatten die ehemalige Hauptstraße nach Oblivion genommen und waren auf ihrem Weg zur Hauptstadt des Schattenreiches schon an einigen Leuten des wahren Schattenprinzen vorbeigekommen... und hatten diese in der Luft zerrissen.

Nur... was trieb sie nach Oblivion?

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Atlanas hatte es aufgegeben, seine Leute die Tür aufbrechen zu lassen, zumal von Drinnen weder Geschrei noch sonst ein Geräusch zu hören war.

Die anderen Beamten waren in Bereitschaft links und rechts in Stellung gegangen, falls Silver doch herauskommen und nicht mehr ganz Herrin ihrer Sinne sein sollte.

Und tatsächlich, die Klinke bewegte sich herunter und die Polizistin stand mit blutbespritzter Mähne und einem Tonbandgerät in den Hufen regungslos im Raum.

"Sie hat die Crusaders vergiftet.", war alles, was sie herausbrachte, "den Rest findet ihr auf Band - und jetzt möchte ich bitte eingesperrt werden, wie es sich gehört."

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Die psychatrische Anstalt Equestrias steht auf einer kleinen Insel in der Horseshoe Bay vor der Küste Baltimares, und hatte heute eine stinknormale Nacht hinter sich... das Personal der Schicht war froh, endlich wieder nach Hause gehen zu dürfen und einfach nur noch todmüde ins Bett zu fallen, die Ablösung kam gerade per Boot.

Der Oberarzt hatte ebenfalls seine letzte Visite hinter sich, sein Kämmerchen betreten und wollte die Liste mit den Patienten und ihren Störungen in den Tresor schließen, als die Tür zu seinem Büro aufgetreten wurde und mehrere maskierte Ponys mit Waffen in den Hufen das Zimmer stürmten.

"HUFE HOCH UND AUF DEN BODEN!!!", brüllte eines von ihnen, "ABER EIN BISSCHEN PLÖTZLICH, SONST ERSCHIEßE ICH EINE GEISEL!!!"

Mit Entsetzen erkannte er, dass sich mehrere seiner Angestellten in der Gewalt der Unbekannten befanden und mit Sturmgewehren bedroht wurden - sie mussten auf dem Boot gewesen sein und... ja, was wollten die hier eigentlich?!

"Jaja, schon gut...", stammelte er und legte sich mit den Hufen hinter dem Kopf auf den Boden, "aber... aber was wollen Sie...?"

"ICH STELLE DIE FRAGEN UND SIE HALTEN DIE KLAPPE, AUßER SIE SIND GEFRAGT, IST DAS KLAR?!?!"

"Ja, Verzeihung bitte..."

"Gut, dann hier unsere Forderung: Wir wollen die Patientin aus Zimmer 139!"

"Aber wies...?"

"SIE HALTEN DIE SCHNAUZE!!!"

"J... ja, sofort!"

Der Arzt erhob sich für den Geschmack des Wortführers etwas zu langsam, weshalb dieser ihn an seinem Kittel packte und gegen den Schreibtisch schleuderte.

"WENN´S GEHT NEN BISSCHEN PLÖTZLICH, ICH WARTE UNGERN!!!"

Mit zitterndem Horn suchte der Doktor einen Schlüssel aus den Schubladen eines Regals, mit ihm kam eine Akte zum Vorschein.

"DIE AUCH!!!", fauchte der Vermummte mit der AK, "NA LOS, UND JETZT HOPP!!!"

Vor den erhobenen Gewehren musste der Oberarzt bis vor das Zimmer marschieren, welches er aufschloss und den Unbekannten Zutritt gewährte.

Statt eines Dankes wurde ihm eine der Waffen über die Rübe gezogen, anschließend packte man ihn und verfrachtete seinen bewusstlosen Körper sowie die anderen Ponys vom Personal in diverse Zellen, die Insassin aus der 139 nahm man mit.

Eine Viertelstunde später erhoben sich drei Helikopter vom Dach der Klinik und nahmen Kurs auf Süden.

In Baltimare hatte niemand etwas mitbekommen.

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Der Zug mit Roberts führender 01.5 (Dampflok) donnerte über die Schienen in Richtung Kelut und passierte soeben die MacIntosh-Hills mit einem gewaltigen Schauspiel aus Dampf und Feuer - die Lok hatte mächtig zu ziehen, und da ihr Personal sie zu Höchstleistungen anjagte und neben der Kohle- auch die Ölzusatzfeuerung angeschmissen hatte, stoben meterhohe Flammen aus dem Schornstein, wenn der Ölbrenner für Sekunden überkochte.

Robert und Luna saßen im Packwagen und schwiegen sich an, bis es der Ziegenkönig nicht mehr aushielt und seine Frau fragte: "Luna, was hast du denn?"

"Robert... irgendwas stimmt mit Jack und seinen Freundinnen ganz gewaltig nicht, das weiß ich, und es ist nicht das Übliche! - Das... das macht mir große Sorgen!"

"Mir doch auch... oh, komm mal her..."

Er drückte sie fest an sich und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn: "Wir beide wissen, wie die Crusaders manchmal... Späße machen, aber auch mir macht der Junge Sorgen, und frach nich wie... deswegen holen wir ihn doch nach Hause, und das schonend - oder glaubst du seine eigenen Soldaten rasieren ihm die Rübe weg?!"

"Natürlich nicht...", heulte Luna, "aber... sie haben ein Fohlen getötet!"

Aus Roberts Gesicht wich der Rest Farbe, den man suchen musste, um ihn zu erkennen: "Wie bitte?!"

"Ja, und... und das ist es ja! Ich... mein kleiner Jack... warum tut er sowas?!"

"Ich weiß es nicht, aber ich..."

Sein Funkgerät bimmelte, und er ging ran: "Ja, hier Robert, was... Atlanas? ... jaja, Jack und die anderen, wir... WAS?!?! Oh nein, nein, das darf nicht wahr sein! Bitte... ja, ja gut, ich verständige den Ziegenbock, wir sind auch bald da! Ja, Wiederhören!"

"Und?"

"Der Schönheitsfleckenklub wurde vergiftet.", teilte Robert ihr mit tonloser Stimme mit, "... und darauf angesetzt, Safira zu töten."

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Natürlich hatte der Ziegenbock die Crusaders passieren lassen, und so standen die vier jetzt vor dem nördlichen Stadttor Oblivions, welches schon vorsorglich geschlossen worden war.

"Aufmachen!", verlangte Jock, doch die Torwächter wollten nicht - Sour Belle machte kurzen Prozess und riss ihnen die Herzen aus den Bäuchen, Shizoo erledigte die alamierte Garde, Appleblood zerfleischte die Schützen auf der Mauer, Jock zerstörte das Tor mit bloßen Hufen und Unmengen an Magie.

Die Schlacht um Oblivion hatte begonnen.

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"Und, habt ihr sie?"

"Ja, sicher doch, das war ein Kinderspiel für uns!"

"Gut so...", lachte der Hengst unter dem Kapuzenmantel, "dann geht zu Ferrel, er hat euren Lohn schon erhalten."

"Danke."

"Ich habe zu danken, dass ihr so loyal seid."

"Und ich Euch im Namen meiner Männer, dass Ihr uns so reich entlohnt, Schattenprinz Taladon."

"Das ist doch das Mindeste, was ich für euch tun kann... und jetzt lasst uns bitte alleine."

"Jawohl!", salutierte der Schatten und verschwand.

"Und, habe ich dir zu viel versprochen, meine Liebe?"

"Ich... ich kann es immer noch nicht glauben... ich... ich bin frei..."

"Das bist du, und nichts wird dich jemals wieder von meiner Seite abbringen, liebste Rainbow Dash."

"Und nichts mich von deiner, Taladon."

Mehr Worte waren überflüssig... sie küssten sich und weinten vor Freude, dass sie sich wiederhatten.

Bis der Alarm durch das Schloss heulte.

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Die Fremdenlegion in den Wäldern wartete schon gespannt auf die Daeron-Freaks, als die Meldung von Eross einging, dass Oblivion schwer getroffen war und dringend Unterstützung brauchte... und von Robert, dass der Schönheitsfleckenklub zu willenlosen brutalen Kämpfern gemacht worden war... der Ziegenbock überlegte nicht lange und wollte gerade den Befehl zum Abmarsch geben, als das erwartete Feuer von den Nazi-Schatten losbrach.

Jetzt hatte auch in den Wäldern der Kampf begonnen.

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Sonea war stinksauer, dass ausgerechnet Jack der Grund war, weshalb sie viel zu früh aus Yak´nang hatte nach Hause fliegen müssen... und dazu mitten aus einer Unterredung mit Black Snow persönlich gerissen worden war!

Der Warbird, einer von denen, die die Ziegen aus Shadow Island hatte "mitgehen" lassen, war hingegen ein dermaßen geiles Gunship, welches die Prinzessin extra für ihren ganz persönlichen Geschmack hatte umbauen lassen, mit noch mehr Waffen, eine verstärkten Panzerung und krasser Feuerkraft... wenn sie schon so ein teil von ihrem Vater geschenkt bekam, dann sollte es was können!

Die Donner-Berge zogen unter hin hinweg, und sie spielte nervös an einer der Miniguns herum... nicht umsonst nahm sie ihren Warbird, denn es wurden kriegerische Auseinandersetzungen rund um Oblivion gemeldet, und da war es immer gut einen Hubschrauber voller Waffen dabei zu haben...

Und das alles wegen den Crusaders?, fragte sie sich, ... oder ist da noch watt anderes?

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"ANGRIFF VON LINKS, MGs NACH LINKS!!!", brüllte Ferdi über den Schlachtlärm hinweg und die Ziege neben ihm zersägte mit ihrer Madsen etliche dünne Bäume und die auf ihre Stellungen anrennenden Schatten, bis ihr Magazin leer war.

Zwei schnelle Hufbewegungen, schon war ein neues drin - und Ameli lud durch: "FRESST DAS IHR SCHEIß NAZIS, FAHRT ZURÜCK ZU DAERON WO IHR HINGEHÖRT!!!"

Die Neue hat ganz schön watt hinter den Ohren..., musste Ferdi schmunzeln und jagte einem Angreifer einen perfekten Schuss zwischen die Augen, ... hoffen wir mal, dass es dabei bleibt...

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Der Ziegenbock war sich bewusst, dass die Fremdenlegion die angreifenden Schatten zwar aufhalten, aber nicht stoppen konnte - ihnen fehlte die Artillerie, und außer einer gammeligen Panzerabwehrkanone hatten sie nichts!

Hm, vielleicht doch!, kam ihm ein Einfall, na klar, das müsste gehen!

Guten Mutes schnappte er sich sein Funkgerät und wählte eine Frequenz...

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"Schattenkönigin, die Angreifer sind vier Fohlen, die sich durch nichts und niemanden aufhalten lassen!"

"Also doch der Schönheitsfleckenklub, Atlanas hatte recht!", fluchte Eross und wandte sich an Safira, "Schatz, du musst hier unbedingt raus, die schrecken vor nichts zurück!"

Seine Stute überlegte, dann sprach sie den Hauptmann an: "Irons, machen Sie, dass sich die Soldaten um die angreifenden Nazis, und sorgen Sie dafür, dass die Zivilbevölkerung aus der Schusslinie ist! - Und schicken Sie den vor der Stadt kämpfenden Einheiten Hilfe, wir kommen hier alleine zurecht!"

"Safira, das ist Wahnsinn!", protestierte Eross, "Atlanas sagt, dass die vier ein Zeug in sich haben, welches ihnen dämonische Kräfte verleiht, DIE KÖNNEN WIR NICHT AUFHALTEN!!!"

"WIR MÜSSEN, KAPIERST DU DAS NICHT?!?!", schrie sie zurück, "SONST IST OBLIVION VERLOREN, UND MIT IHM DIE DEMOKRATIE!!! WIR MÜSSEN KÄMPFEN, UND WENN ES SICH NICHT UMGEHEN LÄSST, MÜSSEN WIR... müssen wir sie töten..."

Ihr Freund verstand nur zu gut - Robert würde... nein, sie hatte recht, Jack und seine Freundinnen mussten gestoppt werden, und die Soldaten würden das nie schaffen... nur sie hatten eine Chance...

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"Mein Führer, die Ziegen sind uns zahlenmäßig weit unterlegen, und Team Faust ist auf Position und wartet auf den Angriffsbefehl!"

"Gut so... machen wir diese equestrianischen Hunde fertig, und es wird keiner verschont! - Faust soll angreifen, und auch hier: Keine Überlebenden außer die Schlampe von Königin, ihren Freund und ihren Bruder, falls die Dämonen versagt haben sollten!"

"Jawohl mein Führer!", salutierte der Schatten und gab die Befehle durch.

Bald schon würde Oblivion fallen, und seine Chancen standen gar nicht mal schlecht, danach unter seinem neuen Führer zum General befördert zu werden... und er würde sich keinesfalls von ein paar erbärmlichen Ziegen aufhalten lassen!

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"FERDI, WIR HABEN KAUM NOCH MUNITION!!!"

"FERDI, WIR HABEN VERLETZTE!!!"

"FERDI, WIR SIND ZU WENIGE!!!"

"ZIEGENBOCK, WIR SIND AM ARSCH!!!"

"FERDI, HALTET DURCH, HILFE IST UNTERWEGS!!!"

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Vor Jocks Hufen lag der Palast von Schattenkönigin Safira.

Er kannte sein Ziel, und er würde es eliminieren.

Neben ihm standen seine dämonischen Freundinnen.

Auch sie wussten, was sie zu tun hatten.

Ein Blick in die Runde, sie waren alle bereit.

Appleblood machte einen Schritt nach vorne - und wurde von einer Druckwelle zurück geschleudert, mit ihr die anderen.

Sie rappelten sich auf, starrten wütend auf den kleinen Krater vor sich - und standen Aurora gegenüber, die zwei Dönerspieße in den Hufen hielt und zischte:

"KEINEN SCHRITT WEITER IHR DÄMONEN, SONST WERDET IHR DIE GERECHTIGKEIT AURORAS ZU SPÜREN BEKOMMEN!!!"

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Die Hengste von Faust kletterten an ihren Seilrutschen aufs Dach der Palastvorhalle und bewegten sich schnell vorwärts, geradewegs auf den Thronsaal zu.

Keine Gegenwehr erwartete sie, ihr Sniper hatte bereits alle Wachen hier oben ausgeschaltet... es klappte alles wie am Schnürchen, und jeder von ihnen freute sich schon auf die Aufnahme in der SA, die Sturmabteilung... der erste Schritt zur persönlichen Garde des Führers hin.

Und wenn er das Schattenreich regieren würde, so wie es ihm zustand, und die Königin tot im Schlamm zu seinen Hufen liegen würde, würde man sie als Helden feiern...

Der Anführer der Spezialeinheit signalisierte seinen Leuten, dass der Zeitpunkt des Zugriffs unmittelbar bevor stand, sie positionierten sich um die Glaskuppel, die sich unmittelbar über dem Thron befand, gleichzeitig den gigantischen Kronleuchter hielt und den absoluten Mittelpunkt des Schattenreiches symbolisierte, richteten ihre Waffen auf das bunte Glas und...

Eine Salve zerriss die dünne Schicht und verwandelte sie in Scherben, die hinab in den Saal regneten - mit ihr stürzten mehrere Soldaten von Faust in die Tiefe und klatschten auf den Steinboden... Safira und Eross erschraken nicht minder, aber die Angreifer waren schon tot, erschossen... und es regnete noch mehr... wer war ihr Schutzengel in der Not?!

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"DECKUNG!!!", schrie Delta 1, als sich der Warbird ihnen gefährlich näherte, "HOLT DIESEN HELI VOM HIMMEL!!!"

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"ALLE BORDGESCHÜTZE FEUER, RAKETEN AUF DIESE SCHWEINE!!!", brüllte Sonea ihren Ziegen zu, "DENEN ZEIGEN WIR MAL WAS GEGENSEITIGER SCHUTZ UND HILFE UNTER DEN EQUESTRIANISCHEN VÖLKERN IST!!!"

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Ferdi und Ameli feuerten aus allen Rohren, aber es half nichts, so viele Nazis sie auch niederschossen, es kamen ungefähr dreimal so viele hinterher... und ihnen ging die Munition zur Neige.

"FERDI, SIE SIND UNS ZU NAHE, WIR MÜSSEN UND ZURÜCKZIEHEN!!!", kreischte die Ziege laut, "SONST SIND WIR HACKFLEISCH!!!"

"ICH WEIß, ABER DER ZIEGENBOCK SAGTE WAS VON..."

"ICH WILL ABER LEBEN UND NICHT AUF MEINEN TOD WARTEN!!!"

Gewehrkugeln schlugen knapp vor ihnen in die Erde ein.

"LAD NOCH EINMAL NACH UND SCHIEß DEIN MAGAZIN LEER, DANN ZIEHEN WIR UNS ZURÜCK, VERSPROCHEN!!!"

Granteneinschlag in ihrer Nähe, es regnete trockenen Waldboden.

"NA SCHÖN!!!", fasste sie neuen Mut und lud durch, "FRESST ZIEGENSTAHL IHR NAZISCHWEINE!!!"

Ferdi zählte ihre Schüsse mit, er selbst hatte keine Patronen mehr.

... 25... 20...

Die nächste Explosion in ihrer Nähe, dieses Mal heftiger.

... 15...

Gleich werden sie uns haben...

... 10...

... gleich sind wir tot...

KA-WUMM!!!

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Jock, Appleblood und Sour Belle sahen Aurora unbeeindruckt an, aber Shizoos Augen hatten sich unnatürlich geweitet, ihr Mund stand offen, der rötliche Hauch verzog sich aus ihrem Fell.

Sie hatte Aurora erkannt.

Und das verkraftete sie nicht.

Ihr Herz setzte vor Schreck aus, sie kippte um.

Ihre drei Freunde kratzte das wenig, und Sour Belle überschritt ohne eine Miene zu verziehen die unsichtbare Markierung, die Aurora gesetzt hatte... ohne zu zögern ging das Pegasusfohlen auf sie los, doch der Dämon wich lachend aus, schnappte sich ein herumliegendes Schwert und begann Aurora mit aus der Straße gerissenen Pflastersteinen zu bewerfen.

Gleichgültig setzten Jock und Appleblood ihren Weg fort und sprengten das gewaltige Tor des Schattenpalastes auf.

Sie würde nichts aufhalten.

Und sie würden ihren Auftrag beenden.

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Ameli und Ferdi starrten wie gebannt auf den riesigen dampfenden und brennenden Krater, der das komplette Schwadron angreifender Schatten vor ihnen ausradiert hatte.

Brennende Gestalten versuchten dem Inferno zu entkommen, es gelang kaum einem... zwei weitere Explosionen in der Nähe machten auch ihnen den Gar aus, und herumfliegende Bäume trafen selbst entfernte Einheiten schwer.

"Das... DAS SIND UNSERE K5-ER!!!", jubelte die Ziege unendlich erleichtert und umarmte ihren General, "WIR SIND GERETTET!!!"

"... der Ziegenbock hatte doch recht, es kommt Verstärkung...", keuchte der glücklich und sank an die Wand seines Schützenloches zurück, "ja, wir haben es geschafft..."

Drei weitere gigantische Explosionen, drei gewaltige Feuerbälle - herumfliegende Nazis, verreckende Schatten, es war die wahre Pracht für die beiden und all die anderen Soldaten der Fremdenlegion - so musste Krieg sein!

---

Der Schattenprinz starrte schweigend und schwer atmend auf seine Anhänger, die vor dem Inferno davon rannten... er hätte zwar auf sie schießen lassen und sie wieder in die Schlacht treiben können, aber das hätte ihm seine Leute gekostet... und das konnte er sich nicht leisten.

"MEIN FÜHRER, WIR MÜSSEN HIER RAUS, DIE ZIEGEN TREFFEN UNS SONST WOMÖGLICH NOCH!!!"

"Geben Sie den Befehl zum Rückzug, und sagen Sie Faust, dass Plan S unverzüglich in Kraft tritt!"

"JAWOHL MEIN FÜHRER!!!"

"Und scheien Sie hier nicht so rum, wir sind weit genug..."

KA-BUMM!!!

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Faust zu kontaktieren wäre sinnlos gewesen, denn gegen Soneas aufgemotzen Warbird hatte das Team nicht die geringste Chance gehabt und war komplett aufgerieben worden.

Die Prinzessin hatte nach dem Sieg veranlasst auf dem Dach zu landen und einen flüchtigen Blick in den Thronsaak geworfen - und gewusst, dass sie selbst nun sehr schnell handeln mussten, um die Schattenkönigin am Stück zu erhalten...

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Jock und Appleblood kannten weder Schmerz noch Gefühle, und die meisten Gardisten hatten dies bereits zu spüren bekommen... Eross realisierte, dass die beiden unaufhaltsam waren, wenn nicht ein Wunder geschah... oder er sie lange genug aufhalten konnte...

"Safira, LAUF!!!", entschloss er sich zum Äußersten, "lauf, rette dich und dein Fohlen, ich werde sie aufhalten, so lange es geht!"

"EROSS, NEIN!!!"

Doch es war bereits zu spät, Appleblood war zwischen sie und ihren Freund getreten, der mit Jock rangelte... verdammt, sie musste ihm helfen! - Nur musste sie dazu an Applebloom vorbei, und die...

BATSCH!!!, und die Schattenkönigin traute ihren Augen nicht - Sonea hatte Meteor gespielt und Appleblood im wahrsten Sinne des Wortes erschlagen... fehlte nur noch Jack, und der...

Sowohl ihr als auch ihrer Retterin gefror das Blut in den Adern, als sie sahen, wie die Alihornziege auf Eross stand.

Und dieser eine klaffende Wunde in der Brust hatte.

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"Sie ziehen sich zurück, SIE ZIEHEN SICH ZURÜCK!!!", rief der Ziegenbock euphorisch, "NA LOS, ALLE RAUS AUS DEN GRÄBEN UND HINTERHER, DIE MACHEN WIR FEDDISCH!!!"

"JAAA!!!!!!", antworteten seine Soldaten lauthals und stürmten den fliehenden Nazis hinterher... noch lange sollten sie, die an diesem Tag in der Fremdenlegion gedient hatten, das anschließende Massaker in Erinnerung behalten... und ihren Sieg.

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Jock machte einen emotionslosen Schritt von Eross Leiche herunter und schob sich bedrohlich seiner Schwester näher, die ihr Sturmgewehr auf seinen Hals gerichtet hatte.

"JACK, BLEIB UM ARRIVAS WILLEN STEHEN, ICH WILL DICH NICHT ERSCHIEßEN MÜSSEN!!!"

Keine Reaktion.

"JACK, STOPP, ES IST MEINE LETZTE WARNUNG, ICH WERDE SCHIEßEN!!!"

Nichts.

"JACK, BITTE!!!"

Noch ein Schritt.

Peng!

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Safira hatte ihr Augen geschlossen und riskierte nach qualvollen Sekunden der absoluten Stille einen Blick auf Sonea... das Alihornmädchen zitterte, hatte aber nicht geschossen...

Jock lag am Boden und regte sich nicht mehr - auf der anderen Hallenseite stand Aurora mit rauchendem Gewehr in den Hufen, ihr Blick war glasig.

Eine der Seitentüren flog auf und Taladon kam mit einem Schwung Wächter in den Saal geschossen, bremste diese sofort aus, als er das Massaker sah, und schwieg mitfühlend... als er Eross am Boden liegen sah, brach er weinend zusammen.

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Aurora wusste nicht, was sie sagen sollte, ob sie überhaupt jemals wieder etwas sagen wollte, als sich plötzlich noch eine Tür öffnete.

Und Rainbow Dash heraus trat.

Und sich ihre Blicke trafen.

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"DU MIESE SCHLAMPE, WIE KANNST DU NOCH LEBEN?!?!", explodierte all der Hass für die Regenbogen-Fabrik aus Aurora heraus, ihr Fell wurde matt, ihre Augen dunkelrot, "ICH HABE EUCH ALLE GETÖTET, UND DU LEBST DOCH!!! - SPÜRE DEN SCHMERZ, DEN ICH ERLEIDEN MUSSTE, DU STÜCK DRECK!!!"

In Dash brach helle Panik los, und auch Taladon entkam der Trauer für seinen Freund Eross, sprang auf und stellte sich mit der Garde vor seine Freundin: "NEIN, DAS WIRST DU NICHT, LASS SIE IN RUHE, DU HAST IHR SCHON GENUG ANGETAN!!!"

"Schmerzen sind niemals genug, außer der Tod beendet sie!", lachte das Pegasusfohlen und spannte seine Metallflügel auf, an deren Rändern sich messerscharfe Kanten gebildet hatten, "UND DESWEGEN WERDE ICH SIE UMBRINGEN, SO WIE SIE ES VERDIENT HAT!!!"

"AUF SIE!!!", schrie Taladon, schnappte sich Dash und rannte mit ihr die Treppe hoch, die seine Freundin gekommen war... im gleichen Moment bemerkte Sonea mit Entsetzen, wie sich sowohl Appleblood als auch Jock wieder aufrichteten und sie noch wilder als zuvor ansahen... und hinter ihnen ging Aurora wutentbrannt auf die Wache los, die keine Chance gegen das von Rache geplagte Fohlen hatte.

Ihr selbst blieb also nur noch eine Möglichkeit: Safira zu schützen.

Und das tat sie auch...

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Als Roberts Dampflok mit zwei verbliebenen Wagen (die Geschütze und restlichen Truppen hatte man ja auf der Strecke "rausgekippt", um der Fremdenlegion zu helfen) mitten in Oblivion zum Stehen kam, war die Bevölkerung in heller Panik, der Schattenpalast hatte etliche Explosionskrater in Wänden und Mauern, in der Stadt griff ein Brand um sich, den es zu löschen galt... das Ziegenkönigspaar hielt nichts mehr, die beiden rasten so schnell sie konnten zu Safira und den Crusaders hin.

Vor dem Schattenpalast fanden sie die ersten zwei.

Tot.

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Sonea hielt Jock und Appleblood tatsächlich in Schach, und auch wenn sie kaum noch konnte, sie schaffte es, die beiden zumindest ansatzweise zurück zu halten, sodass Safira hatte sich ebenfalls bewaffnen und mitkämpfen können... jetzt brauchten sie bloß noch Verstärkung...

Komischerweise klebte, kaum dass die Schattenkönigin sie unterstützte, ausschließlich Appleblood an ihr... hatte das etwas zu bedeuten?

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Aurora kannte keine Gnade mehr, als sie die Tür zur Wachmauer eintrat und Taladon samt Rainbow Dash folgte, die über die Zinnen davon rannten... es bedurfte für sie wenig, um sie einzuholen, und es war ein kurzes Gefecht, in dem sie den Schattenhengst niederstreckte.

"Und nun zu dir, Schlampe!", fauchte sie in Richtung Dash, die mit dem Gedanken spielte, sich einfach von der Mauer zu stürzen, aber sie wusste, wie schnell Aurora fliegen konnte... es war sinnlos, das wusste sie.

"Lass... lass sie in Ruhe, bitte!", flehte Taladon jetzt, "bitte, ich liebe sie, ich...!"

"Liebe ist schön, wenn man sie lieben darf!", lachte Aurora eiskalt, "nur hat mir deine Freundin diese Liebe genommen, weshalb ich nun sie nehmen werde... auf bald Dash!"

"NEEEIIIN!!!"

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Robert und Luna standen in den Trümmern des Tors zum Thronsaal und erblickten mit Entsetzen die beiden Dämonen, die Sonea und Safira mit gebleckten Zähnen gegenüberstanden... und Eross regungslos auf den Boden.

"JACK, APPLEBLOOM!!!", schrie der Ziegenkönig laut, "ICH BIN ES, ROBERT, EUER MENTOR UND VATER, ERKENNT MICH!!!"

Die beiden sahen ihn unverändert emotionslos an.

"JACK, ICH BIN... DIE TUSSI, DIE DU STÄNDIG ÄRGERST, DEINE SCHWESTER!!!"

Nichts.

"JACK, ICH BIN... DIE, MIT DER DU AM LIEBSTEN EINMAL SCHLAFEN WÜRDEST!!!"

Oh, hoffentlich hat Luna das nicht gehört!, dachte sich Robert, du scheiße... ich... Momentchen mal, DAS IST ES!!!

"SAFIRA, DU MUSST GLEICH NACH RECHTS RENNEN, SONEA DU NACH LINKS, AUF MEIN ZEICHEN!!!"

"WIESO?!?!"

"WEIL DIE BEIDEN EUCH NICHT AUSEINANDER HALTEN KÖNNEN, IHR HABT BEIDE SCHWARZES FELL UND EINE RELATIV IDENTISCHE MÄHNE, UND UM SIE WIEDER NORMAL ZU KRIEGEN, MÜSSEN SIE DAS STÄRKSTE GEFÜHL DIESES UNIVERSUMS SPÜREN - LIEBE!!! UND DAZU MÜSSEN SIE SICH ANSEHEN!!!"

"MENSCH DAD, WENN DAS KLAPPT!!!"

"DAS WIRD SCHON KLAPPEN, HAB VERTRAUEN!!! DANN LOS!!!!!!"

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Safira machte einen Satz rechts an Jock vorbei, Sonea in die entgegengesetzte Richtung, und ohne sich gegenseitig über den Haufen zu rennen sprangen die beiden Stuten perfekt auf Positionen.

Jocks und Applebloods Blicke trafen sich.

Und wurden zu einem.

Ihre Mähnen legten sich, ihr Fell nahm Farbe an.

Schließlich kamen ihre Schnauzen sich immer näher und berührten sich, liebten sich innig.

Safira brach vor Erleichterung zusammen, Robert schloss erleichtert seine Tochter in die Hufe... zeitgleich kam die Verstärkung durch das große Tor gestürmt und kümmerte sich sogleich um die Verletzten... bis auf einen.

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Luna kniete neben Eross, welchen man schon auf eine Trage verfrachtet hatte, als Safira durch Sonea gestützt dazu kam.

"Und, wie geht es ihm?", fragte sie gefasst, aber die Ziegenkönigin lächelte nur: "Dein Eross wird schon wieder, und außer ner Fleischwunde hat der nix, also ganz locker, den kriegst du wieder..."

"Das... das Einzige, was an mir... verletzt ist... ist mein Stolz...", grinste der Pegasus schwach, "na ja..."

"Das wird schon wieder, Hauptsache du lebst!", freute sich Safira und küsste ihn zart, "und falls du das mit Jack gehört haben solltest - nie im Leben!"

"Was war denn mit Jack?", wollte jetzt auch dessen Mutter wissen, aber ihr Hengst wiegelte schnell ab: "Ähm, nur, dass er sie erkennen soll, so wie Sonea und ich - sag mal, wo steckt eigentlich Taladon?"

"Taladon müsste... OH VERDAMMT, AURORA!!!"

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Das Messer lag ruhig in ihren Hufen, gleich würde sie es Dash in den Hals rammen, so wie sie es schon auf Sweet Apple Acres hätte machen sollen!

Die Stute ihr gegenüber hingegen wagte keinen Fluchtversuch mehr, sie hatte realisiert, dass sie keine Chance gegen den Dämon hatte... ohne Flügel erst recht nicht...

Hinter ihnen weinte der am Boden liegende Taladon und startete einen neuen Versuch, sich zu erheben, es gelang ihm so wenig wie zuvor und brachte ihn an den Rande der Ohnmacht, seine Wunden waren zu groß.

"Bitte... lass... sie..."

"NIEMALS, SIE WIRD FÜR DEN VERLUST BEZAHLEN, DEN ICH ERLEIDEN MUSSTE!!!"

"... bitte..."

"Diese vielen Gefühle - für nichts und wieder nichts... und dabei kann Liebe alles Böse dieser Welt vernichten... wenn sie stark genug ist..."

"Aurora...", vernahm sie plötzlich eine ihr wohlbekannte Stimme und stoppte auf der Stelle, "Aurora, nein, bitte, vergieße nicht noch mehr Blut wegen mir... lass sie leben..."

Diese Stimme, das kann doch nicht sein!, elektrisierte es ihren ganzen Körper, nein, wie kann das sein?!

"Orion? Orion, bist du das wirklich?", hauchte sie fassungslos und musste sich schwer zusammenreißen, um ihre Fassung zu wahren, "das... das kann doch nicht sein... Orion, wo bist du?"

"Direkt neben dir, meine liebste Aurora..."

Und tatsächlich... als das Fohlen seinen Blick auf die Zinnen links von Dash richtete, stand er dort in voller Lebensgröße.

Orion.

Der Orion.

Der, der sich für sie und Scootaloo in der Regenbogen-Fabrik als Erstes geopfert hatte... und doch hier war.

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"Wie... wie kannst du hier sein?", fragte sie in die Stille hinein, denn weder Taladon noch seine Dash waren imstande auch nur ansatzweise den Mund aufzukriegen, "hast... hast du es auch überlebt?"

"Nein, das habe ich nicht...", sprach die Gestalt auf der Mauer, und ein Windhauch durchfuhr sie... für einen Augenblick verschwammen ihre Ränder, "ich bin... mein Geist hat seinen Körper verlassen und ist in Helljes ewiges Reich eingekehrt, doch er spürte, dass ihm etwas fehlte... etwas, was es nicht unter all den anderen Seelen gibt, die dort oben in Frieden und Ruhe die Ewigkeit genießen und das Leid, welches sie auf Erden ertragen mussten, vergessen... dieses Etwas bist du, Aurora."

"Ich?!"

"Ja, du, du Dummerchen!", lächelte der Orion und schwebte zu ihr hinunter, berührte sanft ihre Mähne und sah ihr tief in die Augen, "denn ich liebe dich, und ohne dich komme ich nicht zur Ruh... das, was ich will, bist du."

"Aber... ich dachte, du liebst Scoo... mich... mich kennst du doch kaum..."

"War sie diejenige, die die Fabrik zerstört hat?", fragte er leise, "... nein, und... ich weiß nicht, aber sie ist... nicht du... als ich dich zum ersten Mal mit deinem verletzten Flügel gesehen habe, hat es in mir gefunkt... es war ein so starkes Gefühl, wie ich es noch nie erlebt habe... ich hätte dich so gerne näher kennen gelernt... aber es wurde mir verwehrt."

Tränen traten Aurora in die Augen, und sie versuchte ihn zu umhufen... doch nichts, nur leere Luft...

"Ich... ich kann dich... nicht an mich drücken...", schniefte sie betrübt, "das... das ist..."

"Du musst fest genug an mich glauben...", lächelte er zuversichtlich und strich als Windhauch durch seine Mähne, "ich weiß, dass du das schaffst... du bist eine starke Kämpferin, Aurora, und ich weiß, dass Liebe auch diese Hürde überwindet... so, wie sie das Universum zusammenhält... ohne Liebe wäre ich nicht mehr... das... ist wäre schönste Geschenk, was du mir je hättest machen können!"

"Ich... höre deine Stimme, ich sehe deinen Schatten, Orion... ich... ich fühle dich... du... du bist bei mir!"

"Siehst du, ich bin bei dir, ganz nahe... und... ich liebe dich, noch mehr als je zuvor..."

Aurora erwiderte diese Liebe mit einem Kuss, und dieses Mal berührten sich ihre Lippen - Orion war zurück.

Und sie hatte ihn.

Für sie beide war es eine Erlösung, die Erlösung von allen Sorgen und von ihrer Vergangenheit, von all den erlebten Schmerzen und dem Leid, dem Tod, dem Verlust... für Minuten hatten sie nur sich, und weder Robert noch die hinter ihm stehenden Schattensoldaten geschweige denn Dash oder Taladon störten dieses unendliche Schauspiel aus ewiger Magie... der Ziegenkönig schickte einen der Hengste nach seiner Familie, und schließlich wohnten alle gemeinsam Seite an Seite dem gewaltigsten Spektakel aus Blitzen, Wind und Licht bei... Luna lag in den Armen ihres Hengstes, und Sonea heulte hemmungslos und freute sich mit ihrer besten Freundin, deren innigster Wunsch doch noch in Erfüllung gegangen war.

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Die Zeit spielte keine Rolle, und langsam aber sicher begann die Sonne westlich von Oblivion im Meer zu versinken... Orion spürte, dass seine Zeit gekommen war und streichelte seiner Freundin sanft durch die Mähne, bis sie den Kuss beendete und ihn fragend ansah: "Was hast du?"

"Die Nacht kommt... und mit ihr muss ich zurück... zurück zu den Sternen, so gerne ich auch bei dir bleiben würde..."

"Ich weiß, und ich werde dich schrecklich vermissen... kommst du zu mir zurück?"

"Vielleicht, ich weiß es nicht... die Ewigkeit lässt sich so schwer einschätzen... aber ich verspreche dir, dass ich immer auf dich aufpassen werde, und ich werde zurückkommen, wenn es in meiner Macht steht."

"Das... das wäre so schön... das wäre..."

"... großartig?"

"Ja, genau! - Und ich..."

Sie spürte, wie er ihrer Umarmung entglitt, seine Umrisse verschwammen... er war ein Geist, und das Licht der Sonne hielt ihn zusammen...

"Orion, was auch geschehen mag, ich werde dich nie vergessen, du wirst immer der Hengst meines Herzens sein!"

"... und du die Stute meines... und vielleicht hat es ja etwas Gutes, dass ich schon so früh gehen musste... wir werden uns wiedersehen, und wenn dieser Tag kommt, wird es herrlicher sein als je zuvor..."

"Das hoffe ich doch... Orion, bis bald... und... ich hab dich lieb!"

"Ich dich auch..."

Die letzten Partikel seines Seins lösten sich auf, der frische Wind der Nacht trug sie davon... und Aurora winkte ihnen mit einer Träne im linken Auge hinterher: "Ich werde immer auf dich warten, mein kleiner Orion..."

"Und ich werde immer bei dir sein, liebste Aurora...", flüsterte es über den Dächern des Schattenpalastes, "für immer..."

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"Aurora?"

Der Ziegenbock war vorgetreten und sah seine Tochter mitfühlend an: "Aurora... Schatz, ich..."

"Schon in Ordnung Dad!", lachte sie unvermittelt und fiel ihm in die Arme, "oh Dad, ich bin ja so froh, dass er... dass er mich besucht hat!"

"Diesen Orion... war er der, von dem du mir erzählt hast?"

"Genau der, und ich habe ihn gespürt und geküsst, er war mir ganz nahe - nein, besser, wir waren eins!"

"Oh Aurora, das freut mich so für dich, und deine Mutter... die bestimmt auch..."

"Und ich bin so froh, dass ich euch zwei habe, ihr seid einfach die besten Eltern der Welt!"

Und die beiden lagen sich noch lange in den Armen...

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"Hey Sonea!", musste Luna da hören, "dein Kleid sieht echt zum Schreien aus!"

Na klar doch, kaum war der junge Hengst wieder normal und hatte seine Freundin dabei, musste die Schwester geärgert werden!

"Jack, bitte lass das!", schimpfte sie deswegen, "deine Schwester kann nun wirklich nichts dafür, dass sie überstürzt aus Yak´nang aufbrechen musste und nicht mal Zeit zum Umziehen hatte..."

"Uhhh, Sonea in nem Kleid, das gibts ja nicht!", übernahm Applebloom zugleich, "das sieht sooo bescheuert aus!"

"Applebloom, halt die Klappe!"

"Sonea, lass dich nicht ärgern..."

"Sonea in nem Kleidchen, wie ne echte PRINZESSIN!"

"JACK, HALT DIE FRESSE!!!"

"SONEA, DAS IST NICHT NETT!!!"

"... und die Hufschuhe dazu, ich glaube Sonea mutiert zur Dame..."

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Robert und der Ziegenbock hatte einschreiten müssen, um Sonea daran zu hindern Applebloom zu erwürgen, danach hatte man ihr vorsichtshalber mal Huffesseln angelegt, was Jack und seine Freundin natürlich voll ausgenutzt hatten... dementsprechend angepisst war die Prinzessin, aber das würde sie den beiden Grinsebacken schon noch heimzahlen, niemand legte sich ungestraft mit ihr an, wenn sie schon dazu gezwungen wurde, ein Kleid zu tragen!

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Safira erschien, und mit ihr Eross, der tatsächlich schon wieder laufen konnte.

Als er den verletzten Taladon, die verstöre Rainbow Dash, die überglückliche Aurora und die gefesselte und die Jack zum Mond verwünschende Sonea sah, verstand er die Welt nicht mehr... was war hier bloß passiert?!

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"Tja...", brummte Robert in Safiras und seines Bruders Richtung, nachdem seine Königin mit der tobenden Tochter abgezischt war, um Ferdi zur "Beruhigung" hinzu zu ziehen, "was machen wir jetzt mit Aurora und Rainbow Dash?"

"Na, mir gehts prächtig, und in die Klapse gehöre ich nicht, außerdem habe ich Sweetie Belle und Scootaloo... gestoppt, also sollte ich als freies Fohlen nach Hause zurückkehren dürfen, oder was meinst du?"

"Gerne, ich hab da nix gegen..."

"Und... und ich..."

"Ach, halt doch´s Maul Dash, sonst komme ich noch rüber und kitzle dich mit meinem Messer - TIEF IM BRUSTKORB!!!"

Da war Dash ganz still und zitterte... vier Mediziner führten sie kurz darauf fort, ebenso ihren Taladon, auf den das Krankenhaus wartete... eigentlich hielt es niemanden mehr auf dem Turm, und so blickte Aurora ein letztes Mal in den Nachthimmel voller Sterne, stellte sich vor dass ihr Orion sie ganz bestimmt von da oben sehen würde und glücklich war, und machte sich müde auf dem Rücken ihres Vaters nach unten in den Schlossgarten... zur Siegesfeier über die Nazischatten.

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Das Fest dauerte die ganze Nacht lang, und es gab niemanden, der schlief.

Die Fremdenlegion wurde gefeiert wie ein Haufen Helden, Aurora bekam eine Auszeichnung für ihren rasanten Flug nach Oblivion verliehen, Applejack und Celestia kamen als Überraschungsgäste per Bahn vorbei, und mit ihnen Sunset und Silver, die mal eben schnell von der goldenen Prinzessin "begnadigt" worden war... laut Medien belief sich der "kleine Zwischenfall" im CPD auf einen "tragischen Unfall, bei dem eine inhaftierte Stute durch herabstürzende Deckenteile schwer verletzt worden war" (selbstverständlich hatte sie sich gleichzeitig über den miesen Zustand der öffentlichen Gebäude ausgelassen und den Augenmerk auf die bald bevorstehenden Investitionen gerichtet, worüber jetzt heftig diskutiert wurde und der "Unfall" längst vergessen war...), dem zufolge wussten natürlich weder Atlanas noch die anderen Beamten etwas... tja, so ist das in Equestria.

Und obwohl sie die größte Verwüstung angerichtet hatten, feierten Jack und seine Applebloom in Saus und Braus mit... ganz im Gegensatz zu Taladon, der im Krankenhaus lag und viel Zeit zum Nachdenken hatte...

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"Kind Kind, das darf doch nicht wahr sein..."

"Ja, sorry Mum, aber... konnte ich denn ahnen, dass ausgerechnet sie hier war?"

"Jaja, datt sachen se alle... ach Quatsch, ich bin doch froh, dass du gesund und munter bei mir bist - und du auch, du Saukerl - was musste ich da von Safira hören? Schattenstuten soll er angemacht haben!"

"Ich doch nicht, das waren meine Leuts, aber Ferdi und ich haben nur Bier getrunken und..."

"Dann eben Alkohlmissbrauch, ich wusste es doch!", grinste Applejack schelmisch und küsste ihren Freund herzhaft, "und ich habe Raritys Haus in die Luft gesprengt, aber bei der Familie wundert mich gar nix mehr..."

"Du hast watt?!"

"Tja, lange Geschichte... also, ich fang am besten mal ganz von vorne an..."

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ENDE

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Epilog

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"DIESE VERDAMMTEN EQUESTRIANER, DIE MÜSSEN MIR IMMER IN DIE PLÄNE PFUSCHEN!!!"

"Mein Führer..."

"UND ALS WÄRE DAS NICHT GENUG RETTEN SIE DIESER SCHLAMPE VON KÖNIGIN JEDES MAL DEN ARSCH, WENN WIR SO KURZ VOR DEM ZIEL SIND!!! DAS DARF DOCH EINFACH NICHT WAHR SEIN!!!!!!"

"Mein... mein Führer?"

"WAS?!?!?!"

"... ich melde nur, dass Faust es nicht gesch..."

Das Schwert des Schattenprinzen steckte in seiner Kehle, er war unfähig zu sprechen, bekam keine Luft mehr, verlor seine Kraft und krachte wie ein gefällter Baum zu Boden... seinen ach-so-geliebten Führer scherte es einen Scheißdreck, was seine anderen Offiziere denken würden, er musste sich einfach erstmal abreagieren.

Und das nicht nur, weil ihm eine Ziegengranate die Frisur abgefackelt hatte...

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Jack und Applebloom hatten sich die Feier von Anfang bis Ende natürlich nicht entgehen lassen, und waren trotz der ganzen Aufregung die sie verursacht hatten nicht abgelehnt worden... nun waren sie zurück im Ziegenschloss und ziemlich müde.

Die Sonne senkte sich langsam in den großen See im Norden der großen Höhle, und das Erdpony schob sich nahe an seinen Freund heran: "Oh Jack, ich bin ja so froh, dass ich dich habe... was würde ich nur ohne deine drei Hörner machen?"

"Ich weiß es nicht, und ich will es nicht wissen...", lächelte er platt, aber glücklich, "... denn ich habe alles, was ich mir wünschen kann... und dich!"

"Awww, du bist so ein Süßer... mein Süßer!"

Zärtlich umhuften und küssten die zwei sich und spürten nur die Wärme ihrer Körper und die feurige Liebe, die den Raum durchzog und jeden Winkel beleuchtete... eine Träne um ihre Freundinnen blieb Applebloom dabei nicht aus, und ihr Freund wischte sie ihr sanft weg:

"Und ich bin so froh, dass du gesund und munter bei mir bist... es tut mir so leid um Sweetie und Scoo, aber die kommen schon bald wieder auf die Hufe, da bin ich mir ganz sicher!"

"Ja, ich schätze, da hast du recht... dein Vater und mein Onkel, die kriegen das hin, oder?"

"Sicher, du kennst die doch... mein Alter hat jesacht, dass die beiden momentan auf dem stetigen Weg der Heilung sind und in so komischen Tanks mit Heilflüssigkeit schwimmen - und Mary kümmert sich um ihre Gedächtnisse, die dürften sich anschließend an nix mehr erinnern können."

"Umso besser... ja, hm, weißt du jetzt eigentlich, was mit Rarity passiert? Und was war dieses Zeug überhaupt, was in den Zimtschnecken war?"

"Hm, also meine Tante meinte gestern, dass Rarity wohl in die Kristallzitadelle verlegt wird... dieses Zeug war angeblich nen Mittel, womit man Dämonen beschwören kann, vermischt mit Blut..."

"Bäh!"

"... jo, ach ja, und Rainbow Dash ist zurück daheim in der Klapse... nicht wegen Aurora, die ist ja jetzt total happy wegen dieses Geistes..."

"Bekloppt, das mit diesem Orion, findste nich?"

"Doch, schon... aber egal, darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf - Sonea im Kleid war viel zu geil dazu!"

"Au ja, und dazu silberne Hufschuhe und Schleifchen in der Mähne, sowas von besch..."

Der Rest des Satzes blieb ihr buchstäblich im Halse stecken, als ein präziser Hufschlag die Luftröhre von links auf Höhe der Pulsadern traf und ihr alle Sinne raubte, Jack versuchte noch aufzuspringen, doch ein in der Luft schwebender Elektroschocker stoppte seinen Fluchtversuch noch auf dem ersten Meter.

Ihre bewusstlosen Körper wurden gepackt und aus dem Zimmer geschleift...

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Der Kopf des Ziegenprinzen dröhnte wie eine Flugzeugturbine, als er aus seiner Ohnmacht erwachte und erschrocken feststellen musste, dass er an Vorder- und Hinterhufen gefesselt war.

Den Raum um sich herum erkannte er sofort - es war Sunsets Turmzimmer, das sie für gewöhnlich mit ihrer kleinen Tochter Sunrise bewohnte...

Appleblooms Kopf lag auf seiner Schulter, auch sie erwachte gerade und sah sich ebenso verwirrt um, ehe sie fragte: "J... jack, wo... was ist hier los?"

"Ich... ich weiß auch nicht!", stotterte er unsicher und zog an den Hufschellen, "warum sind wir gefesselt?"

"Weil ihr beiden ne echt große Klappe habt und ich euch dafür leider gestern nicht den Hals umdrehen durfte!", lachte eine ihnen zu gut bekannte Stimme aus dem Dunkel und Sonea zog die Vorhänge des Turmfensters ganz auf, warf sich die Mähne zurück und seufzte tief, "aber es ist wie jedes Mal: Der kleine Jackie kapiert nicht, dass seine Schwester nicht von ihm geärgert werden will, und falls er es doch wagt sie sich das nicht gefallen lässt!"

"MACH UNS SOFORT LOS DU SCHLAMPE, ODER ICH..."

Das Alihornmädchen packte seinen Kopf und drückte ihm mit Magie die Stimmbänder ab... und er hatte einen verdammten Ring auf dem Horn, die hatte echt an alles gedacht!

"Nö, vergiss es... denn heute Nacht dürft ihr zwei lachen, bis ihr schwarz werdet! - Und damit das nicht allzu störend für Mum und Dad ist, erlaube ich mir mal spontan, ihr Zeugs zu benutzen..."

Die Knebel waren so schnell in ihren Mündern, dass sie nicht einmal mehr Zeit hatten, um noch ein paar Schimpfworte auf Sonea loszulassen, die in aller Seelenruhe die Lederbänder an ihren Hinterköpfen mit Metallschnallen verschloss und hämisch grinste: "Und jetzt zum Finale, auf das wir alle gewartet haben!"

Acht Federn schwebten durch die Luft heran... diese Nacht wurde wahrhaftig lustig, und auch wenn Sonea nach einer halben Stunde gelangweilt einschlief, so hielt ihre Magie den Spaß aufrecht...

Den Monat danach konnten weder Jack noch Applebloom nicht einmal mehr grinsen, und Sonea war irgendwo in der Menschenwelt untergetaucht... dafür Equestria umso mehr, denn selbstverständlich hatte die böse Sonea alles per Video aufgezeichnet und überall hochgeladen... Luna schwor ihr einen Platz in einer Psychatrie, Robert und Eross volle Rückendeckung, Hellje einen Eisenbahnwaggon voller Hasch und Sunset... wollte ihr gerne an den Hintern...

... also eben wir immer in diesem ach-so-bekloppten Equestria...

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ENDE!!!

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P.S.: Taladon hatte gemerkt, wie Liebe einem den Kopf verdrehen kann... und trennte sich von seine Freundin, die daraufhin in eine Depression verfiel und erkannte, dass ihr ganzes Leben eine einzige Lüge gewesen war... eines Tages entkam sie der Psychatrie und suchte nach Vergebung...

Rainbow Factory (Übersicht)

Das Original
Rainbow FactoryRainbow Factory - The End
Sequel
Pegasus Device (Kapitel 1) (unvollendet)
Die Neue Reihe (Teil I)
Rainbow Factory - ErwachtRainbow Factory 2 - Die Schlacht
Die Neue Reihe (Teil II)
Rainbow Factory III - Die RückkehrRainbow Factory IV - New TechnologyRainbow Factory V - The EmpireRainbow Factory VI - The Fall
Weiteres
AuroraRainbow Factory - MemoriesZimtschneckenRegret


Cupcakes (Übersicht)

Ungekürzt - Die Cupcake-Reihe
Cupcakes (Original)Cupcakes 2 - Das ProblemCupcakes 3 - Das Massaker
Das Original (leicht gekürzt)
CupcakesCupcakes - Die Rache
Sequels
Cupcakes - Pinkamena im (Red-) BlackoutCupcakes: Die Wahrheit
Die Appleblood-Luna-Game-Reihe
ApplebloodLuna Game: Equestria StoryLuna Game: Das Spiel geht weiter!Luna Game: Der Spaß ist noch nicht vorbeiLuna Game: Der AusbruchLuna's Nightmare
Weiteres
Tag Y - Es wird knappZimtschnecken

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